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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Augen des Tyrannen - Prolog: Die Augen öffnen sich


 
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Vivaria
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 43
Wohnort: Heidenau, Sachsen


BeitragVerfasst am: 22.03.2010 18:04    Titel: Die Augen des Tyrannen - Prolog: Die Augen öffnen sich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe DSFOler,

ich möchte euch hier nun, wie bereits angekündigt, nach und nach den Prolog meiner Geschichte "Die Augen des Tyrannen" präsentieren. Ich bin gespannt, wie sie euch gefällt, und würde mich über Feedback jeder Art freuen.

Hier zunächst ein Gedicht, dass den Roman einleiten soll:


Sei auf der Hut und achte deiner Worte,
Er höret dich an jedem Orte.
Du darfst nicht einmal etwas Böses denken,
Willst du seinen Blick nicht auf dich lenken.
Sein Auge öffnet sich in der Nacht,
Hat er einen Frevel erst ausgemacht.
Du glaubst, er könne dich niemals finden,
Doch er beobachtet dich schon lange von hinten.
Du meinst, das Leben wäre im Reich zu teuer,
Und schon brennst du im reinigenden Feuer.
Du schmähst ihn heimlich nur im Traum,
Und schon hängst du am nächsten Baum.
Schon mancher hat seinen Untergang prophezeit
Und verschwand dann spurlos in der Dunkelheit.
Manch einer hetzte gegen ihn gar sehr
Und erwachte am nächsten Tag einfach nicht mehr.
Manch anderer hat die Gesetze als zu hart empfunden,
Und am nächsten Morgen war sein Kopf verschwunden.
Einige Bürger haben sich sogar gegen ihn verschworen
Und dann plötzlich über Nacht den Verstand verloren.
Achte stets auf deine Gedanken, sonst ist es aus,
Seine Folterknechte bekommen einfach alles heraus.
Sei immer redlich und treu, denn es gibt kein Verstecken,
Wenn erst die Augen des Tyrannen dich entdecken.

(ein vivarianisches Kindergedicht)

Prolog: "Die Augen öffnen sich"

Licht, unglaublich grelles Licht blendete Lares Vorath, als er endlich die grauen und tristen Dunkelwälder verlassen konnte. Er schloss die Augen, denn er konnte diese Helligkeit nicht länger ertragen. Nach Tagen im Halbdunkel musste er sich erst einmal wieder an das normale Tageslicht gewöhnen, das ihn sogar noch durch die geschlossenen Lider hindurch malträtierte. Er nieste mehrmals herzhaft und erschreckte damit sein Ross, dem es wahrscheinlich momentan auch nicht besser ging. Zum Glück tänzelte es nur kurz hin und her und ging nicht durch, ansonsten hätte er ein echtes Problem gehabt.
Als er dann wieder richtig sehen konnte, bot sich seinen Augen zum Ausgleich für die deprimierenden letzten Tage aber ein fantastischer Anblick. Es musste wohl gerade Mittag sein, denn die Sonne stand im Zenit hoch über den beeindruckenden Titanenbergen, die den Rand der bekannten Welt darstellten, da sie noch kein Mensch jemals hatte überqueren können. Es gab immer wieder Verrückte, die es versuchten, weil sie auf der anderen Seite des Gebirges den Sitz der Götter oder ein Land voller unsäglicher Reichtümer vermuteten, aber keiner von denen war jemals von seiner Expedition zurückgekehrt.
Vor Lares lag das fruchtbare Tal des Flusses Sarillom, in dem mutige Siedler schon vor mehreren hundert Jahren die ersten Häuser gebaut hatten. Sie waren die Wegbereiter für die Urbarmachung der Wälder von Almergon gewesen, in die sich vor ihnen noch kein anderer Mensch gewagt hatte. Niemand kann heute mehr ermessen, welchen Gefahren sie dabei trotzen mussten, da nur noch fragmentarische Überlieferungen aus jener Zeit existierten. Sicher ist, dass sie die Wälder befriedeten, in denen damals noch schreckliche Kreaturen hausten. Sie rangen der Natur im harten jahrelangen Kampf fruchtbares Ackerland ab und mussten dabei ihr weniges Hab und Gut wieder und wieder gegen Räuber und marodierende Orks verteidigen. Ihre Siedlungen waren von Bränden, Erdbeben und Felsrutschen zerstört wurden, aber sie hatten trotzdem niemals aufgegeben. Was für ein unbeugsames Volk die Almergoner doch schon damals waren. Auch heute noch wurden die Namen jener ersten Siedler mit Ehrfurcht genannt, denn ihre Tapferkeit war ein leuchtendes Vorbild für alle Bürger des Landes.
Inzwischen erinnerten nur noch Waldstücke wie die Dunkelwälder an die Zeit, da Almergon noch eine undurchdringliche Wildnis war. Und selbst diese konnte man heutzutage körperlich unbeschadet durchqueren, denn außer ein paar unverbesserlichen Wegelagerern gab es eigentlich nichts mehr zu befürchten. Lares hatten auch ein paar dieser Gesetzlosen aufgelauert, aber dieser Fehler würde ihnen im wahrsten Sinne des Wortes noch lange in den Knochen stecken. Ach, er wollte sich nicht an diese düsteren Wälder erinnern, in die kaum ein Sonnenstrahl jemals seinen Weg fand. Sie hatten in den letzten Tagen für genug schlechte Laune bei ihm gesorgt.
Lares Blick fiel auf die mächtige Stadt, die die Ebene dominierte. Sie breitete sich vom Flussufer bis zu den Ausläufern der fernen Berge aus und zog einfach jeden Reisenden in ihren Bann. In den vergangenen Jahrhunderten war Chanirra von einem kleinen Holzfällerlager zu einer strahlenden Metropole herangewachsen, die alle anderen Städte in ganz Vivaria in ihren Schatten stellen konnte. Besonders der Flusshandel und die Goldminen in den Titanenbergen hatten der Stadt zu einem rasanten Wachstum verholfen. Chanirra war aufgrund seiner hervorragenden Lage natürlich schon immer wichtig gewesen. Schon von alters her hatten hier zunächst die Fürsten und später die Könige von Almergon residiert. Allerdings erinnerte sich keiner gern an diese Zeit, denn es war eine Zeit voller Kriege und Missgunst zwischen den Völkern des Reiches, die nun zum Glück überwunden waren. Nach dem Sieg über die Monsterhorden hatte Seine Allergöttlichste Majestät Kaiser Radorgroth, der Retter des Reiches, Chanirra dann endgültig zu unsterblichem Ruhm verholfen, indem er seinen Regierungssitz hierher verlegte und sie unter dem neuen Namen Radorgropolis zur wichtigsten Stadt von ganz Vivaria machte...

Viel Spaß beim Lesen, mehr folgt in Kürze.

