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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 21.02.2010 12:10    Titel: Action! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Action!

Folge 1

Ich werfe den Müllsack in die Tonne, spüre einen Pistolenlauf im Nacken und denke: Oh, scheisse. Es ist zehn Uhr. Keine Sau mehr draussen, nur ein Auto, dessen Besitzer sich nicht für bedrohte Hausfrauenleben zu interessieren scheint. Ich greife in meine Manteltasche. Nichts. Wär auch zu schön gewesen. Mein Verehrer entsichert die Waffe. Ich merke, dass ich aufs Klo muss. Schlechtes Timing.

Ich versammle all meinen Mut um die Lippen und frage: „Könnte ich Sie für eine Tasse Tee begeistern?“ Sein Atem weht mir in den Nacken. Ein Grinsen oder ein Grummeln? Denkt er drüber nach, ob er mich erst von vorne oder von hinten nehmen will? „Arschkalt hier draussen“, stellt er fest, packt mich am Arm und zerrt mich unsanft ins Haus.

„Ich habe Sie eingeladen, nicht umgekehrt.“ Maulend hocke ich mich hinter die Bar und puste auf mein Handgelenk. „Wenn ich mich recht erinnere“, erwidert der Mann, „Bin ich derjenige mit der Waffe.“ Er sitzt mir gegenüber, auf den schrecklich unbequemen Barstühlen. Ich schätze ihn auf Mitte vierzig. Er trägt einen piekfeinen Anzug. Wie ein Perverser sieht er nicht aus. Aber das tun Perverse nie.

„Hagebutten oder Pfefferminz?“, frage ich.
„Ich scheisse auf Ihren Tee.“
„Dann Kaffee? Oder Bier?“
„Wollen Sie gar nicht wissen, weshalb ich hier bin?“
„Ich nehme an, das werd ich noch früh genug erfahren.“
„Es geht um Ihr Hobby.“
„Wusst ich‘s doch. War nur eine Frage der Zeit, bis mir deswegen jemand ‘ne Kanone vor die Nase halten würde.“ Während ich spreche, öffne ich eine Schublade hinter der Bar. Lautlos. (Gott segne die neue Küche!)
„Piraten hatten Kanonen, Schätzen. Was ich habe, ist ein Colt.“
„Ach, so nennt man das.“ Meine Hand findet etwas, das sogar noch Besser ist als das, was sie vorhin in meiner Manteltasche nicht gefunden hat. Meine Finger umfassen eine durchgeladene Schrotflinte.
„Sie können sich entspannen. Ich will nur einen Namen.“
Grinsend lege ich den Kopf schief. „Ich verkehre mit sehr vielen Männern, das wissen Sie wahrscheinlich. Das bedeutet, Sie müssten Ihre Beschreibung etwas spezifizieren.“
„Matthew Gennings.“
„Oha“, sage ich, „Armer Matt.“
Mein Besucher trat an die Bar und drückte mir die Kanone an die Stirn. „Hör auf mit der Säuselei und sag mir, wo der Typ steckt.“
„Sie sind sich ganz sicher, dass sie kein Bierchen wollen? Beruhigt die Nerven.“
„Fresse!“
„Mit dem grössten Vergnügen. Aber wenn ich die Fresse hielte, würden Sie niemals erfahren, wo Matt ist. Also halte ich sie lieber nicht.“
Mein Besucher sieht schon jetzt aus, als hätte er zehn Jahre Ehe mit mir verbracht. Die Schrotflinte liegt mittlerweile auf dem Herd zwischen ihm und mir. Er hat sie noch immer nicht bemerkt.
„Wissen Sie, Sie sind echt putzig.“
„Bitte?“
„Ja. Sie glauben, Sie können mir, einer hilflosen Hausfrau Angst einflössen. Dabei ist es offensichtlich, dass Sie ein Amateur sind.“
„Was?“
„Ich habe Ihnen doch gesagt, ich verkehre mit vielen Männern. Und viele Männer sind Arschlöcher. Daraus folgt, dass ich mit vielen Arschlöchern verkehre. Das wiederum bedeutet, dass ich mit vielen Männern verkehre, die krumme Dinger am Laufen haben. Und die wissen alle, wie sie ein Colt zu halten haben.“
Peinlich berührt blickt mein Freund auf seine Hand. „Was ist falsch daran?“, fragt er.
„Unwichtig. Ich würde mir lieber Gedanken darüber machen.“ Ich hebe die Schrotflinte an. „Sie sind ein Amateur, Herr Jannsen, weil ich Sie sofort erkannt habe. Sie sind auch ein Amateur, weil Sie mich hinter die Bar gelassen haben, wo Sie nicht sehen können, was ich mit meinen Händen mache. Und Sie sind ein Amateur, weil sie nicht den Mumm haben abzudrücken, bevor ich es tue.“
Bumm.



