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Rascheln im Gras


 

 
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Andi Fontäne
Schreiberling

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Juan, der Bodyguard
BeitragVerfasst am: 07.02.2011 19:42    Titel: Rascheln im Gras eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein neues Szenario

Die horizontblaue Limousine hielt direkt vor dem Zeitschriftenladen. Ein kleiner Junge hüpfte aus dem unbedachten Wagen, rannte einmal herum und öffnete den Verschlag. Aus dem Auto fuhren zwei Soldatenstiefel und suchten sicheren Halt auf dem zerbombten Pflasterstein. Ein Mann in Uniform des amerikanischen Militärs stieg aus. Seine braunen, kräftigen Hände suchten in der Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen nachzerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Seine kräftigen Arme griffen den Koffer. Der Koffer, der alles beinhaltete, was Cotton besaß. Alles hatte er hinter sich gelassen. Doch seine olivgrüne Uniform war makellos. Man sah ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an. Nicht äußerlich.

Mit schweren Schritten steuerte Walter Cotton den Zeitschriftenladen an. Ein Mann trat ihm in den Weg, er wollte ihm etwas verkaufen. Doch Cotton sprach kein Deutsch. Noch nicht. Er würde es lernen müssen, wenn er Johanna Grundstein wirklich heiraten wollte. Er liebte sie. Er würde alles für sie tun. Vielleicht würde sie sich noch überreden lassen. Vielleicht würde sie mit ihm nach Amerika reisen. Vielleicht irgendwann, wenn er selbst wieder zurück kommen dürfte.
Der Mann wollte Cotton Taschentücher verkaufen.
„I’m not interested in it. Thank you!”
Der Mann wollte Cotton nicht aufhören zu belästigen. Cotton schob ihn mit einer kräftigen Armbewegung zur Seite. Im Zeitschriftenladen brauchte Cotton nur auf die Zigarettenmarke zu zeigen, die er haben wollte. Es war Mittwoch. Im Kino gegenüber lief ein Film, von dem Cotton schon mal gehört hatte.

Johanna Grundstein stand nackt vor dem Spiegel in ihrem Appartement und begutachtete sich. Ihr Körper war frei von zellularem Verfall. Sie war fünfundzwanzig. Hellblondes Haar lag schulterlang auf ihrem Oberkörper. Sie spielte mit ihren Brüsten. Ihre harten Nippel waren nicht von der defekten Heizung. Eine kühle Lust überkam sie, bei dem Gedanken daran, was die großen braunen Hände gleich mit ihr tun würden. Es konnte nicht mehr lange dauern. Sie fasste sich ungeduldig zwischen die Beine. Es schellte.
„Ja, Hallo?“
Im flüchtig übergeworfenen Bademantel stand sie vor der geschlossenen Haustüre und horchte. Keine Antwort.
„Wer ist da?“
Dann hörte sie es flüstern.
„Sie ist es!“
Die Türe wurde eingetreten. Hastig rannte Johanna zum alten Sekretär und zog an der Schiebetür. Sie klemmte. Sie klemmte schon seit Monaten. Doch sie hatte sich nicht darum gekümmert. Warum hatte sie sich nicht darum gekümmert? Er hatte es ihr gesagt. Cotton wusste, dass sie irgendwann kommen würden. Sie wusste, sie würden sie niemals in Ruhe lassen. Sie könnte sie alle vor den Richter kriegen. Alle. Sie hatte alles gesehen, konnte alles beweisen. Die Richter, die Morde, alles war in ihrem Kopf. Die Befehle. Sie wollte es nicht in ihrem Kopf haben, aber es hatte sie niemand gefragt. Das Schloss sprang auf, der Rollmechanismus schnappte und im der Schublade lag die geladene Magnum.
Poliertes Leder brach nun durch die maroden Holzbretter der Türe. Der Raum flackerte einige Male hell auf. Johanna atmete tief. Dann war Ruhe im Treppenhaus.

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Mr. Curiosity
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Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 08.02.2011 01:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andi Fontäne,

das ist aber sprachlich leider noch sehr unsicher geschrieben und eher ein Fall für die Werkstatt. Ich gehe es mal im einzelnen durch.

Zunächst etwas vielleicht stark subjektives:
Zitat:
Die horizontblaue Limousine hielt direkt vor dem Zeitschriftenladen.

Ich weiß, es wird oft empfohlen (in der Schreibwerkstatt übrigens auch, soweit ich mich entsinne), bei Farben sehr spezifisch zu sein. Ich rate dir eher, diesen Tipp nicht zu berücksichtigen. Man merkt viel zu stark den Autor dahinter, der sich krampfhaft um Bildlichkeit bemüht. Belass es bei "hellblau" oder einfach "blau".

Zitat:
Aus dem Auto fuhren zwei Soldatenstiefel und suchten sicheren Halt auf dem zerbombten Pflasterstein.


Sie "fuhren" aus dem Auto? Verstehe ich gerade nicht ganz.