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Vivaria
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 43
Wohnort: Heidenau, Sachsen


BeitragVerfasst am: 25.03.2010 17:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So und weiter geht die Geschichte:

Lares brachte sein Pferd zum Stehen und verschnaufte einen Augenblick. Er musste dieses Bild einfach in sich aufnehmen, denn nach tagelangen Ritten durch die Tristesse dieser verfluchten Wälder wirkte dieses Tal wie das Paradies auf Erden. Von hier aus konnte er schon über die Zinnen der mächtigen Stadtmauer hinweg die beeindruckendsten Bauwerke in der Innenstadt von Radorgropolis bewundern. Der Palast des Kaisers überragte alles andere. Er stand auf einem Hügel exakt in der Mitte der Stadt und stellte alle umliegenden Häuser in seinen Schatten. Lares hatte auf seinen weiten Reisen, die ihn schon in aller Herren Länder geführt hatten, noch kein Bauwerk gesehen, das sich mit der Pracht dieser Residenz messen konnte. Obwohl er den Palast nun schon in- und auswendig kannte, verzückte ihn das Glitzern der goldenen Kuppel, die sich auf dem Hauptgebäude erhob, immer wieder aufs Neue. Der gesamte Bau war aus feinstem weißem Marmor errichtet, der irgendwie niemals schmutzig zu werden schien. Sowohl das Hauptgebäude wie auch die beiden Seitenflügel, die nicht ganz so hoch aufragten, waren mit Balkonen und Wandelgängen mit Balustraden ausgestattet.
Nur mit Mühe konnte Lares seinen Blick vom Palast lösen. Doch es gab in Radorgropolis noch viel mehr zu sehen. Etwas weiter hinten, in Goldstaub, dem Viertel der Reichen, mit seinen Villen und Gärten, entdeckte er die Kandusbrücke mit der lebensgroßen Statue von Hirr'akanon, dem Weltengründer. Sie spannte sich weit über den Fluss Sarillom und war eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie bestand ebenfalls aus weißem Marmor und war von demselben Baumeister errichtet worden. Radorgroth hatte sie bauen lassen, damit die Außenbezirke mit der Innenstadt verbunden werden konnten. Vorher hatte an ihrer Stelle nur eine morsche Holzkonstruktion gestanden, über die sich nur die mutigsten Einwohner der Stadt gewagt hatten. Die adligen Bewohner von Goldstaub selbst hatten diese Brücke in Auftrag gegeben und auch bezahlt, und sie waren nun auch die einzigen, die sie zollfrei überqueren durften. Alle anderen mussten tief in ihre Geldkatzen greifen, um in diesen Genuss zu kommen.
Die meisten Reisenden, die in die Stadt kamen, waren jedoch nicht darauf aus, ihre Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Jeweils einmal pro Jahr stürmten wahre Heerscharen von Gläubigen Radorgropolis, die sich auf einer Wallfahrt zum großen Tempel des Hirr'akanon befanden. Hier erhofften sie sich, Lösungen für ihre Probleme, Heilung von Krankheiten oder Absolution für begangene Sünden zu finden. Es zählte zu den erklärten Zielen der Anhänger der verschiedenen Mönchsorden von Almergon, einmal im Leben bis zum Tempel in Radorgropolis zu pilgern, um dort eine Andacht zu verrichten. Lares hatte nie verstanden, wie diese schwächlichen Einsiedler eine derartig lange und gefahrvolle Reise überlebten, zu der sie nicht einmal Nahrung und Wasser mitnehmen durften. Wahrscheinlich wachte ja der Gott selbst über seine wandernden Schafe. Auf jeden Fall sah er gerade das Ziel all ihrer Träume in greifbarer Nähe vor sich. Etwas abseits von der Stadt erhob sich der Tempel des Hirr'akanon auf einem kleinen Hügel, so dass er sogar noch etwas größer als der Palast von Radorgroth wirkte. Er stand schon seit Hunderten von Jahren hier, aber zum Glück hatten die Spenden der reumütigen Sünder und die Macht des Gottes bisher immer ausgereicht, um das alte Gebäude ordentlich in Schuss halten zu können.
Lares musste sich letzten Endes wirklich dazu zwingen, seinen Blick von der glänzenden Stadt loszureißen. Radorgropolis faszinierte ihn immer wieder, aber es gab wohl auch niemanden in ganz Vivaria, der sich ihrer Pracht entziehen konnte. Heute jedoch musste sich Lares beeilen, denn die Nachrichten, die er dem Kaiser aus seinem Heimatdorf Engpass brachte, duldeten keinen Verzug. Der weise Herrscher wartete bestimmt schon ungeduldig auf seine Rückkehr. Deshalb gab er seinem schwarzen Hengst, den er Schnitter getauft hatte, die Sporen und trieb ihn über die Ebene auf die Stadt zu.
Lares ritt schon eine ganze Weile und legte sich gerade schon die Worte für seine Audienz bei Kaiser Radorgroth zurecht, da vernahm er auf einmal einen lauten Knall hinter sich. Er fuhr im Sattel herum, konnte aber hinter sich nichts Verdächtiges bemerken. Als er wieder nach vorne schaute, erschrak er nicht schlecht, denn auf einmal befand er sich schon direkt am Flussufer. Nur mit Mühe konnte er das Pferd noch rechtzeitig abbremsen. Es fehlte nicht viel, und er wäre in hohem Bogen ins Wasser geflogen.
Lares begann, an sich zu zweifeln. Er war sich sicher, dass es, bevor er sich umgedreht hatte, noch mindestens 5 Meilen bis zum Sarillom gewesen waren. Und vor allem war er genau auf der Straße und damit direkt auf die Brücke zu geritten, die er nun um über 100 Schritt verfehlt hatte. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen!
Die Brückenwächter musterten ihn zunächst irritiert, brachen aber dann in schallendes Gelächter aus. Mit hochrotem Kopf ritt er zu ihnen hinüber. Was wagten sich diese Bauerntrampel denn, sich über ihn lustig zu machen? Konnten sie nicht erkennen, dass sie einen der größten Helden des Reiches vor sich hatten?

Ich bin schon gespannt auf eure Kritiken und Anmerkungen.
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Felix
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 31
Beiträge: 350



BeitragVerfasst am: 25.03.2010 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Nabend Vivaria,

dann will ich mich doch auch mal deiner eigentlichen Geschichte widmen.


Zitat:
Licht, unglaublich grelles Licht blendete Lares Vorath, als er endlich die grauen und tristen Dunkelwälder verlassen konnte. Er schloss die Augen, denn er konnte diese Helligkeit nicht länger ertragen. Nach Tagen im Halbdunkel musste er sich erst einmal wieder an das normale Tageslicht gewöhnen, das ihn sogar noch durch die geschlossenen Lider hindurch malträtierte. Er nieste mehrmals herzhaft und erschreckte damit sein Ross, dem es wahrscheinlich momentan auch nicht besser ging. Zum Glück tänzelte es nur kurz hin und her und ging nicht durch, ansonsten hätte er ein echtes Problem gehabt.


Der Eingangssatz zeigt eigentlich schon, woran bisher der gesamte Text krankt: Du schreibst stellenweise zu umgangssprachlich. Viele Füllwörter wie zum Beispiel "erst einmal" aber auch umständliche Redewendungen wie "ein echtes Problem gehabt".
In einem Dialog, also gesprochener Rede, kannst du solche Wendungen benutzen. Im Erzähltext wirken sie dagegen eher unbeholfen.
Außerdem gibts die eine oder andere Wortwiederholung, die den Text nicht fließender macht.

