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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 02.09.2009 15:42    Titel: raube Untoten die ledrige Haut eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Dämmerzeit schickt ihre ärmste Diebin
zur Kammer, deren Schätze lang verschleppt.
Der Wächter Staub, lebendiger als Atem,
schwebt als Almosen in den Bettelsack.

Die Galerie der abgewandten Blicke,
das Stehlen bleicht die Bilder, Schicht für Schicht.
Was sucht die Hand, die zum Applaus gebunden?
Die Puppen führt ein Meister aus Karton.

Dort ein Labor – Patente für’s Verwerfen,
mit halben Schnitten wurde tief seziert.
Objekte treiben Handel mit Objekten
um Flusen, Schatten, unbelauschten Hall.

Als Zeitung blättern Fetzen von den Wänden,
Geschichte, tot, verkündet sich zum Schlaf.
Verlorene, mit Steckbrief fein gelistet,
für nicht Gesuchte – Glossen voller Kunst.

Es melden sich von Platten tote Stimmen
und schlagen eine Gildengründung vor.
Die Diebin schreckt zurück, tief ins Verblassen,
weil es in dieser Kammer Spiegel gibt.


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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 02.09.2009 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ein höchst beunruhigendes und meisterhaftes Gedicht, das mich sofort in seinen Bann schlägt. Da muss ich zuerst mal meine Assoziationen ordnen, bevor ich überhaupt was Ordentliches dazu schreiben kann.

Eddie


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(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 02.09.2009 17:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hui, Eddie, danke für deine Reaktion! smile extra Heißt das, ich darf mich auf noch eine ausgereifte Interpretatino freuen?

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Alogius
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Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 02.09.2009 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Dem schließe ich mich an:

Sehr bannend, wenn ich mal so ungeschickt formulieren darf.

Das Ganze scheint ein riesiges Chaos zu sein, ist es aber in Wahrheit nicht. Verborgen unter und zwischen den verwirrenden Bildern liegt eine Struktur, die elementar und gewaltig erst in der letzten Zeile endet.

Das ist grandios.

Danke
Gruß
Tom


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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 03.09.2009 10:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dein Kommentar macht mich ganz verlegen, trifft aber auf den Punkt, was mir beim Schreiben durch den Kopf gegangen ist. Die Vergänglichkeit in ihren Facetten. Der Verfall, das ist es, woran diese ganzen Skelette aufgezogen sind.

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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 03.09.2009 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

So, die Assoziationen ordnen sich, das Puzzle fügt sich zusammen. Ich wage mich mal an den Text. Da du diesmal keine Kategorien unter dem Titel angegeben hast, ist das Ganze noch eine Spur schwieriger. Aber Anspruch lockt Smile

Zitat:
Die Dämmerzeit schickt ihre ärmste Diebin
zur Kammer, deren Schätze lang verschleppt.


"Die Dämmerzeit" umfasst Minuten und Stunden, in denen es langsam dunkel wird. Diese "Dämmerzeit" scheint allerdings nicht natürlicher, sondern natürlicher Art zu sein, denn in dieser beginnenden Dunkelheit schickt sie ihre "ärmste Diebin", die am wenigsten zu verlieren hat. Falls sie gefasst wird, ist dies nicht weiter schlimm. Ich vermute, dass es sich bei dieser "Zeit" um einen Menschen mit dunklem Charakter handelt, dem die Diebin hörig ist und der sie beherrscht. Der ist allerdings perfide: In der Kammer "ist nichts mehr zu rauben", siehe auch Titel auf "die Lyriker".

Zitat:
Der Wächter Staub, lebendiger als Atem,
schwebt als Almosen in den Bettelsack.


