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Ketten

 
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 41
Beiträge: 3644

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 27.09.2009 21:51    Titel: Ketten eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ketten

Den Blick für meine Umgebung habe ich in vielen Studien geschärft. Das Haus, wo ich lebe, begrenzt zusammen mit anderen Gebäuden die Welt, die ich beobachte. Ich habe in endlosen Jahren das Gespür für die wesentlichen Dinge des Lebens geschult. Für mich gibt es nichts anderes, denn ich bin darauf angewiesen.
An eine Kette bin ich gebunden, die Beine und Arme ausgestreckt, den Kopf nach unten geneigt, damit ich vom Fenster des fünften Stocks auf den Innenhof schauen kann. In einem der Kettenglieder steht ein Dorn, der sich in mein Genick bohrt, sobald ich den Kopf etwas anhebe, weil ich ein Geräusch aus der Wohnung gehört habe und mich umsehen will. Ablenkungen sind nicht erlaubt.
Es würde dazu führen, dass ich etwas verpasse, Zusammenhänge nicht erschließen kann oder mich selbst verliere. Darum stelle ich mir den Dorn vor, denn eine Kette gibt es auch nicht.

Mir entgeht nichts. Ich weiß, wann mein Nachbar das Haus verlässt, in welche Richtung er geht und wie spät es ist, wenn er die Türe zu seiner Wohnung aufschließt. Die Kinder aller Häuser sehe ich jeden Tag, wie sie spielen, raufen und unverdorben in ihre Zukunft blicken. Sie rutschen vergnügt in den Sandkasten, toben auf den Bänken und wissen nicht, dass ich sie sehen kann.
 
Heute ist alles anders. Die Kinder spielen nicht, und mein Nachbar macht einen Bogen um seinen eigentlichen Weg. Erst habe ich mich gewundert, eine Verschwörung vermutet. Vielleicht haben sie mich entdeckt und Maßnahmen getroffen?

So ist es aber nicht.
Seit einigen Tagen lebt eine Frau im Hof. Bei sich hat sie stets eine Papiertüte, in der sich ein altes Handtuch, ein Kamm und Haarklammern befinden. Ich habe sie am ersten Tag genau beobachtet und ihr Hab und Gut notiert. Am Abend habe ich gesehen, wie sie sich mit einigen Zeitungen zugedeckt hat. In den Morgenstunden ist sie auch noch dort gewesen.
Geht sie denn nie mehr?

Ich vermute, dass sie in unbeobachteten Momenten aufbricht, um die Mülltonnen nach brauchbarer Nahrung und den alltäglichen Dingen zu durchsuchen. Das tut sie, wenn ich schlafen gehe.
Ansonsten sehe ich sie immer auf der Bank, die wohl bald ihren Namen tragen dürfte, denn sie hat ihr eigenes Reich geschaffen. Unter ihrer Schlafstätte stapeln sich Konservendosen und Getränkeflaschen.
Manche sind noch etwas gefüllt, andere leer. Was noch irgend essbar ist, schürft sie mit dürren Fingern hervor, steckt es in den Mund, der mich an einen tiefen Schlund erinnert. Zähne sehe ich durch mein Fernglas nicht. Ich stelle mir vor, wie sie verbrauchte Speisen in einem Zuge schluckt. Für mich ist es ekelhaft, für sie ist es eine Mahlzeit.
 
Wenn sie gegessen hat, sitzt sie eine Weile tatenlos da. Es ist, als würde sie den Hof vermessen, ihr Reich begutachten und sich daran erfreuen, denn das fahle Gesicht trägt vermutlich keine unglücklichen Augen.
Unter dünnen Brauen liegen sie in den Höhlen verborgen, bis ich sie betrachte. Der abwartende Blick der Frau sticht dann heraus, verfängt sich direkt im Fernglas, das ich erst in letzter Sekunde meiner Neugier und den eigenen suchenden Augen entreißen kann.
Bemerkt hat sie mich noch nie.

