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TageBuch: Auf dem Balkon "Blitz und Donner"

 

 
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Tailer
Erklärbär


Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 24.06.2007 11:39    Titel: TageBuch: Auf dem Balkon "Blitz und Donner" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Auf dem Balkon ...
Die Nacht ist hereingebrochen, und die letzten schimmernden Reste des Tageslichtes verstecken sich hinter drohenden Wolken. Ich sitze auf dem Balkon und schaue der Natur zu. Einfach so, als hätte sie von meiner Anwesenheit keine Ahnung, als wäre ich irgendwie nicht da, unbeirrt und unaufhaltsam in ihrer Art.
Aber in Wirklichkeit bin ich ein Teil von ihr, ein kleiner.
Die Wolkendecke umschließt mich von Minute zu Minute mehr. Ein schüchternes Abendrot verliert sich hinter dem Horizont, am Rande eines Gewitters. Blitze zucken auf. Lautlos erhellen sie die angrenzende Nacht. In weiter Ferne Wetterleuchten, sichere Nähe ihrer scharfen Schriftzüge. Als wollten sie eine Botschaft in den Wind schreiben. Eine Brise kräuselt mein Haar und streicht hinunter zu meinen Füßen. Die ersten Tropfen bahnen sich ihren Weg durch die mächtigen Wolken und fliegen durch die Atmosphäre.
Ich höre sie schon jauchzen: „Juch huhuh, Platz da, sonst platzen wir! Und alles wird naaaß!“ Sie sind in ihrem Element.
Blitze präsentieren ihr Feuerwerk. Es ist das Fest des Tiefs „Manolito“ oder wie immer man diese Gebilde nennt. Tanzende Regentropfen in aufgewirbelten Luftmassen. Singende und pfeifende Windböen, funkelnde Lichter vom Himmel zur Erde und Paukenschläge des Donners. Ein, Fest der Natur oben in den Wolken und nach unten fallen die Tränen einer sich aufbäumenden Wildnis, die die Natur sich noch bewahren konnte. Ein Fest ihrer Macht, ihrer Größe und Unübertroffenheit.
Ich weiche bis zum nächsten Abend.

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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 10.07.2007 09:22    Titel: Re: TageBuch: Auf dem Balkon "Blitz und Donner" Antworten mit Zitat

Hallo Tailer!

Tailer hat Folgendes geschrieben:
In weiter Ferne Wetterleuchten, sichere Nähe ihrer scharfen Schriftzüge.

Die Metapher, Blitze als Schriftzüge (vielleicht sogar krakelige?) darzustellen, finde ich toll. Trotzdem scheint in diesem Satz irgend etwas zu fehlen … der zweite Teil wirkt stichwortartig … da fehlt ein Wort, oder?

Tailer hat Folgendes geschrieben:
Als wollten sie eine Botschaft in den Wind schreiben.

Anstelle von „sie“ solltest du hier „es“ schreiben, weil du dich auf das Wetterleuchten beziehst. Das Wetterleuchten ist bereits Plural. Es sind nicht die Schriftzüge, die eine Botschaft schreiben, sondern das Wetterleuchten. Auch würde ich Abstand davon nehmen, dass die Schriftzüge in den Wind geschrieben werden – vom „Firmanent“ oder „Himmelsgewölbe“ zu sprechen, finde ich hier bildreicher und eindrucksvoller.

Davon abgesehen: Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber Wetterleuchten und Blitze gleichzeitig ... ? EDIT: Ich habe was bei Wikipedia gefunden: Unter Wetterleuchten (mittelhochdeutsch weterleichen zu "weter" (Wetter) + "leichen" (tanzen, hüpfen), nicht verwandt mit leuchten, wie oft angenommen) wird meistens der Widerschein von Blitzen verstanden, wenn man die Blitze selbst nicht sieht. Es kann bei einem weit entfernten Gewitter oder bei Blitzen, die sich innerhalb von Wolken entladen, entstehen. Den Donner hört man wegen der großen Distanzen meistens nicht oder nur schwach.

