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fabrese
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 08.09.2010 10:36    Titel: Erinnerung an Gertrud eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Erinnerung an Gertrud
Krampfhaft versuche ich die Gedanken in meinem Kopf zu ordnen, die Bilder unserer insgesamt zwei Begegnungen plastisch und real zurückzuholen.
Könnte ich die Zeit zurückdrehen, einsaugen würde ich die Eindrücke unseres Kennenlernens wie ein Schwamm: deine Gesichtszüge, Mimik, Gestik... jedes Wort von dir würde ich auf die Goldwaage legen! Dann müsste ich mich jetzt nicht so anstrengen, die Bilder vergangener Zeiten von dir zu erhaschen.

Die Zeit, so unwiederbringlich rasend schnell kann sie nur gegen dich arbeiten...dein Krankheitsbild so schwer, lässt jeden Funken Hoffnung in der knallharten Realität ersticken.

Aber die Hoffung stirbt zuletzt! Wir Menschen lassen uns von unwiederbringlichen Tatsachen nicht beirren – vielleicht geschieht ja ein Wunder und du wirst entgegen der Aussagen der Ärzte wieder gesund. Auch das hat es schon gegeben, eine spontane Selbstheilung! Diese Gedanken sind jedenfalls besser als zu wissen, dass du stirbst!

Mit 72 Jahren sterben? Nein, in diesem Alter stirbt man doch noch nicht! Die durchschnittliche Sterblichkeit bei Frauen in Deutschland liegt bei 82 Jahren. Somit ist deine Zeit jetzt noch nicht abgelaufen...

Aufgeregt war ich vor unserer ersten Begegnung an einem Mittwoch, genau am 10. August 2010 um 18:30 Uhr. Die Mutter meines Freundes (mein Gott, wie sehr ich diesen Mann liebe), was kann es Größeres geben, als Mutter zu sein: du hast ihm das Leben geschenkt!
Ich kenne deinen Sohn seit dem 19. Dezember 2009, wir haben uns in Mannheim kennen gelernt.

Manfred hat mir bereits vieles von dir erzählt. Deshalb bist du keine Unbekannte mehr für mich.

Wache Augen begrüßten mich, entgegen dem Wort Palliativ, die Station, in die du genau an dem Tag meines ersten Besuches verlegt wurdest: man könne dich dort intensiver und besser betreuen als in der onkologisch-internistischen Abteilung, so wurde dir auf deine Anfrage, dass es eine Station für Sterbende sei, entgegnet.
Du warst nicht bereit, das irdische Leben zu verlassen; dein Kampfesgeist war ungebrochen!
Ich musste kein besonderer Menschenkenner geprägt durch meine jahrelangen Arbeit als Sozialpädagogin sein, um das zu bemerken.
Beschämt war ich über mein morbides Gedankengut als gesunder Mensch im Gegenzug zu dir als Todgeweihte... Du hattest längst den Wert des Lebens erkannt, nicht einfach wegzuschmeißen, was einem geschenkt, obwohl dein Leben sicherlich auch durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet war. Du kanntest deine Verantwortung deinen dir lieben Nächsten: gegenüber deinem Ehemann und gegenüber deinen zwei Söhnen, die dich brauchen.

Bestechend war deine Bescheidenheit und deine Disziplin die enormen Schmerzen still zu ertragen. Schläuche, die permanent das Wasser aus deinen Lungenflügeln in ein Beutel leiteten und andauernde Sauerstoffzufuhr durch die Nase erleichterten dir das Atem.

Wir kamen ohne Berührungsängste sofort ins Gespräch, als würden wir uns bereits viele Jahre kennen. Über Gott und die Welt redeten wir, so wie ich es von meiner Mutter gewohnt bin, die wie du ihre Augen vor der Welt nicht verschließt.
Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment noch unendlich viele Gespräche mit dir zu führen. Zeit bleib doch stehen, für diesen wunderschönen Augenblick – ich möchte noch so viel von dir hören und ich möchte dir noch so viel von mir erzählen!

Durch den liebevollen Ansporn der Pflegekraft das wunderschöne Wetter zu genießen, gingen wir in die Parkanlage des Krankenhauses. So unwirklich erschien mir die Situation, dass du bald nicht mehr unter uns weilst, um nie mehr die wärmende Sonne zu spüren und nie mehr die Schönheit des Parks mit einem See voller leuchtend roter Fische erleben zu dürfen.

Unterwegs sahen wir Raucherzonen, ein Paradoxem in einer Thoraxklinik in der die meisten Patienten an Lungenkrebs erkrankt waren. „Unverbesserlich diese Menschen!“ richtete ich die Worte an dich. Du sonst außergewöhnlich mitfühlend antwortest leidenschaftlich, dass du das nicht begreifen könnest; wütend würde dich das machen, dass du an Lungenkrebs erkrankt seiest, obwohl du nie in deinem Leben geraucht hattest. Wie gut konnte ich dich da verstehen und dein Unverständnis den Rauchern gegenüber nachvollziehen!

