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Der Wanderer


 

 
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joyce
Abc-Schütze

Alter: 28
Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 21.02.2010 17:15    Titel: Der Wanderer eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Wanderer steht über dem tosenden Meer
unter ihm hallt es wie ein ganzes Heer.
Die Wellen bersten an den Felsenklippen,
im steten Takte sie kraftvoll wippen.
Er schauet auf den goldnen Sonnenball
der vor ihm untergeht im fernen Tal.
Schweigend verlässt er das glänzende Idyll,
weil heimwärts er heut noch wandern will.
Und wie er folgt dem schmalen Pfad zurück,
bleibt vom Dorado nur der letzte Blick.

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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 26
Beiträge: 10332
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 21.02.2010 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlich willkommen im DSFo, lieber Joyce!

Ich nehme an, dass du noch nicht wahnsinnig lange Gedichte schreibst, und ganz ehrlich: Jeder von uns hat schon einmal derartige Gedichte geschrieben, Beschreibungen voll schöner Worte, die jedoch etwas holpern.

Als größter Holperstein in deinem Gedicht stehen sofort die Reime ins Auge. Zwar reimst du am Satzende, teilweise recht schräg, verleihst deinen Versen aber keinen Rhythmus, keine Melodie, sondern verdrehst im Gegenteil die Sätze, sodass sie gekünstelt und recht schief klingen. Da ist etwa die klassische Inversion, die man in den allermeisten "ersten" Reimgedichten findet:
Zitat:
im steten Takte sie kraftvoll wippen.

Zitat:
weil heimwärts er heut noch wandern will.


Auch die Bilder an sich leiden teilweise unter dem Reimzwang; bei deinen Formulierungen fällt es mir schwer, eine klare Vorstellung des Beschriebenen zu gewinnen. Das LI steht über einem tosenden Meer, blickt zur Sonne (übrigens, Ball und Tal reimen sich unsauber, weil man das a einmal lang und einmal kurz ausspricht; idealerweise sollte es aber zumindest ähnlich klingen), dann geht er auf irgendeinem Pfad ... mir fehlt in dem Gedicht inmitten der Bilder, die auch nicht wirklich originell sind, der rote Faden.

Aber mit solchen Gedichten schärft man sein Sprachgefühl, also: feilen und weiterüben! Reimen kann man lernen, und wenn du merkst, dass es nicht wirklich dein Ding ist, versuche doch einfach, deine Gedanken ohne Reime zu formulieren; auch der vers libre öffnet dir viele Möglichkeiten und die Freiheit wird dir helfen, dich auf Stimmigkeit und Klarheit der Sprache zu konzentrieren. Üben, üben, üben!


_________________
"...und ich bringe dir das Feuer
um die Dunkelheit zu sehen"
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"Schreib nie mehr sowas. Ich bitte dich darum." © Eddie
"Deine Sprache ist so saftig, fast möchte man reinbeißen." © Hallogallo
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joyce
Abc-Schütze

Alter: 28
Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 21.02.2010 17:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank.
Ja, dieses Umstellen des Satzes ist für mich typisch. Ich komme aus einer Prosa-Ecke und habe in letzter Zeit begonnen, mich an Dramen und Gedichte heranzuwagen.

Danke für deine Kritik! Ohje, der rote Faden. Dass hat mein Redakteur - bei dem Magazin, zu dem ich noch bis letzten Sommer als Praktikum gehörte - auch immer gesagt, das ist wohl eine typische Schreibkrankheit bei mir.

Interessant ist, dass bei mir einige Gedichte erst Dank der Reime entstehen. Das heißt ich fange mit einem Reim an, letztens war es "als Mann von Ihr'm Format, / hat man flott was Neues parat." und so hangelte ich mich durch. Oder bei einem englischen Gedicht entstand die Idee erst, als ich "air" auf "bear" reimen ließ. Erst dadurch wurde das Gedicht auf den Weg gebracht, den es schließlich einschlug.

Ich danke dir für deine Bewertung. Ich werde einmal vers libre ausprobieren und schauen, wie ich damit zurecht komme.

Grüße
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