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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Die goldene Spieluhr


 

 
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mondblume
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 41
Beiträge: 1276
Wohnort: Costa Brava


BeitragVerfasst am: 17.02.2011 15:22    Titel: Die goldene Spieluhr eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die goldene Spieluhr

Fröhlich schlenderte der zehnjährige Franco über den grossen Trödelmarkt auf dem Kirchplatz. Wieder einmal war er aus dem Kinderheim ausgebüxt, in dem er lebte, seit seine Eltern gestorben waren. Seit ganzes Leben also, denn der Unfall, der ihn zum Waisen gemacht hatte, hatte sich kurz nach seinem ersten Geburtstag ereignet. Er erinnerte sich auch nicht mehr an seine Eltern; trotzdem packte ihn von Zeit zu Zeit eine ihm unerklärbare Sehnsucht nach ihnen.
Heute aber konzentrierte er sich ausschliesslich auf die mit bunten Waren ausgelegten Stände, die den Platz in langen Reihen durchliefen. Alte Kleidung häufte sich auf einem Tisch, Geschirr und angelaufenes Silberbesteck auf einem anderen. Bücher mit vergilbtem Titelblatt und eselohrigen Seiten stapelten sich auf einem weitern, der Nachbarsstand bot alte Uhren und Wecker an, sowie rostige Teile von Maschinen. Leise pfiff er vor sich hin, als er durch die so entstehenden Gassen wanderte, die rechte Hand in der Hosentasche fest um die paar wenigen Münzen geballt, die er sein Eigen nennen konnte. Er wusste, dass ihm wenig Zeit blieb, bis man ihn finden und ins Heim zurückbringen würde; daher sog er das Treiben um ihn herum in vollen Zügen ein, um die Zeit der Bestrafung, die folgen würde, und der grauen Zeit bis zu seinem nächsten Ausflug mit den Erinnerungen füllen zu können.
Die Menschen um ihn herum liessen sich gemählich von einem Tisch zum anderen treiben, hielten einen kurzen Schwatz mit bekannten Verkäufern, betrachteten die Gegenstände und spazierten weiter. Er fügte sich ein in den Strom, verschmolz mit der Menge. In der Luft lag ein Duft nach Staub und Vergangenheit, der ab und zu durchbrochen wurde vom Aroma der gebratenen Würste und Zuckermandeln. Franco atmete mehrmals tief durch, katalogisierte den Duft und verschloss ihn im Schächtelchen seiner Erinnerungen.

Die Sonne verschwand gerade hinter den aufziehenden grauen Wolken, als er in einer Ecke etwas abseits einen kleinen Stand entdeckte, der sonst von niemandem beachtet wurde. Der Tisch schmiegte sich richtiggehend an die Mauer, als wolle er gar nicht auffallen. Neugierig näherte sich Franco und bestaunte mit offenem Mund die fremdartigen Gegenständen, mit denen er beladen war: ausgestopfte kleine Vögel in zierlichen Käfigen, Holztruhen, gefüllt mit den farbigsten Tüchern, dunkel angelaufene Silberlampen, auf denen eine dicke Schicht Staub lag. Daneben lagen Papierrollen, die so brüchig aussahen, als könnte sie der geringste Lufthauch in Staub auflösen, von Grünspan überzogene Kupferkessel und vergilbte Fotografien von Menschen, die er nicht kannte, und Landschaften, die er nie sehen würde.

