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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Dunkelsturm


 

 
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 29
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 13.02.2010 13:50    Titel: Dunkelsturm eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dunkelsturm


Am totenkopfgetränken Nachthimmel
ziehen starke, spitze Wolken auf
und lassen die Welt
im Endzeitmeer versinken.

Tausend Messerspitzen flitzen
durch die dunkle Wolkendecke
und bohren sich mit Urgewalt
in das zermarterte Herz der Leidenschaft.

Ich spüre die eiskalte Klinge in mir
und ein wehleidiger Schrei
hallt über Felder und Berge,
die in der Panikruhe ertrunken sind.

Mein Kopf sinkt auf den Waldboden,
aus dem stinkende Angstdämpfe aufsteigen.
Ich sehe, wie mein Herz verbrennt
und als Aschehaufen vor mir liegt.

Meine Robe, aus Mithril gebaut,
wurde erbarmungslos zerfetzt.
Selbst die brodelnde Hitze der Liebe
konnte die scharfen Spitzen nicht schmelzen.

Ich liege da und erahne meinen Atem.
Alles Glück und alle Träume,
fliehen aus der welken Lunge
und steigen hinauf in die Nacht.

Ich schaue ihm nach,
sehe alles und doch nichts.
Wie gern würde ich die Augen schließen,
um meinem Leben nachzuträumen.

Und wenn ich dann schlafe
und morgens warme Luft einatme,
so kann ich doch nicht verhindern,
dass es bald wieder Nacht wird.

Er kommt wieder,
der Dunkelsturm.

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SylviaB
Geschlecht:weiblichSchnupperhasi

Alter: 53
Beiträge: 6815
Wohnort: Köln
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 13.02.2010 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Shocked  Das finde ich toll! Das gefällt mir richtig richtig gut. Vielleicht ein bisserl lang aber in sich richtig ... hab ich grad kein Wort für.


Das hier kürze ich für mich, denn ich empfinde es als zu viel, zu ... hm, es sagt mir einfach nichts Neues mit vielen unnötigen Worten. Ich zeig dir was ich meine darunter:

Zitat:
Ich liege da und erahne meinen Atem.
Alles Glück und alle Träume,
fliehen aus der welken Lunge
und steigen hinauf in die Nacht.

Ich schaue ihm nach,
sehe alles und doch nichts.
Wie gern würde ich die Augen schließen,
um meinem Leben nachzuträumen.




    Ich liege da und erahne meinen Atem.
    Ich schaue ihm nach,
    sehe alles und doch nichts.
    Wie gern würde ich die Augen schließen.


Wie gesagt, so lese ich es für mich. smile

Lieben Gruß
Sylvia
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 29
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 13.02.2010 23:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Sylvia!

Danke für dein Lob, ich habe mich sehr darüber gefreut. smile

Jaa, du magst vielleicht Recht haben, dass ich an manchen Stellen "zuviel des Guten" wollte.

Während ich dieses Gedicht geschrieben habe, hatte ich auf einmal so viele Bilder im Kopf, die ich dann auch irgendwie alle einbauen wollte. Ursprünglich war das Gedicht sogar noch eine Strophe länger.

Dein Änderungsvorschlag gefällt mir auch ganz gut. Da werde ich nochmal drüber schlafen. Wink

Würde mich über noch mehr Kommentare / Kritik /Verbesserungsvorschläge etc. freuen. smile


Ink.
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anuphti
Geschlecht:weiblichTrostkeks

Alter: 54
Beiträge: 3701
Wohnort: Isarstrand
DSFo-Sponsor Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 14.02.2010 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

mir sind es ein bisschen zu viele Spitzen....

spitze Wolken in der ersten Strophe
Messerspitzen in der zweiten Strophe
scharfe Spitzen in der fünften Strophe

und dazwischen noch eine Klinge....

Vielleicht so gewollt?
Aber ich bin drüber gestolpert.

Spannend finde ich die Panikruhe.
Ist das so eine Art totaler blackout?

Liebe Grüße
Imke
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Mondscheinhedonist
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 14.02.2010 02:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das Gedicht hat trotz seiner starken Metaphorik (was manchmal ja auch aufdringlich sein kann; nicht hier!) einen geistigen Film in Gang gesetzt und das finde ich sehr interessant.

Ich sehe das Gedicht vielleicht von einer "poetistischen" Seite; heißt also, dass ich mir alles, was du schreibst, bildlich genau so vorstelle.

Und genau den Abschnitt, der von anderen Usern weggewünscht oder zu langatmig angesehen wird, empfinde ich als wichtig und als kurzes und dadurch ewigliches Moment im gesamten Komplex deiner lyrischen Ausarbeitung hier.

Wieso und wie soll man so ein Gedicht überhaupt auch bewerten? Ich will es nicht bewerten oder beschreiben. Ich kann Kunst nur empfinden; und hier tue ich es.
Andere vielleicht nicht - aber wer braucht andere, wenn man sich selbst hat?

Weiter so....
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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 29
Beiträge: 1252
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 14.02.2010 12:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ihr beiden. Danke für eure Kommentare. smile

anuphti, du hast mit den Spitzen insofern recht, als dass ich die Messerspitzen im weiteren Verlauf noch einmal aufgreifen wollte. Dass mit den "spitzen" Wolken ist vielleicht etwas unglücklich geraten. Vielleicht werde ich das Adjektiv noch durch ein anderes ersetzen.

Der Begriff Panikruhe ist mir während dem Schreiben erst eingefallen. Ich finde, dass es ein sehr interessantes Wort ist, da es aus zwei geradezu gegensätzlichen Teilwörtern aufgebaut ist. Ich finde jedoch, dass man Panik durch Schreie äußern kann, aber auch durch absolute Starre, insofern passt deine Erklärung mit dem "Blackout" auch ganz gut.

Hey Mondscheinhedonist,
es freut mich sehr, dass dir die vielen Bilder im Gedicht etwas geben und dir auch die Möglichkeit geben, dir die ganze Szenerie im Kopf vorzustellen. Das ist eigentlich genau das, was in meinen Augen Lyrik ausmacht, deswegen bin ich froh, dass ich dieses Ziel  bei manchen erfüllt habe. smile
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