Zwei Soldatenstiefel traten /stiegen heraus und suchten Halt auf dem zerbombten Pflasterstein.

Zitat:
Ein Mann in Uniform des amerikanischen Militärs stieg aus.


Gehören die Stiefel zu dem Mann? Warum belässt du es dann nicht bei diesem Satz?

Zitat:
Seine braunen, kräftigen Hände suchten in der Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen nachzerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Seine kräftigen Arme griffen den Koffer.


Dass seine Arme kräftig sind, könntest du auch daran deutlich machen, wie leicht er die Koffer trägt. Außerdem wiederholst du dich.

Er kramte in seiner Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen zerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Danach griff er sich den Koffer, welchen er kaum spürte.


Naja. Oder so ähnlich.

Zitat:
Der Koffer, der alles beinhaltete, was Cotton besaß. Alles hatte er hinter sich gelassen.


Das widerspricht sich doch.

Zitat:
Doch seine olivgrüne Uniform war makellos.


Wozu das "doch"? Wo findet sich hier ein Gegensatz?

Zitat:
Man sah ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an. Nicht äußerlich.


Man kann jemandem nur äußerlich etwas ansehen.
Man merkte ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an

Zitat:
Mit schweren Schritten steuerte Walter Cotton den Zeitschriftenladen an.


Er stampfte auf den Zeitschriftenladen zu.

Zitat:
Er würde es lernen müssen, wenn er Johanna Grundstein wirklich heiraten wollte. Er liebte sie. Er würde alles für sie tun.


Wäre es nicht eher erwähnenswert, wenn er sie nicht lieben würde? Kannst du dir schenken.

Zitat:
„I’m not interested in it. Thank you!”


So redet kein Schrank von einem amerikanischen Soldaten, sondern ein Touri  Laughing Ich glaube, der hält sich etwas wortkarger.
"No, thanks."
oder um den Ärger zu zeigen
"Piss off!"

Zitat:
Johanna Grundstein stand nackt vor dem Spiegel in ihrem Appartement und begutachtete sich. Ihr Körper war frei von zellularem Verfall.


lol2lol2  Die erste Feststellung, die man an einer Frau macht. Das muss ich mir echt als Kompliment merken.

Zitat:
Hellblondes Haar lag schulterlang auf ihrem Oberkörper.


Wie kann denn schulterlanges Haar auf dem Oberkörper liegen? Keine Ahnung wie weit man den Oberkörper fasst. Sind die Schultern ihr Oberkörper? Das arme Mädl.
Mann, das ist ein schräges Bild. Also sind ihre Brüste quasi an ihren Schultern, in der Mitte der Kopf und ihre Haare fallen zwischen die Brüste?
lol2  

----

Ich denke, du müsstest es nochmal überarbeiten.

Nichts für Ungut
David


_________________


"Wenn du Schriftsteller sein willst, dann sag, dass du der Beste bist ...
Aber nicht, solange es mich gibt, kapiert?! Es sei denn, du willst das draußen austragen."

(Ernest Hemingway in "Midnight in Paris")
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Andi Fontäne
Schreiberling

Alter: 31
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Juan, der Bodyguard
BeitragVerfasst am: 09.02.2011 15:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Curiosity & Danke fürs Feedback!

Auf einiges möchte ich kurz Stellung nehmen:




Zitat:
Die horizontblaue Limousine hielt direkt vor dem Zeitschriftenladen.

Ich weiß, es wird oft empfohlen (in der Schreibwerkstatt übrigens auch, soweit ich mich entsinne), bei Farben sehr spezifisch zu sein. Ich rate dir eher, diesen Tipp nicht zu berücksichtigen. Man merkt viel zu stark den Autor dahinter, der sich krampfhaft um Bildlichkeit bemüht. Belass es bei "hellblau" oder einfach "blau".

Warum soll horizontblau krampfhaft um Bildlichkeit bemüht sein? Finde, dass ist ein schönes Adjektiv. Hellblau wäre auch falsch. Horizontblau gibt dem Leser die Chance, seine Fantasie zu nutzen.


Zitat:
Aus dem Auto fuhren zwei Soldatenstiefel und suchten sicheren Halt auf dem zerbombten Pflasterstein.


Sie "fuhren" aus dem Auto? Verstehe ich gerade nicht ganz.

Zwei Soldatenstiefel traten /stiegen heraus und suchten Halt auf dem zerbombten Pflasterstein.

Heraustreten / steigen ist wieder das falsche Wort und gibt nicht das Bild wieder, was ich erzeugen möchte. Ich will da das erste betreten der Szene verstärken. Wie ein Bild: Zuerst die Stiefel ganz groß. Dann das zerbombte Straßenpflaster. Das ist eine wichtige Stelle, die Aufschluss über Ort und Zeit gibt.

Zitat:
Seine braunen, kräftigen Hände suchten in der Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen nachzerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Seine kräftigen Arme griffen den Koffer.


Dass seine Arme kräftig sind, könntest du auch daran deutlich machen, wie leicht er die Koffer trägt. Außerdem wiederholst du dich.