Eine schöne Beschreibung der in dem Raum vorherrschenden Leere! Der Staub ist als einziger darin übrig geblieben und "bewacht" ihn sozusagen, weil niemand mehr da ist, der dies tun könnte. Die Diebin ist in der Hoffnung in den Raum gekommen, dort Schätze vorzufinden und ggf. ihren "Meister" zufriedenzustellen, dort findet sie aber nichts außer Staub vor. Den nimmt sie dann - wohl unbewusst - in ihren Sack mit auf, den sie zum Abtransport der Beute mitgenommen hat. Sehr schön finde ich die Verknüpfung zwischen ihrer Armut und diesem Behältnis.

Zitat:
Die Galerie der abgewandten Blicke,
das Stehlen bleicht die Bilder, Schicht für Schicht.


Übrig geblieben nach dem "Verschleppen" der Schätze aus der Kammer sind nur noch jene Dinge, die für die Räuber uninteressant waren und die nach ihrem Verschwinden verstaubten. Wenn nun ein Besucher durch diese Kammer gehen würde, er sähe die Bilder nicht an, weil sie verstaubt sind, weil sie Zeugen eines Raubes wurden ... In dem Raum befindet sich etwas, das einem die Freude an schöner Kunst vergällt. Es dringt in die Bilder vor, macht sie hässlich.

Zitat:
Was sucht die Hand, die zum Applaus gebunden?
Die Puppen führt ein Meister aus Karton.


In Gegenwart von Kunst scheint man immer dazu gezwungen sein zu klatschen, selbst bei einem profanen Werk, das sich einem in seiner Wirkung verschließt. Heuchlerei, sowas aber auch ... Der "Karton" erinnert mich an das Material, aus dem die Leinwände gemacht werden, aber dem ist sicher nicht so. Die Bilder führen die Menschen, angesichts dieser Kunst bleibt wohl kein Auge trocken - jedenfalls im äußeren Sinne. Und die Frage lautet: Was sucht man da? Wohl die vergängliche Schönheit. Ein Augenblick im Schatten eines Kunstwerks ... und dann enttäuscht zurücktreten, weil man es sich dann doch nicht so vorgestellt hat, wie es sich einem präsentiert. - Damit muss ich auch die Aussage über die "Diebin" revidieren: Sie ist gar niemand, der bzw. die stiehlt, sondern einfach nur eine arme Frau, die in der Kunst mitreden möchte und stattdessen nur vergängliche, zum Stehlen auffordernde Bilder vorfindet. Was für eine trostlose "Vorstellung".

Zitat:
Dort ein Labor – Patente für’s Verwerfen,
mit halben Schnitten wurde tief seziert.


Das "Labor" ist wohl das Atelier des jeweiligen Künstlers, der dort vergängliche Kunst produziert ("Patente für's Verwerfen"). Dieser denkt, er habe mit seinen Bildern die Welt verstanden, analysiert, interpretiert - dabei bleibt seine Kunst nur an der Oberfläche und ist somit ein weiterer Faktor für deren Vergänglichkeit, die Enttäuschung der Vernissagebesucher nicht mitberechnet.

Zitat:
Objekte treiben Handel mit Objekten
um Flusen, Schatten, unbelauschten Hall.


Vielfach Kopiertes trifft auf Banalitäten, Abbilder anderer Kunstwerke. Der Künstler erschafft Werke, die in der Masse der vorhandenen Bilder erst recht unter- und vergehen.

Zitat:
Als Zeitung blättern Fetzen von den Wänden,
Geschichte, tot, verkündet sich zum Schlaf.


Sogar der Ausstellungsraum geht ins Vergängliche über; die "Geschichte" der Bilder, die darin hängen, geht unter. Man vergisst sie, und damit die Bilder, von der sie erzählt.

Zitat:
Verlorene, mit Steckbrief fein gelistet,
für nicht Gesuchte – Glossen voller Kunst.


"Glossen voller Kunst" ist wohl Ironie par excellence, da es hier nicht um Kunst geht, sondern um das sterbliche Abbild davon. Man will nichts davon wissen, man sperrt sich aus. Dieses langweilige kopierte Zeug, das will ich nicht, meinen die Kunstkritiker. Ich will's auch nicht, um ehrlich zu sein.

