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Osti20
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 29
Beiträge: 22
Wohnort: Wertingen


BeitragVerfasst am: 03.11.2009 18:04    Titel: Kurzgeschichte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

So habe mir eure Kritik und Vorschläge zu Herzen genommen.
Lese gerade einige Abenteuerromane um meinen Schreibstil zu verbessern.
Habe mir auch die Tipps und Tricks aus diesem und anderen Forum angeschaut.
Ich habe jetzt mal eine Kurzgeschichte verfasst und lasse euch einen Ausschnitt davon hier im Forum. Ich hoffe er gefällt euch besser, als mein anderer Text. Da mich der Orient sehr inspiriert, handelt auch diese Geschichte wieder vom Orient

Hier ist ein Ausschnitt der Geschichte:

Dursttod

Arabien 1875:
Die Mittagssonne brannte unbarmherzig auf die Wüste nieder. Jibril und Yasir, zwei junge Araber, schleppten sich eine Düne hinauf, hinter der die Provinz Hail lag, in der sie ihr Lager eingebettet hatten. Obwohl die beiden erst achtzehn Jahre alt waren, trugen ihre Körper schon die Zeichen eines Krieges, der seit vielen Generationen zwischen den Arabern und den Sudanesen tobte.
Es viel ihnen schwer voran zukommen, da der Sand unter ihren Stiefeln immer wieder nach hinten absackte. Die Wasserschläuche hingen schwer auf den Rücken.
Vergangene Woche waren die Söldner Abdul´s in ihr Lager eingefallen  und hatten alle abgeschlachtet. Selbst vor Kindern und Frauen machten diese Bastarde nicht halt.
Jibril und Yasir hatten verzweifelt versucht, ihre Familie vor den Fängen der skrupellosen Männer zu bewahren.  Doch ihre Versuche waren vergebens! Die Frauen wurden versklavt, die Kinder gesteinigt und die Männer erschossen. In einem Moment der Unachtsamkeit gelang ihnen die Flucht und sie konnten wenigstens ihr eigenes Leben retten. Jetzt waren sie die letzten ihrer Art. Sie waren die letzten der Faris und ihre Peiniger waren ihnen seit 2000 Meilen dicht auf den Fersen.
Saud, der Alleinherrscher Arabiens war während der Sudanfeldzüge an einer unheilbaren Krankheit erkrankt und starb von heftigen Fieberschüben gequält.
Abdul der Unbekannte aus dem Morgenland hatte diese Gelegenheit beim Schopf gepackt und war mit seinem Gefolge in El-Sharif eingefallen. In einem blutigen und skrupellosen Gemetzel riss er die Herrschaft an sich und berief sich auf ein uraltes, arabisches Gesetz des Stärkeren.
Der Schreckensherrscher ließ fortan die Gesetzte zum Leidwesen der Beduinen verändern und ließ einen nach dem anderen töten, um die Wüste von diesem Gesindel zu befreien.
Einige beugten sich dem Regime und unterwarfen sich Abdul, jene die sich gegen ihn stellten wurden getötet und als Mahnmal vor den Toren der Festung gepfählt.
Jibril und Yasir kannten die Grausamkeiten bis dahin nur aus den Erzählungen der Menschen.
Aber jetzt waren sie selbst Opfer seiner Gewalttaten.
Die beiden waren völlig außer Atem. Sie hatten seit Tagen nicht mehr geschlafen, um ihren Verfolgern nicht doch noch in die Hände zu fallen.
Die Männer hatten nichts außer den Kleidern und Waffen an ihrem Leib. Das Wasser in ihren Schläuchen neigte sich auch allmählich ihrem Ende und ihre Kehlen wurden immer trockener.
Den jungen Faris drohte der Dursttod, noch bevor sie ihren Verfolgern zum Opfer fallen würden.
Plötzlich nahmen die beiden ihr Umfeld nur noch verschwommen war und brachen zusammen. Ihre leblosen Körper rutschten die Düne hinab und verharrten schließlich vor einem ausgetrockneten Gestrüppe. Nach kurzer Zeit kreisten die Geier über ihnen und wachten über ihre Beute. Als einer der Geier auf Yasir´s Körper landete, um sich daran gütlich zu tun, da fielen plötzlich Schüsse.
Der Raubvogel schrak auf und ließ von seiner Beute ab. Die Söldner hatten ihre Opfer eingeholt.
Es waren drei Söldner, die die Flüchtenden nun eingeholt hatten. Der Stärkste der drei schwarzen Krieger half den Faris auf die Knie und verpasste ihnen einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht. Das Blut schoss aus Yasir´s Nase und färbte den hellen Sand. Jibrils plagte eine klaffende Wunde unterhalb des linken Auges, aus der stetig Blut floss. Die beiden sehnten ihre Tötung herbei und hoffen bald bei ihrer Famile zu sein. Aber die Söldner empfanden Befriedigung daran, ihre Opfer zu quälen. Sie schlugen immer wieder auf die Faris ein und einer der demütigte die Männer, indem er ihr ihnen ins Gesicht spuckte.
Jibril und Yasir waren zwar bewaffnet, dennoch hatten sie weder den Drang noch die Kraft dazu, sich zu wehren. Sie hatten sich mit ihre Schicksal abgefunden und wollten nur noch sterben:
"Ich bin bereit zu sterben! Tötet mich doch endlich!" schrie Jibril todesmutig
"Tötet mich vor meinem Vetter. Ich will nicht mit ansehen, wie ihr ihn tötet!" schluchzte Yasir
Erneut half der Söldner den beiden auf die Knie:
"Ihr habt genug gelitten. Jetzt werden wir euch von eurem Leid erlösen!"
Die Peiniger luden ihre Hinterlader und richteten die Gewehrläufe auf ihre Opfer. Yasir blickte tollkühn in den dunklen Lauf und sehnte sich den Moment herbei, in dem das Geschoss seinen Kopf durchdringen würde:
"Ich habe keine Angst vor dem Tod! Allah wird seine Hand schützend über mich legen!" schrie er
Jibril konnte seinem Tod nicht so mutig entgegen treten. Obwohl er anfangs noch der mutigere der beiden war, hatte ihn nun jeglicher Mut verlassen. Er zitterte am ganzen Leib und seine Puls stieg. Das Herz pochte wild und drohte still zu stehen. Binnen weniger Sekunden badete er in seinem eigen Schweiß. Noch nie zuvor hatte Jibril solche Angst.
Als die Männer die Finger auf den Abzug legten schlossen die Faris ihre Augen und hofften auf einen schnellen, schmerzfreien Tod.
Dann fielen die erhofften Schüsse und die beiden sackten zusammen und blieben regungslos liegen.
Die Söldner hatten ihren Tötungsbefehl ausgeführt und den Stamm der Faris ausgerottet.
Doch plötzlich zuckte Jibril und blickte verwirrt auf. Kurze Zeit später bewegte sich auch Yasir und wirkte ein wenig benommen.
Sie trauten ihren Augen nicht, die Söldner waren auf die Knie gegangen und spuckten Blut. Jemand hatte ihnen das Leben gerettet und die Söldner von Weitem getötet.
Als die Faris auf die höchste Erhebung einer Düne blickten sahen sie einige Reiter, deren Gewehre noch qualmten. Vor den Söldnern waren sie für den Moment sicher. Doch was lauerte auf der Düne?

