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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Storys über spukende Häuser... Nach einer wahren Begebenheit


 
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 03:12    Titel: Storys über spukende Häuser... Nach einer wahren Begebenheit eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Leute,

ich habe mal, da war ich vielleicht zwölf, ein ziemlich schräges Erlebnis mit eines dieser berüchtigten verlassen Häuser gehabt. Ich und mein bester Kumpel sind eines Nachts losgezogen. Bei uns in der Nähe gab es ein riesiges verlassenes Haus. Es klingt jetzt vielleicht wie in einem dieser Horrorfilme, aber die Besitzer (ziemlich alt gewesen) sind relativ zeitnah darin gestorben (eines natürlichen Todes). Der Sohn, der weit weg wohnte, hatte das Haus dann geerbt und ist nur einmal kurz vorbeigekommen und hat es seitdem nie angerührt. Man muss es sich mal überlegen: alles war wie die Besitzer es (buchstäblich^^) verlassen hatten. Echt krass, wie mir nun, wo ich älter bin, bewusst wird. Wie gesagt, bin ich eines nachts mit meinem Kumpel da hingegangen... Was gibt es in dem Alter gruseligeres, als ein einsam stehendes, verlassenes Haus, das seit Jahren unbewohnt ist.. Von Pflanzen überwuchert, die Autos der Verstorbenen stehen sogar noch auf dem Hof, auf dem Küchentüsch steht sogar noch das Essen.. Ziemlich heftig und was uns in der Nacht passiert ist, ist noch viel krasser ... und das ganze was nun folgt, ist bis auf die geänderten Namen ect. wirklich passiert (und zwar MIR SELBST)... Wenn ich als alter Mann einmal gefragt werden sollte, was das gruseligste Erlebnis meines Lebens war, dann wird diese Geschichte folgen... Ich wünsche euch viel Vergnügen Wink

P.S. Damals (ich war schon immer ein kleiner Schriftsteller) habe ich die Geschichte am nächsten Tag grob aufgeschrieben bzw. mir von der Seele schreiben müssen... vor ein paar Tagen habe ich das kleine Heftchen gefunden und die Geschichte in bessere Worte und Sätze gefasst. Ich habe sie dann meinem Freund von damals gezeigt, und wir haben uns köstlich amüsiert, obwohl es mich immernoch gruselt...

Es folgt der erste kleine Teil... Wenn er euch schon beim anlesen gefällt, lasst es mich wissen Wink

