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Wie der Flaum weisser Tauben

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 05/2010
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Autor Nachricht
EdgarAllanPoe
Geschlecht:männlichPoepulistischer Plattfüßler

Alter: 27
Beiträge: 3309
Wohnort: Greifswald
Bronzene Harfe Die Goldene Bushaltestelle
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 07.05.2010 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor!

Die Formvorgabe ist schön in den Text integriert; ich kann die Bilder vor mir sehen.
Was den Inhalt betrifft, so mag ich den auch, obwohl er traurig ist.
Der Sohn, der seinem Vater zeigt, dass es selbst in Kriegszeiten noch Wunder gibt; der Vater, der daran zunächst zweifelt, dann aber doch überzeugt ist.
Auch der Stil ist ansprechend, obwohl sich ab und zu ein paar unschöne kitschige Formulierungen etwas häufen, die das Gesamtbild etwas verwässern.
Ich gebe dir aber dennoch sieben Federn.

Liebe Grüße,

Eddie


_________________
(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3215

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 08.05.2010 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Der zweite Satz hat mich schon rausgehauen, vor allem das wiederholte "sich" („die sich“, „und sich“). Außerdem ist mir zuviel drin, was ich nicht bräuchte, z.B. der ganze Teil:
Zitat:
Der Winterregen hatte den Staub von Beer Sheva in eine leuchtend grüne Oase verwandelt. Für eine zu kurze Zeit. Noch liess die Sonne die Tümpel wie von Zauber erglitzern, der Wind das Gras geschmeidig wiegen. Aber für Ariel gab es schon längst keine Wunder mehr.


Für mich sehr unbequem zu lesen.

Außerdem mangelt es mir (mal wieder) an Vorstellungsvermögen, ich bekomme Grassporen und den Flaum weisser Tauben nicht zusammen. Grassporen als flauschige Bällchen? Aber gut, das mag es geben, ich bin ja kein Botaniker.
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Aknaib
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 60
Beiträge: 746
Wohnort: Dresden
DSFo-Sponsor Lezepo IV


BeitragVerfasst am: 08.05.2010 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Autor,  

für ein umfassendes Kommentieren sind es zu viele Geschichten.
Entscheidend ist für mich: Erkenne ich eine Bezug zum Thema? Ist der Text für mich verständlich? Ich möchte auf eine klare oder subtile Weise unterhalten werden. Ist das Ende offen und der Autor hat es damit geschafft, meiner Phantasie freien Raum zu geben umso besser.
Konnte ich keinen Bezug zum Thema erkennen, habe ich von vornherein nur ein oder zwei Punkte vergeben. Insgesamt habe ich zwischen 1 bis 8 Punkten verteilt. Wobei ich 7 und 8 Punkte jeweils ein einziges Mal vergeben habe.

Zu deinem Text:
Das Beste kommt zum Schluss. Na ja fast, weil ich die Geschichten in Word kopiert hatte und sie dort nach den Alphabet sortiert wurden.
Auch wenn nicht alles perfekt ist und sich kleine Fehler eingeschlichen haben, ist das für mich ein rundum schlüssiger Text, der ohne spektakuläre Pointe auskommt.
Unaufdringlich berührend bringst du mir die Geschichte eines kleinen Jungen samt seines Vater aus einer mir fremden Welt erklärlich rüber.
Der Held ist der Vater, der im Sohn keinen Hass auf den Verursacher der Behinderung geschürt hat.
Wow, was für eine Geschichte!
Dafür gibt es von mir die nur einmal vergebene Höchstpunktzahl „8“.

Grüße von Bianka
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mondblume
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 41
Beiträge: 1276
Wohnort: Costa Brava


BeitragVerfasst am: 08.05.2010 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Eine berührende, ernste  Geschichte, aber trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben. Sehr schön!

