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Fliegenflug
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BeitragVerfasst am: 01.09.2010 23:34    Titel: Wie ich einen Strauß Rosen bekam. eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Tag zusammen. Da ich eine längere kreative Pause hatte, wollte ich mit dieser absurden Kurzgeschichte mal testen, was denn noch so da ist an schriftstellerischen (Un-)Fähigkeiten. Die Geschichte ist, wie gesagt, absurd, eine Autorenintention dürft ihr gerne suchen, ich habe keine gefunden;)
Wie entstand sie? Der Titel hat mich immer wieder heimgesucht und am heutigen Tage an meine Tastatur getrieben. Ich habe sie dann spontan mit Inhalt gefüllt.  Was mich besonders interessieren würde: Wie wirkt der Text auf euch? Andere Anmerkungen und Kritiken sind natürlich auch gerne gesehen;) Wohlan, hier ist die Geschichte:

~~~

Wie ich zu einem Strauß Rosen kam.

Es ist ein Freitagabend. Helios schmettert mir noch neckisch ein paar Sonnenstrahlen vor die Füße, wo sie vom verdreckten Schuhwerk meiner Wenigkeit absorbiert werden. Verdreckt deshalb, weil ich draußen war.

In einem verborgenen Winkel meines Verstandes schlüpfte ein Gedanken aus seinem dünnhäutigen Kokon, entdeckte, dass seine Mutter weg war und kämpfte mit elektronischen Finessen um Aufmerksamkeit. Ein Neuron fand ihn und erbarmte sich seiner. So wurde er gefüttert, wurde größer, bestand die Relevantsprüfung und durfte sich in einen ausformulierten Gedanken verwandeln. (Dieser Gedanke hatte es geschafft, er wurde zum strahlenden Vorbild für all die unausgegorenen, ungeborenen und eingefrorenen Gedanken, die ihr tragisches Dasein in meiner Hirnrinde fristeten, stets auf die Erlösung wartend. Am besten, aber das wagten sich nur wenige zu erträumen, wäre es, als Geistesblitz zu leuchten.)

„Gehe raus und grabe nach dem Gubu!“ Ich sah mich um. Es war niemand in der Hütte, das war sicher. Ich schloss immer die Tür hinter mir ab, und die Hütte hatte nur einen Raum. Es war definitiv niemand in diesem Zimmer. Doch. Da saß ein kleines Ding in meiner Lampe. Ein kleines blaues Ding in meiner kleinen ebenfalls blauen Lampe. Und es bewegte den Mund.

„Warum sollte ich das tun? Wer bist du überhaupt? Und was zur Hölle ist ein Gubu?“

„Frage nicht. Ich will, dass du den Gubu findest, ausgräbst und ihn mir bringst.“

„Ich wiederhole mich nicht gerne, weist du? Warum…“

„Kenne ich. Trotzdem, höre einfach auf mich. Du würdest doch sowieso nur den Abend und dein knappes Gehalt versaufen. Komm mal raus, mach was anderes, suche einen Gubu!“

„Halt die Klappe, du spinnst doch!! Wie sollte der Gubu denn aussehen? Ich meine, das… das… Ding.“

„Das wirst du dann schon sehen.“
Es bleckte seine kleinen schwarzen Zähne und starrte mich fordernd an.

„Wirst du verschwinden, wenn ich dir deinen… Gubu bringe? Ich habe nämlich ein ziemliches Problem damit, mich weiterhin als normal zu betrachten, wenn ich mit kleinen blauen Dingern rede. “

„Wer hat denn gesagt, dass er mir gehört? Niemand kann einen Gubu besitzen! Und ja, du wirst danach Ruhe finden.“

„Na gut. wenn du nicht verschwindest, wenn es da ist, gehe ich zum Psychologen.“

Ich nahm also eine Taschenlampe, meinen Flachmann und einen Spaten mit, Utensilien, die mir bestens geeignet schienen, ein unbekanntes Objekt zu heben. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und ich atmete die eisige Luft ein, mit der mich Väterchen Frost anhauchte. Ungewiss der Dinge, die mich erwarteten, stapfte ich los in Richtung des kleinen Wäldchens, welches heute Nacht die Sonne versteckt hielt. Und ich stapfte, ging, fiel, lief, bis ich auf der Lichtung stand, der einzigen Lichtung dieses Waldes, der selber so unendlich klein schien. Jetzt tastete sich vorsichtig ein Mondstrahl an mich heran, unsicher, ob er auf mir genauso schön zur Geltung kommen würde wie auf den zahlreichen Spinnennetzen, die mich einkreisten. Und es schien, als wollten sie mich nie wieder entlassen aus diesem magischen Moment, diesem Lufteinschluss in der massiven Majestät der Zeit. Doch ich entkam, widerwillig und fragte laut: „Wo ist denn jetzt der Gubu?“ Im selben Augenblick fiel es mir ein, das, was mein Bauchgefühl mir schon die ganze Zeit hatte sagen wollen. Es gab nur einen einzigen bedeutenden Ort in meinem Leben, und dieser war hier. Mondschein, eine einsame Lichtung, es war, als forcierten diese abstrakten Klischees mich genau auf diesen Hügel, den ich anscheinend beschritten hatte. Ohne Gegenwehr gegen mein Schicksal (oder was auch sonst mich an diesem Abend heimsuchte) nahm ich den Spaten und stach beherzt in die Erde. Das entstandene Geräusch breitete sich aus, brachte die Spinnennetze unmerklich in Schwingung und wurde vom umliegenden Gebüsch verschlungen. Nicht verschluckt oder absorbiert, sondern verschlungen. Es schien ziemlich lange still gewesen zu sein auf dieser Lichtung.
Es war kein dumpfes Geräusch, sondern ein hartes, klar abgegrenztes, wie das Bellen eines Hundes. Kein Zweifel, ich hatte etwas gefunden! Ich hob die Erde und hob das schwarzglänzende Etwas auf, das ich da zu tage gefördert hatte. Es roch nach Erde. Kein Zweifel, dass musste ein Gubu sein und ich wollte einfach nur noch nach Hause und den ganzen Kram vergessen. Sollte es der Gubu sein, gut, wenn nicht, stand der Besuch bei Psychologen auf dem Plan. Ich stapfte also zurück nach Hause und spürte förmlich, wie die Szene in meinem Rücken an Sinn verlor. Die Lichtung war zweifellos immer noch schön, aber leider niemand da, der sie würdigen konnte.

Die Tür fiel wieder zu, und diesmal war ich in meinem Haus und atmete die warme, abgestandene Luft ein, die ich so lieben gelernt hatte. Das Ding war immer noch in meiner Lampe und grinste mich an. Mit einem sehr breiten Grinsen, was erstaunlich war, denn das Ding war außergewöhnlich dünn.

„Hast du den Gubu?“ fragte es mit einer erbebenden tiefen Stimme.

„Ich denke schon, du kleines verrücktes Ding. Hier, nimm und werde glücklich.“ Ich zeigte ihm den Stein.

„Jaaa… Das könnte ein Gubu sein. Gut gemacht.“

„Und du.. gehst jetzt?“

„Genau! Auf nimmerwiedersehen, Schamanowskijevw!“

Stille. Er ist weg. Und ich habe einen Rosenstrauß in der Hand. Mit roten Blättern. Einem grünen Stiel. Und einer gläsernen Perle in der Mitte. Ich höre Stimmen und sie werden lauter, wenn ich meinen Kopf zur Perle hinbewege. Herzzerreißendes Gelächter schallt mir entgegen, Männer und Frauen, alt und jung, alle Arten von Stimmen sind vertreten. Es ist unheimlich real. Es tut sich etwas in der Perle: Eine Kabine wird gezeigt, die Tür geht auf und auf dem Kompass sitzt ein kleines blaues Ding. Das blaue kleine Ding. Es sagt dem Käpitän, der durch die Tür gekommen ist, dass er den Gubu suchen soll. Als ich das Gesicht des Kapitäns sehe, muss ich lachen und füge ich dem Stimmengewirr des Perlenstraußes eine weitere männliche Stimme hinzu. Und der Rosenstrauß wird ein bisschen größer.

Und so bekam ich einen Rosenstrauß.

