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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Fantasy Geschichte (Prolog + Kapitel 1)


 

 
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Krokofant
Schreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 21.07.2009 12:04    Titel: Fantasy Geschichte (Prolog + Kapitel 1) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich möchte hier nochmal etwas von mir vorstellen. Leider ist die Formatierung der Normseite durch das Kopieren ins Forum zerschossen wurden, aber ich hoffe man kann es dennoch lesen.
Das Endwerk ist ein Fantasygeschichte abseits von großen Schlachten und Kriegen, sondern soll vielmehr auf Spionarbeit und Ermittlungen, mit einer Prise Action, zentriert sein.

Feedback ist natürlich gerne gesehen. Besonders die direkte Rede empfinde ich selbst als ziemlich schwach. Vielleicht ist es auch der Rest wink Ich lass mich mal überraschen.

Zitat:
Dank des unglücklichen Aufpralls auf dem harten Steinboden, schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit so stark an, dass man, auch durch die Rötung, nicht einmal mehr erkennen konnte, was es darstellt.
Die Schmerzen konnten aber zumindest für kurze Zeit das elende Gefühl des Hungers vertreiben, dass sich in den Stunden, die er gefesselt auf dem Pferderücken verbracht hat, in den Magen gefressen hatte. Mühsam konnte Grabiel sich aufrappeln, als er sicher war, dass die Wärter gegangen waren. Sein Blick schweifte durch das stinkende Gemäuer mit dem kalten Steinboden. Der Raum war ein fast perfektes Quadrat. Drei Wände waren karges, graues Mauerwerk von einer Dicke, die Grabiel schlecht einschätzen konnte. Die vordere Seite war mit dicken, zum Teil verrosteten, Gitterstäben besäumt, die trotz ihres Alters den Eindruck vermittelten, dass es eine Dekade brauchen würde, um sie zu durchdringen.
Tolle Aussichten. Grabiel schob sich unter enormer Kraftaufwendung auf einen Haufen alten Heus, der unter einem kleinem, vergitterten Fenster gegenüber der Stäbe lag. Dabei versuchte er sein Knie nicht zu belasten.
Er versuchte, seine Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken und die Schmerzen sowie den Hunger auszublenden, doch es gelang ihm nicht, die Vorgänge der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Immer wieder zuckte er zusammen, als der leere Magen sich zusammenzog. Grabiel hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen und rollte sich zur Seite, doch nur etwas Speichel rann ihm aus dem Mund.
In seiner Position auf dem Heuhafen konnte er durch die Gitterstäbe in die dahinter liegende dunkle Welt aus Stein blicken. Weder Wächter, noch andere Zelle fielen in seinen Blick. Nur eine Ratte huschte über den steinernen Boden, der zu einem Durchgangsflur gehörte, wie Grabiel vermutete. Einen kurzen Augenblick dachte er darüber nach, wie er das Tier mit dem haarlosen Schwanz anlocken konnte, um es dann genüsslich zu verschlingen, doch er verwarf diese Idee rasch wieder.
Etwas erregte seine Aufmerksamkeit. Bei genauerem Hinhören erkannte er Schrittgeräusche, die von links kamen. Für einen Moment hatte er einen Funken Hoffnung. Dann sah er das schmierige Grinsen des Wächters, der vor den Gitterstäben stand und mit braunen Augen, die tief in seinem schweinsähnlichen Gesicht lagen, den Gefangenen musterte.  Ein Geräusch, das dem einer muhenden, irren Kuh ähnelte, aber offensichtlich Lachen darstellen sollte, entfuhr der Kehle des Wärters.
Dann klimperte der Schlüssel, der ins Schloss geschoben wurde.
„Mercudus wünscht Gesellschaft.“. Bei der Erwähnung des Foltermeisters, von dem Grabiel schon viel gehört hätte, erstarrte er. Dann trat der Wächter in die Zelle.