Ein kleines Verbesserungsbeispiel (musst du natürlich nicht so machen):
Grelles Licht blendete Lares Vorath, als er die Bäume des Dunkelwaldes hinter sich ließ. Instinktiv hob er eine Hand vor die zu Schlitzen zusammen gekniffenen Augen und blinzelte gen Horizont. Nach Tagen im Halbdunkel fiel es nicht leicht sich an das Sonnenlicht zu gewöhnen und so betrachtete er die Umgebung durch einen Schleier aus Tränen. Seinem Ross schien es nicht besser zu ergehen, denn es tänzelnde einen Moment verwirrt auf der Stelle, bevor es die Orientierung zurück gewann.

Wie gesagt, nur ein Beispiel. Ich habe das Niesen rausgestrichen, weil ich mir keinen Reim auf diese Reaktion machen konnte. Sollte es eine Überleitung sein? Es geht jedenfalls auch ohne.

Solche grammatischen Stolpersteine ziehen sich durch deinen gesamten Text. Lies ihn noch einmal Korrektur und streiche Hilfwörter wie z.B. "ja", "natürlich", "eben", "wahrscheinlich", "halt", "irgendwie", "wirklich" die den Leser  stolpern lassen.

Was den generellen Charakter deines Textes angeht:
1. Du erzählst du auktorial, das nimmt vielen Stellen die Spannung. Beispielsweise ergehst du dich viel zu lange in der Geschichte Almergons und der Beschreibung von Chanirra.
Ich kenne das Problem: Als Autor will man immer sicher gehen, dass die Leser das gleiche Bild vor Augen haben wie man selbst. Also versucht man ihnen so schnell wie möglich die richtigen Infos zu vermitteln, was aber meistens daneben geht. Zu viele Infos auf einmal nehmen den Schwung und die Spannung aus der Geschichte.

Besser: Lass Lares erst einmal durch Chanirra laufen und ihn die Geräusche, Gerüche und Gebäude der Stadt aus ihrem Herzen heraus wahrnehmen. Die Beschreibung aus der Vogelperspektive, hoch oben von einem Hügel herab, ist so furchtbar steril, der Leser hat keine Gelegenheit mit Lares die Stadt zu erleben.
Verstehst du was ich meine?

Das gilt auch für die Geschichte von Almergon. Als Erzähler sollst du dem Leser nicht die gesamte Historie vorkauen und wie in einem fiktiven Geschichtsbuch vorlegen (nebenher: Du erzählst aus Lares Perspektive und hat der wirklich diese ganze Hintergrundwissen über seine Heimat?). Lass die Vergangenheit in Dialogen oder Festlichkeiten lebendig werden, wenn bestimmte historische Ereignisse gefeiert werden oder sich einige Alte in einer Taverne über die vergangene Zeit unterhalten.
Das führt den Leser tiefer in die Materie.

2. Achte darauf, ob manche Namen in deiner Welt so möglich sind. Mir ist da in diesem Fall lediglich der Name Radorgropolis aufgefallen. Es ist fraglich, ob es das Wort "Polis" in Vivaria gibt (denn immerhin ist diese Welt nie mit der griechischen Kultur in Kontakt gekommen).
Allerdings will ich mich dabei nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn immerhin scheint es ja Portale in unsere Welt und damit auch nach Griechenland zu geben.
Sollte das von dir gewollt sein, so ist es eher ein interessantes Element deiner Welt.


Insgesamt liegt da noch ein ganzes Stück Arbeit vor dir. Ich finde noch immer, dass deine Geschichte Potential hat, aber erst einmal musst du an deinen Formulierungen feilen und deine Erzählperspektive einengen (beschreibe durch Lares Augen, nicht als allwissender Erzähler, der dem Leser jede Info als gegeben vorkaut).
Ich hoffe das ist jetzt nicht enttäuschen und ich hoffe auch, dass ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt habe. Wenn dem nicht so sein sollte, dann frag einfach weiter nach und ich werde versuchen meine wirschen Gedanken in klarere Formen zu pressen wink

mfg

Felix


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F.S. Fitzgerald
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 29.03.2010 11:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank erst einmal für deine umfassenden Anmerkungen. Ich werde mich bemühen, den Anfang (der eigentlich immer mein größtes Problem ist) entsprechend deiner Hinweise zu überarbeiten.

Felix hat Folgendes geschrieben:

Ich habe das Niesen rausgestrichen, weil ich mir keinen Reim auf diese Reaktion machen konnte.


Kennst du das Symptom nicht. Ca. 20% aller Deutschen leidet unter dem sogenannten "photischen Niesreflex", d.h. die Sonne bringt sie durch eine Nervenfehlfunktion zum Niesen (ich zähle auch zu dieser Minderheit). Nun sollte mein Protagonist auch dieses Problem haben. Da ich dies vielleicht nicht deutlich genug herausgestellt habe, werde ich auch daran noch etwas ändern müssen.

Felix hat Folgendes geschrieben:

Ich kenne das Problem: Als Autor will man immer sicher gehen, dass die Leser das gleiche Bild vor Augen haben wie man selbst. Also versucht man ihnen so schnell wie möglich die richtigen Infos zu vermitteln, was aber meistens daneben geht.


Genau das ist mein Problem, aber ich arbeite daran.
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Felix
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BeitragVerfasst am: 29.03.2010 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Tja man lernt doch nie aus. In dem Fall sollte das Niesen natürlich nicht gestrichen werden, denn immerhin steckt immer ein Stück Persönlichkeit des Autors in seinen Protas wink

Was das Problem der überbordenden Beschreibungen angeht: Versuch einfach mal, wie viele Infos du in einen einzigen Satz mit möglichst wenigen Worten packen kannst. Das muss man natürlich üben, aber nach einiger Zeit sollten dabei Sätze rauskommen, die kurz und dennoch prägnant genug sind gewisse Bilder entstehen zu lassen.
Wahrscheinlich gehört auch ein wenig Vertrauen in den Leser dazu, um die eigene Geschichte, und damit auch das Kopfkino, in seine Hände zu übergeben.


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Garrison
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BeitragVerfasst am: 29.03.2010 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Jede Kritik ist subjektiv. Ich kann nur kritisieren, was mir auffällt und mich stört.

Das als Vorrede, jetzt zu deinem Text, der mich - unverblümt gesagt - in keiner Weise angesprochen hat.
Woran lag das? Nun, zum einen passiert nicht viel. Es wird eine Beschreibung der Landschaft und der Stadt geliefert, ansonsten gibt es keine Ereignisse.
Der einzige, vielleicht interessante Teil - Lares Zeit im Halbdunkel, wo auch immer er war und was er getan hat - wird gekonnt unter den Tisch fallen gelassen, indem er nicht mal angesprochen wird. Als Leser will ich irgendwo abgeholt werden. Ich will also mitgerissen werden. Mach den Anfang immer spannend, sonst liest niemand weiter.

Dann die Sache mit dem Niesen. War mir auch nicht verständlich, bis ich die Diskussion hier gelesen habe. Hättest du vorher noch einen Satz eingefügt wie "Die Sonne kitzelte seine Nase." wäre schon alles klar gewesen.