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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 03:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Weißt du, wie die Bewohner gestorben sind?“, fragte Bobby, als sie zu dem verlassenen Haus spazierten. Es stand am Ende von einem langen einsamen Kiesweg. Die beiden wussten, dass sie eigentlich nicht hier sein durften. Mit zwölf Jahren erlaubten die Eltern einem nun mal nicht, mitten in der Nacht in einer nahezu unbewohnten Gegend umherzustreifen, um ein angeblich spukendes Haus zu erkunden.
„Ja“, sagte Chris und zog den Reisverschluss seiner dünnen Jacke höher. „Sie sollen eines Nachts ermordet worden sein, oder?“
„Nicht ganz“, sagte Bobby unheilverkündend und blickte sich geheimnisvoll um, als könnten die schweren Eichen, die die Seiten des Weges säumten, ihn belauschen und eines Tages vielleicht etwas von dem ausplaudern, was nun folgte.
„Mein Vater hat es mir einmal erzählt. Die Geschichte über das Haus und… nun ja…“. Er machte eine Pause und schluckte schwer. Man konnte in der Vollmondnacht beinahe sehen, wie sich ihm bei dem Gedanken der Magen verkrampfte. Auch Chris wurde plötzlich unbehaglich und er bekam eine Gänsehaut. Als sie vor einer halben Stunde die Idee hatten, diesen unter Kindern und Jugendlichen, ja sogar Erwachsenen, gefürchtete alte Haus aufzusuchen, war ihnen noch nicht wirklich klar, was sie ihrem Mut hiermit abverlangten.
„Ich meine“, begann Bobby. „Das alte Ehepaar (sie waren um die Siebzig rum) sind eines Nachts aufgewacht. Es gab Geräusche… aus dem… Keller.“ Wieder schluckte er schwer und mit jedem Schritt, dem sie diesem verdammten Haus näher kamen, wurde ihm unbehaglicher im Bauch. Mit einem Blick auf die Umrisse der riesigen Behausung, die am Ende des Weges begierig auf die beiden zu warten schien, fuhr er fort.
„Als die beiden dann in den Keller gingen, sind sie einfach gestorben.“ Er hatte eigentlich vorgehabt, seine Erzählung noch ein bisschen auszuschmücken, wie man es so tat, wenn man seinem besten Freund nachts eine gruselige Story auftischte, aber irgendwie war ihm plötzlich die Lust dazu vergangen.
„Schwer zu glauben, wenn du mich fragst.“, bemerkte Chris und warf dem immer größer werdenden Anwesen einen trotzigen blick zu. „Aber genau darüber haben sich neulich erst meine Eltern mit unseren Nachbarn unterhalten. Sie sagten, dass die Polizei festgestellt hatte, dass die beiden wohl an einem Herzanfall gestorben waren. Ziemlich merkwürdig wenn du mich fragst. Warum geht ein altes Ehepaar, mitten in der Nacht in den Keller und stirbt dann an einen Herzanfall?“
Das ganze hatte sich vor mehr als dreißig Jahren ereignet. Der einzige Sohn der beiden, hatte das Anwesen geerbt und es seitdem nie angerührt oder gar besucht. Es stand nun einfach so dar, wie ein Gefangener der Zeit.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 18:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Pflanzen überwucherten einen Großteil der rechten Haushälfte. Es hatte einmal ein kleiner Pfad von dem Kiesweg zum Hauseingang geführt, doch mit den Jahren war dieser mit Gestrüpp überwuchert und fast nicht mehr auszumachen. Rechts und links neben diesem Pfad lag ein ekelerregendes Gewässer. Früher einmal waren es Teiche gewesen, doch genau wie der kleine Pfad dazwischen hatten sie sich mit den Jahren zu etwas entwickelt, das eher einer grünen Suppe gleichkam.
Bobby und Chris überlegten, ob sie ihre Taschenlampen anschalten sollten oder lieber nicht. Es war zwar weit und breit kein anderer Mensch hier, das wussten sie, aber könnte man ihre Taschenlampen vom Dorf aus vielleicht sehen?
„Ich sage dir, wir schalten sie an, wenn wir im Haus sind.“, sagte Chris und verlangsamte seine Schritte. Sie waren nun am Ende des Kieswegs angelangt und würden sich nun durch das dornige Gestrüpp einen Weg zur Eingangstür bahnen müssen. Der Mondschein tauchte die Atmosphäre in ein silbriges Licht und spiegelte sich schaurig auf dem Wasser der alten Teiche wieder.
„Was, wenn Monsterfische oder so in den Teichen sind, und uns mit schleimigen Greifarmen an den Knöcheln packen, wenn wir zu dicht dran sind?“, fragte Bobby im Flüsterton.
„Halt die Klappe“, wies ihn Chris an. „Pass ja auf, dass du nicht zu dicht daran gehst und reinfällst. Der Pfad sollte ungefähr zwei Meter breit sein, also versuch dich möglichst in der Mitte zu halten.“ Chris wurde plötzlich bewusst, dass sie ziemlich angeschmiert wären, wenn ihnen hier etwas passierte. Hilferufe würde niemand hören. Was, wenn einer der beiden wirklich in den Teich fallen würde? Oder was, wenn das Holz und die Böden im Haus mit der Zeit so morsch und brüchig geworden waren, dass sie durchbrechen würden?
Chris vertrieb diese Gedanken aus seinem Kopf und holte tief Luft.
„Bereit?“, fragte er leise.
„Tun wir´s“, sagte Bobby und ein Lächeln huschte wie ein Gespenst über sein Gesicht.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 20:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Wart mal“, sagte Chris, gerade als Bobby von Entschlossenheit gepackt, einen Schritt auf den überwucherten Pfad wagte. „Wollen wir da wirklich rein?“ Unsicherheit glitzerte in seinen Augen, die wie gebannt auf das dunkle Gebäude starrten, um sich nach einigen Augenblicken widerwillig davon zu lösen.
„Willst du jetzt etwa kneifen?“, fragte Bobby.
Chris sah wieder zu dem Haus. Irgendetwas stimmte damit nicht. Oder war es nur so, dass er den Anblick eines verlassenen Hauses direkt mit Gruselfilmen assoziierte? „Ich meine, was ist wenn darin irgendein Landstreicher haust… oder ein wildes Tier?“ Noch vor Minuten war er motiviert, mutig und voller Tatendrang, wie ein hungriger Löwe, der auf sein Fleisch nicht länger warten kann. Doch nun flackerte reichlich Angst in seiner Stimme.
