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bookwriter
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 84
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.12.2010 15:24    Titel: Notwendige Erklärung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gelegentlich grabe ich
unter dem Schutt
meiner mürbe gewordenen Logik
nach alten Wörtern -
als da sind,
beispielsweise,
Muße
oder auch
Anmut,
Würde - vielleicht sogar:
Wohlklang.

Vorsichtig hebe ich sie
aus dem Dunkel
meiner Erinnerung,
biege sie gerade
und blase den Staub
aus den Vokalen,
bis sie wieder
zu klingen beginnen.

So gut es geht,
reime ich dann
mehr oder weniger
harmlose Verse
aus ihnen zu sammen.

Für den Fall,
dass ich blicklos
in deine Richtung starre -
störe mich nicht. Ich grabe
nach alten Wörtern.

aus "Toter Briefkasten" 2007


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Das Gedicht ist wahrscheinlich das einzige kulturelle Produkt, das zur Profitmaximierung völlig ungeeignet ist. Das ist Freiheit. Wunderbar.

Hans Magnus Enzensberger "Zu große Fragen" 1978
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Sternenfänger
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 42
Beiträge: 49



BeitragVerfasst am: 23.12.2010 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo bookwriter!

Aus Erzählungen meines Großvaters weiß ich, dass Weihnachten zu alter Zeit eine Kehr nach Innen war [Nicht nach Außen - wie z.B. auch hier im Forum seit einigen Tagen]. Man hielt inne, sagte er, legte seinen Blick mehr als sonst noch auf die seinen, auf die, die einem lieb und teuer sind. Es sei eine Zeit der Besinnlichkeit gewesen, keine des Kommerzes und keine der lauten Töne.

Das sich dem Ende zuneigende Jahr nutzte er, um zurückzublicken; zurückzublicken auf den Verlauf diesen Jahres und auf die Verläufe der vorigen. Mein Großvater sagte, je mehr Jahre man revue passieren lassen könne, desto größer sei das Bedürfnis nach Besinnlichkeit und desto intensiver fühle sie sich an.

Du hast in deinem Werk auch zurückgeblickt, nach alten Worten und Werten gesucht; und nicht nur das: Du hast auch welche gefunden! Einzelne waren in Vergessenheit geraten, ungenutzt im Dunkel deiner Erinnerung verstaubt - verlorengegangen sind sie nie!

Auch die Vertonung gefällt mir sehr, sehr gut. Wie schade, dass dein Werk hier bislang keine weitere Beachtung erfahren hat, aber vielleicht besinnt sich der eine oder andere ja noch.


Liebe Grüße, verbunden mit - hoffentlich - besinnlichen Weihnachtstagen,

Sternenfänger
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bookwriter
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 84
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 23.12.2010 15:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, Sternenfänger, für deine freundlichen Worte meinen Dank. Wie ich schon sagte: die sehr gut gesprochenen Hörbeispiele stammen nicht von mir, sondern vom "Ohrenschützer", dessen Lesungen ich sehr schätze. Ich freue mich für Dich, dass Du Deinem Großvater nicht nur zugehört hast, sondern Dich auch daran erinnern kannst. Besinnliche Weihnachten auch Dir.

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Hans Magnus Enzensberger "Zu große Fragen" 1978
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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

Alter: 30
Beiträge: 4496
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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 24.12.2010 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Das is ein hübsches Gedicht.

Ich mag die Erwähnung der Reime, obwohl das Gedicht ja nun keineswegs gereimt ist. Auch dieser letzte Abschnitt gefällt mir. Dieses leise und nur für sich selbe bestimme "Aufbegehren" gegen all das Moderne, Scharfkantige, Schnelllebige, Gleichgültige, Würdelose. Gefällt mir gut. Andererseits ein Hauch von Resignation, wenn der Blick ins Leere geht. Hat was. Ja, das hat was.

Gruß
Roman


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bookwriter
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 84
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 24.12.2010 14:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi, Roman,
die überwiegend freundlichen Reaktionen auf meine hier vorgestellten Arbeiten bestärken mich in der Auffassung, dass man auch heute noch ohne &-Zeichen, runde und eckige Klammern und nicht zu entschlüsselnde Metaphern Gedichte schreiben kann. Und deshalb werde ich einfach so weitermachen. Danke und angenehme Feiertage nach deinem Geschmack.
Günther


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Hans Magnus Enzensberger "Zu große Fragen" 1978
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jim-knopf
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Beiträge: 4496
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Das Goldene Pfand DSFo-Sponsor
Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 24.12.2010 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ass man auch heute noch ohne &-Zeichen, runde und eckige Klammern und nicht zu entschlüsselnde Metaphern Gedichte schreiben kann.


völlig unbestritten wink


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