Es ist Mittag. Ich sitze am Fenster, lehne meinen Rumpf etwas nach hinten und schaue auf den Platz. Das Fernglas schärfe ich, richte es aus. Alle Gedanken und Erfahrungen des Lebens ruhen nun. Meine Aufmerksamkeit gilt ihr.
Sie kniet vor der Bank, sammelt ihre Flaschen und scheint sie zu zählen. Ich glaube, sie weiß, dass sie beobachtet wird, aber das Ziel hat sie noch nicht gefunden. Ihre Bewegungen werden von Tag zu Tag geschickter und vorsichtiger. Ob sie ahnt, dass ich in dieser Nacht nicht schlafen werde?
Jetzt ist sie mit dem Ergebnis zufrieden, denn wie immer setzt sie sich, atmet erleichtert aus und faltet die Hände.
Die Vorstellung, sie dankt allen Göttern, diesen Ort gefunden zu haben, erregt mich. Wie kann sie glauben, dass ich diese Störung dulde, ohne Gegenmaßnahmen zu treffen? Sie muss sehr sicher sein, wie sie jetzt eine der Dosen in den Händen wiegt, ihren schmalen Leib dabei auf und ab bewegt.
Sie ist nicht sehr groß gewachsen. Unter den Lumpen schlummert vermutlich ein Skelett, das am liebsten schon das magere Fleisch verlassen möchte. Sorglos steht es eines Tages auf, entledigt sich der Frau, um ein neues Leben zu beginnen. Ihr Fleisch, getrocknet in der Sonne, fällt auf den Boden, und die Haut umwickelt als unnütze Hülle die Holzbank. Ich würde die Behörden bestellen, damit man sie holen kann und mit ihrem Dreck entsorgt.
Aber so ist es nicht. Sie ist noch da.
Was will sie nur von mir? Meine Aussicht und all die Aufzeichnungen zerstören, die ich in mühsamer Arbeit getan habe?

Ihre Mahlzeit ist beendet. Für mich ist nicht überraschend, dass sie erneut wartet. Der Eindringling hat sich satt gefressen und macht seine reglose Begehung. Das Land und seine Grenzen werden vermessen, nachdem mögliche Feinde und Unruhestifter, wie mein Nachbar und die Kinder, vertrieben sind.
Wie gern würde ich sie rufen, ihr sagen, sie solle endlich verschwinden.
„Es gibt bei uns nichts zu holen. Alles ist, wie es ist. Finde einen anderen Platz, denn hier bestimme ich das Leben!“, würde ich schreien.
Aber das kann ich nicht. Meine eigenen Erkundungen würden allen zuteil werden. Also schweige ich.

An manchen Tagen bin ich so unruhig, dass ich am liebsten aufstehen, zur Tür und in den Hof laufen würde, um sie zu vertreiben. Mit Armen und Beinen würde ich schlagen; meine Finger griffen ihren dünnen Hals, um ihn vom Leib abzutrennen. Doch auch das kann ich nicht, weshalb ich hier verweile und meine Pläne schmiede.
Wenn ich am Abend meinen Nachbar sehe, muss ich ihn in Kenntnis setzen. Ihn allein weihe ich ein. Er wird es verstehen und der einzige Verbündete sein, der von meinen Tätigkeiten weiß.

Morgens und abends kommt meine Nichte zu mir. Sie hilft in den alltäglichen Dingen. Meine Nichte ist ein liebes Mädchen und würde Mitleid mit dieser Frau haben. Darum kann ich ihr nichts erzählen. Ich bin ein alter Mann, an meinen Rollstuhl gefesselt. Ihr Mitleid darf sie nicht aufteilen, weil sie mich nicht verstehen würde.
„Schau, sie ist ein armer Mensch, und man muss ihr helfen“, würde sie sagen.
„Sie ist ein Eindringling. Ich sehe die Kinder nicht mehr, und meine Arbeit der vergangenen Jahre ist umsonst.“
„Sei nicht so grimmig“, würde sie antworten.
Meine Not könnte sie also nicht begreifen.