Über Bobbys Gesicht huschte wieder der Geist, der es grinsen ließ. „Wilde Tiere, Landstreicher! Womöglich noch eine einäugige Hexe, die dir deinen Todeszeitpunkt zeigt, wenn du unter ihre Augenklappe siehst.“
Bei dem Gedanken an eine Hexe musste auch Chris lachen. Seine Furcht legte sich. Um an Monster zu glauben war er zu alt, ein Landstreicher schien ziemlich unwahrscheinlich und ein wildes Tier würde fliehen.
„Na gut, gehen wir.“, sagte er. „Aber wir bleiben dicht zusammen.“
Bobby ging vor. Einige Zweige schlugen ihre Dornen in seine Jacke und wurden durch sein unaufhaltsames Voranschreiten knirschend wieder gelöst. Der typische Gestank von modrigem Wasser stieg den beiden in die Nase.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 20:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Mond schien genau auf die Vorderseite des Hauses. Zwei der vier Fenster im oberen Stockwerk waren geöffnet und erweckten den Eindruck, als wären sie dunkle Augen, in einem blassen faltigen Gesicht.
Eine Gestalt, dachte Chris, hätte sie von da oben mühelos beobachten können, seit sie sich auf dem Kiesweg dem Haus genähert hatten, und wäre dabei im Schatten verborgen geblieben.
Es war Herbst und die Blätter machten den Boden zu einem weichen Polster. Ein paar Meter vor ihnen wurde dieses durch drei Stufen abgelöst, die zur riesigen schwarzen Eingangstür führten, die wie ein geschlossenes Maul darauf zu warten schien, dass die beiden den Treppenansatz erreichten.
Falls sie schnell fliehen mussten, so dachte Bobby, würden sie wahrscheinlich ein dutzend mal über die Unebenheiten des Pfades stolpern und sich von den unzähligen Dornen das Gesicht aufreißen müssen.
Das was nun kam, war eines der Situationen, die mit am meisten Mut erforderten; das Öffnen der Tür.
„Du machst sie auf.“, sagte Bobby entschlossen.
„Warum ich?“, fragte Chris und musterte erst seinen Freund und dann die dunkle Tür argwöhnisch.
„Weil ich schon vorgegangen bin, Schisser!“
Chris überhörte den Ton, der in Bobbys Stimme mitschwang und verriet, dass er selbst der wahre Schisser war.
„Überredet.“ Chris nahm alle drei Stufen auf einmal und schloss seine Hand um die kalte Klinke. Sie erinnerte ihn stark an die einer Kirchentür. Er drückte sie herunter und öffnete die schwere dicke Tür. Dann schlüpfte er in das riesige Innere des berüchtigten verlassenen Anwesens.
„Komm schnell rein“, flüsterte er und als auch Bobby drin war, schloss er sie wieder.
Schon umhüllte sie Finsternis. Bobby bekam eine Gänsehaut, gefolgt von einer augenblicklichen Panikattacke.
„Mach schon die Taschenlampe an!“
In der Dunkelheit hörte man lediglich das Rascheln, als Chris in seiner Hosentasche nach der kleinen Lampe kramte.
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Und weiter? Jetzt willich wissen wie es weitergeht. Also lass mich ja nicht hängen.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 23:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dann ein Klicken. Für einen Moment hatte Bobby das Gefühl, sein Herz würde aussetzen, doch dann vertrieb der Strahl der Taschenlampe die Dunkelheit und seine Angst gleichermaßen.
Links neben der Eingangstür waren hellblaue Stufen zu sehen. Chris leuchtete in diese Richtung und legte eine Treppe in der Dunkelheit frei, die ins obere Stockwerk führte. Sie befanden sich in einem kleinen engen Flur. Die beiden hatten eher eine riesige Empfangshalle erwartet, mit verstaubten Kronleuchtern voller Spinnweben, einem breiten roten Teppich mit einer Zentimeter hohen Staubschicht und eine schaurige Ritterrüstung. All die Geschichten und Legenden, die man ihnen seit der Grundschule aufgetischt hatte waren also gelogen.
„Gehen wir hoch?“, fragte Chris, unschlüssig darüber, ob sie zuerst das Erdgeschoss durchwandern sollten.
„Ähm... ich weiß nicht“, kam es von Bobby. „Gib mal die Taschenlampe her.“
Er wollte sich ein Bild von dem machen, was die Dunkelheit ihnen vorenthielt. Außer einem engen Flur und der hellblauen Holztreppe hatte er keine Ahnung, was sie umgab. Der Strahl seiner Taschenlampe wanderte zuerst auf den Boden. Schlichtes altes braunes Holz, zerkratzt und verstaubt. Dann leuchtete er den Flur weiter entlang. Keine zwei Meter vor ihnen, machte er eine Biegung und verlief nach links hin weiter. Rechts von ihm stand eine Tür offen und als er in den Raum leuchtete machte sein Herz einen solchen Sprung, dass er beinahe die Lampe fallen ließ.
Der Raum war ein kleines Badezimmer. Eine Badewanne, gefüllt mit einer bräunlichen Flüssigkeit, stach ihm sofort ins Auge und was da aus dem scheinbar dreckigen Wasser ragte, ließ seinen Magen zusammenkrampfen.
Für einen kleinen Moment hatte er das Ding doch tatsächlich für ein menschliches Bein gehalten, doch in Wahrheit war es nur ein dickes Plastikrohr, das eine Farbe hatte, die der menschlicher Haut sehr nahe kam.
„Verdammte Scheiße“, stöhnte er und musste über sich selbst lächeln. „Für einen Moment dachte ich echt es wäre…“
„Ja, ich auch“, sagte Chris. „Schon ziemlich gruselig hier, aber wir sollten uns nicht wegen einem Plastikrohr in die Hosen machen, Alter.“
Bobby nickte und leuchtete noch mal in das schäbige Badezimmer.
„Gut, gehen wir weiter.“
Bobby drehte sich weg und leuchtete auf die Biegung. „Gehen wir da weiter?“
„Nein“, sagte Chris und nahm ihm die Taschenlampe wieder aus der Hand. „Gehen wir zuerst nach oben.“
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Tello
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BeitragVerfasst am: 06.02.2010 23:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die hellblauen Stufen protestierten knackend, als die beiden sie benutzten.
„Ob wir wohl die ersten seit dreißig Jahren sind, die hier hoch gehen?“, sagte Bobby, der dicht hinter Chris herging, als hätte er Angst, die Luft außerhalb des Lichtkegels wäre giftig.
„Kann schon sein“, meinte Chris in beiläufigen Ton.