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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Tamar
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 125



BeitragVerfasst am: 21.02.2010 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Wow!

einfach nur Wow! Und sowas stellst du unter Trash ein? Ich fühle mich unwürdig.  Shocked
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MosesBob
Geschlecht:männlichGehirn²

Administrator
Alter: 38
Beiträge: 19965

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BeitragVerfasst am: 21.02.2010 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Fortsetzung sehnlichst erwünscht. Kritik? Keine. Sehr unterhaltsam.

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Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
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Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
(Laotse)
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 22.02.2010 11:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, Tamar, danke, Moses. Das hier ist im Trash gelandet, weil ich keine Ahnung habe, worauf ich damit hinaus will. Und ich weiss selbst nicht, wie man einen Colt halten muss! Der Text soll "nur" unterhalten, sowohl die Leser als auch mich. Wenn das gelungen ist, freue ich mich.

Ich glaube, dass ich heute Abend Folge 2 liefern kann. Hab da eine Idee.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 22.02.2010 19:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Folge 2

Ich klappe mein Handy zu.
„Sie haben Ihr Haus abgefackelt?“, fragt der Taxifahrer.
„Wissen Sie eigentlich, was es bedeutet, wenn man flüstert? Es bedeutet, man will nicht belauscht werden.“
„Sie sehen ohnehin aus wie eine Frau, die nicht belauscht werden will.“
„Worauf spielen Sie an?“
„Nun, auf dem Sitz neben Ihnen liegt eine Pumpgun und ein Colt. Ich hoffe, die Waffen sind gesichert? Verdammt holprige Strasse hier.“
„Machen Sie sich nicht in die Hosen, die sind gesichert. Was sich aber schnell ändern lässt.“
„Wer ist dieser Matt? Scheint ganz schön in der Scheisse zu stecken.“
Ich flüstere: „Fick dich.“

Abrupt tritt er auf die Bremse. In diesem Moment merke ich, dass die Waffen doch nicht gesichert sind. Aus der Schrotflinte löst sich ein Schuss, der durch den Vordersitz und den Taxifahrer dringt. Pech für ihn. Glück für mich, dass er gerade noch bremsen konnte. Ich löse meinen Sicherheitsgurt und hopse in die Nachtluft. Pfeifend schlendere ich nach vorn, öffne die Tür und pflanze mich auf dem Beifahrersitz. Mein Chauffeur röchelt noch. Ich lasse die Trommel des Colts kreisen: Rattattatt.
„Für wen arbeitest du?“, frage ich.
„Häh?“, kam es keuchend zurück.
Mein Blick schweift beiläufig über die Sie werden gefahren von-Plakette.
„Du heisst Daniel, wie ich sehe.“
„Ja. Daniel.“
„Also, Daniel.“ Ich lasse die Trommel der Pistole zuschnappen. „In der Schule hab ich Theater gespielt. Wir hatten da diese Übung, bei der wir so deutlich sprechen mussten, wie es uns möglich war. Die Regisseurin hat mich bei dieser Übung immer gelobt. Deshalb würde ich sehr gerne von dir wissen, Daniel, ob denn meine beschissene Frage so verdammt undeutlich war.“
„N-nein, das war sie nicht.“
„Na bitte.“ Zufrieden ziehe ich eine Zigarette aus der Manteltasche und stecke sie mir in den Mund. „Feuer?“
Daniel nickt zum Handschuhfach. Ich wühle darin, bis ich ein Feuerzeug finde. Ein warmes Zischen streichelt mein Gesicht, Rauch fliesst in meinen Mund. Ich kuschle mich in den Sessel.