Was würde geschehen, ginge ich hinaus und würde die Frau ansprechen?
„Guten Tag. Darf ich fragen, was Sie hier tun?“, frage ich sie.
„Ich lebe von nun an hier. Damit müssen Sie sich abfinden“, antwortet sie.
Ihre schwarze Kehle bebt, denn sie verspottet mich.
„Sie sind sich des Sieges sicher, ja? Ich habe viele Verbündete hier. Den Hof habe ich schon beobachtet, als Sie noch durch die Gassen geschlichen sind“, sage ich zornig.
Ihr Lachen, das die einzige Antwort ist, krächzt bis in alle Stockwerke hinauf. Das wäre bereits ihr Sieg, denn die Vögel würden die ganze Stadt aufrufen, ihr zu folgen. Ich bin mir dessen sicher, denn in den frühen Morgenstunden versammeln sich die Tauben um ihr Lager. Sie teilt mit ihnen die Beute der vergangenen Tage. Ein ungeübter Beobachter würde Großzügigkeit erkennen. Ich weiß es besser. Sie schart alle um sich, damit sie vorbereitet ist auf jede Gefahr. Ihr Vorgehen scheint weit geplant zu sein.

Ich bin sogar erleichtert, niemals mit ihr reden zu müssen. Sie hat ihre Zeit verschwendet, denn ich werde alle Mittel einsetzen, es zu regeln.
Sie geht zum Gebüsch, das einige Meter entfernt steht. Dort verrichtet sie stets ihr Geschäft. Es ist das Dickicht, in dem sie sich verschanzt und beobachtet. Wie ein Tier wird sie sich auf den Boden legen. Ihre Augen spähen dann alle Fenster aus, bis sie mich entdeckt hat. Aber wie jeden Tag findet sie mich nicht.
Nach einigen Minuten steigt sie wieder heraus, sieht sich um und geht zurück an ihr Lager. Das tut sie mit unendlicher Geduld.

Dort kommt er. Gleich wird er zur Bank schauen, sie sehen, den Kopf schütteln und den anderen Weg zum Haus laufen. Ich werde ihn rufen, sobald er an der Türe steht. Die Frau wird ihn nicht erreichen können. Er wird eilig in mein Stockwerk kommen, den Schlüssel nehmen, der dort versteckt ist, eintreten und mich anhören. Gemeinsam werden wir eine Lösung finden.
Er geht den üblichen Weg! Ahnungslos läuft er zur Bank, scheint sie freundlich zu begrüßen. Lächelt sie etwa?
Ich darf nicht rufen, muss mich ruhig verhalten. Es wird eine Erklärung geben.
Jetzt greift er in seine Tasche. Er legt ihr ein paar Münzen in die Hand. Sie lächelt tatsächlich!
Mein Nachbar legt eine Hand auf ihre Schulter, bleibt noch einen Moment dort stehen. Nun geht er zum Haus; ich muss mich beeilen!
Meine Hände zittern. Ich nehme das Fernglas, verfolge seinen Weg, schwenke kurz zum Eindringling. Sie lächelt immer noch, aber es gilt mir. Meine Hände fassen immer stärker um das Glas, bis es beinahe zerspringt.
Ihre Augen sind grau. Das Lächeln stirbt auf dem Weg dorthin. Lange sehen wir uns an. Sie weiß, wer ihr Feind ist. Ich bin ein Narr, dass ich ihr so viel Zeit gegeben habe, ihren Plan auszuführen. Drohend scheint sie die Arme zu heben und einen Laut auszustoßen. Der scheußliche Ruf schreckt die Tauben auf. Sie steigen schnell empor, wirbeln durch die Luft, vorbei an den Fenstern, bis sie auch an mir vorüber gezogen sind. Im gleichen Augenblick habe ich ihn gerufen – er hat mich nicht gehört und ist bereits ins Haus gegangen.

Sie hat ihren Verbündeten gefunden. Morgen wird sie ihm sagen, dass ich es bin, der ihr Treiben beobachtet und ihr Vorhaben gefährdet hat. Er wird ein Treffen mit den anderen Bewohnern vereinbaren, und sie werden die Frau in ihre Mitte nehmen, ihr Hofstaat sein und mich vertreiben. Wie einen Hund peitschen sie mich über den Platz, verbrennen meine Aufzeichnungen, und es wird keine Spuren von mir geben. Ich werde fliehen können, mit lahmen Beinen durch die Gassen kriechen. Wie ein Käfer liege ich am Ende da, auf den letzten Tritt wartend.
So wird es geschehen.