Er kramte in seiner Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen zerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Danach griff er sich den Koffer, welchen er kaum spürte.


Naja. Oder so ähnlich.

Diese Version erachte ich als Verschlechterung meiner Formulierung. Das er den Koffer kaum spürte könnte schließlich ebenso gut auf einen äußerst leichten Koffer hinweisen.
Seine kräftigen Arme… das ist ein starker Satz mit starken Worten (kräftig, greifen). Wohingegen dein Satz schwache, sensible Worte benutzt (kaum, spüren) und den Satz durch die lehrhafte Anwendung von „welchen“ auch intellektualisiert. Die Formulierung  verfälscht die gesamte Stimmung und Sprache. Ich denke, du hast generell einen anderen Geschmack, oder liest den Text mit der falschen Erwartung. Ich habe mich hier ein bisschen vom redundanten Schreibstil Walter Koeppens inspirieren lassen.


Zitat:
Der Koffer, der alles beinhaltete, was Cotton besaß. Alles hatte er hinter sich gelassen.


Das widerspricht sich doch.

Genauer hätte es auch heißen können „Alles andere hatte er hinter sich gelassen.“ Aber diese Formulierung zerstört die Redundanz und die charmant rustikale Wortwahl.  

Zitat:
Doch seine olivgrüne Uniform war makellos.


Wozu das "doch"? Wo findet sich hier ein Gegensatz?

Im Gegensatz zu seinem scheinbar unmittelbar zurückliegenden Schicksalsschlag. Zumindest hat der Fremde ja nur noch die Sachen in seinem Koffer. Im zweiten Abschnitt wird noch genauer angedeutet, dass irgendwas in seiner Heimat in nicht zurück kommen lassen kann. Doch all diesen Strapazen zum Trotz, ist seine Uniform, sein Äußerliches, noch tadellos.

Zitat:
Man sah ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an. Nicht äußerlich.


Man kann jemandem nur äußerlich etwas ansehen.
Man merkte ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an

Stimmt! So kann man es sehen.

Zitat:
Mit schweren Schritten steuerte Walter Cotton den Zeitschriftenladen an.


Er stampfte auf den Zeitschriftenladen zu.

Warum soll er stampfen? Stampfen ist ja noch was anderes, als mit schweren Schritten zu gehen.

Zitat:
Er würde es lernen müssen, wenn er Johanna Grundstein wirklich heiraten wollte. Er liebte sie. Er würde alles für sie tun.


Wäre es nicht eher erwähnenswert, wenn er sie nicht lieben würde? Kannst du dir schenken.


Ich denke, dass er sie liebt, ist eine wichtige Information.


Zitat:
„I’m not interested in it. Thank you!”


So redet kein Schrank von einem amerikanischen Soldaten, sondern ein Touri  Laughing Ich glaube, der hält sich etwas wortkarger.
"No, thanks."
oder um den Ärger zu zeigen
"Piss off!"

Der Charakter ist leider niemand, der so reagieren würde. No, thanks. Kann man auch benutzten, joa, warum nicht? Der lange Satz wirkt tatsächlich ein wenig gestelzt.

Zitat:
Johanna Grundstein stand nackt vor dem Spiegel in ihrem Appartement und begutachtete sich. Ihr Körper war frei von zellularem Verfall.


lol2lol2  Die erste Feststellung, die man an einer Frau macht. Das muss ich mir echt als Kompliment merken.

Hier habe ich wohl zwei Sprachen gemixt! wink

Zitat:
Hellblondes Haar lag schulterlang auf ihrem Oberkörper.


Wie kann denn schulterlanges Haar auf dem Oberkörper liegen? Keine Ahnung wie weit man den Oberkörper fasst. Sind die Schultern ihr Oberkörper? Das arme Mädl.
Mann, das ist ein schräges Bild. Also sind ihre Brüste quasi an ihren Schultern, in der Mitte der Kopf und ihre Haare fallen zwischen die Brüste?
lol2  

Die Schultern sind Teil des Oberkörpers. Somit können schulterlange Haare auf dem Oberkörper liegen.


Ich danke für deine Zeit.

Grüße
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Ernst Clemens
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BeitragVerfasst am: 09.02.2011 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

hallo andi,

ich finde es gut, wenn du dir gedanken machst über das, was du schreibst. allerdings wirken deine "erläuterungen" zu den einzelnen kritikpunkten auf mich so, als ob du hinterher eine rechtfertigung für deinen text / stil suchen würdest. es kommt nicht gaubhaft rüber.

dein text wirkt auf den leser, der deine intensionen nicht kennt (z.b. auf mich) gestelzt und mit zum teil unpassenden bildern bestück. die meisten punkte, die curiosity erwähnt, sehe ich ähnlich.

außerdem bin ich über den schluß gestolpert:

[quote]Die Türe wurde eingetreten (der unbekannte steht also jetzt in der wohnung) . Hastig rannte Johanna zum alten Sekretär und zog an der Schiebetür. Sie klemmte. Sie klemmte schon seit Monaten. Doch sie hatte sich nicht darum gekümmert. Warum hatte sie sich nicht darum gekümmert? (das gefällt mir gut: du dehnst diesen "augenblick" mit dem ziel, spannung aufzubauen). Er hatte es ihr gesagt. Cotton wusste, dass sie irgendwann kommen würden (SIE sind also mehrere menschen). Sie (ist SIE = johanna?) wusste, sie würden sie niemals in Ruhe lassen (wer lässt nun wen nicht in ruhe?) . Sie könnte sie alle vor den Richter kriegen (hier ist SIE wieder in der einzahl) . Alle. Sie hatte alles gesehen, konnte alles beweisen. Die Richter, die Morde, alles war in ihrem Kopf (in wessen kopf?). Die Befehle. Sie wollte es nicht in ihrem Kopf haben, aber es hatte sie niemand gefragt (welche frage?) . Das Schloss sprang auf, der Rollmechanismus schnappte und im in der Schublade lag die geladene Magnum.
Poliertes Leder brach nun durch die maroden Holzbretter der Türe. (der unbekannte steht doch schon in der wohnung! und was ist LEDER in diesem zusammenhang?) Der Raum flackerte einige Male hell auf (im raum flackerte es auf - weil geschossen wurde). Johanna atmete tief. Dann war Ruhe im Treppenhaus (in der wohnung) .[/quote]

vielleicht wäre es gut, wenn du den text in die werkstatt verschieben würdest (mod darum bitten!), dann könntest du noch weitere meinungen / ideen / anregungen bekommen.

herzliche grüße
ernst
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Ernst Clemens
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BeitragVerfasst am: 09.02.2011 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

noch etwas: wo ist der zusammenhang zwischen titel und text?

ernst
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Andi Fontäne
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Juan, der Bodyguard
BeitragVerfasst am: 09.02.2011 17:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

[quote="Ernst Clemens"]hallo andi,

ich finde es gut, wenn du dir gedanken machst über das, was du schreibst. allerdings wirken deine "erläuterungen" zu den einzelnen kritikpunkten auf mich so, als ob du hinterher eine rechtfertigung für deinen text / stil suchen würdest. es kommt nicht gaubhaft rüber.

dein text wirkt auf den leser, der deine intensionen nicht kennt (z.b. auf mich) gestelzt und mit zum teil unpassenden bildern bestück. die meisten punkte, die curiosity erwähnt, sehe ich ähnlich.

außerdem bin ich über den schluß gestolpert:

Zitat:
Die Türe wurde eingetreten (der unbekannte steht also jetzt in der wohnung) . Hastig rannte Johanna zum alten Sekretär und zog an der Schiebetür. Sie klemmte. Sie klemmte schon seit Monaten. Doch sie hatte sich nicht darum gekümmert. Warum hatte sie sich nicht darum gekümmert? (das gefällt mir gut: du dehnst diesen "augenblick" mit dem ziel, spannung aufzubauen). Er hatte es ihr gesagt. Cotton wusste, dass sie irgendwann kommen würden (SIE sind also mehrere menschen). Sie (ist SIE = johanna?) wusste, sie würden sie niemals in Ruhe lassen (wer lässt nun wen nicht in ruhe?) . Sie könnte sie alle vor den Richter kriegen (hier ist SIE wieder in der einzahl) . Alle. Sie hatte alles gesehen, konnte alles beweisen. Die Richter, die Morde, alles war in ihrem Kopf (in wessen kopf?). Die Befehle. Sie wollte es nicht in ihrem Kopf haben, aber es hatte sie niemand gefragt (welche frage?) . Das Schloss sprang auf, der Rollmechanismus schnappte und im in der Schublade lag die geladene Magnum.
Poliertes Leder brach nun durch die maroden Holzbretter der Türe. (der unbekannte steht doch schon in der wohnung! und was ist LEDER in diesem zusammenhang?) Der Raum flackerte einige Male hell auf (im raum flackerte es auf - weil geschossen wurde). Johanna atmete tief. Dann war Ruhe im Treppenhaus (in der wohnung) .[/quote]

vielleicht wäre es gut, wenn du den text in die werkstatt verschieben würdest (mod darum bitten!), dann könntest du noch weitere meinungen / ideen / anregungen bekommen.

herzliche grüße
ernst


Hi,

zum Verständnis:

Die Türe ist im Begriff eingetreten zu werden. Ich hätte wohl besser schreiben sollen, dass begonnen wurde, die Türe einzutreten.

Zum zweiten Fall:
Cotton wusste, dass sie (die Leute vor der Türe) irgendwann kommen würden. Sie wusste, sie (die  Leute) würden sie (Johanna) niemals in Ruhe lassen. Sie (Johanna) könnte sie (die Leute) alle vor den Richter kriegen. Alle. Sie (Johanna) hatte alles gesehen, konnte alles beweisen. Die Richter, die Morde, alles war in ihrem Kopf. Die Befehle. Sie wollte es nicht in ihrem Kopf haben, aber es hatte sie niemand gefragt. (Ob sie es in ihrem Kopf haben will)

noch etwas: wo ist der zusammenhang zwischen titel und text?

