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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Als das Christkind einmal krank wurde


 

 
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MadameMimm
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 17:48    Titel: Als das Christkind einmal krank wurde eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Mitschreiber,

ich weiß, Weihnachten ist vorbei ... Aber meine Weihnachtsgeschichte soll in einer Anthologie veröffentlicht werden, und nun möchte ich euch um Tips und Verbesserungsvorschläge bitten, damit sie nahezu perfekt wird!
Vielen Dank für eure Zeit und eure Mühe.


Als das Christkind einmal krank wurde


„Himmel noch eins! Jetzt haben wir den Salat!“ Verzweifelt starrte Petrus auf das schniefende Häuflein Elend zu seinen Füßen.
Das Christkind stand mit triefender Nase und fiebrigen Augen vor ihm. „Mir geht’s gut“, nuschelte es, bevor es von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt wurde.
„Nix da! Du gehörst ins Bett!“
„Aber es ist Heiligabend“, krächzte das Christkind verzweifelt.
„Das weiß ich. Trotzdem kannst du mit dieser Erkältung keine Geschenke verteilen. Ab ins Bett mit dir, und keine Widerrede!“ Das Christkind trottete mit hängenden Schultern davon.
Petrus sackte hinter seinem Schreibtisch auf den Stuhl und hielt sich den Kopf. Ein krankes Christkind hatte es noch nie gegeben, das war eine Katastrophe!
Moment mal, Katastrophe? Er sprang auf und begann eilig, die schweren Ordner im Regal zu durchsuchen. Ablage „K“.
„Katastrophen-Einsatzplan: Für die folgenden Katastrophen finden Sie in den entsprechenden Registern ein Merkblatt zur Abwendung derselben.“
Dann folgte eine Aufzählung aller erdenklichen Unglücke von A wie Autounfall (Schutzengelregister 1-24) bis Z wie Zornausbrüche (Friedensengelregister 7-48).
Unter C wie „Christkind“ fand er nur einen kurzen Vermerk.
„In Zusammenhang mit dem Christkind gibt es keine Katastrophen. Demzufolge existiert auch kein Notfallplan.“ Mit steifen Bewegungen stellte Petrus den Ordner wieder an seinen Platz und stakste zurück zu seinem Stuhl. „Das ist eine Katastrophe“, flüsterte er fassungslos.

„Klara, Darius, beeilt euch! Die Weihnachtsmesse fängt gleich an!“
„Ja doch, wir kommen ja schon! Kann denn diese blöde Messe nicht einmal ausfallen?“ Darius zog sich murrend die Jacke über. „Wenn wir die Bescherung gleich durchziehen, bleibt mir viel mehr Zeit, um mit den Geschenken zu spielen.“
„Aber Liebling. Du weißt doch, dass das Christkind nur dann zu uns kommen kann, wenn wir in der Kirche sind.“ Mutter wuschelte Darius durchs Haar.
„Mama! Ich bin elf! Glaubst du, ich weiß nicht, wie das läuft? Komm mir nicht mit dem Märchen vom Christkind!“
„Darius, was sagst du denn da?“ Klara sah ihren vier Jahre älteren Bruder erschrocken an. „Das Christkind gibt’s in echt, damit du`s nur weißt. Bei meiner Freundin Isabell hat es im letzten Jahr Engelsstaub auf dem Fensterbrett verloren. Mama! Sag` ihm, dass ich recht hab`!“
Darius schnaubte verächtlich und ließ seine kleine Schwester stehen. Papa wartete bereits vor der Haustür und trieb seine Familie zur Eile an.