Ich höre ihn im Treppenhaus. Rufen darf ich nicht. Ich würde meinen Nachteil eingestehen. Meine nächsten Schritte muss ich sorgfältig planen. Da sie mich erkannt hat, nutze ich diese Tatsache und beobachte sie weiter, denn verstecken muss ich mich nicht mehr.
Seelenruhig steht sie vor ihrem Lager, kämmt sich das pechschwarze Haar, bis es ganz ausgefallen ist und wischt mit dem Tuch über ihr Gesicht. Sie beachtet mich nicht. Das zeigt mir, wie erfolgreich sie gewesen ist, ihn auf ihre Seite zu ziehen. Anstatt den Sieg zu feiern oder mir in die Augen zu grinsen, stapelt sie wie an jedem Abend ihre Konservendosen und die anderen Utensilien und scheint etwas zu suchen. Sie fasst sich in den Rücken, streckt sich in die Höhe und steckt die Haarklammern auf einen beinahe kahlen Kopf.
Sie scheint mit diesem Vorfall gewachsen zu sein. Mit entschlossenen Bewegungen sammeln große Hände die Zeitungen, und ihr Körper wuchtet sich auf die Bank. Es würde mich nicht wundern, käme mein Nachbar heraus, um sie einzuladen, in einem warmen Bett zu schlafen.
„Ist es nicht an der Zeit, ins Haus zu gehen und Ihre Eroberungen zu genießen?“, würde er fragen.
Eine Antwort bekäme er nicht, denn mit den Schritten einer Raubkatze hätte sie bereits die ersten Treppen genommen und würde meinen Schlüssel finden, die Tür öffnen und mich in die Tiefe stürzen, damit jeder mich sehen kann.
Ich schaue nicht in den Hof, sondern betrachte mein Fernglas. Die treue Begleiterin ist mir heute zum Verhängnis geworden.

Die Tür öffnet sich. Ich schließe die Augen. Die Schritte der Feindin kommen näher. Sie verharrt und lässt sich den Augenblick des Sieges länger scheinen. Ihr Schlaf ist nur Täuschung gewesen. Sie ist gekommen.
„Onkel?“
Meine Nichte. Die letzte Gelegenheit.
„Du bist es“, sage ich erleichtert und öffne die Augen.
Ein schneller Blick hinaus zeigt mir, dass die Frau schläft.
„Wer soll es denn sonst sein?“, fragt sie.
Ich antworte nicht. Sie schiebt mich ins Badezimmer, danach an mein Bett. Mit geübten Griffen hilft sie mir.
„Was hast du denn heute getan?“
„Nichts weiter. Hast du die Frau gesehen?“, frage ich unschuldig.
„Ja. Ein armer Mensch. Ich überlege, wie man ihr helfen kann“, sagt meine Nichte.
Ihr Bedauern ist ehrlich.
Auf sie kann ich also nicht vertrauen. Mein Nachbar ist ihr vermutlich begegnet. Sie weiß alles und hat sich entschieden. Beim Abschied verstelle ich meine Enttäuschung und lasse sie gehen. Die geplante Nachtbeobachtung verwerfe ich. Es ist vorüber.
Ich schlafe unruhig und in Erwartung des Schlimmsten, bis meine Nichte am nächsten Morgen eintritt, mir aufhilft und ich am Ende wieder allein am Fenster sitze.

Die Frau ist immer noch da. Ihren Sieg hat sie nicht gefeiert. Zwei Männer stehen neben ihr. Sie muss gerade von ihnen geweckt worden sein, denn sie ist immer noch in die Zeitungen gehüllt.
Die Männer drücken ihr die Papiertüte in die Hand und jagen sie fort.
Ich bin stolz.
Gerade noch habe ich mir die Ausmaße der gestrigen Ereignisse ausmalen wollen, nun muss sie den Hof verlassen und kommt nie wieder her.
Ich schaue auf und will sie rufen: „Siehst Du? Ich bin es, der gewonnen hat!“
In meinem Genick spüre ich einen Stich. Langsam verschwindet der Schmerz, und meine Scham wird von den Tauben in alle Richtungen getragen.