Tailer hat Folgendes geschrieben:
Ich höre sie schon jauchzen: „Juch huhuh, Platz da, sonst platzen wir! Und alles wird naaaß!“

Hm. Naja … mein Geschmack ist dieser Wortlaut nicht …

Tailer hat Folgendes geschrieben:
Ein, Fest der Natur oben in den Wolken und nach unten fallen die Tränen einer sich aufbäumenden Wildnis, die die Natur sich noch bewahren konnte.

1. Hinter „Ein“ kommt kein Komma, dafür aber eins hinter „Wolken“ – dieses Komma finde ich auch extrem wichtig, um sie Syntax des Satzes zu verstehen.
2. Ich finde, der Satz hat viel mehr Ausdruckskraft, wenn du nur von der Wildnis sprichst, „sich aufbäumenden“ also streichst.





Im Großen und Ganzen gefällt mir der Text richtig gut. Die Sprache ist facettenreich und stimmungsvoll. Die Metaphern sind gelungen. Kompliment!

Grüße,

Martin


_________________
Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
(Sir Peter Ustinov)

Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
(Laotse)
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Tailor
Erklärbär


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 12.07.2007 09:54    Titel: Re: TageBuch: Auf dem Balkon "Blitz und Donner" Antworten mit Zitat

Hallo Martin!
Vielen Dank für Deine Kritik. Deine Auseinandersetzung mit meinem Text finde ich sehr interessant. Für meine Fehler möchte ich mich entschuldigen, aber ich schreibe einfach zu schnell meine Gedanken auf. Ich verfalle hin und wieder dem Glauben, daß ein Gedankenstau meine Kreativität behindert. Also lasse ich sie einfach unzensiert heraus sprudeln. Außerdem bin ich nicht der Beste im Korrekturlesen, da ich gerne Fehler überlese. Darum Danke für Deine Hinweise, finde ich wirklich gut.
 
Nun zu Deinen Fragen usw.:
Du schreibst: "der zweite Teil wirkt stichwortartig … da fehlt ein Wort, oder? "
Aus besagten Gründen können meine Texte manchmal stichwortartig sein. Sollte ich ändern.
Du schreibst: "Anstelle von „sie“ solltest du hier „es“ schreiben, weil du dich auf das Wetterleuchten beziehst."
 
Ich hätte das Sie vielleicht erklären sollen: Das Sie bezieht sich auf die Kräfte, die hinter der Natur, den Blitzen, dem Wetterleuchten und evtl. hinter allem steckt. Die Natur als Vereinigung aller an der Schöpfung beteiligten Kräfte, Energien, Gewalten oder auch Intelligenzen, wenn man so will.
Ich selbst kann die Entstehung der Welt nicht erklären und halte es wie Einstein, der sagte: "Ich weiß, daß ich nichts weiß."
Erklärungsversuche,  die Zusammenhänge in der Natur darzustellen, sind  oft nur Theorien, wissen tun wir nicht viel.
 
Du schreibst: "Auch würde ich Abstand davon nehmen, dass die Schriftzüge in den Wind geschrieben werden – vom „Firmament“ oder „Himmelsgewölbe“ zu sprechen, finde ich hier bildreicher und eindrucksvoller."
 
 "in den Wind schreiben" meine ich doppeldeutig:
a. Die Unmöglichkeit etwas in den Wind zu schreiben,
b. Die Redensart "etwas in den Wind schreiben":  etwas als verloren ansehen
 
Im übertragenen Sinne: Die Natur versucht uns  seit Millionen von Jahren etwas mitzuteilen. Leider ohne Erfolg. Die Natur redet mit uns, aber wir verstehen sie nicht. So ungefähr ...
 