Aber zwischen all diesen Waren stand ein Gegenstand, der alles andere um ihn verblassen liess – ein kleines, einstmal wohl goldenes Kästchen, über dem der Staub lag wie ein Hauch Melancholie und ihm seinen Glanz nahm. Trotzdem übte dieses Kästchen eine Anziehungskraft auf Franco aus, die ihn nervös schlucken liess.
Vorsichtig sah er sich um. Er stand ganz alleine vor dem Tisch. Kein Mensch, der auch nur zu ihm herübersah. Ein leises Summen ging nun vom dem Kästchen aus, ein Summen, das ihn aufforderte, näher zu treten. Franco trat von einem Bein auf’s andere, kratzte sich fahrig am Kopf, und streckte dann langsam seine Hand nach vorne, um das Kästchen zu berühren.
„Nicht anfassen!“, ertönte plötzlich eine krächzende Stimme, scheinbar aus dem Nichts.
Franco fuhr zitternd zurück. Aus dem Schatten hinter den Vogelkäfigen schälte sich eine Gestalt, ein verhunzelter, kleiner Mann mit einem Turban aus schmutzigem Tuch. Er kicherte und offenbarte damit seine zahlreichen Zahnlücken.
„Diese Spieluhr ist nicht verkäuflich.“
Ohne nachzudenken fuhr Francos Hand zu den wenigen Münzen in seiner Hosentasche.
„Ich habe Geld, ich kann sie bezahlen.“ Er hielt dem Verkäufer das Geld entgegen. Der kicherte nur wieder und schüttelte den Kopf.
„Du kannst sie nicht kaufen. Sie wartet auf ihren rechtsmässigen Besitzer.“
Franco spürte, wie die Entäuschung ihn überfiel und nur mit Mühe konnte er die Tränen zurückhalten. Er musste diese Spieluhr haben, sein ganzer Körper schrie danach. Noch ehe er realisierte, was er tat, schoss seine Hand nach vorne, riss das Kästchen hervor und dann merkte er, wie er rannte. Wie ein flüchtender Hase rannte er zwischen den Tischen hin und her, schlug Haken und fand sich schliesslich in einem schmalen Gässchen des Städtchens wieder. Schwer keuchend sank er zu Boden und blickte ungläubig auf seine Hände. Was hatte er bloss getan? Er war ein Dieb! Ein Wimmern entfuhr ihm; wenn der Heimdirektor dies erfuhr, würde er so hart bestraft werden, wie noch nie zuvor. Da sprang plötzlich der Deckel des Kästchens auf und ein kleiner, zart bemalter Clown richtete sich auf. Ein Melodie, traurig und herzergreifend, begann zu spielen, und zögerlich fing der Clown an, sich zu drehen. Franco konnte seine Augen nicht mehr von der Spieluhr abwenden, noch nie im Leben hatte er etwas so Schönes gesehen. Wieder und wieder liess er den Clown tanzen und wiegte seinen Oberkörper zu der sanften Musik. Behutsam strich er über die feinen Goldmuster des Kästchens, blies den Staub weg und polierte das Gehäuse, bis ein feines Leuchten von ihm auszugehen schien. Plötzlich hielt er inne. Auf dem Deckel hatte er eine fast unmerkliche Einbuchtung ausgemacht. Vorsichtig drückte er darauf und der Deckel schob sich in zwei Hälften auseinander. Ein schwarz-weisses Foto kam zum Vorschein: eine junge Frau mit einem Baby auf dem Arm, daneben ein junger Mann, der seinen Arm liebevoll um die Schultern der Frau gelegt hatte. „Für Franco“, stand darunter in schwarzer Tinte, daneben ein Datum. Sein Geburtsdatum. Franco hielt die Luft an; wie war das möglich? Verwirrt schüttelte er den Kopf; bestimmt machte sich irgendwer lustig über ihn. Aber wer? Und wieso? Er schloss die Spieluhr, öffnete sie wieder, sah sich das Bild genau an, liess die Musik laufen. Und mit jeder Sekunde wuchs die Sicherheit in ihm, das dies seine Spieluhr war. Sein Clown, den ihm seine Eltern zur Geburt geschenkt haben mussten. Das einzige, was er von ihnen besass. Die Tränen liefen ihm heiss über das Gesicht, als er das Foto betrachtete. Verlust und Freude vermengten sich zu einem überwältigenden Gefühl und er presste das Kästchen an sich, als hätte er seine leibhaftigen Eltern im Arm, bis die Tränen langsam verebbten.

Dann stand er auf, versteckte die Spieluhr so gut es ging unter seinem Hemd und suchte den Weg zurück zum Kirchplatz. Er wollte dem seltsamen Männlein mitteilen, dass das Kästchen seinen rechtmässigen Besitzer wiedergefunden hatte. Doch als er auf dem Trödelmarkt ankam, war der Tisch verschwunden. Die Verkäufer der Nachbarstände, die er danach fragte, schüttelten nur den Kopf; sie hatten nie einen Tisch dort stehen sehen. Als er an die Stelle trat, wo er vor wenigen Stunden die Spieluhr entdeckt hatte, frischte der Wind auf und er meinte, darin das Kichern des alten Mannes zu hören.
„Danke“, flüsterte er, und machte sich mit seinen Eltern auf den Weg zurück ins Kinderheim.



_________________
*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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BeitragVerfasst am: 17.02.2011 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mondblume,

deine Geschichte hat mich sehr berührt (bis zum Kloß im Hals) und das schafft eine Geschichte selten.
 
Sehr, sehr gerne gelesen
liebe Grüße
Monika
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MosesBob
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Beiträge: 20164

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BeitragVerfasst am: 18.02.2011 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Meine liebe Mondblume, mein Darling, meine schwangere Schönheit, die jetzt nicht mehr schwanger ist, aber vielleicht bald wieder sein wird! Meine hübsche, hübsche Mondblume! Mein Herzöffner! Und Mutter meiner ungeborenen Kinder! Spätzchen!