-

Gelsor stand auf dem Balkon der Kaserne und blickte in den Sternenhimmel. Als ihn ein Luftzug berührte, fuhr er sich mit seiner Hand über die blaue Haut. Es war verdammt kalt und der Fhalshar zerbiss einen Fluch auf seinen Lippen, in dem er den Gott des Wetters verdammte. In Gedanken befand er sich im Sommer auf den Zitririnseln, saß auf einer gemütlichen Bank und ließ die Sonne seinen Körper erwärmen.
Eine Stimme holte ihn aus seinen Tagträumen. Jereod rief nach ihm. Nach einem letzten, tiefen Blick auf den klaren Sternenhimmel drehte er sich auf dem Absatz herum und trat wieder in das Innere der massiven Steinfestung. Der Boden war mit kaminroten Steinplatten gepflastert und die schweren Schuhe verursachten laute Trittgeräusche, als Gelsor den langen Weg zum Empfangsraum Jereods ging. An den Wänden erzählten Malereien von glorreichen Zeiten der Armee und großen Helden, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Am Ende des Ganges standen zwei leere Ritterrüstungen, die verzierte Schwerter in die Höhe hielten. Dazwischen lag eine schmucklose Holztür, die zu Jereod führte. Sie war ein Stück geöffnet und bedeutete Gelsor, einzutreten.
Innen wartete der Veteran auf einem Stuhl und musterte den jungen Fhalshar mit durchdringendem Blick. Die blaue Haut Jereods war ziemlich blass, auch die dunklen Flecken, wie sich bei einem Angehörigen dieser Rasse üblich sind, strahlten nicht mehr kräftig. Einzig die Augen verrieten, dass in dem alten Körper noch eine aufgeweckte Seele hauste. Trotz eines Alters von fast einhundertsiebzig Jahren.
Gelsor verbeugte sich rasch und nahm dann auf dem angebotenen Sessel Platz. Ein Glas Rotwein lehnte er aber ab, was dazu führte, dass auch Jereod, der Kasernenleiter, sein Getränk zur Seite stellte.
Sie tauschten die traditionelle Begrüßung. „Möge dein Schwert niemals stumpf sein“, murmelte der Alte. Gelsor erwiderte das Identische.
Jereod, der dafür bekannt war, sich nie groß mit irgendwelchen Formalitäten oder Freundlichkeiten aufzuhalten, kam direkt zur Sache:
„Gelsor, wie du sicherlich mitbekommen hast, steht der Frieden der vier Völker auf wackligen Beinen.“
Der Soldat nickte. Jedes intelligente in Sagpal wusste es. „Aber so gibt es zumindest noch keine Kriegserklärung. Und es ist im Interesse von Hochkommandant Xap, dass es auch so bleibt.“
Ehrfürchtig sog Gelsor Luft ein, als der legendäre Xap erwähnt wurde. Der Hochkommandant war der älteste Lebende Fhalshar Alle Völker achteten ihn, von den meisten wurde er sogar verehrt. Auch sein Wort trug dazu bei, das es bislang noch nicht zum Krieg kam. Jereod fuhr fort:
„Aber in letzter Zeit sind uns Gerüchte zu Ohren gekommen, nach denen es eine Fraktion geben soll, die nur ein Ziel hat: Krieg.“
Gelsor verengte interessiert die Augen und seine entspannte Haltung im Sessel verkrampfte sich etwas.
„Diese Fraktion, oder nennen wir sie besser Gruppierung, hat sich aus Menschen gebildet, die den Orcs, den Elfen und auch uns rassistisch gesinnt sind.“
Ärgerlich nahm Jereod einen Schluck des Rotweines und befeuchtete damit seinen Mund, um leichter weiter sprechen zu können.
„Wie mir ein Informant der Menschen mitgeteilt hat, sind die Verantwortlichen dieser Gruppierung aber nicht bekannt. Solange man keine Namen kennt, kann man gegen die Kriegstreiber nicht vorgehen. Das verstehst du sicher.“
Der Junge stimmte zu, beließ es aber bei einem Nicken. Nach einer Pause fuhr Jereod fort.
„Weiter wurde mir erzählt, dass die Menschen einen ihrer besten Spione ausgesendet haben, um sich in die Gruppierung einzuschleusen. Seit drei Wochen gab es keine Nachricht mehr von ihm.“
Gelsor verstand und klatschte verärgert in die Hände:„Das bedeutet wahrscheinlich, dass der Spion aufgeflogen ist.“
Jereod lächelte kurz, weil der junge Soldat so schnell die richtige Schlussfolgerung gezogen hatte. Dann setzte er wieder an.
„Als Verfechter des Friedens ist es unsere Pflicht, die uns positiv gesinnten Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Wir müssen uns aufmachen, mit den anderen Völkern verbinden, und der Sache auf den Grund gehen.“
Erneut stimmte Gelsor enthusiastisch zu. Nur wusste er nicht wirklich, was er dafür machen könnte.
„Und Gelsor...du bist derjenige, der das Volk der Fhalshar in dieser Sache als Ermittler dient.“
Der junge Soldat riss die Augen auf und nur knapp konnte er ein Geräusch der Überraschung unterdrücken. Solch eine wichtige Aufgabe wurde ihm unterstellt.
„Schon morgen wirst du, begleitet von Elf und Orc, aufbrechen und den Verblieb des menschlichen Spions ausfindig machen.“