Oben angelangt, fanden sie sich in einem kleinen Raum wieder, der nur zwei Türen beherbergte.
Von der Decke hing ein heller Faden herab, der an einer Dachbodentür befestigt war. Alles außer dem Boden (dieser war wie unten dunkelbraun), war hellblau.
„Gehen wir noch eine Etage höher?“, fragte Chris lässig und das Licht der Taschenlampe verharrte auf der Dachbodenluke.
„Ja genau…“, sagte Bobby mit seiner Du-kannst-mich-mal-Stimme. „Ich bin sicher, falls es hier wilde Tiere gibt, dann sind die da oben“
„Ja, ein wild gewordener, verrückter Iltis, der an zeitweiliger Unzurechnungsfähigkeit leidet.“, sagte Chris und hielt sich den Mund zu, um nicht in lautes Gelächter auszubrechen.
„Und sein Name ist Herbert der“, begann Bobby, doch Chris unterbrach ihn. Das Lachen war von seinem Gesicht verschwunden und er legte sich den Zeigefinger auf den Mund. Bobby erkannte sofort, dass er ruhig sein sollte und lauschte. Es war ein paar Sekunden so still, dass nur das Atmen von den beiden zu hören war, doch dann kam das Geräusch wieder, das Chris eben schon gehört haben musste. Ein dumpfes Trampeln.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 07.02.2010 00:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es kam vom Dachboden. Irgendetwas trieb dort oben sein Unwesen.
„Das ist doch sicher ein Tier, nicht wahr?“, stammelte Bobby verunsichert und so leise er konnte. „V-Vielleicht eine M-Maus o-o-oder…“
Er brach ab und begann wieder zu lauschen. Das leise Trappeln bewegte sich nun in der Nähe der Dachbodenluke, hielt kurz inne, setzte erneut an und verstummte dann abprobt, als wäre das Etwas auf eine unüberwindbare Barriere gestoßen und hegte einen Plan aus, es zu umgehen.
„Nein“, sagte Chris nachdenklich und ziemlich gefasst. „Das ist oder war keine Maus… Es…“ Er hielt kurz inne und leuchtete die Decke ab, als würde ihm das, bei der Identifikation des Exemplars auf dem Dachboden, helfen.
„Es war etwas größeres, darauf wette ich.“
Größer als eine Maus also, malte sich Bobby aus. Wenn es eine Ratte wäre (und bei dem Gedanken zog es ihm kalt die Arme herunter) würde er es schon mit der Angst bekommen. Und bei etwas, das größer war als eine Ratte? Er dachte nicht weiter darüber nach. Vielleicht war es wirklich ein verrückter alter Iltis namens Herbert. Dieser Gedanke beruhigte ihn ein wenig.
„Gut, gehen wir weiter“, sagte er nach ein paar tiefen Atemzügen. Dieses Gefühl das ihn momentan durchströmte, war kaum in Worte zu fassen. Er hatte zwar mächtig Angst, wollte aber das Haus trotzdem um keinen Preis verlassen. Er war einfach gespannt, was hinter all den verschlossenen Türen in der verborgenen Dunkelheit schlummerte. Und irgendwie hatte es auch so seine Reize, sich zu erschrecken und zu spüren wie sich der Magen zusammenkrampfte. Hatte er nicht insgeheim auf solche Erlebnisse in dieser Nacht und in diesem Haus gehofft?
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BeitragVerfasst am: 07.02.2010 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Also bis hierhin wirklich gut zu lesen. Du verstehst es die Spannung zu halten.
Nur ein paar kleine Rechtschreibfehler, aber sonst wirklich gut.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 07.02.2010 22:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Mach eine der Türen auf“, sagte Chris und ließ den Strahl der Taschenlampe von der Luke, quer über die Decke, genau auf die eine Türklinge wandern, die ihnen am nächsten war.
Bobby hatte das Gefühl, er stünde unter Strom. Er ging auf die hellblaue Tür zu und hörte, wie das Holz unter seinen Füßen, es den Treppenstufen gleichtat, und knackend protestierte.
Dann öffnete er die Tür. Die Angeln gaben einen gequälten Laut von sich, als wollten sie die Holzdielen und Treppenstufen noch um einiges übertrumpfen. Er zog die Tür weiter auf, und Staub glitt schwebend durch die Luft, als hätte es all die Jahre auf diesen Moment gewartet.
Zunächst erblickte er nichts als Finsternis.
„Hey, nun leuchte schon rein.“, flüsterte er über die Schulter, doch hinter ihm regte sich nichts.
Er sah wieder in den Raum und erblickte nun ein silbriges Quadrat und davor die Umrisse einiger Möbel.
„Leuchte doch endlich, Mann.“, sagte er diesmal etwas grantiger.
Der Schein der Taschenlampe schnellte von Schweigen begleitet an seiner linken Seite vorbei, sodass er unwillkürlich erschrak.
Das silberne Quadrat entpuppte sich als Fenster. Chris dachte nun wahrscheinlich an die imaginäre Gestalt, die sie von hier aus, auf dem Kiesweg beobachtet haben könnte.
„Chris?“, fragte Bobby verunsichert und machte Anstalten sich umzudrehen. Es war ihm irgendwie unangenehm, wenn sein Freund so lange hinter ihm stand und schwieg.
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BeitragVerfasst am: 08.02.2010 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Was? Ist er abgehauen?  Shocked
Jetzt will ich aber endlich wissen, wasdadrin so Unglaubliches passiert ist.  Laughing
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Tello
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BeitragVerfasst am: 10.02.2010 01:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Ja“, sagte Chris. „Tut mir leid, ich dachte ich hätte“. Er holte hörbar tief Luft und ließ sie dann zischend wieder entweichen. „Ach nichts. Ist irgendwas Besonderes in dem Zimmer?“
Bobby hörte das gespielte Interesse in seinen Worten und sagte etwas verwirrt: „Nein, ich glaube nicht. Hier drin ist nur ein Bett, ein Kleiderschrank und eine Truhe. Sonst nichts“
„Eine Truhe?“, unterbrach Chris. Diesmal schien sein Interesse wieder aufrichtig.
Die Truhe war jedoch verschlossen und nachdem die beiden auch den anderen Raum betreten hatten, der ebenfalls eine Art Gästezimmer zu sein schien, gingen sie die knarrenden Stufen der Treppe wieder herunter und fanden sich im engen Flur wieder, hinter ihren Rücken die schwere schwarze Eingangstür.