Beseelt von dir gabst du mir unbewusst Kraft und Zuversicht als wir uns mit dem Versprechen wiederzukommen, von dir nach über zwei Stunden Besuchszeit verabschiedeten. Ein letzter Blick zu dir beim Hinausgehen zeigte mir im Krankenbett eine aufrecht sitzende Frau in der Hoffnung, dass du noch lange leben mögest.

Scheinbar ging es dir auch die nächste Zeit den Umständen entsprechend gut, da du weiterhin mit eisender Disziplin dein schweres Leid anspruchslos ertrugst.

Ständig kreisten meine Gedanken um dich und deinem Wohlergehen! Zuversicht und Angst wechselten sich bei mir  ab wie das Wetter, das den Gezeiten unterworfen ist.

Ein zweiter Besuch sollte 12 Tage später wiederum an einem wunderschönen Tag an einem Sonntag erfolgen.
Ein kleines Buch mit Aphorismen von starken Frauen sollte einer starken Frau gewidmet sein, das ich für dich in weißes Seidenpapier mit einer daraus selbst gebastelten Rose und buntem Schleifenband verpackte.
Bereits auf dem Weg zu dir nach Heidelberg kam eine Nachricht von deinem Sohn, dass es dir heute entsprechend Aussage deines Mannes, der ständig an deinem Krankenbett wachte, rapide schlechter ginge und wir den Besuch nicht durchführen können. Als Manfred aber das Geschenk für dich sah, entschloss er sich kurzfristig entgegen dem Wunsch seines Vaters mit mir dennoch ins Krankenhaus zu fahren.

Im Flur des Krankenhauses saß ein verzweifelter Mann, der im Wechselbad der Gefühle stand und sich noch zögerlich mit der Realität auseinandersetzen musste, dich seine Frau nach fast fünfzig Jahren Zweisamkeit zu verlieren.
Nun bekamst du bereits Morphium, um deine unerträglichen Schmerzen zu bändigen. Dieses Mittel machte dich müde und trübte deine Sinne, so dass wir eine Weile warteten, bis die Wirkung nach ließ und du wieder ansprechbar warst.

Mein Blick ging gleich zu dir, als ich das Zimmer betrat. Du lagst nun flach auf dem Krankenbett, schwach aber dennoch ungebrochen kämpferisch kam ein freudiger Ausruf von dir: „Die Ute ist ja auch da!“
Du strecktest mir deine Hand entgegen mit der Frage, wie es mir gehen würde. Ich nahm sie freudig auf mit dem Versuch zu sagen, dass es mir gut ginge, erstickten meine Worte in einem Weinkrampf.. .„Doch nicht so gut!“, erwiderst du, eine Frau vom Schicksal hart getroffen, die sich dennoch nicht unter kriegen ließ!
Bescheiden wie du warst, hast du dich sehr über mein kleines Mitbringsel gefreut mit der Anmerkung, wie liebevoll und künstlerisch ich es für dich verpackt habe.
Was für ein wertvoller Mensch du bist! Du hast mir in der kurzen Zeit so viel gegeben, wie viel mehr hätte ich noch von dir bekommen können! Zeit komm zurück!!!

Am 29. August um 11:15 Uhr hat dich der Krebs dennoch besiegt.
Nein, du bist nicht sanft eingeschlafen, wie man es sich für dich, einem Menschen mit Größe und Herz so sehr erhofft hat!

In tiefer Dankbarkeit und inniger Verbundenheit...Unvergessen! Deine Ute...

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*Katja*
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 704
Wohnort: Bergisches Land


BeitragVerfasst am: 08.09.2010 14:21    Titel: Re: Erinnerung an Gertrud Antworten mit Zitat

Dein Text weckt schmerzliche Erinnerungen in mir.


Ein paar Dinge sind mir trotzdem aufgefallen, die du überdenken könntest.


fabrese hat Folgendes geschrieben:
deine Gesichtszüge, Mimik, Gestik... jedes Wort von dir würde ich auf die Goldwaage legen!
Dann müsste ich mich jetzt nicht so anstrengen, die Bilder vergangener Zeiten von dir zu erhaschen.