„Und? Den ersten Schock überwunden?“, frage ich versöhnlich.
„Ja. Nur, um ehrlich zu sein: Ich weiss nicht, worauf du mit deiner Frage hinaus willst.“
Ich feuere mit dem Colt in die Windschutzscheibe. Aus dem glatten Glas wird eine Splitterwand und aus Daniels Röcheln ein Wimmern.
„Deine Lauscher sind zugegebenermassen sehr talentiert. Doch mit Sicherheit nicht so weltklasse, als dass du mit ihnen meine Gedanken hören könntest. Deshalb ein gut gemeinter Rat: Lüg mich nicht an.“
„Du bist verrückt. Verrückt.“
„Mund auf, Augen zu.“
Er gehorcht mir. Ich lege ihm den Colt auf die Zunge.
„Du kannst nicht wissen, dass ich Matt angerufen habe. Wieso weisst du es trotzdem?“
„Du wirst mich nicht töten!“ Die Pistole wippt mit jeder Silbe mit.
„Ach nein?“, frage ich, „Ich werde dich nicht töten? Ich habe heute bereits einen Mann getötet und ich werde einen zweiten töten, sollte es nötig sein. Also sei nicht dumm. Sag mir, wer dich angeheuert hat und was er von dir wollte.“

Er sagt mir alles. Ich töte ihn und rolle seine Leiche aufs Trottoir. Mit einem roten Füller streiche ich seinen Namen durch. Sie werden gefahren von: Nina Milou. Und ich weiss, es wird eine Nacht, so lange wie schon lang nicht mehr.


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Nash
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BeitragVerfasst am: 23.02.2010 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin gerade hin und her gerissen. Streckenweise sehr präzise und gute Wortwahl. In manchen teilen lässt es leider nach. Immer auf einem guten Level -  nicht, dass wir uns da falsch verstehen! Aber ich habe die Angewohnheit jede Zeile auf die Waagschale zu legen. Ansonsten gefällt mir die Story als solche sehr gut.

Vielleicht wirke ich gerade sehr klein kariert aber ich liebe einfach jene Kurzgeschichten, bei denen jede Zeile sitzt. Ich weiss nicht so recht ob jemand meine Empfindungen in der Hinsicht teilt...Um aber auf den Punkt zu kommen: ich mag deine "Geschichte".


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lupus
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BeitragVerfasst am: 23.02.2010 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

saucool is das. Inhaltlich, sprachlich, Aufbau... einfach genial.

wie die Prota, und auch warum, in einem blutverschmierten Taxi durch die lange Nacht kurvt und offensichtlich auch vorhat Gäste zu chauffieren mag sich mir nicht erschließen, aber is halt so. wirkt auf mich wie eine Thriller-Parodie. Herrlich gemacht. Jede einzelne Zeile genossen.


so, das war's


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lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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Angst
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BeitragVerfasst am: 23.02.2010 20:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für das Feedback! Bin selbst nicht ganz zufrieden mit einigen Stellen, Nash. Würde mir die Story mehr am Herzen liegen, hätte ich wohl sorgfältiger daran gearbeitet. Aber das ist Trash, den ich relativ gedankenlos hingeklatscht habe. Das soll keine billige Entschuldigung sein, denn wenn du mir ein paar Hinweise zum Stil geben willst, nur zu! :)

Dankeschön auch an dich, lupus. Ich hab schon auf das Wort mit C gewartet! Freut mich sehr, dass der Text als Parodie angekommen ist. Das Wort passt gut, denn von hier an kann die Geschichte nur noch unlogischer werden.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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Leander Liguster
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BeitragVerfasst am: 05.03.2010 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Dafür , dass es gedankenlos geschrieben sein soll, ist es wirklich sehr gut .
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Alogius
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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 09.03.2010 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ist richtig:

Logik brauchen wir hier nicht. Wäre die Geschichte ein ernsthaftes Unternehmen, gut, dann schon. Aber hier ist, weil es eine Parodie (und dazu eine angenehm groteske) ist, alles im Lot. Amüsierte mich bis dato absolut bestens. Ich hoffe, dass das auch so bleibt!

