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Ich bin eine billige Strassenhure


 
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 14:44    Titel: Ich bin eine billige Strassenhure eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich bin eine billige
Strassenhure nicht
aus Not zu verzeihen
wäre das
aus purer Lust
wälze ich mich
in der Szene
der Literaten taumeln
meine Gedichte
auf dem Kiez
in die Gosse
müde vor die
machtgeilen
Füsse eines
Verlegers
Ich reibe mich
an vergitterten
Clubfenstern
members only
schwarze Lackschuhe
treten meine Poesie
achtlos in den
Dreck oder verlangen
dass ich zahle
zahlen womit
mit meiner Freiheit
meiner Lust meiner
Liebe meinem
Mut zu eigener
Wahrheit zu
meiner Poesie
niemals bin ich doch
eine billige
Strassenhure und frei

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Kolorit
Sonntagsschreiber


Beiträge: 29



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kann so etwas hier seine Berechtigung haben. Das verstehe ich nicht!
Bin jetzt etwas ratlos über das Niveau, wenn hier solche Werke landen.
Entschuldigt meine offenen Worte, doch das ist einfach nur verbesserungswürdig.
Aneinander gereihte Phrasen ohne Sinn und Verstand! Soll das etwa Formvollendung sein...
Dann noch mittem im Text mit Anglizismen kokettiert members only.

Furchtbar!
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 65
Beiträge: 4082
Wohnort: Bora Bora
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme Kolorit voll und ganz zu.
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 70
Beiträge: 5245
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Upps, das ist nach der Buchmesse schon ein geiler Text!

Wenn man bei Verlagen nachfragt, ob sie Lyrik verlegen, dann ducken die sich entwerder oder sagen:
 Na klar, schauen sie doch mal in unsere Anthologien hinein!

Was entdeckst du dort?
Teilweise mehrere Seiten Lyrik unter aller Kanone, offensichtlich von Autoren teuer bezahlt!

Und genau in diesem Sinne ist der Text zu interpretieren!

ich sage bewußt Text, zu Gedichten im freien Vers gebe ich kein Urteil ab, das ist nicht mein Ding - und wird es auch nie werden!

Ein Kommentar von mir wäre so, als würde ein Schlagersänger ein Bundesligaspiel bewerten!

Ersparen wir uns das, zum Text selbst, den  finde ich gut herübergebracht.

LG

Harald


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Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 17:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh weh,oh weh, Harald, du hast mich gerettet.Ich war schon ganz entsetzt, habe aber, nach dem ich in die Texte deiner beiden Vorredner geschaut habe,deren Kommentare einordnen können.
Harald, um so mehr danke ich dir, da ich ja weiß,dass du bei freiem Text gerne "brummst".
Ich mußte meinem Herzen hier mal Luft machen.
LG   mahisha
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Kolorit
Sonntagsschreiber


Beiträge: 29



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Verstehe einer die Römer! Asterix sagte ja schon die spinnen, die Römer.
Sorry ich denke ich bin hier fehl am Platz!
Danke Ralphie, das du es auch so siehst, ich schüttele immer noch mit dem Kopf.
Dann wird in der Lyrik über Stil und Metrik gestritten und so etwas wird hier gelobt. Entschuldigt Leute, ich werde hier wohl nur noch als Leser mitwirken!

Dachte, dass dieses Forum weil es sich "Deutsches Schriftstellerforum" nennt, auch einen intellektuellen Mehrwert bietet.
Ich möchte das Forum nicht ausschließlich auf diesen Beitrag reduzieren, doch einige Beiträge hier im "angeblich" vollendeten Lyrikforum, sind absolut nicht gerechtfertigt und ich habe das Gefühl, hier wird von Amtswegen mit zweierlei Maß gemessen!