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Fahrender Gaukler
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BeitragVerfasst am: 21.07.2009 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Krokofant!

Ich habe bisher nur den ersten Abschnitt gelesen, der - wenn ich es richtig verstanden habe - den Prolog darstellen soll.

Zunächst das Positive:

Es gelingt dir weitgehend, Bilder zu erzeugen, was schon mal die Grundvoraussetzung für einen guten Roman ist. Grund dafür sind anschauliche Verben (Hunger in den Magen gefressen, Ratte huschte über den steinernen Boden, etc) und Adjektive (schmieriges Grinsen, etc). Das ist gut, denn dadurch schmeißt du das Kopfkino des Lesers an.

Rechtschreibung und Grammatik scheinen soweit auch in Ordnung.


Jetzt zum Negativen:

Du stellst dir selbst ein Bein. Deine Formulierungen sind größtenteils viel zu kompliziert, daher lesen sie sich holprig und bremsen das Kopfkino des Lesers stark aus.

Alleine der erste Satz:

Zitat:
Dank des unglücklichen Aufpralls auf dem harten Steinboden, schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit so stark an, dass man, auch durch die Rötung, nicht einmal mehr erkennen konnte, was es darstellte.


Guck mal, 5 Kommata, die den Satz in ein Monster verwandeln. Falls die Rötung so wichtig sein sollte, dass sie unbedingt Erwähnung finden muss (was ich bezweifle), könntest du uns diese Information auch anderweitig vermitteln. Drösele den Satz ruhig einmal auf und überlege, wie du das gleiche mit weniger Worten und vor allem weniger verklausuliert ausdrücken kannst, Mal ein primitives Beispiel meinerseits:

Dank des unglücklichen Aufpralls auf dem harten Steinboden, schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit zu einem undefinierbaren roten Klumpen an.

Das ist jetzt nicht besonders toll und man könnte es sogar noch weiter straffen sowie den Ausdruck "undefinierbar" ersetzen oder umschreiben. Ich jedenfalls verzichte so weit es mir möglich ist auf solche Ausdrücke, da sie meiner Meinung nach nicht in einen (klassischen) Fantasy-Roman passen.

Eine andere Möglichkeit wäre es, den Satz zu teilen. Was sich auch hier anbieten würde:

Zitat:
Die vordere Seite war mit dicken, zum Teil verrosteten, Gitterstäben besäumt (?), die trotz ihres Alters den Eindruck vermittelten, dass es eine Dekade brauchen würde, um sie zu durchdringen.


Ich zerschneide jetzt nur mal den Satz, ohne irgendwelche Worte zu ersetzen oder dergleichen:

Die vordere Seite war mit dicken, zum Teil verrosteten Gitterstäben besäumt. Trotz ihres Alters vermittelten sie den Eindruck, dass es eine Dekade brauchen würde, um sie zu durchdringen.

Das liest sich für meinen Geschmack schon angenehmer. Nichts gegen Satzschachteln per sé; ich mag Schachteln, sofern sie gut gemacht sind. Aber - nichts für ungut - bei dir lesen sie sich leider noch sehr holprig und zäh.

