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Regen in der Stadt meiner Träume


 

 
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 20.01.2011 21:25    Titel: Regen in der Stadt meiner Träume eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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So, erst eine winzige Erklärung. Ein Roman oder eien Kurzgeschichte, in der es nur regnegt, das wollte ich leisten. Hoffe, es wird gelingen. Lest selbst:

Die Grau Metropole

Und immerzu regnet es in der Stadt meiner Träume. Der Regen ist mittlerweile zu einem Hintergrundgeräusch geworden, niemand kümmert ihn, alles ist nass, überall auch an dir. Es ist egal wohin du gehst oder woher du kommst in dieser Stadt, sogar aus den Schränken tropft das  Wasser und an den Scheiben schlägt es sich nieder, um dir in die Knochen zu kriechen in einem ewigen Kreislauf und du weißt nicht mehr ob Sonntag oder Montag ist und man, weißt du was?
Es spielt keine Rolle, denn es ist Regen in der Stadt meiner Träume und niemand duscht mehr, weil er schon geduscht wurde und keiner, nein niemand trägt mehr eine Jacke, denn was nützt es?

Ich stelle mir gerne vor, wie ich unsichtbar werde im Regen, wie ich dahin tröpfelnd verschwinde unter all den Regenschirmen und als kalter Luftzug unter die Kleidung der Menschen krieche um mich an ihren klammen Umrissen zu wämen. Hier sind selbst die Frauen grau und ihre Schönheit ist so verboten und schmutzig wie der Bordstein unter strömenden Regen.
Wenn diese Stadt einen Namen hätte, würde sie wahrscheinlich Fallen Portland oder Whiskey Town heißen, weil der Alkohol hier in Strömen die Kehlen seiner Bewohner hinunter stürzt und der Regen die weiche Droge legitimiert wie Gott es mit seinen Kreuzzügen getan hat. Aber sie hat keinen Namen, sie ist eine grau Stadt, eine Metropole so schmutzig wie die Nacht und so unendlich groß, wie der Regen  unendlich lang ist. Bei uns nennt man sie ganz schlicht die Stadt. Bei uns sagt man Dinge wie Bei Tag sind alle Häuser schwarz und nachts munkelt man, höre die Stadt auf zu sein und nur der Regen erinnert uns mit seinem stetigen Klopfen wie eine Folter an unsere Existenz.
Also wenn die Stadt einen Namen verdient, eine Bezeichnung die für sie bezeichnend wäre, ich würde sie vielleicht Port Town  taufen oder sie einfach nur Hafen nennen, um zu zeigen, wozu wir hier sind. Wir sind da, um weiter zu ziehen. Wir wollen weg, wir alle, hier lebt jeder nur für sich, weil er  ja sowieso nur auf der Durchreise ist, wohin weiß nur er selbst. Port Town ist ein Hafen, ein Knoten an einem schmutzigen Seil und wir klammern uns an ihn, versuchen ihn zu öffnen, wir hoffen auf einen Zettel in dem Knoten, einen Zettel der uns sagt, was wir tun müssen um weitergehen zu können.
Habe ich erwähnt, dass ich seit meiner Geburt in Port Town lebe, so wie es fast jeder hier tut und auch hier sterben werde wie es jeder tut und ich bei Gott nicht weiß, wann der Regen aufhört?
--
The End.
lg Nod



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“What if you slept? And what if, in your sleep, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?” - S.T. Coleridge
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Neopunk,

Die Trostlosikkeit und die Ausweglosigkeit der Bewohner sind gut geschildert, die Stelle, die eigentlich nur als Durchgangsstation gedacht ist wird zum Dauer-Zwangs-Aufenthalt, zu Anfang und Ende eines "begossenen" Lebens.

Ich würde die Stadt, die eigentlich ein "Checkpoint" ist, der aber als solcher nicht genutzt werden kann "Checkpoint Zero" nennen.

Mehr per PN

LG

Harald


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Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
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Friedbert
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 42
Beiträge: 51
Wohnort: Zürich


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu

Die Bilder mit dem Knoten und dem Hafen finde ich schön!

