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Die Andere

 
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Bananenfischin
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Moderatorin

Beiträge: 4483
Wohnort: NRW
Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 27.09.2009 22:06    Titel: Die Andere eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Andere

„Dass da keiner was macht, Herrgott! Wie das da unten aussieht, und das schon seit Tagen, eine Schande ist das!“ Berta Hoffmann nahm noch einen Bissen von ihrem Brötchen. Es krümelte, aber sie kümmerte sich nicht darum. „Dabei sind wir so eine saubere Siedlung. Was denkt die Frau sich bloß? Wie kann man sich einfach so da hinsetzen und aller Welt zeigen, wie heruntergekommen man ist? Peinlich!“ Doch trotz ihres Unverständnisses konnte Berta den Blick kaum abwenden. Seit diese Frau sich dort unten niedergelassen hatte, stand sie oft stundenlang am Fenster. Beobachtete. Grübelte.

Im Grunde sah die Frau ja ganz normal aus. Nicht elegant, natürlich, aber ihre Kleidung war ordentlich und sauber. Sie hatte sie auch schon mehrfach gewechselt. Wann und wo hatte Berta allerdings nicht mitbekommen. Alkoholikern schien sie auch nicht zu sein, denn es lagen keine Bier- oder andere Spirituosenflaschen herum. Jetzt gerade öffnete die Frau eine Konserve, kramte dann aus einem blauen Müllsack einen Löffel hervor und begann zu essen. Ravioli, soweit Berta das erkennen konnte. Direkt aus der Dose! Gut, sie selbst hatte das auch schon einmal gemacht. Aber doch nicht in der Öffentlichkeit!

Bertas Brötchen war mittlerweile aufgegessen. Die Finger wischte sie an ihrer Hose ab, ohne den Blick vom Fenster abzuwenden. Sicher hatte die Frau ihre Wohnung verloren. Vielleicht hatte ihr Mann sie rausgeschmissen, vielleicht war sie auch vor ihrem Mann geflohen. Aber in so einem Fall musste man sich doch nicht häuslich auf einer Bank einrichten. Nein, so etwas hatte in diesem Staat doch niemand nötig.  Nachdenklich begann Berta auf ihren Fingerknöcheln herumzukauen. „Psychisch krank wird die sein, ja genau, psychisch krank“, nuschelte sie kaum hörbar. Niemand bat sie, das Gesagte noch einmal deutlicher zu wiederholen. Sie lebte schon lange allein. „Der muss dann doch geholfen werden. Warum hilft denn da keiner?“

Wie auf ein Stichwort kam plötzlich Leben in den Hof. Zwei Nachbarinnen betraten das Gelände, gefolgt von zwei Polizisten. Die Frau auf der Bank sah von ihrer Raviolidose auf und erstarrte. Berta hielt mit ihr den Atem an. Die kleine Menschengruppe hatte die Frau schon bald erreicht. Die Polizisten redeten auf sie ein. Immer kleiner wurde die Frau auf der Bank, blickte zu Boden und schüttelte verhalten mit dem Kopf. Eine der Nachbarinnen setzte sich zu der Frau und legte ihr eine Hand auf den Arm. „Das gibt es doch nicht“, murmelte Berta. Die Frau sah auf und begann zu weinen. Die Polizisten redeten weiter, und nun nickte sie und stand auf. Berta fand, dass sie erleichtert aussah. Die Nachbarinnen sammelten noch einige persönliche Gegenstände auf, dann verließen alle den Hof. Ein Polizist hatte dabei den Arm um die Frau gelegt, die nun nicht mehr die psychisch kranke Frau auf der Bank war, sondern die Frau, der geholfen wurde. „Ach“, sagte Berta hinter der vor den Mund gehaltenen Hand. „So was!“ Nun gab es nichts mehr zu sehen.

Also drehte sie sich wieder in die dunkle Höhle ihrer Wohnung um, vorsichtig. Die gut einen Meter fünfzig hohen Papierstapel auf der einen Seite des Zimmers und die fast genauso hohen Kleider- und Kramberge auf der anderen Seite wollte sie lieber nicht ins Wanken bringen. Wie eine in  die Jahre gekommene Seiltänzerin schritt sie dann den schmalen Pfad entlang, der zu dem einzigen noch freien Platz auf ihrem Sofa führte.



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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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DasProjekt
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3470
Wohnort: Ørbæk, Nyborg, Dänemark


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 08:14    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner kleiner und nachdenklich stimmender Text, der viele Ebenen berührt, ohne zu schwafeln. Gefällt mir gut.

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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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yt
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 44
Beiträge: 720
Wohnort: Sittensen
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ein neutraler Kommentar.