~~~

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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 01.09.2010 23:59    Titel: Re: Wie ich einen Strauß Rosen bekam. Antworten mit Zitat

Nabend!

Fliegenflug hat Folgendes geschrieben:
Es ist ein Freitagabend. Helios schmettert mir noch neckisch ein paar Sonnenstrahlen vor die Füße, wo sie vom verdreckten Schuhwerk meiner Wenigkeit absorbiert werden. Verdreckt deshalb, weil ich draußen war.

In einem verborgenen Winkel meines Verstandes schlüpfte ein Gedanken aus seinem dünnhäutigen Kokon, entdeckte, dass seine Mutter weg war und kämpfte mit elektronischen Finessen um Aufmerksamkeit. Ein Neuron fand ihn und erbarmte sich seiner. So wurde er gefüttert, wurde größer, bestand die Relevantsprüfung und durfte sich in einen ausformulierten Gedanken verwandeln. (Dieser Gedanke hatte es geschafft, er wurde zum strahlenden Vorbild für all die unausgegorenen, ungeborenen und eingefrorenen Gedanken, die ihr tragisches Dasein in meiner Hirnrinde fristeten, stets auf die Erlösung wartend. Am besten, aber das wagten sich nur wenige zu erträumen, wäre es, als Geistesblitz zu leuchten.)