_________________
*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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Biggi
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 855
Wohnort: BY



BeitragVerfasst am: 09.05.2010 09:56    Titel: Re: Wie der Flaum weisser Tauben Antworten mit Zitat

Liebe(r) Autor(in),

eine traurige Geschichte, sprachlich recht sicher formuliert.
Das Kind(chenschema) als Garant für Emotionen? Nicht ganz, bei mir zumindest.
Dass dieser 6-Jährige selbst ein Opfer wurde, hätte genügt. Dass sein Bruder nun auch eines geworden ist, war dann zuviel für mich. Möchte beinahe sagen: entweder er oder sein Bruder.
Den Schlusssatz hätte der Vater meiner Ansicht nach maximal denken dürfen. Niemals aussprechen.

Gruß,
Biggi
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Hoody
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2602
Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 09.05.2010 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Postkartenmensch


Aus Zeit gründen werde ich jetzt erst einmal nur bewerten und dann nach der Auflösung näher drauf eingehen. Ansonsten schaffe ich es nicht mehr glaube ich  Laughing

lg Hubi


_________________
Nennt mich einfach Hubi oder J-da oder Huvi : D

Ich bin wie eine Runde Tetris. Nichts will passen.

"Ein schlechter Schriftsteller wird manchmal ein guter Kritiker, genauso wie man aus einem schlechten Wein einen guten Essig machen kann."
Henry de Montherlant

"Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen."
Konrad Adenauer
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gepuzzelt
Schreiberling


Beiträge: 297
Wohnort: Australien


BeitragVerfasst am: 09.05.2010 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Unbekannte/r,

dein Stück ist gut geschrieben, doch fehlt mir ein bisschen die Subtilität daran. Es ist sehr symbolhaltig und lässt kaum noch Spielraum zu einer eigenen Interpretation.

Puzz
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Nihil
{ }

Moderator
Alter: 29
Beiträge: 7469



BeitragVerfasst am: 09.05.2010 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in von „Wie der Flaum weisser Tauben“,
dies waren die Kriterien, die meine Bewertung beeinflusst haben:
1) Umgang mit dem vorgegebenen Thema
(Einfallsreichtum, Bedeutung für die Geschichte, Einbindung in den Kontext)
2) Dramaturgie
(ansprechender und sinnvoller Titel, Organisation der Handlung, Spannung)
3) Form und Sprache
(Rechtschreib- und Grammatikfehler, Wortschatz, stringenter Stil, Perspektive)
4) Fazit
(Vergleich mit anderen Einsendungen, persönliche Meinung)


Die Idee, die du aus dem vorgegebenen Bild heraus geholt hast, ist meiner Meinung nach mit eine der besten. Du setzt die Seelandschaft sowie die Gräser zwar in den Mittelpunkt der Geschichte, lässt dich gleichzeitig aber nicht zu sehr davon beeinflussen, indem du Israel als Schauplatz wählst. Sehr gut gefällt mir außerdem die Idee, in den Grassporen Taubenfedern zu sehen – was wiederum ein Symbol des Friedens darstellt. Überhaupt wird die gesamte Landschaft zu einer Oase des Friedens und der aufkommenden Hoffnung und ich mag es sehr, wenn es in einer Geschichte Symbolik gibt, die sich nicht plakativ anbiedert.

Eine Einteilung deiner Geschichte in Prolog, Hauptteil, usw. kann ich nicht erkennen. Auch von einem aufsteigenden Spannungsbogen würde ich nicht sprechen. Vielmehr ist es so, dass man direkt nach dem unvermittelten Einstieg in der Geschichte ist, die durch liebevolle Details wie das Spiel mit den Kaulquappen plastisch und interessant wirkt. Eine Kehrtwende, einen Schock, gibt es dennoch, nämlich als der Leser erfährt, dass Shmuel seine beiden Hände bei einer Explosion verloren hat. Das unbedarfte und fröhliche Herumtoben des Jungen lässt einen nicht vermuten, dass er Opfer eines solch harten Schicksals geworden ist. Spannung wird außerdem durch den Kontrast zweier Welten, die durch den Shmuel und Ariel repräsentiert werden, erzeugt. Der Sohn lebt trotz seiner Behinderung in einer fröhlichen, unschuldigen Welt. Der Vater sieht, dass die Freude nicht von Dauer sein wird, hält seine Verzweiflung und Erschütterung aber seinem Kind zuliebe zurück.