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Ernst Clemens
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 73
Beiträge: 734
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 03.11.2009 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

hallo osti,

deine geschichte wirkt noch unfertig; logische schnitzer lassen den leser stolpern. z.B. hier:

Zitat:
Die Mittagssonne brannte unbarmherzig auf die Wüste nieder. Jibril und Yasir, zwei junge Araber, schleppten sich eine Düne hinauf, hinter der die Provinz Hail lag, in der sie ihr Lager eingebettet hatten. Obwohl die beiden erst achtzehn Jahre alt waren, trugen ihre Körper schon die Zeichen eines Krieges, der seit vielen Generationen zwischen den Arabern und den Sudanesen tobte.
Es viel ihnen schwer voran zukommen, da der Sand unter ihren Stiefeln immer wieder nach hinten absackte. Die Wasserschläuche hingen schwer auf den Rücken.
Vergangene Woche waren die Söldner Abdul´s in ihr Lager eingefallen und hatten alle abgeschlachtet. Selbst vor Kindern und Frauen machten diese Bastarde nicht halt.


- in der sie ihr lager aufgeschlagen hatten.

- welche "zeichen des krieges"??? warum willst du dem leser vorenthalten, worum es geht?

- "absacken" ist hier keine glückliche wortwahl. ich schlage vor: "nachgeben"

- wenn ALLE abeschlachtet wurden.... warum leben denn deine zwei protagonisten?


Zitat:
und ihre Peiniger waren ihnen seit 2000 Meilen dicht auf den Fersen.

- ich kenne mich in der geschichte arabiens nicht aus. kannte man um 1875 den begriff "meile"?

- wie wussten die beiden, dass sie seit 2.000 meilen verfolgt wurden? zu fuss dürfte man in der wüste kaum 2.000 meilen zurücklegen. das ist nicht glaubwürdig.




Zitat:
Der Schreckensherrscher ließ fortan die Gesetzte zum Leidwesen der Beduinen verändern und ließ einen nach dem anderen töten, um die Wüste von diesem Gesindel zu befreien.
- auch das klingt für mich unglaubwürdig: die wüste ist ein riesiges Gebiet und die beduinen ziehen rastlos umher. alle zu töten ist kaum möglich. der herrscher könnte höchstens einige töten um ein exempel zu statuieren.


Zitat:
Plötzlich nahmen die beiden ihr Umfeld nur noch verschwommen war und brachen zusammen. Ihre leblosen Körper rutschten die Düne hinab und verharrten schließlich vor einem ausgetrockneten Gestrüppe.
- der tod durch verdursten kehrt sicher nicht "plötzlich" ein.


ab hier habe ich aufgehört zu lesen - und warte auf eine überarbeitete fassung von dir!

beste grüße
ernst
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Fahrender Gaukler
Geschlecht:männlichGrundgütiger

Alter: 35
Beiträge: 4137
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BeitragVerfasst am: 03.11.2009 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Osti!

Ob dies nun eine Kurzgeschichte ist, oder ein Auszug aus dem Projekt, welches du schon einmal *hier* vorgestellt hast, vermag ich nicht zu sagen. Wäre ja möglich, dass du tatsächlich eine Kurzgeschichte aus dem Stoff gemacht hast. Sollte dem aber nicht so sein, möchte ich dich darum bitten, aus Gründen der Übersicht immer nur einen Thread für ein- und dasselbe Projekt zu benutzen.


Zum Text: Ich merke, dass du bemüht bist, deine Schreibe zu verbessern. Das geht auch ganz deutlich aus deiner Einleitung hervor. Allerdings ist es nicht so, dass so etwas von jetzt auf gleich vonstatten geht. Seinen Stil zu finden und zu festigen dauert mitunter Jahre. Deshalb merke ich auch diesem Text an, dass er von einem "Anfänger" geschrieben wurde.

Zum einen liest sich es sich nicht mitreißend genug. Du ziehst mich als Leser nicht gut genug in die Geschichte hinein. Über weite Teile wirkt der Text sehr steif und berichtmäßig, zu wenig "show", zu viel "tell". Zum anderem kann ich mich mit den beiden Protagonisten nicht identifizieren, weil mir ihr Innenleben einerseits zu sehr verwehrt bleibt, andererseits das wenige, das sie preisgeben, nicht plastisch, nicht emotional tiefgehend genug dargestellt wird. Das mag zum Teil an der Perspektive liegen. Ich konnte keinen der beiden Protagonisten als eindeutige Reklektionsfigur (Hauptfigur) ausmachen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Diese Tatsache für sich genommen ist ebenfalls ein Grund, weshalb ich mich nicht mit einem der beiden identifizieren konnte.

