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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Kinderbuch 1. Kapitel


 

 
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Liwona
Sonntagsschreiber


Beiträge: 13
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 10.05.2010 14:57    Titel: Kinderbuch 1. Kapitel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Hier kommt nun mein erster Beitrag in Sachen Belletristische Prosa. Nicht das erste Mal, dass ich einen längeren Text schreibe, aber ich glaube, hierbei kann ich noch viel Hilfe gebrauchen.
Ich hatte mir vor einigen Wochen das ehrgeizige Ziel gesetzt, ein Kinderbuch für den Oldenburger Kinder- und Jugendliteraturpreis zu schreiben - welcher an und für sich jedes Jahr ausgeschrieben wird, aber für dieses steht noch nichts auf er Homepage...ich glaube nicht, dass ich große Chancen habe, vor allem, weil auch Verlage bereis publizierte Werke einreichen dürfen, aber wenn ich ein Ziel vor Augen habe, kann ich mir selbst besser in den Hintern treten Wink Einsendeschluss: 15.6.
Kinderbuch ist für mich zwar völliges Neuland, aber ich wollte mich mal probieren. Irgendwann muss man ja anfangen ...

Naja, nachdem ich jetzt die ersten 4 Kapitel von angestrebten 9 fertig habe und ich in diversen Sitzungen nicht weiter gekommen bin, wollte ich den Text schon mal anfangen zu überarbeiten. Von bekannten und Freunden bekam ich nur positives Feedback, aber beim x-ten Mal selbst durchlesen finde ich den Anfang nicht mehr so toll. Würde ihn gerne ändern, weiß aber nicht, wie oder was genau ich falsch mache, dass es sich für mich so schlecht anhört.

Sprachlich schreibe ich normalerweise anders, hatte mich aber an einem Kinderbuch orientiert, dass mir als Kind selbst sehr gut gefallen hat ("Mascha Marabu" von Ingrid Uebe, gebunden bei ars edition, neue Taschenbuchausgabe ist bei nem anderen Verlag).

Lesealter soll ab 9 sein. Daher habe ich die Sätze möglichst einfach gehalten, eben wie Ingrid Uebe auch, hab aber irgendwie nicht das Gefühl, dass es mir besonders gut gelungen ist.
Bitte helft mir! Und wenns nicht dieses Jahr klappt, dann vielleicht nächstes Jahr...
Das erste Kapitel hat 1800 Wörter, hier also die ersten 530:

Die St.-Elysium-Grundschule

Kapitel 1:
Der Neue

Niemand mag Montage, Lyn schon gar nicht. Denn Montage sind ihre absoluten Nicht-Lieblingstage. Es fing meist schon damit an, dass Frau Border haufenweise Zahlen an die Tafel schrieb und das gleich zwei Stunden hintereinander! Bis zur großen Pause! Lyn konnte über so einen gemeinen Stundenplan nur den Kopf schütteln.
Sie mochte keine Zahlen, schon gar nicht, wenn diese durch Punkte oder Doppelpunkte verbunden wurden. Mal und Geteilt hatten sie Anfang der Dritten Klasse bekommen. Es war nicht leicht. Schöner fand sie es, ihr Matheheft mit kleinen Zeichnungen zu verzieren. Hauptsächlich malte sie Totenkopfflaggen und säbelschwingende Strichmännchen.
Doch sie war nicht die Einzige in der 4b, die an diesem Montagmorgen keine Lust auf Mathe hatte. Es war der Morgen am 21. März und pünktlich zum Frühlingsanfang waren es an diesem Morgen um acht Uhr schon zwölf Grad Celsius. Lyns Mama hatte gesagt, dass sie einen Rock und eine Bluse anziehen sollte. Es werde am Nachmittag bestimmt sehr warm. Aber Lyn hasste Röcke und noch weniger mochte sie Blusen. Die wurden immer so schnell dreckig. Also hatte sie ein schwarzes T-Shirt angezogen und eine unter dem Knie abgeschnittene Jeans. Sie hatte ganz viele Löcher und Lyn fand, dass sie so sehr verwegen aussah. Wie eine Abenteurerin.
Da klopfte es plötzlich an der Tür. Alle wachten aus dem Halbschlaf auf und auch Frau Border ließ die Kreide sinken. Lyn hoffte auf ein wenig spannende Abwechslung.
Die alte Sekretärin schob ihren dünnen Hals durch die Tür, die vorne rechts neben der Tafel war.
„Äh, guten Morgen Frau Border, ich bringe Ihnen einen neuen Schüler ...“, sagte sie schwer atmend. Frau Assisi war schon ewig alt – mindestens so alt wie das Schulgebäude, schätzte Lyn. Und das war ein altes Schloss.
Kaum hatte Frau Assisi die Worte kaum ausgesprochen, erhob sich ein Murmeln in der Klasse. Alle waren Neugierig auf den Neuen, wollten wissen, wer er war und wie er hieß.
„Danke, Johanna“, sagte Frau Border. Sie legte die Kreide ganz zur Seite und machte ein freundliches Gesicht. Frau Assisis kleiner Kopf auf dem dünnen Hals verschwand aus der Tür und sie schob einen Jungen herein. Ihre alte Hand klopfte ihm noch einmal auf die Schulter, dann schlug sie die Tür zu. Das Flüstern und Gemurmel nahm zu, besonders die Mädchen wurden hektischer. Auch Lyn fand, dass er süß aussah, würde das aber nie zugeben.
„Wo kommt der wohl her?“, fragte ihr bester Freund Hendrik.  Der Neue sah tatsächlich sehr seltsam aus. Unter seinem schwarzen Kopftuch lugten schwarze Haare hervor und er hatte strahlend blaue Augen. Lyn wusste von ihrer Mutter, dass so ein Aussehen sehr selten waren. Die meisten Menschen mit schwarzen Haaren hatten auch sehr dunkle Augen. Dieser Neue aber nicht. Seine Haare waren etwa kinnlang und einzelne Strähnen fielen ihm vorne ins Gesicht. Er schien keine Angst zu haben und er wirkte auch nicht nervös. Lyn wusste, dass Hendrik immer furchtbar nervös war, wenn er vor der Klasse stand und etwas vorlesen sollte. Er zitterte dann immer so sehr, dass er kaum vom Papier ablesen konnte. Lyn war auch nervös, aber sie zitterte nicht, sondern plapperte so lange, bis ihr Mund ganz trocken war.

Ach ja, Illustrationen sollen auch noch kommen. Das wird zeitlich wahrscheinlich das größere Problem ... Wird schon XD

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Liwona
Sonntagsschreiber


Beiträge: 13
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 10.05.2010 14:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

so, zweiter Teil, 1. Kapitel:

„Hallo, ich bin Frau Border“, sagte ihre Lehrerin und legte dem Neuen eine Hand auf die Schulter. „Wie heißt du?“
„Mein Name ist Finn“, sagte der Neue. Lyn kniff die Augen zusammen.
„Das ist ein schöner Name. Magst du uns noch mehr erzählen? Wirst du hier im Internat wohnen oder jeden Tag nach Hause gehen?“, fragte Frau Border. Die Sankt-Elysium-Grundschule war nämlich ein Internat für Kinder. In der nähren Umgebung gab es keine andere Grundschule und es wäre für die meisten zu weit, jeden Tag nach Hause zu fahren. Manche können das tun, aber andere, so wie Lyn, können nur am Wochenende nach Hause. Das war noch ein Grund, warum Lyn Montage nicht mochte. Ihr Zuhause war zwar nicht so weit weg, aber ihre Eltern mussten sehr viel arbeiten und waren oft nicht da.
„Frau Assisi hat gesagt, dass ich im Zimmer 213 wohnen werde“, sagte Finn.
„Ah sehr schön! Wer wohnt noch im Zimmer 213?“, fragte Frau Border in die Klasse. Keiner meldete sich. „Hm, keiner? Hat denn jeder einen Zimmernachbarn?“ Alle nickten. War ja auch logisch – von den 25 Kindern in der Klasse wohnten acht Mädchen und zwölf Jungen im Internat. Die anderen fünf, drei Jungen und zwei Mädchen, gingen am Nachmittag nach Hause. Und somit blieb Finn übrig.
„Vielleicht bist du bei jemanden aus der Parallelklasse untergekommen“, meinte Frau Border. „Dann setz dich mal auf einen Freien Platz ...“, sie schaute sich um und fand einen einzigen freien Stuhl – den zwischen Lyn und Thomas, wo normalerweise Jana saß. Jana war Lyns Zimmernachbarin und war am Wochenende krank geworden. Deswegen war sie im Moment zu hause. Finn nahm seinen Rucksack (einen einfachen schwarzen Rucksack, total langweilig, wie Lyn fand) und setzte sich auf die Tischplatte, schwang die Beine hinüber und stand auf der anderen Seite der Tischreihe.
„Finn, ich muss dir leider sagen, dass wir hier nicht über Tische und Stühle klettern, sondern außen herum gehen. Denk nächstes Mal bitte daran, okay?“, sagte Frau Border.
„Okay“, sagte Finn. Lyn musterte ihn nun genauer. Sie mochte ihn schon deswegen nicht, weil sein Name und ihrer sich so ähnlich anhörten. Sie schaute sich seine Klamotten näher an, sie waren ganz gewöhnlich. Auch fand sie ihren Piraten-Tornister von Scout wesentlich ausgefallener. Derart zufrieden gestellt kritzelte sie weiter auf ihrem Matheheft herum, während Frau Border die Tafel mit Zahlen quälte.
„... und was kommt dann heraus, Lyn?“, fragte Frau Border. Lyn war gerade in einem Tagtraum, in dem sie als Kapitänin ihr Piratenschiff aus einem Sturm lenkte und beinahe gegen die Felsen geschmettert wurde, als ...
„Lyn, hörst du zu? Du hast vier Beutel mit zehn Äpfeln und Hendrik isst drei weg, wie viele Äpfel hast du dann noch?“ Lyn dachte fieberhaft nach. Doch die Zahlen wirbelten in ihrem Kopf nur durcheinander, gerieten in den Sturm, aus dem sie und ihre Mannschaft entkommen mussten ...
Da warf ihr Finn, der Neue, eine Rettungsleine zu. Er schob sein Heft ein wenig schräg. Darauf stand 37.
„Siebenunddreißig“, sagte Lyn erleichtert. Finn lächelte. Lyn zog mühsam einen Mundwinkel nach oben. „Danke“, sagte sie leise.
„Danke Finn“, sagte Frau Border und strafte Lyn mit einem bösen Blick.
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Liwona
Sonntagsschreiber


Beiträge: 13
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 10.05.2010 15:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bitte einfach ein paar Worte zum Stil - würdet ihr euren Kindern ein Kinderbuch mit einem solchen Anfang zum Lesen geben? Oder wäre es zu plump, zu einfach die sprachliche Gestaltung?
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Aknaib
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 747
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BeitragVerfasst am: 16.05.2010 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liwona,

Du schreibst:
Zitat:
Lesealter soll ab 9 sein. Daher habe ich die Sätze möglichst einfach gehalten, eben wie Ingrid Uebe auch, hab aber irgendwie nicht das Gefühl, dass es mir besonders gut gelungen ist.
Bitte helft mir!


