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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Tetralogie für das Herz


 

 
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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 22.09.2009 15:59    Titel: Tetralogie für das Herz eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Tetralogie für das Herz

das alte laub
schreibt gedichte
auf die wasseroberfläche
erdbraun und grün
wie feuchtes moos
und wenn ein vogel
seine morgentauflügel
aus der baumkrone zwängt
dann zieht auch
dieses gedicht davon
zu den nebeln
am jenseitigen ufer

die wurzeln der fichten
brechen gedichte
in den boden
zu ihren füßen
und wenn ihre schwarzen
silhouetten vor dem weißgoldwasser
sich langsam verwandeln
zu verschwimmenden farbstreifen
aus tönernem grau
und wenn der regen kommt
dann wird auch
dieses gedicht
hinfortgeschwemmt
zu den tieferen schichten
im erdinneren

spinnweben
ziehen gedichte
durch das unterholz
wenn sich das schilf
über den braun
tönenden bach beugt
wie ein gekrümmter
alter mann mit hut
und wenn der wind
durch die blätter
fährt wie ein pfeil
dann wird auch
dieses gedicht
davongetragen
zu den schwebenden wiesen
an den waldrändern

meine hände
formen gedichte
aus der erdgeschwängerten luft
ein bleicher see
liegt unter der
dunstumwölbten sonne
wie ein sterbendes kind
und wenn ich zurück kehre
in die großen städte
und zu den luftleeren
u-bahnschächten
dann wird dieses gedicht
hier bleiben
zwischen grauen pilzen
und dem wassergras
unten beim entengeschrei



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Nachtregen
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 39
Wohnort: nuttengheddo


BeitragVerfasst am: 22.09.2009 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt es, weil es zeigt, dass ein Gedicht mehr ist, als die Worte die man darüber geschrieben hat. Es ist viel mehr, mehr als die Summe seiner Teile, mehr als das Wort, es ist ein Gefühl, dass die Worte mit viel Glück nur streifen werden. Es ist unendlich, es liegt in der Luft, im Leben und wird noch da sein, wenn die Worte verblichen und wir vergessen sind. Darin liegt immer ein Stück Ewigkeit, wie in jeder richtigen Kunst.

_________________
Ich
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 54
Beiträge: 2653
Wohnort: Königstein im Taunus
Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 22.09.2009 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Roman!

So viele Verse, so viele schöne Bilder, so viele Verwandlungen, ein Lesegenuss......

.....und....

.....so wie ich die Praline von vorgestern nicht nochmal genießen kann....

....so werde ich dieses Gedicht in drei Tagen vergessen haben. Shocked


Caecilia

(oder: quatsch nicht gerne Opern...... Laughing )


_________________
If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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EdgarAllanPoe
Geschlecht:männlichPoepulistischer Plattfüßler

Alter: 27
Beiträge: 3309
Wohnort: Greifswald
Bronzene Harfe Die Goldene Bushaltestelle
Goldene Feder Lyrik


Die Tauben
BeitragVerfasst am: 22.09.2009 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Genial, aber wieder ein paar "und" zu viel. Acht Federn.

Eddie


_________________
(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

Alter: 31
Beiträge: 4495
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Das Goldene Pfand DSFo-Sponsor
Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 22.09.2009 19:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo nachtregen
vielen dank für den kommentar
freut mich Smile

hallo cecilia

auch dir vielen dank
nun...
das is der dritte kommentar, denn ich heute nicht verstehe. Warscheinlich bin ich zu doof. Oder das ist eine Art von Humor, die ich nicht als Humor identifierzen kann  smile Vielleicht möchtest du mir das, was du eben gesagt hast, nochmal sagen. In ähh... andern Worten Smile

hey eddie
auch die vielen dank

Zitat:
aber wieder ein paar "und" zu viel.


Das inflationär einegesetzte "und" unterscheidet doch die Lyrik von der Prosa  smile Nein. Unsinn.

Gruß
Roman


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MosesBob
Geschlecht:männlichGehirn²

Administrator
Alter: 39
Beiträge: 20153

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BeitragVerfasst am: 22.09.2009 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Roman!

Klingt verdächtig danach, als hättest du dich von den Ufern und Wäldern in Bodenwöhr zu diesem Gedicht inspirieren lassen. Na komm, gib's zu - haste, oder? Gut, der See war vom Weißgoldwasser (tolle Wortschöpfung!) genauso weit entfernt wie wir vom Brüderschaftstrinken mit dem Platzwart, aber ansonsten wirken die Worte wie ein Mitbringsel aus einer idyllischen Landschaft, fernab von störenden, krakeelnden und hundsbesoffenen Pseudo-Schriftstellern. Was mich ein wenig stört, ist, dass zum Ende der vorherigen Strophe und am Anfang der folgenden immer vom "Gedicht" die Rede ist. Was vielleicht wie ein verbaler Staffellauf klingen soll - also beabsichtigt -, klingt für mich immer wie eine unnötige Wortwiederholung. Ich würde am Ende der Strophen eher von Worten sprechen, nicht von Gedichten. Meine Meinung. Aber ich bin ja kein Lyriker. Ich trink nur gerne Bier und zünd mir die Zigaretten am Filter an.

Acht Federn für den Kopfschmuck.

Hau rein,

Martin


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Das Leben geht weiter – das tut es immer.
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Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 23.09.2009 10:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey martin
vielen dank dir
was du da ansprichst, war genau das Problem, das ich auch mit dem Text hatte. Der Lösungsvorschlag mit den "Worten" is klasse. Ich werd mir das gleich mal ansehen, ob das funtioniert. Schön, daste was anfangen kannst damit.
Gruß
Roman


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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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Wohnort: Königstein im Taunus
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BeitragVerfasst am: 23.09.2009 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

jim-knopf hat Folgendes geschrieben:


hallo cecilia

auch dir vielen dank
nun...
das is der dritte kommentar, denn ich heute nicht verstehe. Warscheinlich bin ich zu doof. Oder das ist eine Art von Humor, die ich nicht als Humor identifierzen kann  smile Vielleicht möchtest du mir das, was du eben gesagt hast, nochmal sagen. In ähh... andern Worten Smile



OK: Das Gedicht wird bei mir nicht nachhallen. Es ist sehr schön, aber einntönig und langweilig, jedenfalls für mich.

Caecilia


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(Jim Croce)

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jim-knopf
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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 23.09.2009 16:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

guten abend
vielen dank dir nochmal

Ich verstehe, was du meinst. Actiolyrik is es natürlich nicht. Soll es aber auch nicht sein.

Gruß
Roman


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versgerber
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 23.09.2009 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

ich seh das genauso wie MosesBob. Ein roter Faden ist nichts Schlechtes, aber hier wirkt er übertrieben. Der Lösungsvorschlag ist auch gut, dementsprechend gibts scheinbar garnichts mehr zu sagen Very Happy
Dieses Gedicht lebt nunmal von den Bildern und die sind wirklich schön.
lg


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jim-knopf
Geschlecht:männlichDichter und Trinker

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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 24.09.2009 10:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hey versgeber
schönen dank für den kommentar
sobald ich nochmal drüber gegangen über den Text kommt das überarbeitete Ding hier selbstverständlich rein smile

Gruß
Roman


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