Die Goldwaage würde ich rauslassen. Das kommt negativ rüber. Insgesamt ist es widersprüchlich mit deinen Gefühlen,
die du im Text vermittelst. Als Sozialpädagogin bist du geschult darauf, zuzuhören und Menschen gut zu beobachten. Du hast sie zweimal
gesehen und erinnerst dich nicht? Eine todkranke Frau, die im Sterben liegt?
Diese Bilder brennen sich tief ein. Visualisiere sie und nutze deine Erinnerungen an diesem Moment.  


fabrese hat Folgendes geschrieben:
Aber die Hoffung stirbt zuletzt! Wir Menschen lassen uns von unwiederbringlichen Tatsachen nicht beirren


Würde ich löschen oder umschreiben. Aber es liest sich besser ohne.


fabrese hat Folgendes geschrieben:

Aufgeregt war ich vor unserer ersten Begegnung an einem Mittwoch, genau am 10. August 2010 um 18:30 Uhr. Die Mutter meines Freundes (mein Gott, wie sehr ich diesen Mann liebe), was kann es Größeres geben, als Mutter zu sein: du hast ihm das Leben geschenkt!
Ich kenne deinen Sohn seit dem 19. Dezember 2009, wir haben uns in Mannheim kennen gelernt.

Manfred hat mir bereits vieles von dir erzählt. Deshalb bist du keine Unbekannte mehr für mich.


Das unterbricht die Geschichte und passt für mich nicht dahin. Ich würde es an den Anfang stellen oder löschen.

fabrese hat Folgendes geschrieben:

Scheinbar ging es dir auch die nächste Zeit den Umständen entsprechend gut, da du weiterhin mit eisender Disziplin dein schweres Leid anspruchslos ertrugst.


fabrese hat Folgendes geschrieben:
Ein zweiter Besuch sollte 12 Tage später wiederum an einem wunderschönen Tag an einem Sonntag erfolgen.


Das widerspricht sich zu dieser Aussage:
fabrese hat Folgendes geschrieben:

Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment noch unendlich viele Gespräche mit dir zu führen. Zeit bleib doch stehen, für diesen wunderschönen Augenblick – ich möchte noch so viel von dir hören und ich möchte dir noch so viel von mir erzählen!


Warum hast du die Zeit nicht genutzt? Warum bist du nicht jeden Tag hingefahren? War es zu weit? Musstest du arbeiten?
Konntest du es seelisch nicht verkraften? Als Leser möchte ich das gerne wissen.

fabrese hat Folgendes geschrieben:
Nein, du bist nicht sanft eingeschlafen, wie man es sich für dich, einem Menschen mit Größe und Herz so sehr erhofft hat!


Das ist übel. Ich persönlich würde es rausnehmen oder umschreiben. Wenn du es so stehenlassen möchtest, dann beschreib es.
Warst du dabei gewesen, dann hast du vielleicht ihre Hand gehalten. Warst du nicht dabei gewesen, dann hättest du gerne
ihre Hand gehalten, als es geschah. Das würde mich mehr berühren.


Insgesamt eine sehr emotionale Geschichte.  Daumen hoch


Liebe Grüße
Katja
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andrea jutta
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 70
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 09.09.2010 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fabrese,

du hast den Abschied von einem krebskranken Menschen sehr gefühlvoll beschrieben. Die schwere Krankheit steht in deinem Text im Vordergrund. Bei diesem Thema muss das ja auch so sein.
Vielleicht kannst du trotzdem noch etwas mehr von dem einflechten, was die Persönlichkeit, der Frau, vor ihrer Erkrankung ausgemacht hat. Was gab es/gibt es noch, das die Erzählerin an ihr so bewundert, abgesehen von der beeindruckenden Kraft/Haltung während der Krebserkrankung?
Ein kleiner "Rückblick" in die Vergangenheit der Erkrankten würde meiner Meinung nach den Text bereichern. Wenn die Erzählerin sie erst kürzlich kennengelernt hat, kann dies ja auch eine Erinnerung der krebskranken Frau selbst sein, oder ein konkretes Erlebnis, das ihr über sie erzählt wurde.
Vielleicht kannst du ja mit meiner Anregung etwas anfangen.

Viele Grüße

Andrea
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

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BeitragVerfasst am: 09.09.2010 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fabrese,

deine Geschichte behandelt ein sehr trauriges Thema und so wie ich es herauslesen konnte bezieht sie sich auf eine wirkliche Person in deinem Umfeld, die gestorben ist. Daher bitte ich dich, meine Kritik nicht persönlich zu nehmen. Ich glaube dir, dass dich dieses Ereignis sehr stark berührt hat. Nur leider hat es mich nicht berührt und das ist es ja schließlich, was du erreichen wolltest, oder? Deine Leser zu berühren und Anteil nehmen zu lassen am Schicksal von Gertrud.