Ich habe lange nicht im Forum kommentiert und gestern deinen Beitrag entdeckt.
Das er bisher nicht kommentiert wurde, liegt vielleicht an der Thematik einer Kindergeschichte.
Wenn ich ehrlich bin, würde ich das Buch im jetzigen Zustand nicht kaufen.
Neben humorvoller Literatur ist Kinderliteratur das schwerste Genre indem man schreiben kann.
Kinder sind aufmerksame Leser/Zuhörer. Sie lassen keine Fehler durchgehen.
Es ist richtig, für diese Altersgruppe in einfachen Sätzen zu schreiben. Jedoch hast du die Altersgruppe unpassend gewählt. Kinder im Grundschulalter wollen von Helden lesen und diese sind in der Regel ca. zwei Jahre älter. Nun wäre es einfach zu sagen, dann sage ich eben ab einer Altersgruppe von sieben Jahren. Jedoch kommt es darauf an, welche Altersgruppe du wirklich erreichen willst.
In welche Richtung zielt dein Roman?
Soll es ein problemorientierter werden, der sich dahingehend entwickelt, dass der Neue von den Mitschülern wegen Andersartigkeit gemieden, gar gemobbt wird oder ein psychologischer Roman, womit Dinge aus der Gefühls- und Erfahrungswelt der Kinder aufgegriffen werden wie z.B. erste Liebesgefühle zw. Lyn und Finn.  

Nun zu deinem Text:

Was mir richtig gut gefällt: Die Protagonistin liebt Piratenspiele und hebt sich damit von der Masse der Mädchen ab. Da lässt sich was draus machen.
Inhaltlich gibt es noch einiges zu tun. Gerade der Anfang, gar der erste Satz entscheidet, ob ein Verleger  Appetit bekommt, weiter zu lesen.

Zitat:
Niemand mag Montage, Lyn schon gar nicht. Denn Montage sind ihre absoluten Nicht-Lieblingstage. Es fing meist schon damit an, dass Frau Border haufenweise Zahlen an die Tafel schrieb und das gleich zwei und das gleich zwei Stunden hintereinander! Bis zur großen Pause!
Klingt nicht schlecht. Aber:
Zitat:
Niemand mag Montage ...
Diese drei Worte als Einstieg in die Geschichte sind für sich allein Klasse gewählt. Sofort frage ich mich: Warum mag sie NIEMAND und was ist der Grund?
Doch dann wird nicht bzw. viel zu spät erklärt, warum sie NIEMAND mag. Bzw. komm nur indirekt zur Sprache, dass es am Internatsaufenthalt der Kinder liegt.
Auch warum es speziell  Lyns nicht Lieblingstage sind, ist daher nicht sauber rausgearbeitet. Stattdessen schreibst du:  
Zitat:
Es fing meist schon damit an…
Das klingt als wäre es immer so … jeden Montag. Doch der wahre Grund sind nicht die vielen Zahlen, sondern, dass jeden Montag die Schule mit zwei Mathestunden beginnt.

Hinzu kommt du springst in den ersten Sätzen in der Zeit. Ist das als besonderes Stilmittel gewollt?  
Niemand  mag… / Denn Montage sind …  = Präsens
Es fing damit an…/  an die Tafel schrieb … = Präteritum

Und Vorsicht mit  „!“
Sie gehören keinesfalls dorthin, wo du sie gesetzt hast.
Es gibt nur zwei Gründe für Ausrufezeichen:
Einen Befehl: „Komm nach vorn Lyn!“
Einen Ausruf: „Danke Finn!“, rief Frau Border …

Hier eine Anregung für den Einstieg in die Geschichte:  
Lyn hasste Montage. (oder: Montage gehörten zu Lyns absoluten  Nicht-Lieblingstage. Jedoch find ich den "drei Worte" Einstieg genialer.)  
Heute begann der Montag besonders arg. Frau Border schrieb haufenweise Zahlen an die Tafel und das die vollen zwei …
Mit diesem Anfang ist für den Leser klar. Lyn mag die Montage nicht wegen Mathe.
Dass später als weiterer Grund der Internatsaufenthalt hinzukommt, reiht sich dann nahtlos ein.