Mit parallelen Gruessen,
yt
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Soraya
Geschlecht:weiblichWuchtbrumme

Alter: 39
Beiträge: 2220
Wohnort: Regensburg
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 09:31    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text ist für sich stehend gar nicht schlecht - größtenteils sauber geschrieben, auch hier wieder eine gewisse Doppelmoral im Fokus, die ich durchaus interessant finde. Im Vergleich zu den anderen Werken hier ist er mir aber einfach - man möge mir verzeihen - zu wenig. Nicht unbedingt zu kurz, auf die Länge kommt es ja nicht an wink , aber einfach zu knapp formuliert, zu wenig Handlung insgesamt. Trotzdem, und das ist wieder ein Pluspunkt, hat man von Berta ein gutes Bild gewonnen, auch wenn das Ende dadurch für mich ziemlich vorhersehbar war.

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Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden. -Heinz Rühmann als Dr. Johannes Pfeiffer, Die Feuerzangenbowle-
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versgerber
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 27
Beiträge: 441
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Die sich-mal-an-die-eigene-nase-fassen Moral kommt rüber, Schreibe passt auch, aber mir fehlt es an Tiefe. Damit mein ich nicht irgendeine weltbewegende Botschaft, die in den Zeilen zu schlummern hat, sondern eine intensivere Behandlung einzelner Teile.
Ich habe das Gefühl, hier insgesamt zu wenig zu erfahren und so wirkt der Inhalt auf mich nicht sonderlich spannend.
lg


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Lachen kann so leicht sein, wenn man genügend oder gar keine Gründe hat
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Daydreamer
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 39
Beiträge: 111
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Geschichte die zeigt wie schnell man eine Diagnos bei anderen stellt und wie blind man bei sich selber ist.
Ob der obdachlosen Frau in der Geschichte nun wirklich geholfen wird ist nun eine Ansichtssache, allgemein hat mir der Text gefallen.
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Mana
Mensch

Alter: 34
Beiträge: 2614
Wohnort: Düsseldorf


Apollon
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Guy,

ich finde den Text gut durchdacht und umgesetzt. Die Pointe kam für mich aber etwas vorhersehbar rüber, allein schon wie sie das Brötchen verspeist, wies schon leicht darauf hin. Die Pointe an sich find ich in nicht überragend, aber in Ordnung. Trotzdem ist das hier der für mich beste Text (bisher).

Gruss Ralf


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Der Verstand schreibt mit Tinte, das Herz mit Leidenschaft...

Wissenschaft ist ein stahlharter Metalldildo zum umschnallen.- Vince Masuka

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"Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse
Und mich in gott und gott in mich zusammenfasse." von Johannes Scheffler
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 41
Beiträge: 3644

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ein schnörkelloser Text, der sprachlich auf gutem Niveau die gestellte Aufgabe umsetzt. Klingt wie ein Standardsatz, ist aber so nicht gemeint. Nichts gegen Leute, die Berta heißen, aber ich hatte schon ein Bild im Kopf, das sich auch bestätigt hat (kann man mal sehen: Vorurteile).
Berta ist nicht besser als die Frau da unten, könnte man sagen. Eigentlich kann man Berta nur bemitleiden, weil sie ihre Doppelmoral und ihr eigenes Problem (die Stapel, das Chaos...deutet ja an, wie es um sie bestellt sein mag) kennt, aber vielleicht gar nicht wahrnimmt. Wohl hat sie nur etwas mehr Glück gehabt als die arme Frau dort unten.
Das ist gut umgesetzt, aber es fehlt - bis auf den letzten Satz und in einigen Passagen - die Ironie, die ich von dem Text erwartet habe. Das und die vergleichsweise knappe Beschreibung der Frau trüben meinen Eindruck.
Kein schlechter Text, wahrlich nicht, aber aus dem Thema und der Umsetzung hätte noch mehr werden können, tut mir leid.

Danke
Gruß
Tom


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Tatze
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 288
Wohnort: Esslingen


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte Spaß beim Lesen deines Texte und das ist für mich meist das Wichtigste. Sprachlich lässt sich auch nichts am Geschriebenen aussetzten. Toll mit welchen Mitteln du die innere Haltung und die Verfassung der Hauptperson beschreibst. Du rufst klare Bilder, gemischt aus Verständnis, Ablehung und eigener,dunkler Einsamkeit hervor und verteilst diese geschickt im gesamten Text. Du bist von den oberflächlichen Bechreibungen und den vermuteten Problemen der Frau auf der Bank, auf die seelische Verfassung der Nachbarin übergegangen.  
Wie auch Berta Hoffmann, kann sich der Leser seinen Teil zu der Frau auf der Bank denken, sich größtenteils eine eigene Meinung bilden. Die Situation und Verfassung Berta Hoffmanns aber, wird ihm deutlich vor Augen geführt.
Insgesamt also ein sehr netter, spannender Kontrast, toll zu lesen und voller sprachlicher, wie auch inhaltlicher Facetten.
Super!

 Daumen hoch
Liebe Grüße
Tatze


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Eredor
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Moderator
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Sprache und ein wunderbares Ende. Die Frau ist im Innern wohl sauberer, als viele andere Menschen.
Gern gelesen, und das ist auch 8 Federn wert! smile

lg Dennis
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

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Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 28.09.2009 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Liest sich sehr angenehm, nicht aufdringlich, sondern sanft, subtil. Gefällt mir ausgesprochen gut. Die Reaktionen von Frau Hoffmann sind natürlich und nachvollziehbar. Klasse auch, wie man die Unterschiede – oder vielmehr: die Gemeinsamkeiten zwischen der „Anderen“ und Frau Hoffmann erkennen kann. Mich hat‘s berührt. Rechtschreibfehler sind mir keine aufgefallen. Der letzte Satz ist super. 8 Federn.