„Es muss noch eine zweite Treppe geben, die nach oben führt.“, sagte Chris und leuchtete den Flur entlang, auf die Biegung, in der er eine weitere Tür entdeckte.
„War die eben auch schon da?“, fragte Bobby. Er hätte schwören können, bevor ihn das Plastikrohr in der Badewanne abgelenkt hatte, dort keine gesehen zu haben.
„Du bist echt intelligent! Sie MUSS eben schon dagewesen sein, Hirni!“, sagte Chris und leuchtete die dunkelbraune Holztür an, die geschlossen auf sie wartete. „Aber ich gebe zu… Ich habe sie eben auch übersehen.“
Die beiden gingen dicht aneinander gedrängt darauf zu und nun trat zum ersten Mal seit sie dieses Haus betreten hatten, ein wirklich unruhiges, ja gar erdrückendes Gefühl in ihre Venen. Je näher sie dieser Tür kamen, desto schlimmer schien sich Bobbys Magen zusammen zu ziehen. Er merke wie seine Fingerkuppen anfingen zu kribbeln und sein Nacken schien sich mit einem Sträuben der Haare darauf gefasst zu machen, gleich von einer kalten, nassen, faltigen Hand gepackt zu werden, die aus der Finsternis hinter ihnen geschnellt kam, ausgesandt von…
Die schreckliche Vorstellung verflog, als der Schein der Taschenlampe und damit auch sein Blick, auf einen braunen rostigen Schlüssel gelenkt wurde, der vor der Tür lag, als wäre er eben erst dort platziert worden.
„Was meinst du, wozu gehört er?“, fragte Chris mit schwammiger Stimme. Auch ihm war plötzlich mächtig unwohl, als wäre seine Brust fest mit Draht umspannt.
„Vielleicht gehört er zu der Truhe oben.“, bemerkte Bobby und drehte sich um. Der Eingangsbereich und der hellblaue Treppenansatz waren wieder von der Dunkelheit zurückerobert worden. Dann drehte er sich rasch wieder um, denn sein Unbehagen schien zu wachsen, wenn er der Tür und dem Schlüssel den Rücken zukehrte.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 13.02.2010 19:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Nein“, murmelte Chris und machte Anstalten, den Schlüssel aufzuheben. „Ich bin sicher, er gehört zu der Tür direkt vor uns.“
„Du hast Recht“, sagte Bobby und fragte sich, warum er nicht selbst darauf gekommen war. Irgendetwas in ihm schien sich gegen diese Tür zu sträuben, wie ein Schaf vor dem Überqueren einen Flusses.
„Okay, steck ihn ins Schloss“, sagte er.
Chris hatte den braunen rostigen Schlüssel schon aufgehoben und wog ihn in der rechten Hand, wie einen wertvollen Stein.
„Wer sagt überhaupt, dass die Tür verschlossen ist?“, fragte er, rüttelte an der Türklinke und stellte fest, dass diese tatsächlich fest verriegelt war.
Irgendetwas daran fand Bobby das seltsam.
„Warum ist sie überhaupt verschlossen?“, sagte er. „Ich meine, was macht das für einen Sinn? Die Eingangstür und alle anderen sind offen, nur diese eine ist verschlossen und der mögliche Schlüssel liegt direkt davor?“
Chris steckte den Schlüssel in das Schloss ohne zu antworten. Er wollte ihn gerade umdrehen, als Bobby etwas sagte, dass ihn wie ein Schlag in den Magen traf.
„Was ist, wenn das die Kellertür ist?“
Daran hatten sie seid Betreten des Hauses nicht gedacht; der Keller. Der Raum, in dem die letzten und einzigen Bewohner vor dreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ihr Leben ließen.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 13.02.2010 20:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Chris ließ den Schlüssel los, als hätte er sich an ihm verbrannt. Man hörte fast, wie es in seinem Kopf arbeitete. Eine Kette von Assoziationen raste durch seine Gehirnzellen, wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Als dieser an der Endstation hielt, Angst in den Augen seines Trägers aufflammen ließ und dieser kaum merklich zitterte, knackte etwas in der Tür. Es schien, als hätte sich das Schloss geöffnet.
Während dieser paar Sekunden hatte der Schein der Taschenlampe in etwa auf Bobbys Beine geleuchtet und somit die Tür und dessen Schloss der Finsternis überlassen.
Diesmal arbeitete es in Bobbys Kopf wie verrückt; eine Erklärung musste her, bevor die Arbeit abgebrochen und ein Panikimpuls ausgesandt wurde.
Die beiden bangten und sagten kein Wort.
„Wie konnte das…“, stammelte Chris nach einigen Augenblicken, die ihm wie Minuten vorgekommen waren. Er leuchtete mit der Taschenlampe, die er so fest umklammert hielt, wie ein lebensrettendes Schlaginstrument, auf den Schlüssel, der reglos im Schloss verharrte.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010 00:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Vielleicht hab ich ihn so weit umgedreht, dass er sich das letzte Stück von alleine gedreht hat und somit das Schloss geöffnet hat.“, sagte Chris, doch in seiner Stimme schwang nur wenig Überzeugung mit.
„Klar, wie soll es auch sonst passiert sein“, pflichtete Bobby ihm unsicher bei und starrte auf die hell angeleuchtete Tür.
Chris legte seine Hand auf die kalte Klinke.
„Soll ich?“, fragte er und sah über die Schulter Bobby an, der dicht hinter ihm stand und von einem Bein auf das andere trat.
„Gut.“ Bobby holte hörbar tief Luft und nickte. Sein Herz hämmerte gegen seine Brust und sein Magen fühlte sich an, als wäre er ein zusammengeschnürtes Bündel.
Chris drückte die Klinke herunter und öffnete die knarrende Tür einen kleinen Spalt breit. Bei dem Geräusch der Angeln zog es den beiden kalt die Unterarme herunter.
Ein modriger alter Geruch strömte Chris in die Nase. Er schob weiter und öffnete die Tür nun ganz. Die Spannung die sie umgab war fast greifbar. Chris hob die Taschenlampe, sodass der Strahl in den Raum vor ihnen fiel.
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sweetsmellofsunshine
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Man oh man, wie kannst Du die Frechheit besitzen, an der Stelle nicht weiterzuschreiben  Wink