Zitat:
Doch sie war nicht die Einzige in der 4b, die an diesem Montagmorgen keine Lust auf Mathe hatte. Es war der Morgen am 21. März und pünktlich zum Frühlingsanfang waren es an diesem Morgen um acht Uhr schon zwölf Grad Celsius.
Was hat der 21. März damit zu tun, dass keiner Lust auf Mathe hat? Weil Lyn sich ärgert, dass sie etwas anziehen soll, was sie nicht will? So klingt das jedenfalls.
Hier fehlt einmal ein Absatz und die Erklärung warum sie nicht die Einzige ist, die keine Lust auf Mathe hat. Und lass das Datum weg.
 
Zitat:
Das Flüstern und Gemurmel nahm zu, besonders die Mädchen wurden hektischer.
Auch Lyn fand, dass er süß aussah, würde das aber nie zugeben.
„Wo kommt der wohl her?“, fragte ihr bester Freund Hendrik. Der Neue sah tatsächlich sehr seltsam aus.
Wieder eine Stelle die nicht sauber herausgearbeitet ist.
Woher weiß Lyn, dass die anderen Mädchen Finn süß finden? Lass das „Auch“ weg.
Und was ist im übernächsten Satz los? Wieso sieht er jetzt plötzlich TATSÄCHLICH seltsam aus? Tatsächlich setzt voraus, dass vorher bereits erwähnt wird, dass er seltsam aussieht. Auch beißt sich seltsam mit süß.

Was mir unlogisch erscheint. Der Neue wird mitten im Unterricht in die Klasse geschoben.
Hat er sich verspätet? Ist es nicht so, dass eine Klassenlehrerin ihn am ersten Tag in Empfang nimmt und der Klasse vorstellt?
Da es sich um Grundschüler handelt, ist der Mathelehrer in der Regel auch der Klassenlehrer. Und sie weiß nicht wie ihr neuer Schüler heißt? Sie weiß noch nicht einmal, dass überhaupt ein neuer Schüler kommt, denn du schreibst, es gibt nur einen freien Platz, weil jemand krank ist.

Sicher habe ich jetzt viel gemäkelt doch das sollte dich nicht abschrecken. Vieles sind kleine Sachen, die schnell behoben sind.
Nimm dir jeden Satz vor, prüfe ihn auf Logik. Und lies deinen Text laut, dann merkst du wo es holpert.

Diese Passage hier ist wunderbar. Sie enthält zwar noch Ballast und Absätze sollten anders gesetzt werden.
Zitat:
„Lyn, hörst du zu? Du hast vier Beutel mit zehn Äpfeln und Hendrik isst drei weg. Wie viele Äpfel hast du dann noch?“
Lyn (dachte) überlegte fieberhaft (nach). Doch die Zahlen wirbelten in ihrem Kopf (nur durcheinander), gerieten in den Sturm, aus dem sie und ihre Mannschaft entkommen mussten ...
Da warf ihr (Finn,) der Neue, eine Rettungsleine zu. Er schob sein Heft ein wenig schräg. Darauf stand 37.
„Siebenunddreißig“, triumphierte (sagte) Lyn (erleichtert). In Gedanken war sie bei den Piraten, da kann sie ruhig auftrumpfen, dass passt dann besser zum bösen Blick der Lehrerin.
Finn (lächelte) grinste. Lyn zog (mühsam) einen Mundwinkel nach oben. „Danke“, (sagte) grummelte/schniefte sie (leise).
„Danke Finn!“, (sagte) rief Frau Border und strafte Lyn mit einem (bösen) strengen Blick.


Ein bischen Abwechslung zum eintönigen Sprechverb "sagte" würde dem gesamten Text gut tun. Auch den Text nach "war" zu durchforsten und durch lebendigere Verben zu ersetzen, wäre nicht verkehrt.  
Die von mir gestellten Fragen sind zum Überdenken und beantworten für dich gedacht, nicht weil du mir etwas erklären sollst/musst.
Jedoch, wenn du noch Fragen hast- gern.  

Herzliche Grüße
Bianka
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Liwona
Sonntagsschreiber


Beiträge: 13
Wohnort: Oldenburg


BeitragVerfasst am: 17.05.2010 15:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow, vielen dank für deine Antwort! Deine Tipps sind sehr hilfreich und klar, jetzt wo dus sagst, fallen mir die unlogischen Dinge auch auf.