Die Christmette war sehr feierlich und sogar Darius folgte seiner Familie nach dem Schlusssegen voller Ehrfurcht nach Hause. Jesus, der als Mensch geboren wird, das war schon eine geniale Nummer vom lieben Gott. Trotzdem: jetzt freute er sich auf die Geschenke! Zu Hause wurden die Kinder erst einmal bis zum Glöckchen läuten auf ihr Zimmer geschickt. Klara zappelte nervös herum, Darius ging das langsam auf die Nerven. Wo blieb das Glöckchen? Er hatte sich in diesem Jahr ein Skateboard und eine Wii gewünscht und brannte darauf, sich diese Schätze unter den Nagel zu reißen. „Klingeling“. Na endlich! Er stieß Klara zur Seite, die schon an der Tür war und rannte die Treppe nach unten. Vor der Wohnzimmertür standen seine Eltern. „So ihr Beiden. Jetzt wird’s spannend. Dann lasst uns mal sehen, was das Christkind gebracht hat.“ Mit diesen Worten öffnete Papa die Tür. Im Zimmer war es, bis auf den Schein der Straßenlaterne vor dem Fenster, dunkel. Der Weihnachtsbaum stand als schwarze Shilouette in einer Ecke. Keine Kerze brannte. „Was soll das denn bedeuten?“ Vater starrte ins Dunkel. Darius drückte den Lichtschalter. „Wo sind die Geschenke?“ Er stürmte zum Baum, kniete sich davor und suchte unter den Zweigen nach den Paketen. Nichts! Kein einziges Päckchen zu sehen. Auch Klara war näher getreten. „Da hängt ein Zettel am Baum, Mama“! rief sie plötzlich. Mama nahm in herunter und las:
Liebe Erdenbewohner,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Christkind mit Fieber im Bett liegt und deshalb in diesem Jahr keine Geschenke verteilen kann. Wir bedauern dieses Unglück zutiefst und wünschen Ihnen trotzdem einen schönen Weihnachtsabend. Alle Wünsche werden in unserer Weihnachtsabteilung für das kommende Jahr aufgehoben. Wenn Sie Änderungen Ihrer Bestellung vornehmen wollen, senden Sie uns den aktuellen Wunschzettel an bekannte Adresse bis zum 31.12.
Es grüßt Sie herzlich, Fidelia Gabenfein (Abteilung Verpackungsservice)

Darius bekam einen roten Kopf. „Mama, Papa, dieser Quatsch ist echt nicht lustig. Ich will jetzt meine Geschenke haben! – Bitte“, fügte er hinzu und blickte seine Eltern herausfordernd an. Beide schwiegen und schauten mit großen Augen auf den Brief. Langsam dämmerte Darius, dass es vielleicht doch kein Scherz gewesen war. Aber das würde ja bedeuten, dass es das Christkind wirklich gab?
„Was machen wir denn jetzt, Mama?“ Klaras Frage riss Vater aus seiner Erstarrung. „So was hab ich noch nie erlebt. Hat jemand eine Idee?“
„Die Kerzen anzünden.“ Mutter zippte das Feuerzeug an und nach kurzer Zeit erstrahlte der Baum in festlichem Glanz.
„Wir könnten Weihnachtslieder singen“, schlug Klara vor. Alle stöhnten auf. Aber weil keiner eine bessere Idee hatte, stimmten sie schließlich gemeinsam „Stille Nacht“ an. Die getragene Melodie stahl sich leise in ihre Herzen und als das Lied zu Ende war, bemerkten sie, dass sie sich alle bei der Hand hielten. Lächelnd setzten sie sich daraufhin vor den Baum. Papa erzählte eine Geschichte, Mama holte die Plätzchen. Darius brachte eines der alten Gesellschaftsspiele und mit viel Gelächter erzählte, spielte und sang die Familie bis tief in die Nacht.
Als später alle schliefen schlich sich Darius noch einmal ins Wohnzimmer, holte Papier und Bleistift und schrieb:
„Liebes Christkind,
es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Ich hoffe, du wirst bald wieder gesund. Mach dir aber bitte keinen Stress wegen der Geschenke. Der Abend mit Mama, Papa und Klara war auch ohne deine Gaben wunderschön! Ich wünsche Dir gute Besserung. Liebe Grüße, Darius.