Der Anfang ist grauenhaft! Die Sprache ist so langweilig gestelzt und klugscheißerisch, dass mir fast der Spaß am Weiterlesen vergangen wäre, noch dazu gespickt mit so öden Floskeln wie "meine Wenigkeit" und "Dasein fristen". Da schüttelt's mich mit Magnitude 10,0.

Aber dann, ja dann, dann lässt du Gott sei Dank diese steife Klugschwätzerstimme verstummen und beginnst, den Nonsens, der sich abspielt, erfrischend leicht und unterhaltsam zu erzählen. Sicher darf man hier nicht großartig nach einem tieferen Sinn suchen, aber die Geschichte entfaltet nach dem furchtbaren Zitat da oben auch ohnedem eine gewisse Sympathie und Kauzigkeit, die mich schließlich doch noch bei der Stange hielten.

Eine Sache noch:

Fliegenflug hat Folgendes geschrieben:
Es ist ein Freitagabend. Helios schmettert mir noch neckisch ein paar Sonnenstrahlen vor die Füße, wo sie vom verdreckten Schuhwerk meiner Wenigkeit absorbiert werden. Verdreckt deshalb, weil ich draußen war.

In einem verborgenen Winkel meines Verstandes schlüpfte ein Gedanken aus seinem dünnhäutigen Kokon, entdeckte, dass seine Mutter weg war und kämpfte mit elektronischen Finessen um Aufmerksamkeit. Ein Neuron fand ihn und erbarmte sich seiner. So wurde er gefüttert, wurde größer, bestand die Relevantsprüfung und durfte sich in einen ausformulierten Gedanken verwandeln. (Dieser Gedanke hatte es geschafft, er wurde zum strahlenden Vorbild für all die unausgegorenen, ungeborenen und eingefrorenen Gedanken, die ihr tragisches Dasein in meiner Hirnrinde fristeten, stets auf die Erlösung wartend. Am besten, aber das wagten sich nur wenige zu erträumen, wäre es, als Geistesblitz zu leuchten.)

„Gehe raus und grabe nach dem Gubu!“ Ich sah mich um. Es war niemand in der Hütte, das war sicher. Ich schloss immer die Tür hinter mir ab, und die Hütte hatte nur einen Raum. Es war definitiv niemand in diesem Zimmer. Doch. Da saß ein kleines Ding in meiner Lampe. Ein kleines blaues Ding in meiner kleinen ebenfalls blauen Lampe. Und es bewegte den Mund.

„Warum sollte ich das tun? Wer bist du überhaupt? Und was zur Hölle ist ein Gubu?“

„Frage nicht. Ich will, dass du den Gubu findest, ausgräbst und ihn mir bringst.“

„Ich wiederhole mich nicht gerne, weist du? Warum…“

„Kenne ich. Trotzdem, höre einfach auf mich. Du würdest doch sowieso nur den Abend und dein knappes Gehalt versaufen. Komm mal raus, mach was anderes, suche einen Gubu!“

„Halt die Klappe, du spinnst doch!! Wie sollte der Gubu denn aussehen? Ich meine, das… das… Ding.“

„Das wirst du dann schon sehen.“
Es bleckte seine kleinen schwarzen Zähne und starrte mich fordernd an.

„Wirst du verschwinden, wenn ich dir deinen… Gubu bringe? Ich habe nämlich ein ziemliches Problem damit, mich weiterhin als normal zu betrachten, wenn ich mit kleinen blauen Dingern rede. “

„Wer hat denn gesagt, dass er mir gehört? Niemand kann einen Gubu besitzen! Und ja, du wirst danach Ruhe finden.“

„Na gut. wenn du nicht verschwindest, wenn es da ist, gehe ich zum Psychologen.“

Ich nahm also eine Taschenlampe, meinen Flachmann und einen Spaten mit, Utensilien, die mir bestens geeignet schienen, ein unbekanntes Objekt zu heben. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und ich atmete die eisige Luft ein, mit der mich Väterchen Frost anhauchte. Ungewiss der Dinge, die mich erwarteten, stapfte ich los in Richtung des kleinen Wäldchens, welches heute Nacht die Sonne versteckt hielt. Und ich stapfte, ging, fiel, lief, bis ich auf der Lichtung stand, der einzigen Lichtung dieses Waldes, der selber so unendlich klein schien. Jetzt tastete sich vorsichtig ein Mondstrahl an mich heran, unsicher, ob er auf mir genauso schön zur Geltung kommen würde wie auf den zahlreichen Spinnennetzen, die mich einkreisten.