Mein Tipp: Beschränke dich auf einen der beiden und führe uns sein Innenleben, seine Gedanken und Gefühle vor Augen.


Zum Stil: Die Formulierungen sind oftmals holprig und lassen Eleganz vermissen. Da besteht noch Nachholbedarf. Ich empfehle auch weiterhin viel zu lesen und viel zu schreiben, um dadurch ein Gefühl für die Wirkung der Sprache zu entwickeln. Auch könntest du dich in unseren Werkeboards umsehen und die ein- oder andere Kritik verfassen. Auch das hilft dir dabei, zu erkennen, worauf es beim Handwerk des Schreibens ankommt.

Grober Schnitzer:

Zitat:
Dann fielen die erhofften Schüsse und die beiden sackten zusammen und blieben regungslos liegen.
Die Söldner hatten ihren Tötungsbefehl ausgeführt und den Stamm der Faris ausgerottet.

Doch plötzlich zuckte Jibril und blickte verwirrt auf. Kurze Zeit später bewegte sich auch Yasir und wirkte ein wenig benommen.
Sie trauten ihren Augen nicht, die Söldner waren auf die Knie gegangen und spuckten Blut. Jemand hatte ihnen das Leben gerettet und die Söldner von Weitem getötet.


So etwas ist ein No-Go. Der Erzähler darf nicht lügen. Er darf freilich den Leser auf die falsche Fährte locken, aber er darf nie die Unwahrheit sagen. Du hättest schreiben können:

Zwei Schüsse fielen.

Das wäre völlig ausreichend, um den Leser zu täuschen, aber es wäre die Wahrheit gewesen. Wann immer du den Leser bewusst anlügst, nimmt er dir das übel.

Fazit: Alles in allem merkt man zwar leichte Verbesserungen zu dem Text, den du vor einigen Wochen eingestellt hast, aber nach wie vor besteht hier Nachholbedarf auf handwerklicher Seite. Ich weiß, das klingt hart. Meine ganze Kritik klingt vermutlich hart. Aber nur Ehrlichkeit hilft dir letztlich weiter, deshalb hoffe ich, dass du diese Kritik nicht als derben Verriss wertest, sondern als das, was es ist: meine ehrliche Meinung basierend auf guter Absicht.


Gruß,

~~Der Gaukler


_________________
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 03.11.2009 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

(habe die anderen Rezensionen noch nicht gelesen)

kann es wohl sein, dass Du im Prinzip Deine Leseprobe abgeändert hast? Die Namen sind anders, ein paar Details sind anders, aber letzten Endes spielt alles im gleichen Grundszenario.
Ich erwähne das, weil man dem Text das anmerkt. Man merkt ihm auch an, entschuldige, dass Du keinen sehr großen Aufwand betrieben hast. Der Text ist stilistisch nicht ansprechend.
Zwar hast Du bestimmte Dinge beachtet, die in Deinem Einstand bemängelt wurden, aber insgesamt fehlt da sehr viel.

Diverse logische Fehler, Ungereimtheiten und sprachliche Stolpersteine lassen aus dem Text am Ende einen holprigen Bericht über zwei Typen werden, die den Leser kaum interessieren. Grund dafür ist ein perspektivisches Problem. Es wird absolut nicht klar, wer von beiden die Identifikationsfigur sein soll. Dadurch fällt es nicht nur schwer, dem ohnehin schwachen Inhalt zu folgen, sondern versperrt jede Art von Zugang, weil es keine Figur gibt, deren Inneres man erleben kann oder aus deren Sicht die Handlung verfolgt wird.
Inhaltlich, ich erwähnte es bereits, ist das sehr simpel gestrickt. Ob nun Arabien oder nicht - es könnte überall spielen.

Details:

Zitat:
Jibril und Yasir, zwei junge Araber

Dass sie Araber sind, wird im Laufe des Textes auch ohne den Hinweis klar.
Hier beginnt bereits das Problem:
Immer sind beide im Fokus, nie gibst Du einer Figur die Chance, sich zu entfalten.

Zitat:
trugen ihre Körper schon die Zeichen eines Krieges

Die da wären?

Zitat:
in der sie ihr Lager eingebettet hatten

Das ist ein Beispiel sehr unsinniger Formulierungen: "eingebettet"?

Zitat:
Es viel ihnen schwer voran zukommen, da der Sand unter ihren Stiefeln immer wieder nach hinten absackte. Die Wasserschläuche hingen schwer auf den Rücken.

Hier wäre eine Gelegenheit, die Qualen und die Mühen zu beschreiben. Stattdessen wird es trocken und emotionslos abgehandelt.

Zitat:
In einem Moment der Unachtsamkeit gelang ihnen die Flucht und sie konnten wenigstens ihr eigenes Leben retten. Jetzt waren sie die letzten ihrer Art. Sie waren die letzten der Faris und ihre Peiniger waren ihnen seit 2000 Meilen dicht auf den Fersen.

Vorher stand die Rückblende noch im Plusquamperfekt; nun springst Du im Text - obwohl noch Rückblende - heraus.
"Die letzten ihrer Art": Liest sich, als wären die beiden Tiere oder Außerirdische, sorry...
Die sind seit ZWEITAUSEND Meilen unterwegs? So? Wie geht das?

Zitat:
Saud, der Alleinherrscher Arabiens war während der Sudanfeldzüge an einer unheilbaren Krankheit erkrankt und starb von heftigen Fieberschüben gequält.
Abdul der Unbekannte aus dem Morgenland hatte diese Gelegenheit beim Schopf gepackt und war mit seinem Gefolge in El-Sharif eingefallen. In einem blutigen und skrupellosen Gemetzel riss er die Herrschaft an sich und berief sich auf ein uraltes, arabisches Gesetz des Stärkeren.