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Hexliche Grüße von Tanja
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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mimm

Musst du dich für dieses Buch qualifizieren, oder ist der Text, so wie er da steht, bereits angenommen worden. Das lese ich nicht aus deinen Zeilen.

Wenn es ein Wettbewerb ist, dann bekommst du eine gnadenlose Kritik von mir, denn ich streich dir so viel weg, dass am Ende eigentlich nur noch die Idee übrig bleibt. Wenn du damit leben kannst, dann sag es, wenn nicht, dann lass ich es. Die Idee ist gut, obwohl ich glaube, etwas in der Art schon einmal gelesen zu haben.

Grüße
Sibirier
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MadameMimm
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 19:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein Hallo dem Sibirier,

es ist kein Wettbewerb. Die Geschichte wurde so angenommen.  Ich habe aber die Erlaubnis, daran so viel zu ändern / zu verbessern, wie ich möchte. Mir geht es hauptsächlich darum, sie wirklich perfekt zu machen. Also: bitte schone mich nicht, nimm das Ding auseinander, aber denke dabei bitte an meine Zielgruppe: Kindergartenkinder von 4 (oder 5) bis zum Schuleintritt / 1. Klasse. Und - DANKE (für den Fall, dass ich nach deinem Kommentar sprachlos sein sollte).
Du machst mir Angst ...  Wink


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derSibirier
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Keine Sorge, liebe Mimm, ich denke an das Alter der Zielgruppe. Lächle, du  aber scheinst es hie und da vergessen zu haben.

Zitat:
„Himmel noch eins! Jetzt haben wir den Salat!“ Verzweifelt starrte Petrus auf das schniefende Häuflein Elend zu seinen Füßen.
Das Christkind stand mit triefender Nase und fiebrigen Augen vor ihm. „Mir geht’s gut“, nuschelte es, bevor es von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt wurde.
„Nix da! Du gehörst ins Bett!“
„Aber es ist Heiligabend“, krächzte das Christkind verzweifelt.
„Das weiß ich. Trotzdem kannst du mit dieser Erkältung keine Geschenke verteilen. Ab ins Bett mit dir, und keine Widerrede!“ Das Christkind trottete mit hängenden Schultern davon.

Wenn du eine Kindergeschichte anfängst, dann musst du zuerst einmal schreiben, wo die Handlung überhaupt spielt. Und das müsste doch eigentlich im Himmel sein. Das ist aber nicht das Schlimme an diesem Einstieg, sondern die Tatsache, dass du das Christkind zu einem Knecht von Petrus machst. Das Christkind ist für ein Kind das Gotteskind, und für ein Kind deiner Altersgruppe dreimal so viel wert, wie der liebe Gott. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Schilderung bei vielen Kindern auf Widerstand stoßen wird, weil da eine Welt zusammenbrechen könnte.

Zitat:
Moment mal, Katastrophe? Er sprang auf und begann eilig, die schweren Ordner im Regal zu durchsuchen. Ablage „K“.
„Katastrophen-Einsatzplan: Für die folgenden Katastrophen finden Sie in den entsprechenden Registern ein Merkblatt zur Abwendung derselben.“
Dann folgte eine Aufzählung aller erdenklichen Unglücke von A wie Autounfall (Schutzengelregister 1-24) bis Z wie Zornausbrüche (Friedensengelregister 7-48). Unter C wie „Christkind“ fand er nur einen kurzen Vermerk.
„In Zusammenhang mit dem Christkind gibt es keine Katastrophen. Demzufolge existiert auch kein Notfallplan.“ Mit steifen Bewegungen stellte Petrus den Ordner wieder an seinen Platz und stakste zurück zu seinem Stuhl. „Das ist eine Katastrophe“, flüsterte er fassungslos.

Wenn du das einem Hosenscheißer vorliest, dann verdreht er die Augen und schreit nach seiner Mami, da kannst du dir aber sicher sein, denn er versteht kein Wort oder zumindest nur jedes zweite von deinem Paragraphendialekt.

