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Webbi
Sonntagsschreiber


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 14.08.2009 03:55    Titel: Das Foto eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kriminalkommissar Berend erreichte die Kreuzung. Er war hierhin beordert worden, weil wohl jemand wieder die Bahn von unten betrachten wollte, wie manche etwas zynisch bemerkten, wenn jemand sich mal wieder vor den Zug schmiss und dafür die nächste S-Bahn nahm. Der Notarzt war bereits dabei, den Unfallort wieder zu verlassen. Vermutlich hat er nicht mal seinen Koffer geöffnet und hat gleich den Tod attestiert.
Berend machte sich auf, den Körper des Toten beziehungsweise das, was noch von ihm übrig blieb, genauer zu untersuchen. Es bot sich ihm ein schreckliches Bild: Die ganze Vorderpartie des Zuges war blutüberströhmt, Leichenteile über den Schauplatz verstreut.

Solche Ereignisse passieren immer häufiger, doch Berend konnte sich noch lange nicht an sie gewöhnen. Er wird es vermutlich auch nie tun. Eine Gruppe von Seelsorgern betreute den noch unter Schock stehenden Lokführer. Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Wieso beenden sie ihr Leben nicht in einem stillen Kämmerchen, vollgepumpt mit einem Medikamentencocktail? Weil sie verzweifelt sind, sehr verzweifelt, sie würden sonst nicht diese abrupte und sichere Methode wählen. Auch wenn sie durch diese Art von Selbstmord immer auch Unbeteiligte mit hineinziehen – man sollte gnädig mit ihnen sein. Man kennt ihren Lebensweg, ihr Schicksal nicht, deswegen sollte man sich zurückhalten und sie nicht anklagen. Wenn es etwas anzuklagen gibt, dann sind es die Lebensumstände - die Gesellschaft in der wir leben, die diese Menschen an den Abgrund treibt.

In seinem Arm hielt der Tote eine scheinbar noch völlig intakte Kamera. Sie hat diesen Vorfall schadlos „überlebt“.

Der Staatsanwalt erschien. Ein junger Mann Anfang Dreißig, der noch mit vollem Engagement bei seiner Arbeit dabei war. „Wieder einer?“
„Sieht wohl ganz danach aus“, antwortete Berend, während auf der gegenüberliegenden Seite eine Frau in einen weiteren Krankenwagen geladen wird.
„Also Suizid?“, erwiderte der Staatsanwalt etwas unsicher. „Davon gehen wir jedenfalls aus. Unsere Jungs untersuchen gerade den Unfallort.“
„Alles klar.“

Ein Polizist, der eben die Straße überquerte, wendete sich an den Kommissar: „Die Frau dort hinten, die eben in den Krankenwagen transportiert wurde, ist anscheinend auch Zeugin. Sie hat angeblich das ganze Geschehen verfolgt. Demnach soll der Tote etwas gestohlen haben und ist mit dem Diebesgut geflohen. Ihr Mann soll dann die Verfolgung aufgenommen haben und ist ihm dann bis hier hin gefolgt - bis dieser Unfall passierte.“ Er machte dabei eine rhetorische Pause und eine ausholende Geste. „Der Tote ist vermutlich bei seinem Fluchtversuch vor die Bahn gelaufen und wurde von ihr erfasst. Ihr Mann ist also auch Zeuge, ist aber bislang spurlos verschwunden.“
„Fragen Sie die Frau, wie ihr Mann aussah, was er trug, und leiten Sie eine Fahndung ein.“, erwiderte Berend und setzte zu einer Frage an „Was ist ihr denn zugestoßen, wurde sie vom Dieb angegriffen?“, Der Polizist antwortete „Nein nein, nichts großes, die Sanitäter meinten, dass sie wahrscheinlich vor Erschöpfung zusammengebrochen ist. Anscheinend ist sie ihrem Mann und dem Dieb hinterhergelaufen“.
„Gut, die Ärzte sollen sich melden, wenn sie vernehmungsfähig ist.“, beendete der Kommissar das Gespräch.

So sah die ganze Sache natürlich anders aus. Es war also nicht mehr von einem Suizid auszugehen, sondern vermutlich von einem Unfall, der sich zutrug, als der Mann den vermeintlichen Dieb bis zur Kreuzung verfolgte. Dieser ist dann womöglich, sei es aus Schock, sei es aus Furcht, dass er mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden könnte, erst ein Mal geflohen.

Einige Stunden später klingelte das Handy des Kommissars, als sich dieser gerade am Schreibtisch seines Büros befindet. Er hatte sich den ganzen Nachmittag mit dem Fall beschäftigt, der ihm mittlerweile sehr suspekt vor kam. Denn bei seiner Recherche stieß er auf etwas sehr Merkwürdiges.