Diese Erläuterung kommt in einem unpassenden Moment, denn gerade noch warst Du wieder in der Gegenwart.
Das liest sich wie eine historische Abhandlung, aber nicht wie eine Kurzgeschichte. Da fehlt die Lebendigkeit des Geschehens, auch wenn es eine Zusammenfassung des Kontextes ist.

Zitat:
Der Schreckensherrscher ließ fortan die Gesetzte zum Leidwesen der Beduinen verändern und ließ einen nach dem anderen töten, um die Wüste von diesem Gesindel zu befreien.
Einige beugten sich dem Regime und unterwarfen sich Abdul, jene die sich gegen ihn stellten wurden getötet und als Mahnmal vor den Toren der Festung gepfählt.

Der gleiche Fehler. Zu viel Bericht...
Ich habe übrigens große Zweifel, dass man nomadisch lebende Beduinen in einer Wüste (!!) ALLE töten könnte.

Zitat:
Jibril und Yasir kannten die Grausamkeiten bis dahin nur aus den Erzählungen der Menschen.

Zu erwarten, oder...?

Zitat:
Aber jetzt waren sie selbst Opfer seiner Gewalttaten.

Das erübrigt sich. Das ist zumindest bereits aus dem Text hervor gegangen, oder?

Zitat:
Die beiden waren völlig außer Atem. Sie hatten seit Tagen nicht mehr geschlafen, um ihren Verfolgern nicht doch noch in die Hände zu fallen.

Seit Tagen ohne Schlaf sind sie in der Wüste? Zweitausend Meilen sind sie unterwegs, stand da vorhin. Sehr unglaubwürdig, wieso der Herrscher so einen Aufwand betreibt, um ZWEI junge Araber zu fangen.

Zitat:
Den jungen Faris drohte der Dursttod, noch bevor sie ihren Verfolgern zum Opfer fallen würden.

"Dursttod" ist ein schreckliches Wort, finde ich.
Und wieder hättest Du ausführlich die Qualen beschreiben müssen.

Hier kommt der größte Patzer des Textes:
Zitat:
Dann fielen die erhofften Schüsse und die beiden sackten zusammen und blieben regungslos liegen.
Die Söldner hatten ihren Tötungsbefehl ausgeführt und den Stamm der Faris ausgerottet.
Doch plötzlich zuckte Jibril und blickte verwirrt auf. Kurze Zeit später bewegte sich auch Yasir und wirkte ein wenig benommen.

Es gibt einen Unterschied zwischen einer Lüge und einer Verschleierung:
Hättest Du geschrieben, dass man auf sie schießt, dann wäre es für den Leser eine Überraschung, wenn sie noch lebten - aber es wäre keine Lüge, die sich gegen den Leser richtet.
Stattdessen schreibst Du etwas, das so nicht stimmt. Damit entziehst Du Dir als Autor jede Art von Glaubwürdigkeit - das darf so nicht passieren!

Zwar folgt nun das offene Ende:
Zitat:
Als die Faris auf die höchste Erhebung einer Düne blickten sahen sie einige Reiter, deren Gewehre noch qualmten. Vor den Söldnern waren sie für den Moment sicher. Doch was lauerte auf der Düne?

Aber das ist kein Ende; selbst für ein offenes Ende nicht. Es zerläuft sich wie der brennende Wüstensand unter den Füßen Deiner Protagonisten.

Tut mir leid:
Wie Deine Leseprobe ist auch diese Kurzgeschichte keine, die in irgendeiner Weise anspricht, eintauchen und erst recht nicht mitfiebern lässt - was bei einer Abenteuergeschichte wohl eine der Quintessenzen sein dürfte. Und nicht nur in diesem Genre.

Du solltest grundsätzlich an Stil, Rechtschreibung, Zeichensetzung arbeiten.

(Und vielleicht wäre es sinnvoll, das zu tun, bevor ein weiterer "Bestseller" erscheint. Sorry...)

Gruß

Tom


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Gast







BeitragVerfasst am: 03.11.2009 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Osti,

deine Geschichte ist dermaßen voller Probleme, dass ich nicht wusste wo ich sinnvoll hätte ansetzten sollen. Du hast geschrieben, du hättest dir Tipps erarbeitet? Welche denn?

Du schreibst über einen Ort, der dir offenbar fremd ist, über Völker, die dir fremd sind und selbst über deine Helden, ihre Zeit und Umstände, unter denen sie gelebt haben dürften, scheinen dir fremd zu sein.

Alles schwabbelt und blubbert ohne festen Ankerpunkte dahin. Wer - Volk Name, bewegt sich in welcher Wüste, zur Zeit welchen Krieges? Wurde gepfählt oder nicht? Wenn es nur mal war, na gut, wurde bestimmt auch MAL gute getan. Ist Steinigen nicht ein Teil der Scharia? Empfinden Muslims das wirklich als gausàm? Wenn ja, wer steinigt denn?

Was weißt du über den Krieg, die Völker, die Aufständischen, wie die Beugsamen? Leben dort Geier? Welche? Sind Geier Raubvögel? Oder doch Aasfresser? Du erzählst auktorial, weißt, dass es Söldner sind, wer der stärkste unter ihnen ist, wie viel Puls einer hat, nur ihre Namen, die  kennst du nicht?!

Nennst ein Volk Gesindel, ohne zu kennzeichnen, wer das sagt, Erzähler oder Abdula. Kennst den Namen der Wüste nicht, die Orte nicht, die sich beugten und von der handwerklichen Seite - Rückblicke, Orientierung, Konflikt - Lösung, Tempus usw. weißt du auch nicht viel. Ach ja, zum Ende des vorletzten Absatzes kommt die klare Aussage, die Männer sind tot, dann aber doch nicht. Hm, ist insgesamt eher nicht so glücklich gelaufen, könnte man meinen.