Mehrere Dinge haben dazu geführt, dass ich das Lesen der Geschichte als anstrengend empfunden habe. Erstens wird (für meinen Geschmack) erst zu spät klar in welcher Beziehung die Hauptperson zu Gertrud steht. Im ersten Absatz dachte ich an eine Geliebte (Eindrücke unseres Kennenlernens … klang für mich irgendwie so nach dem ersten Date) und somit hielt ich deinen Protagonisten für männlich.
Dann, im vierten Abschnitt schreibst du „Mit 72 Jahren sterben?“ – aha, denke ich! Dann wohl eher die Mutter des Protagonisten. Erst im fünften Abschnitt, fast nach einem Drittel der gesamten Geschichte wird überhaupt klar, wer Gertrud ist und welches Geschlecht die Hauptfigur hat. Die Zeilen vorher habe ich mit falschen Annahmen gelesen und somit sind sie bei mir nach dieser „Überraschung“ praktisch schon wieder gelöscht.
Ich empfehle dir daher, gleich am Anfang irgendetwas einzustreuen, was auf die Beziehung zu Gertrud hinweisen könnte, z.B. „Markus gab mir einen flüchtigen Kuss und verließ dann das Zimmer, um uns einen Augenblick allein zu lassen. Dein Sohn hat wohl dein feines Gespür für Zwischenmenschliches geerbt. Dafür liebe ich ihn so“ – naja, nicht perfekt, aber du verstehst, was ich meine, oder?

Der zweite größere Punkt, der Schuld daran ist, dass mich die Geschichte so „kalt“ gelassen hat, ist vielleicht eher eine Grundeinstellung von mir. Ich habe Schreiben nach Sol Stein gelernt, vielleicht sagt dir „Show, don’t tell“ etwas? Jedenfalls, deine Geschichte ist im Grunde ein einziges Narrativum. Du erzählst, aber du beschreibst kaum. Deshalb berührt mich die Handlung nicht.
Zum Beispiel die Stelle in der Raucherzone. Der Dialog von Gertrud ist indirekt (ich finde indirekte Dialoge fürchterlich) und die gesamte Beschreibung ist so allgemein, dass bei mir kein „Bild“ entsteht. Du schreibst von „wunderschönem Wetter“, einer „Üarkanlage“, der „Raucherzone“ usw. Nichts davon ist bildlich, außer vielleicht dem See voll leuchtend roter Fische.
Beschreibe doch, wie die Protagonistin den Rollstuhl über den Weg schiebt und dabei kleine Äste unter den Rädern knacken. Wie die Sonnenstrahlen durch die olivgrünen Blätter schimmern. Wie zwei junge Männer mit Rastazöpfen in einer Ecke stehen und Rauchen. Wie Gertrud sich energisch ihr silbernes Haar aus dem Gesicht streicht und sagt: „Das kann ich einfach nicht begreifen.“
Naja, ich denke, du weißt, was ich meine Smile

Auch haben sich einige Stil- und Rechtschreibfehler eingeschlichen, die mir den Genuss an der Geschichte etwas getrübt haben. Oft benutzt du nur Satzfragmente, die dafür sorgen, dass ich manche Stellen dreimal lesen musste, um zu begreifen, was du meinst. Das „reißt“ den Leser aus der Geschichte heraus.

Du schreibst z.B.: „Könnte ich die Zeit zurückdrehen, einsaugen würde ich die Eindrücke unseres Kennenlernens wie ein Schwamm: deine Gesichtszüge, Mimik, Gestik... jedes Wort von dir würde ich auf die Goldwaage legen!“ – Das ist schon ziemlich wirr.
Vielleicht besser: „Könnte ich die Zeit zurückdrehen, dann würde ich die Eindrücke unserer ersten Begegnung wie ein Schwamm in mich einsaugen: Deine Gesichtszüge, deine Stimme, deine Gesten …“
Ein weiterer Monstersatz: „Wache Augen begrüßten mich, entgegen dem Wort Palliativ, die Station, in die du genau an dem Tag meines ersten Besuches verlegt wurdest: man könne dich dort intensiver und besser betreuen als in der onkologisch-internistischen Abteilung, so wurde dir auf deine Anfrage, dass es eine Station für Sterbende sei, entgegnet.“
Verbeserungsvorschlag: „Deine wachen Augen begrüßten mich und straften das Wort Pallitativ lügen. Du wurdest genau an dem Tag meines ersten Besuches dorthin verlegt, da die Ärzte meinten, dich dort besser betreuen zu können als in der onkologisch-internistischen Abteilung. Doch für dich war es eine Station für Sterbende.“

Auch benutzt du für meinen Geschmack zu viele Ausrufezeichen. Ich assoziiere damit Schreien und das passt nun eher weniger in eine so traurige Geschichte. Wenn du damit Verzweiflung ausdrücken möchtest, würde ich sie dennoch sparsamer einsetzen und vor allem drei hintereinander sollte man eigentlich niemals benutzen.