Der Roman soll in erster Linie Unterhaltung für Kinder sein, aber natürlich beschäftigt sich das Ganze auch mit einem Problem, viel mehr mit zweien. Zum einen hat Lyn kein besonders gutes Verhälnis zu ihren Eltern, weil sie halt schon früh ins Internat gekommen ist --> Problematik der viel beschäftigten Eltern. (nein, das hat nichts mit mir zu tun, ich war nie im internat Very Happy )

Zum anderen freundet sie sich mit dem Neuen an, was Hendrik nicht passt und sie streiten sich. Das Problem einer Freundschaft: Drei sind einer zu viel.

Bei dem Anfang "Niemand mag Montage..." hatte ich das Gefühl, dass die ersten Absätz nur Negatives berichtet wird. Sie mag dies nicht, das nicht ... quasi ein negativer (=schlechter) Einstieg.
Aber so, wie du argumentierst, kann man es ja auch sehen...

Ich werde mich gleich ran machen einiges ändern. Deine Vorschläge haben mir gut gezeigt, dass einfache Kidnersprache nicht heißen muss, auch den Wortschatz möglichst gering zu halten ... XD
Werde dann das korrigierte noch mal posten.

Liebe grüße
Annika
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i-Punkt
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 515
Wohnort: Baden-Württemberg


BeitragVerfasst am: 17.05.2010 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liwona!

Einfache Sprache heißt nicht nur nicht-reduzierter Wortschatz, sondern auch nicht so viele Nicht-Umschreibungen, die das Lesen (gerade für Kinder) nicht einfacher machen... Versteht man meinen ersten Satz so formuliert überhaupt noch? Warum schreibst du Nicht-Lieblingstag. Meine Tochter (9) sagt: Montag ist mein absoluter Hass-Tag! Man soll ja Kindern auch nicht zurufen: Fahr nicht so schnell! Bis sie sich schnell fahren vergegenwärtigen und dass sie das nicht tun sollen, dann überlegen, was das Gegenteil ist und wie man das erreicht, endlich zur Bremse greifen... ist es vielleicht zu spät. Fahr langsam! ist besser. (Ich weiß, dass man diesen Absatz auch kürzer fassen könnte. Aber dann müsste man auf die vielen Nicht-Formulierungen verzichten. Die zeigen aber so anschaulich, wie umständlich ein Satz dadurch wird.) Geh mal durch den Text und schau, wo es überall einfacher wird, wenn du sagst, was du meinst - nicht was du nicht meinst.

So viel zu meinem allgemeinen "Wort zum Montag". Jetzt mal an den Text:

Zitat:
Lyn konnte über so einen gemeinen Stundenplan nur den Kopf schütteln.


Das erscheint mir unkindlich. Kinder schütteln nicht den Kopf über Gemeinheiten (meine zumindest). Sie fluchen und motzen und ärgern sich.

Zitat:
Mal und Geteilt hatten sie Anfang der Dritten Klasse bekommen. Es war nicht leicht.


Okay, das mögen Kinder sagen. Aber mich stört das. Sie haben nicht Mal und Geteilt bekommen. Nimm Mal und Geteilt als Hauptworte wie meine Tochter. Aber nimm ein aktiveres Verb. Mal und Geteilt quälten sie seit der dritten Klasse, zum Beispiel. Nicht leicht? Sauschwer, Affenschwer, volle schwer, was auch immer. Aber auf jeden Fall scheißschwer. Kinder untertreiben normalerweise nicht - nicht bei Mal und Geteilt.

Zitat:
Hauptsächlich malte sie Totenkopfflaggen und säbelschwingende Strichmännchen.


Hauptsächlich klingt irgendwie steif. Versuche mal mehr aktive Verben rein zu bringen. Wehende Totenkopf-Flaggen drängten die Zahlen in den Hintergrund und säbel-schwingende Strichmännchen bekämpften die hinterhältigen Punkte dazwischen, oder so.

