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Maria
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BeitragVerfasst am: 14.11.2010 18:41    Titel: Die letzten ihrer Art eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

"Ja?"
"Wann kommst Du?"
"Warum?"
"Katastrophe!"
"Welcher Art?"
"Die Neue in der Küche."
"Ich denk sie wäre so cool?"
"…"
"Lorenz?"
"Naja. Nich' so."
"Etwa eine Stunde noch. Ich beeile mich."
"Kasten Bier noch."
"Ganzen Satz bitte."
"Kasten Bier."
"Schon klar."

Mit Lorenz zu telefonieren war nicht einfach, aber wenn Ellen ihn visualisierte funktionierte es halbwegs. Was er ihr vermutlich sagen wollte war, dass er die neue Mitbewohnerin nicht ohne Bier ertrug. Dazu musste man außerdem wissen, dass Lorenz nichts und niemanden ohne Bier ertragen konnte. Ellen fühlte sich mittlerweile, nach zwei Jahren in der Wohnzweckgemeinschaft geduldet. Bei Anlässen wie dem aktuellen, vermittelte er ihr sogar das Gefühl, dass er sie als eine Art Verbündete betrachtete. Allerdings reichte ihre Visualisierungsmethode nicht soweit aus, um ein detailgetreues Bild von der momentanen Lage vor Augen zu haben: war die Neue so unerträglich oder hatte Lorenz schlicht keine Lust sich mit ihr auseinander zu setzen. Ellen tippte auf Zweites.

Die Neue war ihnen als Kuckucksei ins Nest gesetzt worden. Nils, mit 24 Jahren das WG-Küken, hatte sich für ein Auslandssemester nach Quebec verpisst. Die Miete für sein Zimmer zahlte – nach  persönlicher Vorsprache - sein vermögender Vater weiter.
Nils hatte seine langjährigen Mitbewohner nicht gefragt, ob sie eine Ersatz-Vierte haben wollten. Er teilte es ihnen mit, als sie sich am Taxi von ihm verabschieden wollten.
"Übrigens, morgen kommt dann Sabrina, die nimmt mein Zimmer für die sieben Monate. Gebt ihr meinen Schlüssel. Die ist echt cool. Lorenz, die ist was für Dich, da landest Du mal einen Stich."
Während die drei sprachlos vor dem Taxi standen, die Hände noch zum Abschiedsgruß ausgestreckt, beschwor er sie eindringlich seinem Vater nichts zu verraten. Nils war nicht blöd: er hatte sein Zimmer an der Uni ausgeschrieben, kassierte die Miete für das Zimmer von seinem Zwischenmieter direkt und der Vater zahlte die Miete weiterhin, nichts ahnend, an das Wohngemeinschaftskonto.
Lorenz hatte nach der ersten Schrecksekunde teilnahmslos genickt und sich das letzte Weißbier eingeschenkt. WG-Häuptling Moritz hatte seinen Unterkiefer mit etwas Zeitverzögerung auf das Parkett fallen lassen. Und Ellen war an die Decke gegangen. Sie war die WG-Prinzessin. Keine weitere Frau neben ihr, so war der Deal. Eine, die Sabrina hieß schon dreimal nicht.

*

Als Ellen den Flur betrat, den Bierkasten mit den Füssen vor sich herschiebend, war ihre Welt noch im Lot und sie war ein bisschen neugierig auf den Zugang.
Sie lächelte und betrat die Küche. Sie lächelte weiter, obwohl Sabrina saß, wo sie saß. Sabrina hatte die Beine überschlagen, trug eine braun-orange gemusterte Polyesterbluse zu ihrer camelfarbenen Polyesterhose und hatte eine rahmenlose Brille auf der Nase.
Doch dann fiel der Himmel herab und Ellen das Lächeln aus dem Gesicht. Es war für sie, als bräche sie mit dem Kopf voraus durch die Glastüre, hinein in die Küche, während sich ein langer Splitter in ihr Ohr bohrte.
"Hallo, ich wär' die Sabrina, ich freu mich total!", schrie sie die weißblonde Polyesterfrau an. Sie war schrill, laut und unerträglich, diese Stimme.

Sie war von ihrem, d.h. von Ellens, Stuhl aufgesprungen und ihr entgegengeeilt, griff mit beiden Händen nach ihrer Rechten und schüttelte sie. Ihre Hände waren weich und feucht. Feucht wie ein Litschikern.
Ellens Gehirn sandte ein "Hallo, ich bin Ellen." an ihr Sprachzentrum und sie sah ratlos zu Lorenz, der wie immer im Schneidersitz auf seinem Siemens-Bürostuhl saß.
Er hatte es geschafft, sich in den vergangenen Millisekunden ein Weißbierglas zu spülen, das pisswarme Bier nach allen Regeln der Kunst einzuschenken und grinste sie selbstzufrieden an. Vielleicht mit einer Spur "Siehste?!" im Blick. Oder auch "Nimm du sie!".