Mein Fazit fällt daher zwiegespalten aus. Über den ersten Abschnitt bin ich nicht hinausgekommen, weil es von stilistischer Seite her noch etwas schwach auf der Brust ist. Andererseits machst du schon einige Dinge richtig, die enorm wichtig für eine fesselnde Schreibe sind. Dafür ein Lob. Nichtsdestotrotz möchte ich dir Ralphies Schreibwerkstatt ans Herz legen. Lies dich mal in aller Ruhe da durch und vergleiche das dort gesagte mit deinem Text. Es wird ihm und deiner Schreibe zugute kommen.


PS: Achte auch auf Wortwiederholungen.

Zitat:
Dabei versuchte er sein Knie nicht zu belasten.
Er versuchte, seine Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken


Allzu oft habe ich auch Gitter, Stäbe und Gitterstäbe gelesen. Finde Synonyme dafür, um das Schriftbild abwechslungsreicher zu gestalten.

In diesem Sinne, dranbleiben! Viel Erfolg und frohes Schaffen.


Gruß,

~~Der Gaukler


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Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)
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Münsch
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BeitragVerfasst am: 21.07.2009 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

nur eine kurze Rückmeldung von mir:

Zitat:
Dank des unglücklichen Aufpralls auf dem harten Steinboden, schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit so stark an, dass man, auch durch die Rötung, nicht einmal mehr erkennen konnte, was es darstellt.

Ist eine solche Verletzung wirklich etwas, wofür man dankbar sein kann?
Und man konnte nicht mehr erkennen, was es darstellt? Sitzt es nicht mehr als Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel? Wenn doch, kann es eigentlich nur ein Knie sein.

Ich schließe mich Gauklers Einschätzung an: teilweise gute Wortbilder (der auf den Lippen zerbissene Fluch ist gut!), aber zu viele Wiederholungen und verkomplizierte Sätze.

Lohnt sich, dran zu arbeiten.

Viele Grüße,
Münsch


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Krokofant
Schreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 21.07.2009 14:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Habe es an einigen Stellen nochmal leicht überarbeitet.

Zitat:
Durch den unglücklichen Aufprall auf dem harten Steinboden schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit so stark an, dass es sich zu einem unförmigen, geröteten Klumpen wandelte.
Die Schmerzen konnten aber zumindest für kurze Zeit das elende Gefühl des Hungers vertreiben, dass sich in den Stunden, die er gefesselt auf dem Pferderücken verbracht hat, in den Magen gefressen hatte. Mühsam konnte Grabiel sich aufrappeln, als er sicher war, dass die Wärter gegangen waren. Sein Blick schweifte durch das stinkende Gemäuer mit dem kalten Steinboden. Der Raum war ein fast perfektes Quadrat. Drei Wände waren karges, graues Mauerwerk von einer Dicke, die Grabiel schlecht einschätzen konnte. Die vordere Seite war mit dicken, zum Teil verrosteten, Gitterstäben begrenzt. Trotz ihres offensichtlichen Alters vermittelten sie den Eindruck, dass es eine Dekade braucht, bis man sie ohne Hilfsmittel durchbrechen kann.
Tolle Aussichten. Grabiel schob sich unter enormer Kraftaufwendung auf einen Haufen alten Heus, der unter einem kleinem, vergitterten Fenster gegenüber der rostbraunen Metallstangen lag. Dabei achtete er darauf, sein pochendes Knie nicht zu belasten.
Er versuchte, seine Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken und die Schmerzen sowie den Hunger auszublenden, doch es gelang ihm nicht, die Vorgänge der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Immer wieder zuckte er zusammen, als der leere Magen sich in einem Krampf zusammenzog. Grabiel hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen und rollte sich zur Seite, doch nur etwas Speichel rann ihm aus dem Mund.
In seiner Position auf dem Heuhafen konnte er durch die Gitterstäbe in die dahinter liegende dunkle Welt aus Stein blicken. Weder Wächter, noch andere Zellen fielen in seinen Blick. Nur eine Ratte huschte über den steinernen Boden, der zu einem Durchgangsflur gehörte, wie Grabiel vermutete. Einen kurzen Augenblick dachte er darüber nach, wie er das Tier mit dem haarlosen Schwanz anlocken konnte, um es dann genüsslich zu verschlingen, doch er verwarf diese Idee rasch wieder.
Etwas erregte seine Aufmerksamkeit. Bei genauerem Hinhören erkannte er Schrittgeräusche, die von links kamen. Für einen Moment tat sich ein Funken Hoffnung auf. Dann sah er das schmierige Grinsen des Wächters, der vor den Gitterstäben stand und mit braunen Augen, die tief in seinem schweinsähnlichen Gesicht lagen, den Gefangenen musterte.  Ein Geräusch, das dem einer muhenden, irren Kuh ähnelte, aber offensichtlich Lachen darstellen sollte, entfuhr der Kehle des Wärters.
Dann klimperte der Schlüssel, der ins Schloss geschoben wurde.
„Mercudus wünscht Gesellschaft.“. Bei der Erwähnung des Foltermeisters, von dem Grabiel schon viel gehört hätte, erstarrte er. Dann trat der Wächter in die Zelle.
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Ana
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Alter: 57
Beiträge: 92



