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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Erlösung


 

 
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Jules Verne
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 23
Beiträge: 172
Wohnort: Italien


BeitragVerfasst am: 31.10.2009 20:29    Titel: Erlösung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich warte auf Erlösung.

Denn die Zeiten zerschmelzen,
während die Tage gefrieren,
sich im Nichtstun wälzen,
und Sünde kreiren.

Meine Gefühle sind vertrocknet,
meine Gedanken verwest.

Mein Tatendrang ist verstummt,
mein Ehrgeiz erloschen.

Mein Lebenssaft ist vergossen,
meine Wille geschwunden.

Ich warte auf Erlösung.

Denn die Zeit foltert mich,
wenngleich es Hoffnung gibt,
sie geht irgendwann zu Neige,
und erstarrt in ihrem Stolz.

Und so geschieht es auch,
als in einer Gewittersnacht
das Leiden ein Ende nimmt,
und mein Dasein vergeht.

Erlösung.



_________________
Wer zur Quelle möchte, muss gegen den Strom schwimmen.
Wer zum Abwasserkanal möchte, muss sich treiben lassen.
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 28
Beiträge: 1673



BeitragVerfasst am: 31.10.2009 21:35    Titel: Re: Erlösung Antworten mit Zitat

Hallo,

Dein Gedicht ist nicht grundsätzlich schlecht, doch sicher verbesserungswürdig. Ich habe ein paar Anmerkungen für dich, die ich nicht böse meine :)

Jules Verne hat Folgendes geschrieben:
Denn die Zeiten zerschmelzen,
während die Tage gefrieren,
sich im Nichtstun wälzen,
und Sünde kreiren.

Wieso hier reimen, wenn du es nachher nicht mehr tust? Der Stilbruch von dieser zu den anderen Strophen ist einfach zu gross. Nichtreime und Reime sinnig zu kombinieren, das funktioniert nur sehr, sehr selten. Hier ist es meiner Meinung nach nicht so ganz gelungen.

Jules Verne hat Folgendes geschrieben:
Meine Gefühle sind vertrocknet,
meine Gedanken verwest.

Mein Tatendrang ist verstummt,
mein Ehrgeiz erloschen.

Mein Lebenssaft ist vergossen,
meine Wille geschwunden.

Diese Stelle hier finde ich leider überhaupt nicht originell. Zum Einen find den sich wiederholenden Satzaufbau träge, zum Anderen würde ich mir den Inhalt metaphorischer wünschen. Meine Gefühle sind vertrocknet – das lässt in meinem Kopf kein Bild entstehen. Grundsätzlich rate ich dir vom Adjektiv ab. Beschreibe die Gefühle nicht, lass sie lieber etwas tun!

Gefühle
ziehen Staubfäden durchs Gehirn
schmecken nach Tod
liegen im Sand und sonnen sich

Alles spontane Beispiele, nicht ganz ernst zu meinen ;) Ich will damit nur sagen: Verben bringen Dynamik rein.

Jules Verne hat Folgendes geschrieben:
Denn die Zeit foltert mich,
wenngleich es Hoffnung gibt,
sie geht irgendwann zu Neige,
und erstarrt in ihrem Stolz.

Hier würde ich mir Details wünschen. Wie foltert die Zeit das Lyrische Ich? Jagt sie ihm Nadeln in den Körper? Verabreicht sie ihm scherzhaftes Gift? Das Wort foltern allein gibt nicht so viel her.

Jules Verne hat Folgendes geschrieben:
Und so geschieht es auch,
als in einer Gewittersnacht
das Leiden ein Ende nimmt,
und mein Dasein vergeht.

Wieso ausgerechnet in einer Gewitternacht? Hat das einen Bezug zum restlichen Gedicht? Wenn ja, dann sehe ich ihn nicht. Das kommt mir hier ein wenig zu unvermittelt, als hättest du am Schluss noch einen Schauplatz gesucht. Baue die Gewitternacht doch von Anfang an atmosphärisch auf. Auch hier gilt wieder: Wie fühlt sich eine Gewitternacht an? Prasselt, blitzt, modert, rauscht, zittert, grollt oder zischt sie?

Jules Verne hat Folgendes geschrieben:
Erlösung.

Dieses eine simple Wort gefällt mir gut. Ein gelungenes Ende.

Das alles hört sich nun vielleicht negativ an, aber so meine ich es nicht. Grundsätzlich will ich dir nur zu mehr "Action" und Präzision raten. Abstrakte Wörter wie Ehrgeiz, Hoffnung und Stolz sagen einfach nicht viel aus. Ich als Leserin will solche Wörter mit Leben gefüllt sehen. Ich hoffe, du kannst was damit anfangen.

Liebe Grüsse,
Scheinheilige


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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