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Lena und der namenlose Jan sind auch danach noch da


 

 
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Taugenichts
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 34
Beiträge: 1286



BeitragVerfasst am: 04.09.2009 02:14    Titel: Lena und der namenlose Jan sind auch danach noch da eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ausschnitt




>>Jan?<<
>>Ja?<<
>>Warum sind wir nicht mit dem Mann mitgegangen?<<
>>Weil er meinte, er wisse mehr als wir.<<
>>Aber vermutlich war das auch so.<<
>>Glaub' nie jemandem, der meint, er wisse mehr als du. Weißt du, es gibt da dieses Sprichwort: Traue denen, die die Wahrheit suchen und mißtraue denen, die glauben sie gefunden zu haben.<<
>>Das klingt schön. Woher kennst du diese ganzen Sachen? Von davor?<<
>>Ja. Von davor. Jetzt schlaf noch ein Bisschen. Es geht dir nicht gut.<<
>>Jan? Du meintest morgen wird es regnen, ist das nicht schlecht für uns?<<
<<Das ist eine Frage der Definition. Guck mal, ein Mensch, der in der Wüste verdurstet, was würde der vom Regen halten?<<
>>Er würde ihn für ein Geschenk halten.<<
>>Siehst du? Wir werden reichlich beschenkt. Es wird ein richtiges Weihnachten!<<
<<Als du neulich den Whisky in dem Einkaufszentrum gefunden hast, meintest du, wir wären Löcher. Das hat mir Angst gemacht.<<
>>Du brauchss keine Angst zu haben. Weißt du, alle Menschen haben ein Loch im Herzen, die Frage ist nur, womit sie es füllen.<<
>>Und womit füllst du deines?<<
>>Mit dir. Und das ist mehr als genug. Es reicht um mein Herz überlaufen zu lassen, wie einen Geysir.<<
>>Was ist ein Geysir?<<
>>Geysire sind Quellen des Lebens.<<
>>Meinst du morgen geht es mir besser?<<
>>So lange ich bei dir bin bestimmt.<<
Lena schlief mit einem Lächeln im Gesicht ein.
Die Kleidung um ihren Körper ein Sammelsurium aus Lumpen.
Jan ging zum Höhleneingang.
Vor ihm nur ein Meer aus verbrannten Baumstümpfen.
Im Hintergrund wäre jetzt ein Lichtermeer, dachte er. Wenn es nicht passiert wäre, nicht alles verschwunden wäre.
Er nahm die vorletzte Packung Tabak aus seinem Rucksack. Drehte sich eine Zigarette.
Lena muss überleben. Sie ist Eva und ich bin ganz sicher kein Adam.
Mit den ersten Zügen verblassten seine negativen Gedanken.
Morgen würden sie die Ruinen von Köln erreichen.



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Hellseherei existiert nicht. Die Leute glauben mir mein Geschwätz nur, weil ich einen schwarzen Smoking trage.
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 43
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 04.09.2009 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

scheinbar eine Dystopie, vermutlich nach einer (kriegerischen) Katastrophe, so in der Art.
Spitzfindigerweis habe ich das an den RUINEN erkannt!!! wink

So, zum Ausschnitt:

Der Dialog zwischen den beiden Figuren ist aus meiner Sicht gelungen, weil er sehr ungewöhnlich ist. Er liefert zwar vage Informationen, aber bleibt dennoch im Dunkel. Außerdem ist die Sprache nicht künstlich, hat aber etwas gleichnishaftes, was mir sehr gefällt. Das Unausgesprochene oder das zwischen den Zeilen Liegende ist hier sehr gut balanciert.

Jans Gedanken deuten ebenso nochmals die Katastrophe an und wie es jetzt ist, wieder ohne zu klären. Konsequent und richtig, wie ich meine.

Das
Zitat:
Lena muss überleben. Sie ist Eva und ich bin ganz sicher kein Adam.

ist hoch interessant, außerdem die beste Stelle des Textes. Jan kommt mir wie ein Antiheld vor, was sehr sympathisch ist - Helden gibt es ja schon genug.

(Witzig ist, dass ich bei dem ganzen Textausschnitt an den Film "Children of Men" denken musste.)

Frage:
Der Titel ist der richtige Titel? Der ist nämlich grandios.

Insgesamt:
Sehr gelungen.