Zitat:
„Klara, Darius, beeilt euch! Die Weihnachtsmesse fängt gleich an!“
„Ja doch, wir kommen ja schon! Kann denn diese blöde Messe nicht einmal ausfallen?“ Darius zog sich murrend die Jacke über. „Wenn wir die Bescherung gleich durchziehen, bleibt mir viel mehr Zeit, um mit den Geschenken zu spielen.“
„Aber Liebling. Du weißt doch, dass das Christkind nur dann zu uns kommen kann, wenn wir in der Kirche sind.“ Mutter wuschelte Darius durchs Haar.
„Mama! Ich bin elf! Glaubst du, ich weiß nicht, wie das läuft? Komm mir nicht mit dem Märchen vom Christkind!“
„Darius, was sagst du denn da?“ Klara sah ihren vier Jahre älteren Bruder erschrocken an. „Das Christkind gibt’s in echt, damit du`s nur weißt. Bei meiner Freundin Isabell hat es im letzten Jahr Engelsstaub auf dem Fensterbrett verloren. Mama! Sag` ihm, dass ich recht hab`!“
Darius schnaubte verächtlich und ließ seine kleine Schwester stehen. Papa wartete bereits vor der Haustür und trieb seine Familie zur Eile an.

Und hier kommt Darius ins Spiel. Durchgehend im ganzene Text beschreibst du da einen recht verwöhnten Fratz, seinen Aussagen nach, ist er bereits in der pubertierenden Phase. Dieser Kindcharakter ist dir sehr misslückt. Er ist frech und alles mögliche und am Schluss schreibt er einen Brief an das Christkind, weil an das glaubt er natürlich noch immer, obwohl er schon beinahe Brusthaare hat. Das geht doch nicht. Das Kind musst du mit dem Alter viel jünger halten, sieben-acht, aber allerhöchstens.

Zitat:
Die Christmette war sehr feierlich und sogar Darius folgte seiner Familie nach dem Schlusssegen voller Ehrfurcht nach Hause. Jesus, der als Mensch geboren wird, das war schon eine geniale Nummer vom lieben Gott. Trotzdem: jetzt freute er sich auf die Geschenke! Zu Hause wurden die Kinder erst einmal bis zum Glöckchen läuten auf ihr Zimmer geschickt. Klara zappelte nervös herum, Darius ging das langsam auf die Nerven. Wo blieb das Glöckchen? Er hatte sich in diesem Jahr ein Skateboard und eine Wii gewünscht und brannte darauf, sich diese Schätze unter den Nagel zu reißen. „Klingeling“. Na endlich! Er stieß Klara zur Seite, die schon an der Tür war und rannte die Treppe nach unten. Vor der Wohnzimmertür standen seine Eltern. „So ihr Beiden. Jetzt wird’s spannend. Dann lasst uns mal sehen, was das Christkind gebracht hat.“ Mit diesen Worten öffnete Papa die Tür. Im Zimmer war es, bis auf den Schein der Straßenlaterne vor dem Fenster, dunkel. Der Weihnachtsbaum stand als schwarze Shilouette in einer Ecke. Keine Kerze brannte. „Was soll das denn bedeuten?“ Vater starrte ins Dunkel. Darius drückte den Lichtschalter. „Wo sind die Geschenke?“ Er stürmte zum Baum, kniete sich davor und suchte unter den Zweigen nach den Paketen. Nichts! Kein einziges Päckchen zu sehen. Auch Klara war näher getreten. „Da hängt ein Zettel am Baum, Mama“! rief sie plötzlich. Mama nahm in herunter und las:  

Die Christmette ist total überflüssig, diesen ganzen Absatz hast du mit so wenig Gefühl geschrieben, dass man meinen könnte, man sei bei den Flodders, oder wie sich die nennen.
Zitat:

Liebe Erdenbewohner,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Christkind mit Fieber im Bett liegt und deshalb in diesem Jahr keine Geschenke verteilen kann. Wir bedauern dieses Unglück zutiefst und wünschen Ihnen trotzdem einen schönen Weihnachtsabend. Alle Wünsche werden in unserer Weihnachtsabteilung für das kommende Jahr aufgehoben. Wenn Sie Änderungen Ihrer Bestellung vornehmen wollen, senden Sie uns den aktuellen Wunschzettel an bekannte Adresse bis zum 31.12.
Es grüßt Sie herzlich, Fidelia Gabenfein (Abteilung Verpackungsservice)

Dieser Brief ist lächerlich, vielleicht für einen Erwachsenen ein bisschen amüsant, aber für ein Kind in dem Alter bezweifle ich das. Augen verdrehen.

Zitat:
Darius bekam einen roten Kopf. „Mama, Papa, dieser Quatsch ist echt nicht lustig. Ich will jetzt meine Geschenke haben!
Der Kerl wird mir immer unsympathischer. Ein Jähzorniger ist das, möchte man meinen.

Zitat:
Was machen wir denn jetzt, Mama?“ Klaras Frage riss Vater aus seiner Erstarrung. „So was hab ich noch nie erlebt. Hat jemand eine Idee?“
„Die Kerzen anzünden.“ Mutter zippte das Feuerzeug an und nach kurzer Zeit erstrahlte der Baum in festlichem Glanz.
„Wir könnten Weihnachtslieder singen“, schlug Klara vor. Alle stöhnten auf. Aber weil keiner eine bessere Idee hatte, stimmten sie schließlich gemeinsam „Stille Nacht“ an. Die getragene Melodie stahl sich leise in ihre Herzen und als das Lied zu Ende war, bemerkten sie, dass sie sich alle bei der Hand hielten. Lächelnd setzten sie sich daraufhin vor den Baum. Papa erzählte eine Geschichte, Mama holte die Plätzchen. Darius brachte eines der alten Gesellschaftsspiele und mit viel Gelächter erzählte, spielte und sang die Familie bis tief in die Nacht.

In diesem Absatz vermisse ich ebenfalls Gefühl, aus den Flodders wird auf einmal eine liebevolle Familie. Sag mal, hast du keine Testhörer? Ich meine Kinder in dem Alter, denen du vorlesen kannst. Schau beim Kindergarten vorbei, die freuen sich, wenn du ihnen das vorliest, aber wundere dich nicht, wenn sie dann später mit Sand nach dir werfen. Denn die können auch wütend werden.

Zitat:
„Liebes Christkind,
es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Ich hoffe, du wirst bald wieder gesund. Mach dir aber bitte keinen Stress wegen der Geschenke. Der Abend mit Mama, Papa und Klara war auch ohne deine Gaben wunderschön! Ich wünsche Dir gute Besserung. Liebe Grüße, Darius.
Und zu guterletzt schreibt der pubertierende Elfjährige noch einen Brief an das Christkindl, und das fehlerfrei und mit einer Kommatasetzung, wie sie mancher im DSFO nicht beherrscht.


Zusammenfassung:

Kein örtliches Zurechtfinden am Anfang der Geschichte.
Das Christkind ist eigentlich nicht das Christkind, sondern ein Arbeiter vom Petrus.
Die Charakteren der Beteiligten wurden falsch, bis schlecht gezeichnet, verwirrende Wörter und Sätze für Fünfjährige. Der ganze Text wurde mit viel zu wenig Gefühl und zu kompliziert für das Begreifen eines Kindes geschrieben.

So wie die Geschichte hier steht, ist sie eine Erwachsenengeschichte, aber eine schlechte.

Kindergeschichten müssen einfach geschrieben sein, einfach und mit den richtigen Worten.

Grüße
Sibirier
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MadameMimm
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 20:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Okaaay, lieber Sibirier, das sitzt!

Ich geh mir jetzt erst Mal die Tränen abwischen, und dann leg ich los ...  Very Happy

Nein, Im Ernst: Ich muss über sehr viele deiner Kommentare nachdenken. Sie sind durchweg wertvoll für mich.