 „Sie ist nun vernehmungsfähig“, sagte eine Stimme am anderen Ende der Leitung, „aber seien sie etwas…sensibel. Sie scheint noch unter Schock zu stehen und ist besorgt, wo ihr Mann geblieben ist. Sie liegt jedenfalls in der Uniklinik“.
„Gut, ich mache mich auf dem Weg“, antwortete der Kommissar und drückt den roten Knopf seines Mobiltelefons.

Vor ihrem Zimmer angelangt, klopfte er behutsam an der Tür und zögerte einen Augenblick, bis er sie öffnete. Er war zuvor bei ihrem betreuenden Arzt gewesen und hat sich über den körperlichen und seelischen Zustand der Zeugin erkundigt. Er schilderte ihm kurz, worüber er gerne mit ihr sprechen möchte, und der Arzt zeigte sich mit allem einverstanden.

Sie saß aufrecht auf dem Krankenbett und schien äußerlich gesund zu sein. Ihr Blick war jedoch trübe und von einer Nachdenklichkeit gezeichnet, die das Geschehen wohl noch verarbeitete.

„Guten Tag, ich bin Kommissar Martin Berend von der Kriminalpolizei Köln. Geht es Ihnen besser? Wie lautet überhaupt ihr Name?“, fragte Berend beim Betreten des Zimmers. Natürlich wusste er es bereits. Er fragte aber einerseits der Höflichkeit halber, andererseits um eine Einleitung für das kommende Gespräch zu haben, trotzdem noch ein Mal nach. „Trautmann, Svenja Trautmann mein Name. Mir geht es ganz gut soweit, Danke.“, erwiderte sie. „Es ist nur…heute sind so viele Dinge passiert …ich hörte von den Sanitätern, dass die Straßenbahn ihn erwischt hat? Ich hatte zunächst große Angst, dass mein Mann womöglich auch…Aber ihre Kollegen versicherten mir, dass sonst niemand auf der Strecke…gefunden wurde. Da fiel mir ein Stein vom Herzen. Im Hinterkopf hatte ich die ganze Zeit diesen schrecklichen Gedanken, mein Mann könnte gestorben sein…Was ist denn mit ihm, haben sie ihn gefunden?“, fragte sie den Kommissar, und ihre sorgenvoll blickenden Augen waren dabei nicht gespielt.

„Nun Frau Trautmann, nein, bisher noch nicht. Aber die Fahndung läuft erst gerade richtig an. Wir stehen in Verbindung mit allen Krankenhäusern der Stadt, falls ihr Mann sich dort aufgrund eines etwaigen Schockes einfinden sollte. Ihre Personenbeschreibung wurde an sämtliche Streifen der Polizeireviere weiter gegeben. Es handelt sich nur noch um eine Frage der Zeit, bis wir ihren Mann gefunden haben.“, versprach ihr der Kommissar und sagte direkt in einem Zug: „Möchten Sie mir nicht lieber ein Mal zunächst erzählen, was heute überhaupt passiert ist?“, nahm dabei das Tempo etwas heraus. „Das würde uns bei unserer Arbeit ein gehöriges Stück weiter bringen, es sind nämlich noch einige Fragen offen“, entgegnete ihr Berend mit ernster Miene.
„Nun, ja, das ist verständlich, ja, das wäre wohl besser…“, stammelte sie von ihrem Bett aus, senkte den Kopf, und begann mit leicht vibrierender Stimme zu erzählen:

 „Wir haben uns extra dieses Wochenende gemeinsam frei genommen, damit wir Köln besichtigen können - und etwas Zeit für uns haben. Wir sind mit dem Zug aus Mainz, wo wir wohnen, nach hier gereist. Ein Hotel haben wir für zwei Tage gebucht. Am Sonntag wollten wir wieder zurückreisen. Gegen Zehn fuhr unser Zug den Hauptbahnhof ein. Wir stiegen aus und wollten uns noch einen kleinen Imbiss genehmigen, obwohl wir nur ungefähr zwei Stunden unterwegs waren und bereits gefrühstückt hatten.