Ich werfe nochmal kurz einen Blick auf das Schild da oben. Dort steht "Prosa", nicht "Werkstatt". Das heißt, du willst es hart und schmutzig haben. Okay.

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Fröhlich schlenderte der zehnjährige Franco über den grossen Trödelmarkt auf dem Kirchplatz. Wieder einmal war er aus dem Kinderheim ausgebüxt, in dem er lebte, seit seine Eltern gestorben waren. Seit ganzes Leben also, denn der Unfall, der ihn zum Waisen gemacht hatte, hatte sich kurz nach seinem ersten Geburtstag ereignet. Er erinnerte sich auch nicht mehr an seine Eltern; trotzdem packte ihn von Zeit zu Zeit eine ihm unerklärbare Sehnsucht nach ihnen.

1. Der erste Satz ist so zuckersüß-fröhlich, dass er das genaue Gegenteil bewirkt: Ich beginne, Franco zu hassen. Salopp gesagt. Hast du schon mal jemanden gesehen, der schlenderte und zu Tode betrübt war? Das Verb "Schlendern" impliziert die Fröhlichkeit bereits. Anstatt es mit einem nichtssagenden Adjektiv wie "fröhlich" noch zu untermauern, würde ich lieber den Blick auf etwas lenken, das sich nicht von selbst versteht. Zum Beispiel auf das Paar ausgelatschter Nikes an seinen Füßen, die irgendwo in der Sohle ein Luftloch haben, weswegen sie immer quietschen, wenn er auftritt. Érwähne etwas, das typisch ist für Franco, etwas, das seinen Charakter beschreibt. Momentan ist Franco ein fröhlich dahinschlendernder Waise, der später sogar noch das Pfeifen anfängt. Eigentlich fehlt nur noch, dass er so gut gelaunt ist, dass er mitten auf dem Platz hochspringt und die Hacken gegeneinanderschlägt oder im Flick-Flack durch die Gassen springt und dabei von einem Ohr zum anderen grinst. Gib mir keine betonte Fröhlichkeit, gib mir den Waisen-Charme eines Knaben, der sich diebisch freut, der Tristesse aus Ordnung und Mauern entkommen zu sein.

2. Dass Franco zahn Jahre alt ist, würde ich aus dem ersten Satz streichen. Es klingt, als wärst du dazu verpflichtet gewesen, gleich im ersten Satz sein Alter zu nennen.

3. Ich finde den Anfang sprachlich nicht sauber. Er liest sich, als wäre es dir schwer gefallen, einen Anfang zu finden und in die Geschichte hineinzukommen.

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Heute aber konzentrierte er sich ausschliesslich auf die mit bunten Waren ausgelegten Stände, die den Platz in langen Reihen durchliefen. Alte Kleidung häufte sich auf einem Tisch, Geschirr und angelaufenes Silberbesteck auf einem anderen. Bücher mit vergilbtem Titelblatt und eselohrigen Seiten stapelten sich auf einem weitern, der Nachbarsstand bot alte Uhren und Wecker an, sowie rostige Teile von Maschinen. Leise pfiff er vor sich hin, als er durch die so entstehenden Gassen wanderte, die rechte Hand in der Hosentasche fest um die paar wenigen Münzen geballt, die er sein Eigen nennen konnte. Er wusste, dass ihm wenig Zeit blieb, bis man ihn finden und ins Heim zurückbringen würde; daher sog er das Treiben um ihn herum in vollen Zügen ein, um die Zeit der Bestrafung, die folgen würde, und der grauen Zeit bis zu seinem nächsten Ausflug mit den Erinnerungen füllen zu können.
Die Menschen um ihn herum liessen sich gemählich von einem Tisch zum anderen treiben, hielten einen kurzen Schwatz mit bekannten Verkäufern, betrachteten die Gegenstände und spazierten weiter. Er fügte sich ein in den Strom, verschmolz mit der Menge. In der Luft lag ein Duft nach Staub und Vergangenheit, der ab und zu durchbrochen wurde vom Aroma der gebratenen Würste und Zuckermandeln. Franco atmete mehrmals tief durch, katalogisierte den Duft und verschloss ihn im Schächtelchen seiner Erinnerungen.

1. "Leise pfiff er vor sich hin, als er durch die so entstehenden Gassen wanderte, ..." Wodurch entstand die Gasse? Durch das Pfeifen?

