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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

FictionWriter hat Folgendes geschrieben:
Noelia hat Folgendes geschrieben:
Wenn man ein Kopfkino-Mensch ist geht das mit jedem Satz.

Eben nicht.

Doch, natürlich. Aber nicht jeder Satz regt jeden Menschen zum Kopfkino an. Manchmal bedarf es dazu nicht mal eines Satzes. Ein Wort reicht schon. Und irgendwo läuft bestimmt sogar ein Bekloppter rum, der nur einen halben Buchstaben sieht, und schon arbeitet die neuronale Maschinerie unter Volldampf. Interpretieren kann man alles. Vor mir liegen gerade vier Reifenstapel: Drei Stapel bestehen aus vier Reifen, der andere nur aus dreien. Was sich da alles hineininterpretieren lässt! Geschichten, Ereignisse, Verschwöungen. Ich persönlich glaube, dass den vierten Reifen jemand aufgefressen hat. Wenn das mal keine Abmahnung gibt ...


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FictionWriter
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist doch Käse ...
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Hoody
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne ein Wort wo jeder was rein interpretieren kann.

Sex.

Oder einen Satz:

Das erste Mal.


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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

FictionWriter hat Folgendes geschrieben:
Das ist doch Käse ...

Schmier, Feta oder Fuß?

Du willst doch nicht sagen, dass es Sätze gibt, die ohne Ausnahme jeden Menschen dazu veranlassen, Assoziationen und Interpretationen her- und anzustellen? Auffassungsgabe und Stimulation sind so unterschiedlich gepolt und von so vielen Aspekten - unter anderem Erfahrungen - abhängig, dass so ziemlich alles irgend jemanden zum Nachdenken bringen kann. Extremes Beispiel: Wenn ein Kokser ein paar Heuballen auf dem Feld sieht, die in weiße Planen eingeschlagen sind, kann ihn dieser optische Reiz dazu veranlassen, sich direkt die nächsten paar Gramm durch den Riechkolben zu saugen. Jemand anders denkt vielleicht an seinen Blutzucker. Der andere denkt an Heuballen, die in weiße Planen eingeschlagen sind. Und wieder ein anderer denkt gar nichts.


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Maria
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ein einziger Satz und so ein Gewese. Klar, der Satz formt eine Geschichte. Bei mir beginnt die Geschichte mit einem Feld, dann Krieg, und dannn hör ich auf darüber nach zu sinnen, weil ich von Kriegsschauplätzen genug hab.

Also: der Satz erfüllt mehr als seinen eigentlich Zweck, ein Satz zu sein, sprich was auszusagen, was er aber im Grunde nicht tut... usw.
Aber hier Hemingway "ins Feld zu führen" und in extatische Zuckungen zu verfallen? Das passiert mir nicht mal bei einer geilen Geschichte mit 1800 Wörtern.

Bin eben auch kein Fan von Fragmenten, weil ich ein Geschichtenmensch bin (also sie erzählt bekommen, sie sollen mich an der Hand nehmen und mitschleifen, nicht ich die Geschichte mitschleifen), aber jetzt wirds langsam arg kurz.
Alles Geschmackssache.
Genau wie die Grunzlaute, die Jarda kürzlich ausgestoßen hat - selbst da wurden Geschichten rein interpretiert. Dass man hier - auch bei einem ernsten Ansinnen - langsam zu grinsen beginnt, wundert mich nicht, ehrlich gesagt.

viele Grüsse


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Einherjer
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme mit Biggi und Alogius überein.

Der Satz hat etwas, und wer ihn nicht nur überflogen hat, sieht das auch.


Das mit "Feld" nicht der Acker um die Ecke gemeint ist, dürfte jedem klar sein.
Sobald ich Feld lese, habe ich also ein Schlachtfeld vor Augen.
Stacheldraht, aufgewühlter Boden.
Nach diesem Bild, dürfte auch klar sein, das mit "Gewehr", nicht die Flinte vom Jäger gemeint ist.
Hier sehe ich den Karabiner eines Soldaten, der im Schlamm liegt.
"Nur einmal geschossen."
Der ehemalige Träger des Gewehres ist nicht mehr in der Lage das Gewehr erneut abzufeuern.
Er ist tot, oder liegt im sterben.
Das letzte, was ich mich frage, ist, ob sein Schuss jemanden getroffen hat, der genauso elendig stirbt wie dieser einsame Mensch der auf dem Feld liegt.


Die trivialen Kommentare einiger Nutzer kann ich nicht verstehen.






Auf dem Feld

Auf dem Feld ein Gewehr, nur einmal geschossen.