Anfangs ist es Abend. Die Sonne scheint noch. Dann folgt die Unterhaltung und daraufhin der Aufbruch ins Wäldchen. Zwischen der Unterhaltung und dem Aufbruch können eigentlich nur Minuten gelegen haben, zumindest ist derweil nichts Großartiges passiert. Das Wäldchen versteckt dann auch die Sonne, wie du schreibst. Und dann tastet sich plötzlich schon ein Mondstrahl an dich heran. Hier fehlt mir eine zeitliche Nachvollziehbarkeit. Dass das Wäldchen die Sonne versteckt hielt, könnte eine Metapher sein, will sagen: Möglicherweise war die Sonne bereits untergegangen, als der Protagonist sich auf den Weg machte. Aber eben das geht nicht aus deiner Geschichte hervor. Aus deiner Geschichte geht hervor: Die Sonne wirft dir ihre letzten Strahlen vor die Mauken, es folgt eine kuriose Unterhaltung - und plötzlich ist schon der Mond da. Wie lange streunte der Typ denn schon durch den Wald?

Fazit: Wenn der abschreckende Anfang nicht wäre und hier und da noch ein bisschen mehr Arbeit investiert würde, könnte ein richtig guter und charmater Blödsinn aus dieser Idee entstehen, Kategorie Trash.

Beste Grüße,

Martin


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Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
(Sir Peter Ustinov)

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(Laotse)
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Fliegenflug
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BeitragVerfasst am: 02.09.2010 00:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jetzt wo du es sagst... Ich habe tatsächlich nicht auf die Lesbarkeit geachtet, sondern einfach draufgeschrieben:D

Erstmal danke für die konstruktive Kritik, genau deswegen hab ich den Text auch reingestellt.

~
Der Anfang ist grauenhaft! Die Sprache ist so langweilig gestelzt und klugscheißerisch, dass mir fast der Spaß am Weiterlesen vergangen wäre, noch dazu gespickt mit so öden Floskeln wie "meine Wenigkeit" und "Dasein fristen". Da schüttelt's mich mit Magnitude 10,0.
~

Mit gestelzt meinst du die ganzen Schachtelsätze? Und klugscheißerisch der Materie und des Wortgebrauchs wegen?

Also zum ersten Absatz: Du hast recht, ein flüssiger Einstieg geht anders. Aber klugscheßerisch kommt er mir auch beim nachträglichen Lesen nicht vor, ich hatte auch nicht vor, in diesem Absatz was Intelligentes oder Witziges zu schreiben. Es kam nur so über mich, was zum Entstehungsprozess des Gedankens zu schreiben, und als Fan von Terry Pratchets Büchern liebe ich solche uninterresanten, ausführlichen Abschweifungen. Ich will mich übrigens nicht rechfertigen, denn ich will ja eure Meinung zu dem Text hören. Ich will mich nur erklären;)

Und mit der Arbeit hast du recht. Ich warte noch ein paar Kommis (Sollten denn welche kommen) ab und korrigiere das Ganze, den ein schöner, abgeschlossener und runder Text ist einfach was Wunderschönes.

Stimmt, die Sonne war schon untergegangen. Muss ich noch herausarbeiten.

Danke dir^^
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 02.09.2010 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

Fliegenflug hat Folgendes geschrieben:
Also zum ersten Absatz: Du hast recht, ein flüssiger Einstieg geht anders. Aber klugscheßerisch kommt er mir auch beim nachträglichen Lesen nicht vor ...

Lies ihn nach einer Pause von zwei bis drei Tagen nochmal, vielleicht geht's dir dann ja wie mir. Very Happy


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andrea jutta
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BeitragVerfasst am: 03.09.2010 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fliegenflug,

Wie wirkt der Text auf mich?

Zitat:
Es ist ein Freitagabend. Helios schmettert mir noch neckisch ein paar Sonnenstrahlen vor die Füße, wo sie vom verdreckten Schuhwerk meiner Wenigkeit absorbiert werden. Verdreckt deshalb, weil ich draußen war.