Nach dem Essen machten wir uns auf und verließen den Hauptbahnhof in Richtung Domplatte. Beim Besteigen der Treppen vor dem Dom waren wir bereits besonders von der Imposantheit des Gebäudes überwältigt. Mein Mann hatte gleich den Einfall, uns doch oben vor dem Haupteingang fotografieren zu lassen – er hat stets seine Kamera dabei. Ich willigte sofort ein. Oben angelangt schaut mein Mann sich nach jemanden um, der von uns beiden ein Foto machen sollte. Er wählte scheinbar einen jungen Mann in einer schwarzen Lederjacke aus und ging auf ihn zu. Er wechselte ein paar Worte mit ihm und übergab ihm die Kamera. Dann kam er zufrieden zu mir zurück und….und nahm mich für das Foto in den Arm.“

Sie hielt kurz inne. Eine Träne bildete sich an ihrem rechten Auge und begann damit, langsam ihre Wange herab zu fließen.

„Möchten Sie eine Pause machen, Frau Trautmann?“ „Nein, nein, es geht schon“, schluchzte sie, und fuhr mit ihrer Geschichte fort:

„Ja, also, wie bereits gesagt, mein Mann kam zu mir zurück und wir beide machten postierten uns für das Foto. Der junge Mann begann zu lächeln, wir taten es ihm gleich. Er betätigte den Auslöser, es blitzte kurz auf, und das Foto war geschossen.

Plötzlich drehte sich der junge Mann um und begann furchtbar schnell in Richtung Einkaufsstraße zu laufen. Ich blickte zu meinem Mann, der den Davonlaufenden fixierte und dabei leicht den Kopf schüttelte. Ich wollte gerade etwas sagen, schaute nochmals an, aber mein Mann legte plötzlich einen bizarren Gesichtsausdruck auf, es war ein seltsames Grinsen gepaart mit dem Kopfschütteln, welches er noch immer beibehielt. Und er lief los. Er lief einfach los...

So stand ich am Domplatz, verlassen, ganz alleine. Ich glaube aus reinem Instinkt bin ich meinem Mann gefolgt. Ich begann ihnen also ebenfalls hinterherzurennen. Ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte.

Mein Mann war ungefähr 50 Meter vor mir und er ungefähr 30 Meter hinter dem Dieb. Ich habe meinen Mann noch nie so laufen sehen. Sie müssen wissen: Er ist eigentlich sehr unsportlich. Ich habe ihn schon oft gebeten, sich in meinem Fitnessstudio anzumelden oder sonst eine Sportart zu betreiben, was er stets verneint hat. Sport sei Mord, hat er immer gesagt.

Der Dieb drehte sich mehrfach um. Noch schien er sich anscheinend sicher zu sein, in der breiten Einkaufsstraße unter der großen Menschenansammlung oder in einer der Nebengassen einfach zu verschwinden.

Ich rief meinen Mann, ich weiß nicht mehr was, ich glaube ich habe einfach seinen Namen gerufen, doch er reagierte nicht, er schien mich nicht mal wahrzunehmen, nicht mal die ganzen Menschen, an denen er vorbei sprintete, schien er zu registrieren. Er lief einfach nur weiter und schlängelte sich an sämtlichen Passanten vorbei.

Der Dieb drehte sich ein weiteres Mal um. Nun schien er erstmals den Ernst der Lage zu begreifen. Sein Gesichtsausdruck wurde zunehmend panischer und er begann stark zu schwitzen, vermutlich stiehlt er nicht häufig, sonst wäre er so etwas vielleicht gewohnt gewesen. Mein Mann jedoch zeigte keinerlei Ermüdungserscheinungen. Er lief im gleichen Tempo wie zu Beginn und konnte mittlerweile einige Meter wettmachen, während ich einige verlor.

Es war irgendwie sehr erschreckend, die ganze Szenerie. Es spielte sich irgendwie alles wie in einem Film ab, mit dem Unterschied, dass wir selber mitspielten.

Langsam konnte man das Ende der Straße erkennen, während die beiden vor mir darauf zu liefen. Es war eine große Kreuzung mit einer Straßenbahnanbindung. Nochmal angespornt, wohl weil er dachte, dass sei eine Chance endgültig zu entkommen, legte der Dieb einiges an Tempo zu. Doch mein Mann schien das nicht zu bekümmern. Er konnte problemlos das Tempo mithalten, nein, es sogar noch erhöhen, und so trennten den Mann mit der Kamera und seinen Verfolger nur noch wenige Meter.

Wir hatten das Ende der Straße erreicht. Ich konnte langsam nicht mehr. Eine Straßenbahn näherte sich von rechts. Der Dieb hastete über die Bahnschienen, mein Mann hinterher, wurde dabei fast von der ankommenden Straßenbahn erwischt. Ich blieb stehen und atmete schwer, beugte mich vor, und stützte mich auf meinen Oberschenkel ab, mit dem Blick nach vorne, um zu sehen, was jetzt passierte.