Zitat:
Es melden sich von Platten tote Stimmen
und schlagen eine Gildengründung vor.


"Der Club der toten Kunstwerke und Künstler", so könnte diese Gilde heißen. Die Kunstwerke verlangen in ihrer Banalität immer noch an Beachtung, die sie niemals kriegen werden, und unsere "Kunstdiebin", die sich bekanntlich des Wissens der anderen bemächtigen möchte, um sich selbst intellektuell vorzukommen:

Zitat:
Die Diebin schreckt zurück, tief ins Verblassen,
weil es in dieser Kammer Spiegel gibt.


merkt, dass es auch noch andere gibt, die vor den "Kopisten" guter Kunst zurückschrecken.

So, das war's mal wieder, und ich schließe ohne die verhasste Floskel Laughing

Liebe Grüße,

Eddie


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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 03.09.2009 18:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Genau so habe ich es mir gedacht. In dem Gedicht geht es um das Sterben der Kunst, wenn das Verwegenste, was sich ein Möchtegern-Künstler vorstellen kann, das Klauen einer dreifachen Kopie ist. Alles ist wertlos, es fehlt das Leben.
Du musst ja ein sicheres Kompass haben, das dich immer wieder durchs Metaphernlabyrinth bringt! Daumen hoch


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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 03.09.2009 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ja. Meine ehemalige Deutschlehrerin, die in meinem Kopf sitzt und mich ausschimpft, wenn ich nicht richtig interpretiere.

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Berni
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BeitragVerfasst am: 04.09.2009 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zu deinem großen Talent, mit der Sprache umzugehen, gesellen sich hier wieder einmal eindrucksvolle, ausdruckstarke Bilder. Ein Gedicht, dass man einfach mehrfach lesen muss und dann immer Neues entdeckt. Auch der Fluss der Worte ist gelungen.

Von mir gibt es keine große Interpretation, der Autor muss sich mit dem begnügen, was mir mein Gefühl zum Text sagt. Schließlich müssen ja sogar meine eigenen Texte unter meinem Wortegeiz leiden. Wink
Nimm die positive Kritik dennoch als ernstgemeint an!   

 Daumen hoch
Bernd
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.09.2009 22:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Warum sollte ich deine Kritik denn nicht ernst nehmen? Sie ist knapp, aber konstruktiv, und ich bin noch nicht so abgehoben, als dass ich mich nicht über so ein Lob freuen könnte! smile extra Vielen Dank fürs Lesen. Ich hatte ja den Eindruck, als könntest du meinen Texten nicht unbedingt immer etwas abgewinnen, da wir ja recht gegensätzliche Schienen fahren - ich oft mit vielen Worten, vielen Bildern, du ... eben Zen. Aber gerade von dir eine Kritik zu bekommen ist sehr lehrreich.

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BeitragVerfasst am: 04.09.2009 22:16    Titel: Antworten mit Zitat

oh ja...das ist einer der besten texte die ich seit längerem gelesen habe...nach meinem geschmack eben...das hast du bestimmt für mich geschrieben hmm? g e n i a l ! volle punkte
hochachtungsvoll
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Ansonsten wären Organspenden ja völlig überflüssig.

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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 05.09.2009 09:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow, herzlichen Dank für das Lob! Dass dieser Text dich anspricht, freut mich sehr, ich kann nachvollziehen, dass dir der düstere Unterton gefällt.

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SylviaB
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BeitragVerfasst am: 05.09.2009 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Shocked  ohh Du siehst mich (mich!) sprachlos. Werde aber noch genauer darauf eingehen, sobald ich die Prüfungen hinter mir hab. Vorerst einfach nur die volle Punktzahl.