Bin sehr sehr enttäuscht!
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:


Ich bin eine billige
Strassenhure

nicht
aus Not zu verzeihen
wäre das

aus purer Lust
wälze ich mich
in der Szene
der Literaten

taumeln
meine Gedichte
auf dem Kiez
in die Gosse
müde vor die
machtgeilen
Füsse eines
Verlegers

Ich reibe mich
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schwarze Lackschuhe
treten meine Poesie
achtlos in den
Dreck oder verlangen
dass ich zahle

zahlen womit
mit meiner Freiheit
meiner Lust meiner
Liebe meinem
Mut zu eigener
Wahrheit zu
meiner Poesie

niemals bin ich doch
eine billige
Strassenhure und frei


Mir gefällt der Text sehr gut. So oder so.
Nur für die gans mal so gemacht.
 Rolling Eyes

Mardii
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 18:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Lokalkolorit, Harmonie, Lieblichkeit und Bürgermoral sind nicht mein Ding.Wäre schön, wenn du meine Texte neben deinen leben lassen könntest, so wie ich auch deine Schreibe achte,auch wenn ich sie nicht mag.Wer unter meine Gürtellinie kommt, bestimme ich allein.
Mahisha
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 18:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mardii, uns Schreibenden geht es in der heutigen Zeit doch allen so.
Ich muß das nur einfach mal "vollkrass" rausschreien.
Danke für deine Antwort
LG mahisha
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JamesLarkinWhite
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 70



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne mir Kompetenz in dieser Frage anmaßen zu wollen: Ich find's gut. smile

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Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schreiben.
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EdgarAllanPoe
Geschlecht:männlichPoepulistischer Plattfüßler

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Beiträge: 3310
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Bronzene Harfe Die Goldene Bushaltestelle
Goldene Feder Lyrik


Die Tauben
BeitragVerfasst am: 12.10.2010 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Das Gedicht ist sehr polemisch, das stimmt, und es hat das Potenzial, viele Leser zu verärgern oder gar zu verschrecken.
Ich lese es allerdings als Anklage gegen den Mainstream, in dem nur noch der Kommerz und nicht die Kunst zählt. Einige Führende - wie hier die Verlage - drücken einem Dichter das auf, womit sie glauben, am meisten Geld zu erwirtschaften. Der Schreibende wird unglücklich und sieht sich, wenn er die Belange seiner Chefs betrachtet, ausgenutzt, buchstäblich missbraucht. Sein "Körper" ist hier sein Talent, das in den Schmutz getreten wird, damit andere sich daran befriedigen können.
Ich kann nicht sagen, dass mir dein Gedicht gefällt, aber durch diese Deutung - die natürlich nicht richtig sein muss - bekommt es etwas Interessantes: die heftige Aufforderung des Schreibenden, endlich nach seinen eigenen Vorstellungen arbeiten zu können, und sei es, indem er sich derart drastisch äußert, wie es hier geschieht.
Zwischen der allgemeinen Kritik an den menschenunwürdigen Praktiken der Prostitution und der Ausbeutung des Künstlers generell hast du hier einen seltsamen, aber nicht minder spannenden Bogen geschaffen.


_________________
(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 18:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,JLW,
danke für deine Antwort.
mahisha
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Mahmud
Sonntagsschreiber


Beiträge: 27



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mahisha,
klar ist der Titel eine Provokation, die Umbrüche auch, die man als gewollt und erzwungen diskutieren könnte, aber wegen des Inhalts nicht muss. Die Kernaussage scheint mir zu sein: "meinem
Mut zu eigener
Wahrheit" und das macht deinen Text sehr eigen. Und dann die Kehre, in der in gelackte Schuhe gekotzt wird:"und frei". Solch ein Selbstbewusstsein gegenüber den literarischen Zuhältern zu entwickeln finde ich lesenswert.
Gruß,
Mahmud
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 70
Beiträge: 5245
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Kolorit hat Folgendes geschrieben:
Dachte, dass dieses Forum weil es sich "Deutsches Schriftstellerforum" nennt, auch einen intellektuellen Mehrwert bietet.
Ich möchte das Forum nicht ausschließlich auf diesen Beitrag reduzieren, doch einige Beiträge hier im "angeblich" vollendeten Lyrikforum, sind absolut nicht gerechtfertigt und ich habe das Gefühl, hier wird von Amtswegen mit zweierlei Maß gemessen!


Hallo Kolorit,

Freier Vers, nicht mein Ding, aber der Inhalt, das war doch nicht schwer, den als Aufschrei einer Autorin zu sehen, die Erkenntnis, sich nicht mit den eigenen Texten zu prostituieren. Denn genau genommen ist das nichts anderes, wenn man "sich verkauft" indem man sich in Bücher "einkauft".

Wie dies nun lyrisch "rüberkommt, dazu maße ich mir kein Urteil an, Inhalt kann ich bewerten!

Und wenn du noch mehr entgeistert sein willst, schau in Lüttkes Federvieh, lies dich durch andere Beiträge anderer AutorInnen, da ist dieser hier Kinderkram.