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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Hoody
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2604
Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Mhh ich bin mir nicht sicher was ich vom Text halten soll.
Ein guter Schreibstil. Aber die Geschichte an sich ist etwas fad. Nicht schlecht aber irgendwie fehlt mir der Konflikt, der Höhepunkt.
Aber trotzdem 7 Federn.

lg Hubi


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m-chen
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 94
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Wirklich sehr interessant und auch ziemlich realistisch. Wer weiß schon, was in unseren Nachbarn vorgeht, die dabei noch ganz scheinheilig anständig tun?
Mich würde ja interessieren, was die Frau auf der Bank denn nun für ein Problem hatte. smile


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Mana
Mensch

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Beiträge: 2614
Wohnort: Düsseldorf


Apollon
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte auch noch betonen, dass ich den Titel mag. Einige der anderen Titel finde ich weniger gelungen. Gibt sogar einen Text mit zwei Titeln.

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EdgarAllanPoe
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Goldene Feder Lyrik


Die Tauben
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Eine feine Ironie, die du da in deinem Text spinnst. Diese Berta Hoffmann, die sich über die Obdachlose aufregt, obwohl sie selbst doch unordentlich ist - geradezu ein "Messie", obwohl ich denke, dass das eine sehr gewagte Interpretation von Bertas Situation ist. Hier interessiert mich noch nicht einmal die Geschichte der "Frau im Innenhof", sondern die Geschichte der Berta Hoffmann, die eine merkwürdige Selbstironie an den Tag legt, die ihre eigenen Probleme auf andere projiziert. Somit fällt das Gesamturteil doch überdurchschnittlich gut aus. Ein paar Fehler hast du noch drin, die lassen sich aber beseitigen.

Eddie


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(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

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Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 28.09.2009 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Eine gute Idee, nicht schlecht umgesetzt. In sich stimmig.

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If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
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Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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MR.
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 34
Wohnort: Mainz


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,


ich finde es ein gutes, sehr kurzes Stück. Realistischer Ausschnitt aus dem Hochhausghetto. Elegant die Idee, dass aus der Frau auf der Bank eine Frau, der geholfen wird, wird. Rollenwechsel, so einfach.
Die Messi-Frau dagegen bleibt in ihrer Rolle, bleibt allein. Das ist letztlich grausamer.

Die Charakterzeichnungen haben mir allerdings etwas gefehlt in dem Stück, auch wenn man sagen kann, es gelte für alle Personen, und deshalb braucht es vielleicht keine Charakterisierung. Ich wünschte es mir.

Trotzdem: Prima.

MR.
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6693
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 28.09.2009 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

... da sitzt sie nun die arme, alte Frau allein auf ihrem Sofa.

Eigentlich ist die Beobachterin doch genauso zu bedauern, oder?
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SylviaB
Geschlecht:weiblichSchnupperhasi

Alter: 52
Beiträge: 6815
Wohnort: Köln
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Du smile

eine sehr schöne psychologisch kniffelige Geschichte mit einem unerwarteten Ende. Gut geschrieben, mir allerdings fehlt irgendwie etwas. Mehr von den Gedanken, vielleicht einen größeren Einblick in die verworrene Gedankenwelt deiner Protagonistin. Und vielleicht den roten Faden zum Messidasein. *grübel*

Aber eigentlich gefällt mir die Geschichte wie sie ist.
Gut gemacht smile extra

Lieben Gruß
Sylvia


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Scheint dat Sönnsche dir aufs Hirn,
hassu wohl ne offne Stirn. wink
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Noelia
Geschlecht:weiblichPippi

Alter: 33
Beiträge: 1719
Wohnort: Villa Kunterbunt
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BeitragVerfasst am: 29.09.2009 01:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöle!

Mensch, klasse!

Tolle Idee, sehr kreativ, wie ich finde.

Respekt! Einer der besten Texte!
Sorry, aber ich find nix zu meckern..

Danke für deine Teilnahme!!

LG
Noelia


(Von mir gibt es selbstverständlich keinerlei Befederung, denn ich bin ja befangen und Boro schmeißt mich achtkantig raus wenn ich mitbewerte, aber ein Kommentar ist ja drin.  wink )
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Möwe
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 128
Wohnort: Norddeutschland


BeitragVerfasst am: 29.09.2009 05:37    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse, gefällt mir sehr gut die Geschichte. Trotz der kleinen Hinweise war der Schluß eine gelungene Überraschung.

LG Möwe
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KayMan
Gast






BeitragVerfasst am: 29.09.2009 06:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, wer im Glashaus sitzt...
Wenn sie die Messie-Frau aus ihrer Wohnung geklagt haben, treffen sich die beiden Damen vielleicht wieder.
Sprachlich sehr schön umgesetzt.
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