Osti, du wirst dich nun wirklich hinsetzen müssen, oder es wird einfach nicht. Wer zuvor schreibt, er habe sich die Tipps erarbeitet und ein solches Ergebnis abliefert, dem ist mit Kritiken nicht zu helfen.

Der braucht die Schreibschule. Mach dich daran, lerne, ziehe die Übungen durch, eine nach der anderen, kassiere die Rezensionene, setze sie um und gehe zu nächsten. Dann kann es besser werden. Alles andere ist, angesichts der gezeigten Leistung, vergeudete Zeit.

Grüße

Bobbi
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Osti20
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 29
Beiträge: 22
Wohnort: Wertingen


BeitragVerfasst am: 04.11.2009 22:50    Titel: Nächstenliebe aus der Kurzgeschichte Yasir pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, habe mir eure Kritik angeschaut. Ich hatte hier und da einige wirre Sätze entdeckt. Naja wohl nicht genug Zeit investiert.
Aber jetzt habe ich mir Mühe gegeben und hoffe, dass ich es diesmal besser gemacht habe. Werde mir euren Rat zu Herzen nehmen und viel mehr lesen, schreiben und kritisieren!
Danke im Vorraus für eure Kritik.
Bei Bedarf stelle ich die ganze Kurzgeschichte ein. Sind etwa 3 Kapitel!!!

Hier das erste Kapitel:

Nächstenliebe

Arabien 1875:
Die Mittagssonne brannte unbarmherzig auf die Wüste nieder.
Kadeen und Yasir, zwei junge Beduinen, schleppten sich eine Düne hinauf. Obwohl die beiden erst achtzehn Jahre alt waren, trugen ihre Körper schon die Zeichen eines Krieges, der seit vielen Generationen zwischen den Arabern und den Sudanesen tobte.
Eine Narbe erstreckte sich quer über Yasir´s Rücken, eine andere entstellte seine linke Wange. Kadeen verlor einst zwei Finger seiner linken Hand, eine Schramme kennzeichnete seine Stirn.
Es viel ihnen schwer voran zukommen, da der Sand unter ihren Stiefeln immer wieder nachgab. Die Wasserschläuche hingen schwer auf den Rücken. Yasir fühlte sich wie ein Fisch an Land und drohte auszutrocknen. Er hatte seit Stunden keine Flüssigkeit mehr zu sich genommen und sein Wasservorrat ging allmählich zu neige.
Yasir´s Körper schien schwach, sein Wille aber stark.
Er hatte nicht vor aufzugeben und stapfte weiterhin tapfer durch den Sand!
Vergangene Woche fielen die Söldner Asad´s in ihr Lager ein, plünderten und schlachteten alle ab.
Yasir versuchte verzweifelt seine Familie zu retten. Vergebens!
Die Frauen versklavt, Kinder und Männer hingerichtet.
Yasir gab nicht auf, tötete Abdullah, den Sohn des Söldnerführers.
Der mutige Yaris, verhalf damit auch seinem Vetter Kadeen zur Flucht.
Kahil, Vater Abdullah´s und rechte Hand Asad´s verfolgte die jungen Beduinen - angetrieben von grausamen Rachegedanken.
Ihre Peiniger hetzten Yaris und Kadeen seit mehr als 200 Meilen durch die Weiten Arabiens. Von Stunde zu Stunde nahm die Kraft ab, die Hitze zu und die Söldner holten auf.
Saud, der Alleinherrscher erlag einer unheilbaren Krankheit. Er starb von heftigen Fieberschüben gequält. Asad der Unbekannte aus dem Hedschas hatte diese Gelegenheit beim Schopf gepackt und fiel mit seinem Gefolge in El-Sharif ein. Ein blutiges und skrupelloses Gemetzel folgte. Asad riss die Herrschaft an sich, berief sich auf ein uraltes, arabisches Gesetz des Stärkeren und lies die Gesetze zum Leidwesen der Beduinen ändern.
Asad hegte einen unergründlichen Groll gegen das stolze Reitervolk.
Einige beugten sich dem Regime, unterwarfen sich
und wurden verschont - jene die sich gegen ihn stellten wurden hingerichtet, auch ihre Familien konnten sich Asad´s Zorn nicht entziehen. Jeder Beduinen der seinen Truppen in die Fänge ging, wurde niedergemetzelt.
Die beiden waren völlig außer Atem. Eine sengende Hitze plagte die Männer in der Brust. Kadeen war am Ende seiner Kräfte und brach zusammen:
„Komm schon! Du bist doch ein Mann!“ sagte Yasir
„Ich....ich kann nicht mehr!“ jammerte Kadeen
„Dein Leben habe ich nicht gerettet, damit es ihr zu Ende geht!“ schrie Yasir
„Lass....mich,....lass...mich in Frieden!“ schluchzte Kadeen
Yasir hatte nie gelernt nachzugeben.
Er konnte sich dem Schicksal nicht beugen.
Er schnaufte kräftig durch, rieb sich die Hände:
„Das packst du schon!“ bekräftigte er sich
Yasir packte seinen Vetter am Kaftan und warf ihn sich über die Schultern. Er konnte ihn nicht einfach liegen lassen.
Familie stand für ihn vor dem eigenen Leben.
„Ich....durste...Wasser..Wasser!“ flehte Kadeen
„Nein!“ dachte er, aber Yasir konnte es nicht verwehren.
Er hielt für einen Moment inne und gab Kadeen von seinem Wasser, obwohl ihm selbst kaum noch ein Tropfen blieb.
Yasir: „Nicht so hastig!“
Kadeen: „Es tut mir leid. Ich durste so sehr!“
Die schwere Last drückte unheimlich auf die Gelenke. Es schien unmöglich einen Fuß vor den anderen zu bekommen. Yasir fühlte sich, als ob ein Kamel auf ihm lastete. Er gab alles, dennoch kamen sie nur mühsam voran. Immer wieder musste er den leblosen Körper ablegen, um neue Kraft zu schöpfen. Das Wasser war aus!
Die Männer hatten nichts außer den Kleidern und Waffen an ihrem Leib.
Ein schwarzer Kaftan verhüllte Yasir´s Körper, weiße, orientalische Stickereien prankten auf der Brust. Bis auf die Augen, vermummte ein dunkles Tuch das ganze Gesicht. Yasir´s kristallblaue Augen stachen zwischen der dunklen Farbe besonders hervor.
Der Dursttod lag näher als die Tötung durch die Söldner.
Erneut lag eine meterhohe Düne vor ihnen. Yasir beugte seinen Oberkörper nach vorne, um nicht umzukippen. Die Knie schmerzten und jede Bewegung fiel schwer. Es gab nichts Schweißtreibenderes, als seinen Vetter in der unaufhörlichen Hitze, die Düne empor zu schleppen. Yasirs Atmung wurde immer schneller und schneller. Schweiß tränkte seine Kleider. Jetzt brachen auch noch die Stiefel auf. Yasir hatte keine Wahl.
Er musste barfuß weitergehen. Schritt für Schritt!
Die Füße schmerzen und zogen. Das Ziel war zum Greifen nah.
Plötzlich nahm Yasir sein Umfeld nur noch verschwommen wahr. Übelkeit überkam ihn und er spuckte Galle! Yasir brach zusammen.
War dass, das Ende?
Ihre leblosen Körper glitten die Düne hinab und verharrten schließlich vor einem ausgetrockneten Gestrüppe. Bald kreisten die Gänsegeier über ihnen. Sie wachten über ihre Beute. Als einer der Habichtartigen auf Kadeen´s Körper landete, um sich daran gütlich zu tun, da fielen plötzlich Schüsse. Der Aasfresser schrak auf und ließ von seiner Beute ab.
Die Söldner hatten ihre Opfer eingeholt.
Sie kamen zu dritt, angeritten auf baktrischen Kamelen. Kahil half den Faris auf und verpasste jedem einen kräftigen Schlag ins Gesicht:
„Ihr Hurensöhne habt meinen Sohn getötet!“
Das Blut schoss aus Yasir´s Nase und färbte den ockerfarbenen Sand.
Kadeen plagte eine klaffende Wunde unterhalb des linken Auges, aus der stetig Blut floss. Die beiden sehnten ihre Tötung herbei.
Kadeen hoffte darauf, bald zur Familie zu stoßen.
Yasir gab sich todesmutig:
„Meinen Körper könnt ihr brechen, nicht aber meinen Stolz!“
Es verschaffte Kahil Befriedigung und Genugtuung die Beduinen zu quälen. Sie wurden geschlagen, gedemütig und verhöhnt.
Yasir war nicht waffenlos, dennoch hatte er weder den Drang, noch die Kraft, sich zu wehren. Selbst er fand sich mit dem Schicksal ab:
"Tötet mich endlich! Hört auf mich zu quälen" flehte Kadeen
Yasir: "Mich zuerst. Ich will nicht erleben, wie ihr meinen Vetter richtet!"  
Erneut half Kahil den beiden auf die Knie:
"Jetzt bekomme ich meine Vergeltung!"
Die Peiniger luden ihre Hinterlader. Yasir blickte tollkühn in den dunklen Lauf und sehnte sich den Moment herbei, in dem das Geschoss seinen Kopf durchdringen und sein Blut die Wüste benetzen würde:
"Ich habe keine Angst vor dem Tod! Allah wird seine Hand schützend über mich legen!" schrie Yasir mutig
Kadeen konnte seinem Tod nicht so ehrenhaft entgegen treten.
Er schlotterte am ganzen Leib. Kadeen´s Herz arbeitete wie eine Dampfmaschine. Binnen weniger Sekunden badete er im eigenen Schweiß. Die Söldner legten die Finger auf den Abzug, die Faris schlossen die Augen.