Kolorit hat Folgendes geschrieben:
Bin sehr sehr enttäuscht!


Von wem oder was?

Dieses Forum lebt von seiner Bandbreite, es ist das lebendigste, das ich kenne.

LG

Harald


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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 19:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Edgar A. P.
Deine Interpretation ist sehr gut. Prostituiere ich mich als Autor/in oder nicht? Es ist ein, zugegeben polemischer Aufschrei, der die Spreu vom Weizen trennt.
Bin ich konsequent in meiner Poesie oder nicht?Ich beziehe hier klar Stellung zu meiner Kompromisslosigkeit. Dass das die Leserschaft spaltet,war mir klar und genau das wollte ich. Es wird mir schmerzhaft klar, dass ich als Autorin entweder Glück haben muß oder mich den vermeintlich " Großen" anzubieten habe. Damit sitze ich im selben Boot, wie alle Prostituierten. Ich kenne einige von diesen Frauen, die seit vielen Jahren um Anerkennung kämpfen.Ich solidarisiere mich mit ihnen und will einfach meine Selbstachtung behalten.
Was tun denn die unzähligen Dichter und Poeten? Sie verschwinden in der Masse, nach dem Motto, wasch mich,aber mach mich nicht nass. Ich aber will mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehn für meine Leidenschaft einstehen. Das hat mit Moral nichts zu tun.Huren sind tapfere und lebenskluge Frauen.Ich auch.
Wie ihr hier lesen könnt, löse ich gerade eine Identitätskrise als Dichterin, habt ihr die nicht?
Danke für eure ernsthafte Aufmerksamkeit.
LG  mahisha
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Kolorit
Sonntagsschreiber


Beiträge: 29



BeitragVerfasst am: 12.10.2010 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

@ Harald

Ich will den Michael Lüttke wieder haben!  Razz
Da scheiden sich zwar auch die Geister, doch wenigstens mischt er unter seine Verse keine Anglizismen unter einem deutschen Text.

Ich könnte soviel schreiben, was diesen Text von mahisha anbelangt, oder warum ich hier enttäuscht bin, (meine Enttäuschung war vordergründig, das solche Texte hier als wertig oder "offenbar" als Glanz der Ewigkeit angesehen werden, weil sie hier existent sind) Jeder hat dazu seinen eigenen Standpunkt, sowie seine individuellen Wertungskriterien. Ist ja auch gut so.
Doch nun übe ich mich jetzt gelassen in Zurückhaltung. Denn mein Literaturagent hat mich schon gerügt, ich würde zu viel zeit in Foren verbringen.
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 19:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mahmud, ich bin sehr zufrieden, dass du und die anderen verstehen, was ich sagen muß. Ich bin alt und habe nichts zu verlieren. Wenn ich mich auflehne gegen den Mammon und den Kommerz, behalte ich meine Selbstachtung, wenn ich die verliere kann ich nicht mehr schreiben.
Wirklich schreiben ist einfach nichts für Angsthasen.
LG   mahisha
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Rosanna
Richter und Henker

Alter: 25
Beiträge: 1202

Pokapro V & Lezepo III Silberne Harfe


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt das Gedicht und je öfter ich es lese, desto mehr. Könnte die neue Forumshymne werden Laughing ... nein, mal im Ernst. Ich habe zwar einige Anläufe gebraucht, um alle Sätze zu 'entziffern', aber das macht einen Teil des Reizes aus: du musst dich ganz auf den Text einlassen. Ich könnte nicht so schreiben.
Und es trifft wirklich auf dieses Forum zu, jedenfalls die Grundaussage. Wir bieten uns auch jedem dahergelaufenen Leser an, der hier hereinschneit.Ob manche von uns hoffen, die Mätresse eines dahergelaufenen verlegers zu werden? Na, bestimmt wink.

