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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2072
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 04.11.2009 00:24    Titel: Einen Dichter lieben eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Einen Dichter lieben

Irgendwann,
wenn ich in diesem gewissen Alter angelangt bin,
in dem man schrullig und erfolgreich wird,
kommen sie zu mir
und sagen,
dass du letzte Nacht gestorben bist.

Ich werde mich erinnern
an die paar Jahre,
die wir gemeinsam hatten,
die Jugend,
die ich auf dem Weg zu dir irgendwo verloren habe
wie einen dieser Handschuhe,
 den man manchmal am Wegesrand findet,
und an die Gedichte,
die wir einander nie schrieben.

Auf deiner Beerdigung
werde ich ganz hinten in der Kirche sitzen,
weil dies der Platz ist für Leute,
die du einst mal gekannt hast.

Und wenn man mich nach dir fragt,
sage ich,
dass du der beste fremde Freund warst,
den ich je hatte.
Ich fange dann an Texte zu schreiben
von Zügen,
die wie Gelegenheiten an einem Voreirauschen,
während man am Bahnsteig auf das Leben wartet,
und verkomme dabei
zu einer von diesen seltsamen Frauen.

Meine Kritiker
werden später über mich sagen,
dass meine besten Werke
aus dieser Zeit stammen
und mich dein Verlust erst berühmt gemacht hat.

Wenn ich dann irgendwann selbst sterbe,
wird man mich zu dir betten,
im Tode vereint –
zwei Königskinder,
eine Julia, ein Romeo,
Sartre und Beauvoir.

Du und Ich?


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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 04.11.2009 00:41    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal vorweg der Vergleich Sartre Beauvoir und Romeo Julia gefällt mir sehr gut, wenn auch die Liebesgeschichten recht unterschiedlich sind,
schon alleine vom Ausgang her und das erste Paar auch nicht so eine wirklich konservative Liebesbeziehung geführt hat. Sehr nette Idee, die ich wahrscheinlich so mag, weil Sartre wohl so eine Art Held meiner Jugend war.

Schöne Bilder, gerade das mit dem Platz hinten bei der Beerdigung gefällt mir sehr gut. Kleiner Vorschlag wie wäre es zu sagen " weil das der Platz ist für Leute", passt in meinen AUgen besser zum Stil und klingt auch gut.

Zitat:

die wie Gelegenheiten an einem Voreirauschen,

Du meintest wohl Rauschen. wink

Wie wäre "zu einer dieser seltsamen Frauen"? Klingt gut in Verbindung mit einer und meine Ohren meinen so einen noch schöneren Sprachfluss zu hören, trotzdem schönes Bild.

Zitat:

Wenn ich dann irgendwann selbst sterbe,
wird man mich zu dir betten,
im Tode vereint –
zwei Königskinder,
eine Julia, ein Romeo,
Sartre und Beauvoir.


Auf die Strophe möchte ich etwas näher eingehen.
im Tode vereint- finde ich etwas theatralisch für diesen so schönen Text, darüber kann ich aber wegsehen, blos den Vers mit den Königskindern würde ich streichen, passt weder inhaltlich noch ist er stimmig.
Blos ein Vorschlag was wäre mit " selbst im Tode noch getrennt"?

Insgesamt für mich ein sehr schöner Text, dem noch etwas Feinschliff fehlt.


_________________
"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
Heinrich Heine

"Ich gebe Zeichen von mir, Signale . . . Ich schreie aus Angst, ich singe im Dschungel der Unsagbarkeiten"
Max Frisch

"Die Leute gehen ins Feuer, wenn's von einer brennenden Punschbowle kommt!"

Georg Büchner
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2072
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 04.11.2009 10:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Schmierfink!

Vielen Dank für die ausführliche Rezension.
Den Vorschlag mit dem Platz werde ich übernehmen, ebenso den mit der kleinen Änderung für die seltsame Frau.

Die Königskinder, die Königskinder... ja, ob ich die drinlasse ist die Frage, eigentlich mag ich sie, mal schauen.
"Selbst im Tod noch getrennt" finde ich schön, das war es nämlich was der Text sagen sollte (deswegen auch das Fragezeichen nach "Du und Ich") . Wie ich das verändere werde ich noch sehen.

Auf jeden Fall vielen Dank für die Mühe und die guten Vorschläge.


Liebe Grüße,
Caro
Ps:

Zitat:
Sehr nette Idee, die ich wahrscheinlich so mag, weil Sartre wohl so eine Art Held meiner Jugend war.


In anbetracht der Tatsache, dass du erst 19 Jahre jung bist, musste ich irgendwie lachen, als ich diese Zeile gelesen habe. Es klingt irgendwie so, als stündest du schon in der zweiten Hälfte deines Lebens.
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Schmierfink
Lyroholiker

Alter: 29
Beiträge: 1199



BeitragVerfasst am: 04.11.2009 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich das dir meine Vorschläge gefallen haben, was du damit machst ist natürlich deine Sache und wenn du Königskinder magst dann bleib dabei.
Jedenfalls keine Ursache.

Freut mich das es dich amüsiert hat, das meiste was ich so sage schreibe meine ich auch nciht so ganz ernst. wink


_________________
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Heinrich Heine

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Max Frisch

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Georg Büchner
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2072
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 07.11.2009 19:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, die veränderte Version:


Einen Dichter lieben

Irgendwann,
wenn ich in diesem gewissen Alter angelangt bin,
in dem man schrullig und erfolgreich wird,
kommen sie zu mir
und sagen,
dass du letzte Nacht gestorben bist.

Ich werde mich erinnern
an die paar Jahre,
die wir gemeinsam hatten,
die Jugend,
die ich auf dem Weg zu dir irgendwo verloren habe
wie einen dieser Handschuhe,
die man manchmal am Straßenrand findet,
und an die Gedichte,
die wir einander nie schrieben.

Auf deiner Beerdigung
werde ich ganz hinten in der Kirche sitzen,
weil das der Platz ist für Leute,
die du einst mal gekannt hast.

Und wenn man mich nach dir fragt,
sage ich,
dass du der beste fremde Freund warst,
den ich je hatte.
Ich fange dann an Texte zu schreiben
von Zügen,
die wie Gelegenheiten an einem Vorbeirauschen,
während man am Bahnsteig auf das Leben wartet,
und verkomme dabei
zu einer dieser seltsamen Frauen.

Meine Kritiker
werden später über mich sagen,
dass meine besten Werke
aus dieser Zeit stammen
und mich dein Verlust erst berühmt gemacht hat.

Wenn ich dann irgendwann selbst sterbe,
wird man mich zu dir betten,
Sogar im Tode noch getrennt –
zwei Königskinder,
eine Julia, ein Romeo,
Sartre und Beauvoir.

Du und Ich?
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sonya
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 37
Beiträge: 46



BeitragVerfasst am: 12.12.2009 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Wie schööön!   

love
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2072
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 13.12.2009 00:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Sonya!
Freut mich, dass es dir gefällt.
Liebe Grüße,
Caro
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