"Du kommst von der Arbeit, oder?", plärrte Sabrina. Ellen nickte.
Was war das bloß für eine Frequenz? Sie ging einem durch Mark und Bein und durchlöcherte einem das Trommelfell. Ellen dachte an Incident and off a mountain road, an jenen Sadisten, der mit der Bohrmaschine Löcher in Augen von Frauen bohrte.
Vielleicht hatte die Stimme aber einen höheren Zweck und sie würde damit den dämonischen Wolfsspitz unseres Nachbarn abrichten?
"Ja. Arbeit.", sagte Ellen. Wo blieb Moritz heute, der sollte längst hier sein?
"Aha!", sie stocherte mit ihrem Zeigefinger in der Luft rum.
"Die Oizeachde von uns, die richtig Geld verdient. Bärig! Ich studier noch. Betriebswirtschaft."
Lag da ein Hauch schwäbisch unter dem Gekreische?
Lorenz kicherte blöde und schlürfte den warmen Schaum, von seinem hoffentlich kochendheißen Bier.
"Fein, Du, ich muss rasch telefonieren, gleich wieder da, fühl Dich wie zuhause. Aber leise."
"Hihi!", machte sie und setzte sich wieder in Ellens Stammsessel. Niemand, wirklich niemand, saß in diesem Sessel, außer Ellen. Jetzt saß da eine Stimme namens Sabrina.

"Moritz. Wann kommst Du heute?"
"Warum?"
"Katastrophe!"
"Ach. Die Neue?"
"Ein Polymer-Mädchen. Du ahnst es nicht! Das wird nicht funktionieren."
"Bin gleich da."
"Flasche Veterano!"
"Eine Stunde."

*

Mit drei Freundinnen im Schlepp bezog Sabrina am nächsten Tag Nils' möbliertes Zimmer. Lorenz und Moritz halfen schweigend. All die schweren Kisten, da brauchte es ganze Kerle. Oh bitte, ganz Gentleman, oh danke, hihi, Moritz, danke Lorenz, dort hin.
Ellen hatte sich in der Küche verschanzt und kochte einen Topf Chili. Das hatte ihr Moritz abgerungen, als Zeichen ihres guten Willens.
Sabrina krakeelte sich hüpfend und kichernd durch die Wohnung, zeigte ihrer Entourage sämtliche Zimmer und auch die herrliche Aussicht von Ellens Balkon. Dort wollte sie im Sommer dann sitzen und lernen und in den sicherlich bunt blühenden Garten hinabschauen und es sich gut gehen lassen.
"Genau", dachte Ellen, "das wagst Du nicht!"

Ellen lehnte am Herd und knabberte an einem Stück Baguette, als Sabrina am späten Nachmittag ihre Umzugshelferinnen nach Hause entließ. Nicht ohne ihre Hühner darauf hinzuweisen, dass viel Mädelsbesuch diesem Männerhaushalt sicherlich gefallen wird.
Ellen verschluckte sich an einem Brotkrumen. Moritz der gerade in den blubbernden Topf spickte, sah langsam zu Ellen auf und starrte sie eindringlich an. Ellen deutete es wie "Halt wenigstens in der ersten Woche Dein stutenbissiges Maul." Er zwinkerte sie an.

Im Flur kicherte die andere Stute über die Schmierzettel, die an den einzelnen Zimmertüren hingen und buchstabierte laut und langsam:

"Ellen - Possum, sed nolo"
"Lorenz - Laudabiliter se subiecit"
"Moritz – Fiat iustitia et pereat mundus"
"Nils – ich kann grad nicht helfen, bei was auch immer"


Ellen schob sich ums Eck und sah wie die Stimme sorgfältig Tesa und damit Nils' Zettel von der Tür knibbelte und dann mit dem Blatt Papier wedelte.
"Was heißt denn das alles? Ich krieg nun auch ein eigenes?" Kicher, kicher. "Wer macht die denn?"
Lorenz wuchtete gerade die letzte Bücherkiste auf ihr Bett.
"Muss man sich verdienen.", schnaubte er.

Hörte Ellen recht? Lorenz sprach einen vollständigen Satz? Beinahe jedenfalls.

Mit gespitzten Lippen schob sich Ellen zurück in die Küche an den Herd, hob den Deckel vom Topf und würzte gedankenverloren nach. Kräftig.
Sie flüsterte mit den weißblonden Bohnen und schielte zu Moritz: "Eine Woche, sagt der Moritz. Das schaff ich. Dann dürfen wir Stuten beissen."

(...)

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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.11.2010 14:13    Titel: Re: Die letzten ihrer Art Antworten mit Zitat

Moin M Inkognito!

Pardon, aber es gibt zwei Dinge, die ein Inkognito sowas von überflüssig machen (zumindest für die Leute, die dich häufiger lesen):

1. Dein menschenverachtender, dauermenstruierender Zickenhumor.

2. Deine Kommasetzung. Uiuiui, die kann man schon fast als Stilmittel bezeichnen - soll dich aber nicht weiter tangieren. Echt nicht. Druff g'schisse.