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Aus einem Traum:
Entsetzter Gartenzwerg: Es gibt immer noch ein nullteres Fußballfeld. Wir werden viele Evolutionen verpassen.
Busfahrer: Tröste dich. Mit etwas Glück sehen wir den Tentakel des Yankeespielers, wie er den Ereignishorizont des Schwarzen Loches verlässt.
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 08:40    Titel: Antworten mit Zitat

Schade, dass die Geschichte morbid enden musste. Sowas hinterlässt bei mir immer einen schalen Beigeschmack, gerade so, als sei dem Schreiber nichts originelleres eingefallen, um eine Geschichte abzuschließen. Hanswerklich nahezu perfekt, abgesehen von der einen oder anderen unglücklichen Formulierung.

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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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yt
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ein neutraler Kommentar.

Mit gefesselten Gruessen,
yt
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Soraya
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Sprachlich ist das absolut makellos und äußerst beeindruckend - meine Hochachtung dafür! Inhaltlich fehlt mir aber leider über weite Teile der Zugang, das muss ich ehrlich sagen... Es hätte der Idee und auch dem Charakterentwurf des Beobachters meines Erachtens nicht geschadet, den Mittelteil drastisch zu straffen. Da steckt mit Sicherheit einiges drin, was interprationswilligeren Lesern als mir durchaus zusagt - ich verstehe mich jedoch als Geschichtenerzähler und Geschichtenleser, und dafür ist mir das stellenweise einfach too much. Dennoch: Stilistisch absolut beeindruckend.

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I get an urge, like a pregnant elephant, to go away and give birth to a book. -Stephen Fry-

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden. -Heinz Rühmann als Dr. Johannes Pfeiffer, Die Feuerzangenbowle-
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SylviaB
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Du da,

richtig richtig gut!

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

smile extra

Lieben Gruß
Sylvia


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hassu wohl ne offne Stirn. wink
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EdgarAllanPoe
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Goldene Feder Lyrik


Die Tauben
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Unheimlich. Ich kann beim besten Willen nicht erklären, WARUM die Frau in dieser Geschichte einen solchen Eindruck macht. Der Schrecken bleibt im Dunkeln, und das macht eine gute Geschichte aus, die auf Angst im Kopf des Lesers abzielt. Die Frau jagt mir beinahe selbst einen Schauer über den Rücken. Und der Ich-Erzähler erst: Er scheint psychisch krank zu sein und sich das Ganze nur einzubilden. Das hast du toll dargestellt, und die Geschichte liest sich deshalb runter wie Sahne.

Eddie


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(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

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Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
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femme-fatale233
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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, das ist mal ein Text. Mir gefällt die Stimmung, es ist so eine Mischung aus Düsterkeit und Verzweiflung, die von dem Mann im Rollstuhl ausgeht. Der Stil passt gut, er verleiht der Geschichte eine sehr menschliche und authentische Note.

Auch die Idee gefällt mir, zwei schwache Glieder der Gesellschaft einen Machtkampf austragen zu lassen - das hat was.

Fazit: Bis jetzt einer meiner Favoriten.
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist großartig, volle Punktzahl, keine Frage!

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If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
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Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

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(Voltaire)
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 28.09.2009 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Krank ^^

Ich habe mich erschreckenderweise amüsiert. Im großen und ganzen ein toller Text. smile

8 Federn!
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Mardii
Stiefmütterle

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Beiträge: 1819



BeitragVerfasst am: 28.09.2009 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Geschichte hat mich vom ersten bis zum letzten Wort überzeugt. Er stellt für mich eine kleine dramatische Handlung dar, die mich gleich in ihren Bann gezogen hat. Nach meinem Lesemarathon hat sie mich am meisten berührt.
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pripri
Geschlecht:weiblichHobbyautor

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Beiträge: 460
Wohnort: Schweiz (Zürich)
Postkartenprosa I


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ein wirklich beeindruckender Text, einwandfrei und mit viel Tiefe umgesetzt.
Ein Puzzle der Gefühlsspektren von Neid, Angst, Wut bis hin zu Selbstmitleid und Scham - so erscheint mir der Text.
Und das in nur 2 Stunden Shocked  Ich bin beeindruckt!

lg pripri
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mondblume
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 40
Beiträge: 1276
Wohnort: Costa Brava


BeitragVerfasst am: 28.09.2009 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Alter Mann sitzt im Rollstuhl und hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als seine Umgebung genauestens zu studieren. Die Thematik ist nicht unbedingt neu, aber trotzdem gut umgesetzt. Der Vergleich Kette - Rollstuhl ist sehr bildlich und ich kann die Verbitterung des Alten förmlich spüren.
Gefällt mir gut!