Plötzlich fielen Schüsse und die beiden sackten zusammen.
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Münsch
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BeitragVerfasst am: 04.11.2009 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Osti,

sorry, aber eine Verbesserung kann ich nicht erkennen.

Der Text ist immer noch zu berichtsmäßig, zu unbeholfen, teilweise sogar unfreiwillig komisch.

Vielleicht solltest du dich mal an anderen Geschichten, Übungen etc. ausprobieren, bevor du im Tagesrhythmus die immer gleiche Erzählung mit Nano-Änderungen wieder hier hereinstellst.

Auf jeden Fall wäre es in der Talentschmiede besser aufgehoben.

Bei Interesse deinerseits zeige ich dir gerne noch einige Stellen auf, die mir besonders unglücklich scheinen - vorausgesetzt, du möchtest dich wirklich verbessern. Das sehe ich momentan nicht.

Viele Grüße
Münsch


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BeitragVerfasst am: 04.11.2009 23:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

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BeitragVerfasst am: 05.11.2009 00:54    Titel: Antworten mit Zitat

Thread geteilt und mit dem hier verknüpft.

Abschließend noch einmal der Hinweis auf die ***Goldenen Regeln***
.


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(Mark Twain)
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BeitragVerfasst am: 05.11.2009 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

So, dann ein paar Anmerkungen von mir zu deinem Text. Wie versprochen, habe ich einige Sequenzen herausgenommen und versucht, dir zu erklären, warum der Text so nicht funktioniert. Vielleicht hilft es dir ja.