Inhaltlich muss ich aber kritisieren, dass mir deine Geschichte zu sehr auf den Mitfühl-Effekt ausgelegt ist. Beim ersten Lesen habe ich zwar auch noch geschluckt, als ich von Schmuels Verkrüppelung erfahren habe, aber nach dem mehrfachen Lesen stören mich einige zu plakative Elemente. Du zeichnest Shmuel für meinen Geschmack eine Schippe zu fröhlich, naiv und gutherzig.
Zitat:
"Wenn er ans Fliegen denkt, fällt es ihm vielleicht leichter, wieder laufen zu lernen. Die Prothesen tun ihm weh, aber Wunder gibt es doch, nicht wahr, Papa?"

Zitat:
Ariels Herz gefror. Die Bombe. Die Bombe hatte das getan.

Zitat:
"Schau nur, Papa, wie sie fliegen. Wie der Flaum weisser Tauben."

Das sind die Stellen, die mich vor allem gestört haben. Aus diesen Zeilen spricht für mich der Subtext „Du findest es doch herzergreifend, was hier alles geschehen ist, oder?“. Vielleicht bin ich zu pessimistisch für deine Geschichte, aber ich denke, dass das Leid den Jungen schon geprägt haben müsste. Zum einen die Feststellung, nicht mehr Ball spielen, schreiben und Ähnliches tun zu können, zum anderen werden ihn, bis auf seinen ebenfalls versehrten Freund, die anderen Kinder ebenfalls nicht mehr so behandeln wie früher, da er an ihrem sozialen Leben nicht mehr ganz so teilhaben kann wie früher. Er wird seine Einschränkungen merken. Für meinen Geschmack ist die Szene so optimistisch gemalt, dass sie schon fast die Grenze zum Kitsch überschreitet.
Dennoch ist deine Geschichte sehr plastisch und detailreich, was vor allem der Sprache zu verdanken ist. Du verwendest einen breiten Sprachschatz, variable Satzkonstruktionen und ausdrucksstarke Wörter. Beschreibungen wie diese hier lassen die Geschichte farbenfroh und greifbar werden:
Zitat:
In Shmuels Augen leuchtete die unschuldige Freude eines Sechsjährigen über die Kaulquappen, die sich zwischen den Halmen von Ufergras tummelten und sich vor dem Schatten des Jungen zu verstecken versuchten.

Zitat:
Die löcherigen Hosen bis über die Knie gekrempelt, die Augen gegen das Sonnenlicht zusammengekniffen, watete Shmuel durch das seichte Wasser und jauchzte, als seine Berührung eine Wolke von Grassporen in die Luft schwärmen liess.

Ein ganz wenig origineller und eigener hätte deine Sprache für meine Geschmack aber gerne noch sein können, da man Metaphern wie den Felsbrocken im ersten Absatz doch schon einige Male gelesen hat.

Ich finde, dies ist eine der besten Geschichten des Wettbewerbs, da du mit Sprache sehr schöne Bilder malst und deine Idee eine der originellsten ist. Was mich von einer noch höheren Bewertung abhält, sind wie gesagt die unversteckt ausgelegten Widerhaken, die den Leser am Herzen packen sollen. Der Kontrast zwischen Hoffnung und Verzweiflung wirkt zwar, ist mir persönlich aber zu gekünstelt, nicht lebensnah genug. Dennoch kann ich nichts anderes als eine überdurchschnittliche Wertung vergeben.
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Nemo
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Postkartenprosa II


BeitragVerfasst am: 09.05.2010 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor oder liebe Autorin,

der Text gehört für mich zu den besseren des Wettbewerbs, schafft es aber nicht in meine Favoritenliste. Zwar hebt sich das Thema von den anderen Geschichten ab, ist sprachlich und bildlich ansprechend gestaltet, aber der verstümmelte Junge, die weiße Taube als Friedenssymbol, der kindliche Glaube an Wunder, der desillusionierte Vater: das ist mir alles eine Spur zu klebrig. Nichts für ungut.