BeitragVerfasst am: 21.07.2009 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Krokofant,

einen Fantasy zu lesen, der abseits des Üblichen ist? Damit hast du mich schon an der Angel  Wink

Zu deinem Text:

Zitat:
Durch den unglücklichen Aufprall auf dem harten Steinboden schwoll Grabiels Knie in kürzester Zeit so stark an, dass es sich zu einem unförmigen, geröteten Klumpen wandelte.


Das ein Steinboden nicht weich ist, ist klar, also könntest du dir das *hart* sparen. Ebenso *unglücklich*.

Bsp. Durch den Aufprall auf dem Steinboden schwoll Gabriels Knie in kürzester Zeit zu einem unförmigen, roten Klumpen an.


Zitat:
Die Schmerzen konnten aber zumindest für kurze Zeit das elende Gefühl des Hungers vertreiben, dass sich in den Stunden, die er gefesselt auf dem Pferderücken verbracht hat, in den Magen gefressen hatte.


Das Wörtchen *konnte* beinhaltet Unsicherheit (er könnte, wenn wer wollte - aber will er?) Es ist also keine klare Aussage.

Der Schmerz vertrieb aber für kurze Zeit - das ist eine klare Aussage. Der Satz an sich finde ich jedoch zu verschachtelt.

Zitat:
Mühsam konnte Grabiel sich aufrappeln, als er sicher war, dass die Wärter gegangen waren.


auch hier wieder: er konnte/könnte es - aber macht er es?

Zitat:
Sein Blick schweifte durch das stinkende Gemäuer mit dem kalten Steinboden. Der Raum war ein fast perfektes Quadrat. Drei Wände waren karges, graues Mauerwerk von einer Dicke, die Grabiel schlecht einschätzen konnte.


Sein Blick schweifte - liest sich für mich *geschwollen* (ist aber Geschmackssache). Warum nicht einfach: er sah sich um. Und *durch das stinkende Gemäuer* liest sich für mich, als könne er durch Wände sehen Shocked  Laughing
Was mir unverständlich ist: Warum ein *fast perfektes Quadrat*? Ist es für die Story wichtig, dass es eben nur *fast* ein Quadrat ist? Gibt es auch nicht *perfekte* Quadrate?
karges, graues Mauerwerk - würde ich *graues Mauerwerk* sehen/lesen, ist das schon für mich *karg*
*von einer Dicke, die Grabiel schlecht einschätzen konnte* - Warum findet es dann Erwähnung? Besser wäre es, wenn du z. B. die Größe der Quader beschreiben würdest. Sehe ich z. B. Quader von 1 Meter länger und 0.75 cm Höhe aus Granit - würde ich erst gar nicht versuchen, abschätzen zu wolle, wie *dick* die eventl. sein könnten.