Zitat:
Doch sie war nicht die Einzige in der 4b, die an diesem Montagmorgen keine Lust auf Mathe hatte. Es war der Morgen am 21. März und pünktlich zum Frühlingsanfang waren es an diesem Morgen um acht Uhr schon zwölf Grad Celsius.


Ja, ich glaube, dass es Morgen war, ist angekommen. Es war der 21. März (ist das Datum wichtig? Wenn ja, schreib doch nur vom Frühlingsanfang, der diesen Tag konkret macht.) Meine Kinder (1. und 3. Klasse) wissen schon oft das Datum. Aber nicht immer. Für sie ist es nur wichtig im Zusammenhang mit Geburtstagen. UEFA-Cup-Auslosung wäre ein Datum, dass beispielsweise mein Erstklässler-Sohn im Kopf hätte. Ansonsten denken sie noch mehr in der Kategorie "nächsten Donnerstag". Monatsanfang ist wichtig - konkret: an die neue Busfahrkarte denken. Verstehst du worauf ich hinaus will? Kinder denken meist nicht. Oh, heute ist der 21. März, einfach so als abstraktes Datum. Genausowenig können Kinder mit 12 Grad anfangen. Vielleicht schien die Sonne zum Fenster rein. Oder irgendwas blüht, oder die ersten verirrten Hummeln summen.

Zitat:
Lyns Mama hatte gesagt, dass sie einen Rock und eine Bluse anziehen sollte. Es werde am Nachmittag bestimmt sehr warm. Aber Lyn hasste Röcke und noch weniger mochte sie Blusen. Die wurden immer so schnell dreckig. Also hatte sie ein schwarzes T-Shirt angezogen und eine unter dem Knie abgeschnittene Jeans. Sie hatte ganz viele Löcher und Lyn fand, dass sie so sehr verwegen aussah. Wie eine Abenteurerin.


Ich kenne mich nicht so perfekt mit Internaten aus. Aber kommen die Schüler tatsächlich am Montag direkt vor dem Unterricht erst an? Was sagte denn Lyns Mama zu der löchrigen Hose? Wenn ich Rock und Bluse vorschlage, zucke ich glaub nicht bloß mit den Achseln, wenn meine Tochter in zerrissenen Jeans ankommt...

Zitat:
Da klopfte es plötzlich an der Tür. Alle wachten aus dem Halbschlaf auf und auch Frau Border ließ die Kreide sinken.


Es passiert was! Und es klingt ein bisschen nach Schulaufsatz angereichert mit "Da" und "Plötzlich", alles schön der Reihe nach, es klopft, sie wachen auf, Frau Border lässt die Kreide sinken. Lass es doch auch hier aktiver werden. Das Klopfen weckt die Schüler, die Köpfe fahren hoch, Frau Border bricht mit einem hässlichen Quietschen mitten Schwung einer Acht die Kreide ab,... Lyn braucht nicht auf Abwechslung zu hoffen, es passiert was.

Zitat:
Die alte Sekretärin schob ihren dünnen Hals durch die Tür, die vorne rechts neben der Tafel war.


Dass sie nur den dünnen Hals und nicht den kleinen runzligen Kopf durch die Tür (eher den Türspalt, wenn sie sie ein bisschen geöffnet hat) streckt, stört mich ein bisschen vom Bild. Wo die Tür ist finde ich jetzt eher unwichtig. Oder hat es eine Bedeutung? Beim Einschulungstest ist das Erfassen und Nachsprechen solcher Sätze höchste Schwierigkeitsstufe: "Das Heft liegt auf dem Tisch neben dem Regal unter dem Fenster im Wohnzimmer."