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Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt (Jean Cocteau)

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Soraya
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Shocked Was'n hier los? Irgendwie - ich mein's nicht böse - übertreiben manche hier für mich gerade in beide Richtungen ein bisschen, sorry.

Zum Text / Satz:

Ich denke schon, dass es - entsprechend deiner Intention, Tom - funktioniert, mit diesem Satz eine Geschichte zu erzählen. Ich gehöre ja nun nicht zu den interpretationswilligsten Lesern wink , aber ich hatte hier auch sofort eine Geschichte im Kopf (die allerdings weniger in Richtung Krieg sondern mehr in Richtung Suizid ging - trotz des Feldes, das ich ursprünglich nicht mit dem "Schlachtfeld" in Verbindung gebracht habe). Insofern halte ich es durchaus für passend, diesen verhältnismäßig starken Satz, der mein Kopfkino zum Arbeiten brachte, im Rahmen deines Dauerbrenners zu veröffentlichen. Mit Hemingway hätte ich dich deshalb jetzt nicht verglichen wink, denn ich sehe das nicht als literarisches Meisterwerk sondern eben als einen gelungenen Versuch, das Kopfkino deiner Leser ins Rollen zu bringen. Und ich gehe davon aus, dass das auch einfach so gemeint war. Insofern: Gerne (und schnell^^) gelesen!

LG

Soraya

Edit:
Zitat:
Das mit "Feld" nicht der Acker um die Ecke gemeint ist, dürfte jedem klar sein.
Sobald ich Feld lese, habe ich also ein Schlachtfeld vor Augen.


Ja nee, ich nicht.  Embarassed Aber ansonsten, siehe oben.


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Hoody
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:57    Titel: Re: Auf dem Feld Antworten mit Zitat

Alogius hat Folgendes geschrieben:
Auf dem Feld

Auf dem Feld ein Gewehr, nur einmal geschossen.


Wo siehst du da ein Schlachtfeld?
Feld könnte einfach ein normales Feld sein - Graslandschaft etc.
Gewehr- ist einfach ein Gewehr.
einmal geschossen - er hat nur einen Schuss, da er/sie nur eine Patrone hat.

Es könnte einfach ein Jäger sein der ein Reh erschießen wollte, er trifft und braucht nur einen Schuss; darum muss er keinen weiteren abgeben oder auch das er einfach nur einen Schuss noch hatte.

Es muss nicht immer Krieg sein.

Feld könnte auch ein Fußballfeld sein.
Gewehr könnte eine Metapher für den harten Schuss sein bzw das er so hart zuschießen kann.
und nur einmal geschossen könnte dann bedeuten: Tor.

Soll nicht angreifend sein. Der Satz an sich gefällt mir. Sicher löst er was aus. Aber ich denke mal er sollte noch ein paar Sätze drumherum packen, dann wirds sicher noch besser.


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Einherjer
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda...

ich äußer mich das später zu, hab meine Pause schon überzogen.


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jyqq
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.
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Soraya
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

jyqq hat Folgendes geschrieben:
Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.


Auch ein Satz, der bei mir funktioniert. Klar, sowas kann nicht nur Tom produzieren. Aber das hat er ja auch nicht behauptet. wink


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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Einherjer hat Folgendes geschrieben:
Die trivialen Kommentare einiger Nutzer kann ich nicht verstehen.

Kannst du nicht? Na komm. Dass Ein-Satz-Prosa nicht jedermanns Sache ist, dürfte jedem klar sein. Dass sich in einzelne Sätze viel hineinassoziieren und -interpretieren lässt, steht auch außer Frage. Ebenso zweifellos ist - und damit kehren wir wieder zum Anfang zurück -, dass Ein-Satz-Prosa nicht jedermanns Sache ist. Aus demselben Grund nehmen einige auch am Assotiations-Thread teil und andere nicht. An vergleichbare Reize wie der Assoziations-Thread appelliert auch Ein-Satz-Prosa. Auch Aphorismen tun das. Zitate auch. Den einen berührt's, den anderen nicht. Mich berührt es gerade nicht. Aber köstlich gelacht habe ich. Einmal sogar beinahe geweint.


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jyqq
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Beiträge: 83



BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Soraya hat Folgendes geschrieben:
jyqq hat Folgendes geschrieben:
Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.


Auch ein Satz, der bei mir funktioniert. Klar, sowas kann nicht nur Tom produzieren. Aber das hat er ja auch nicht behauptet. wink


Ist nicht von mir.
Stammt tatsächlich vom hier schon mehrfach erwähnten Bärtigen. wink
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Soraya
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

jyqq hat Folgendes geschrieben:
Soraya hat Folgendes geschrieben:
jyqq hat Folgendes geschrieben:
Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.