Als die Straßenbahn endlich vorbei war, sah ich, dass derweil wohl auf der anderen Seite ebenfalls eine Straßenbahn gekommen sein musste, welche nun stark bremste, aber einige Meter weiter erst zum Halten kam. Ich hörte Menschen aufschreien. „Ruft sofort einen Krankenwagen!“, schrie jemand. Auf der Bahnschiene sah ich etwas liegen. die Menschen liefen alle dort hin und begannen sich dort zu versammeln. Eine Person jedoch stand außerhalb, hatte sich von der Menschenansammlung getrennt. Ihr schien das Geschehen nicht zu interessieren, vollkommen egal zu sein. Als ich genauer hinschaute sah ich: Es war mein Mann. Er begann mir zu winken. Dann wurde mir schwarz vor Augen.“

Sie schaute, als habe sie das Erzählte ein zweites Mal erlebt. Mit starrem Blick stierte sie auf die Wand vor ihr. Kommissar Berend hatte derweil auf einem Stuhl neben ihrem Bett Platz genommen. Sorgfältig überlegte er seine folgenden Worte:

„Nun, Frau Trautmann“, stockte er „die Sache ist so: Ich habe die Speicherkarte der Kamera, die der Tote in der Hand hielt, untersucht. Sie beinhaltet ein Foto, aufgenommen heute, um 10:34 Uhr. Das Foto wurde auf der Domplatte aufgenommen, im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen…Aber, sie sind alleine abgebildet, Frau Trautmann, alleine. Nur Sie.
Ich habe heute Nachmittag im Büro etwas recherchiert. Dabei habe ich rausgefunden, und wirklich alle Quellen überprüft: Sie haben keinen Mann mehr. Ihr Mann nahm sich vor fünf Jahren das Leben.“ Er hielt kurz inne und schaute dabei auf den Boden „Er sprang vor eine S-Bahn.“.

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BeitragVerfasst am: 15.08.2009 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Webbi,

ich hab mir dein Krimi-Ansatz mal angesehen. Klar ist, dass er in die Talentschmiede gehört. Leider hast du nichts über dein Alter beziehungsweise zu deinen Ambitionen preis gegeben. Nicht zuletzt deshalb ist es schwer angemessen zu rezensieren. Wenn du die Infos nach lieferst, könnte man schauen wie man das auseinander klabüsert bekommt.

Bis dahin kann ich eigentlich nur sagen -, der Ansatz ist leider misslungen. Ich werde den Text nur überfliegen und auf die wesentlichsten Punkte eingehen.

Zitat:
Kriminalkommissar Berend erreichte die Kreuzung. Er war hierhin beordert worden, weil wohl jemand wieder die Bahn von unten betrachten wollte, wie manche etwas zynisch bemerkten, wenn jemand sich mal wieder vor den Zug schmiss und dafür die nächste S-Bahn nahm. Der Notarzt war bereits dabei, den Unfallort wieder zu verlassen. Vermutlich hat er nicht mal seinen Koffer geöffnet und hat gleich den Tod attestiert.
Berend machte sich auf, den Körper des Toten beziehungsweise das, was noch von ihm übrig blieb, genauer zu untersuchen. Es bot sich ihm ein schreckliches Bild: Die ganze Vorderpartie des Zuges war blutüberströhmt, Leichenteile über den Schauplatz verstreut.


Schon der Einstieg glänzt durch verkrampften Humor mit verworrener Erklärung. „Wenn jemand sich mal wieder vor den Zug schmiss und dafür die nächste S-Bahn nahm? Kannst du das übersetzten? Manche sagen…? Wer sind manche? Dann wird herum geeiert, statt direkt und einem Krimi angemessen an den „Tatort“ zu gehen.

Wir merken uns das „schreckliche Bild“ Leichenteile lagen über den Schauplatz verstreut!

Zitat:
Solche Ereignisse passieren immer häufiger, doch Berend konnte sich noch lange nicht an sie gewöhnen. Er wird es vermutlich auch nie tun. Eine Gruppe von Seelsorgern betreute den noch unter Schock stehenden Lokführer. Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Wieso beenden sie ihr Leben nicht in einem stillen Kämmerchen, vollgepumpt mit einem Medikamentencocktail? Weil sie verzweifelt sind, sehr verzweifelt, sie würden sonst nicht diese abrupte und sichere Methode wählen. Auch wenn sie durch diese Art von Selbstmord immer auch Unbeteiligte mit hineinziehen – man sollte gnädig mit ihnen sein. Man kennt ihren Lebensweg, ihr Schicksal nicht, deswegen sollte man sich zurückhalten und sie nicht anklagen. Wenn es etwas anzuklagen gibt, dann sind es die Lebensumstände - die Gesellschaft in der wir leben, die diese Menschen an den Abgrund treibt.
In seinem Arm hielt der Tote eine scheinbar noch völlig intakte Kamera. Sie hat diesen Vorfall schadlos „überlebt“.