2. Ich habe eine Weile überlegt, was mich an diesem Bild vom Trödelmarkt stört. Und dann fiel es mir auf: Mich stört die Artigkeit! Zwar sprichst du praktisch alle Sinne an (Augen, Ohren, Riechkolben) und beschreibst auch die Trödelware abwechslungsreich. Aber du machst es auf eine Art und Weise, die meinem Bild von einem Trödelmarkt nicht nur nicht gerecht wird, sondern ihm nachgerade widerspricht. Den Grund dafür habe ich fett markiert. Dieses Trödelmarkt-Treiben läuft offenbar so gesittet und geordnet ab, so brav und artig, dass ich mir vorkomme wie in der Warteschlange vor der Kasse bei Aldi und nicht wie auf einem Trödelmarkt. Wir sprechen hier ja nicht nur von vereinzelten Menschentrauben, sondern von Strömen und einer Menge, mit der der Junge verschmilzt. Kein Geschiebe, kein Gedränge, kein allgegenwärtiges hornissennestartiges Stimmengemurmel. Keine Leute, die sich auf die Füße treten, kein Verkäufer, der einem Interessenten wegen eines unverschämten Gebots den Vogel zeigt. Statt dessen: Gemächlichkeit und die Zeit und die Ruhe für den einen oder anderen Schwatz mit dem Verkäufer.

Diese Problematik fügt sich nahtlos an deinen viel zu braven Anfang: Der Junge schlendert fröhlich voran und bahnt sich seinen Weg pfeifend durch gemächlich dahintreibende und schwatzende Menschenströme. Hand aufs Herz: Was du beschreibst, sind keine Menschen - das sind seelenlose Orks!

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Die Sonne verschwand gerade hinter den aufziehenden grauen Wolken, als er in einer Ecke etwas abseits einen kleinen Stand entdeckte, der sonst von niemandem beachtet wurde. Der Tisch schmiegte sich richtiggehend an die Mauer, als wolle er gar nicht auffallen.

Warum fällt der Stand niemandem auf? Wie ist Francos Eindruck von den Leuten, die an dem Stand an der Ecke keine Notiz nehmen? Beachten sie ihn nicht? Sehen sie ihn nicht? Streifen ihre Blücke ihn flüchtig? Ein Eckplatz ist doch eigentlich ein hervorragendes Fleckchen für einen Trödelstand. Was macht das Geheimnis um diesen speziellen Händler aus?

Als nächstes schaut sich Franco seinen Stand an:

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Neugierig näherte sich Franco und bestaunte mit offenem Mund die fremdartigen Gegenständen, mit denen er beladen war: ausgestopfte kleine Vögel in zierlichen Käfigen, Holztruhen, gefüllt mit den farbigsten Tüchern, dunkel angelaufene Silberlampen, auf denen eine dicke Schicht Staub lag. Daneben lagen Papierrollen, die so brüchig aussahen, als könnte sie der geringste Lufthauch in Staub auflösen, von Grünspan überzogene Kupferkessel und vergilbte Fotografien von Menschen, die er nicht kannte, und Landschaften, die er nie sehen würde.

Das kommt mir bekannt vor. Hier ist deine Beschreibung der anderen Stände vom Anfang der Geschichte:

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Heute aber konzentrierte er sich ausschliesslich auf die mit bunten Waren ausgelegten Stände, die den Platz in langen Reihen durchliefen. Alte Kleidung häufte sich auf einem Tisch, Geschirr und angelaufenes Silberbesteck auf einem anderen. Bücher mit vergilbtem Titelblatt und eselohrigen Seiten stapelten sich auf einem weitern, der Nachbarsstand bot alte Uhren und Wecker an, sowie rostige Teile von Maschinen


mondblume hat Folgendes geschrieben:
Vorsichtig sah er sich um. Er stand ganz alleine vor dem Tisch. Kein Mensch, der auch nur zu ihm herübersah. Ein leises Summen ging nun vom dem Kästchen aus, ein Summen, das ihn aufforderte, näher zu treten. Franco trat von einem Bein auf’s andere, kratzte sich fahrig am Kopf, und streckte dann langsam seine Hand nach vorne, um das Kästchen zu berühren.

Warum ist Franco plötzlich so fahrig? Zuerst ist er fröhlich, dann neugierig und plötzlich so aufgeregt, dass er von einen Fuß auf den anderen tritt und sich fahrig am Kopf kratzt. Woher rührt diese Reaktion?