Dreimal in deinem Text benutzt du ein genaues Datum bzw. sogar eine genaue Uhrzeit. Das liest sich wie ein Bericht und nicht wie eine emotionale Geschichte und spielt zudem (für den Leser) nicht die geringste Rolle. Raus damit.

Einige kleine Ausrutscher noch: „Paradoxem“ – muss natürlich „Paradoxon“ heißen.
„Beseelt von dir“ … klingt irgendwie, als wäre Gertrud besessen.
„wie das Wetter, das den Gezeiten unterworfen ist“ – seit wann ist das Wetter von den Gezeiten abhängig?
„entsprechend Aussage deines Mannes“ … Naja, klingt eben sehr gestelzt.

Einige Kommafehler sind auch enthalten, aber die habe ich jetzt nicht noch alle rausgefischt.

Alles in allem eine sehr schön-traurige Idee, in der ich viel Potential sehe. Aber ich empfehle dir wirklich, die Geschichte noch einmal zu überarbeiten, vielleicht konnte ich dir ja einige Anregungen geben.
Ich würde mich sehr freuen die „neue“ Version vielleicht irgendwann lesen zu dürfen.

Viele Grüße
Anne
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fabrese
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Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 08.11.2010 10:47    Titel: Erinnerungen an Gertrud pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erinnerung an Gertrud
Krampfhaft versuche ich die Gedanken in meinem Kopf zu ordnen - die Bilder unserer insgesamt nur zwei Begegnungen zurückzuholen.  Mit dem Gefühl dich noch einmal so zu sehen, als würdest du jetzt vor mir stehen – zum Greifen nah. Dann ließe sich mein Bewusstsein täuschen und mein Schmerz wäre für diesen einen Augenblick betäubt.

Die Zeit, so unwiederbringlich rasend schnell, konnte sie nur gegen dich arbeiten. Dein Krankheitsbild so schwer, ließ jeden Funken Hoffnung in der knallharten Realität ersticken.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Wir Menschen lassen uns von unwiederbringlichen Tatsachen nicht beirren – das Spiel ist erst aus, wenn der Vorhang fällt!
Vielleicht geschieht ja ein Wunder und du wirst entgegen der Aussagen der Ärzte wieder gesund. Auch das hat es schon gegeben, eine spontane Selbstheilung. Diese Gedanken waren jedenfalls besser als zu wissen, dass du stirbst!

Mit 72 Jahren sterben? Nein, in diesem Alter stirbt man doch noch nicht! Die durchschnittliche Sterblichkeit bei Frauen in Deutschland liegt bei 82 Jahren. Somit dürfte deine Zeit jetzt noch nicht abgelaufen sein...

Schwer tat ich mich vor unserer ersten Begegnung an einem Mittwoch am 10. August 2010. Einerseits war da ein mulmiges Gefühl, die Mutter meines Freundes kennen zu lernen; was kann es Größeres geben, als Mutter zu sein - du hast ihm das Leben geschenkt.
Andererseits machte mir das Wissen um deine schwere Erkrankung zu schaffen und somit mein Verhalten dir gegenüber adäquat damit umzugehen. Nur wie bekam ich meine Gefühle in den Griff? Denn ich wollte nicht vor dir weinen, um dir somit das Gefühl zu geben, dass es keine Hoffnung für dich gibt.

Ich kenne deinen Sohn seit Dezember 2009 – wir haben uns in Mannheim kennen gelernt. Früher erschien mir diese Stadt im Quadrat trist und unscheinbar, die ich dann durch ihn schätzen und lieben gelernt habe.
Manfred - wie sehr ich diesen Mann liebe - hat mir bereits viel von dir erzählt. Deshalb warst du keine Unbekannte mehr für mich.
Reisen war deine Leidenschaft – durch viele Länder dieser Welt bist du schon gereist. Auch in dem Land meiner Leidenschaft, in Australien, warst du bereits. Reisen bildet, so besagt ein altbekanntes Sprichwort und befähigt jene, über den eigenen Tellerrand hinaus schauen zu können. Das machte mich neugierig auf dich.
Eine weitere Passion war dein Garten, den du hegtest und pflegtest und du dich der Natur sehr verbunden fühltest. Aus ihr heraus konntest du neue Kraft schöpfen für Körper, Geist und Seele.
Du warst ein Familienmensch durch und durch, allein aus diesem Grund fühlte ich mich schon zu Anfang an sehr mit dir verbunden. Dennoch sollte es uns die ganze Zeit lang nicht gelingen, uns früher kennen zu lernen.