Tja. Rummäkeln brauche ich nicht, oder?

Lg

Tom


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Aus einem Traum:
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Homer
Dr. Wunderlich

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BeitragVerfasst am: 09.03.2010 21:57    Titel: klumps Antworten mit Zitat

Hi,
also, als erstes muss Ich sagen das mir dein Text sehr gut gefallen hat und Ich beide Teile am Stuck verschlungen habe.
Nur ein paar Details sind mir aufgefallen, die Ich unpassend fand. Da man aber sowas nicht unbedingt wissen kann und du den Text einfachsoruntergeschrieben hast ist das keine negative Kritik. Ich zähle trotzdem mal auf was mir sauer aufgestoßen ist:
- Schrotflinte und Pumpgun sind ähnlich aber nicht das gleiche.
- Nach einem Schuss mit einer Pumpgun in den Rücken führt man kein Gespräch mehr.
- Im ersten teil schreibst du Schätzen, was wohl Schätzchen heißen soll

Ok, des wärs auch schon.
Liebe Grüße

p.S.: Schreib noch mehr einfachsorunter, bitte.
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Angst
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Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 23.03.2010 22:53    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dankeschön, Leander und Tom. Rummäkeln muss tatsächlich nicht sein.

Das "Schätzen" habe ich übersehen. Danke für den Hinweis. Ansonsten nochmal die billige Entschuldigung, Homer: Das hier ist nicht ernst gemeint! ;) Du kannst froh sein, dass ich Schrotflinte nicht mit Colt verwechsle.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige

Und: Es geht weiter.


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Angst
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BeitragVerfasst am: 23.03.2010 22:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Folge 3

Mein erster Kunde wünscht sich, nicht mein Kunde zu sein.
„Sie wissen, dass da vorne Blut klebt?“, fragt er.
Ich nicke.
„Sie wissen, dass das Ihren Fahrstil beeinträchtigen könnte?“
Ich nicke.
„Würden Sie bitte anhalten?“
Ich halte an. Er steigt aus. Ende der Geschichte. Das heisst: Ende dieser kleinen Geschichte, die total langweilig ist und nichts mit der Geschichte zu tun hat, die ich eigentlich erzählen will. Sorry, ich bin verwirrt. Weiter im Text.

Im Handschuhfach habe ich einen Recorder entdeckt. Daniel der Listige hat mein Gespräch mit Matt aufgezeichnet: „Vielen dank, du Wichser. Wegen dir hat mein alter Freund Jannsen vorbeigeschaut. Ich musste ihn kalt machen. Und dann war er so kalt, dass ich meine Bude abfackeln musste. Hab ich dir nicht gesagt, dass ich das nie wieder tun will? Jedenfalls habe ich allen Grund anzunehmen, dass dir bald jemand den Arsch aufreissen kommt. Und wenn ich du wär, würd ich verdammt nochmal hoffen, die entdecken dich, bevor ich es tue.“

Schnitt.

(Wer‘s gerne genauer hätte, hier die Highlights meiner Taxifahrt:
1. Eine alte Prostituierte geht über den Fussgängerstreifen.
2. Ich fahre drei Betrunkene in die fünfte Bar des Abends.
3. Ich kaufe mir einen Hamburger bei McDonald‘s. Drive-in. Praktische Sache.)

Lu La-Liu ist nicht nur cool, weil sie einen coolen Namen hat. Sie wäre sogar dann noch cool, wenn sie Margarethe Sonnenthal heissen würde. Der Grund dafür: Lu ist die dritttödlichste Frau der Welt. Sie ist so klug wie eine Astrophysikerin, so spontan wie ein Jazzpianistin und so schnell wie ein Ventilator. Kurz: Eine Meisterin des Schwertkampfes. Sie hat blonde Haare und sieht – das gebe ich neidlos zu – verdammt gut aus.

