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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 07.02.2010 02:55    Titel: Abschied-Anstandslos-Anfang eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gefühle legten sich
nicht gar ruhig aber
stellten sich auch
noch nicht ganz
in den Schatten
des goldenen Waldes
aus Nichtigkeit und
Sehnsucht nach Nähe
heraus gefrorener Bilder
von Bergen von Bildern
verbargen sie der Sonne
harter Strahlen Stimme:

Stählern und kalt
war ihr Laut. Züge
aus Zigaretten voll
bleierner Ratlosigkeit
so nie von Gebirgsbächen
erwartet worden, aber
dann doch kosten mussten
sie aus Haarbüscheln
ihrer liebsten Köpfe,
deren Ideen und Gedanken
sie zu hassen gelernt hatten:

Zugvögel deine Küsse
dort lagen sie nun
den stummen Wurzeln
zu ihren harten Füßen,
die weder Füße
noch Antworten hatten
sie für schöne Worte
aus glänzendem Stein
geschlagener Trugbilder.
Stattdessen sprachen sie
von Herzhäusern
ohne Fundament und
dann strahlten sie,
die toten klaren Seen,
Erinnerungen ohne Stab
und stecken an Lebwohltage:

Dort ist ein Horizont
ein Meer aus Kellern
in vergehendes Licht
getauchter Haut
aus Leidenschaft
begangener Brudermorde
und schließlich
verstand die vom Gleis
entstellte Heide
die Notwendigkeit
ihres Bauernopfers
und ließ uns ziehen
in die Nacht, die anfangs
nach glühender Freiheit
schmeckte die Einsamkeit.



_________________
"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
Heinrich Heine

"Ich gebe Zeichen von mir, Signale . . . Ich schreie aus Angst, ich singe im Dschungel der Unsagbarkeiten"
Max Frisch

"Die Leute gehen ins Feuer, wenn's von einer brennenden Punschbowle kommt!"

Georg Büchner
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 54
Beiträge: 2635
Wohnort: Königstein im Taunus
Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 07.02.2010 07:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schmierfink,

wenn ich deine Gedichte lese, dann ist es, als ob meine Augen auf einer Papierfahne langrutschen. Mir verschwimmen die Verse und die Inhalte, ich verliere den Kontakt und springe spätestens in der Mitte nach rechts oder links ab.

Wahrscheinlich ist das alles nicht schlecht, was du aus dir rausfließen lässt.
Aber ich brauche Rhythmus, Festhaltepunkte, will sagen, Worte oder Verse, die mir durch ihre Stellung oder ihren Klang im Ganzen Nachhall geben, so sehr, dass ich Lust verspüre, das Gedicht auch ein zweites Mal zu lesen. Und nicht schon beim ersten Mal wegzugleiten.

Oder anders gesagt: Ich komme mit deinem Stil einfach überhaupt nicht klar.

Dieses ist also ein neutraler Kommentar, den ich dir aber nicht vorenthalten wollte, und der erklären soll, warum du von mir fast nie Feedback bekommst, liebe Grüße, Jocelyn


_________________
If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 07.02.2010 22:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey jocelyn,

vielen Dank erstmal für deinen Kommentar und das du geschrieben hast obwohl dir der Stil eigentlich garnicht zusagt, was ja absolut berechtigt ist.
Ich kann schon verstehen das ein gewisser Wohlklang in Bezug auf Rhythmus und Versumbrüche eine Faszination ausüben können,  aber ich frage mich ob moderne Lyrik das wirklich braucht. Da wird wohl jeder eine andere Antwort haben und ich weiß nicht ob ich noch lange so schreiben werde, bin ja noch jung, vielleicht gibts irgendwann gereimte Gedichte in Daktylen von Schmierfink.^^
Jedenfalls vielen Dank für deinen Kommentar, für Kritik bin ich natürlich immer offen.

lg
Schmierfink


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Georg Büchner
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Uenff
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 26
Beiträge: 1063
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 07.02.2010 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Moi Schmierfink,

Ich mag die Doppeldeutigkeit mancher Wörter, aber die vielen Absätze die dies ermöglichen lassen das Gedicht etwas gehetzt wirken, und verhindern ein wirkliches hineinversetzen.

Zitat:
Stählern und kalt
war ihr Laut. Züge
aus Zigaretten voll
bleierner Ratlosigkeit
so nie von Gebirgsbächen
erwartet worden, aber
dann doch kosten mussten
sie aus Haarbüscheln
ihrer liebsten Köpfe,
deren Ideen und Gedanken
sie zu hassen gelernt hatten:

Zugvögel deine Küsse
dort lagen sie nun
den stummen Wurzeln
zu ihren harten Füßen,
die weder Füße
noch Antworten hatten
sie für schöne Worte
aus glänzendem Stein
geschlagener Trugbilder.
Stattdessen sprachen sie
von Herzhäusern
ohne Fundament und
dann strahlten sie,
die toten klaren Seen,
Erinnerungen ohne Stab
und stecken an Lebwohltage:


Die Zwei Verse gefallen mir. Ich würde eventuell hier und da einen Punkt einbauen, um das Gedicht zur Ruhe kommen zu lassen.

Die Doppelpunkte am Ende jedes Verses sind auch nett, lassen auf ein Crescendo zum Schluss hoffen.
Leider ist die Letzte Strophe meiner Meinung nach die schlechteste des Gedichtes.