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Scheint dat Sönnsche dir aufs Hirn,
hassu wohl ne offne Stirn. wink
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 05.09.2009 09:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

ohh  Blink  Wohow

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Lesehoernchen
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BeitragVerfasst am: 07.09.2009 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr stark, das möchte ich hier mal sagen! stimmt mich einerseits düster, andererseits nachdenklich, dann verzaubern mich die originellen Bilder.
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SylviaB
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BeitragVerfasst am: 20.10.2009 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Du wolltest die ungekürzte Fassung und ich liefere sie dir. Bitte lach mich deshalb nicht aus, auch nicht wegen dem, was ich daraus gemacht habe. Denn ich sehe ganz anderes als andere... wie üblich *soifz*


Interpretationen hin oder her, ich möchte dir zunächst schreiben was ich bei deinem Werk empfinde. Nur mein Gefühl ohne die Bilder:

Mich beschleicht schon zu Anfang ein ungutes Gefühl. Ich würde es fast schon ängstlich nennen. Ich muss nach der zweiten Zeile die Luft anhalten. Ich habe es mehrfach gelesen und es war immer wieder dieselbe Stelle, an der ich automatisch den „Atem“ angehalten habe. Es war als würde ich Staub einatmen. Oder die Hitze aus dem Backofen, wenn ich ihn gerade öffne.
Dann kommt im dritten Stück Wut hinzu. Die Angst ändert sich, sie wird nicht wirklich geringer, sie erhält einen neuen Aspekt. Die Wut. Sie glüht regelrecht in mir auf.
Und diese Gefühle wandeln sich zum Ende hin in ein Entsetzen bis fast in Richtung Depression. Es entsetzt und deprimiert mich... ich weiß nicht genau ob es wirklich dein Gedicht ist oder vielleicht der Gedanke an dein Alter, der immer wieder mitschwingt. Solche Gedanken sollte ein 16jähriges Mädchen nicht haben. Es sollte sich am Leben erfreuen, es sollte zum Teil oberflächlich sein, Tanzen gehen und sich amüsieren. Aber du zeigst immer wieder eine solche Tiefe, dass sie mir die Worte nimmt.
Ob das ein Lob ist, weiß ich jetzt nicht. Ja, was deine Kunst in Sachen Lyrik betrifft... aber es lässt eben auch tief in dich hinein blicken (ist bei allen Lyrikern so). Und was ich lese macht mir noch viel mehr Angst als deine Worte hier im Gedicht.

Aber nun zu meiner Interpretation, die sich sicher von der hier schon angesprochenen unterscheidet. Ich werde versuchen dir nahe zu bringen, was ich IN deinen Worten lese. Wofür deine Metaphern in meinem Kopf stehen. Welche Bilder in mir entstehen.
Ich möchte noch hinzufügen, es ist nur eine mögliche Interpretation von einigen, die mir durch den Kopf gehen. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Möglichkeiten finde ich.


Zitat:
Die Dämmerzeit schickt ihre ärmste Diebin


Die benannte Dämmerzeit kann zwei verschiedene Zeitpunkte behandeln. Zum einen den frühen Abend, die Zeit in der Verbrecher auf die Straße gehen, wo Prostituierte sich verkaufen und die Bars ein richtig gutes Geschäft machen.
Es kann aber genauso gut der frühe Morgen sein, kurz bevor die Sonne richtig aufgeht. Wenn nur wenig Licht sich durch die Dunkelheit schmuggelt. Was gleichzeitig Hoffnung hervorruft. Denn Licht bedeutet immer ein Ende der Dunkelheit.
In diesem Fall verstärkt das Wort „ärmste“ diese angesprochene Zeit. In Verbindung mit Diebin wirkt es auf mich als würde jemand die Zeit stehlen wollen, dieser aber kläglich dabei versagen. Denn die Zeit kann man nicht „bunkern“, sie kann nicht gestohlen werden um sie später aufzubrauchen. Sie ist für immer verloren, sobald sie läuft. Man kann den Augenblick nicht hinaus schieben. (Z. B. die Zeit zur Arbeit/Schule zu gehen)


Zitat:
zur Kammer, deren Schätze lang verschleppt.