Doch auch Superkämpferinnen müssen mal aufs Klo. Und genau da erwische ich sie mit heruntergelassenen Hosen. Gerade noch blättert sie in einem Modemagazin, zwei  Sekunden blickt sie in den tiefen Lauf einer Schrotflinte. „Wie sagt man so schön?“, grinse ich, „Jetzt habe ich dich genau da, wo ich dich haben will. Wenn du –“
„Entschuldigung“, unterbricht sie mich höflich, „Aber dauert das noch länger?“
Ich denke nach. „Ja.“
„Düfte ich dann vielleicht kurz, du weisst schon, spülen?“
„Natürlich.“
Ich lasse sie spülen. Lu legt die Hände auf ihre Knie und sieht mich an wie ein naives Kind.
„Der Überfall tut mir leid“, sage ich, „Auch, dass ich die Tür aus den Angeln gehoben habe. Andererseits, wenn du nicht abgeschlossen hättest …“
„Dumme Angewohnheit meinerseits.“
„Halb so wild. Wir haben alle unsere Macken. Also.“ Ich räuspere mich. „Könntest du mir verraten, wo deine Messer, Dolche, Schwerter, Katanas und andere potentiell tödlichen Gegenstände versteckt sind?“
„Alle siebenhundertfünfundvierzig?“
„Na gut, fangen wir mit denen an, die sich auf der Toilette befinden.“
„Das wären dann sechsundsechzig.“
„An deinem Körper?“
„Zwölf.“
„Her damit.“
Lu sieht mich ernst an. Lu sieht mich ein wenig unernster an. Lu bricht in Gelächter aus.
„Lass mich hier einige Prämissen klären“, kichert sie, „Gehe ich erstens richtig in der Annahme, dass du nicht vergessen hast, wer ich bin und wozu ich fähig bin?“
„Ja.“
„Dann ist zweitens richtig, dass du bei mir einbrichst, um mich mit einer Schusswaffe zu bedrohen?“
„Zwei Schusswaffen.“
 „Okay, Korrektur: Du bedrohst mich mit zwei Schusswaffen?“
„Das ist richtig.“
„Und du bist nicht verrückt geworden?“
„Nein.“
„Das führt mich zum Schluss, dass du masochistisch veranlagt bist. Kein Wunder, bei deinem Lebensstil.“

Ich lasse mir das durch den Kopf gehen. Schliesslich werfe ich Schrotflinte und Colt auf den Kachelboden. „Weisst du was? Du hast absolut recht.“ Ich breite die Arme  vor ihr aus. „Ich habe keine Chance gegen dich. Wenn du willst, könntest du mich sofort töten. Aber dann würdest du niemals erfahren, weswegen ich hier bin.“

„Aber das weiss ich doch bereits, Süsse.“ Und die Scheissschlampe tötet mich wirklich.

Was nicht heisst, dass die Geschichte hier ein Ende findet.


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lupus
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BeitragVerfasst am: 31.03.2010 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo shinehile(ige),

jo, is schon cool, leider kommt's halt immer in so kleinen Happen, dass man sich schon gar nimmer erinnern kann (naja schon, weil's ja coooool is) Wink

und, sag, hast du selber irgendeine Ahnung wohin die Reise geht? Mir kommt vor, dass eher nicht, aber das macht gar nix.

so, aber einige Punkte gefallen mir irgendwie nicht so 100%ig. Die Skurillität hätte ich auf Inhalt beschränkt und nicht auch noch durch die Struktur untermauert. Mir wirkt das dann auf einmal ein bisserl zu gewollt, is aber sicher nur Geschmackssache. Aber davon abgeleitet, würd ich einfach einen HAufen weglassen

blau ... cool
fett ... zum Überdenken, wenn du denn Wert darauf legst
-->



Scheinheilige hat Folgendes geschrieben:
Folge 3

Mein erster Kunde wünscht sich, nicht mein Kunde zu sein.
„Sie wissen, dass da vorne Blut klebt?“, fragt er.
Ich nicke.
„Sie wissen, dass das Ihren Fahrstil beeinträchtigen könnte?“
Ich nicke.
„Würden Sie bitte anhalten?“
Ich halte an. Er steigt aus. Ende der Geschichte. Das heisst: Ende dieser kleinen Geschichte, die total langweilig ist und nichts mit der Geschichte zu tun hat, die ich eigentlich erzählen will. Sorry, ich bin verwirrt. Weiter im Text.