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Die Sonne verschwand gerade hinter den aufziehenden grauen Wolken, als er in einer Ecke etwas abseits einen kleinen Stand entdeckte, der sonst von niemandem beachtet wurde. Der Tisch schmiegte sich richtiggehend an die Mauer, als wolle er gar nicht auffallen. Neugierig näherte sich Franco und bestaunte mit offenem Mund die fremdartigen Gegenständen, mit denen er beladen war: ausgestopfte kleine Vögel in zierlichen Käfigen, Holztruhen, gefüllt mit den farbigsten Tüchern, dunkel angelaufene Silberlampen, auf denen eine dicke Schicht Staub lag. Daneben lagen Papierrollen, die so brüchig aussahen, als könnte sie der geringste Lufthauch in Staub auflösen, von Grünspan überzogene Kupferkessel und vergilbte Fotografien von Menschen, die er nicht kannte, und Landschaften, die er nie sehen würde.

Aber zwischen all diesen Waren stand ein Gegenstand, der alles andere um ihn verblassen liess – ein kleines, einstmal wohl goldenes Kästchen, über dem der Staub lag wie ein Hauch Melancholie und ihm seinen Glanz nahm. Trotzdem übte dieses Kästchen eine Anziehungskraft auf Franco aus, die ihn nervös schlucken liess.
Vorsichtig sah er sich um. Er stand ganz alleine vor dem Tisch. Kein Mensch, der auch nur zu ihm herübersah. Ein leises Summen ging nun vom dem Kästchen aus, ein Summen, das ihn aufforderte, näher zu treten. Franco trat von einem Bein auf’s andere, kratzte sich fahrig am Kopf, und streckte dann langsam seine Hand nach vorne, um das Kästchen zu berühren.
„Nicht anfassen!“, ertönte plötzlich eine krächzende Stimme, scheinbar aus dem Nichts.

Bis hierhin wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass noch nicht mal ein Händler an dem Stand zugegen war. Franco stand ganz alleine vor dem Tisch, der Stand wurde von niemandem beachtet, der Tisch schmiegt sich richtiggehend an die Mauer. Aber dass der Tisch verlassen dasteht, hatte ich nicht auf dem Plan.

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Franco spürte, wie die Entäuschung ihn überfiel und nur mit Mühe konnte er die Tränen zurückhalten.

Von was für Tränen ist denn hier die Rede? Ist Franco nahe am Wasser gebaut? Wird er quängelig, wenn er etwas nicht haben darf, gerade er, der als Waise doch womöglich mit dem Verzicht aufgewachsen ist? Oder übte die Uhr eine derartige Faszination auf ihn aus, dass er sie um alles in der Welt haben musste? Wenn ja: Schreib es! Warum fängt Franco um ein Haar an zu flennen, wenn er die Uhr nicht haben darf?

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Ein Wimmern entfuhr ihm; wenn der Heimdirektor dies erfuhr, würde er so hart bestraft werden, wie noch nie zuvor.

Darauf wollte ich anfangs schon zu sprechen kommen: Wenn Franco über das Heim nachdenkt, weiß ich nicht, ob er dort gut behandelt wird. Die Mär vom bösen Waisenhaus schwirrt bei solchen Geschichten natürlich immer über unseren Köpfen. Warum ist Franco ausgebüchst? Welches Risiko nimmt er damit auf sich?



Fazit: Irgendwie ist der Verlauf der Geschichte vorhersehbar, was aber nicht bedeutet, dass sie langweilig ist. Da alles irgendwie schon mal erzählt wurde, kommt es immer darauf an, wie es wieder erzählt wird. Was mich an deiner Geschichte stört, ist zum einen der mangelnde Charakter Francos. Er ist ein Statist ohne Vergangenheit und Leben, mehr nicht. Außerdem stört mich, dass das Trödelmarkt-Feeling aus den genannten Gründen nicht auf mich überspringt. Die Geschichte ist zu lieb und harmlos erzählt, zu vorsichtig, es mangelt ihr an Ecken und Kanten und an der Dimension, die mir zeigt, dass die Autorin beim Schreiben neben diesem Jungen stand, mit ihm über den Trödelmarkt gegangen ist und die ganze Zeit über nicht von seiner Seite gewichen ist.

Beste Grüße,

Martin


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Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
(Sir Peter Ustinov)

Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
(Laotse)
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mondblume
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BeitragVerfasst am: 18.02.2011 13:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moses Baby, I like it dirty ... Los, gib's mir!