Gibt eigentlich keinen wink
Aber schöner Titel, oder?

Danke, für dein Interesse und die Meinung.

Grüße
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Mr. Curiosity
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Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 09.02.2011 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Also, um es kurz und bündig zu fassen: Du lehnst 90 % der Verbesserungsvorschläge ab. Das steht dir natürlich frei. Nur warum stellst du es überhaupt rein? Natürlich ist das hier nicht die Werkstatt, nichtsdestotrotz hast du dabei doch immer noch die Absicht, dass dein Werk auch kritisiert wird (?)

Zitat:
Warum soll horizontblau krampfhaft um Bildlichkeit bemüht sein? Finde, dass ist ein schönes Adjektiv. Hellblau wäre auch falsch. Horizontblau gibt dem Leser die Chance, seine Fantasie zu nutzen.


Wie gesagt ist das ein subjektiver Punkt. Ich finde diese überspezifischen Farbbeschreibungen einfach irgendwie albern. Mal abgesehen davon, ist ein Horizont nicht unbedingt blau ...
Hellblau wirkt (für mich) weniger gekünstelt.

Zitat:
Heraustreten / steigen ist wieder das falsche Wort und gibt nicht das Bild wieder, was ich erzeugen möchte. Ich will da das erste betreten der Szene verstärken. Wie ein Bild: Zuerst die Stiefel ganz groß. Dann das zerbombte Straßenpflaster.


Denk doch mal nicht nur an das Bild, das du vor Augen hast, sondern mehr an das Kopfkino des Lesers. "Zwei Stiefel fahren aus dem Wagen" klingt einfach bescheuert. Und ich kapiere nicht, warum dein Verb nun so wichtig sein soll. Mein Vorschlag hat doch ebenfalls weiterhin die Stiefel und die Kulisse im Fokus.

Zitat:
Diese Version erachte ich als Verschlechterung meiner Formulierung. Das er den Koffer kaum spürte könnte schließlich ebenso gut auf einen äußerst leichten Koffer hinweisen.
Seine kräftigen Arme… das ist ein starker Satz mit starken Worten (kräftig, greifen). Wohingegen dein Satz schwache, sensible Worte benutzt (kaum, spüren) und den Satz durch die lehrhafte Anwendung von „welchen“ auch intellektualisiert.


Das ist doch totaler Blödsinn. Ich gebe gerne zu, dass mein Vorschlag auch nicht besonders gut war. Aber nur weil du das Wort "stark" benutzt, verwendest du doch noch kein starkes Wort. Und "welchen" ist nicht lehrhaft, sondern einfach eine Variation von den 08/15 - Relativpronomen. Solche Bemerkungen machen mich sauer. Ist denn direkt alles intellektuell, was nicht in der Alltagssprache abweicht?

Zitat:
Genauer hätte es auch heißen können „Alles andere hatte er hinter sich gelassen.“ Aber diese Formulierung zerstört die Redundanz und die charmant rustikale Wortwahl.


Hä? Wenn du in einem Satz schreibst, er habe alles in seinen Koffern und im nächsten er habe alles hinter sich gelassen, dann stimmt doch was nicht.

Zitat:
Warum soll er stampfen? Stampfen ist ja noch was anderes, als mit schweren Schritten zu gehen.


Gib "stampfen" mal bei Google ein und geh auf das Synonymwörterbuch. Dann schau mal auf den vierten Eintrag.

Zitat:
Ich denke, dass er sie liebt, ist eine wichtige Information.


Dass man jemanden heiratet, den man liebt, halte ich für den Normalfall. Wozu also noch erwähnen?

Zitat:
Die Schultern sind Teil des Oberkörpers. Somit können schulterlange Haare auf dem Oberkörper liegen.


Dann ist es trotzdem doppelt Gemoppelt. Schreib doch einfach, dass die Haare über die Schultern fallen und fertig.

Zitat:
Ich danke für deine Zeit.


Naja, warum? Du hast so gut wie alles abgelehnt. Ich saug mir die Kritikpunkte doch nicht aus den Fingern oder suche gezielt  Formulierungen, die nicht nach Schreibhandbüchern gehen. Ich habe Punkte aufgeschrieben, die mich persönlich beim Lesen eklatant gestört haben. Und da bin ich bestimmt nicht der einzige.
Ich habe die Punkte nochmal deutlich gemacht. Nimm, was du gebrauchen kannst.

Nichts für Ungut
David


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Gast3
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BeitragVerfasst am: 09.02.2011 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andi,

ich muss leider auch sagen, dass es an deiner Geschichte noch einiges zu feilen gäbe. Ob man bei Farben jetzt spezifisch sein soll oder nicht, weiß ich jetzt nicht, aber horizontblau in Zusammenhang mit einer Limousine finde ich eher schräg, noch dazu, wenn diese unbedacht ist.