Es folgen sinnfreie Spekulationen zum künftigen Verhalten des Kommissars, die nichts mit der Handlung zu tun haben. Seelsorger scharen sich in einer Gruppe um dem Lockführer? Wer fragt wen nach der Art des Menschenschlages? Abermals luftleere Fragen zur Rücksichtslosigkeit eines vermeintlichen Selbstmörders, der sich später als Unfallopfer entpuppt? Wozu dann die „luftigen“ Zeilen? Sozialkritische Gesellschafts- Analyse in der Orientierungsphase eines Krimis?

Und plötzlich halten die verstreuten Leichenteile eine intakte Kamera im Arm? Wie geht das? Zudem hält man eine Kamera möglicherweise in der Hand. Der zuvor gelieferten Situationsbeschreibung nach, dürften die Arme abgetrennt gewesen sein. Also ein Logik und Sorgfaltsproblem innerhalb von kaum dreißig Zeilen.

An dieser Stelle breche ich mal ab. Denn der Text stelzt dahin, dass mich die Höhenangst packt. Solltest du maximal 16 Jahre sein, dann ist der Ansatz als respektabel zu sehen. Ab über achtzehn wäre es ein glatter Verriss. In beiden Fällen möchte ich dir Ralphies Schreibschule ans Herz legen. Sie ist voller wertvoller Tipps, die dich in die Lage versetzten es besser zu machen.

Falls es dort nicht zu finden ist, hier ein Tipp zur Erzählung. Gehe präziser ans Werk und beschreibe ohne Umwege und ohne gestelzte Witze was der Kommissar vorfindet. Den Leser gleich zu Anfangs mit sinnlose Spekulationen zu überhäufen ist keine gute Entscheidung. Achte auf Plausibilität. Erst ist die Leiche zerlegt, dann hält sie was im Arm. Erst spekuliert irgendwer – ist nicht ersichtlich, ob es der Kommissar ist – über den Selbstmord, dann geht über einen Unfall, noch bevor der Kommissar eine einzige Info bekommen hat.

In einem Satz: Hat nicht funktioniert. Nimm dir Zeit für Ralphies Schreibschule und versuche es – wenn du durch bist!- noch einmal.

Grüße

Bobbi

PS: Mod: Das gehört ganz gewiss in  die Talentschmiede.
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Webbi
Sonntagsschreiber


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 15.08.2009 19:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bobbi hat Folgendes geschrieben:
Hallo Webbi,

ich hab mir dein Krimi-Ansatz mal angesehen. Klar ist, dass er in die Talentschmiede gehört. Leider hast du nichts über dein Alter beziehungsweise zu deinen Ambitionen preis gegeben. Nicht zuletzt deshalb ist es schwer angemessen zu rezensieren. Wenn du die Infos nach lieferst, könnte man schauen wie man das auseinander klabüsert bekommt.


Was haben mein Alter / meine Ambitionen mit der Rezension eines Textes zu tun?

Zitat:
Es folgen sinnfreie Spekulationen zum künftigen Verhalten des Kommissars, die nichts mit der Handlung zu tun haben. Seelsorger scharen sich in einer Gruppe um dem Lockführer? Wer fragt wen nach der Art des Menschenschlages? Abermals luftleere Fragen zur Rücksichtslosigkeit eines vermeintlichen Selbstmörders, der sich später als Unfallopfer entpuppt? Wozu dann die „luftigen“ Zeilen? Sozialkritische Gesellschafts- Analyse in der Orientierungsphase eines Krimis?


Wer definiert a), was in einen Krimi gehört und b), dass mein Text überhaupt ein Krimi ist? Du? Weil ein Kommissar vorkommt? lol2

An dieser Stelle breche ich mal ab. Ich kann nur hoffen, dass du aufgrund der fehlenden Informationen zu meinem Alter, meinen "Ambitionen", was anscheinend bei dir für eine objektive Rezension lebensnotwendig zu sein scheint, die Kurzgeschichte nur bis zu der Stelle gelesen hast, bis wo du sie "rezensiert" hast, um dich aufgrund meines ersten Beitrages im Forum zu profilieren.

Ansonsten kann nur noch der intellektuelle Zugang fehlen. Da kann ich nur raten, den Text ggf. mehrfach zu lesen.