Du schreibtst: "Davon abgesehen: Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber Wetterleuchten und Blitze gleichzeitig ... ? EDIT: Ich habe was bei Wikipedia gefunden: Unter Wetterleuchten (mittelhochdeutsch weterleichen zu "weter" (Wetter) + "leichen" (tanzen, hüpfen), nicht verwandt mit leuchten, wie oft angenommen) wird meistens der Widerschein von Blitzen verstanden, wenn man die Blitze selbst nicht sieht. Es kann bei einem weit entfernten Gewitter oder bei Blitzen, die sich innerhalb von Wolken entladen, entstehen. Den Donner hört man wegen der großen Distanzen meistens nicht oder nur schwach. "
 
Die Ursache von Wetterleuchten sind Blitze.
Ich schreibe: " In weiter Ferne Wetterleuchten, sichere Nähe ihrer scharfen Schriftzüge."
Also ein Mensch, der sich auch in weiter Ferne befindet erlebt die Blitze als "scharfe Blitze (Schriftzüge) mit lautem Donner. Aber ein anderer, der sich in weiter Ferne vom Gewitter aufhält, befindet sich in Sicherheit, d.h. in "sicherer Nähe" oder "sicherer Entfernung".
Außerdem wird ein Wetterleuchten, daß sich nähert zum Gewitter mit all seinen Nebenwirkungen.
 
Du Schreibst: "2. Ich finde, der Satz hat viel mehr Ausdruckskraft, wenn du nur von der Wildnis sprichst, „sich aufbäumenden“ also streichst."
 
Vor 10.000 Jahren hätte ich "Wildnis" geschrieben, aber mittlerweile "bäumt" sich die Natur möglicher weise gegen einen Menschen auf, der nichts versteht, sondern mehr zerstört als repariert.
Wer weiß?
 
Ich schreibe nur verworrene Gedanken auf und versuche sie in Form zu bringen. Leider gelingt mir das nicht immer.
Sorry!
Deshalb finde ich es wirklich gut, daß Du Dich damit auseinander setzt und korrigierst, denn meine Rechtschreibung und Gramatik ist nicht die Beste.
 
Grüsse
Wolfgang
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 12.07.2007 10:09    Titel: Re: TageBuch: Auf dem Balkon "Blitz und Donner" Antworten mit Zitat

Mahlzeit!

Tailor hat Folgendes geschrieben:
Ich selbst kann die Entstehung der Welt nicht erklären und halte es wie Einstein, der sagte: "Ich weiß, daß ich nichts weiß."

Ich hab in diesem Zusammenhang noch ein Zitat für dich:

Die Schöpfung ist schon ein seltsames Phänomen. Nahezu jeder behauptet zu wissen, was vor sich ging, aber nicht einer war dabei.
Jose Saramago, Die Stadt der Blinden


Tailor hat Folgendes geschrieben:
Die Ursache von Wetterleuchten sind Blitze.
Ich schreibe: " In weiter Ferne Wetterleuchten, sichere Nähe ihrer scharfen Schriftzüge."
Also ein Mensch, der sich auch in weiter Ferne befindet erlebt die Blitze als "scharfe Blitze (Schriftzüge) mit lautem Donner. Aber ein anderer, der sich in weiter Ferne vom Gewitter aufhält, befindet sich in Sicherheit, d.h. in "sicherer Nähe" oder "sicherer Entfernung".
Außerdem wird ein Wetterleuchten, daß sich nähert zum Gewitter mit all seinen Nebenwirkungen.

Du schreibst die Geschichte jedoch aus der Ich-Perspektive, also aus dem Blick einer bestimmten Person, die auf einem Balkon sitzt und das Wetter betrachtet. Diese Person müsste demnach nur die zuckenden Blitze und die Helligkeit, die sie verursachen, sehen, aber nicht das Wetterleuchten in seiner meteorologischen Bedeutung als Avantgarde, als Vorbote oder Vorhut.

Bevor du vom Wetterleuchten sprichst, hast du bereits die Blitze und den Donner erwähnt. Das Gewitter ist also schon da. Anschließend noch vom Wetterleuchten zu sprechen klingt für mein Verständnis sachlich falsch.

Grüße,

Martin


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