Andi Fontäne hat Folgendes geschrieben:
Ein neues Szenario

Die horizontblaue Limousine hielt direkt vor dem Zeitschriftenladen. Ein kleiner Junge hüpfte aus dem unbedachten Wagen, rannte einmal herum und öffnete den Verschlag. Aus dem Auto fuhren zwei Soldatenstiefel (auch, wenn du diese Formulierung verteidigst, ist sie dennoch unpassend) und suchten sicheren Halt auf dem zerbombten Pflasterstein. Ein Mann in Uniform des amerikanischen Militärs stieg aus. Seine braunen, kräftigen Hände suchten in der Hosentasche nach Kleingeld für den Jungen, der seinen Koffer aus dem Wagen nachzerrte.
Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin. Seine kräftigen Arme griffen den Koffer. (Hier ist es auf Anhieb, finde ich, nicht klar, wer nun den Koffer greift. Vielleicht: Walter Cotton warf dem Kind ein paar Mark hin und griff mit kräftigen Armen nach dem Koffer.) Der Koffer, der alles beinhaltete, was Cotton besaß. Alles hatte er hinter sich gelassen. Doch seine olivgrüne Uniform war makellos. Man sah ihm die Strapazen der vergangenen Tage nicht an. Nicht äußerlich.

Mit schweren Schritten steuerte Walter Cotton den Zeitschriftenladen an. (Wenn du auch daran festhalten willst, eher ... steuerte auf den Zeitschriftenladen zu.) Ein Mann trat ihm in den Weg, er wollte ihm etwas verkaufen. Doch Cotton sprach kein Deutsch. Noch nicht. Er würde es lernen müssen, wenn er Johanna Grundstein wirklich heiraten wollte. Er liebte sie. Er würde alles für sie tun. Vielleicht würde sie sich noch überreden lassen. Vielleicht würde sie mit ihm nach Amerika reisen. Vielleicht irgendwann, wenn er selbst wieder zurück kommen dürfte.
Der Mann wollte Cotton Taschentücher verkaufen.
„I’m not interested in it. Thank you!”
Der Mann wollte Cotton nicht aufhören (Komma) ihn zu belästigen. Cotton schob ihn mit einer kräftigen Armbewegung zur Seite. Im Zeitschriftenladen brauchte Cotton nur auf die Zigarettenmarke zu zeigen, die er haben wollte. Es war Mittwoch. Im Kino gegenüber lief ein Film, von dem Cotton schon mal gehört hatte.

Johanna Grundstein stand nackt vor dem Spiegel in ihrem Appartement und begutachtete sich. Ihr Körper war frei von zellularem Verfall. Sie war fünfundzwanzig. Hellblondes Haar lag schulterlang auf ihrem Oberkörper. Sie spielte mit ihren Brüsten. Ihre harten Nippel waren (waren klingt schlecht, da muss ein anderes Verb her) nicht von der defekten Heizung. Eine kühle Lust überkam sie, bei dem Gedanken daran, was die großen braunen Hände gleich mit ihr tun würden. Es konnte nicht mehr lange dauern. Sie fasste sich ungeduldig zwischen die Beine. Es schellte.
„Ja, Hallo?“
Im flüchtig übergeworfenen Bademantel stand sie vor der geschlossenen Haustüre und horchte. Keine Antwort.
„Wer ist da?“
Dann hörte sie es flüstern. (Den Satz könntest du auch besser formulieren.)
„Sie ist es!“
Die Türe wurde eingetreten. Hastig rannte Johanna zum alten Sekretär und zog an der Schiebetür. Sie klemmte. Sie klemmte schon seit Monaten. Doch sie hatte sich nicht darum gekümmert. Warum hatte sie sich nicht darum gekümmert? Er hatte es ihr gesagt. Cotton wusste, dass sie irgendwann kommen würden. Sie wusste, sie würden sie niemals in Ruhe lassen. Sie könnte sie alle vor den Richter kriegen. Alle. Sie hatte alles gesehen, konnte alles beweisen. Die Richter, die Morde, alles war in ihrem Kopf. Die Befehle. Sie wollte es nicht in ihrem Kopf haben, aber es hatte sie niemand gefragt. Das Schloss sprang auf, der Rollmechanismus schnappte und im der Schublade lag die geladene Magnum.
Poliertes Leder brach nun durch die maroden Holzbretter der Türe. Der Raum flackerte einige Male hell auf. Johanna atmete tief. Dann war Ruhe im Treppenhaus.


