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Autor Nachricht
mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 11.10.2010 15:29    Titel: Wie antworten Sie auf die Frage:"Wie geht es Ihnen?&quo eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich möchte mich hier an einem Essay versuchen.Bei Wikip. habe ich viel darüber gelesen, bin mir aber nicht sicher.
Wäre schön, wenn ich Hilfe bekommen könnte.
LG   mahisha


Wie antworten Sie auf die Frage;"Wie geht es Ihnen?"?

oder : „Wie fühlen Sie sich heute, an Ihrem Ehrentag?
kreuzen Sie bitte an :
demenzkrank
narrenfrei
poetisch weise
(Mehrfachnennungen sind möglich)“
                                                          
oder: „Hey, Aldä, was geht ab, Aldä?“

Zunächst erscheint alles ganz einfach,denn niemand will ja wirklich eine Antwort. „Ja, ja .Und selbst ?“ ist sehr eingängig und damit genug der Höflichkeiten.
Wenn man jedoch alt geworden ist, wird das Ganze zu einem ernsthaften Problem.
Ratlos stottert und lamentiert der/die Betagte über Schmerzen hier und da und das Gedächtnis und eigentlich will man ja nicht klagen, aber...
So weit, so gut, es gibt ja auch sonst wenig ergiebigen Gesprächsstoff für einen  Menschen  auf dem Abstellgleis, agile,attraktive und bekannte Persönlichkeiten sind natürlich ausgenommen.Deren demenzielle Erkrankungen dienen gelegentlich sogar dazu, ihre vergangenen Verdienste besonders hervorzuheben und den Zustand der Verwirrung als heroisches Agieren des Betroffenen und  seiner Familie darzustellen, sozialpolitisch gesehen.
Da die Zeit sich heute scheinbar selbst  zu überholen wünscht, verkommen Lebenserfahrungen  zu Freizeitbeschäftigungen von Rentnern, die man wirtschaftlich in Form von Kreativkursen ausschlachten kann und selten irgendwo hinführen.

„ Werden Sie noch ein erfolgreicher Schriftsteller und Fotograf oder stellen Sie ihre fundierten Erfahrungen ehrenamtlich und natürlich kostenlos in den Dienst der Gesellschaft. Verwirklichen Sie sich im Alter,werden Sie edel, großmütig und gut und melden Sie sich zu Wort,wenn es angebracht ist,aber leben Sie um Gottes Willen und zu unser aller Aufschwung endlich Ihre Leidenschaften, die Sie bisher dank der Zwänge des Alltags versenkten und verschliefen. So werden Sie garantiert zufrieden nützlich nutzlos.“

So hockt dann die Alte vor dem Schreibtisch des Neurologen und Psychiaters. Der                  
zweite Stuhl neben ihr bleibt leer, sie hat dort ein gutes Buch hingelegt. Ein Signal, dass sie noch dazu gehört.
Und dann fragt dieser Mensch in weißen knackigen Hosen doch wirklich : „Wie geht es Ihnen?“ Wenn sie Glück hat, sieht er sie dabei an und will die Frage wirklich beantwortet haben.
Sie weiß vorher, was dann geschieht :
Ratlos stottert sie herum,lamentiert über Schmerzen und das Gedächtnis lässt in letzter Zeit sehr zu Wünschen übrig, und,, und...
Dabei hat sie sich immer weiter gebildet, Fernlehrgänge mit großem Erfolg absolviert, die Teilnahme an Volkshochschulkursen war selbstverständlich und eine künstlerische Ausbildung brachte auch mäßigen Erfolg.
Nicht zufällig spricht hier eine alte Frau. Aber das ist ein anderes, allerdings nicht weniger interessantes Thema.
„Wie geht es Ihnen also ?“
„Ich bin ratlos. Was kann man denn noch erwarten.  Wohin denn mit all den spät berufenen Künstlerinnen, den alternden Genies, den kreativen Greisen ? Die Galerien sind zu klein oder zu fein und die Verlage verlegen aus Kostengründen nur bereits erfolgreiche Autoren und selbsternannte Poeten deklamieren inzwischen in jeder Kneipe, die ein Drei – Gänge - Menü anzubieten hat, um die Pausen zu füllen . Außerdem sollten sich die jungen Menschen mit ihren Ideen durchsetzen, ihnen gehört die Welt und die Verantwortung. Kann man ja alles verstehen.“

„Vielleicht setzen  Sie Ihre Erwartungen zu hoch an ? Einige Stunden Verhaltenstherapie könnten klären,wo Sie Ihre Fähigkeiten realistisch ansiedeln sollten, um sich (.. und andere, aber das verschluckt er)nicht zu überfordern.“

„Wie geht es Ihnen?“,fragt der Kunstmäzen nicht. Auf seiner gelichteten Denkerstirn ist zu lesen : „Unbefriedigte, ältliche Frau, nicht zu vermarkten!“

Bleibt noch die große unendliche Weite des web. Natürlich werden wieder Kurse zur Bewältigung des technischen know how absolviert, um dann endgültig in den Tiefen und Untiefen  der Konkurrenzen vieler Mitstreiter zu versinken, die alle schneller, klüger und begabter sind. Die Besserwisser schwimmen penetrant oben und die Zweifler sollten unbedingt wieder einen Therapeuten konsultieren.
„Wie geht es Ihnen?“ Diese Frage ist natürlich auch hier nicht von Interesse.