Als nächstes stößt es mir immer sauer auf, wenn ich mit einer Reihe von fremden, langen Namen konfrontiert werde, weil ich weiß, dass ich mir nicht mal die Hälfte davon merken kann und werde. Vor allem wenn sie so kompliziert und lang sind wie hier.
Alles über zwei Silben Länge ist schwer zu merken.
Du solltest auch noch mal darüber nachdenken, wie klangvoll deine Namen sind. Lares ist zum Beispiel ein guter Name. Titanenberge könnte besser Titangebirge heißen. Und die Namen der Stadt und des Heiligen... nun ja.

Von der Geschichte kann ich nicht viel kritisieren, was eigentlich meine Stärke ist, weil davon noch nicht wirklich was zu lesen war.


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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 30.03.2010 09:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für deine offenen Worte, Garrison.

Garrison hat Folgendes geschrieben:
Nun, zum einen passiert nicht viel. Es wird eine Beschreibung der Landschaft und der Stadt geliefert, ansonsten gibt es keine Ereignisse.


Dies ist wie du so schön schriebst, deine eigene Ansicht. Nicht jeder will sofort mitten in die Action geworfen werden. Gerade bei Fantasy erwarte ich als Leser eigentlich, dass ich erst einmal ein Gefühl für die Welt bekomme, in der die Story angesiedelt ist. Lass dich beruhigen, es gibt bis zum Ende des Prologs in Radorgropolis noch genug Action.

Garrison hat Folgendes geschrieben:
Als nächstes stößt es mir immer sauer auf, wenn ich mit einer Reihe von fremden, langen Namen konfrontiert werde, weil ich weiß, dass ich mir nicht mal die Hälfte davon merken kann und werde.


Auch hier bin ich anderer Meinung. Ich finde, ein paar komplizierte Namen, gehören bei Fantasy einfach dazu. Gerade Zauberer (und der Heilige war ja ursprünglich einer) sollten verwirrende lange Namen haben, die man sich kaum merken kann. Von DSA fällt mir da spontan Rakorium Muntagonas als Beispiel ein. Einige andere Namen (wie z.B. Radorgroth und dementsprechend auch Radorgropolis) sind mit Absicht so abstrus gewählt. Die spätere Geschichte wird zeigen, warum.

Andere Frage: Titanenmauern, titanenhaft ... werden Zusammensetzungen nicht immer mit Titanen gebildet, wäre dann Titangebirge nicht gar regelrecht falsch  Question

Garrison hat Folgendes geschrieben:
Von der Geschichte kann ich nicht viel kritisieren, was eigentlich meine Stärke ist, weil davon noch nicht wirklich was zu lesen war.


Dann lass dich überraschen, es gibt bald mehr zu lesen (und auch mehr Action, das schwöre ich  Wink ). Aufgrund der angegebenen Beschränkungen habe ich erst einmal nur den ersten kurzen Abschnitt des Prologs reinstellen können, in dem, da gebe ich dir recht, wirklich nicht viel passiert.
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Garrison
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BeitragVerfasst am: 30.03.2010 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Vivaria hat Folgendes geschrieben:

Andere Frage: Titanenmauern, titanenhaft ... werden Zusammensetzungen nicht immer mit Titanen gebildet, wäre dann Titangebirge nicht gar regelrecht falsch  Question


Da es sich um einen Namen und kein richtiges Wort handelt, spielt das keine Rolle. Es ging mir auch nur um den Klang. Titanenbergen - dieses doppelte -en sorgt für einen Missklang.
Als ich Titangebirge vorschlug, dachte ich einfach an das real existierende Atlasgebirge. Aber das ist unwichtig. Ich wollte eher darauf hinaus, dass es vielleicht einen besseren Namen brauchen könnte.


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BeitragVerfasst am: 30.03.2010 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schließe mich Garrsion an.

Ich geh auch noch weiter. Das war nichts und wird mit deiner Einstellung auch nichts werden.  Der Anfang, wie schon Garri gesagt hat, war recht gut. Aber dann auf einmal diese lange Beschreibung der Welt usw. Da hat man keine Lust zum Weiterlesen.

Naja ich fang von vorne an.

Der Anfang.
Er ist teilweise gut und man kann daraus einen schönen Anfang zaubern. Bloß er ist nicht lebendig genug. Der Prota wird zwar von der Sonne geblendet aber nicht ich - Leser. Das kannst du besser. Der Leser soll/muss das Gefühl kriegen, als würde er kaum die Augen auf kriegen.

Zitat:
Licht, unglaublich grelles Licht blendete Lares Vorath, als er endlich die grauen und tristen Dunkelwälder verlassen konnte. Er schloss die Augen, denn er konnte diese Helligkeit nicht länger ertragen. Nach Tagen im Halbdunkel musste er sich erst einmal wieder an das normale Tageslicht gewöhnen, das ihn sogar noch durch die geschlossenen Lider hindurch malträtierte.

Schreib die Sätze lebendiger. Flüssiger. Sie wirken noch zu sehr gewollt.

Die Kritik wegen Umgangssprache schreibe ich nicht noch einmal. Das hat ja schon wer anderes erledigt. Aber änder das auf jeden Fall. So bekommst du viel mehr Atmossphäre rein.

Zitat:
Als er dann wieder richtig sehen konnte, bot sich seinen Augen zum Ausgleich für die deprimierenden letzten Tage aber ein fantastischer Anblick.

Das aber könntest du rausstreichen.  Irgendwie stolpere ich bei dem Satz.
Würde es nicht reichen wenn du schreibst:
Als er wieder richtig sehen konnte, bot sich seinen Augen ein fantastischer Anblick.
Was aber um einiges lebendiger geht.



Zitat:
Dies ist wie du so schön schriebst, deine eigene Ansicht. Nicht jeder will sofort mitten in die Action geworfen werden. Gerade bei Fantasy erwarte ich als Leser eigentlich, dass ich erst einmal ein Gefühl für die Welt bekomme, in der die Story angesiedelt ist. Lass dich beruhigen, es gibt bis zum Ende des Prologs in Radorgropolis noch genug Action.

Es geht hier nicht um Action oder Erdkunde deiner Fantasiewelt.  
Wenn der Anfang langweilig ist, ist er langweilig. Da helfen auch keine Ausreden. Du sollst nicht in tausend Sätzen deine Welt erklären und erst recht nicht auf zwei-sechs Seiten. Verrate immer nur so viel wie es nötig ist. Gib die Informationen in kleinen Bröckchen weiter und knall nicht alles auf einmal hin. Das ist langatmig und nervt den Leser nur.

Lies einmal den sehr langen Beitrag von
caesar_andy
durch.
http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?p=283470#283470


Zitat:

Auch hier bin ich anderer Meinung. Ich finde, ein paar komplizierte Namen, gehören bei Fantasy einfach dazu. Gerade Zauberer (und der Heilige war ja ursprünglich einer) sollten verwirrende lange Namen haben, die man sich kaum merken kann. Von DSA fällt mir da spontan Rakorium Muntagonas als Beispiel ein. Einige andere Namen (wie z.B. Radorgroth und dementsprechend auch Radorgropolis) sind mit Absicht so abstrus gewählt. Die spätere Geschichte wird zeigen, warum.