Beste Grüße
Nemo


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Don Met
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BeitragVerfasst am: 09.05.2010 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag ist für mich, ebenso wie der Sternenkindbeitrag sehr schwer zu bewerten. Geschichten in denen Kindern schlimme Dinge zustoßen oder zugestoßen sind, sind irgendwie nichts für mich. Das ist natürlich eher mein Problem. Ich gebe mal eine X. Am Sprachstil gibt es nach meiner Meinung nichts auszusetzen.

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Traumtänzerin
Fähnchen Fieselschreib

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BeitragVerfasst am: 09.05.2010 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Aus Zeitgründen ist das hier lediglich ein neutraler Kommentar (als "Zugangsvoraussetzung" für's Bewerten).
Ausführliche Kritik folgt.

LG,
Traumtänzerin


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Maria
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BeitragVerfasst am: 09.05.2010 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

Tach. Aus Zeitmangel nur stichwortartige Anmerkungen. Bei konkreten Fragen komm ich natürlich nochmal darauf zurück.

*
Verzichtet gottseidank auf allzu viel Rührseligkeit, das Thema ist hier schließlich genug. Bezug zur Vorgabe ist erkennbar, sprachlich hab ich nix zu meckern. Ein eher ruhiger Text, der mir gut gefallen hat. Mittelfeld


Punkte schreib ich nicht hin, vielleicht werte ich nochmal um, frag mich einfach wenns interessiert


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Homer
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BeitragVerfasst am: 10.05.2010 14:20    Titel: ^^ Antworten mit Zitat

Sehr schön.
Sowohl sprachlich als auch vom Sinn her.
Auch einer meiner Favoriten, auch wegen der aktuellen Thematik.


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i-Punkt
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BeitragVerfasst am: 10.05.2010 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Auch hier muss ich erst mal wieder ein Kompliment los werden, wie viel jemand in dieser Kürze unterbringen kann - und das ohne die Geschichte zu überfrachten, da die Symbolik unaufdringlich bleibt.

Man ahnt, dass es nicht bei einer netten Vater-Sohn-Naturbeobachtungsgeschichte bleibt, weil Ariel so schwermütig ist. Dennoch treffen die vernarbten Stümofe einen, da man ja beim Vater die Narben vermutete - sichtbar oder unsichtbar - nicht bei dem unbeschwerten Sechsjährigen.

Nicht nur, dass der dann unbekümmert dem Friedenssymbol schlechthin nachjagd. Die Sporen sind auch noch für eine Freund mit einem arabischen Namen.

Da ist so viel an Schmerz und Hoffnung und Mahnung reingepackt und dennoch piekst kein moralisierender Zeigefinger so sehr, dass es die Freunde am Lesen beeinträchtigt. Sprachlich rund entsteht eine bildhafte Szene mit tieferem Hintergrund. Gelungen.

I.


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pripri
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BeitragVerfasst am: 10.05.2010 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Nach fünf Tees hab ich mich wieder einigermassen beruhigt, dass ich mich zu Wort melden kann.

Zuerst nochmals ein Riesendankeschön an Euch alle.
Das erste Mal, dass ich an solch einem Wettbewerb teilnehme (da ich's doch sonst überhaupt nicht mit Kurzgeschichten hab Embarassed), und dann gleich sowas. Ich bin immer noch völlig geplättet.  ohh
Und dann habt Ihr mir sogar das Doppel-s verziehen, das wir hier in der Schweiz nicht benutzen und es auch in der Schule gar nicht erst lernen. Ja, wir machen's uns eben ziemlich leicht.  wink

Ich werde mir jetzt mal in Ruhe alle Eure Kommentare durchlesen und dann Red und Antwort stehen.

lg pripri


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pripri
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BeitragVerfasst am: 11.05.2010 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

Und jetzt mal schön der Reihe nach ...