Hier wird mein Gedankengang für mich bestätigt. Die Zeit, die in eine Kammer verbracht wird. Dort wurde schon eine Menge Zeit gesammelt aber diese ist nicht mehr da. Die Schätze wurden verschleppt/verbraucht. Die Zeit ist nicht mehr, sie wurde verbraucht und das Unausweichliche ist da.

Zitat:
Der Wächter Staub, lebendiger als Atem,


Wir wissen, je länger etwas unbenutzt liegt, desto mehr Staub liegt drauf. Ähnlich verhält es sich hier. In der Kammer ist es leer, dort sammelt sich der Staub. Ich stelle mir sofort einen düsteren Raum vor, in dem nicht nur Wollmäuse auf dem Boden tanzen sondern auch in der Luft. Der leichte Lichtschein, der durch die Türe fällt bestrahlt den flirrenden Staub, der sich langsam auf den Boden niedersetzt. Der Staub, der einen Menschen husten lässt.

Zitat:
schwebt als Almosen in den Bettelsack.


Eine Diebin mit Bettelsack, die sich durch die Türe schleicht. Überall im Raum liegt Staub, fliegt in der Luft. Sie atmet ihn ein, er lebt in Ihr, legt sich auf ihre Lungen. Sie nimmt ihn mit, nicht nur im Bettelsack, sondern auch in sich. Was in meinem Kopf viel wichtiger ist als der Sack. Er verdeutlicht dieses Bild nur. Den Sack kann sie von sich werfen, den Staub in den Lungen nicht. Der setzt sich fest, die Almosen kann sie nicht von sich weisen. Sie muss sie nehmen um zu überleben, (z. B. Zuwendungen einer angeblichen Freundschaft, von Menschen die sie eigentlich gar nicht mag). Sie muss diesen Raum betreten, um zu sehen ob nicht doch etwas zu holen ist. Sie hofft sich ein Stück Leben stehlen zu können.

Zitat:
Die Galerie der abgewandten Blicke,


Alles wendet sich von ihr ab. Sie fühlt sich allein gelassen in ihrer kleinen Welt. In dem Raum, in dem es nichts zu holen gibt. Sie glaubt, ihr Leben wäre ohne Sinn und sie ein Verlierer, der es nicht wert ist angesehen zu werden.

Zitat:
das Stehlen bleicht die Bilder, Schicht für Schicht.


Mit jedem Versuch sich zu beweisen, verliert sie sich mehr und mehr. Der Spiegel sind die Bilder, sie verbleichen, so wie sie selbst ausbleicht, ihre Persönlichkeit ausbleicht. Zumindest empfindet sie so.

Zitat:
Was sucht die Hand, die zum Applaus gebunden?


Sie applaudiert anderen, damit sie Aufmerksamkeit erhält. Sie hofft darauf gesehen zu werden. Sie sucht diejenigen, die nach ihrer Meinung „besser“ sind und den Applaus verdienen. Jeder ist besser, jeder verdient den Applaus und dadurch verlässt sie sich selbst immer mehr. Sie sucht ihr Leben, ihren Weg, verliert sich aber immer mehr in Verblendungen.

Zitat:
Die Puppen führt ein Meister aus Karton.


Die Puppen, sie stellen für mich die Marionetten der Gesellschaft dar. Sie werden vom Materiellem geführt, das vordergründig schön ist aber eigentlich nichts anderes als Blendwerk, eben die Verpackung ist.

Zitat:
Dort ein Labor – Patente für’s Verwerfen,


Das Labor, Sinnbild für die Orte ihrer Versuche. Schule, Arbeit, Zuhause, Clique usw. Dort probiert sie aus und alles was sie versucht, wirft sie gleich in den Müll, weil es nicht wirklich ausfüllend ist. Weil nichts dem gerecht wird, was sie wirklich möchte. Was ihrem Leben einen Sinn gibt. (Hier fühle ich mich so richtig ohnmächtig, völlig eingegrenzt und im Handeln gefesselt)

Zitat:
mit halben Schnitten wurde tief seziert.