 Laughing  Laughing Naja. Schau dich einmal ein bisschen in Fantasieforen um. Du wirst bemerken, dass die meisten Leser lange, komplizierte Namen hassen und kurze oder verständliche bevorzugen.

Ich nenn doch keinen Zauberer:
Lakunixanesr

wenn ich ihn so taufen könnte:
Lakunix

Es ist natürlich deine Entscheidung. Aber du machst dir damit nicht gerade Freunde. Und mal ehrlich? Findest du selber komplizierte und lange Namen besser als leicht verständliche? Du machst das doch nur, weil in jedem zweiten Fantasiebuch irgendwelche bescheuerte Namen vorkommen.


Also überdenk noch einmal alles.


lg Hubi


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Ich bin wie eine Runde Tetris. Nichts will passen.

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Konrad Adenauer
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 30.03.2010 10:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie gesagt, ich bin schon am Überarbeiten und werde eure konstruktiven Vorschläge natürlich einarbeiten.

Erst einmal danke fürs Durchschauen an alle.
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Tamar
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 30.03.2010 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vivaria,
ich habe mir deine Geschichte jetzt auch mal durchgelesen. Weitgehend haben meine Vorredner schon die wichtigsten Punkte angesprochen. Noch ein paar ergänzende Sachen, die mir aufgefallen sind.
Erstens das Gedicht: es ist ja bei Fantasygeschichten oft üblich, Gedichte oder Prophezeiungen voranzustellen, und ich muss sagen: ich liebe das. In Strophen unterteilt ist das Gedicht übrigens besser zu lesen.
Allerdings kann ich mir schlecht vorstellen, dass dieses Gedicht ein Kindergedicht ist. Natürlich erinnern Kindergedichte an vergangene Zeiten, auch an Gräueltaten. Sie nehmen aber doch eher den Charakter einer Märchenerzählung an. In dem Gedicht werden sehr konkrete Sachen beschrieben, und es kam mir fast so vor, als wäre der Tyrann noch aktuell. Ich kann mir vorstellen, dass ein Liedermacher während einer solchen Tyrannenherrschaft ein solches Lied heimlich singt, aber das Kinder das heute zitieren, nein, glaub ich nicht. (Sorry, dass ich mich unklar ausdrücke. Ich kann selbst nicht so ganz den Finger darauf legen, was mich stört).
Die Sache, dass du sehr viel Information in einen Absatz packst, wurde schon angesprochen. Insbesondere ist mir aufgefallen, dass du versuchst, die Historie reinzupacken, und das wirkt bemüht. Ein Informationsballen geht, aber drei hintereinander ermüden mich als Leser. Beispiel: Der Erzähler sieht eine Stadt und erzählt, dass die Stadt x (ich weiß den Namen nicht mehr) vor mehreren Jahrhunderten gegründet wurde, und wie sie sich entwickelt hat, und dass sie dann irgendwann in "schrecklichlangername" umbenannt wurde. So denkt man nicht, wenn man kein Historiker ist.
Ich würd dir empfehlen: kürz den zweiten Beitrag radikal um die Hälfte. Und dann schau dir im Nachhinein noch mal an, was du gestrichen hast, und was an die Stelle als Information unbedingt noch rein muss.

Noch ein Wort zu Kritik allgemein: es ist ein mieses Gefühl, wenn man sich viel Mühe mit seinem Text gegeben hat, und dann auf herbe Kritik stößt. Und ich weiß, dass die Versuchung, den Kritiker anzugreifen, sehr groß ist. Aber die Leute kritisieren nicht dich, sie kritisieren nicht mal deine Geschichte, sondern nur, wie du sie umgesetzt hast. Klar sind da nen Haufen Fehler drin, aber das heißt für dich nur, dass du noch einiges zu tun hast, um die Fehler zu finden, und besser zu machen. Ich hab hier schon Texte gesehen, die im ersten Entwurf absolut grottig waren, und im zweiten nur noch schlecht, und im letzten dann richtig klasse, und die Entwicklung passierte innerhalb von 5 Tagen. Lass dich nicht entmutigen, die Geschichte hat Potential.

und abgesehen von dem aktuellen Namen der Stadt (Radorgropolis ist eine Abscheulichkeit) find ich deine Namen ok.
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Vivaria
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 43
Wohnort: Heidenau, Sachsen


BeitragVerfasst am: 10.04.2010 15:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, ein neuer Versuch. Diesmal setze ich mit meiner Geschichte etwas eher im Finsterforst an (Umbenennung von Dunkelwald, da dieser Name schon sehr oft in Fantasywerken gebraucht wurde).