Auch wenn du die Personen herrlich bildlich beschreibst, hatte ich bis zuletzt Schwierigkeiten, die Menschenparade zu sortieren und dabei im Hinterkopf zu behalten, wer nun eigentlich wer ist. Liest man diesen Anfang ein zweites Mal, fällt es schon deutlich leichter. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass das ein gravierender Minuspunkt ist. Ein gravierender Minuspunkt wäre es nur dann, wenn ich keinen Bock gehabt hätte, mir den ganzen Wisch noch ein zweites Mal durchzulesen. Die Ereignisse überschlagen sich am Anfang regelrecht. Da muss man schon aufpassen wie ein Fuchs, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Zorro hat Folgendes geschrieben:
Nils hatte seine langjährigen Mitbewohner nicht gefragt, ob sie eine Ersatz-Vierte haben wollten. Er teilte es ihnen mit, als sie sich am Taxi von ihm verabschieden wollten.

Das letzte "wollten" kannst du rausstreichen. Sie wollten sich ja nicht nur verabschiedeten, nein, sie taten es wirklich!

Zorro hat Folgendes geschrieben:
Sabrina hatte die Beine überschlagen, trug eine braun-orange gemusterte Polyesterbluse zu ihrer camelfarbenen Polyesterhose und hatte eine rahmenlose Brille auf der Nase.

... die nicht aus Polyester bestand, ist man versucht hinzuzufügen. Laughing


Ich würde es hierbei erstmal belassen. Spannend finde ich, wie sich die Geschichte liest, wenn sie fertig ist. Sprachlich funktioniert sie. Wie der Plot oder der Aufbau insgesamt arbeiten, sage ich dir später.

Beste Grüße,

Martin

PS: Lorenz' Dialoge gefallen mir sehr gut.


_________________
Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
(Sir Peter Ustinov)

Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
(Laotse)
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Gast







BeitragVerfasst am: 15.11.2010 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko, es ist geradezu unglaublich, wie unterschiedlich ein Text wirkt, je nachdem, in welchem Zustand man ihn liest. Bei der ersten Lektüre war ich extrem übermüdet, und fand die schrille Stimme der Sabrina unerträglich und habe mich persönlich ohrgesplittert gefühlt.


Jetzt, nach einer Mütze Nachmittagsschläfchen, da muss ich sagen, mir gefällt das hier so gut, ich muss die ganze Zeit breit lächeln. Ich kopiere jetzt erst mal den Text und komm dann gelegentlich wieder. smile


anja
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Gast







BeitragVerfasst am: 15.11.2010 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich schon wieder:

blau: gefällt mir (persönlich, und vielleicht nur mir!)


Zitat:
"Ja?"
"Wann kommst Du?"
"Warum?"
"Katastrophe!"
"Welcher Art?"
"Die Neue in der Küche."
"Ich denk sie wäre so cool?"
"…"
"Lorenz?"
"Naja. Nich' so."
"Etwa eine Stunde noch. Ich beeile mich."
"Kasten Bier noch."
"Ganzen Satz bitte."
"Kasten Bier."
"Schon klar."

Mit Lorenz zu telefonieren war nicht einfach, aber wenn Ellen ihn visualisierte funktionierte es halbwegs. Was er ihr vermutlich sagen wollte war, dass er die neue Mitbewohnerin nicht ohne Bier ertrug. Dazu musste man außerdem wissen, dass Lorenz nichts und niemanden ohne Bier ertragen konnte. Ellen fühlte sich mittlerweile, nach zwei Jahren in der Wohnzweckgemeinschaft geduldet. Bei Anlässen wie dem aktuellen, vermittelte er ihr sogar das Gefühl, dass er sie als eine Art Verbündete betrachtete. Allerdings reichte ihre Visualisierungsmethode nicht soweit aus, um ein detailgetreues Bild von der momentanen Lage vor Augen zu haben: war die Neue so unerträglich oder hatte Lorenz schlicht keine Lust sich mit ihr auseinander zu setzen. Ellen tippte auf Zweites.

Die Neue war ihnen als Kuckucksei ins Nest gesetzt worden. Nils, mit 24 Jahren das WG-Küken, hatte sich für ein Auslandssemester nach Quebec verpisst. Die Miete für sein Zimmer zahlte – nach persönlicher Vorsprache - sein vermögender Vater weiter.
Nils hatte seine langjährigen Mitbewohner nicht gefragt, ob sie eine Ersatz-Vierte haben wollten. Er teilte es ihnen mit, als sie sich am Taxi von ihm verabschieden wollten.
"Übrigens, morgen kommt dann Sabrina, die nimmt mein Zimmer für die sieben Monate. Gebt ihr meinen Schlüssel. Die ist echt cool. Lorenz, die ist was für Dich, da landest Du mal einen Stich."
Während die drei sprachlos vor dem Taxi standen, die Hände noch zum Abschiedsgruß ausgestreckt, beschwor er sie eindringlich seinem Vater nichts zu verraten. Nils war nicht blöd: er hatte sein Zimmer an der Uni ausgeschrieben, kassierte die Miete für das Zimmer von seinem Zwischenmieter direkt und der Vater zahlte die Miete weiterhin, nichts ahnend, an das Wohngemeinschaftskonto.