Zwei inhaltliche Dinge sind mir soeben aufgefallen:

Einerseits benutzen die Menschen keine Jacken und werden vom Regen geduscht, andererseits ist kurz darauf von Schirmen die Rede. Das passt für mich nicht ganz zusammen.

Der Regen wurde zu einem Hintergrundgeräusch, also kaum mehr aktiv wahrgenommen, andererseits erinnert er die Menschen an ihre Existenz?
Dafür müssten sie ihn mMn aber wiederum aktiv wahrnehmen.

Ansonsten freue ich mich auf mehr.
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gypsile
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 45
Beiträge: 124
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Neopunk!

Das düstere Bild, das Du vielleicht mit Deiner Geschichte malen wolltest, ist tatsächlich in meinem Inneren entstanden. Trostlos, Grau, Hoffnungslos.

Allerdings gibt es einige Widersprüche für mich, wie teilweise mein Vorposter schon erwähnt hat.
Der Regen ist in den Hintergrund getreten und kümmert niemanden mehr. Prima! Dann können alle Menschen in Deiner Stadt glücklich werden. Tun sie aber nicht. Warum? Weil es regnet? Oder woher kommt die Perspektivlosigkeit?

Zitat:
überall auch an dir(eher: mir)


Zitat:
und man, weißt du was?

Würde ich weglassen.

Zitat:
Es spielt keine Rolle, denn es ist regnet




Zitat:
niemand duscht mehr, weil er schon geduscht wurde und keiner, nein niemand trägt mehr eine Jacke, denn was nützt es?


Das erscheint mir als etwas weit hergeholt.

Zitat:
Ich stelle mir gerne vor, wie ich unsichtbar werde im Regen, wie ich dahin tröpfelnd verschwinde unter all den Regenschirmen und als kalter Luftzug unter die Kleidung der Menschen krieche um mich an ihren klammen Umrissen zu wämen.


Hier hast Du ein schönes Bild gemalt.

Zitat:
wir hoffen auf einen Zettel(In diesem Zusammenhang würde mir "Botschaft" schlüssiger sein)


Auf jeden fall eine Geschichte, mit der man arbeiten kann.

Liebe Grüße
gypsile


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Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen. Mark Twain
Wer nach Rezept kocht, ist nur zu feige.
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 13:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für das Feedback, Leute. Wie ich in der pn gegenüber Harald schon erwähnte, ist das nur der Anfang, sowohl der Gesichte, als auch der Überarbeitungen. Ihr habt recht mit den Jacken und Schirmen, aber ihr müsste uch überlegen, ob der Protagonist nicht auch übertreibt und ob es nicht verschiedene Zustände von "Nass-Sein" gibt.

lg Nod (beim überarbeiten).


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seitenlinie
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1849

Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Neopunk,

die Idee ist interessant und ungewöhnlich.
Die Stadt des unendlichen grauen Dauerregens – das lässt in der Fantasie bereits einen Film entstehen.
Und Deine ersten Zeilen zeigen auch, dass Du das Thema gut umsetzen kannst.


Du kannst Dir überlegen, ob Du nur den Zustand beschreibst oder eine spannende Geschichte daraus machst -
was nicht ganz einfach werden dürfte.

Für mich wird aus Deinem Text nicht ganz klar, in welcher Situation wir uns befinden.

Für den Erzähler ist es die „Stadt seiner Träume“. Fasziniert den Erzähler dieser Dauerregen,
ist er selbst so melancholisch oder steckt vielleicht in einer Depression?

Oder war es einmal eine sonnige und fröhliche Stadt, in der vor zwanzig Jahren der Regen begann – eine Katastrophe,
die vielleicht allmählich anfing und von den Bewohnern erst nicht ernst genommen wurde. Die Menschen kämpfen dagegen,
aber es ist aussichtslos - die Stadt ist dem Untergang geweiht. Vielleicht haben die Bewohner den Kampf auch bereits aufgegeben.