Eines hat mich aber amüsiert:
Zitat:
Sag mal, hast du keine Testhörer? Ich meine Kinder in dem Alter, denen du vorlesen kannst. Schau beim Kindergarten vorbei, die freuen sich, wenn du denen das vorliest, aber wundere dich nicht, wenn sie dann später mit Sand nach dir werfen. Denn die können auch wütend werden.
Vielleicht sollte ich das nicht so laut sagen: Ich arbeite im Kindergarten  Embarassed !
Du würdest dih allerdings wundern, wie Kinder heutzutage drauf sind ...

So. Wie ich das sehe, muss ich da nochmal ordentlich mit den Rotstift drüber. Wie gesagt: Danke! Deine Antwort bedeutet mir viel!


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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Du darfst die Geschichte nicht den Kindern aus deiner Gruppe im Kindergarten vorlesen, verdammt, die sind befangen, und die würden sich lieber die Zunge abbeißen, als dir die Wahrheit zu sagen. Du bist eine Liebe, das weiß ich und das wissen die. Such dir ein paar Straßenbengels zum Vorlesen, nicht Jasminchen und Olly aus deiner Bande.

Grüße
Sibirier
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MadameMimm
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 20:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lol

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Gast3
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe MadameMimm,

was ich an deiner Geschichte besonders mag, ist das Bild des schniefenden Christkindls, das mit hängenden Schultern davon trottet. Das habe ich direkt vor Augen.

Die ersten beiden kursiven Abschnitte finde ich jetzt sprachlich auch zu "hoch" für deine Zielgruppe. Das klingt so ein bisserl amtsdeutsch.

Dass der Junge jetzt nicht sooo sympathisch rüberkommt, finde ich dabei nicht gar so schlimm, sind halt nicht alles kleine Engerl, wobei mir ein Elfjähriger für deine Zielgruppe aber zu alt erscheint.

Fidelia Gabenfein - der Name ist wirklich cool smile extra

Oh, und damit ich es nicht vergesse: Silhouette smile

Liebe Grüße
schneestern


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Ruth
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BeitragVerfasst am: 31.01.2011 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mimm,

ich finde den Anfang sehr süß! Kritik hat der Sibirier ja schon viel geäussert. Darius ist ein Blödmann, ganz klar, das war von dir vermutlich auch so gewollt. Ihn jünger zu machen finde ich nicht schlecht, weil ich mir vorstellen kann, dass die Spannung zwischen den Geschwistern dann sogar größer ist. Bei vier Jahren Abstand ist der Ältere schon eher in der Aufpasser-Rolle. (Aber wem sage ich das, du bist die Pädagogin  Wink )

Ein konkreter Tipp für Formulierungen: Ich würde am Ende jeden Satz noch einmal durchgehen und überlegen, ob den Kindern die Wörter geläufig sind. Sie müssen sie nicht selbst verwenden, ein wenig "überfordern" darf man sie meiner Meinung nach schon, aber hier zum Beispiel:

fiebrige Augen = rote Augen
getragen = feierlich / langsam

LG,
Ruth
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derSibirier
Dichter und Denker


Beiträge: 1310



BeitragVerfasst am: 01.02.2011 05:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der Handlungsstrang sollte gerade, ohne Abweichungen zu lesen sein. Christkind wird krank - traurige Gesichter unterm Weihnachtsbaum - die Erkenntnis, dass "Nähe zueinander" wertvoller ist als alle Geschenke auf dieser Welt - der Brief.


Aber natürlich stellt sich hier die Frage, da die Geschichte bereits angenommen wurde, ob der Verlag sich solch gravierende Änderungen wünscht. Denn ich plädiere hier auf eine komplette Überarbeitung. Das wäre ja beinahe so, als müsstest du die Geschichte folglich erneut einreichen, um Gutwillen einzuholen.

Guten Morgen Welt.
Sibirier
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