„Wie geht es Ihnen?“ Eine ehrliche Antwort scheint für einen alternden Menschen sehr gefährlich zu sein. Alles, was er gerne hätte oder täte, ist aus guten Gründen nicht oder kaum mehr möglich, also muss er nach üblichen Maßstäben zwingend antworten:
„Mir geht es schlecht, alt sein ist ein Mangelzustand, der mich schmerzlich kränkt und niemand hilft mir.“
Ist qualifiziertes, hochwertiges Jammern eigentlich eine besondere Begabung oder benötigt man dazu eine solide Mundwerkslehre mit Gesellenprüfung und mindestens eine zweite Fremdsprache?

Ein kluger Kopf, ein alternder Don Quichotte zum Beispiel, widmet sich vermutlich der Frage nach seinem Befinden, mit Zorn und Lanze. Gehört dieser Kampf nun in die    
Schubladen  der Senilität, der närrischen Weisheit oder der Kunst der Poesie?
Benötigen wir diese Kommoden aus grauen Vorzeiten überhaupt?

Es gibt Menschen, die auf die Frage:
„Wie geht es Ihnen?“ folgende Antwort geben:
„ Danke der Nachfrage, ich bin zufrieden.“

Wie das?

Hier ein Beispiel :
Eine ältere Person, ( die Neutralität ist hier zwingend notwendig) antwortet auf die Frage,warum sie sich eine digitale Spiegelreflexkamera zugelegt habe, folgendermaßen : „Lange habe ich darauf gespart.Ich fotografiere eben gerne, habe ein Fernstudium zu diesem Thema erfolgreich abgeschlossen und experimentiere mit großer Freude mit den technischen Möglichkeiten.Bei der Suche nach geeigneten Motiven, wie das Arrangement von drei Grashalmen im Wind, von der Sonne perfekt ausgeleuchtet, auf den Knien liegend, vergesse ich Zeit und Raum und  mich.
Das Wichtigste aber ist die digitale Funktion. Viele,viele Perspektiven zu dem Thema  meiner Grashalme habe ich gefunden und mich daran erfreut.Es ist einfach genial. Ich kann sie alle löschen und habe Platz für neue Ideen.“

„Und wie geht es Ihnen damit?“

„Danke der freundlichen Nachfrage, ich bin zufrieden. Und wie geht es Ihnen?"

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kleiner schreiberling
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 25
Beiträge: 121
Wohnort: Hütte


BeitragVerfasst am: 17.10.2010 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mahisha

Vorweg mal eine kleine Anmerkung: Du solltest nicht bei Wikipedia nachschauen, wie man eine Textart schreibt. Lies lieber möglichst viele Texte der Sorte, dann bekommst du sehr schnell einen Eindruck, wie man so etwas schreibt.

Jetzt zu deinem Text. Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut. Deine kleinen Sprachspiele sind angenehm zu lesen. Allerdings verlieren einige Sätze in ihrer Umständlichkeit leider ihren Sinn
Zitat:
Deren demenzielle Erkrankungen dienen gelegentlich sogar dazu, ihre vergangenen Verdienste besonders hervorzuheben und den Zustand der Verwirrung als heroisches Agieren des Betroffenen und seiner Familie darzustellen, sozialpolitisch gesehen.
Shocked
Was genau willst du mit diesem Satz sagen? Vor allem der Einschub am Ende wirkt irgendwie ungeschickt. Wie wäre es stattdessen mit:
Deren demenzielle Erkrankungen werden sogar gelegentlich als heroischer Kampf dargestellt.
Versuche etwas zielgerichteter zu schreiben. Dir fehlt im gesamten Text irgendwie der rote Faden. Das ständige "Wie geht es ihnen" soll wohl als ein solcher fungieren, schafft aber eher noch Verwirrung.

Bei einem Essay geht es meiner Meinung nach darum ein Problem mit Hilfe von Beispielen darzustellen und zu kommentieren. Die Darstellung finde ich gut gelungen, sie geht nur in den Beispielen unter. Du könntest hier ruhig ein wenig klarer kommentieren.

Also: Insgesamt gut geschrieben, aber etwas orientierungslos.

MfG

kleiner schreiberling
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Geranium
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 45
Beiträge: 30



BeitragVerfasst am: 17.10.2010 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mahisha,
ich habe leider vergessen, was genau ein Essay ist, aber deins liest sich gut! Ich finde schön, daß der erst recht traurige Text so positiv endet.
Gefällt mir!

LG, Geranium.


_________________
Liebe Grüße, Geranium
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 21.10.2010 14:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo kleiner Schreiberling, ich komme erst jetzt dazu, dir zu antwortetn : Orientierungslosigkeit, ja, das ist der Eindruck,den dieser Text hinterlassen soll.
Für deine Rezension und die Anmerkungen zum Essay danke ich Dir, kann ich gut gebrauchen.
LG mahisha
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mahisha
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 162
Wohnort: Bremen


BeitragVerfasst am: 21.10.2010 14:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Geranium, danke fürs Lesen und deinen Kommentar
LG   mahisha
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