Zitat:
Eine Narbe erstreckte sich quer über Yasir´s Rücken
Apostroph ist nicht nötig, einfach: Yasirs Rücken

Zitat:
Die Wasserschläuche hingen schwer auf den Rücken
Wieso das denn? Du schreibst doch:
Zitat:
sein Wasservorrat ging allmählich zu neige.

Zitat:
Yasir fühlte sich wie ein Fisch an Land und drohte auszutrocknen.
Ist mir noch zu schwach. Wie ist das, wenn man verdurstet? Die Zunge schwillt an, die Lippen werden rissig, es kann zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen kommen. Verdurstende trinken ihren Urin, um überhaupt Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das könnten starke Szenen werden


Zitat:
Yasir´s Körper schien schwach, sein Wille aber stark.
Wem scheint sein Körper schwach? Wer beobachtet Yasir in dieser Szene? Schöner wäre z.B. eine Beschreibung wie „in Yasirs geschwächtem Körper lebte immer noch ein unbeugsamer Wille, der ihn Schritt um Schritt durch den Sand trieb“ oder so ...

Zitat:
Vergangene Woche fielen die Söldner Asad´s in ihr Lager ein, plünderten und schlachteten alle ab.
Wie haben die beiden Jungs überlebt? Waren sie vielleicht gar nicht im Lager und fanden bei ihrer Rückkehr nur die Leichen vor? Wenn Yasir verzweifelt versuchte, seine Familie zu retten, sich also im Kampf mit den Söldner befand, wie ist er da raus gekommen? Sind sie geflüchtet? Wie gehen sie dann mit der Schmach um, ihre Familien aufgegeben zu haben?
Zitat:
Yasir gab nicht auf, tötete Abdullah, den Sohn des Söldnerführers.
Der mutige Yaris, verhalf damit auch seinem Vetter Kadeen zur Flucht.
Ach so war das! Aber war Abdullah der einzige Söldner? Waren da keine anderen vor Ort? Diese Flucht ist mir zu ungenau. Wirkt wie: Ich muss meine Helden da unbedingt rausholen.

Zitat:
Die Frauen versklavt, Kinder und Männer hingerichtet.
Die Kinder wären bestimmt auch versklavt worden.

Zitat:
Kahil, Vater Abdullah´s und rechte Hand Asad´s verfolgte die jungen Beduinen - angetrieben von grausamen Rachegedanken.
Zuviel Pathos. Wenn der Vater des toten Jungen die beiden verfolgt, wird’s wohl nur aus Rache sein. Trau dem Leser ruhig ein bisschen Einfühlungsvermögen zu.

Zitat:
Saud, der Alleinherrscher erlag einer unheilbaren Krankheit. Er starb von heftigen Fieberschüben gequält. Asad der Unbekannte aus dem Hedschas hatte diese Gelegenheit beim Schopf gepackt und fiel mit seinem Gefolge in El-Sharif ein. Ein blutiges und skrupelloses Gemetzel folgte. Asad riss die Herrschaft an sich, berief sich auf ein uraltes, arabisches Gesetz des Stärkeren und lies die Gesetze zum Leidwesen der Beduinen ändern.
Asad hegte einen unergründlichen Groll gegen das stolze Reitervolk.
Einige beugten sich dem Regime, unterwarfen sich
und wurden verschont - jene die sich gegen ihn stellten wurden hingerichtet, auch ihre Familien konnten sich Asad´s Zorn nicht entziehen. Jeder Beduinen der seinen Truppen in die Fänge ging, wurde niedergemetzelt.
Der Einschub ist hier fehl am Platz. Der unergründliche Groll des Asad hat was vom Deus ex machina. Eine Bedrohung wird gebraucht, also hat der Antagonist einen unergründlichen Groll.

Zitat:
„Komm schon! Du bist doch ein Mann!“ sagte Yasir
sagte Yasir. Oder schrie, bettelte, flehte er. Es geht hier um das Leben seines Freundes.

Zitat:
„Ich....ich kann nicht mehr!“ jammerte Kadeen
Kinder jammern. Leute wie ich jammern auf dem Zahnarztstuhl. Aber der arme Kadeen, der entweder verdursten wird oder von blutrünstigen Söldner bei lebendigem Leib in Stücke gerissen, der jammert nicht. Das ist unpassend.
Zitat:

Yasir packte seinen Vetter am Kaftan und warf ihn sich über die Schultern. Er konnte ihn nicht einfach liegen lassen
Hier wäre es von der Reihenfolge sinnvoller, wenn er ihm erst Wasser gibt und ihn sich dann über die Schulter wirft.

Zitat:
„Nein!“ dachte er, aber Yasir konnte es nicht verwehren.
Wer denkt hier? Kadeen oder Yasir?
Zitat:

Yasir: „Nicht so hastig!“
Das geht so nur in Drehbüchern und Theaterstücken.

Zitat:
Ein schwarzer Kaftan verhüllte Yasir´s Körper, weiße, orientalische Stickereien prankten auf der Brust. Bis auf die Augen, vermummte ein dunkles Tuch das ganze Gesicht. Yasir´s kristallblaue Augen stachen zwischen der dunklen Farbe besonders hervor.
Der Absatz passt hier überhaupt nicht rein.

Zitat:
Es gab nichts Schweißtreibenderes, als seinen Vetter in der unaufhörlichen Hitze, die Düne empor zu schleppen.
Ich kenne was schweißtreibenderes: Zwei Vettern in der Hitze die Düne empor zu schleppen! Vorsicht mit solchen Übertreibungen.

Zitat:
Die Füße schmerzen und zogen
unter ziehenden Füßen kann ich mir nichts vorstellen.

Zitat:
Plötzlich nahm Yasir sein Umfeld nur noch verschwommen wahr
Dieser Satz ist ein schönes Beispiel für die Berichthaftigkeit deines Textes.