>>>> Hier stehen sie vor dem Taxi, und gleich danach schenkt sich Lorenz das letzte Weißbier ein, nicht weit überm Parkettboden (!)


Zitat:
Lorenz hatte nach der ersten Schrecksekunde teilnahmslos genickt und sich das letzte Weißbier eingeschenkt. WG-Häuptling Moritz hatte seinen Unterkiefer mit etwas Zeitverzögerung auf das Parkett fallen lassen. Und Ellen war an die Decke gegangen. Sie war die WG-Prinzessin. Keine weitere Frau neben ihr, so war der Deal. Eine, die Sabrina hieß schon dreimal nicht.

*

Als Ellen den Flur betrat, den Bierkasten mit den Füssen vor sich herschiebend, war ihre Welt noch im Lot und sie war ein bisschen neugierig auf den Zugang.
Sie lächelte und betrat die Küche. Sie lächelte weiter, obwohl Sabrina saß, wo sie saß. Sabrina hatte die Beine überschlagen, trug eine braun-orange gemusterte Polyesterbluse zu ihrer camelfarbenen Polyesterhose und hatte eine rahmenlose Brille auf der Nase.
Doch dann fiel der Himmel herab und Ellen das Lächeln aus dem Gesicht. Es war für sie, als bräche sie mit dem Kopf voraus durch die Glastüre, hinein in die Küche, während sich ein langer Splitter in ihr Ohr bohrte. "Hallo, ich wär' die Sabrina, ich freu mich total!", schrie sie die weißblonde Polyesterfrau an. Sie war schrill, laut und unerträglich, diese Stimme.

Sie war von ihrem, d.h. von Ellens, Stuhl aufgesprungen und ihr entgegengeeilt, griff mit beiden Händen nach ihrer Rechten und schüttelte sie. Ihre Hände waren weich und feucht. Feucht wie ein Litschikern.

>>>> lol Soo glitschig geht nicht

Ellens Gehirn sandte ein "Hallo, ich bin Ellen." an ihr Sprachzentrum und sie sah ratlos zu Lorenz, der wie immer im Schneidersitz auf seinem Siemens-Bürostuhl saß.
Er hatte es geschafft, sich in den vergangenen Millisekunden ein Weißbierglas zu spülen, das pisswarme Bier nach allen Regeln der Kunst einzuschenken und grinste sie selbstzufrieden an. Vielleicht mit einer Spur "Siehste?!" im Blick. Oder auch "Nimm du sie!".

"Du kommst von der Arbeit, oder?", plärrte Sabrina. Ellen nickte.
Was war das bloß für eine Frequenz? Sie ging einem durch Mark und Bein und durchlöcherte einem das Trommelfell. Ellen dachte an Incident and off a mountain road, an jenen Sadisten, der mit der Bohrmaschine Löcher in Augen von Frauen bohrte.
Vielleicht hatte die Stimme aber einen höheren Zweck und sie würde damit den dämonischen Wolfsspitz unseres Nachbarn abrichten?
"Ja. Arbeit.", sagte Ellen. Wo blieb Moritz heute, der sollte längst hier sein?
"Aha!", sie stocherte mit ihrem Zeigefinger in der Luft rum.
"Die Oizeachde von uns, die richtig Geld verdient. Bärig! Ich studier noch. Betriebswirtschaft."
Lag da ein Hauch schwäbisch unter dem Gekreische?
Lorenz kicherte blöde und schlürfte den warmen Schaum, von seinem hoffentlich kochendheißen Bier.
"Fein, Du, ich muss rasch telefonieren, gleich wieder da, fühl Dich wie zuhause. Aber leise."
"Hihi!", machte sie und setzte sich wieder in Ellens Stammsessel. Niemand, wirklich niemand, saß in diesem Sessel, außer Ellen. Jetzt saß da eine Stimme namens Sabrina.

"Moritz. Wann kommst Du heute?"
"Warum?"
"Katastrophe!"
"Ach. Die Neue?"
"Ein Polymer-Mädchen. Du ahnst es nicht! Das wird nicht funktionieren."
"Bin gleich da."
"Flasche Veterano!"
"Eine Stunde."

*

Mit drei Freundinnen im Schlepp bezog Sabrina am nächsten Tag Nils' möbliertes Zimmer. Lorenz und Moritz halfen schweigend. All die schweren Kisten, da brauchte es ganze Kerle. Oh bitte, ganz Gentleman, oh danke, hihi, Moritz, danke Lorenz, dort hin.


>>> genial

Zitat:
Ellen hatte sich in der Küche verschanzt und kochte einen Topf Chili. Das hatte ihr Moritz abgerungen, als Zeichen ihres guten Willens.
Sabrina krakeelte sich hüpfend und kichernd durch die Wohnung, zeigte ihrer Entourage sämtliche Zimmer und auch die herrliche Aussicht von Ellens Balkon. Dort wollte sie im Sommer dann sitzen und lernen und in den sicherlich bunt blühenden Garten hinabschauen und es sich gut gehen lassen.
"Genau", dachte Ellen, "das wagst Du nicht!"



