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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Stadt, Land, Fluss


 

 
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
Wohnort: Hamburg
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 26.01.2011 08:09    Titel: Stadt, Land, Fluss eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Stadt ähnelt uns,
verbraucht ihre Straßen
im Winter, Schlaglöcher
in Lebensadern, saugt Müll
in überfüllte Container,
sammelt Abgase und Worte,
die zwischen Mauern
auftreiben, wir
  
machen Ausflüge, aufs
Land, in ferne Metropolen,
an Traumstrände,
alarmieren, sondieren,
polieren, um im
späten Frühjahr daheim
die weiche Luft auf Terrassen
einzuziehen, wir

sind die Alten geblieben,
trinken Kaffee zwischen
Kultur und Weltsorge,
parken in gemieteten
Tiefgaragen und hoffen,
dass der Winter
nicht zu sehr am Lack
gefressen hat.

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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 27.01.2011 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Der Winter ist noch nicht vorbei Pencake. Er frisst immer noch an unserer Karosserie. Wie immer ungereimt gut. Allerdings fiel mir eben gerade auf, dass du ein immer wieder kehrendes Stilmittel benutzt und zwar; "Das Abbrechen eines Satzes" (so nenne ich es mal)

Zitat:

die zwischen Mauern
auftreiben, wir

machen Ausflüge, aufs


Mir ist klar, dass es vor allem der Betonung bestimmter Silben und Wörter geschuldet ist, aber ich finde man sollte nicht immer das gleiche Handwerkszeug benutzen. Solange gutes bei rauskommt, ist es ja in Ordnung. Wobei mir auch aufgefallen ist, dass deine Gedichte immer düster sind. Ich kenne dich nicht wirklich (ein bisschen schon, ich lese ja deine Gedichte), trotzdem stelle ich mir in deiner Person einen Pessimisten vor. Anders kann ich mir diese dunklen Gedichte nicht erklären.
(Hab immer das Gefühl in deinen Gedichten geht die Welt unter!)

lg Nod
Vielleicht liegts am Winter.


_________________
“What if you slept? And what if, in your sleep, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?” - S.T. Coleridge
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
Wohnort: Hamburg
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 27.01.2011 14:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Nod,

weiß nicht genau, was du mit "abgebrochenen Sätzen" meinst.
Die Umbrüche sind jedenfalls tatsächlich meist der Betonung
einzelner Stellen/Worte, einem Sinnabschnitt oder dem
sprachlichen Fluss geschuldet.
Handwerkszeug hat man auch beim Schreiben immer dabei
und sollte eben zum betreffenden Stück passen. Wenn
durch ein Stilmittel jedes Werk gleich aussieht, wäre es
tatsächlich zu überdenken. Den Eindruck habe ich bislang
nicht.

Zu mir selbst und der Ausrichtung des Inhalts meiner Stücke
will ich nichts weiter sagen.

Dank für deinen Kommentar.

HG, Niko
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phönixe
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 52
Beiträge: 240
Wohnort: Gelsenkirchen
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 30.01.2011 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pencake,
gefällt mir;)
Ich sehe hier keinen Pessimisten, sondern will hier die Eitelkeit wahrnehmen,
als übertriebene Sorge um die eigene körperliche Schönheit oder geistige Vollkommenheit - Garagen sind für PKW eine gute Erfindung ( kann ich bestätigen- mein Espace stand damals nur eine Nacht draussen und bekam sofort einen Lackschaden)
mein jetziger parkt auch direkt vor der Tür und hat ebenfalls einen abbekommen über Nacht.( ist ärgerlich, aber bei mir ist Auto nur Nutzgegenstand)

zu dem Titel, Stadt, Land, Fluss...wäre Name, Beruf, Pflanze, Tier eine Standarterweiterung.

Mir hätte Altersgruppen angepasstes besser gefallen,
aber so ist es leichter zu verstehen ( denke ich)
es ist ohne Ressourcenverschwendung
(das könnten auch uninteressierte Materialisten begreifen, die noch nie Lyrik gelesen haben)


lg phönixe


_________________
Nichts kommt zweimal vor / auch wenn es uns anders schiene / wir kommen untrainiert zur Welt / und sterben ohne Routine. (wislawa szymborska)
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Mr. Curiosity
Bestseller-Autor

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Beiträge: 4485
Wohnort: Köln
Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 31.01.2011 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir gut. Das Gedicht trägt so eine gewisse Stimmung in sich, die ich schwer in Worte fassen kann. Hat so einen Globe-Trotter-Backpacker-Café-Flair ^^ Ich lese hier eine allgemeine Orientierungslosigkeit heraus, eine emotionale Entwurzelung, der aber aus "Vernunft" und Gewohnheit nicht nachgegeben wird.
Die Bilder sind authentisch und treffen ins Schwarze. Einzig vom Strophenaufbau sehen mir einige Punkte etwas zu willkürlich aus:

Zitat:
Die Stadt ähnelt uns,
verbraucht ihre Straßen


Mag extrem subjektiv geprägt sein bei mir. Ich denke, das Komma macht die Aussage im ersten Vers etwas zu weich. Würde hier ein Semikolon nehmen und danach mit "sie verbraucht ihre Straßen" fortfahren.  

Zitat:
sammelt Abgase und Worte,
die zwischen Mauern
auftreiben, wir


Ich denke der Übergang vom materiellen ins inmaterielle, also von "Müll" / "Abgasen" zu den "Worten", ist hier etwas plakativ geraten. Habe aber leider keine Verbesserungsvorschläge.

Zitat:
machen Ausflüge, aufs
Land, in ferne Metropolen,


Der Zeilensprung gefällt mir an dieser Stelle klanglich äußerst gut. Die Assonanz zwischen "Aus-" und "aufs" mit ihren Frikativlauten und der männlichen Kadenz spielt wunderbar mit dem Inhalt zusammen. Das nenne ich mal gelungen komponiert.

Zitat:
alarmieren, sondieren,
polieren, um im


Die Verben würden sich, denke ich, in einem Vers besser tun. Vielleicht insgesamt:

machen Ausflüge, aufs
Land, in ferne Metropolen,
an Traumstrände,
alarmieren, sondieren, polieren,
um im späten Frühjahr daheim
auf Terrassen weiche Luft einzuziehen, wir


Zitat:
dass der Winter
nicht zu sehr am Lack
gefressen hat.


dass der Winter nicht zu sehr
am Lack gefressen hat.


Klingt besser. Weniger abgehakt. Melancholischer.

Schönes Gedicht.

LG David


_________________


"Wenn du Schriftsteller sein willst, dann sag, dass du der Beste bist ...
Aber nicht, solange es mich gibt, kapiert?! Es sei denn, du willst das draußen austragen."

(Ernest Hemingway in "Midnight in Paris")
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
Wohnort: Hamburg
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 01.02.2011 07:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin David,

vielen Dank fürs aufmerksame Lesen,
den treffenden Übertrag und die vielen
guten Hinweise und Vorschläge.

HG, Niko
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