Zitat:
Bald kreisten die Gänsegeier über ihnen. Sie wachten über ihre Beute. Als einer der Habichtartigen auf Kadeen´s Körper landete, um sich daran gütlich zu tun, da fielen plötzlich Schüsse. Der Aasfresser schrak auf und ließ von seiner Beute ab.
Umschreibungen können gut sein, aber hier ist es too much: Gänsegeier, habichtartige, Aasfresser. Zieh die Sätze doch zusammen, z.B. Bald zogen die Geier wachsam über ihren Köpfen. Als der erste des Schwarms auf Kadeens Körper landete,  fielen Schüsse. Der Vogel schrak auf ...

Zitat:
Sie kamen zu dritt, angeritten auf baktrischen Kamelen
ganz ehrlich – es ist schnuppegal, auf was für Kamelen die ankommen.

Zitat:
Kahil half den Faris auf
Der hilft ihnen auf? Das ist ja mal ein Netter!

Zitat:
Sie wurden geschlagen, gedemütig und verhöhnt.
Hier habe ich überhaupt kein Bild vor Augen. Beschreibe die Schläge, die Demütigungen. Wir sollen doch mit deinen Helden leiden und uns über ihre Rettung freuen.

Zitat:
Erneut half Kahil den beiden auf die Knie:
Der hilft den beiden nochmal hoch. Der ist echt freundlich.
Mal im Ernst – ist helfen hier das richtige Wort? Vielleicht reißt er sie brutal an den Haaren hoch, die beiden kommen mit ihren geschwächten Körpern und auf dem nachgebenden Sand nicht schnell genug nach und Kahil hält ein großes Büschel von Kadeens Haaren in der Hand.


Zitat:
Kadeen konnte seinem Tod nicht so ehrenhaft entgegen treten.
Er schlotterte am ganzen Leib. Kadeen´s Herz arbeitete wie eine Dampfmaschine. Binnen weniger Sekunden badete er im eigenen Schweiß.
Es ist nicht nötig, explizit zu schreiben, dass Kadeens Herz wie eine Dampfmaschine arbeitet. Wir wissen durch die vorangegangenen Sätze, dass es sich um ihn handelt. Und die Sache mit dem Schweiß: Es ist die ganze Zeit schon mörderisch heiß. Die beiden armen Kerle asten durch die Wüste. Die sind sowieso in Schweiß gebadet. Der Angstschweiß macht den Kohl da auch nicht mehr fett. Versuche, deinem Leser die Angst anders näher zu bringen. Wie reagiert der menschliche Körper auf Todesangst?


Das sind nur einige ausgewählte Anmerkungen zum Text.

Was mich hier etwas sarkastisch werden lässt, ist deine Äußerung:
Zitat:
So, habe mir eure Kritik angeschaut. Ich hatte hier und da einige wirre Sätze entdeckt. Naja wohl nicht genug Zeit investiert.
nachdem du jede Menge gute Tipps bekommen hast. Nein, es sind nicht nur einige wirre Sätze. Es fehlt am Grundsätzlichen. Das musst du dir erarbeiten, wenn du das willst.
Aber das wird nicht funktionieren, wenn du immer und immer wieder den gleichen Text minimal änderst, eher verschlimmbesserst.

Das Ganze kommt mir vor, als hättest du ein Haus auf morastigem Untergrund gebaut und jetzt geben die Wände nach, Risse tun sich im Mauerwerk auf, das Dachgeschoss steht schon ganz schief, die Möbel rutschen herum und die Bilder fallen von den Wänden.
Um dich herum sind lauter Handwerker und Architekten, die dir zurufen, das Haus abzureißen und das Fundament neu zu setzen. Deine Reaktion jedoch ist es, neue Bilderrahmen fürs Dachgeschoss zu kaufen.

Wie gesagt, wenn dir das Schreiben am Herzen liegt, dann lass deine beiden Beduinen in der Wüste und versuch dich mal an anderen, kleineren Dingen.

Just my 2 cents, wie es so schön heißt.

Viele Grüße,
Münsch


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Alogius
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Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 05.11.2009 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

zur Version davor hatte ich Dir bereits Anmerkungen geliefert, die Du hier eigentlich erneut, minimal geändert wie Dein Text, lesen könntest - darum spare ich mir das.

Du hast jetzt sehr viele Hinweise und Kommentare erhalten, aber keinen konkret benutzt. Da sind nicht nur einige wirre Sätze enthalten, das ist insgesamt nicht gut. Du solltest Dir die Hinweise und auch die Hilfen, die zB hier angeboten werden, wahrnehmen, verinnerlichen und lernen - das geht über einen langen Zeitraum.

Mein Rat wäre auch, die Wüste und ihre Bewohner abzuhaken und etwas Neues zu versuchen. Vielleicht fängst Du bei den Übungen an?

Gruß
Tom


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Gabi
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BeitragVerfasst am: 05.11.2009 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Osti!

Auch ich kann dir nur von einer Sanierung abraten. Hier hilft nur ein Neubau, wie ich es bereits einmal erwähnt hatte.
Doch zuvor solltest du dich mit dem Handwerk und den Materialien, die dir zur Verfügung stehen vertraut machen.
Pack dir ein Herz und versuch es. Trenne dich von deiner Geschichte und lege sie erst einmal auf Eis, sonst wird die Baustelle immer größer.
Wenn die Zeit da ist, wirst du merken, dass eine Sanierung viel zu aufwendig ist. Und du wirst das Verlangen haben, neu zu bauen. Doch die Erkenntnis erreichst du nicht nach ein paar Tagen oder Wochen. Hab Geduld mit dir. Erfreue dich an kleinen Übungen, die dir besonders gut gelingen. Schreibe eine neue Kurzgeschichte, die vielleicht nicht mehr so verrissen wird.
Ich habe gelesen, dass du schon rezensiert hast. Das ist doch schon mal ein Anfang. Dabei lernst du unwahrscheinlich gut, etwas objektiv zu betrachten.

L.G.
Gabi


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