Oh, hast du ja schon. lol

Also, lass mal sehen:
erstmal danke für deine super Rezension, da kann ich viel mit anfangen. Du hast ein Thema aufgegriffen, dass mir gerade gestern abend wieder viel Kopfzerbrechen bereitet hat, als ich an meinem Roman mal weitertippseln wollte, und dass mir immer wieder mal unter die Nase gerieben wird: Ich schreibe zu brav. Und zwar wird immer dieses verflixte Wörtchen verwendet. BRAV. Was mir zum einen zwar bewusst ist (ich lese ja auch, was ich schreibe, und merke selber, dass irgendwas nicht stimmt, irgendetwas fehlt (die Seele?)), aber zum anderen ich nicht weiss, wie ich das ändern soll/kann. Soll ich anfangen zu fluchen, schmutzige Wörter verwenden? Kann ja nicht der Sinn sein. Mutiger sein, hat mir Merci mal gesagt (dazu wollte ich hier heute eine PN schreiben, witzig, wie das jetzt alles zusammenkommt). Aber inwiefern? Ich stehe da anscheinend gewaltig auf dem Schlauch, was mich ziemlich frustriert, denn ich sehe, dass alles, was ich schreibe, in einem BRAVEN Einheitsbrei versinkt. sad

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Fröhlich schlenderte der zehnjährige Franco über den grossen Trödelmarkt auf dem Kirchplatz. Wieder einmal war er aus dem Kinderheim ausgebüxt, in dem er lebte, seit seine Eltern gestorben waren. Seit ganzes Leben also, denn der Unfall, der ihn zum Waisen gemacht hatte, hatte sich kurz nach seinem ersten Geburtstag ereignet. Er erinnerte sich auch nicht mehr an seine Eltern; trotzdem packte ihn von Zeit zu Zeit eine ihm unerklärbare Sehnsucht nach ihnen.


MosesBob hat Folgendes geschrieben:
1. Der erste Satz ist so zuckersüß-fröhlich, dass er das genaue Gegenteil bewirkt: Ich beginne, Franco zu hassen. Salopp gesagt. Hast du schon mal jemanden gesehen, der schlenderte und zu Tode betrübt war? Das Verb "Schlendern" impliziert die Fröhlichkeit bereits. Anstatt es mit einem nichtssagenden Adjektiv wie "fröhlich" noch zu untermauern, würde ich lieber den Blick auf etwas lenken, das sich nicht von selbst versteht. Zum Beispiel auf das Paar ausgelatschter Nikes an seinen Füßen, die irgendwo in der Sohle ein Luftloch haben, weswegen sie immer quietschen, wenn er auftritt. Érwähne etwas, das typisch ist für Franco, etwas, das seinen Charakter beschreibt. Momentan ist Franco ein fröhlich dahinschlendernder Waise, der später sogar noch das Pfeifen anfängt. Eigentlich fehlt nur noch, dass er so gut gelaunt ist, dass er mitten auf dem Platz hochspringt und die Hacken gegeneinanderschlägt oder im Flick-Flack durch die Gassen springt und dabei von einem Ohr zum anderen grinst. Gib mir keine betonte Fröhlichkeit, gib mir den Waisen-Charme eines Knaben, der sich diebisch freut, der Tristesse aus Ordnung und Mauern entkommen zu sein.

Ja, das fröhlich schlendern ist ja schon beinahe ein Pleonasmus, da hast du Recht. Ein Wort von beiden muss raus. Schau ich mal. Obwohl, da ja der ganze Anfang nicht so toll zu sein scheint, werde ich ihn wohl komplett umschreiben. Mal schauen, ob ich das Alter auch anders einbringen kann.


mondblume hat Folgendes geschrieben:
Heute aber konzentrierte er sich ausschliesslich auf die mit bunten Waren ausgelegten Stände, die den Platz in langen Reihen durchliefen. Alte Kleidung häufte sich auf einem Tisch, Geschirr und angelaufenes Silberbesteck auf einem anderen. Bücher mit vergilbtem Titelblatt und eselohrigen Seiten stapelten sich auf einem weitern, der Nachbarsstand bot alte Uhren und Wecker an, sowie rostige Teile von Maschinen. Leise pfiff er vor sich hin, als er durch die so entstehenden Gassen wanderte, die rechte Hand in der Hosentasche fest um die paar wenigen Münzen geballt, die er sein Eigen nennen konnte. Er wusste, dass ihm wenig Zeit blieb, bis man ihn finden und ins Heim zurückbringen würde; daher sog er das Treiben um ihn herum in vollen Zügen ein, um die Zeit der Bestrafung, die folgen würde, und der grauen Zeit bis zu seinem nächsten Ausflug mit den Erinnerungen füllen zu können.
Die Menschen um ihn herum liessen sich gemählich von einem Tisch zum anderen treiben, hielten einen kurzen Schwatz mit bekannten Verkäufern, betrachteten die Gegenstände und spazierten weiter. Er fügte sich ein in den Strom, verschmolz mit der Menge. In der Luft lag ein Duft nach Staub und Vergangenheit, der ab und zu durchbrochen wurde vom Aroma der gebratenen Würste und Zuckermandeln. Franco atmete mehrmals tief durch, katalogisierte den Duft und verschloss ihn im Schächtelchen seiner Erinnerungen.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
1. "Leise pfiff er vor sich hin, als er durch die so entstehenden Gassen wanderte, ..." Wodurch entstand die Gasse? Durch das Pfeifen?