Im Handschuhfach habe ich einen Recorder entdeckt. Daniel der Listige hat mein Gespräch mit Matt aufgezeichnet: „Vielen dank, du Wichser. Wegen dir hat mein alter Freund Jannsen vorbeigeschaut. Ich musste ihn kalt machen. Und dann war er so kalt, dass ich meine Bude abfackeln musste. Hab ich dir nicht gesagt, dass ich das nie wieder tun will? Jedenfalls habe ich allen Grund anzunehmen, dass dir bald jemand den Arsch aufreissen kommt. Und wenn ich du wär, würd ich verdammt nochmal hoffen, die entdecken dich, bevor ich es tue.“

ich weiß jetzt nicht so genau, wie ich die Anführungszeichen deuten soll, wo liegt der UNterschied zum Rest?

Schnitt.

(Wer‘s gerne genauer hätte, hier die Highlights meiner Taxifahrt:
1. Eine alte Prostituierte geht über den Fussgängerstreifen.
2. Ich fahre drei Betrunkene in die fünfte Bar des Abends.
3. Ich kaufe mir einen Hamburger bei McDonald‘s. Drive-in. Praktische Sache.)


Lu La-Liu ist nicht nur cool, weil sie einen coolen Namen hat. Sie wäre sogar dann noch cool, wenn sie Margarethe Sonnenthal heissen würde. Der Grund dafür: das Folgende wird mE automatisch als Grund interpretiert, leider fällt dann der hübsche Name M. Sonnenthal weg Lu ist die dritttödlichste Frau der Welt. Sie ist so klug wie eine Astrophysikerin, so spontan wie ein Jazzpianistin und so schnell wie ein Ventilator. Kurz: Eine Meisterin des Schwertkampfes. Sie hat blonde Haare und sieht – das gebe ich neidlos neidvoll - wenn's neidlos ist, gibt's nix zuzugeben, bestenfalls festzustellen zu – verdammt gut aus.

Doch auch Superkämpferinnen müssen mal aufs Klo. Und genau da erwische ich sie mit heruntergelassenen Hosen. genaugenommen steht nicht fest wer mit heruntergelassenen Hosen da steht/sitzt Gerade noch blättert sie in einem Modemagazin, zwei  Sekunden blickt sie in den tiefen Lauf einer Schrotflinte. „Wie sagt man so schön?“, grinse ich, „Jetzt habe ich dich genau da, wo ich dich haben will. Wenn du –“
„Entschuldigung“, unterbricht sie mich höflich, „Aber dauert das noch länger?“
Ich denke nach. „Ja.“
„Düfte ich dann vielleicht kurz, du weisst schon, spülen?“
„Natürlich.“
Ich lasse sie spülen. Lu legt die Hände auf ihre Knie und sieht mich an wie ein naives Kind.
„Der Überfall tut mir leid“, sage ich, „Auch, dass ich die Tür aus den Angeln gehoben habe. Andererseits, wenn du nicht abgeschlossen hättest …“
„Dumme Angewohnheit meinerseits.“
„Halb so wild. Wir haben alle unsere Macken. Also.“ Ich räuspere mich. „Könntest du mir verraten, wo deine Messer, Dolche, Schwerter, Katanas und andere potentiell tödlichen Gegenstände versteckt sind?“
„Alle siebenhundertfünfundvierzig?“
„Na gut, fangen wir mit denen an, die sich auf der Toilette befinden.“
„Das wären dann sechsundsechzig.“
„An deinem Körper?“
„Zwölf.“
„Her damit.“
Lu sieht mich ernst an. Lu sieht mich ein wenig unernster an. Lu bricht in Gelächter aus.„Lass mich hier einige Prämissen klären“, kichert sie, „Gehe ich erstens richtig in der Annahme, dass du nicht vergessen hast, wer ich bin und wozu ich fähig bin?“
„Ja.“
„Dann ist zweitens richtig, dass du bei mir einbrichst, um mich mit einer Schusswaffe zu bedrohen?“
„Zwei Schusswaffen.“
 „Okay, Korrektur: Du bedrohst mich mit zwei Schusswaffen?“
„Das ist richtig.“
„Und du bist nicht verrückt geworden?“
„Nein.“
„Das führt mich zum Schluss, dass du masochistisch veranlagt bist. Kein Wunder, bei deinem Lebensstil.“