Viele Grüße,
Webbi


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Jocelyn
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BeitragVerfasst am: 15.08.2009 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Webbi,

ich möchte deine Geschiche mit meinem Beitrag verteidigen und das schief hängenden Bild ein wenig gerade rücken.

Deine Idee ist wirklich interessant und ich konnte die Geschichte zügig durchlesen, was für mich immer ein Pluspunkt ist, da ich auch schnell abbreche.

Das Ende der Geschichte hat mich verblüfft. Als ich dieses las, musste ich gleich nochmal von Anfang lesen, da ich Indizien für diese überraschende Entwicklung aufspüren wollte. Bei meinem zweiten Lesen kam ich schnell durch den Text.

Zitat:
„Nein nein, nichts großes, die Sanitäter meinten, dass sie wahrscheinlich vor Erschöpfung zusammengebrochen ist. Anscheinend ist sie ihrem Mann und dem Dieb hinterhergelaufen“.
„Gut, die Ärzte sollen sich melden, wenn sie vernehmungsfähig ist.“, beendete der Kommissar das Gespräch.

So sah die ganze Sache natürlich anders aus. Es war also nicht mehr von einem Suizid auszugehen, sondern vermutlich von einem Unfall, der sich zutrug, als der Mann den vermeintlichen Dieb bis zur Kreuzung verfolgte. Dieser ist dann womöglich, sei es aus Schock, sei es aus Furcht, dass er mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden könnte, erst ein Mal geflohen.

Einige Stunden später klingelte das Handy des Kommissars, als sich dieser gerade am Schreibtisch seines Büros befindet. Er hatte sich den ganzen Nachmittag mit dem Fall beschäftigt, der ihm mittlerweile sehr suspekt vor kam. Denn bei seiner Recherche stieß er auf etwas sehr Merkwürdiges.


Das Fettgedruckte las sich dann anders, es machte aber deshalb nicht stutzig. Da fehlt irgendetwas.

Weiterhin fiel mir auf:
Die psychisch gestörte Frau sprach für mein Empfinden beim Interview durch den Komissar nach den Worten "und fuhr mit der Geschichte fort" zu geordnet, einen zu langen Monolog. Es las sich damit ebenfalls so, als wäre hier kein Grund zum Zweifeln und wirkte damit nicht glaubwürdig. Kann eine solche Frau sich so klar und glatt verstellen?

Zitat:
Sie saß aufrecht auf dem Krankenbett und schien äußerlich gesund zu sein. Ihr Blick war jedoch trübe und von einer Nachdenklichkeit gezeichnet, die das Geschehen wohl noch verarbeitete.


Die Erwähung ihrer Nachdenklichkeit würde ich auch als glaubwürdiges Charakteristikum anzweifeln wollen.
Vielleicht wolltest du bewusst die Überraschung am Ende nicht vergeigen. Ich hätte es aber als Leserin prickelnder gefunden, wenn ich gespürt hätte, dass hier irgendetwas überhaupt nicht stimmt, und damit hätte ich beim ersten Lesen mehr Spannung empfunden. So etwas einzubauen, ist sicher nicht einfach, bsonders die richtige Dosis zu finden, vermute ich.

Ich empfinde deinen Text als durchaus ansehnlichen Einstieg. Weitermachen!

Viel Spaß noch bei uns, lieben Gruß, Cilia


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(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

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Brynhilda
Felix Aestheticus

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Beiträge: 9709
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Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 15.08.2009 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Webbi!

Bei "Der Staatsanwalt erschien" hat mich der Text verloren, und schon bis dahin war die Lektüre eine Mühe.
Auf mich wirkt der ganze Text kalt und mechanisch. Als wäre er einfach nur runtergeschrieben - ohne Seele, ohne Gefühl, ohne Wärme, ohne Phantasie.
Das ist so aufregend wie ein Unfallbericht.

Versuch, dich beim Schreiben richtig in die Situation hineinzuträumen. Laß alles erst vor deinem inneren Auge lebendig werden, tagträume, bis du das Gefühl hast, es zu erleben und wirklich dabei zu sein.
Am Anfang fällt das vielleicht schwer, aber wenn du dich daran gewöhnt hast, werden deine Texte viel lebendiger werden.
Dann muß der Staatsanwalt auch nicht mehr erscheinen wie ein Spukgespenst.

Viele Grüße,
Brynhilda
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bloody_mary
Dichter und Denker


Beiträge: 1448



BeitragVerfasst am: 16.08.2009 01:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Webbi,

erstmal herzlich Willkommen im Forum!

