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Sosterben


 

 
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 20.01.2011 22:16    Titel: Sosterben eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Sosterben“

Morgens gestorben
im Trubel der Welt gestrandet
auf ein Riff gelaufen
und
untergangen wie
ein Stein begraben zur Mittagszeit
in einem Sarg der Freude
auf einem Hain der Demenz
und
schon beim Totenschmaus
aus den Köpfen der Menschen
fortgeweht sein
weil die Nacht beginnt

---
Ein Experiment, in dem ich einmal nicht reimen, sondern nur betonen wollte. Zusatende gekommen aus einem Vorsatz. Hemmingway hat doch einmal eine "6-Wortgeschichte" geschrieben. Wollte ich auch.

Herauskam: morgend gestorben,
                   mittags gestrandet,
                   abends vergessen.
Und daraus habe ich eine Extended-Version gemacht. Hoffe auf vernichtende Kommentare über Metrik und unzüchtige Jamben.
 Very Happy
Oder sowas.
lg Nod.

123Wie es weitergeht »




_________________
“What if you slept? And what if, in your sleep, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?” - S.T. Coleridge
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Mr. Curiosity
Bestseller-Autor

Alter: 31
Beiträge: 4485
Wohnort: Köln
Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 20.01.2011 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Über Metrik möchte ich nicht meckern, denn das Gedicht soll bestimmt gar nicht in solch strenger Form sein.
Allerdings ist es einfach nichtssagend.
Zunächst läuft das lyrische Ich auf ein Riff, dann ist es ein Stein, dann in einem Sarg und am Ende wird es aus den Köpfen geweht. Du erzeugst einfach kein schlüssiges Bild und alles wirkt willkürlich.
Was ist ein "Hain der Demenz", was ist ein "Sarg der Freude"? Das sind reine Phrase leider.
Tut mir leid.

David


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"Wenn du Schriftsteller sein willst, dann sag, dass du der Beste bist ...
Aber nicht, solange es mich gibt, kapiert?! Es sei denn, du willst das draußen austragen."

(Ernest Hemingway in "Midnight in Paris")
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 20.01.2011 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Du meinst dieses, als Hemingway einmal herausgefordert wurde, eine Geschichte mit nur sechs Wörtern zu schreiben und dies präsentierte:

For sale: baby shoes, never worn.

Bedrückend, tiefsinnig und stimmig.

Ich hatte mich der Aufgabe auch gewidmet, meine Sechswortgeschichte:

Weihnachtsglühwein drei
falsch geparkt - und Polizei!

***

So, Spaß beiseite, zum Werk, da möchte ich mich nicht nur Mr. Curiosity anschließen, ich setze noch einen drauf.

Diese Unlogik, deren Hintergrund wüsste ich gerne, was willst du damit ausdrücken?

... auf ein Riff gelaufen
und
untergegangen wie
ein Stein begraben zur Mittagszeit ...



Ich würde das ganze in einfache Worte kleiden, etwa so >

Er starb an einem Riff,
versank,
wurde gefunden

Bestattet in der Heimat,
"Du bleibst uns unvergessen!"

Doch schon beim Leichenschmaus,
sprach jeder nur
-von morgen.

Ich bin kein Fachmann für freien Vers, das ist nur ein "Stupser"

LG

Harald


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Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft

Alter: 56
Beiträge: 6856
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 20.01.2011 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

das
Zitat:

schon beim Totenschmaus
aus den Köpfen der Menschen
fortgeweht

finde ich hübsch!
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4399
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 21.01.2011 02:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Neopunk,

die betonende Alternierung stimmt – guter Fluss / irgendwie ein übermutiges Brainstorming Gedicht mit dem vielleicht Tenor frei nach Sputnik:


„DIN Blatt 11.3 / § Sosterben“

Gestorben
Ritual: verscharrt
auf
der Wiese Gleichgesinnter (Tanz der Vampire)

Tränenspiel

und .......................................................................... <= / echt, eine top Strophe Smile
schon beim Totenschmaus
aus den Köpfen der Menschen
fortgeweht

Morgen ein neuer Tag

-----------------------------------------------------

Und ehrlich – so manche gemetapherte Zeile(hören sich echt gut an) erschließt sich mir kaum bis kaumst : -)) / Übermut?

Neopunk,
für eine kleine aufdeckende Deutung Deinerseits hätte ich nichts dagegen : -))),
und
bin halbschmunzelnd gerne dabei gewesen Smile / lieben Gruß, Stimmgabel

--


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Gabel im Mund / nicht so hastig...
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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 21.01.2011 09:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich decke das ganze Experiment heute mittag bis abend auf

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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 21.01.2011 23:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also hier die Auflösung, tut mir leid, dass sie erst so spät kommt. Ich hatte, wie gesagt vor, ein nichtreimendes Gedicht zu machen, dass über den Tod einer Figur geht - im besten Falle aber so unpersönlich wie möglich. Ja, was heißt das? Es geht um einen anonymen Tod, einen den man betrauern kann oder auch nicht, auf jeden Fall stirbt jemand und zwar richtig, weil er letzten Endes vergessen wird.
So, der Witz an der ganzen Sache ist aber, dass das Gedicht ein einziger Satz ist, der eigentlich aus mehreren Sätzen besteht. Er ergibt aber so gut wie keinen richtigen Sinn, wenn er einfach nur als ein Satz gelesen wird. Der Satz muss aufgedröselt werden.
Also Aufdröselung:

Morgens gestorben
im Trubel der Welt gestrandet
auf ein Riff gelaufen


Lest das als ein Satz. Der Protagonist ist sterbend gestrandet und auf ein Riff gelaufen, den Tod nämlich.

und
untergangen wie
ein Stein


Spricht für sich, es war schmerzlos.

begraben zur Mittagszeit
in einem Sarg der Freude
auf einem Hain der Demenz
und


Er wurde in der Mitte seines Lebens aus dem Leben gerissen, allerdings recht schnell vergessen.

schon beim Totenschmaus
aus den Köpfen der Menschen
fortgeweht sein
weil die Nacht beginnt


Und am Ende die Verdeutlichung; jeder der ihn bis jetzt noch im Kopf hatte, hat ihn nicht mal mit in seine Träume genommen. Der fröhliche Totenschmaus hat ale Überreste getilgt. Ein Tod, den ich erstrebenswert fände.
 Ende.
Noch Fragen? Laughing

lg Nod.

P.s.: Der Spaß an der Sache ist, dass es nur ein Satz ist. Finde ich zumindest.

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Neopunk
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 25
Beiträge: 371
Wohnort: Realität


BeitragVerfasst am: 01.02.2011 14:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Allerdings habe ich nach allem das Gedicht trotzdem ein wenig umgeschrieben. Die neue Version lautet:

Sosterben

Morgens gestorben
im Trubel der Welt gestrandet
auf ein Riff gelaufen
und untergangen wie
ein Stein

begraben zur Mittagszeit
in einem Sarg aus
Eichenholz unter den
Hügeln und

schon beim Totenschmaus
aus den Köpfen der Menschen
fortgeweht sein
weil die Nacht beginnt


lg Nod

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