Halbherzig umgesetzte Ziele, die abgebrochen wurden, weil sie als nicht funktionstüchtig aufgegeben wurden, die aber tiefe Einschnitte hinterlassen haben oder vielleicht zum Spott der anderen gereizt haben. Einschnitte, wie z. B. einen Umstand der als Versagen erkannt wurde ohne die Erfahrung dahinter zu sehen. Etwas, dass sich über eine Zeit zieht. Mobbing wäre da eine Möglichkeit. Mobbing in der Schule/Beruf.

Zitat:
Objekte treiben Handel mit Objekten


Jemand hat sich auf die Kosten von der Diebin profiliert. Lacher auf Kosten der Diebin wären hier eine mögliche Variante. Was auch wieder auf Mobbing schließen lassen könnte. Die Diebin versucht es wieder zu geben, sich zu wehren. Ein immer währendes Geben von beiden Seiten, wobei die Diebin das Gefühl hat der Verlierer zu sein.

Zitat:
um Flusen, Schatten, unbelauschten Hall.


Die Diebin weiß, es ist eigentlich zwecklos, sie wird nicht gehört, ihr Wehren sinnlos. Ihre Meinung von sich: Unscheinbar, wertlos.

Zitat:
Als Zeitung blättern Fetzen von den Wänden,


Hier kommt mir sofort das Bild von einem Menschen der vor einer Wand sitzt oder liegt und dort an der Tapete knibbelt. Ein monotoner Zeitvertreib, sehr beliebt zwischen 10 und 20 Jahren. Depressionen kündigen sich an, Einsamkeit ohne auf Verständnis von anderen hoffen zu können.

Zitat:
Geschichte, tot, verkündet sich zum Schlaf.


Völlig leer liegt die Diebin in ihrem Bett. Sie sieht auf die abgeknibbelte Wand, trostlos und allein.

Zitat:
Verlorene, mit Steckbrief fein gelistet,


Sie hat sich selbst benannt. Sie kann sich und ihr Leben immer weniger leiden. Versager haben keine Lebensberechtigung. Ein hässliches verzerrtes Selbstbild entsteht, von ihrem nicht vorhandenen Können, von ihrer Schlechtigkeit, von ihrer Versagerpersönlichkeit. Die Depression ist in vollem Umfang da.

Zitat:
für nicht Gesuchte – Glossen voller Kunst.


Sie denkt, dass niemand sie will, niemand sie mag. Die Isolation ist da. Kein Versuch mehr ihr zu entkommen. Ein kunstvolles Gemälde, das niemand will, welches hässlich allein in einem verstaubten Raum hängt, wo selbst Diebe nichts mehr zum stehlen finden. (hier finde ich den Anschluss zum ersten Abschnitt)

Zitat:
Es melden sich von Platten tote Stimmen


Es finden sich noch andere, die genauso sind wie sie. Internet wäre eine Mögliche Variante. Dort sind nur die Abbilder von Menschen möglich. Kein wirkliches Leben, alles nur Illusion.

Zitat:
und schlagen eine Gildengründung vor.


Sie bilden Gruppen um sich selbst den Anschein von Leben zu geben, zu zeigen: Hey auch ich habe Freunde.

Zitat:
Die Diebin schreckt zurück, tief ins Verblassen,


Die Diebin sieht sich selbst innerhalb dieser Gruppen. Sie erkennt, was passiert ist. Sie sieht, sie ist genauso wie die, die sie selbst als Versager, als Abziehbilder der Realität erkennt.

Zitat:
weil es in dieser Kammer Spiegel gibt.