Wache Augen begrüßten mich, entgegen dem Wort Palliativ, die Station, in die du genau an dem Tag meines ersten Besuches verlegt wurdest. Man könne dich dort intensiver und besser betreuen als in der onkologisch-internistischen Abteilung, so wurde dir auf deine Anfrage, dass es eine Station für Sterbende sei, entgegnet.
Du warst nicht bereit, das irdische Leben zu verlassen; dein Kampfesgeist war ungebrochen!
Ich musste kein besonderer Menschenkenner sein geprägt durch meine jahrelangen Arbeit als Sozialpädagogin, um das zu bemerken.
Beschämt war ich über mein morbides Gedankengut als gesunder Mensch im Gegenzug zu dir als Todgeweihte... Du hattest längst den Wert des Lebens erkannt, nicht einfach wegzuschmeißen, was einem geschenkt wurde, obwohl dein Leben sicherlich auch durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet war. Du kanntest deine Verantwortung deinen dir lieben Nächsten - gegenüber deinem Ehemann und gegenüber deinen zwei Söhnen, die dich auch heute noch brauchen.

Bestechend war deine Bescheidenheit und deine Disziplin die enormen Schmerzen still zu ertragen. Schläuche, die permanent das Wasser aus deinen Lungenflügeln in ein Beutel leiteten und andauernde Sauerstoffzufuhr durch die Nase erleichterten dir das Atem.

Mit wenig Berührungsängste kam ich sofort mit dir ins Gespräch, als würden wir uns bereits viele Jahre kennen. Über Gott und die Welt redeten wir, so wie ich es von meiner Mutter gewohnt bin, die wie du ihre Augen vor der Welt nicht verschließt.
Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment noch unendlich viele Gespräche mit dir zu führen. Zeit bleib doch stehen, für diesen wunderschönen Augenblick – ich möchte noch so viel von dir hören und ich möchte dir noch so viel von mir erzählen...

Durch den liebevollen Ansporn der Pflegekraft das wunderschöne Wetter zu genießen, ließen sich Manfred und ich entgegen deiner Bemerkung: „Es wird doch für euch zu spät, ihr wollt doch sicherlich noch etwas gemeinsam unternehmen...“ nicht beirren und halfen dir in den Rollstuhl, um mit dir hinaus in die Parkanlage des Krankenhauses zu gehen.

So unwirklich erschien mir die Situation, dass du bald nicht mehr unter uns weilen sollst, als ich die Parkanlage betrat. Unerwartet eröffnete sich mir eine weiträumige und herrliche Parkanlage in mitten des großen Gebäudekomplexes der Thoraxklinik. Patienten wie auch Klinikgäste wohl aber auch Anwohner, was ich durch die offene frei zugängliche Anlage vermutete, lagen auf bequemen Liegen aus wetterfestem Material, die auf der ausladenden Grünfläche zerstreut zum fest installierten Mobiliar des Parks gehörten. Unbekümmert, so kam es mir jedenfalls vor, ging jeder einer Beschäftigung nach mit Lesen, Unterhaltung oder mit geschlossenen Augen einfach nur um die Sonnenstrahlen einzufangen. Ich atmete tief durch und genoss die Wärme der Sonne, deren Glut auch kurz nach sieben Uhr abends an Intensität nicht verloren hatte. Wir gingen gemächlich den Hauptweg entlang, der den Park säumte und entschlossen uns am Ufer eines mittelgroßen Teiches auf den naheliegenden Parkbänken Platz zu nehmen. Ein großer Schwarm leuchtend roter Fische erregte unsere Aufmerksamkeit, die im Wasser gemächlich ihre Runden drehten. Nur im festen Verbund konnte der einzelne Fisch seine unscheinbare Farbe in vollendeter Farbenpracht wie ein glühender Feuerball entfalten. Was war mit dir, fühltest du dich in den nächtlichen Stunden allein, wenn niemand mehr bei dir ist, waren unwillkürlich meine Gedanken, als ich die friedliche Eintracht dieser Fische sah.
Alles war so voller Leben, Schönheit und Frieden...Eine Katze amüsierte uns, die tollpatschig versuchte, Fische zu ergattern, und von Anfang an nur kläglich scheitern musste wegen ihrer Scheu vor dem Wasser...Und du solltest diese berauschenden Augenblicke bald nicht mehr erleben dürfen durch deinen Tod?

Unterwegs sahen wir Raucherzonen, ein Paradoxon in einer Thoraxklinik in der die meisten Patienten an Lungenkrebs erkrankt waren. „Unverbesserlich diese Menschen!“ richtete ich die Worte an dich. Du sonst außergewöhnlich mitfühlend antwortest leidenschaftlich: „ Ich kann das nicht begreifen! Ja, sogar wütend macht mich das, dass Menschen so gleichgültig sein können und aus ihrer Erkrankung dennoch keine Rückschlüsse ziehen...und ich...ich bin an Lungenkrebs erkrankt, obwohl ich nie in meinem Leben geraucht habe!...“.
Nur zu gut konnte ich dich da verstehen und dein Unverständnis den Rauchern gegenüber nachvollziehen.