Deine Geschichte gefällt mir sehr gut. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden, wie es weitergeht. Auch wenn ich nicht so recht glauben mag, dass es sich um eine wahre Begebenheit handeln soll  Wink  Und wenn doch wäre es interessant, welcher der beiden Du gewesen bist  Wink .

Ein paar Kleinigkeiten sind mir doch aufgefallen:

- eine Sache mal vorneweg: Du schreibst, dass das Haus schon ne Weile leer steht, aber das die Bewohner zeitnah verstorben seien? Das widerspricht sich Wink

- 1. Teil: es sollte besser "am Ende eines langen Kiesweges" heißen

- 1. Teil: ich finde es klasse, dass das Gespräch immer wieder durch Beschreibungen unterbrochen ist. Da kommt Spannung auf.

- 2. Teil: "nun" kommt doppelt in einem Satz vor ("Sie waren nun am Ende des Kieswegs angelangt und würden sich nun durch das ...)

- 2. Teil: ich finde die Formulierung "grüne Suppe" etwas unglücklich

- 3. Teil Mitte: "Doch nun flackerte reichlich Angst in seiner Stimme" ... Angst kann meines Erachtens in den Augen flackern, aber nicht in der Stimme. Vielleicht kannst Du eher schreiben, dass seine Stimme vor Angst zitterte?!

- 4. Teil: "Es war Herbst und die Blätter machten den Boden zu einem weichen Polster" mhh..."machen" klingt mir zu umgangssprachlich..."verwandelten" vielleicht?!

- 4. Teil: "... und sich von den unzähligen Dornen das Gesicht aufreißen müssen" ... "lassen" fehlt, oder?

- 4. Teil: "das was nun kam, war eines der Situationen.." "s" zuviel, in der gleichen Zeile würde ich zudem das "mit" weglassen

- 5. Teil: der Anfang gefällt mir sehr gut. vor allem die Formulierungen "doch dann vertrieb der Strahl der Taschenlampe die Dunkelheit und seine Angst gleichermaßen" und insbesondere "Chris leuchtete in diese Richtung und legte eine Treppe in der Dunkelheit frei"

- 5. Teil: "Dunkelheit" häuft sich -> vielleicht gelegentlich ersetzen, zum Beispiel durch "Schwärze"

- 9. Teil: die Formulierung eines Gefühles in den Venen finde ich seltsam Wink

- 9 Teil: ich finde es wiedersprüchlich, dass Du schreibst, dass "Die schreckliche Vorstellung verflog " und eine Zeile drunter steht: "auch ihm war plötzlich mächtig unwohl"

Alles in Allem soll das jetzt keine übergenaue Krümelkackerei sein Wink. Mir gefällt Dein Text sehr gut und ich warte auf die Fortsetzung.