Ich lasse mir das durch den Kopf gehen. Schliesslich werfe ich Schrotflinte und Colt auf den Kachelboden. „Weisst du was? Du hast absolut recht.“ Ich breite die Arme  vor ihr aus. „Ich habe keine Chance gegen dich. Wenn du willst, könntest du mich sofort töten. Aber dann würdest du niemals erfahren, weswegen ich hier bin.“

„Aber das weiss ich doch bereits vllt längst? bereits klingt ein bisserl zu g'spreizt, findest du nicht?, Süsse.“ Und die Scheissschlampe tötet mich wirklich.

Was nicht heisst, dass die Geschichte hier ein Ende findet. [b] das wird ja dann wohl mit dem nächsten Satz klar sein, ohne es noch extra zu erwähnen Wink leider is der Satz auch nicht so wirklich cool


Fazit: immer noch eine herrliche Parodie, ich werd' auf jeden Fall dran bleiben, I'm loving it

lgl


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lg Wolfgang

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Angst
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BeitragVerfasst am: 31.03.2010 22:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey lupus,

Dass du dir so viel Mühe gibst …! Shocked Freut mich echt. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass sich deine Mühe auch gelohnt hat. Zunächst: Die Stellen, die du durchgestrichen hast, sind plottechnisch garantiert unnötig, da hast du recht. Es sind Ausschmückungen, Übergänge, vielleicht aus Mangel an besseren Ideen. Hier merkt man wohl, dass ich das Erstbeste genommen habe, was mir in den Sinn gekommen ist. Die Kürzungsvorschläge nehme ich also gerne entgegen, obwohl ich noch ein wenig darüber nachdenken will. Was ich aber sofort streichen werde, ist der letzte Satz. Eigentlich steht der nur aus Verlegenheit da. Um deutlich zu machen, dass es noch weitergeht. (Ein to be continued … war mir dann doch zu blöd.) Aber nun, da das draussen ist, kann man den Satz getrost eliminieren.

lupus hat Folgendes geschrieben:
ich weiß jetzt nicht so genau, wie ich die Anführungszeichen deuten soll, wo liegt der UNterschied zum Rest?

Anführungszeichen deswegen, weil sich Nina die Aufzeichnung ihres Anrufs bei Matt anhört. Sie gibt ihn nicht direkt als Ich-Erzählerin wieder.

lupus hat Folgendes geschrieben:
das Folgende wird mE automatisch als Grund interpretiert, leider fällt dann der hübsche Name M. Sonnenthal weg

Über diese Streichung werde ich nachdenken müssen, da mir die Stelle so unpassend nicht scheint. Ausserdem mag ich Frau Sonnenthal auch Wink

lupus hat Folgendes geschrieben:
neidvoll - wenn's neidlos ist, gibt's nix zuzugeben, bestenfalls festzustellen

Das habe ich mir eigentlich als "gewollten" Widerspruch gedacht: Nina ist eben doch neidisch, nur würde sie es nie zugeben. Zu unklar?

lupus hat Folgendes geschrieben:
vllt längst? bereits klingt ein bisserl zu g'spreizt, findest du nicht?

Absolute Zustimmung!

Wohin die Reise geht, weiss ich nicht. Ich denke beim Schreiben immer nur eine Folge voraus – allerhöchstens. Ich freue mich wahnsinnig über dein Interesse und deine Hilfestellungen. Nochmal danke! + das Versprechen, wenn möglich auf unsinnige Exkurse zu verzichten.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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MagicMushroomTea
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BeitragVerfasst am: 02.06.2010 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Nina Milou! Was für ein melodischer Name!
Widersprüchlich angesichts ihrer Morde.
Ich will nach wie vor wissen weshalb sie zur Killerin wurde und weshalb sie letzen Endes getötet wurde. smile


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The story of life is 'Hello' and 'Goodbye' until we meet again."­
Jimi Hendrix
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