Hier ist der Spiegel für sie selbst. Das was sie sieht ist ihr eigenes Leben. Sie stiehlt sich die Zeit, die Welt, ein Stück Leben, welches rein virtuell oder einfach in ihrem Kopf entsteht. Sie schreckt zurück, weil sie es nicht erträgt genauso zu sein und es immer wieder sehen zu müssen. Kann aber letztlich nicht dagegen an.




Weißt du, ich möchte in Kurzform behaupten, du beschreibst hier kunstvoll eine der schlimmsten Tiefen in einer Depression. Evtl. ein Tief innerhalb der Pubertät.
Dieses unsichere Verhalten, sich selbst ablehnen, allein gelassen fühlen und sich Leuten anschließen, zu denen man eigentlich gar nicht gehören will. Auswege suchen keine Finden. Blitzlichtgewitter im Kopf, welches dazu führt, Ängste zu schüren, Reaktionen zu verstärken und einen durch das eigene Verhalten in die Isolation drängt. Allerdings selbst gewählt, weil man mit niemandem mehr wirklich klar kommt. Man glaubt, man wird nicht verstanden, alle wollen einem was und überhaupt ist das ganze Umfeld gegen einen. Das führt zu einer unglaublichen Einsamkeit.
Ich hab gerade höllische Magenschmerzen  

Ich hoffe, die Ausführlichkeit hält dich nicht vom Lesen ab.
Ganz lieben Gruß
Sylvia
 Shocked


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BeitragVerfasst am: 21.10.2009 15:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Weshalb sollte ich dich wegen deiner exzellenten, einfühlsamen Interpretation auslachen? Eher verspüre ich den Wunsch, mich zu entschuldigen, wenn dich mein Gedicht so runtergezogen hat. Dass meine Zeilen überhaupt solche Emotionen auslösen könnten, hätte ich nicht gedacht, das ist ein großes, wenn auch unheimliches Kompliment.
Ich kann nicht einschätzen, wie viel meine depressiven Gedichte mit mir zu tun haben, generell bin ich aber nicht der Meinung, dass dies eine Frage des Alters ist. Solche Gedanken muss sich früher oder später jeder fühlende Mensch machen, ob in der Midlife-Crisis oder in der Jugend. Und genießt man das Leben nicht viel intensiver, wenn man auch darüber nachdenkt, wenn man die Vergänglichkeit wahrnimmt?
Denn, wie du richtig erkannt hast, geht es in einer tieferen Ebene des Gedichts genau darum: Das Gefühl, nicht (mehr) wirklich lebendig zu sein, bzw. ein geliehenes Leben zu fristen - wie ein Dieb. Als würde man die längst verstaubten Reste aufsammeln, weil man unfähig ist, das richtige Leben zu berühren. Man verkriecht sich in die Vergangenheit, in die Echos vom Scheitern und von Verlusten, weil sie das meiste über einen erzählen. Es geht zu einem gewissen Teil auch um Selbstverlust, Selbstaufgabe, denn wenn man sieht, dass verstaubte Dinge viel lebendiger sind als einer selbst, dass man sich nicht einmal hier bedienen kann ...
Vielen, vielen Dank für deine ausführliche Kritik, du hast mir geradezu eine weitere Ebene des Gedichts eröffnet. Weißt du, manchmal weiß man als Dichter selbst nicht so recht, was man gerade geschrieben hat. Ich hatte dieses Bild vor Augen, von Verfall, von Staub und einer armseligen Person, die sich darin eine Scheinwelt aufzubauen versucht - aber erst durch Reflektion verstehe ich überhaupt, was ich damit sagen wollte.
love


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BeitragVerfasst am: 21.10.2009 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ich schon schrieb, sah ich darin eine wirklich gut geschriebene Beschreibung einer Depression. Das mit der Pubertät habe ich dazu im Sinn gehabt, weil ich genau daran denken musste. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine Jugend und noch einmal daran erinnert, was meine große Tochter durchgemacht hat. Deshalb bezog ich es auch auf dich. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich weiß wie alt du bist. Aber mit Sicherheit bin ich nicht der Meinung, dass man für solche Gedichte ein spezielles Alter haben muss. Gerade in deinem Alter macht man unglaublich viele Gefühle durch, die durchaus sehr sehr tief gehen. Vielleicht ist das sogar die Zeit, in der man am ehesten echte Lyrik verfassen/begreifen/erfühlen kann.

