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Oktoberfest (nichts)


 

 
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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 31
Beiträge: 1198



BeitragVerfasst am: 23.09.2010 01:28    Titel: Oktoberfest (nichts) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Da wo der Mond
ein alter Mann ist
für lachende Bierkrüge,
wie es da nur sagen:
dieses Warten!

Dass es nicht mehr ist
der Tod im Magen:

ein Leben aus Bilderbüchern
ohne Farben
und Spaziergang
auf glühenden Scherben.

Wundenschön?

(Explosion von Gefühlspaletten
in einer Ausstellung
blos angebrochener Herzen)

Und was mehr
als nichts
und wieder nichts
für den Tag an dem
die Katze weglief
und ihr Leben begann
unter dem riesigen Rad
fernab
von daheim.

Darauf Brüder lasst
uns nüchtern sein
bei allem Vollbier
und ohne Grund
keinen Sinn suchen
in hinterlichtigen Lächeln,
denn Worte
bedeuten nichts
was Eltern niemals
in den trüben Tagen
verschwiegen hätten
über die Kindheit.

Eins, zwei, drei
und gesoffen
auf keine Zukunft!

Also unschönes Dirndl
sieh ins Licht
so schwerschweigend du kannst
und schwenke deinen Krug-
in den Tod.

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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 23.09.2010 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schmierfink!

(Als ich den Titel und das Inkognito las, wusste ich gleich, dass du wieder deine Finger im Spiel hast. Dein Stil kann sich eben nicht hinter irgendwelchen Pseudonymen verstecken, und solche Rechtschreibfehler wie "blos" in der fünften Strophe und sonstige machst du recht häufig ... Das nur am Rande.)
Gestern sah ich einen Bericht im Fernsehen über saufwillige Leute, die für einen Tag nach München fahren, um sich da volllaufen zu lassen. Abends sind sie weggefahren und morgens angekommen: Schon im Bus fingen einige damit an, Bier in sich hineinzuschütten. Dann, in München angekommen, die erste Ernüchterung: Zelte voll, aber trotzdem Spaß auf den Wiesn, viele Leute und so weiter, aber hinterher: schön besoffen, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Schläge auf den Kopf von irgendwelchen Durchgedrehten, und ein hübscher Kater für den nächsten Tag.
Das alles hatte die gleiche übelkeitserregende Wirkung auf mich wie dein Gedicht. Da möchte der Magen sich umdrehen: Die überfüllten Zelte sind wohl eher was für solche, die Klaustrophobie ertragen können, und die grässlichen Bierdünste was für jene, deren Magen robust genug ist. Deshalb besitzt das Oktoberfest auch auf mich eine abschreckende Wirkung, die dein Gedicht sehr anschaulich beschreibt. Bitter wie abgestandenes Bier.
Auf keinen Fall gerne gelesen.

Liebe Grüße,

Eddie


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(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 31
Beiträge: 1198



BeitragVerfasst am: 28.09.2010 14:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Eddie,

tja Klammern mag ich halt, lustigerweise startet sogleich ja auch dine Rezi damit.^^
Ja, so ein Wiesenbesuch kann schon sehr lusig sein, vorallem so ein Ausnüchterungsaufenthalt im Rotkreuzzelt, oder ein zwei Stündchen chillen an Der Bavaria (Kotzhügel) sind Pflicht für jeden vergnügungssuchenden Besucher!^^
Naja, irgendwie muss es mich ja freuen, wenn es ungern gelesen wird, also Danke!^^

lg
Schmierfink


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"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
Heinrich Heine

"Ich gebe Zeichen von mir, Signale . . . Ich schreie aus Angst, ich singe im Dschungel der Unsagbarkeiten"
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Georg Büchner
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ichundso
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 31
Beiträge: 190



BeitragVerfasst am: 28.09.2010 15:51    Titel: Re: Oktoberfest (nichts) Antworten mit Zitat

Schmierfink hat Folgendes geschrieben:

Darauf Brüder lasst
uns nüchtern sein
bei allem Vollbier
und ohne Grund
keinen Sinn suchen
in hinterlichtigen Lächeln,
denn Worte
bedeuten nichts
was Eltern niemals
in den trüben Tagen
verschwiegen hätten
über die Kindheit.


vielleicht verstehe ich was falsch, aber für mich tut sich hier ein inhalt auf, der vom rest des gedichts abzugrenzen ist. zugleich auch die stärkste strophe.
ich habe das gefühl, dass an einige stellen dein stil nicht so recht zum inhalt passen will.
die zweite strophe finde ich schlecht konstruiert. "Dass der Tod im Magen / nicht mehr ist:" - ich sehe nicht wo deine version demgegenüber gewinnt.