Auch ein Satz, der bei mir funktioniert. Klar, sowas kann nicht nur Tom produzieren. Aber das hat er ja auch nicht behauptet. wink


Ist nicht von mir.
Stammt tatsächlich vom hier schon mehrfach erwähnten Bärtigen. wink


Mr. Ernest? Shocked Wieder was gelernt. Tom, ich nehm' alles zurück. Du bist Hemingway. lol


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lupus
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

is aber auch ein Satz (der mit den schuhen) der unter die HAut geht, weil eben eine einfache, prägnante Aussage hat. Da is im GuG nicht viel hinein zu interpretieren. So wie er da steht is er gemeint, und Peng. Andere brauchen ganze Geschichten für sowas, der Ernsti halt nur einen Satz.

Der Satz von Tom hatte das vielleicht nicht intentiert und wenn hat er's nicht geschafft.

Mir gefallen solche Fragmentfragmentierungsamputationen gar nicht, weil sie zu viel offen lassen. und wer zu viel offen läßt, sagt am Ende nix.

Aber: wenn es Tom gelungen ist bei Biggi exakt den Gedankengang auszulösne, den er im Kopf hatte --> nicht schlecht.


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gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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Hoody
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Da muss ich Lupus recht geben.
Hemingway zwingt einen ja den Satz so zu verstehen wie er gemeint ist.

Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.

Babyschuhe werden verkauft, bis dahin alles normal. Durch das nie getragen aber leitet er, mich zumindest, in die Richtung die er haben will.
Und das fehlt mir bei Alo. Da bleibt mir zuviel offen. Hätte Alo das nicht mit dem Schlachtfeld selber gesagt , hätte ich es nicht geglaubt.

Vielleicht könnte man es so besser verstehen:

Auf dem Schlachtfeld ein Gewehr, nur einmal geschossen, am Abzug junge Finger.

Okay ist auch nicht gut.

Auf dem Schlachtfeld ein Gewehr, nur einmal geschossen, am Abzug starre, junge Finger.

 Aber ich finde das ist wieder so überladen.


Ich weiß jetzt nicht ob es unbedingt ein junger Schütze sein muss. Wenn nicht würde es ja so gehen:

Auf dem Schlachtfeld ein Gewehr, nur einmal geschossen, am Abzug starre Finger.


Vielleicht sollte man das Schlachtfeld weglassen.

Nur einmal berührten die jungen Finger den Abzug.

Aber da ist nicht wieder klar ob es ein Krieg oder was anderes ist.

Nur einmal berührten die jungen Finger, dank des Bombenregen,  den Abzug.

Das dank ist hier mies und Bombenregen auch.

Nur einmal berührten die jungen Finger den Abzug, das Schlachtfeld lacht.

Nur einmal berührten die jungen Finger den Abzug, dann knackste der Helm.

Nur einmal berührten die jungen Finger den Abzug, der Helm fiel.

Naja ist schon ganz schön schwer.

Edit.

Ein Schuss, junger Soldat, totenstille.

Ein Schuss, junger Soldat, dann totenstille.

Ein Schuss, junger Soldat, dann totenstarre.

Ein Schuss, junger Soldat, totenstarre.

Ich gebe es auf.


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yt
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:

Ich gebe es auf.


Der hat mir gefallen.
Klare Ansage.

Scheiss was auf die Gruesse
yt
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Soraya
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:
Da muss ich Lupus recht geben.
Hemingway zwingt einen ja den Satz so zu verstehen wie er gemeint ist.


Sehe ich nicht so. Er ist zwar alles in allem eindeutiger als Toms Satz, aber würde man hier zehn Leute bitten, ihre spontanen Assoziationen zu äußern, kämen dabei trotzdem unterschiedliche Varianten zum Vorschein, bin ich mir sicher. Wer "inseriert" hier, "Vater" oder "Mutter"? Wie waren die Umstände - Fehlgeburt, Unfall, Komplikationen bei der Geburt? In letzteren Fällen: was ist mit der Mutter? Oder stammt das eventuell von einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich irgendwann aus einer Laune heraus Babyschuhe für ihr zukünftiges Kind gekauft hat, diese Hoffnung nun aber - aus Alters- oder Gesundheitsgründen - begraben muss? Viele Möglichkeiten auch hier also. Nicht ganz so viele wie bei Toms Satz, stimmt schon. Aber durch die Ellipse im ersten Teilsatz von Tom sehe ich einfach ein Gewehr liegen - und das impliziert für mich: Es wird nicht mehr gehalten. Und: Es ist ein Schuss gefallen, das weiß ich. Da liegt die Vermutung nahe, dass derjenige, der das Gewehr ursprünglich gehalten hat, nicht mehr lebt.