Die Gassen entstehen durch die Reihen der Stände, ist das so unverständlich, oder einfach zu weit auseinander, um noch nachzuvollziehen?

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
2. Ich habe eine Weile überlegt, was mich an diesem Bild vom Trödelmarkt stört. Und dann fiel es mir auf: Mich stört die Artigkeit! Zwar sprichst du praktisch alle Sinne an (Augen, Ohren, Riechkolben) und beschreibst auch die Trödelware abwechslungsreich. Aber du machst es auf eine Art und Weise, die meinem Bild von einem Trödelmarkt nicht nur nicht gerecht wird, sondern ihm nachgerade widerspricht. Den Grund dafür habe ich fett markiert. Dieses Trödelmarkt-Treiben läuft offenbar so gesittet und geordnet ab, so brav und artig, dass ich mir vorkomme wie in der Warteschlange vor der Kasse bei Aldi und nicht wie auf einem Trödelmarkt. Wir sprechen hier ja nicht nur von vereinzelten Menschentrauben, sondern von Strömen und einer Menge, mit der der Junge verschmilzt. Kein Geschiebe, kein Gedränge, kein allgegenwärtiges hornissennestartiges Stimmengemurmel. Keine Leute, die sich auf die Füße treten, kein Verkäufer, der einem Interessenten wegen eines unverschämten Gebots den Vogel zeigt. Statt dessen: Gemächlichkeit und die Zeit und die Ruhe für den einen oder anderen Schwatz mit dem Verkäufer.

Diese Problematik fügt sich nahtlos an deinen viel zu braven Anfang: Der Junge schlendert fröhlich voran und bahnt sich seinen Weg pfeifend durch gemächlich dahintreibende und schwatzende Menschenströme. Hand aufs Herz: Was du beschreibst, sind keine Menschen - das sind seelenlose Orks!

Brav. Mein Hasswort Rolling Eyes Hier verstehe ich, was du meinst.

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Die Sonne verschwand gerade hinter den aufziehenden grauen Wolken, als er in einer Ecke etwas abseits einen kleinen Stand entdeckte, der sonst von niemandem beachtet wurde. Der Tisch schmiegte sich richtiggehend an die Mauer, als wolle er gar nicht auffallen.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Warum fällt der Stand niemandem auf? Wie ist Francos Eindruck von den Leuten, die an dem Stand an der Ecke keine Notiz nehmen? Beachten sie ihn nicht? Sehen sie ihn nicht? Streifen ihre Blücke ihn flüchtig? Ein Eckplatz ist doch eigentlich ein hervorragendes Fleckchen für einen Trödelstand. Was macht das Geheimnis um diesen speziellen Händler aus?

Der Stand fällt niemandem sonst auf, weil ihn sonst niemand sieht! Daraus rührt auch die Reaktionen der Verkäufer am Schluss, die sich nicht erinnern können, als Franco sie nach dem Stand fragt. Es ist ein magischer Stand. Da müsste ich vielleicht etwas wie "als wäre er unsichtbar" einfügen?


mondblume hat Folgendes geschrieben:
Neugierig näherte sich Franco und bestaunte mit offenem Mund die fremdartigen Gegenständen, mit denen er beladen war: ausgestopfte kleine Vögel in zierlichen Käfigen, Holztruhen, gefüllt mit den farbigsten Tüchern, dunkel angelaufene Silberlampen, auf denen eine dicke Schicht Staub lag. Daneben lagen Papierrollen, die so brüchig aussahen, als könnte sie der geringste Lufthauch in Staub auflösen, von Grünspan überzogene Kupferkessel und vergilbte Fotografien von Menschen, die er nicht kannte, und Landschaften, die er nie sehen würde.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Das kommt mir bekannt vor. Hier ist deine Beschreibung der anderen Stände vom Anfang der Geschichte:

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Heute aber konzentrierte er sich ausschliesslich auf die mit bunten Waren ausgelegten Stände, die den Platz in langen Reihen durchliefen. Alte Kleidung häufte sich auf einem Tisch, Geschirr und angelaufenes Silberbesteck auf einem anderen. Bücher mit vergilbtem Titelblatt und eselohrigen Seiten stapelten sich auf einem weitern, der Nachbarsstand bot alte Uhren und Wecker an, sowie rostige Teile von Maschinen

Ups ...