"glühende Scherben" gefällt mir nicht, kann nicht genau sagen warum. vielleicht finde ich die kombination verbraucht.
"Wundenschön?" klingt profan.
ohne "bloß" (blos) wird die geklammerte strophe stärker
die nächsten beiden Strophen finde ich sehr stark,
das hier
Zitat:
Eins, zwei, drei
und gesoffen
auf keine Zukunft!
hingegen wieder schwach. kein bild drin und langweilig formuliert. strophe kann schlicht gestrichen werden.

der letzte vers wirkt recht melodramatisch.
habs mal dran rumgefummelt:


Oktoberfest (nichts)

Da wo der Mond
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Ich werd es dir nicht nachtun.


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holding half a head
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I slept with who I liked
she ate me up for breakfast
she screwed me in a vice
but now I don't know why I feel so tongue-tied"
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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 28.09.2010 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, dass ichundsos Version ein wenig von dem scharf-bissigen Schmierfink-Stil verliert, aber bei ein paar Wendungen, wie z. B. "wundenschön", kann ich ihm im Nachhinein recht geben.
Das hier ist eines der Gedichte, die ich nur sehr ungern lese, weil sie mit meinen Phobien spielen - auf den "Bavarienhügel" kann ich daher getrost verzichten. Mich schaudert's da nicht nur ein bisschen. J'ai mal au coeur, würden die Franzosen dazu sagen - mir ist (kotz-)übel, wenn ich dein Gedicht lese, nimm's mir nicht krumm, aber das war ja auch Absicht.


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ichundso
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BeitragVerfasst am: 28.09.2010 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

dass ich in meine version meinen stil mit eingebaut habe stimmt, und der ist nicht gerade scharf. das ist wohl geschmackssache. habe dabei auch sachen geändert, die ich nur "vielleicht" ändern würde, wäre es mein eigener text. zum beispiel bin ich bei dem "tod im magen" immernoch unschlüssig, auf den ersten blick gefiel es mir sehr gut, auf einen späteren nicht mehr.

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Schmierfink
Lyroholiker

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BeitragVerfasst am: 29.09.2010 18:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ichundso,

erstmal vielen Dank für die intensive Textarbeit.

Also, das verstehst du schon richtig denke ich, tatsächlich bricht sich die Strophe inhaltlich ein wenig mit dem Rest.


Naja, zur zweiten Strophe, ich verdrehe halt so gerne Setzte um Akzente zu setzten, ist ein Splin von mir.^^

Kann ich verstehen, mit dem glühenden wirds wohl echt zu viel.
Schade, dachte das wär mal ganz nett.^^

Und gegen Ende werde ich halt auch gerne mal dramatisch, persönlich mag ich das halt einfach, nicht immer so nüchtern... kann aber sehr gut verstehen, dass das abschreckt und nicht gefällt.

Dein Vorschlag ist auf jeden Fall cool finde ich, aber ein paar Sachen stören mich...

zb. das Gesöff im Magen find ich net so toll!
Die Scherben finde ich gut gelöst, danke!

Die wunden wieder nicht so, da würd ich dann lieber streichen, ehrlich gesagt.

Dein Ende taugt mir auch, gibt dem Text aber fast einen anderen Sinn, so alla den Wahnsinn mache ich nicht mit, während das original ja eher zeigt, wo nach Meinung des LI, solcher Hedonismus hinführt...

Achja, das mit dem 1,2,3 gesoffen, ist der Wiesnsaufspruch. Sich kaputt lachen

@ Eddie,

nehm ich dir garnicht krumm, danke dir nochmal!

lg
Schmierfink


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