@anuphti
Ja, da hast Du recht. Die Hoffnung bleibt immer.

@Sabine
Merci  Embarassed
Zitat:
Kleiner Hinweis: ließ
Da wir Schweizer ein eher bequemes Völkchen sind, machen wir es uns immer so leicht wie möglich. Das Doppel-S gibt's bei uns nicht, und ich habe ehrlich gesagt auch nicht den leisesten Schimmer, wann das angewandt wird. Ok, eine schlechte Entschuldigung. Bei etwas mehr Ehrgeiz lässt sich das lernen, oder noch einfacher: ich hätte den Text durch die Deutsche Rechtschreibung laufen lassen können. Mea culpa.

@halcyonzocalo
freut mich sehr, wenn der Text etwas berührt.
Zitat:
Und ehrlich gesagt verstehe ich den wahren Sinn mit den ganzen histroischen und politischen Hintergründen, die wahrscheinlich dahinterstecken,bestimmt nicht.  
Ich glaube, ein Konflikt wie der im Nahen Osten, der sich inzwischen über kleinliche 2000 Jahre hinwegstreckt ist für niemanden einfach zu verstehen. Das macht das ganze umso unbegreiflicher, das ist wahr. Aber im Grunde steht die Geschichte für alle Konflikte, die ebenso irrsinnig sind. So hätte ich statt Israel/Palästina auch x eine "Händelei" nehmen können.  Das Resultat wäre das gleiche.

@Alogius
Zitat:
nicht Afghanistan, aber wohl eher Richtung Gaza?

(Fast) Messerscharf erkannt, wie immer  smile Beer Sheva ist ein Städtchen mitten in der israelischen Negev-Wüste, also zwar nicht in Gaza, aber doch nah genug.
Zitat:
Der Text passt und steht für sich; sprachlich gut umgesetzt. Gefällt mir.
  Embarassed Wow, ein Lob aus Deinem Mund, macht mich wirklich  verlegen.

@Schmierfink
Zitat:
Würde sagen zu viel in zu wenig Text gepackt und das passt dann leider auch nicht so ganz.

Danke für die wirklich hilfreiche Kritik. Ich weiss, das ist mein ewiges Problem, zu viel in zu wenig reinpacken zu wollen *seufz*. Insofern nicht unbegründet. Ich werde weitere daran arbeiten.
Zitat:
verzeih den eher kurzen, vielleicht etwas harschen Kommentar
So harsch war's doch gar nicht smile


@Dienstwerk
Zitat:
Zitat:
Ein Schmunzeln brach sich beim Anblick seines Sohnes durch Ariels Züge

Boah, noch komplizierter ging's wohl nicht.
Upps  ...  Embarassed Ist's wirklich so arg? Eigentlich hab ich den Satz für gar nicht so schlimm empfunden, aber vielleicht sollte ich das Ganze eine Weile ruhen lassen und dann nochmal lesen.
Schön, dass es Dir aber trotzdem gefallen hat.


@Bananenfischin
Zitat:
Den letzten Satz hätte ich den Vater lieber nur denken lassen.
Gar keine schlechte Idee Daumen hoch


@Ilona
Zitat:
Gefällt mir nicht so. Der Text leidet unter der Botschaft und wird zu vorhersehbar.
Ist absolut ok, kann ja schliesslich nicht jedem gefallen.  smile Tja, und dass die Botschaft vorhersehbar ist, kann ich auch nicht bestreiten. Es sollte allerdings auch gar keinen Wow-Effekt geben, dafür ist die Thematik zu bekannt und zu weit umgreifend, als dass sie m.E. in solcher Kürze abgehandelt werden könnte.