Tut mir leid, so richtig springt mich die Geschichte jetzt nicht an, aber das könnte durchaus noch werden smile

Lieben Gruß
schneestern


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Alter: 31
Beiträge: 275



Juan, der Bodyguard
BeitragVerfasst am: 07.09.2012 14:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das dünne Mädchen an der Stange war Lola. Lola. Alle alten Männer mochten Lola. Sie drehte sich um die Stange. Ihre Gedanken flogen aus dem Raum. Washington würde sie bald mitnehmen. Er würde kommen. Sie dachte nur an ihn, dachte an sein amerikanisches, stabiles Lächeln. Die breiten Zahnreihen, wie sie Lola zuflüsterten: „Amerika“.
An der Strange tanzte Lola und dann ging die Tür auf. Ein Mann mit großen, schwarzen Reitstiefeln und Peitsche in der Hand sucht den Raum ab. Er sucht und er findet: Lola! Sein Zeigefinger schlägt in ihre Richtung und dann stürmen sie herein: Bewaffnete Special-Soldiers, die keine Gnade, kein Mitleid, kein gar nichts kennen. Und sie zerren Lola von der Strange, sie wehrt sich, will noch einen letzten Schwung vollführen, einen letzten Schwung, in Freiheit. Dann wird sie auf die Straße gezerrt, an ihrer Haut nur die Uniform der leichten Mädchen. Ihr rotes Haar stopft der große Mann mit den Reitstiefeln ins Auto. Dann klackt die Türe und abfahrt. Irgendwo hört Lola ein Flüstern: „Amerika“.


Johanna Grundstein atmete, als hätte sie das lange nicht mehr gekonnt. Sie lebte. Sie war Überlebende. Aber würde nun Ruhe sein? Bestimmt nicht! Walter Cotton… er würde sie beschützen. Von jetzt an, würde sie jedes seiner Worte befolgen, als wären es ihre tiefsten eigenen Wünsche. Und Johanna mühte sich hoch, klopfte sich frei vom Schutt des Angriffs. Der Staubt flog im Zimmer wie Vulkanasche. Und dann ging noch ein Schuss. Diesmal war er für Johanna bestimmt und er bohrte sich fleißig in sie rein, wie ein Spieß, ein glühendes Eisen. Und sie fällt auf den Boden, lässt den Staub im Zimmer tanzen, wie Schneeflocken im Winter, oder eben Vulkanasche.

Willkürlicher Zwischenteil

„Die Liebe brannte heiß in seinem Herzen
Ruby war ein Mann der wusste, was die Herde will
Er ist kühl und dunkel und beliebt zu scherzen
Schmeiß die Bombe wieder in den Horizont
Zurück

Und es war Juli oder Februar oder Mai
Ruby Rockafella, frisch aus dem Ei
Internationaler Stress an allen Grenzen
Welt- Welt- Krieg Nummer Nummer Zwei

Erst kämpfte Team Blau gegen Braun
Danach kämpfte Team Rot gegen Blau
Wir sind alle tot und hängen vorm Radio
Der ganze Globus ist ein einziges Stadion“

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Nina
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BeitragVerfasst am: 07.09.2012 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Andi Fontäne hat Folgendes geschrieben:
Das dünne Mädchen an der Stange war Lola. Lola. Alle alten Männer mochten Lola. Sie drehte sich um die Stange. UND Ihre Gedanken flogen aus dem Raum. Washington würde sie bald mitnehmen. Er würde kommen. Sie dachte nur an ihn, dachte an sein amerikanisches, stabiles Lächeln. Die breiten Zahnreihen, wie sie DIE Lola zuflüsterten: „Amerika“.

An der Strange tanzte Lola und dann ging die Tür auf. Ein Mann mit großen, schwarzen Reitstiefeln und Peitsche in der Hand sucht den Raum ab. (TEMPUSWECHSEL!) Er sucht und er findet: Lola! Sein Zeigefinger schlägt in ihre Richtung und dann stürmen sie herein: Bewaffnete Special-Soldiers, die keine Gnade, kein Mitleid, kein gar nichts kennen. Und sie zerren Lola (WEG) von der Strange, sie wehrt sich, will noch einen letzten Schwung vollführen (einen Schwung vollführt man nicht), einen letzten Schwung, in Freiheit. Dann wird sie auf die Straße gezerrt, an ihrer Haut nur die Uniform der leichten Mädchen. Ihr rotes Haar stopft der große Mann mit den Reitstiefeln ins Auto. Dann klackt die Türe und abfahrt Satz! Wort!. Irgendwo hört Lola ein Flüstern: „Amerika“.


Johanna Grundstein atmete, als hätte sie das lange nicht mehr gekonnt. Sie lebte. Sie war [eine] Überlebende. Aber würde nun Ruhe sein? Bestimmt nicht! Walter Cotton… er würde sie beschützen. Von jetzt an, würde sie jedes seiner Worte befolgen, als wären es ihre tiefsten eigenen Wünsche. Und Johanna mühte sich hoch, klopfte sich frei vom Schutt des Angriffs (???? SATZ!). Der Staubt STAUB flog im Zimmer [umher] wie Vulkanasche. Und dann ging noch ein Schuss. Diesmal war er für Johanna bestimmt und er bohrte sich fleißig in sie rein [evtl. "hinein" ist aber nicht wirklich erforderlich - geht auch ohne], wie ein Spieß, ein glühendes Eisen. Und sie fällt auf den Boden, lässt den Staub im Zimmer tanzen -> der Staub tanzte im Zimmer wie Asche, wie Schneeflocken im Winter, oder eben Vulkanasche.
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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 08.09.2012 12:59    Titel: aw:teil2lola Antworten mit Zitat

Hallo Andi,

eine intensive packende Szene ist das, die Neugier auf mehr macht.
Mir gefällt der kurze, fiebrig flackernde, raue und gefühlvolle, bildlich anschauliche Erzählton, der zuweilen poetisch klingt. Die Atmosphäre und das Milieu der Figuren erinnern mich ein wenig an die "Dreigroschenoper". Das Morbide, Verdorbene und zugleich die Suche nach etwas Wärme, einem Halt in einer immer unsicheren Welt.