Und ja, ich meine schon, dass du für deine Lyrik ein großes Kompliment verdient hast. Du gehörst für mich jetzt schon an die Seite der großen Dichter. Gereimte Lyrik mag ich nicht so, aber da ist auch die Gradwanderung zwischen Kitsch und Genialität sehr sehr eng. Das hier, was ich oben gelesen habe, hat mehr wie nur ein bisschen Lob verdient.
Wie schon einmal geschrieben: Ich war echt sprachlos.


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 21.10.2009 15:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

SylviaB hat Folgendes geschrieben:
Aber mit Sicherheit bin ich nicht der Meinung, dass man für solche Gedichte ein spezielles Alter haben muss.

So habe ich deine Statements auch keineswegs verstanden. Aber ich hatte das Gefühl, auf die Sache mit dem Alter auf jeden Fall eingehen zu müssen.

SylviaB hat Folgendes geschrieben:
Und ja, ich meine schon, dass du für deine Lyrik ein großes Kompliment verdient hast. Du gehörst für mich jetzt schon an die Seite der großen Dichter. Gereimte Lyrik mag ich nicht so, aber da ist auch die Gradwanderung zwischen Kitsch und Genialität sehr sehr eng. Das hier, was ich oben gelesen habe, hat mehr wie nur ein bisschen Lob verdient.
Wie schon einmal geschrieben: Ich war echt sprachlos.

Ich weiß wirklich nicht, was ich zu diesem riesigen Lob sagen, wie ich damit umgehen soll. Ohne irgendwelche gekünstelte Bescheidenheit: Ich glaube nicht, dass ich den Klassikern jemals das Wasser reichen werde, dazu habe ich einfach nicht das handwerkliche Talent. Aber deine Worte haben mich auf jeden Fall sehr ermutigt.


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BeitragVerfasst am: 21.10.2009 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast sicherlich eine andere Art zu schreiben. Klassische Gedichte im Sinne von Goethe oder Schiller meine ich jetzt gar nicht. Obwohl Schiller *grübel* ... er hat auch oft so tiefe Werke geschrieben und so wunderbare Impressionen *soifz*. Ich meine, dass du die Gabe hast, Gefühle so stark zu transportieren, dass man tatsächlich in diese hineinrutscht. Also sie nicht nur beim lesen empfindet sondern sie auch danach noch zu haben.
Und das macht für mich einen wirklich guten Lyriker aus. Nicht schöne aneinander gereihte Worte, sondern der Transport von Gefühlen.

Ich lese viel Lyrik, gerade hier bei mir, habe ich viele Bücher voll mit vielen guten Lyrikern und glaube mir, wenn ich sage, du bist einer der guten! Der wirklich guten!

So und nu geh damit um oder nicht. *schmunzel* Kein Danke mehr und auch keine sonstigen Vorlagen. Genieße einfach wink

Lieben Gruß
Sylvia


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Maxine_Stuart
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BeitragVerfasst am: 21.10.2009 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal: Wow.
Ich werde nicht anfangen Wort für Wort zu interpretieren und zu analysieren, aber ich finde man muss sagen, dass du eine unglaublich packende Art hast, dich auzudrücken. Deine Wortwahl finde ich sehr gelungen und passend.
Großes Kompliment!!  Sig


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Klar soweit?
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Der Bronzene Wegweiser


BeitragVerfasst am: 24.10.2009 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist ein besonderer Text; besonders gut, besonders eindringlich, besonders verständlich, besonders rhythmisch, besonders lesenswert.

Klasse.
andi


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