-Eine Lehrerin weiß meist vorher, wenn sie einen neuen Schüler bekommt. Selbst wenn das eine ganz kurzfristige Sache war, weil Finns Vater der Piratenkapitän gerade erst am Sonntag im Gefängnis landete und sein Sohn der Jugendfürsorge übergeben wurde - selbst dann ist normalerweise am Morgen im Lehrerzimmer Zeit, die Lehrerin zu informieren. Bei mir wissen es sogar meine Kinder weit vorher, wenn ein Neuer kommt.-

Zitat:
ewig alt


Das finde ich nicht so schön ausgedrückt - selbst für ein Kind. Vor allem weil doch ein bildhafter Vergleich ihres Alters ohnehin noch folgt. Da langt doch ein stinknormales "uralt" und klingt nicht so falsch.

Zitat:
Kaum hatte Frau Assisi die Worte kaum ausgesprochen


Zitat:
„Äh, guten Morgen Frau Border..." - „Danke, Johanna“, sagte Frau Border.


Ist es Absicht, dass Frau Assisi Frau Border siezt (die Ältere die Jüngere) und Frau Border duzt Johanna Assisi? Bei unserer Grundschule duzen sich Sekretärin und Lehrerinnen. Das ist für die Kinder immer ein Grund für Gekicher, wenn jemand zu ihrer Lehrerin "Uschi" sagt oder so ähnlich.

Zitat:
... besonders die Mädchen wurden hektischer. Auch Lyn fand, dass er süß aussah, würde das aber nie zugeben.


Gut der Satz mit Lyn erklärt im Nachhinein, warum die Mädchen hektischer werden. Aber das dürftest du noch besser ausarbeiten. Wie werden die Mädels hektisch. Starren sie den Neuen an, streichen sich die Haare hinter die Ohren, kichern mit der Freundin, ... Dann kann Lyn ja beobachten, dass sie den Neuen wohl süß finden und ihnen beipflichten, obwohl sie als toughes Mädchen natürlich nicht anfängt eine Haarsträhne zu zwirbeln.

Zitat:
„Wo kommt der wohl her?“, fragte ihr bester Freund Hendrik.


Und wo kommt Hendrik her, frage ich mich. Da sitzt Lyn in einer sterbenslangweiligen Mathestunde neben ihrem besten Freund und erst jetzt kommt der ins Spiel. Ist Lyn eine Heilige?

Zitat:
Lyn wusste von ihrer Mutter, dass so ein Aussehen sehr selten waren. Die meisten Menschen mit schwarzen Haaren hatten auch sehr dunkle Augen.


Warum von ihrer Mutter? Spricht man mit seinen Kindern über so was? "Du, die meisten Menschen mit dunklen Haaren haben auch dunkle Augen. Schau, wir bestimmen jetzt mal den Frühlings- und den Wintertyp." - Lass Lyn doch eigene Beobachtungen machen und beschreiben, wie die hellen Augen unter dem dunklen Schopf auf sie wirken.

Zitat:
einzelne Strähnen fielen ihm vorne ins Gesicht


Die hellen Augen sind ja ungewöhnlich genug - ein Glück dass das Gesicht wenigstens vorn ist.

Für den zweiten Teil habe ich jetzt gerade keine Zeit mehr. Aber ich habe ihn gelesen. Grundsätzlich könnte ich mir schon vorstellen, so ein Buch zu kaufen und auch dass es meiner Tochter gefallen würde. Schulgeschichte - also aus der eigenen Erfahrungswelt. Allerdings würde ich früher einführen, dass es sich um eine Internatsschule handelt. Gerade im Grundschulalter ist das doch ungewöhnlich. Starke Mädchen finde ich gut! Auch meine Tochter liest so was gerne, obwohl sie keine Aversionen gegen Glitzer, Rosa, Einhörner und Prinzessinenkleider hat. Mit diesen Piratenandeutungen und dem Kopftuch von Finn erwarte ich fast eine (fantastische) Piratenwendung. Abenteuergeschichten mag doch jedes Kind. Sprachlich solltest du es aber noch mal überarbeiten.

Viel Erfolg und Gruß,
I.


_________________
Schreiben ist einfach, man setzt sich nur hin, starrt auf ein weißes Blatt Papier, bis sich Blutstropfen auf der Stirn bilden.
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