In einem verborgenen Winkel meines Verstandes schlüpfte ein Gedanken aus seinem dünnhäutigen Kokon, entdeckte, dass seine Mutter weg war und kämpfte mit elektronischen Finessen um Aufmerksamkeit. Ein Neuron fand ihn und erbarmte sich seiner. So wurde er gefüttert, wurde größer, bestand die Relevantsprüfung und durfte sich in einen ausformulierten Gedanken verwandeln. (Dieser Gedanke hatte es geschafft, er wurde zum strahlenden Vorbild für all die unausgegorenen, ungeborenen und eingefrorenen Gedanken, die ihr tragisches Dasein in meiner Hirnrinde fristeten, stets auf die Erlösung wartend. Am besten, aber das wagten sich nur wenige zu erträumen, wäre es, als Geistesblitz zu leuchten.)


Die Sprache am Anfang wirkt auch auf mich gestelzt und ziemlich neunmalklug.
Aber als langweilig würde ich sie nicht bezeichnen. Aufgrund der Gedankengänge des Protagonisten habe ich mich nur auf eine andere Story eingestellt. Ich dachte, diese ziemlich skurillen Gedanken, sind die eines "abgedrehten Naturwissenschaftsprofessors" oder vielleicht auch eines etwas "verrückten" Menschen, der nur fähig ist über sich und die Welt mit einer emotionalen Distanz zu reflektieren. Ich dachte es wird dann im Weiteren erklärt warum der Typ so drauf ist und dann folgt seine Geschichte.

Dann geht es ins Phantastische. Die Suche nach dem Gubu ist ein ganz witziger Ansatz. Vielleicht kannst du die Idee ja noch weiter spinnen.

Eine Kleinigkeit noch:

Der Ausdruck   
Zitat:
Väterchen Frost
passt meiner Meinung nach irgendwie nicht in diesen Text. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich noch nicht genau weiß, welche Art von Text draus werden soll.

Also, wie gesagt. Die ersten zwei Absätze passen mit dem übrigen Text irgednwie nicht zusammen. Falls du dich auf das Phantastische der Geschichte konzentrieren willst, würde ich einen direkteren Einstieg wählen, nicht so kompliziert.
Du kannst ja eventuell die ersten zwei Absätze für einen anderen Text noch verwerten.

Viele Grüße

Andrea
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Fliegenflug
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Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 05.09.2010 23:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

Auch dir erstmal ein Dankeschön für deine Meinung.

Zu den beiden Absätzen: Sowie ich als auch meine Schwester (15) empfanden diese Absätze nicht als besonders gestelzt oder neunmalklug,

(ein Wort, dass ich übrigens sehr viel besser als klugscheißerisch finde;) neunmalklug = neunmal klüger als irgendwer, klugscheißerisch = da produziert jemand scheiße und verkauft es als Klugheit, bzw, Da lässt jemand dermaßen seine Klugheit raushängen, dass es nach... Scheiße riecht. Oder sowas in der Art) Smile

was aber auch daran liegen könnte, dass wir beide aus einem medizinischen Elternhaus stammen und von daher einen selbstverständlicheren Zugang zur Neurobiologie haben, sowie Fans von Terry Pratchet sind, welcher auch eine "gestellzte" Form der Sprache benutzt. Überspitzt formuliert: Bei ihm könnte es vorkommen, dass der Protagonist während des Abwasches plötzlich über den Urprung des Univerums nachdenkt, und zwar in einer Sprache, die unglaublich akribisch, formal und lebendig zugleich ist. Darauf arbeite ich hin, Herr Pratchet hat aber noch ein paar Jährchen voraus, wenn es ums lebendige Formulieren geht.

Lange Rede, kurzer Sinn und ein Fazit: Meiner Meinung hängt die Wirkung der ersten beiden Absätze stark von Erwartungen ab, die dem Text entgegengebracht werden, während der Rest der Geschichte zugänlicher, kompatibler ist. Ich halte die Bewertung der ersten beiden Absätze für Geschmacksache;) <-- Gegenthesen erwünscht & gerne gehört.

In einem gebe ich euch aber uneingeschränkt Recht: Der zweite Absatz passt tatsächlich nicht, resultiert er doch aus einem Logikfehler meinerseits. Ursprünglich sollte der Protagonist selber auf die Idee kommen, den  Gubu zu suchen, daher die Entstehung dieses Gedankens. Dann aber führte ich das kleine blaue Ding ein. Ergo ist der zweite Absatz überflüssig.

Die Idee mit der anderweitigen Verwendung der Absätze gefällt mir hervorragend.

Als Randbemerkung: Ich liebe Texte, die in erwartungstechnischer Hnischt verstören. Sprich, alle Arten von Unerwarteten oder Ungewöhnlichen Texten.

Danke euch vielmals für die Kommentare, Kritiken und Verbesserungsvorschläge.
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