Erfüllt von deiner Art gabst du mir unbewusst Kraft und Zuversicht als wir uns mit dem Versprechen wiederzukommen, von dir nach fast drei Stunden Besuchszeit verabschiedeten. Ein letzter Blick zu dir beim Hinausgehen zeigte mir auf dem Krankenbett eine aufrecht sitzende Frau in der Hoffnung, dass du noch lange leben mögest.

Ständig kreisten meine Gedanken um dich, wie es dir wohl ergehen würde. Zuversicht und Angst wechselten sich bei mir ab wie das Wetter mal mit Sonnenschein und mal mit Regen.

Ein zweiter Besuch sollte 12 Tage später wiederum an einem wunderschönen Tag einem Sonntag erfolgen. Warum war ich nicht zwischenzeitlich bei dir, so wie ich es mir nach dem ersten Besuch so sehr gewünscht hatte? Denn die Zeit arbeitete gegen dich, das war mir doch bewusst...

Ein kleines Buch mit Aphorismen von starken Frauen sollte einer starken Frau gewidmet sein, das ich für dich in weißes Seidenpapier verpackte und mit einer selbst gebastelten Rose aus gleichem Material und buntem Schleifenband verzierte.
Bereits auf dem Weg zu dir nach Heidelberg kam eine Nachricht von Manfred, dass es dir heute entsprechend Mitteilung deines treu umsorgenden Ehemanns, der fast ständig an deinem Krankenbett wachte, rapide schlechter ginge und wir den Besuch nicht durchführen können. Als er aber das Geschenk für dich sah, entschloss er sich entgegen dem Wunsch seines Vaters mit mir dennoch ins Krankenhaus zu fahren.

Im Flur des Krankenhauses saß ein verzweifelter Mann, der im Wechselbad der Gefühle stand und sich noch zögerlich mit der Realität auseinandersetzen musste, dich seine Frau nach fast fünfzig Jahren Zweisamkeit zu verlieren.
Nun bekamst du bereits Morphium, um deine unerträglichen Schmerzen zu bändigen. Dieses Mittel machte dich müde und trübte deine Sinne, so dass wir eine Weile warteten, bis die Wirkung nach ließ und du wieder ansprechbar warst.

Mein Blick ging gleich zu dir, als ich das Zimmer betrat. Du lagst nun flach auf dem Krankenbett, schwach aber dennoch ungebrochen kämpferisch kam ein freudiger Ausruf von dir: „Die Ute ist ja auch da!“
Du strecktest mir deine Hand entgegen mit der Frage, wie es mir gehen würde. Ich nahm sie freudig auf mit dem Versuch zu sagen, dass es mir gut ginge, erstickten meine Worte in einem Weinkrampf. „Doch nicht so gut!“, erwiderst du, eine Frau vom Schicksal so hart getroffen, die sich dennoch nicht unter kriegen ließ!
Bescheiden wie du warst, hast du dich sehr über mein kleines Mitbringsel gefreut mit der Anmerkung, wie liebevoll und künstlerisch ich es für dich verpackt habe.
Was für ein wertvoller Mensch du bist! Du hast mir in der kurzen Zeit so viel gegeben, wie viel mehr hätte ich noch von dir bekommen können - Zeit komm zurück!
Meine beruflichen Probleme wäre Peanuts im Gegensatz zu deinen und kein Weg wäre für mich zu weit bedingt durch unsere große räumliche Entfernung, um mit dir in der Zeit die dir nur noch verbleiben sollte, weitere schöne Augenblicke zu erleben. Ich weiß, du hättest dich darüber gefreut!

Am 29. August um 11:15 Uhr hat dich der Krebs besiegt.
Nein, du bist nicht sanft eingeschlafen, wie man es sich für dich einem Menschen mit Größe und Herz so sehr erhofft hat!

Bei unserer dritten Begegnung warst du bereits tot als du hergerichtet und aufgebahrt zur Beisetzung in einer Friedhofskapelle lagst. Deine Augen und dein Mund waren einen Spalt geöffnet, aber auch das Krankheitsbild signalisierten mir einen qualvollen Tod.

Was bleibt? Durch dich bin ich ein großes Stück gewachsen!

In tiefer Dankbarkeit und inniger Verbundenheit...Unvergessen! Deine Ute...
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Pedro
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BeitragVerfasst am: 10.11.2010 05:23    Titel: Re: Erinnerungen an Gertrud Antworten mit Zitat

Morgen Fabrese,

feinfühlig hast du Gertrud beschrieben, ich konnte sie ein wenig kennen lernen und mit ihr fühlen.

