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[Stanze (Nonarime)] Sturmwarnung

 

 
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sali
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 32
Beiträge: 326



BeitragVerfasst am: 06.07.2010 00:50    Titel: [Stanze (Nonarime)] Sturmwarnung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zwar ne Übung, aber auch Inhalt ist mir wichtig.

Sturmwarnung

Nun lass erzählen mich von fernen Orten
Von Menschen, die getäuscht im falschen Glauben
Verpönt vom Wind, bestach mit schönen Worten
Er kam geschwind und brachte weiße Tauben,
Dann dunkle Wolken, Blitze in Kohorten
Erwuchs zum Sturm, begann zu sorglos rauben
Bis heute wütet er, wird niemals friedlich
Und weht Wohlstand in unsren Schoß, so lieblich
Bezahlt mit Leid und Blut auch diese Trauben
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Nihil
{ }

Moderator
Alter: 30
Beiträge: 7554



BeitragVerfasst am: 06.07.2010 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Salival! :)

Als Übung finde ich das Gedicht ganz gelungen, weil du die Form weitestgehend beibehältst. (Die Gattung Nonarime kannte ich so tatsächlich auch noch nicht.) Das Reimschema hältst du ein und deine Reime geben nicht den Inhalt vor, wie mir scheint. Was gut ist. Zum Metrum: Eine Stanze muss normalerweise nur elf Silben haben, das Metrum ist da eigentlich egal. Du wählst aber trotzdem den fünfhebigen Jambus. Gefällt mir ebenfalls gut, wie konsequent du das durchhältst, aber im Vergleich fällt der achte Vers negativ raus:

Zitat:
Und weht Wohlstand in unsren Schoß, so lieblich


Die Betonungen habe ich fett markiert. Da ist ein bisschen was ins Holpern geraten.

Hm, inhaltlich hast du sicher an eine Art Allegorie gedacht, oder? Der Wind als Symbol für etwas, das  unschuldig aussah, sich dann aber ins Gegenteil gewandelt hat. Die Idee an sich finde ich gut, aber die Entwicklung hättest du vielleicht noch etwas mehr ausarbeiten können. Warum muss gerade der Wind dieses Symbol sein? Was ist so besonders an ihm? Auf die Fragen würde ich mir (im Gedicht) ein paar Antworten wünschen. Unstimmig finde ich, dass der Sturm einerseits "sorglos raubt", dann aber wieder "Wohlstand in den Schoß weht".

Die große Schwachstelle dieses Gedichts ist die Sprache. Mehr als einmal verkloppst du die Grammatik ordentlich. Inversionen wie im ersten Vers
Zitat:
Nun lass erzählen mich von fernen Orten
Nun lass mich von fernen Orten erzählen

mag ich persönlich zwar nicht, sie sind aber gang und gäbe. Auch Auslassungen von Hilfsverben sieht man manchmal in älteren Texten oder solchen, die so aussehen möchten:
Zitat:
Von Menschen, die getäuscht im falschen Glauben [___]
Hier fehlt ein Verb. Oder meintest du: Die Menschen, die ihm fälschlicherweise glaubten. ?

Schlimm sind dann aber solche unnatürlichen Verdreher wie hier:
Zitat:
Erwuchs zum Sturm, begann zu sorglos rauben
 (Er) erwuchs zum Sturm, begann sorglos zu rauben

Ich weiß auch nicht, ob sorglos hier wirklich das richtige Wort ist. Brandschatzen klingt gut, da stecken Zerstörung und Raub in einem Wort drin.
Am Ende dann wieder eine Verdrehung plus Auslassung:
Zitat:
Bezahlt mit Leid und Blut auch diese Trauben
Auch diese Trauben wurden mit Leid und Blut bezahlt

Auch diese Trauben? Von welchen sprichst du denn noch? Hier sehen die Wörter nach Füllmaterial aus, um das Metrum aufrecht zu erhalten.