 
So, jetzt muss ich aber ins Bett.
Der Rest folgt morgen, versprochen ...

glg pripri


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pripri
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BeitragVerfasst am: 11.05.2010 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

@Noelia
Zitat:
Ich habe eine ACHTUNG!!!! Länge empfunden.

Uiii, 297 Worte. Hab sie extra nochmals gezählt. Oder meinst Du vielleicht doch etwas anderes? Himmel, jetzt hast Du mich doch glatt noch mehr aus der Fassung gebracht wink

@Eddie
Zitat:
obwohl sich ab und zu ein paar unschöne kitschige Formulierungen etwas häufen, die das Gesamtbild etwas verwässern.

Ja, ab und zu mag ich Kitsch. wink Aber zugegeben, einige klassische "Verkitschierungen" könnte man sicher umgehen, da hast Du ganz recht.

@hobbes
Natürlich ist jeder Text Geschmackssache. Das muss auch so sein, denn ich bin mir absolut bewusst, dass die Geschichte längst nicht perfekt ist.
Ich werde mir deine Inputs auf jeden Fall zu Herzen nehmen, Kritik kann nämlich durchaus hilfreich sein, gell. Vielen Dank trotzdem, dass Du Dir die Mühe gemacht hast.

@aknaib
Zitat:
Auch wenn nicht alles perfekt ist und sich kleine Fehler eingeschlichen haben
Nein, perfekt ist sie wie gesagt wirklich nicht. Umso mehr würde es mich interessieren, wenn Du noch etwas näher auf die Fehler eingehen könntest. Ich hab das Ganze wohl schon zu oft gelesen, um darüber zu stolpern Embarassed

@Biggi
Zitat:
Dass dieser 6-Jährige selbst ein Opfer wurde, hätte genügt. Dass sein Bruder nun auch eines geworden ist, war dann zuviel für mich. Möchte beinahe sagen: entweder er oder sein Bruder.

Beim zweiten Jungen handelt es sich nicht um seinen Bruder.
Shmuel ist Israeli, während Hussein ein palestinensischer Junge ist, der gleiches erlebt hat. Damit wollte ich aufzeigen, dass die Gewalt weder vor der einen noch vor der anderen Seite Halt macht. Es gibt also keine Gewinner, nur Verlierer und am Schluss die Hoffnung auf beiden Seiten. Sollte das nicht in der Botschaft durchgesickert sein, muss ich mir das Ganze definitiv nochmals vornehmen. Hätte vielleicht auch etwas offensichtlichere Namen wählen können *grübel*

@Nihil
Dir ganz speziellen Dank für die unglaubliche Mühe, die Du Dir mit dem ausführlichen Kommentar gemacht hast. Wahnsinn!!  ohh  Daumen hoch  Ich werde Deine Rezension sehr genau durchgehen und mir besonders zu Herzen nehmen, denn Du sprichst Punkte an, die völlig korrekt und verbesserungswürdig sind. Und natürlich freut mich auch der positive Eindruck, den Du trotz allem abgewinnen konntest.

@Nemo
Zitat:
der verstümmelte Junge, die weiße Taube als Friedenssymbol, der kindliche Glaube an Wunder, der desillusionierte Vater: das ist mir alles eine Spur zu klebrig. Nichts für ungut.

Ich nehm's Dir auch ganz bestimmt nicht übel, smile  jedem seinen Geschmack halt, gell  wink

@i-Punkt
Dein Kommentar freut mich natürlich sehr. Du hast ganz genau den Sinn erfasst, den ich rüberbringen wollte. Super!!!

@all
Ich weiss, ich weiss, ich wiederhole mich ... Aber dieses unerwartete Ergebnis haut mich wirklich aus den Socken und bedeutet mir enorm viel. Drum nun wirklich zum allerletzten Mal Danke an alle, dass ihr Euch die Zeit fürs Lesen und einen Kommentar genommen habt. love

lg pripri


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