_________________
*** Wie Nebel in der Sonne (Amazon Publishing/Tinte&Feder), 14.08.18
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Daydreamer
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 39
Beiträge: 111
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie sind der Anfang und das Ende verwirrend, aber die Geschichte ist spannend zum lesen.
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Fahrender Gaukler
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Beiträge: 4137
Wohnort: Irgendwo in meinem Geiste
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BeitragVerfasst am: 28.09.2009 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanter Text. Ziemlich lang, was einerseits meinen Respekt abverlangt, andererseits aber auch etwas zäh anmutet. Habe jedenfalls drei Anläufe gebraucht, um bis zum Ende durchzukommen. Allerdings ist er sprachlich und inhaltlich (von der Idee her) gut gelungen: sehr solide, saubere Arbeit!


Gruß,

~~Der Gaukler


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Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)
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Biggi
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 855
Wohnort: BY



BeitragVerfasst am: 29.09.2009 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Was für ein Text.
So stimmig entwickelt, sprachlich so sauber, dass ich nichts mehr weiter dazu sagen kann, weil mir die Luft weggeblieben ist.

 Daumen hoch  Daumen hoch  Daumen hoch
Und die 10 von 9 Federn.
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KayMan
Gast






BeitragVerfasst am: 30.09.2009 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Der Umfang der Geschichte ist ungeschlagen, der Inhalt wohldurchdacht.
Sprachlich und stilistisch unverkennbar nur einem derzeit Aktiven zuzuordnen.
Eine Meisterleistung, die hier nahezu konkurrenzlos steht, und die einen großen Teil der Beiträge in den Schatten stellt.
Ich wünschte, ich hätte ihn noch nicht so früh entdeckt.

Hut ab, Tom, und das wage ich zu schreiben, weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass der Text von Dir ist.

Danke und Grüße,
Kay
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Maria
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Beiträge: 7730

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Ei 4


BeitragVerfasst am: 02.10.2009 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

9

ohne viele Worte.
Tolle, garstige Bilder. Der erste Absatz könnte eine Szene aus Saw sein. Souverän und pointiert. Obendrauf die exakteste Themenumsetzung (der Beobachter).
Daumen hoch

VG, Maria


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Give me sweet lies, and keep your bitter truths.
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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 03.10.2009 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Verfasser

Dein Text ist sauber und stilsicher geschrieben, eine wirklich gekonnte Umsetzung des Themas.
Sehr schön gezeichnet die bizarre Mischung aus Realität und Einbildung in der Gedankenwelt Deines Protag.
Man kann die aus seiner zunehmenden Vereinsamung resultierenden Ängste und Phantasien, mit denen er auf die Störung seines Umfeldes reagiert, gut nachvollziehen.

Gerne gelesen.

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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Nihil
{ }