Danke
Gruß
Tom


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Aus einem Traum:
Entsetzter Gartenzwerg: Es gibt immer noch ein nullteres Fußballfeld. Wir werden viele Evolutionen verpassen.
Busfahrer: Tröste dich. Mit etwas Glück sehen wir den Tentakel des Yankeespielers, wie er den Ereignishorizont des Schwarzen Loches verlässt.
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.09.2009 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Man merkt, du hast dich von Cormac McCarthys "The Road" ein wenig inspirieren lassen.
Richtig toll finde ich es in diesem Text, wie fein das Apokalyptische eingeflochten ist. Es ist nicht übermächtig, es dröhnt nicht über dem gesamten Text als mahnender Zeigefingerruf, sondern es ist das Hintergrundrauschen, das erst am Ende lauter wird.
Im Mittelpunkt aber stehen die Stimmen der beiden - denn als Stimmen konnte ich sie hören, so lebendig war der Dialog.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass der Text das dystopische Drumherum nicht dringend braucht- nicht im Sinne von, dass es schlecht ist, auf keinen Fall, sondern insofern, dass auch der Dialog an sich verdammt viel sagt.


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um die Dunkelheit zu sehen"
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BeitragVerfasst am: 04.09.2009 15:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, danke euch beiden!
Also... Das sind zwei Charaktere aus einer größeren Geschichte von mir, die in letzter Zeit fast immer in meinen kurzen Skizzen auftauchen, ich kann mich einfach nicht von ihnen trennen. Ausserdem liebe ich die Idee von Protagonisten, die mehr sind, als Charaktere, sondern fast schon eine Idee oder eine Metapher.
@Alogius
Ich fürchte was das Adam und Eva angeht, hast du mehr erwartet, aber die beiden sind Bruder und Schwester. Allerdings mit der Anlage, mehr als bloß das zu sein. Eine fast schon inzestuöse Spannung liegt zwischen den beiden in der Luft... Klingt morbide, gefällt mir persönlich aber einfach.
@Krümel
Ja... der McCarthy. Ist irgendwie fast schon ärgerlich, dass man kaum mehr etwas über Endzeit-Szenarien schreiben kann, ohne sich dem Plagiat zu nähern. An sich ist er ja nun keineswegs der Erste, der sich dieses Themas angenommen hat, wohl aber der Bekannteste. Ich verweise da mal auf japanische Mangas für Erwachsene (die ich, wie ich gestehen muss, sehr gerne lese), da gibt es dutzende die sich damit beschäftigen, auch schon vor Cormac.
Ich steh aber einfach drauf. Endzeitszenarien lassen so unglaublich viel Platz für Emotionen und für Mythologisierung...

lg
fred


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.09.2009 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Taugenichts hat Folgendes geschrieben:
Hey, danke euch beiden!
Also... Das sind zwei Charaktere aus einer größeren Geschichte von mir, die in letzter Zeit fast immer in meinen kurzen Skizzen auftauchen, ich kann mich einfach nicht von ihnen trennen.

Hehe, die Lena hab ich wiederkannt und mich gefragt, ob es *die Lena* ist und was passiert ist, dass die beiden auf einmal hier auftauchen. Ist sie immer noch krank?

Fred hat Folgendes geschrieben:
Ja... der McCarthy. Ist irgendwie fast schon ärgerlich, dass man kaum mehr etwas über Endzeit-Szenarien schreiben kann, ohne sich dem Plagiat zu nähern. An sich ist er ja nun keineswegs der Erste, der sich dieses Themas angenommen hat, wohl aber der Bekannteste. Ich verweise da mal auf japanische Mangas für Erwachsene (die ich, wie ich gestehen muss, sehr gerne lese), da gibt es dutzende die sich damit beschäftigen, auch schon vor Cormac.
Ich steh aber einfach drauf. Endzeitszenarien lassen so unglaublich viel Platz für Emotionen und für Mythologisierung...

Macht nichts, ich liebe Endzeitgeschichten, selbst wenn sie automatisch Assoziationen zu bekannten Werken wecken. Diese Zärtlichkeit im Angesichts des Weltuntergangs oder im Rückblick darauf, sie verzaubert immer wieder - egal ob bei Cormac oder Fred.


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Taugenichts
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BeitragVerfasst am: 04.09.2009 20:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Is ne ganz andere Geschichte.
Für mein Projekt wär ein solches Ende dann doch ein wenig viel. ^^
Aber ja, sie ist hier auch (noch) krank.


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.09.2009 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich ist die Idee, lieb gewonnene Figuren in eine ganz andere Geschichte, ein ganz anderes Setting zu versetzen, supercool!
Das inspiriert mich jetzt ...


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