Eigentlich gefällt mir der Anfang am besten:

Ich bin eine billige
Strassenhure nicht
aus Not zu verzeihen
wäre das
aus purer Lust
wälze ich mich
in der Szene


aber je mehr sich der Koloss von Rhodos hier über "members only" aufregt, desto mehr verliebe ich mich in die Stelle.
Wo wir grade mal dabei sind...
Kolorit, ich kenne dich nicht, aber wenn dich etwas stört, dann sag einfach, was das ist. Du hilfst absolut niemandem weiter, sollte er auch noch so schlecht sein (objektiv oder subjektiv), wenn du ihn dämlich von der Seite anpöbelst. Und mal so nebenbei: moderne Gedichte brauchen nicht zwangsläufig ein Metrum und können auch ruhig mit Anglizismen "kokettieren" (die hier übrigens, nur so am Rande, auch als ironisch überspitzt gewertet werden können). Wem's gefällt, der liest es, dem Rest kann es egal sein. Wenn man aber etwas rezensiert, sollte man sich wenigstens die Mühe machen, richtig zu lesen. Meine Güte.

Denn mein Literaturagent hat mich schon gerügt, ich würde zu viel zeit in Foren verbringen.
AH! Das erklärts! Mätresse...humdidumdi Twisted Evil


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nahtannahtnähtnathannähte
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nadelihremendepunkt
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MrPink
Geschlecht:männlichLyromane

Moderator
Alter: 47
Beiträge: 2803
Wohnort: Oberbayern
Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 12.10.2010 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Sollte sich doch noch ein fairer Lude auftun, für solche Texte würd ich Geld ausgeben.

schönen Abend
andi


_________________
„Das Schreiben wird nicht von Schmerzen besorgt, sondern von einem Autor.“
(Buk)
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Stimmgabel
Geschlecht:männlichBestseller-Autor


Beiträge: 4401
Wohnort: vor allem da
Bronzener Sturmschaden Der goldene Spiegel - Lyrik (2)



BeitragVerfasst am: 13.10.2010 00:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mahisha,

für mich nicht nur ein sehr gelungener Text/Gedicht mit starkem, hintergründigem Inhalt,
sondern auch von der umgesezten freien Versform technisch sehr versiert.

Hier sind es ja nicht nur nur kurzzeilige Umbrüche und ineinander Schiebungen, sondern ebenso sehr interessant eingebaute Apokoinus,
die echt verschiedene Leseweisen flüsssig zulassen.
Und hieraus weitet sich der Inhalt immer wieder um Nuancen, falls man als Leser die Lust und Mühe dazu verspürt,
diese Varianten entdecken zu wollen – eben sich auf diese Struktur mal einzulassen !

Einige Beispiele aus dem Anfangsteil :
Zitat:
Ich bin eine billige
Strassenhure nicht
aus Not zu verzeihen
wäre das
aus purer Lust
wälze ich mich
in der Szene
der Literaten taumeln
meine Gedichte
---------------------------------------------------------------
Paar Apokoinon-Beispiele :

Ich bin eine billige Strassenhure nicht - ......
Ich bin eine billige Strassenhure, nicht aus Not
aus Not zu verzeihen, wäre das...
wäre das aus purer Lust, wälze ich.....
wälze ich mich in der Szene der Literaten. taumeln...

usw.........
---------------------------------------------------------------

Es ist mMn eine ausgefeilte vers-libre Struktur – und was anderes ist hier nicht da – oder anders gesagt, das ist es, was hier zu diskutieren gilt.
Und so kann diese Form persönlich Missfallen erzeugen – keine Frage
(ich bin begeistert : -)  ) / doch hier Äpfel mit Birnen in den wertenden Vergleich zu ziehen, ist mMn sehr neben der Sache liegend.

Auch kam mir bezüglich der so gewählten, inhaltlichen Form das Thema eines monologischen Dialogs in den Sinn – eine Art öffentliches Mithören sollen der Gedanken dieses Prots...

Und ebenso selbstreferentiell - das Gedicht, das sich dem inhaltlichen Objekt des Huren-Verhaltens selbst nicht entzieht, also selbst zum Huren-Objekt wird, sich dieser Thematik einbezogen stellt - gefällt mir : -))

-----------
Desweiteren :
Kundgetane Kommentar-Stimmen hier im Faden,
nach einem anderen Autor vergleichend zu schreien, ist mMn unmöglich.  Confused
(...und dann auch noch komplett in Off-Topic Manier – Nun ja....., was tut man nichts alles, um sich selbst darzustellen../ selbstreferentiell ?)

Ist hier also
sicher eine Sache des Geschmacks, aber sicher nicht eine Frage, dass diese Umbruch-Form misslungen ist, oder (wofür auch immer) abträglich wäre....,
da sie nun mal „so“ das Stilmittel ist, und klar „so“ strukruriert ist !