Lares Vorath schreckte im Sattel hoch und war schlagartig wieder hellwach. Hatte er geträumt oder war er wirklich gerade an einem Skelett vorbeigeritten, das gelangweilt mit seinem Kopf jonglierte? Er ließ seinen treuen Rappen, den er Schnitter getauft hatte, anhalten und schaute vorsichtig über die Schulter zurück, aber natürlich war da nichts. Nur die alles verschlingende Finsternis um ihn herum, die dem Wald den Namen Finsterforst eingebracht hatte.
Lares bewunderte die wackeren Leute, die dieser Wildnis zu Ehren Kaiser Radorgroths in jahrelanger Arbeit eine einigermaßen gangbare Straße abgetrotzt hatten. Wie lange ritt er nun schon durch diese unwirtliche Umgebung? Tage? Wochen? Monate? Vielleicht auch nur ein paar Stunden? Ohne die Sonne als Orientierung hatte er ziemlich schnell jegliches Zeitgefühl verloren. Er hatte die Worte des schmierigen Händlers in Lichtgruß – was für ein treffender Name, wobei für Lares Lichtabschied besser gepasst hätte – noch in den Ohren:
Ihr habt es eilig? Dann reitet doch durch den Finsterforst, edler Herr, und nutzt die Straße unseres Kaisers. Ihr spart ganze drei Tage gegenüber der Südstraße, die um den ganzen Wald herumführt, und könntet morgen schon in Radorgropolis sein. Einen Mann von echtem Schrot und Korn wie Euch werden doch ein paar alberne Spukgeschichten nicht abschrecken können. Gegen die Dunkelheit kann ich Euch eine meiner bewährten Sonnenlaternen anbieten. Entzündet sie, und es wird taghell um Euch herum. Ist allerdings nicht gerade billig, denn für die Herstellung musste ich viele seltene Materialien besorgen: mitternächtlichen Mondstahl und feinstes Glas für den Korpus, die Feder eines Sonnengreifen für den Docht und nicht zu vergessen jede Menge Riesenhornissenwachs. Die Biester hätten mich fast umgebracht. Und der Magier, der alles verzaubert hat, wollte auch bezahlt werden, und zwar nicht zu knapp. Ich kann Euch eine für 200 Gulden überlassen, das ist ein wahrer Freundschaftspreis, mein Herr!
Sein Auftrag war von immenser Wichtigkeit und duldete keinen Aufschub, deswegen hatte Lares wahrscheinlich auch nicht bemerkt, dass das edle Glas stumpf und trübe wirkte und das angepriesene Mondstahl mehr nach billigstem Eisen aussah. Er hatte nicht einmal Lunte gerochen, als er gesehen hatte, dass diese angeblich so schwer herzustellenden Sonnenlaternen ganze drei Regalbretter füllten. Nun jetzt war er um 200 Gulden ärmer und um einiges an Erfahrung reicher, und einen alten knorrigen Baumstumpf im Finsterforst schmückte jetzt eine nutzlose Laterne, deren Schein keinen Meter weit reichte und deren Kerze mit einem derart beißenden Qualm verbrannte, dass man schon nach ein paar Minuten Kopfschmerzen davon bekam.
Wunderbar. Die unheimliche Stille und die ewige Dunkelheit machten ihm schon genug zu schaffen, er musste seine Depressionen nicht noch mit dieser unsäglichen Geschichte schüren. Er hatte sich in den letzten Stunden (oder Tagen?) schon oft genug einen Toren gescholten. Hätte er doch nur den Umweg in Kauf genommen, dann würde er jetzt vielleicht schon in einer gemütlichen Taverne sitzen, einen Humpen Bier schlürfen und mit einer netten Schankmaid anbandeln.
Ein eisiger Wind fegte zwischen den Bäumen hindurch und ließ Lares am ganzen Körper zittern. Es fiel ihm schwer, sich vorzustellen, dass im restlichen Almergon gerade Hochsommer herrschte. Hier, wo kaum ein Sonnenstrahl jemals den Erdboden erreichte, fühlte es sich eher nach tiefstem Winter an. Doch daran hatte er sich mit der Zeit gewöhnt. Was ihn viel mehr erschreckte, waren die Stimmen, die immer wieder mit dem Wind kamen. Arme verlorene Seelen, die hier den Tod gefunden hatten, heulten lauthals ihr Leid oder ihren Hass heraus oder versuchten, ihn mit süßen Versprechungen von der sicheren Straße noch tiefer in die Dunkelheit hineinzulocken, an einen Ort, von dem es höchstwahrscheinlich kein Zurück gab. Er hielt sich die Ohren zu, obwohl er schon im Vorhinein wusste, dass dies nichts helfen würde.
„Mein starker Recke komm zu mir. Ich bin allein und vollkommen hilflos. Lass mich nicht hier zurück.“
„AAAAAAH! ES BRENNT SO, ES SCHMERZT! SIE SOLLEN DAMIT AUFHÖREN.“
„Komm schon, es soll dein Schaden nicht sein. Ich sehne mich so nach deinen starken Armen.“
„Dies ist die Hölle, feiner Bube. Hier wird dir all dein Geld nichts nützen.“
„Die Elfen und ihre verdammten Bastarde sind schuld. TOD ALLEN ELFEN!“
Lares konnte es nicht mehr ertragen. Er musste hier weg, bevor er den Verstand verlor. Er gab Schnitter die Sporen und jagte ihn im Trab die Straße hinunter, bei der Dunkelheit ringsum ein wahres Hasardspiel.
„Bring mich nach Chanirra, treuer Freund!“ rief er lauthals, korrigierte sich dann aber gleich selber: „Radorgropolis. Warum kann ich mir nicht merken, dass die Stadt jetzt Radorgropolis heißt? Lang lebe Kaiser Radorgroth!“
Ein Ast traf sein Gesicht und hätte ihn fast aus dem Sattel geworfen. In diesem Moment schlugen die Geister der Toten zu. Von allen Seiten stürzten sie sich brüllend und kreischend auf ihn. Er hatte das Gefühl, von unzähligen, fauligen Zähnen gebissen zu werden. In diesem Moment wurde ihm schwarz vor Augen und als er wieder zu sich kam...

Mal sehen, was ihr davon haltet.
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Garrison
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BeitragVerfasst am: 10.04.2010 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Das Pferd heißt Schnitter, weil es fahl und mager ist. Oder liege ich da falsch?
Ich musste die ganze Zeit nur daran denken und will deshalb keine genauere Kritik des Textes versuchen.


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Ein Zyniker ist ein enttäuschter Romantiker.
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 11.04.2010 07:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es handelt sich um einen Rappen (wie aus dem Text ersichtlich ist), also um ein schwarzes Pferd. Knorrig und mager hingegen passt zu meinen Vorstellungen des Tiers sehr gut. Allerdings leitet sich der Name nur sekundär von der Gestalt des Pferdes her. Woher Schnitter seinen Namen wirklich hat, wird aber erst später in der Geschichte verraten.

Habe selbst noch ein paar kleinere Fehler nach dem Hochladen gefunden:
1. das angepriesene Mondstahl --> der angepriesene Mondstahl
2. Korrektur letzter Satz wegen Wiederholung von "in diesem Moment" zu
"Ihm wurde schwarz vor Augen und als er wieder zu sich kam..."
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 23.04.2010 16:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, hier noch einmal die Ankunft vor Chanirra/Radorgropolis in der überarbeiteten Variante.

Ein Ast traf sein Gesicht und hätte ihn fast aus dem Sattel geworfen. In diesem Moment schlugen die Geister der Toten zu. Von allen Seiten stürzten sie sich brüllend und kreischend auf ihn. Er hatte das Gefühl, von unzähligen, fauligen Zähnen gebissen zu werden. Doch noch ehe er zum Schreien kam, verlor er das Bewusstsein.