Moderator
Alter: 28
Beiträge: 7432



BeitragVerfasst am: 03.10.2009 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text hat es mir sehr schwer gemacht. Sprachlich und dramaturgisch ist er deutlich eine Klasse besser als andere Texte, die ich mit 7 bewertet habe.
Andererseits gibt es einige Dinge, die mich sehr stören und wegen denen ich eigentlich nichts Höheres vergeben möchte. Zuerst einmal wäre da der verwirrende Anfang. Zunächst wusste ich gar nicht, was Sache ist, und konnte die Kettenmetapher nicht richtig einordnen. Ich hatte das skurrile Bild eines gefolterten Mannes im fünften Stock vor Augen, der an einer merkwürdigen Konstruktion befestigt ist. So gut ich die Metapher an sich auch finde, du hättest gleich deutlich machen müssen, dass es ein Bild ist und nicht Realität. Das lässt mich unangenehm stutzen. Der zweite Punkt, das mich sehr geärgert hat, war, dass du den Protagonisten am Anfang nicht richtig beschreibst. Ich brauche nicht prinzipiell einen Namen, besonders in der Ich-Perspektive nicht, aber dass du etwas so Wichtiges wie die Querschnittslähmung verschweigst, hat mich in der Mitte des Textes so richtig rausgeworfen. Nach dem ersten oder zweiten Absatz habe ich meistens ein Bild vor Augen und ich mag es überhaupt nicht, wenn es dann plötzlich doch noch zerbrochen wird. Auch die Sache mit seinem Alter hättest du eher sagen sollen.
Der dritte Punkt hängt ebenfalls mit der Querschnittslähmung zusammen und wiegt für mich am schwersten. Aber ich möchte vorwarnen, dass ich möglicherweise auch etwas empfindlich bin. Aber wenn ein Mensch durchdreht bzw. eine psychische Störung aufweist, möchte ich dafür immer gerne einen Grund haben. Der einzige Grund hier scheint aber das Alter und die Lähmung zu sein, aber ich persönlich finde es nicht fair, jemandem nur wegen einer Lähmung solche Paranoia und teilweise rechtsradikale Gedanken anzudichten. Dann lieber von Anfang an sagen, dass der Kerl "einfach nur" ein Nazi ist und die Sache wäre gegessen.
Aber wie gesagt, die Sprache, die Handlung, die Atmosphäre sind allesamt auf sehr hohem Niveau und die Geschichte hat mir beim Lesen auch Spaß gemacht, aber genau so stark hat sie mich auch abgestoßen. Mittlerweile denke ich schon, dass ich nicht so empfindlich sein sollte, aber dann lese ich wieder den letzten Satz der Geschichte, der mich auch wieder nervt. Die Scham löst sich in alle Winde auf, das kann ja nur die Scham bedeuten, im Rollstuhl zu sitzen. Andere hat er nicht empfunden.

Aber was solls. Die Kritikpunkte bin ich losgeworden und der Text ist nun mal wirklich besser als die meisten hier. Ich rücke die 8 Federn heraus.

8 Federn
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m-chen
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 94
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 03.10.2009 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Oh Mann, was für ein langer Text!
Ich fand ihn stellenweise etwas langatmig, was die Beschreibungen angeht, aber die Psychose des alten Mannes hat mir gefallen. Wirklich gut beschrieben.


_________________
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shao
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 109
Wohnort: Norddeutschland


BeitragVerfasst am: 03.10.2009 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Besser kann man Kopfkino und dessen Folgen wohl nicht beschreiben.

Allerdings muss ich trotzdem zugeben, dass mich diese Geschichte nicht vom Hocker gerissen hat. Dafür emfpand ich es als zu befremdlich, was für Gedanken er sich hingegeben hat.

Lg
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Tatze
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 26
Beiträge: 288
Wohnort: Esslingen


BeitragVerfasst am: 04.10.2009 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant. Ein sehr langer Text.
 Einige Ausdrücke finde ich nicht gelungen/ unpassend
(
Zitat:
Das Haus, wo ich lebe
,
Zitat:
In einem der Kettenglieder steht ein Dorn
,
Zitat:
Was noch irgend essbar ist
........)
um einige Beispiele zu nennen.

Da stocke ich beim lesen, finde die Formulierungen nicht wirklich gelungen. Das zieht sich bis zur Mitte deines Textes. Dann verbessert sich der sprachliche Stil jedoch und der Text wird immer spannender und aufschlussreicher.
Ich finde, trotz deinem anfänglich etwas holprigen Stil, die Bilder die du erschaffst wahnsinnig gut. Auch der Einblick in die Psyche der Hauptperson hat mich beeindruckt, sowie die gelungene Wahl der Überschrift.
Umso schade ist es deshalb, dass mich die sprachliche Umsetzung nicht ganz so beeindruckt hat.

Liebe Grüße
Tatze


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Wende dein Gesicht der Sonne zu,
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