Es könnte jedoch auch eine Stadt sein, in der es schon immer regnete. Niemand kann sich mehr an eine andere Situation erinnern,
selbst von den Vorfahren wurde nichts anderes überliefert. Das war meine erste Vermutung. Aber dann irritierte mich das Wasser
in den Schränken und dass die Menschen nicht mehr duschen, weil sie ständig nass sind.
Bei dieser Variante würde ich die Lage eher so sehen:
Die Menschen haben die Situation technisch im Griff, haben ihre Lebensweise angepasst und ungewöhnliche
Lösungen gefunden, aber der Regen hat sie verändert, hat ihre Seelen beschädigt und sie abstumpfen lassen.


Gruß,
Carsten
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DragonSaphira
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 22
Beiträge: 8



BeitragVerfasst am: 22.01.2011 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Wirklich ein sehr gelungener Text,
bei uns regnet es gerade, ich komme grad von drausen, dieser Text animiert mich zum Nachdenken, warum die Menschen eigentlich auf der Welt sind, wir kommen eh nicht weg, von der Geburt bis zum Tod, nur in einer grauen trostlosen Welt.
Deine Vergleiche sind sehr treffend, man konnte sich das Bild der Stadt gut vorstellen, bitte schreib weiter Daumen hoch
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 17:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

HierdieFortsetzng, allerdings befinden sich in diesemTeil erheblichmehr Fehler.Eure Kritik sollte also bitte vernichtender werden. Rolling Eyes
Danke.

---
Sam war mein Freund und ich war sein Freund, eine seltsame Verbindung, wenn  man  bedenkt wo wir zwei unser Dasein fristeten. Sam und ich hatten uns nicht vorgenommen, wie ihr vielleicht denkt, aus der Stadt auszubrechen, das hatte sich hier jeder vorgenommen, so wie sich jeder etwas an Neujahr vornimmt und bitte verzeiht mir diesen Zynismus, es dürfte klar sein, das Neujahrsvorsätze nicht Wahrheit werden, niemals, auch nicht in Port Town. Wir hatten uns vorgenommen, in dieser Stadt Schönheit zu finden und wenn wir sie gefunden hatten, würden wir uns trennen, würden ausbrechen, weil wir dann Sinn gefunden hatten. Bitte nehmt das jetzt nicht persönlich, gut möglich das ihr diesen Sinnkram noch nicht verstanden habt, ich habe es selbst nicht ganz, aber in der Schule haben wir gelernt, Sinn zu suchen, in dem was wir tun und da beschlossen wir, Sam und ich unseren Sinn per Schicksal in unser Leben treten zu lassen, als Schönheit und frei nach der Maxime – wenn du wichtig genug bist, küsst dich Fortuna persönlich. So auch an einem  Regentag, es war ein Mittwoch glaube ich und die Meteorologen hatten angesagt, dass es nicht nur regnen würde, sondern sogar Eis und Schnee Einzug halten würden in diese grau Stadt, sollte sich das Wetter im Norden nicht bessern. Das trieb uns nach draußen, überhaupt trieb es alle nach draußen in der Hoffnung, dass Wetter spüren zu können und der Strom der Menschen trieb uns in einen Stadtteil der seit Urzeiten existierte, hier war der Schmutz besonders schmutzig, hier war alles irgendwie echter als es sonst war.
„Meinste wir kommen heute noch im Urzeit vorbei?“, fragte Sam und rückte seine nasse Baseap zurecht. Mir war es wie immer ein Schleier, wie er die Wasserschicht unter der Kappe zwischen Kopfhaut und Stoff aushielt, es musste fürchterlich jucken und eine Gänsehaut kroch unter meine nasse Kleidung.
„Nö, was willste denn dort?“, sagte ich und wusste, was er dort wollte. Nervös stapfte er neben  mir her. „Und? Das kann uns weiterbringen, glaubste?“, schwadronierte er los und bevor ich ihn nicht mehr stoppen konnte, willigte ich ein, nur um meine Ruhe zu haben. Und das, obwohl mein Ekel riesig war, jeder ekelt sich vor dem Urzeit. Jeder, bis auf seine Kunden.
„Wie kommen wir rein, Schlaumeiersam? Wir sind nur siebzehn und du weißt genau, wie alt man sein muss, um hereinzukommen, einundzwanzig nämlich.“ Sam nickte eifrig.
„Das.“, begann er. „Wollte ich dir schon mal sagen. Ich komme rein, weil ...“
„Ja, weil...“
„Weil es meinem Onkel gehört und er mich in die Familie und die Geschäfte einführt.“, sagte er und sein Gesicht leuchtete in einem schmutzigen rot, ein verlegenes Grinsen nach dem anderen rutschte darüber und in diesem Moment hätte ich ihm am liebsten die Fresse poliert.
--
You Made my Day.
lg Nod.