GenreA und GenreB haben nun mal u.U. kaumst eine Schnittmenge – in Form, und Ausdruck – und der Inhalt ist eben grundsätzlich der andere Schuh !

Versuch einer Deutung :
Das vordergründige Thema ist : Literatur, Gedanken, Veröffentlichen, sich selbst als Autor(Mensch) verkaufstechnisch in einen Stream reinstecken zu lassen(hierfür sich selbst entfremdend zu prostituieren),
oder eben nicht,
und bei seiner Art der Extroversion zu bleiben, die eigene Denke und Sprache, eher mehr, beizubehalten.

Und hier die Attributivierung „Hure“ offen auszusprechen, was ja zu dieser Thematik nicht nur ein real-offen, unausgesprochenens Thema darstellt – sondern umso treffender,
nimmt hier dieses Gedicht das Bild der „Straßenhure“ in den Mund,
also sich selbst offen hier nicht ausklammernd !

Tatsache ist nun mal – wer veröffentlicht, will auch gedanklich Leser erreichen – bis dahin gehend, Gewinne oder Achtung damit zu erzielen – und letztlich uneingeschränkt erst einmal legitim.

Und sich (gut) verkaufen zu wollen, schließt das sich selbst Verhuren zunächst nie aus – eine ebenso uneingeschränkte Realität.
Eine Frage, die jeder selbst beantworten muss(in seinen 4 Wänden...: -) , da es ja öffentlich scheinbar immer nur diese Finger bezeigenden, „anderen“ Huren gibt – und sonst nur die guten, braven......., man selbst sowieso...)
Und nun
möchte ich die Hier-Thematik „Gedanken Veröffentlichen“, um die zweite Ebene des Gedichts erweitern, insofern,
da es hier ja tonal um eine Form der Kommunikation geht.
Und Kommunikation allgemein impliziert nun mal ebenso „uneingeschränkt“ und immer ein sich selbst Verhuren – mehr oder weniger.
Kommunikation ist nun mal per Definition der Akt des öffentlichen Tauschens an einem Objekt – mit Ego-Zielen, als auch mit mir selbst.

Der Kommunizierende will einzig immer etwas vom Gegenüber bekommen, genau das Grundmotiv jeglicher Kommunikation(von Beachtung, persönlichen Erweiterungen, Bestätigung bis hin zu bel. Vorteilen/Erträgen, usw...) – und über das Medium eines Tauschobjekts – eben u.a. auch das, was er dafür investiert.

Und genau hier beginnt auch das Thema der Selbst-Verhurung(muss es zunächst auch),
eben,
mich selbst als Verkaufsobjekt, als Mittel zum Zwecke, einzusetzen – das ist nun mal Realität. Das Ausmaß/Rahmen meiner Prostitutionen bestimme ich dann ebenso immer bewusst in Eigenregie.

Und genau das ist - für mich - die Tiefe dieses Textes und seine innere Aussage.
Nicht die apriori ausgemachte,
öffentliche Hure oder der öffentliche Hurenbock ist generell das Verwerfliche/der verwerfliche Punkt,
sondern wohl dieser gravierende Fakt, inwieweit ich mich für einen Erfolg/Ziel meinem ICH egoman entferne,
mich Ich selbst-entfremdend prostituiere, mich in der Welt des Ich-Verkaufs schon verloren habe - usw....

Mal so viel...... Smile

mahisha,
zusammenfassend – hat mir echt gut gefallen, Dein Gedicht mitzuspüren, mal so eigene Gedanken zu entwickeln,
ein Top Gedicht für mich...,

und einen Gruß, Stimmgabel

--


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Babsi
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 234



BeitragVerfasst am: 13.10.2010 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Mahisha!....ich möchte nur meine Bewunderung für deine Mut aussprechen....so viel zu nachdenken und wahres im deinen Gedicht....nur wenige können sich so eine Offenbarung leisten, vielen Dank....schöne Grüsse,  Babsi
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 13.10.2010 10:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Noch mal zu dir,Mardii,
mir gefällt die Version, die du geschrieben hast. Sie ist um einiges entschärft und sagt doch das selbe aus.Vielen Dank dafür.
Aber manchmal muß ich in die Welt schreien als Poetin, oft flüstere ich nur und das ist dann auch ganz schön laut. Beide Enden der Skala liebe ich, das "gesunde Mittelmass" ist im Alltag genug.
Lieben dank    mahisha
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