>>>>>Kann man sich herrlich mit verschiedenen Betonungen vorlesen…!
*suppa*

>>>>Müsste klassisch natürlich heissen: "Genau das", dachte Ellen, "wirst du nicht tun" oder so. Aber mach doch was du für lustig hältst.!


Zitat:
Ellen lehnte am Herd und knabberte an einem Stück Baguette, als Sabrina am späten Nachmittag ihre Umzugshelferinnen nach Hause entließ. Nicht ohne ihre Hühner darauf hinzuweisen, dass viel Mädelsbesuch diesem Männerhaushalt sicherlich gefallen wird. (würde?)Ellen verschluckte sich an einem Brotkrumen. Moritz komma   der gerade in den blubbernden Topf spickte, sah langsam zu Ellen auf und starrte sie eindringlich an. Ellen deutete es wie "Halt wenigstens in der ersten Woche Dein stutenbissiges Maul." Er zwinkerte sie an.

Im Flur kicherte die andere Stute über die Schmierzettel, die an den einzelnen Zimmertüren hingen und buchstabierte laut und langsam:

"Ellen - Possum, sed nolo"
"Lorenz - Laudabiliter se subiecit"
"Moritz – Fiat iustitia et pereat mundus"
"Nils – ich kann grad nicht helfen, bei was auch immer"

>>>>>(das andere ist nicht blau, weil ich nix versteh ausser "Licht" und "Welt" und google ich jetz auch nicht)


Ellen schob sich ums Eck und sah wie die Stimme sorgfältig Tesa und damit Nils' Zettel von der Tür knibbelte und dann mit dem Blatt Papier wedelte.
"Was heißt denn das alles? Ich krieg nun auch ein eigenes?" Kicher, kicher. "Wer macht die denn?"
Lorenz wuchtete gerade die letzte Bücherkiste auf ihr Bett.
"Muss man sich verdienen.", schnaubte er.

Hörte Ellen recht? Lorenz sprach einen vollständigen Satz? Beinahe jedenfalls.

Mit gespitzten Lippen schob sich Ellen zurück in die Küche an den Herd, hob den Deckel vom Topf und würzte gedankenverloren nach. Kräftig.
Sie flüsterte mit den weißblonden Bohnen und schielte zu Moritz: "Eine Woche, sagt der Moritz. Das schaff ich. Dann dürfen wir Stuten beissen."



Danke, wirklich, sowas lese ich echt gerne, (dass ich mal eine "Sabrina" war, tut hierbei nichts zur Sache Cool   )


Geht's hier weiter oder versteckst du das Ganze dann?

Gruss, mir gefällts echt gut


anja
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LilaGruen
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 69
Wohnort: Ruhrgebiet


BeitragVerfasst am: 15.11.2010 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Das hab ich gern gelesen smile

Meine Lieblingsstelle:

Zitat:
Sie war die WG-Prinzessin. Keine weitere Frau neben ihr, so war der Deal. Eine, die Sabrina hieß schon dreimal nicht.


Das ist sooo typisch Frauen Wink

Sehr schön auch der Einstieg durch den Minimalst-Dialog und seine Wiederholung später.

Auf jeden Fall eine sehr eingängige Geschichte, ich hatte es direkt bildlich vor Augen - und hätte Sabrina auch angegiftet Wink
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Maria
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BeitragVerfasst am: 15.11.2010 20:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Martin,

Lolita hat Folgendes geschrieben:
Auch wenn du die Personen herrlich bildlich beschreibst, hatte ich bis zuletzt Schwierigkeiten, die Menschenparade zu sortieren und dabei im Hinterkopf zu behalten, wer nun eigentlich wer ist. Liest man diesen Anfang ein zweites Mal, fällt es schon deutlich leichter. (…) Die Ereignisse überschlagen sich am Anfang regelrecht. Da muss man schon aufpassen wie ein Fuchs, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Das ist ein Problem. Einerseits will ich hier nicht recht viel mehr vorplänkeln, andererseits mag ich's selbst nicht, wenn ich alles zweimal lesen muss. Am Anfang schon gar nicht. Muss ich noch einmal nachwischen.

Lolita hat Folgendes geschrieben:
Zorro hat Folgendes geschrieben:
Nils hatte seine langjährigen Mitbewohner nicht gefragt, ob sie eine Ersatz-Vierte haben wollten. Er teilte es ihnen mit, als sie sich am Taxi von ihm verabschieden wollten.

Das letzte "wollten" kannst du rausstreichen. Sie wollten sich ja nicht nur verabschiedeten, nein, sie taten es wirklich!
Ist raus, danke dafür!

Lolita hat Folgendes geschrieben:
Zorro hat Folgendes geschrieben:
Sabrina hatte die Beine überschlagen, trug eine braun-orange gemusterte Polyesterbluse zu ihrer camelfarbenen Polyesterhose und hatte eine rahmenlose Brille auf der Nase.