Zitat:
Dort ist ein Horizont
ein Meer aus Kellern
in vergehendes Licht
getauchter Haut
aus Leidenschaft
begangener Brudermorde
und schließlich
verstand die vom Gleis
entstellte Heide
die Notwendigkeit
ihres Bauernopfers
und ließ uns ziehen
in die Nacht, die anfangs
nach glühender Freiheit
schmeckte die Einsamkeit.

Der Schluss ist gut, aber am Anfang wirfst du einfach zu viel mit Metaphern, und das nicht ganz strukturiert.

Vielleicht hab ich morgen eine andere Meinung über das Gedicht, muss es erst arbeiten lassen, schau dann noch mal vorbei.

Cheers,
Uenff


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Freiheit liegt in der Zerstörung des Ichs. Hat halt Karl gesagt.
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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 08.02.2010 15:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey uenff,

vielen Dank für den Kommentar.
Deinen Einwand von der Geheztheit kann ich nachvollziehen, ein paar Punkte hätten wohl nicht geschadet, obwohl ich mir fast überlege einfach längere Verse zu machen, Punkte würden nicht ganz in mein Konzept passen, da die Stimmung schon getrieben wirken soll. Ein wenig wie ein seltsamer Traum durch den man gehetzt wird.
Schade das du die letzte Strophe nicht als gut empfindest, da ist es wohl etwas mit mir durchgegangen, so ganz unsinnig ist das Metapherngewirr aber nicht.
Es geht um einen neuen Horizont einen Anfang, so wie ihn Nietzsche gesehen hat, nihilistisch ohne moralische Werte, daher die Brudermorde, der Tod der Natur und ihr Opfer an die Technik, die wir heute überall beobachten können und das alles strahlt golden im Fortschrittsglauben, aber da bin ich wohl zu abstrakt geworden. Wenn ein Gedicht nicht für sich selbst sprechen kann ist es nicht gut. Naja ich mochte es, bzw mag es immernoch. smile Vielen Dank jedenfalls für deine detaiierten Ansichten.

lg
Schmierfink


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Georg Büchner
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Fao
wie Vendetta

Alter: 28
Beiträge: 2486



BeitragVerfasst am: 08.02.2010 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

<merk>
(aber es wird eine Weile dauern, bis ich etwas zu schreibe, du weißt ja, lernen, lernen..)


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Angst
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BeitragVerfasst am: 09.02.2010 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

Mit diesem Gedicht kann ich leider nichts anfangen. Es zerfasert mir zu sehr. Die Bilder sind mir zu breit angelegt, die klare Linie fehlt. Deshalb wirkt es auf mich nicht abgehetzt, sondern eher schleppend. Ich versuche mal, am Beispiel der ersten Strophe zu erklären, was mich stört.

Schmierfink hat Folgendes geschrieben:
Gefühle legten sich
nicht gar ruhig aber
stellten sich auch
noch nicht ganz
in den Schatten
des goldenen Waldes
aus Nichtigkeit und
Sehnsucht nach Nähe
heraus gefrorener Bilder
von Bergen von Bildern

verbargen sie der Sonne
harter Strahlen Stimme:

Die gesamte Strophe, so glaube ich zumindest, hat die Gefühle als Subjekt. Die kursiv gezeichneten Verse nun empfinde ich als unglückliche Verzögerung, da beim erstmaligen Lesen überhaupt nicht klar ist, worauf sie sich beziehen. Sie stehen im Freien. Ich weiss, du spielst gerne mit mehrdeutigen Versen. Aber hier geht das für mich nicht mehr als legitimes Stilmittel durch, da es nur eines tut: Verwirren.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Schmierfink
Lyroholiker

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Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 09.02.2010 10:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank Fao, kein Problem lass dir zeit froh bin ich über jede Anregung und viel Spaß beim Lernen, soweit man den haben kann.

Hey,

Schade aber das ist dann wohl nichts geworden, hilft wohl auch nicht wenn ich es als hermetisch verkaufe oder?^^ In diese Richtung wollte ich nämlich mal gehen.

Zumindest in dem Teil ist der Wald Subjekt, also er besteht aus Nichtigkeit und aus Sehnsucht nach Nähe gefrorenen Bildern und in eben den Schatten jenes Waldes legten sich die Gefühle. Ganz schön verworren ich weiß, aber ich finde eigentlich schon das es zu verstehen ist. Aber das heißt ja nichts. Jedenfalls vielen Dank für deinen Gedanken. In Zukunft werde ich wohl wieder verständlicher schreiben müssen, bzw. mich bemühen es zu tun.

lg
Schmierfink


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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1673



BeitragVerfasst am: 09.02.2010 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Schmierfink hat Folgendes geschrieben:
Schade aber das ist dann wohl nichts geworden, hilft wohl auch nicht wenn ich es als hermetisch verkaufe oder?^^

Teilweise schon. Ich kann mit hermetischer Lyrik halt nur selten was anfangen – ist dann wohl Geschmackssache. Nur: Ich find's eben nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell zu verwirrend.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 11.02.2010 12:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ok dann danke ich dir für deine Sichtweise, Geschmackssache ist ja irgendwie sowieso alles und mit mir ist es wohl diesmal etwas zu weit durchgegangen.

lg
Schmierfink


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