Weiter viel Spaß beim Schreiben!

sweetsmellofsunshine
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Tello
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BeitragVerfasst am: 16.02.2010 16:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Etwas sehr Seltsames fiel den beiden sofort auf. Auf den ersten Blick schien es, als ob sie die Tür zu einem bodenlosen Raum geöffnet hätten.
Chris leuchtete mit der Taschenlampe in jede, von Spinnweben, Feuchtigkeit und Schimmel besetzte Ecke, bis er feststellte, dass es sich bei diesem Raum tatsächlich um einen Keller handeln musste.
„Es ist wirklich der Keller“, sagte er und versuchte dabei, die feuchte kalte Luft von seinen Atemwegen fern zu halten. „Es fehlt nur die Treppe.“ Er sah verwirrt drein und machte einen kleinen Schritt vorwärts, sodass seine Füße direkt vor der Türschwelle standen. An der Stelle, wo ihn nun eigentlich die erste Stufe einer Treppe empfangen müsste, ging es jedoch etwa zwei Meter in die Tiefe. Vor seinem inneren Auge sah er sich fallen, in völliger Finsternis auf dem kalten Steinboden aufprallen und winden, die Taschenlampe zerschellen, von der Dunkelheit verschluckt und dann packte ihn etwas…
Er spürte eine Hand zwischen seinen Schulterblättern und fuhr zusammen, wie von einer Tarantel gestochen. Er hörte Bobbys Stimme dicht an seinem linken Ohr.
„Komm da lieber weg, sonst fällst du noch.“
Chris wurde aus seinen Vorstellungen gerissen, in denen er unbewusst umhergeflogen war und besann sich wieder.
Bobby zog ihn sanft zur Seite, nahm ihm die Taschenlampe ab und spähte selbst genauer durch den Türrahmen. Genauso hatte er sich immer ein „Denkarium“ vorgestellt. Ein geschlossener Raum, in den man von oben hineinblickte.
„Seltsames Gefühl“, sagte er leise, mehr zu sich selbst, als zu Chris, der dicht neben ihm stand und ebenfalls dem Strahl der Taschenlampe folgte, der unten nichts Körperliches erfasste. Der Keller schien bis auf die kalte, modrige und feuchte Luft komplett leer zu sein.
„Irgendetwas ist da unten“, murmelte Chris plötzlich.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 21.02.2010 17:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Er nahm Bobby die Taschenlampe wieder ab und leuchtete hinunter. Der Strahl tastete sich an den Wänden umher, suchte den Boden ab, doch fand er nichts.
„Es ist weg…“, sagte Chris.
„Nichts ist weg.“, sagte Bobby und schlug die Tür zu, die krachend ins Schloss flog. Die absolute Stille, die nach diesem aufscheuchenden Knall eintrat, lastete wie eine schwere Schuld auf den beiden.
Bobby hielt der erdrückenden, ja furchteinflößenden Stille nicht länger stand und brach sie kurzerhand.
„Da unten war nichts und ist nichts“, murmelte er und sah sich dennoch über die Schulter. Er hätte sich am liebsten unablässig im Kreis gedreht, denn seit sie diese Tür geöffnet hatten, durchströmte ihn dieses seltsame Gefühl, beobachtet zu werden. Als ob etwas in der Finsternis hinter seinem Rücken lauern würde, und jedes Mal wenn er sich umdrehte, sich mit ihm drehte.
„Ich weiß nicht…“, stammelte Chris, die Taschenlampe auf die geschlossene Kellertür gerichtet. „Eben, als wir die Tür geöffnet haben… hatte ich das Gefühl, als ob etwas an mir vorbei…“
„Gehen wir einfach weiter, ja?“, unterbrach ihn Bobby rasch.
Chris leuchtete den Flur entlang, der tiefer in das Haus führte. Wenige Meter vor ihnen wurde das Hellblau wieder von einer braunen angelehnten Tür unterbrochen.
Der Raum der sich dahinter verbarg stellte den modrigen Gestank des Kellers weit in den Schatten.
„Ieh Üche“, sagte Bobby mit vor Ekel zusammengekniffenen Zähnen und zugehaltener Nase. Die beiden hatten die Tür etwas weiter aufgezogen und in eine Küche geleuchtet, in denen Schalen, Töpfe, Becher und ein offener Kühlschrank in ihrer Schimmelproduktion wetteiferten. Alles stand so, wie das alte Ehepaar es verlassen haben musste.
„Gehen wir weiter“, sagte Chris. „Oder hast du Lust auf einen kleinen Snack?“. Er leuchtete auf die staubige Küchenzeile, auf der in einer Ecke eine Schale stand, in der sich wohl einmal leckeres Obst befand.
Neben drei anderen Räumen (eine Art Lesezimmer voller würzig riechender Bücherregale, ein Wohnzimmer und einem Esszimmer) endete der enge Flur mit einer Treppe, dessen Stufen die beiden genauso protestierend trug, wie die erste.
„Weißt du, was ich komisch finde?“, fragte Chris, der als erster oben ankam.
„Das der Keller keine Treppe hat?“, meinte Bobby in beiläufigem Ton. Er sah auf den Punkt vor Chris Füßen, auf dem das Licht der Taschenlampe verharrte.
„Das auch.“, sagte Chris. „Aber mir ist aufgefallen, dass das Haus keinen zweiten Eingang hat.“ Er sah Bobby fragend an und leuchtete an die Decke, an der ebenfalls eine Dachluke eingesetzt wurde.
„Ist das nicht merkwürdig?“, fragte er, als Bobby nach einigen Sekunden nicht antwortete.
„Ja… seltsam. Und warum diese zwei Treppen?“, murmelte er gedankenverloren.
Chris wollte gerade antworten, als von unten ein fürchterliches Knarren einer Tür zu hören war.
Ihm blieben die Worte buchstäblich im Halse stecken und sein Herz machte einen solchen Sprung, das er dachte, es würde hinter seiner Stirn pochen. Sein Magen zog sich zusammen und er war unfähig etwas zu sagen oder sich zu bewegen.
„Was?“, hörte er Bobby mit zitternder und kaum hörbarer Stimmer quieken.
Nur Sekunden später wurde eine Tür mit solcher Wucht zugeschlagen, dass es beinahe einem Pistolenschuss gleichkam. Es musste die schwere Eingangstür gewesen sein, da war er sich sicher.
Ein Augenblick der Stille, bevor Bobby die Panik packte, er sich umdrehte und die Treppe hinunter rannte.
„Lauf!“, schrie Chris und stürmte ihm hinterher. Er dachte für einen Moment daran, das sie gerade genau der Geräuschquelle entgegenliefen, doch das war ihm egal. Er wollte einfach nur noch raus hier.
Der Strahl der Taschenlampe leuchtete wild durch die Luft. Als er direkt hinter Bobby die letzten drei Treppenstufen hinunter sprang, leuchtete er den Flur unten entlang und erneut stockte ihm der Atem. Die Kellertür stand offen.
Bobby war kurz stehen geblieben und rannte dann weiter. Als sie an der offenen Kellertür abbremsten und die Biegung nach rechts zur Einganstür nahmen, stieg ihnen wieder der modrige Geruch in die Nase.
Sekunden später öffnete Bobby die schwere schwarze Eingangstür und sie stolperten im Mondschein durch die kühle Luft. Die Dornenbüsche auf dem kleinen Pfad zwischen den zwei Teichen, waren in ihrer Panik kaum ein Hindernis und Sekunden später sausten sie auf dem Kiesweg dahin und ließen das scheinbar tatsächlich spukende Haus hinter sich.