... die nicht aus Polyester bestand, ist man versucht hinzuzufügen. Laughing
Ist drin. Noch viel mehr danke dafür lol2

Lolita hat Folgendes geschrieben:

Ich würde es hierbei erstmal belassen. Spannend finde ich, wie sich die Geschichte liest, wenn sie fertig ist. Sprachlich funktioniert sie. Wie der Plot oder der Aufbau insgesamt arbeiten, sage ich dir später.

Da bin ich auch gespannt, ob ich mich nicht zu sehr beeinflussen lasse, von einer ähnlichen Serie. Mal sehen, wie es sich aneinander fügt.

Lolita hat Folgendes geschrieben:
PS: Lorenz' Dialoge gefallen mir sehr gut.

Daumen hoch
Er soll Dreh- und Angelpunkt werden, diese Zweckgemeinschaft charakterisieren, ich hoffe ich halte ihn durch.
Danke Dir für Deine Rückmeldung.


*


Liebe Anja,

Dankeschön auch Dir, da grinse ich natürlich auch breit.

Lorraine hat Folgendes geschrieben:
>>>> Hier stehen sie vor dem Taxi, und gleich danach schenkt sich Lorenz das letzte Weißbier ein, nicht weit überm Parkettboden (!)
Du Fuchs! Ich hatte das gestern noch gesehen, da wars noch schlimmer. Hatte gehofft das irgendwie auszumerzen, aber ich war wohl immer noch schlampig.

Lorraine hat Folgendes geschrieben:
>>>>Müsste klassisch natürlich heissen: "Genau das", dachte Ellen, "wirst du nicht tun" oder so. Aber mach doch was du für lustig hältst.!
War so gemeint:
Weib? (dachte sie) DAS wagst du nicht!
Ich streich mir das aber mit an und denke später.


Lorraine hat Folgendes geschrieben:
"Ellen - Possum, sed nolo"
"Lorenz - Laudabiliter se subiecit"
"Moritz – Fiat iustitia et pereat mundus"
"Nils – ich kann grad nicht helfen, bei was auch immer"

>>>>>(das andere ist nicht blau, weil ich nix versteh ausser "Licht" und "Welt" und google ich jetz auch nicht)

Was soll ich hier tun? Ich hätte das so gerne drin (an der Stelle), will aber auch nicht, dass der Leser Fragezeichen überm Kopf hat. Ellens Perspektive weiß zwar was drauf steht, aber sie würde natürlich hier nen Teufel tun und dem Schreihals erklären was drauf steht. Weiterdenken wink

Lorraine hat Folgendes geschrieben:
Danke, wirklich, sowas lese ich echt gerne, (dass ich mal eine "Sabrina" war, tut hierbei nichts zur Sache Cool   )

Ne... ich danke Dir.

Lorraine hat Folgendes geschrieben:
Geht's hier weiter oder versteckst du das Ganze dann?
Geht weiter, aber noch nicht gleich. Dachte an mehrere Kurze.

*

LiebeLilaGruen,
LilaGruen hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Sie war die WG-Prinzessin. Keine weitere Frau neben ihr, so war der Deal. Eine, die Sabrina hieß schon dreimal nicht.


Das ist sooo typisch Frauen Wink

Schlimm, oder?
Aber der liebe Gott hat sich da sicherlich was dabei gedacht, die Frauen genau so zu formen.
Danke auch Dir, freut mich natürlich sehr.


Euch dreien dankeschön fürs Lesen und Kommentieren!


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Tyrion Lannister
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LilaGruen
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BeitragVerfasst am: 15.11.2010 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, was mir grad untergegangen ist: Die Verwechslungs-Probleme am Anfang hatte ich nicht, nur ein Mal musste ich drei Mal lesen, bis ich den Sinn verstanden habe:

Zitat:
"Hallo, ich wär' die Sabrina, ich freu mich total!", schrie sie die weißblonde Polyesterfrau an.


Da vorher aus Ellens Perspektive erzählt wird, wirkt es im ersten AUgeblick so, als ob Ellen die Polyesterfrau anschreit, was natürlich sinnlos ist. Vielleicht geht's nur mir so, aber ich bin darüber gestolpert. Vielleicht wäre es so eindeutiger. "Hallo, ich wär' die Sabrina, ich freu mich total!", schrie die weißblonde Polyesterfrau sie an.
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Susanne2
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BeitragVerfasst am: 15.11.2010 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Oh ja - der Anfang machte mir auch keine Probleme, aber DER Satz hat es in sich. Unterschreibe ich mit Smile
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Ahriman
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010 00:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fand es bestens.
Und beim Lesen gab es mir eine Assoziation zu einem Film mit Kim Basinger "Elvis has left the building":
"Brüllen müssen sie nicht, ich bin schwul, nicht taub."
Sowas ähnliches hätte ich da auch gesagt.
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lady-in-black
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fühle mich wal wieder veranlasst, vorweg auf meine fehlende Sachkenntnis hinzuweisen. Von mir darf man z.Zt. nur eine reine Lesermeinung erwarten.  Wink