Entschuldige bitte, dass ich nicht gleich was zu deinem Text sage. Das mach ich gern auch noch, aber zunächst möchte ich was anderes loswerden:

Zitat:
An dieser Stelle breche ich mal ab. Ich kann nur hoffen, dass du aufgrund der fehlenden Informationen zu meinem Alter, meinen "Ambitionen", was anscheinend bei dir für eine objektive Rezension lebensnotwendig zu sein scheint, die Kurzgeschichte nur bis zu der Stelle gelesen hast, bis wo du sie "rezensiert" hast, um dich aufgrund meines ersten Beitrages im Forum zu profilieren.

Ich behaupte, Bobbi hier im Forum gut genug kennengelernt zu haben, um hier mal dazwischenzugehen. Er hat es sicher nicht nötig, sich hier zu profilieren. Es ist sehr schade, dass du seine Rezension nicht mal ganz gelesen hast, denn sie ist fundiert und du könntest viel daraus lernen.

 
Zitat:
Wer definiert a), was in einen Krimi gehört und b), dass mein Text überhaupt ein Krimi ist? Du? Weil ein Kommissar vorkommt?

Zu b): Das hast du selber definiert. Du hast deinen Text mit "Krimi" charakterisiert.

Zitat:
Ansonsten kann nur noch der intellektuelle Zugang fehlen. Da kann ich nur raten, den Text ggf. mehrfach zu lesen.

Das halte ich für eine Frechheit.

Ich will mich wirklich gern mit deinem Text auseinandersetzen, aber vorher muss ich sichergehen, dass ich nicht auch dermaßen von der Seite angegangen werde, wenn ich dich ernsthaft rezensiere.

Liebe Grüße, Bloody Mary


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Gast







BeitragVerfasst am: 16.08.2009 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was haben mein Alter / meine Ambitionen mit der Rezension eines Textes zu tun?


Alles!  Wärest du ein Jugendlicher, könnte man die Arbeit als "guten" Versuch durchgehen lassen. Bist du ein Erwachsener,  Rolling Eyes   dass willst du nicht wissen.

Grüße

Bobbi
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Murmel
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BeitragVerfasst am: 16.08.2009 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Gesagt hat Webbi gar nichts, sondern gleich mit seinem Text angefangen.

Interessante Idee, aber die Umsetzung zeigt, dass du noch einen weiten Weg vor dir hast.

Leider auch, wenn du dir überlegst, was die Geschichte eigentlich zeigen soll. Hat sie den Mann umgebracht? Ihm die Kamera hingelegt? Nein? Das Gespenst ihres Mannes? Ich bin ratlos, was das Ende der Geschichte ist.


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Webbi
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BeitragVerfasst am: 16.08.2009 21:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure bisherigen Kommentare, die meisten sind ja dann letztendlich doch konstruktiv geworden.

Murmel hat Folgendes geschrieben:

Leider auch, wenn du dir überlegst, was die Geschichte eigentlich zeigen soll. Hat sie den Mann umgebracht? Ihm die Kamera hingelegt? Nein? Das Gespenst ihres Mannes? Ich bin ratlos, was das Ende der Geschichte ist.


Das lasse überlasse ich ganz der Fantasie des Lesers, genau auf diese Fragen hatte ich gehofft wink Deswegen ist dies auch kein reiner Krimi. Es fehlt ja auch irgendwo der Mord wink

Auch soll der etwas Fehl am Platz wirkende Monolog am Anfang über Selbstmord am Ende nochmals beim Leser aufgegriffen werden, bzw. schonmal zumindest in das Unterbewusstsein gesäht worden sein.

Caecilia hat Folgendes geschrieben:

Die Erwähung ihrer Nachdenklichkeit würde ich auch als glaubwürdiges Charakteristikum anzweifeln wollen.
Vielleicht wolltest du bewusst die Überraschung am Ende nicht vergeigen. Ich hätte es aber als Leserin prickelnder gefunden, wenn ich gespürt hätte, dass hier irgendetwas überhaupt nicht stimmt, und damit hätte ich beim ersten Lesen mehr Spannung empfunden. So etwas einzubauen, ist sicher nicht einfach, bsonders die richtige Dosis zu finden, vermute ich.


Richtig, genau das war das Problem, wo ich ein paar Schwierigkeiten hatte. Ich wollte ein paar Brotkrumen streuen, ohne zu viel zu verraten.


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Jocelyn
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BeitragVerfasst am: 17.08.2009 19:11    Titel: Re: Das Foto Antworten mit Zitat

Hallo Webbi,

ich möchte dir nochmal sagen, dass ich diese Passage als sehr gelungen ansehe.