Minuten später blieb Bobby stehen und schnappte nach Luft. Sie waren so schnell und lange gerannt wie sie konnten und standen nun hechelnd da, die Hände auf die Knie gestützt. Bobbys Herz raste, aus einer Mischung von Anstrengung und Panik.
Als sie sich nach einer weiteren Minute wieder gefasst hatten, brach Chris die Stille.
„Was war das? Die Kellertür war offen. Die Eingangstür wurde geöffnet und dann zugeknallt… Ich…“. Er schüttelte den Kopf. „War das… ich meine, es war sicher der Wind oder?“. Eine andere Erklärung mochte er sich nicht ausmalen. Er genoss den Gedanken, bis ihm schlagartig etwas klar wurde. Bevor er den Mund öffnen konnte, sprach Bobby es aus und das pure Entsetzen erfüllte ihre Gesichter.
„Chris“, stammelte Bobby. „Es ist komplett windstill…“
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Tello
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BeitragVerfasst am: 21.02.2010 17:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

so das wars Wink
Ich möchte mich an dieser Stelle erstmal bei jedem bedanken, der es bis hier unten geschafft hat.
Obwohl es hier bei "Mein erstes Mal" eher unüblich ist, würde ich mich trotzdem über ein kleines Feedback von jedem Leser meiner Geschichte sehr freuen.

LG

D. Tello
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Schattenherr
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BeitragVerfasst am: 24.02.2010 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Also erst einmal: Respekt!!!!
Ich fands wirklich cool beschrieben.
So viel Spannung bin ich nicht gewöhnt.
Aber eine Anmerkung hab ich.

Du versuchst nach meinem Geschmack am Anfang zu viel spannung aufzubauen. Das kann man nicht so gut verarbeiten(als 14jähriger)


Aber sonst gut

Gruß
Schattenherr


_________________
Schreiben ist Leidenschaft, die man nicht erzwingen kann.
Sie entsteht einfach.
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Tello
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BeitragVerfasst am: 21.04.2010 13:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Würd mich über weitere Feedbacks oder Komentare echt freuen !!! Wink
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