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Adventszauber (Winterfrust)


 

 
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Alaways
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 32
Beiträge: 95
Wohnort: Darmstadt


BeitragVerfasst am: 03.12.2009 10:57    Titel: Adventszauber (Winterfrust) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Adventszauber
(Winterfrust)


Wenn im Spätjahr schleppend
sich der Schnee ankündigt &
die Welt liegt weiß getaucht
mit ländlichen Idyllen dort
ersucht mich eine Sehnsucht
nach Lebkuchen und Marzipan-
geruch steigt auf und staut
sich zwischen Buden-
lichtern zieht Rauch
fort auf den großen Platz
hat der Winter nicht für jeden
gefunden, doch der Andrang
auf Schaufenster bleibt groß
sind die Augen spätestens
am Advent verfliegt
der Durst auf Sommer
lechzt man erst wieder,
wenn das Lametta
seinen einzgen Zweck erfüllt hat.








Dez. 2009

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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 31
Beiträge: 1684



BeitragVerfasst am: 03.12.2009 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ohh, das gefällt mir! Die Enjambements brechen an den richtigen Stellen und geben dem Gedicht eine tolle Dynamik. Schön bringst du die ambivalente Weihnachtszeit rüber. Besonders die Art, wie du zweideutige Sätze konstruierst. Nett verspielt, aber nicht zu albern. Vielleicht ein wenig zu wirr, doch wenn man sich hineingefunden hat, macht es Spass. Eine Anmerkung:

Alaways hat Folgendes geschrieben:
ersucht mich eine Sehnsucht

Wahrscheinlich ist die Wiederholung gewollt, aber mir gefällt sie nicht. Liest sich unglücklich und hat nicht den wahrscheinlich gewünschten Effekt.

Lebkuchenmampfende Grüsse,
Scheinheilige


_________________
»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Alaways
Geschlecht:männlichSchmierfink

Alter: 32
Beiträge: 95
Wohnort: Darmstadt


BeitragVerfasst am: 03.12.2009 11:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey scheinheilige.
Viele dank für deinen netten Kommentar.

Ja mir ist die Stelle beim Nachlesen ebenfalls aufgefallen. Leider wollte mir kein anderes Wort für ersucht einfallen.
Wenn du eine super Idee hättest, immer raus damit, das würde mich freuen...

LG Steffen
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 56
Beiträge: 2647
Wohnort: Königstein im Taunus
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BeitragVerfasst am: 03.12.2009 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alaways,

kann mich dem Lob von Scheinheilige anschließen.

Du zauberst so wunderbar viele Lesarten.

Hier eine, die ich sehe, und da klappt das auch mit dem doppelten sucht, wobei die Us doch sowieso unterschiedlich sind:

Wenn im Spätjahr schleppend sich der Schnee ankündigt &
die Welt liegt weiß
getaucht mit ländlichen Idyllen
dort ersucht mich eine
Sehnsucht nach Lebkuchen und Marzipangeruch steigt auf
und staut sich zwischen Budenlichtern
zieht Rauch fort auf den großen Platz
hat der Winter nicht für jeden gefunden,
doch der Andrang auf Schaufenster bleibt
groß sind die Augen
spätestens am Advent verfliegt der Durst
auf Sommer lechzt man erst wieder,
wenn das Lametta seinen einzgen Zweck erfüllt hat.


Gruß, Jocelyn


_________________
If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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jim-knopf
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Alter: 33
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BeitragVerfasst am: 03.12.2009 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag

Auch ich finde das formal gut gemacht, interesante Zeilenumbrüche, auch die Lesarten, die Jocelyn angesprochen wurden, haben ihren eigenen Reiz. Handwerklich also hab ich nix dran auszusetzen wink

Ich hätte mir nur, ehrlich gesagt, ein anderes Thema geünscht. So ist es inhaltlich nur ein Wheinachtsgedicht ohne Ecken und Kanten. Mit Formulierungen wir "liegt weiß getaucht", "ländliches Idyll" oder dem "Lebkuchengeruch" schrammt das für mich hier schon hart am Kitsch. Das Ende mit dem "einzigen Zweck des Lamettas" scheint zwar so einen Hauch von Kritik an diesem Wheinachtsklischee zu üben, allerdings reicht mir persönlich das nicht. Aber is natürlich nur meine Meinung.

Darf ich dich nach dem Zweck der Unterscheidung von "&" und "und" fragen. Ich kenn das vor allem von Albert Ostermaier, bin mir aber bei dir in der Bedeutung nicht ganz sicher

Gruß
Roman


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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 31
Beiträge: 1684



BeitragVerfasst am: 03.12.2009 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Roman, ich gebe zu, dass mein inhaltliches Lob teilweise darauf zurückzuführen ist, dass ich eine Weihnachts-Romantikerin bin. Andererseits sehe ich da schon mehr Kritik am Weihnachtsgedanken als nur am Schluss. Diese Stelle hier:

Alaways hat Folgendes geschrieben:
[…] Platz
hat der Winter nicht für jeden
gefunden, doch der Andrang
auf Schaufenster bleibt groß

kann nicht nur positiv gemeint sein. Aber du hast recht: Der kritische Ton bleibt vielleicht etwas zu sehr im Hintergrund verborgen.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


_________________
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— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

Alter: 33
Beiträge: 4490
Wohnort: München
Das Goldene Pfand DSFo-Sponsor
Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 03.12.2009 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Diese Stelle hier:

Zitat:
[…] Platz
hat der Winter nicht für jeden
gefunden, doch der Andrang
auf Schaufenster bleibt groß


kann nicht nur positiv gemeint sein.


Du hast recht, ja.
Ich hab auch diesen Teil mit dem, was ich als "Ende" des Textes bezeichnet hab, gemeint. Hab mich wohl ein bissal blöd ausgedrückt.

Gruß
Roman


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