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Gast







BeitragVerfasst am: 22.01.2011 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Neopunk,

deine Stadt und sorry, auch die Geschichte, empfinde ich nicht als Stadt der Träume – sondern eher als Albtraum.

Du kategorisiert sie in neun verschiedene Sparten. Sollen wir uns was aussuchen oder weißt du selbst nicht so ganz genau, wo du sie nun eigentlich ansiedeln möchtest?

Interpunktion scheint für dich ein Fremdwort zu sein. Wortwiederholungen, irre lange Sätze, fehlende Buchstaben erschweren das Lesen sehr.

Diesen Satz:

Neopunk hat Folgendes geschrieben:
HierdieFortsetzng, allerdings befinden sich in diesemTeil erheblichmehr Fehler.Eure Kritik sollte also bitte vernichtender werden. Rolling Eyes
Danke.


empfinde ich als pure Provokation, zumal er nur dahin geschmiert rüberkommt.
Ich denke, wenn du dir ein bisschen mehr Mühe gibst, bekommst du auch mehr und konstruktiverer Kritik.

Liebe Grüße
Monika
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 22.01.2011 18:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also ich bin bei einem, Freund und habe mit der Leertaste ein kleines Problem. Und ich weiß auch gar nicht, was du mir sagen möchtest. Natürlich ist die Stadt sein Alptraum. Das du das gemerkt hast, zeugt von deinen beachtlichen kognitiven Fähigkeiten und weiterhin weiß ich um meine Interpunktion. Ich arbeite dran.  Razz
Viel Spaß beim Lesen; über konstruktive Kritik deinerseits würde ich mich irre freuen.

lg Nod (IT).

Edit: In der Tat wusste ich nicht, in welche Kategorien ich es einordnen soll. Daher die vielen.


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Murmel
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BeitragVerfasst am: 22.01.2011 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich frage mich manchmal, wie alt du eigentlich bist ...

Liest du dir dein Geschriebenes nicht durch? Laut vorlesen hilft ungemein, und bereitet auch für Lesungen vor. Sagt man.


_________________
*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
*Brunnenleich - Gmeiner-Verlag Juli 2018
*Gut Gebellt, Katze - Edel Elements September 2018
*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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Neopunk
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Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 29.01.2011 18:39    Titel: Neue Fassung pdf-Datei Antworten mit Zitat

So. Habe gebastelt, eure Kritik beherzigt und eine neue Version geschrieben.
Diese hier nämlich. Es sind 66o Wörter oder so, ein bisschen länger als gewohnt, aber das war unvermeidlich, weil ich ansonsten an einer unmöglichen Stelle aufgehört hätte.
Danke für Kritik und gefundene Mängel Wink

Die Graue Metropole


Ununterbrochen fällt der Regen in der Stadt meiner Träume. Der Regen ist zu einem Hintergrundgeräusch geworden, niemand kümmert ihn, alles ist nass, überall auch an mir. Es ist egal wohin ich gehe oder woher ich komme in dieser Stadt, sogar aus den Schränken tropft das  Wasser und an den Scheiben schlägt es sich nieder. Es scheint dir in die Knochen zu kriechen in einem ewigen Kreislauf und du weißt nicht mehr ob Sonntag oder Montag ist und weißt du was?

Es spielt keine Rolle, denn es ist Regen in der Stadt meiner Träume und niemand duscht mehr, weil er schon geduscht wurde und niemand, nein, wirklich niemand trägt mehr eine Jacke, denn was nützt es?