Leider bleibt vieles nur angerissen, skizzenhaft und holpert sprachlich noch. Z.B. die vielen "Unds" am Satzanfang und teils bemühte Formulierungen wie "sie mühte sich hoch". Außerdem überflüssige Füllwörter wie die "fleißig" sich in einen Körper bohrende Patrone, das muss m.E. nicht so detalliert ausgeschmückt werden.
Die ständigen Wechsel in den Zeitformen verwirren, lassen beim Lesen immer wieder stocken; entweder nur in der Vergangenheit mit Rückblenden oder in der Gegenwartsform schreiben und damit das Vergangene dicht heranholen.

Mir ist auch nicht klar, ob Lola Johanna ist, die als Bartänzerin arbeitet und knapp überlebt oder doch schon tot? Und die ganze Geschichte bereits Vergangenheit?

Gute Idee, den Prosatext mit einem Gedicht zu verknüpfen, nur müsste noch deutlicher werden, wer da spricht, der Typ in Uniform, der alles hinter sich gelassen hat und von einer zur nächsten Katastrophe in der Welt reist?   

Soweit meine Gedanken dazu. Kannst Du sicher noch weiter dran arbeiten und verfeinern.

Frohes Schaffen wünscht Dir
Lilli


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Andi Fontäne
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Juan, der Bodyguard
BeitragVerfasst am: 08.09.2012 14:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,

es ist Welt- Weltkrieg Nummer- Nummer Zwei und nicht nur die Häuser, nein, auch die Sprache wurde total zerbombt. Alles in Fetzen gerissen. Und so ist auch die Geschichte. Little Fetzen.

Und ob Gegenwart- oder Vergangenheitsform... macht es wirklich einen Unterschied?

Aber mal im Ernst...
Frag nicht was Du dabei lernst!
Frag, was Dein Land für Dich lernen kann!
Mache ein Ausrufezeichen - ! -
Mache ein Fragezeichen - ? -
Klicke-di-klack!
Ruby Rockafella... spittet auf Crack
Auf dem miesesten Crack
Dem billigsten Crack
Und er ist US-Soldat
Der superste Star
Den die Welt je gesehen...
Alles war grad so im Entstehen
In dieser Geschichte
wird exclusively Wahrheit berichtet
Von Helden und -innen
Im Kampf gegen Rechtes Gesinnen
Und auch manch Finnen und -innen
Denn die sind ganz bös'
Die Finnen und -innenen, die spinnenen
Innenen drinnenen is truth!
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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1162
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 08.09.2012 16:15    Titel: aw:szenen Antworten mit Zitat

Hallo Andi,

ok eine Geschichte mit viel Zündstoff also...
Eine schöne Mischung aus Zorn, Witz und Poesie über die Welt, die Misere, in der wir leben und was daraus folgt?
Der Wahnwitz kann sich duchaus in der Sprache und Form widerspiegeln, der Inhalt und Erzählstruktur sollten aber dennoch erkennbar und vor allem verständlich für den Leser sein.

Viele Grüße,
Lilli


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Rübenach
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2308



BeitragVerfasst am: 08.09.2012 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Andi Fontäne hat Folgendes geschrieben:


(...), du hast generell einen anderen Geschmack, oder liest den Text mit der falschen Erwartung. Ich habe mich hier ein bisschen vom redundanten Schreibstil Walter Koeppens inspirieren lassen.


Ernst Clemens hat Folgendes geschrieben:
noch etwas: wo ist der zusammenhang zwischen titel und text?

ernst


Andi Fontäne hat Folgendes geschrieben:


Gibt eigentlich keinen wink
Aber schöner Titel, oder?
Grüße


Also, wenn der oben genannte Walter Wolfgang heißen würde, dann wäre der Titel eine Anspielung auf den Roman "Tauben im Gras".
Dieser Roman beginnt ebenfalls mit einem GI, der unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg nach München (war es München?) kommt.

Zwischen dem Schreibstil Koeppens und Fontänes gibt es aber gewisse Unterschiede, welche man gemeinhin als "Welten" bezeichnet.

LG Rübenach


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"Von Literatur verstehen Autoren so viel wie Vögel von Ornithologie." (Marceel Reich-Ranicki)

„Ist es nicht idiotisch, sieben oder gar acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann?“ (Mark Twain)
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