Webbi hat Folgendes geschrieben:

Als die Straßenbahn endlich vorbei war, sah ich, dass derweil wohl auf der anderen Seite ebenfalls eine Straßenbahn gekommen sein musste, welche nun stark bremste, aber einige Meter weiter erst zum Halten kam. Ich hörte Menschen aufschreien. „Ruft sofort einen Krankenwagen!“, schrie jemand. Auf der Bahnschiene sah ich etwas liegen. die Menschen liefen alle dort hin und begannen sich dort zu versammeln. Eine Person jedoch stand außerhalb, hatte sich von der Menschenansammlung getrennt. Ihr schien das Geschehen nicht zu interessieren, vollkommen egal zu sein. Als ich genauer hinschaute sah ich: Es war mein Mann. Er begann mir zu winken. Dann wurde mir schwarz vor Augen.“

Sie schaute, als habe sie das Erzählte ein zweites Mal erlebt. Mit starrem Blick stierte sie auf die Wand vor ihr. Kommissar Berend hatte derweil auf einem Stuhl neben ihrem Bett Platz genommen. Sorgfältig überlegte er seine folgenden Worte:

„Nun, Frau Trautmann“, stockte er „die Sache ist so: Ich habe die Speicherkarte der Kamera, die der Tote in der Hand hielt, untersucht. Sie beinhaltet ein Foto, aufgenommen heute, um 10:34 Uhr. Das Foto wurde auf der Domplatte aufgenommen, im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen…Aber, sie sind alleine abgebildet, Frau Trautmann, alleine. Nur Sie.
Ich habe heute Nachmittag im Büro etwas recherchiert. Dabei habe ich rausgefunden, und wirklich alle Quellen überprüft: Sie haben keinen Mann mehr. Ihr Mann nahm sich vor fünf Jahren das Leben.“ Er hielt kurz inne und schaute dabei auf den Boden „Er sprang vor eine S-Bahn.“.


Ich kann nicht nachvollziehen, dass die restliche "Jury" in diesem Thread dich so hart kritisiert. Das erschüttert mein Lob überhaupt nicht!

Gerade weil das, was du hier schilderst, in den parapsychologischen Bereich eintaucht, finde ich dein Debüt außerordentlich mutig und interessant. Es wird wesentlich mehr Belangloseres und Langweiligeres angegangen. Und dein nüchterner Sil, der scheint mir dafür nicht ungeeignet, sogar eher als besonders geeignet.

Ich hatte mal eine Geigenlehrerin, die war sehr obskur. Sie war eine, zugegebener Maßen kuriose, Kapazität, tatsächlich ehemals Preisträgerin beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb, wenn es auch nicht der erste war, ich glaube, den bekam Szeryng.
Sie erzählte mir jedenfalls sehr überzeugt davon, dass sie ihren verstorbenen Mann noch sehr lange optisch wahrnahm. Und das konnte sie anschaulich erzählen. Die ganze Wohnung war seeehr gruselig. Es scheint also wirklich Leute zu geben, die so etwas (meinen) erlebt zu haben. Wie normal die sind, das ist die Frage. Shocked

Du hast halt auf die Kritik von Bobbi etwas sehr ausfallend reagiert.
Aber mir fällt es auch oft schwer, Kritik gelassen hinzunehmen. Für mich ist es aber auch ein Indiz von Ehrgeiz, Begeisterung und Herzblut fürs eigene Werk, auch nichts Schlechtes.

Alles Liebe, Cilia


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(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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Webbi
Sonntagsschreiber


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 18.08.2009 03:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Caecilia,

vielen Dank für deine interessanten Beiträge. Freut mich, dass dir dieser Part besonders gefallen hat, denn er ist auch mein Lieblingspart. Meine Intention war, dass der Leser zunächst einen krimiähnlichen Plot aufgetischt bekommt und dann am Ende mit der Wendung ein wenig vor den Kopf gestoßen wird, um ihm die Zügel in die Hand zu geben, die Geschichte zu Ende zu spinnen. Er kann dabei ganz klassisch davon ausgehen, die Frau sei "verrückt", oder aber womöglich zu anderen Schlüssen kommen..

Der nüchtern geschriebene erste Teil diente dabei nur als Vorbereitung für das (womöglich) metaphysische Ende.

Die Kritik an Bobbi war nicht so gemeint, sie war ein wenig satirisch verfasst, ich gebe zu: ein bisschen unglücklich. Jeder der Hape Kerkelings "Hurz" kannte wird vielleicht an den "fehlenden intelektuellen Zugang" erinnert worden sein wink

Ansonsten scheine ich hier endlich im richtigen Forum angelangt zu sein; die anderen Foren beschäftigen sich letztendlich dann doch eher mit der Literatur bekannter Autoren.


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