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Vorsichtig sah er sich um. Er stand ganz alleine vor dem Tisch. Kein Mensch, der auch nur zu ihm herübersah. Ein leises Summen ging nun vom dem Kästchen aus, ein Summen, das ihn aufforderte, näher zu treten. Franco trat von einem Bein auf’s andere, kratzte sich fahrig am Kopf, und streckte dann langsam seine Hand nach vorne, um das Kästchen zu berühren.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Warum ist Franco plötzlich so fahrig? Zuerst ist er fröhlich, dann neugierig und plötzlich so aufgeregt, dass er von einen Fuß auf den anderen tritt und sich fahrig am Kopf kratzt. Woher rührt diese Reaktion?

Trotzdem übte dieses Kästchen eine Anziehungskraft auf Franco aus, die ihn nervös schlucken liess.

mondblume hat Folgendes geschrieben:

„Nicht anfassen!“, ertönte plötzlich eine krächzende Stimme, scheinbar aus dem Nichts.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Bis hierhin wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass noch nicht mal ein Händler an dem Stand zugegen war. Franco stand ganz alleine vor dem Tisch, der Stand wurde von niemandem beachtet, der Tisch schmiegt sich richtiggehend an die Mauer. Aber dass der Tisch verlassen dasteht, hatte ich nicht auf dem Plan.

Naja, da habe ich vielleicht dem Leser nicht das Bild wiedergegeben, das ich im Kopf hatte - für mich ist der Tisch so beladen und voller aufgetürmter Ware, dass der Verkäufer schlicht und einfach darin verschwindet. Da würde vielleicht etwas weiter oben ein Satz wie "der Stand machte einen verlassenen Eindruck" Abhilfe schaffen?

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Franco spürte, wie die Entäuschung ihn überfiel und nur mit Mühe konnte er die Tränen zurückhalten.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Von was für Tränen ist denn hier die Rede? Ist Franco nahe am Wasser gebaut? Wird er quängelig, wenn er etwas nicht haben darf, gerade er, der als Waise doch womöglich mit dem Verzicht aufgewachsen ist? Oder übte die Uhr eine derartige Faszination auf ihn aus, dass er sie um alles in der Welt haben musste? Wenn ja: Schreib es! Warum fängt Franco um ein Haar an zu flennen, wenn er die Uhr nicht haben darf?

Franco spürte, wie die Entäuschung ihn überfiel und nur mit Mühe konnte er die Tränen zurückhalten. Er musste diese Spieluhr haben, sein ganzer Körper schrie danach.
Steht doch da?

mondblume hat Folgendes geschrieben:
Ein Wimmern entfuhr ihm; wenn der Heimdirektor dies erfuhr, würde er so hart bestraft werden, wie noch nie zuvor.

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Darauf wollte ich anfangs schon zu sprechen kommen: Wenn Franco über das Heim nachdenkt, weiß ich nicht, ob er dort gut behandelt wird. Die Mär vom bösen Waisenhaus schwirrt bei solchen Geschichten natürlich immer über unseren Köpfen. Warum ist Franco ausgebüchst? Welches Risiko nimmt er damit auf sich?

Wo du Recht hast ... Wird bei der Überarbeitung berücksichtigt wink

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Fazit: Irgendwie ist der Verlauf der Geschichte vorhersehbar, was aber nicht bedeutet, dass sie langweilig ist. Da alles irgendwie schon mal erzählt wurde, kommt es immer darauf an, wie es wieder erzählt wird. Was mich an deiner Geschichte stört, ist zum einen der mangelnde Charakter Francos. Er ist ein Statist ohne Vergangenheit und Leben, mehr nicht. Außerdem stört mich, dass das Trödelmarkt-Feeling aus den genannten Gründen nicht auf mich überspringt. Die Geschichte ist zu lieb und harmlos erzählt, zu vorsichtig, es mangelt ihr an Ecken und Kanten und an der Dimension, die mir zeigt, dass die Autorin beim Schreiben neben diesem Jungen stand, mit ihm über den Trödelmarkt gegangen ist und die ganze Zeit über nicht von seiner Seite gewichen ist.

Yep. Da gibt's noch einiges zu tun! Wäre der Text besser in der Werkstatt aufgehoben?

Danke dir, mein Zuckerschnäuzchen! love


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Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1276
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BeitragVerfasst am: 18.02.2011 13:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Paloma hat Folgendes geschrieben:
Hallo Mondblume,

deine Geschichte hat mich sehr berührt (bis zum Kloß im Hals) und das schafft eine Geschichte selten.
 
Sehr, sehr gerne gelesen
liebe Grüße
Monika


Danke, freut mich!


_________________
*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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