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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:
Da muss ich Lupus recht geben.
Hemingway zwingt einen ja den Satz so zu verstehen wie er gemeint ist.

Bei Ein-Satz-Prosa geht es eigentlich um die Geschichte(n) dahinter. Es geht um eine Frage, die aufgeworfen wird. Deswegen war mein Satz beispielsweise auch keine Ein-Satz-Prosa, sondern eine Ein-Satz-Geschichte: Ich habe (eigentlich) keine Frage unbeantwortet gelassen, sondern alles vorweggenommen. Der Satz von Hemingway ist ein sehr berühmter. Oh, ich sehe gerade, dass ich mir den Rest sparen kann, weil Soraya das schon ausführt. Laughing

An mir rauscht Ein-Satz-Prosa in 99% der Fälle vorbei. Mein Ding ist es überhaupt nicht. Bäh!


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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

MosesBob hat Folgendes geschrieben:

An mir rauscht Ein-Satz-Prosa in 99% der Fälle vorbei. Mein Ding ist es überhaupt nicht. Bäh!


Darauf wäre ich nie gekommen.  Very Happy

yt hat Folgendes geschrieben:
Der hat mir gefallen.
Klare Ansage.

 lol

Na ob das wohl richtig gedeutet wird?
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lupus
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Soraya hat Folgendes geschrieben:
Jarda hat Folgendes geschrieben:
Da muss ich Lupus recht geben.
Hemingway zwingt einen ja den Satz so zu verstehen wie er gemeint ist.


Sehe ich nicht so. Er ist zwar alles in allem eindeutiger als Toms Satz, aber würde man hier zehn Leute bitten, ihre spontanen Assoziationen zu äußern, kämen dabei trotzdem unterschiedliche Varianten zum Vorschein, bin ich mir sicher. Wer "inseriert" hier, "Vater" oder "Mutter"? Wie waren die Umstände - Fehlgeburt, Unfall, Komplikationen bei der Geburt? In letzteren Fällen: was ist mit der Mutter? Oder stammt das eventuell von einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich irgendwann aus einer Laune heraus Babyschuhe für ihr zukünftiges Kind gekauft hat, diese Hoffnung nun aber - aus Alters- oder Gesundheitsgründen - begraben muss? Viele Möglichkeiten auch hier also. Nicht ganz so viele wie bei Toms Satz, stimmt schon. Aber durch die Ellipse im ersten Teilsatz von Tom sehe ich einfach ein Gewehr liegen - und das impliziert für mich: Es wird nicht mehr gehalten. Und: Es ist ein Schuss gefallen, das weiß ich. Da liegt die Vermutung nahe, dass derjenige, der das Gewehr ursprünglich gehalten hat, nicht mehr lebt.


ich bin verwirrt.

was wissen wir bei Toms SAtz:
es gibt ein Gewehr, ein Feld und es gab einen Schuss. Und warum wissen wir das? weil's da steht... alles andere ist ausschließlich spekulation. .
Ich nehme an es war ein Experiment. Na, so what?

beim Ernstl liegt die SAche denn doch ein bisserl anders.

Egal: meine Sache sind diese Mini-dinger eh nicht. Wenn ich mir die Geschichte dann erst selbst erzählen muss - was zum Henker soll mir dann so ein Satz bringen?

Und warum is das ein Satz Prosa? Nicht acht Wort Lyrik. sorry, ich mein man kanns auch übertreiben. annahme: der Michl Huber kommt ins Forum und schreibt so einen Satz hin. Die Reaktionen möcht ich gar nicht lesen.

außerdem zerfetzen wir da toms fred in tausend fetzen, bin mir ziemlich sicher, das er nie und nimmer im Sinn hatte, einen Vergleich mit Hemingay zu provozieren.


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lg Wolfgang

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Elvis Brucelee
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BeitragVerfasst am: 08.12.2009 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Susanne hat einen Vibrator, doch die Batterien sind leer als der Pizzabote klingelt.

Die Wanne ist voll, der Fön fällt und Manfred zuckt bis zum bitteren Ende.

Die Gärblase rumort, weckt viszerale Scherzen, prrrp, große Erleichterung.

Hey, das macht richtig Spaß ...
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