Zitat:
Krampfhaft versuche ich die Gedanken in meinem Kopf zu ordnen - die Bilder unserer insgesamt nur zwei Begegnungen zurückzuholen.  Mit dem Gefühl dich noch einmal so zu sehen, als würdest du jetzt vor mir stehen – zum Greifen nah. Dann ließe sich mein Bewusstsein täuschen und mein Schmerz wäre für diesen einen Augenblick betäubt.

- Sehr schöne Einleitung. Sie führt direkt in die Geschichte.

Zitat:
Die Zeit, so unwiederbringlich rasend schnell, konnte sie nur gegen dich arbeiten.

- Hier stimmt as nicht.

Zitat:
Schwer tat ich mich

- anders formulieren?

Zitat:
Ich kenne deinen Sohn seit Dezember 2009 – wir haben uns in Mannheim kennen gelernt.


Zitat:
Eine weitere Passion war dein Garten, den du hegtest und pflegtest und du dich der Natur sehr verbunden fühltest.


Zitat:
Wache Augen begrüßten mich, entgegen dem Wort palliativ, die Station, in die du genau an dem Tag meines ersten Besuches verlegt wurdest.

- anders formulieren?

Zitat:
Du warst nicht bereit, das irdische Leben zu verlassen;


Zitat:
Ich musste kein besonderer Menschenkenner sein  , geprägt durch meine jahrelangen Arbeit als Sozialpädagogin, um das zu bemerken.


Zitat:
Bestechend war deine Bescheidenheit und deine Disziplin    die enormen Schmerzen still zu ertragen.


Zitat:
Schläuche, die permanent das Wasser aus deinen Lungenflügeln in ein Beutel leiteten  ,   und andauernde Sauerstoffzufuhr durch die Nase erleichterten dir das Atem.


Zitat:
Mit wenig Berührungsängsten kam ich sofort mit dir ins Gespräch, als würden wir uns bereits viele Jahre kennen.



Zitat:
Patienten wie auch Klinikgäste  , wohl aber auch Anwohner, was ich durch die offene frei zugängliche Anlage vermutete, lagen auf bequemen Liegen aus wetterfestem Material, die auf der ausladenden Grünfläche zerstreut zum fest installierten Mobiliar des Parks gehörten.

- Kürzere Sätze? Weniger verschachtrelt?

 
Zitat:
Wir gingen gemächlich den Hauptweg entlang, der den Park säumte  und entschlossen uns am Ufer eines mittelgroßen Teiches auf den naheliegenden Parkbänken Platz zu nehmen.


Zitat:
Erfüllt von deiner Art gabst du mir unbewusst Kraft und Zuversicht  , als wir uns mit dem Versprechen wiederzukommen, von dir nach fast drei Stunden Besuchszeit verabschiedeten.


Zitat:
Ein letzter Blick zu dir beim Hinausgehen zeigte mir auf dem Krankenbett eine aufrecht sitzende Frau in der Hoffnung, dass du noch lange leben mögest.


Zitat:
Ein zweiter Besuch sollte 12 Tage später wiederum an einem wunderschönen Tag   , einem Sonntag   , erfolgen.


Zitat:
Bereits auf dem Weg zu dir nach Heidelberg kam eine Nachricht von Manfred, dass es dir heute entsprechend  Mitteilung deines treu umsorgenden Ehemanns, der fast ständig an deinem Krankenbett wachte, rapide schlechter ginge und wir den Besuch nicht durchführen können.


Zitat:
Im Flur des Krankenhauses saß ein verzweifelter Mann, der im Wechselbad der Gefühle stand und sich noch zögerlich mit der Realität auseinandersetzen musste, dich  , seine Frau  , nach fast fünfzig Jahren Zweisamkeit zu verlieren.


Zitat:
Dieses Mittel machte dich müde und trübte deine Sinne, so dass wir eine Weile warteten, bis die Wirkung nachließ und du wieder ansprechbar warst.


Zitat:
Was für ein wertvoller Mensch du warst!


Zitat:
Meine beruflichen Probleme wären Peanuts im Gegensatz zu deinen und kein Weg wäre für mich zu weit   , bedingt durch unsere große räumliche Entfernung, um mit dir in der Zeit   , die dir nur noch verbleiben sollte, weitere schöne Augenblicke zu erleben.


Zitat:
Bei unserer dritten Begegnung warst du bereits tot   , als du hergerichtet und aufgebahrt zur Beisetzung in einer Friedhofskapelle lagst.


Zitat:
Deine Augen und dein Mund waren einen Spalt geöffnet, aber auch das Krankheitsbild signalisierten mir einen qualvollen Tod.


Gerne gelesen.

Gruß

Pedro
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