Insgesamt finde ich dein Gedicht für eine Übung ganz gelungen, es gibt aber auch noch einige Stellen, die du verbessern kannst. Du darfst dich hier gerne noch ein bisschen austoben. :)

Schönen Tag noch!

nıhıl
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sali
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 32
Beiträge: 326



BeitragVerfasst am: 06.07.2010 14:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Nihil,

danke für die schnelle Rückmeldung.

Ich weiss was du meinst, musste leider merken, dass ne Stanze (nonarime) relativ schwer ist zu schreiben, wenn man mit dem Text, auf Missstände aufmerksam machen möchte. Ist ein Teil meinen "Westwind"-Gedichten.
Mit dem Wind (Westwind) meine Menschen die Afrika ausbeuten (speziell Katanga / Kongo.)

Zitat:
Zitat:
Von Menschen, die getäuscht im falschen Glauben [___]
Hier fehlt ein Verb. Oder meintest du: Die Menschen, die ihm fälschlicherweise glaubten. ?


Jap wurden gettäuscht, von den Worten des Windes (Versprechungen usw. die den Menschen dort gemacht wurden, aber sobald sie den "Ausländern" vertrauen, wird der Wind zum Sturm und sie werden ausgebeutet)

Zitat:
Zitat:
Und weht Wohlstand in unsren Schoß, so lieblich


Die Betonungen habe ich fett markiert. Da ist ein bisschen was ins Holpern geraten.


Tatsache da muss ich nochmal rüber smile

Zitat:
Zitat:
Bezahlt mit Leid und Blut auch diese Trauben
Auch diese Trauben wurden mit Leid und Blut bezahlt

Auch diese Trauben? Von welchen sprichst du denn noch? Hier sehen die Wörter nach Füllmaterial aus, um das Metrum aufrecht zu erhalten.


Ist nicht direkt ein Filler, Ich hatte halt bei dem Gedicht an einen Mensch "unserer" Kultur gedacht, der einem anderen diese Geschichte erzählt - und am ende sagt er, dass sogar die Trauben die sie essen wohl durch Leid und Blut bezahlt sind wink


Ich weiss, was du meinst mit der Sprache usw., eigentlich wars ein wenig anders geplant der, die kedanzen (glaub so hießen die) sollten unterschiedlich sein was a und b angeht. Ich glaube es ist sicherlich leichter Gefühle wie Liebe in schöne Worte zu kleiden in so einem Schema, wenn man aber bestimmte dinge ausdrücken möchte und dazu noch abababccb, wirds schwer, wenn man den Sinn bewahren möchte und darum gehts mir, wollte "ernstere" Themen aufgreifen und mit verschiedenen Gedichtformen arbeiten.

Hier zumindest ein kleine Änderung:

Nun lass erzählen mich von fernen Orten
Von Menschen die getäuscht im falschen Glauben
Verpönt vom Wind, bestach mit schönen Worten

Er kam geschwind und brachte weiße Tauben
Dann dunkle Wolken, Blitze in Kohorten
Erwuchs zum Sturm begann zu sorglos rauben

Bis heute wütet er, wird niemals friedlich
weht Wohlstand in unsren Schoß, ach so lieblich...
Bezahlt mit Leid und Blut auch diese Trauben!


lg und danke für deine Anmerkungen
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Gast







BeitragVerfasst am: 01.10.2010 02:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Salival_Kaniza,

Ohne deine Antwort auf Nihils Analyse gelesen zu haben, sah ich Imperialismus, Entdeckungsreisen und deren Folgen....

Die Windrichtung ist ja hier nicht bestimmt.

Ich sehe schon, diese Übungsecke macht Lust darauf, meine "Versschule" herauszukramen, und Nihils Links zu erforschen... Dann kann ich endlich bei Form auch mitreden und nicht nur bei Farbe,

Ich fand dein Gedicht sehr direkt und sehr anklagend, es mahnt: die Geschichte hört nicht einfach auf, wir sind Teil von ihr, wir führen sie fort.

Es grüsst

Lorraine
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