Liebe Inka, (da bin ich mir sehr sicher Laughing )

als die Geschichte von dir eingestellt wurde, habe ich mich sofort darauf gestürzt ... und irgendwann aufgehört.
Das Telefonat am Anfang vermittelte mir "Hektik"
und später wurde es dann durch die Stimme von Sabrina auch noch laut und schrill.  Confused
Wehe, es lacht mich jetzt einer aus, aber ich fühlte mich tatsächlich von einer schrillen Stimme durch den Text getrieben  Embarassed

Heute habe ich mir - nicht zuletzt aufgrund der positiven Kommentare - den Text noch einmal in Ruhe vorgenommen.
Und darüber bin ich froh, denn er gefällt mir wirklich gut Daumen hoch

Ich kann Lorraine nur zustimmen. Es macht wirklich einen Unterschied aus, in welcher Verfassung man den Text liest.
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Maria
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010 10:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

@Lilagruen - böse Bezüge immer, danke fürs finden; übernehme ich so.

@Susanne - recht hast Du, Pfui Deibel. Zu oft gelesen, ich neige zum überfliegen eigener Texte.

@Ahriman - etwas ähnliches bekommt sie auch noch zu hören, soviel ist sicher. Der Rest noch nicht.

@Lady - Welchen Effekt welche Geschichte hat, wiegt für mich genauso viel, wie ein Hinweis auf point of view oder ein vertrackter Zeitenfehler.  Mir ist die Wiedergabe Deines Gefühls beim Lesen, egal welchen Zustands, viel wert, denn wer lässt sich schon gern zur Hektik antreiben und dann von dieser Quäke durch den Text schreien. Ich muss froh sein, dass Du es nochmal gelesen hast. Embarassed
Nach Deiner und Moses Anmerkung, dass er am Anfang konzentriert lesen musste, hab ich mir überlegt, erst mal die drei "alten" Bewohner alleine voranzustellen. Tiefe Stimmen (falls überhaupt) Ruhe in der WG, Trautes Heim - Glück allein. Und dann kommt die Hektik  smile

Herzlichen Dank fürs Lesen und Reindenken !
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Gast3
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Inkognito,

der Anfangsdialog ist wirklich klasse.

Das hier
"Ellen - Possum, sed nolo"
"Lorenz - Laudabiliter se subiecit"
"Moritz – Fiat iustitia et pereat mundus"
"Nils – ich kann grad nicht helfen, bei was auch immer"
solltest du unbedingt im Text so stehen lassen, auch wenn ich kein Wort davon verstehe, stört es mich gar nicht. Vielleicht kannst du ja einfach im Folgenden, so in bissiger Form,  eine Übersetzung in Ellens Gedankengang unterbringen.

Sehr gern gelesen und amüsiert.
Lieben Gruß
schneestern
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010 23:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Schneestern love

Ich möcht die Zettel auch echt gerne behalten an der Stelle. Hab schon eine Idee, wie ich es auflösen könnte - erst mal abhängen lassen.

Hab außerdem ein paar Mal Ellen am Satzanfang eliminiert. Was man nicht alles übersieht.
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Gast3
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BeitragVerfasst am: 18.11.2010 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt seh ich es erst - DUUU bist das. Mei, wenn man es dann weiß, ist es so was von klar smile extra

_________________
Sich vergleichen, ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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BeitragVerfasst am: 18.11.2010 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, da freu' ich mich aber, ja, intelligent und (wirklich) witzig, ... que demande le peuple???

Ich hoffe aber wirklich, dass du damit weiter machst, hier natürlich.
Ganz begeisterte Anja.
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Maria
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BeitragVerfasst am: 18.11.2010 23:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hatte schon nach MoBo keine Lust mehr auf Verstecksdi. Der olle Spielverderber.
Danke Euch beiden. Bin halt nicht die Schnellste, aber es kommt noch was ...
 smile extra


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Ilona
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BeitragVerfasst am: 19.11.2010 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fand es  - ehrlich gesagt - ein bisschen öd. Es passiert nicht genug, es kommt nicht klar heraus, was denn das durchtbare an der neuen ist. Nur die Klamotten können es ja nicht sein.

Ich würde hier mehr zuspitzen. Die alte WG Prinzessin sieht ihre Felle davonschwimmen, weil die SChrillstimmige eben doch bei den Buben ankommt. Oder meinethalben etwas anderes.

So wie die Geschichte jetzt dasteht habe ich nur gedacht :"Ja und? Kommt da noch was?"

Ich bin sicher, dass da noch mehr geht. Nur flapsige Beschreibungen funzen nicht auf Dauer, es muss auch Handlung rein und Gefühl der beteiligten Personen.