Ich stelle mir gerne vor, wie ich unsichtbar werde im Regen, wie ich dahin tröpfelnd verschwinde unter all den Regenschirmen und als kalter Luftzug unter die Kleidung der Menschen krieche, um mich an ihren klammen Umrissen zu wärmen. Hier sind selbst die Frauen grau und ihre Schönheit ist so verboten und schmutzig wie der Bordstein unter strömenden Regen.
Wenn diese Stadt einen Namen hätte, würde sie wahrscheinlich Fallen Portland oder Whiskey Town heißen, weil der Alkohol hier in Strömen die Kehlen seiner Bewohner hinunter stürzt und der Regen die weiche Droge legitimiert, wie Gott es mit seinen Kreuzzügen getan hat. Aber sie hat keinen Namen, sie ist eine graue Stadt, eine Metropole, so schmutzig wie die Nacht und so unendlich groß, wie der Regen unendlich lang ist. Bei uns nennt man sie ganz schlicht die Stadt. Ihre Stadtteile tragen schlichte Namen. Im Norden Westend und Ostend, im Süden die Docks und die Viertel. Bei uns sagt man Dinge wie: "Bei Tag sind alle Häuser schwarz" und nachts munkelt man, höre die Stadt auf zu existieren und nur ein Hintergrundgeräusch erinnert uns mit seinem steten Klopfen wie eine Folter an unsere Existenz.
Also wenn die Stadt einen Namen verdient, der für sie bezeichnend wäre, ich würde sie vielleicht "Port Town" taufen oder sie einfach Checkpoint nennen, um zu zeigen, wozu wir hier sind. Wir sind da, um weiter zu ziehen. Wir wollen weg, wir alle, hier lebt jeder nur für sich, weil er ja sowieso nur auf der Durchreise ist, wohin weiß nur er selbst. Port Town ist ein Hafen, ein Knoten an einem schmutzigen Seil und wir klammern uns an ihn, versuchen ihn zu öffnen, wir hoffen auf einen Zettel in dem Knoten, einen Zettel, der uns sagt, was wir tun müssen, um weitergehen zu können.
Habe ich erwähnt, dass ich seit meiner Geburt in Port Town lebe, so wie es fast jeder hier tut und auch hier sterben werde, wie es jeder tut und ich bei Gott nicht weiß, wann der Regen aufhört?

Sam war mein Freund und ich war sein Freund, eine seltsame Verbindung, wenn  man  bedenkt wo wir zwei unser Dasein fristeten. Dabei war es niemals so, dass diese Stadt offensichtlich anders war.      Sie war kein Monstrum, wie Sodom aus den Geschichten meines Vaters und sie war niemals ein heiliger Ort gewesen, ebenso wenig wie sie einmal eine normale Stadt gewesen war. Port Town war anders, aber sie versteckte es abgesehen von dem offensichtlichen Regen und schob ihr Anderssein auf ihre Bewohner, dieses unlustige, faule Reisevolk.
Sam und ich hatten uns nicht vorgenommen, wie ihr vielleicht denkt, aus der Stadt auszubrechen, das hatte sich hier jeder vorgenommen, jedoch nur für sich alleine, so wie sich jeder etwas an Neujahr vornimmt. Und verflixt  nochmal, immer kommt was dazwischen und es dürfte klar sein, dass Neujahrsvorsätze nicht wahr werden. Sie werden niemals wahr, auch nicht in Port Town. Wir hatten uns vorgenommen, in dieser Stadt einen Grund zu finden für all das Leben. Etwas, weswegen all die Menschen dahinvegetierten, obwohl sie doch weg wollten. Wir suchten verbissen nach dem Sinn, wenn wir wieder einmal hörten, dass die vagabundierende Tochter in die Fußstapfen ihrer langweiligen Mutter getreten war und wenn wir ihn gefunden hatten, würden wir uns trennen. Wir würden ausbrechen – das glaubte  ich zumindest, war unser Plan weil wir dann den Grund gefunden hatten, der uns ein Leben lang hatte in dieser Stadt ausharren lassen.
--

Ich habe nicht alles umgesetzt, zum Beispiel erschien mir der Name "Port Town" irgendwie der Richtige zu sein. Bei Fragen zum Verständnis und so weiter, gerne auch per PN fragen.
lg Nod

1Wie es weitergeht »



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