Als er wieder zu sich kam, war die Welt um ihn herum plötzlich in gleißendes Licht getaucht, so dass er geblendet die Augen schließen musste. Aber selbst durch die geschlossenen Lider malträtierte ihn die Sonne weiter, die von einem wolkenlosen Himmel auf Almergon herniederprasselte. Nach einem Moment der vollkommenen Orientierungslosigkeit schoss ihm das Blatt. Wahrscheinlich hatte ihn Schnitter tatsächlich in der Zwischenzeit aus dem Finsterforst hinausgetragen. Guter Junge! Aber auch sein treues Streitpferd schien sich noch nicht an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt zu haben, denn es begann wild auf der Stelle zu tänzeln und sich aufzubäumen, so dass er sich richtig festklammern musste. Er befürchtete schon, es würde trotz seiner guten Ausbildung gänzlich durchgehen, doch dann schnaubte es den glühenden Feuerball am Himmel trotzig an und beruhigte sich schlagartig wieder.
Jetzt konnte Lares es endlich wagen, eine Hand von den Zügeln zu nehmen, um seine Augen abzuschirmen. Er öffnete sie zunächst nur einen Spaltbreit, aber schon das war für ihn die reinste Qual. Zum Glück kannte sein Pferd seine empfindliche Nase schon, so dass es nicht erschrak, als er die Sonne mit einer wahren Niessalve begrüßte. Hier gab es ja auch weit und breit keine Orkkompanie in der Nähe, die ihn hören konnte, so wie es beim letzten Mal geschehen war.
Als sich der Tränenschleier vor seinen Augen aufgelöst hatte und er wieder klar sehen konnte, bot sich ihm ein fantastischer Anblick. Die Felder und Wiesen im fruchtbaren Tal von Chanirra bildeten mit ihrer Farbenpracht einen willkommenen Kontrast zu dem deprimierenden Einheitsgrau des Finsterforsts. Wie ein Verdurstender sog er all die Eindrücke in sich auf. Vom dicken, blauen Band des Flusses Sarillom, der die Hauptstadt des Reiches mit lebensnotwendigem Wasser versorgte, bis zu den gewaltigen, schroffen Titanenbergen ließ er seinen Blick langsam und genüsslich schweifen, denn er konnte sich einfach nicht sattsehen. Nie hatte seine Heimat für ihn schöner und einladender ausgesehen als heute, ja selbst die schmutzigen Bauern konnten das herrliche Bild nicht trüben.
Wie gern wäre Lares abgestiegen und hätte sich niedergelassen, um wie ein Müßiggänger den sonnigen Nachmittag zu genießen, aber wenn er sich richtig erinnerte, hatte er einen wichtigen Auftrag zu erledigen und konnte nicht länger verweilen. Also gab er Schnitter die Sporen und trieb ihn über die weite Ebene auf die Mauern der Stadt zu, zu deren stolzen Bürgern er seit einigen Jahren zählte. Der Weg war noch lang, denn die Kaiserstraße wand sich um die unzähligen Getreidefelder und Viehweiden vor der Stadt herum. Deshalb nutzte Lares die Zeit, um sich schon einmal die Sätze für seine Audienz bei Kaiser Radorgroth zurechtzulegen. Die Etikette bereitete ihm immer noch Probleme, aber er durfte sich diesmal keinen Fehler erlauben. So schnell wie er in der Gunst des Herrschers angestiegen war, konnte er auch in Ungnade fallen, und nach einem Leben als einfacher Bauer stand ihm nun wirklich nicht mehr der Sinn.
Seine Gedanken wurden durch einen lauten Knall hinter ihm abrupt unterbrochen, der ihn so schnell herumfahren ließ, dass für einen Moment die Welt vor seinen Augen verschwamm. Er hatte schon einen deftigen Fluch für den Landmann auf den Lippen, der ihm so einen Schrecken einjagen musste, aber zu seinem Erstaunen befand er sich ganz allein auf der Straße und konnte beim besten Willen nicht entdecken, was diesen Lärm verursacht haben könnte. Auf das warnende Wiehern seines Rosses hin drehte sich Lares wieder um und erschrak fast zu Tode, denn er befand sich nicht mehr zwischen den Feldern, sondern schon am Ufer des Sarillom, das er frühestens in einer Viertelstunde hätte erreichen dürfen. Nur mit viel Glück gelang es ihm, Schnitter noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Es fehlte nicht viel, und er wäre über den Kopf des Pferdes hinweg in hohem Bogen ins Wasser geflogen.
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derSibirier
Dichter und Denker


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BeitragVerfasst am: 23.04.2010 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vivaria

Das lässt sich wirklich gut lesen.

Verbesserungsvorschläge:
( es handelt sich hierbei meist nur um eine bessere Wortwahl, rot streichen, mit blau ersetzen)



Ein Ast traf sein Gesicht und hätte ihn fast beinahe aus dem Sattel geworfen. In diesem Moment Im gleichen Augenblick schlugen die Geister der Toten zu. Von allen Seiten stürzten sie sich brüllend und kreischend auf ihn sie auf ihn mit widerlichem Gebrüll. Er hatte das Gefühl, von unzähligen, fauligen (Fäule kann man nicht fühlen) spitzen Zähnen gebissen zu werden. Doch noch ehe er zum Schreien kam Noch ehe ein Schrei von seinen Lippen kam, verlor er das Bewusstsein.

Als er wieder zu sich kam, war die Welt um ihn herum plötzlich in gleißendes Licht getaucht. so dass er geblendet die Augen schließen mussteGeblendet musste er seine Augen schließen. Aber selbst durch die geschlossenen Lider malträtierte ihn die Sonne weiter stach die Sonne mörderisch hindurch , die von einem wolkenlosen Himmel auf Almergon herniederprasselte niederbrannte. Nach einem Moment der vollkommenen Orientierungslosigkeit schoss ihm das Blatt. ??? Wahrscheinlich hatte ihn Schnitter tatsächlich in der Zwischenzeit aus dem Finsterforst hinausgetragen. Guter Junge! Aber auch sein treues Streitpferd schien sich noch nicht an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt zu haben, denn es begann wild auf der Stelle zu tänzeln und sich aufzubäumen, so dass er sich richtig festklammern musste er sich nur mit Mühe im Sattel halten konnte. Er befürchtete schon, es das Pferd würde trotz seiner guten Ausbildung gänzlich durchgehen, doch dann schnaubte es den glühenden Feuerball am Himmel trotzig an entgegen und beruhigte sich schlagartig wieder.
Jetzt konnte Lares es endlich wagen So konnte Lares es  endlich wagen, eine Hand von den Zügeln zu nehmen, um sie schützend vor seine Augen zu halten. Er öffnete sie zunächst nur einen Spaltbreit, aber schon das war für ihn die reinste Qual. Zum Glück kannte sein das Pferd seine empfindliche Nase schon, so dass es nicht erschrak, als er die Sonne mit einer wahren Niessalve begrüßte (hier steh ich etwas daneben, ist das wichtig, diese Nieserei?). Hier gab es ja auch weit und breit keine Orkkompanie in der Nähe, die ihn hören konnte, so wie es beim letzten Mal geschehen war.
Als sich der Tränenschleier vor seinen Augen aufgelöst hatte und er wieder klar sehen konnte, bot sich ihm ein fantastischer sagenhafter Anblick. Die Felder und Wiesen im fruchtbaren Tal von Chanirra bildeten mit ihrer Farbenpracht einen willkommenen wundervollen Kontrast zu dem deprimierenden Einheitsgrau des Finsterforsts. Wie ein Verdurstender sog er all die Eindrücke in sich auf. Vom dicken, blauen Band des Flusses Sarillom, der die Hauptstadt des Reiches mit dem lebensnotwendigem Wasser versorgte, bis zu den gewaltigen, schroffen Titanenbergenkomma ließ er seinen Blick langsam und genüsslich schweifen er langsam und genüsslich seine Blicke schweifen., denn er konnte sich einfach nicht sattsehen. Nie hatte seine Heimat für ihn schöner und einladender ausgesehen als heute, ja selbst die schmutzigen armseligen Bauern konnten das herrliche Bild nicht trüben.
Wie gern wäre Lares abgestiegen aus dem Sattel gestiegen und hätte sich niedergelassen, um wie ein Müßiggänger den sonnigen Nachmittag zu genießen, aber wenn er sich richtig erinnerte, hatte er einen wichtigen Auftrag zu erledigen und konnte nicht länger verweilen an Ort und Stelle bleiben. Also gab er Schnitter die Sporen und trieb ihn über die weite Ebene auf die Mauern der Stadt zu den Mauern der Stadt entgegen, zu deren stolzen Bürgern er seit einigen Jahren zählte. Der Weg war noch lang weit, denn die Kaiserstraße wand sich wie eine Schlange um die unzähligen Getreidefelder und Viehweiden vor der Stadt herum dahin. Deshalb nutzte Lares die Zeit, um sich schon einmal die Sätze Worte im Gedanken für seine Audienz bei Kaiser Radorgroth zurechtzulegen. Die Etikette bereitete ihm immer noch Probleme Schwierigkeiten, aber er durfte sich diesmal keinen Fehler erlauben. So schnell wie er in der die Gunst des Herrschers angestiegen gekommen war, konnte er auch in Ungnade fallen, und nach einem Leben als einfacher Bauerkomma stand ihm nun wirklich nicht mehr der Sinn.
Seine Gedanken wurden durch einen lauten Knall hinter ihm abrupt unterbrochen Ein ohrenbetäubender Knall riss ihn aus seinen Gedanken, der ihn so schnell herumfahren ließ, dass für einen Moment die Welt vor seinen Augen verschwamm. Er hatte schon einen deftigen wilden Fluch für den Landmann auf den Lippen, der ihm solch einen Schrecken einjagen musste, aber zu seinem Erstaunen befand er sich ganz allein auf der Straße und konnte beim besten Willen nicht entdecken, was diesen Lärm verursacht haben könnte (Also weiß er nicht, ist es ein Landmann eine Frau oder ein Kind, hier solltest du ein wenig ändern). Auf das warnende Wiehern seines Rosses hin, richtete Lares seinen Blick wieder nach vorne hin drehte sich Lares wieder um und erschrak fast zu Tode, denn er befand sich nicht mehr zwischen den Feldern, sondern schon am Ufer des Sarillom, das er frühestens in einer Viertelstunde hätte erreichen dürfen. Nur mit viel Glück gelang es ihm, Schnitter noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Es fehlte nicht viel, und er wäre über den Kopf des Pferdes hinweg in hohem Bogen ins Wasser geflogen.