Grüße von

Ilona
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Maria
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BeitragVerfasst am: 19.11.2010 14:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Ilona,

möglicherweise hattest Du eine andere Erwartung, nämlich die einer Kurzgeschichte oder dergleichen?
Das Stückchen Text ist keine in sich abgeschlossene Geschichte, sondern der (mögliche) Beginn von einer sehr sehr viel längeren Erzählung / Kurzroman / Roman / wohin-es-mich-trägt. Bislang sind es mehrere Begegnungen und Vorfälle, die einfach den groben Rahmen dieser Zweckgemeinschaft um sich haben.  Viele Kurzgeschichten mit den immer selben Personen, wenn Du so willst. Das hier ist der Anfang eines möglichen Einstiegs in die Umgebung eben dieser Gemeinschaft.

Was an ihr so schlimm ist, hat Dich wohl nicht erreicht. Schade. Aber überziehen oder noch stärker fokussieren mag ich es an der Stelle noch nicht. Ich schau mit zeitlichem Abstand noch mal drauf. Und: direkt mehr Konflikt, Motivation, Gefühle/Gedanken, Alltagssituation, Umgebung etc. in diese ersten 1000 Wörter zu stopfen wäre eine Keule, auf die ich verzichten werde.
Unbedingt geht da mehr. Danach *g* Öde soll nicht sein.

Ich dank Dir vielmals für Deine Einschätzung wink

Viele Grüsse
Maria


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Ilona
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BeitragVerfasst am: 19.11.2010 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ja gut, für eine längere Geschichte hast Du recht. Trotzdem reisst mich das Ding nicht vom Hocker, ich verstehe zwar was Du vermittlen willst aber trotzdem bleibt ein: Na und, was solls? als Resümee.

Das kann sich aber mit den ncähsten Geschichten ändern.

Grüße von

Ilona
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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 19.11.2010 22:21    Titel: Re: Die letzten ihrer Art Antworten mit Zitat

Hi meine Liebe,

ich wünschte, ich hätte mich nicht dazu verleiten lassen, diesen Teil zu lesen, weil nun kommen mir meine Charaktere
gerade ein bisschen fad vor grr

Du weißt ja, ich steh auf sowas total und ich konnte mich auch sehr gut reinfinden^^.

Hier bin ich kurz gestolpert (bin aber noch am 1. Kaffee, vielleicht liegts daran Laughing :

Zitat:
Sie lächelte und betrat die Küche. Sie lächelte weiter, obwohl Sabrina saß, wo sie saß.


Der zweite Teil klingt (mal auf schwäbisch) so:

Die Sabrina sitzt halt do, wo se sitzt ... (logo) lol2

Mit einem "sonst" zwischendrin (wo sie sonst saß)

wäre es schon klarer, obwohls mir eigentlich auch so klar war - nur musste mein Hirn dazu eingeschaltet werden Laughing

Später wirds ja noch deutlich hervorgehoben.


Zitat:
Sie war schrill, laut und unerträglich, diese Stimme.


Und anscheinend nicht nur diese Stimme Laughing

Gefällt mir, diese Frau - als Hassobjekt lol2


Ich würde gerne mehr lesen. Inwieweit sich das für ein komplettes Buch auf Dauer eignet, kann ich noch nicht sagen, aber so als Episoden aus der Dunkelkammer auf jeden Fall lol2

Ich lese auch gerne weiter ... smile

Liebe Grüße, Pütchen


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"Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken."
(Isaac Newton, 1642-1726)

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BeitragVerfasst am: 19.11.2010 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, Maria,

ich glaube einfach, dass es eine Sache des ganz persönlichen Humors ist.
Bei mir klingeln alle Sensoren, wenn ich sowas lese, da grinse ich schon, wenn die Abschnittspointe noch meterweit entfernt ist.


Es ist ein ganz besonderer Kitzel, und ich bin da in der Küche mit denen und es ist einfach herrlich...

Immernoch Fan
Anja
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Maria
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BeitragVerfasst am: 20.11.2010 11:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Servus Puetchen,
Dein schwäbisch könnt ich wohl noch a weng öfter brauchen. Aber das Ding mit dem Sitzen, wo sie sitzt: Ellen lächelt, OBWOHL Sabrina sitzt, wo sie sitzt - nämlich in Ellens Omasessel, in dem halt niemand sitzen darf.
Jaja, so war das wink

Ein Buch im Sinne von anfassen und umblättern, das schwebt mir nicht vor. Das überlass ich dem Uschmann. Es ist geboren neben dem Nano, es hält mich am Schreiben (iSv "hat Zusammenhang") und wenn was für meine Begriffe Vorzeigbares rauskommt, dann wollte ichs hier reinpacken. Episoden aus der Dunkelkammer ... ist gekauft lol
Dankeschön!


Lorraine, Du hast schon recht, mit dem Humor. Die einen lachen Tränen über die Schti's - ich konnte nicht mal schmunzeln. Simpsons, Nackte Kanone, Heinz Ehrhardt, ganz egal. Natürlich möchte man ganz viele erreichen, aber ich weiß, dass es nicht geht. Umso mehr freu ich mich dann, wenn Du Dich in der Küche sitzen siehst. Und ich bin dankbar über kritische Stimmen wie z.B. Ilonas, die mir auf jeden Fall nochmal Schubser in andere Richtungen geben.

Merci beaucoup
maria


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