derSibirier grüßt
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 26.04.2010 05:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erst einmal schönen Dank für deine umfassenden Hinweise. Ich werde sie demnächst in die Geschichte einarbeiten.

Zu deinen Fragezeichen bei "schoss ihm das Blatt". Diese Redewendung bedeutet eigentlich "ihm kommt eine Erkenntnis". Während der Redewendungsduden keine Bedeutungseinschränkungen vornimmt, habe ich aber bei einer genaueren Recherche im Netz herausgefunden, dass sie eher in negativen Zusammenhängen verwendet wird (ähnlich wie "ihm schwant da etwas"). Also danke für deinen Anstoß, da muss ich mir etwas anderes einfallen lassen.
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Astrella
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BeitragVerfasst am: 26.04.2010 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vivaria,

ich liebe es auch, wenn ein Gedicht einen Roman einleitet, doch mit diesem habe ich Probleme

Sei auf der Hut und achte deiner Worte,     
Er höret dich an jedem Orte.

Du hast da kein Rhythmus drin, das würde ich bei einem Kindergedicht erwarten.
Besser fände ich zum Beispiel:
Sei auf der Hut und acht´deinem Wort´
hört er dich doch an jedem Ort.

Wenn du "altertümlich" redest, musst du es durchs ganze Gedicht durchziehen. Dazu passen keine Formulierungen wie nicht einmal etwas

Du darfst nicht einmal etwas Böses denken,
Willst du seinen Blick nicht auf dich lenken.

Darfst nicht mal selbst an Böses denken
Willst sein´ Blick nicht auf dich lenken.
Sein Auge öffnet sich in der Nacht,
Hat er einen Frevel erst ausgemacht.

Sein Aug´ sich öffnet in der Nacht
hat er den Frevel ausgemacht.


usw.

Ist immer noch etwas holperig, geb ich zu, aber ich wollte bei deinem Text bleiben.

Versuch, einen Rhythmus beizubehalten, Wortendungen kannst du in dem Fall weglassen, Grammatik darf ruhig ein wenig gedehnt werden (finde ich), die Stellung der Worte kannst du vertauschen (ausser es wird sinnentstellend), und versuch, Füllwörter zu vermeiden.

Mir ist das Gedicht ein bißchen zu lang.
Es sollte sich in den Untaten steigern, bis es dann zu dem Höhepunkt des letzten Satzes kommt.

LG Astrella
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Vivaria
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BeitragVerfasst am: 28.04.2010 06:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier mal ein anderer Versuch für das Gedicht:

Nimm dich in Acht mit jedem Wort,
Er hört dich jetzt und immerfort.
Sollst an nichts Böses jemals denken,
Willst sein Aug’ nicht auf dich lenken.
Es öffnet sich in tiefster Nacht,
Wenn er ’nen Frevel ausgemacht.
Der feurig’ Blick fällt auf sein Reich
Ein jede Untat sieht er gleich.
Den Frevler packt der kalte Graus,
Die Augen kriegen alles raus.
Wähn’ niemals dich in Sicherheit,
Das hat so manchen schon gereut.

Nur einen falschen Scherz gemacht
Schon schallt dein Schreien durch die Nacht.
Schmähst du im Traum ihn insgeheim,
Fällst schnell dem Wahnsinn du anheim.
Hältst deine Zunge nicht im Zaum,
Hängt er dein’ liebe Frau an’ Baum.
Hast dich gar gegen ihn verschworen
Geht in der Nacht dein Kopf verloren.
Für Sünder gibt es kein Verstecken,
Die Augen werden sie entdecken.

(ein vivarianisches Kindergedicht)
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Astrella
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BeitragVerfasst am: 28.04.2010 07:40    Titel: Antworten mit Zitat



LG Astrella


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Harald
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BeitragVerfasst am: 28.04.2010 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, hier nun mal eine Meinung von mir:

Wenn schon die Reime nicht stimmen, so tut es bei der Neufassung, die sich bemüht, eine gewisse Metrik hineinzubekommen, mehr weh als bei der Urfassung.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und das Gedicht so umgeschrieben, dass es im klassischen Versmaß mit vier Jamben steht!

Nimm dich in Acht mit jedem Wort,
Er hört dich jetzt und immerfort.
Drum denke an das Böse nicht,
entgehst so seinem Augenlicht,
Das auch durchdringt die tiefste Nacht,
Bis er den Frevler ausgemacht.
Mit scharfem Blick prüft er sein Reich
Und jede Untat sieht er gleich.
Den Frevler packt der kalte Graus,
Die Augen kriegen alles raus.
Wähn dich niemals  in Sicherheit,
So manchen hat dies schon gereut.

Ein falscher Scherz wurde gemacht,
Schon schallt dein Schreien durch die Nacht.
Schmähst du im Traum ihn insgeheim,
Fällst du dem Wahnsinn schnell anheim.
Hältst Du die Zunge nicht im Zaum,
Dann hängt dein Frauchen hoch im Baum.
Verschwörst dich gegen ihn, du Tropf,
Verlierst du gar den eignen Kopf.
Für Sünder gibt es kein Verstecken,
Die Augen werden sie entdecken.


OK,

ist der Versuch, das ganze Gedicht mit vier Jamben zu schreiben und dabei den Sinn beizubehalten, evtl kannst du einiges übernehmen, einige Zeilen kann man auch umschreiben, aber reimtechnisch dürfte es  in Ordnung gehen.

LG

Harald


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Astrella
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BeitragVerfasst am: 28.04.2010 08:48    Titel: Antworten mit Zitat

@Harald
Ich finde, sie hat ihre Sache prima gemacht, bei mir tut nix weh, wenn ich das Gedicht von ihr laut vorlese.
Einen qualitativ grossen Unterschied zwischen beiden Versionen kann ich auch nicht feststellen.

LG


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