Zitat:
Die vordere Seite war mit dicken, zum Teil verrosteten, Gitterstäben begrenzt. Trotz ihres offensichtlichen Alters vermittelten sie den Eindruck, dass es eine Dekade braucht, bis man sie ohne Hilfsmittel durchbrechen kann.


Wem vermitteln die Gitterstäbe den Eindruck? Gabriel? Dann solltest du das auch ihn feststellen lassen. Warum nur *offensichtlichen* Alters? Trotz ihres Alters vermittelten sie Gabriel den Eindruck ...

Zitat:
Tolle Aussichten. Grabiel schob sich unter enormer Kraftaufwendung auf einen Haufen alten Heus, der unter einem kleinem, vergitterten Fenster gegenüber der rostbraunen Metallstangen lag. Dabei achtete er darauf, sein pochendes Knie nicht zu belasten.


Weiter oben hat er sich noch aufgerappelt, jetzt *schiebt er sich unter enormer Kraftaufwendung* ins Heu. Kriecht er jetzt oder humpelt er? Warum mit *enormer Kraftaufwendung* und nicht einfach z. B. *mit letzter Kraft*? (ja, ja - ich mag es einfach Wink )

Zitat:
Er versuchte, seine Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken und die Schmerzen sowie den Hunger auszublenden, doch es gelang ihm nicht die Vorgänge der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.
,

Was sind für ihn gedanklich *geordnete Bahnen*? Was muss ich mir als Leser darunter vorstellen? Und wenn es ihm nicht gelingt, woher weiß er, dass es sich dabei um Vorgänge der vergangenen Tage handelt? *Revue passieren* finde ich unglücklich für einen Fantasy.

So, später mehr (wenn du magst)

Liebe Grüße

Ana

Immer wieder zuckte er zusammen, als der leere Magen sich in einem Krampf zusammenzog. Grabiel hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen und rollte sich zur Seite, doch nur etwas Speichel rann ihm aus dem Mund.
In seiner Position auf dem Heuhafen konnte er durch die Gitterstäbe in die dahinter liegende dunkle Welt aus Stein blicken. Weder Wächter, noch andere Zellen fielen in seinen Blick. Nur eine Ratte huschte über den steinernen Boden, der zu einem Durchgangsflur gehörte, wie Grabiel vermutete. Einen kurzen Augenblick dachte er darüber nach, wie er das Tier mit dem haarlosen Schwanz anlocken konnte, um es dann genüsslich zu verschlingen, doch er verwarf diese Idee rasch wieder.
Etwas erregte seine Aufmerksamkeit. Bei genauerem Hinhören erkannte er Schrittgeräusche, die von links kamen. Für einen Moment tat sich ein Funken Hoffnung auf. Dann sah er das schmierige Grinsen des Wächters, der vor den Gitterstäben stand und mit braunen Augen, die tief in seinem schweinsähnlichen Gesicht lagen, den Gefangenen musterte. Ein Geräusch, das dem einer muhenden, irren Kuh ähnelte, aber offensichtlich Lachen darstellen sollte, entfuhr der Kehle des Wärters.
Dann klimperte der Schlüssel, der ins Schloss geschoben wurde.
„Mercudus wünscht Gesellschaft.“. Bei der Erwähnung des Foltermeisters, von dem Grabiel schon viel gehört hätte, erstarrte er. Dann trat der Wächter in die Zelle.
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Krokofant
Schreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 21.07.2009 18:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke euch allen!

Ich schreibe jetzt erstmal etwas weiter, weil ich derzeit einen Schreibflash habe und überarbeite dann nochmal die reingestellten Auszüge  Laughing
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Vidora
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 31
Beiträge: 159



BeitragVerfasst am: 21.07.2009 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Krokofant,

für Fantasy interessiere ich mich besonders. Habe deinen Text heute schon im Büro gelesen, dort aber leider keine Zeit gehabt.

Krokofant hat Folgendes geschrieben:

Gelsor stand auf dem Balkon der Kaserne und blickte in den Sternenhimmel. Als ihn ein Luftzug berührte, fuhr er sich mit seiner Hand über die blaue Haut. Es war verdammt kalt und der Fhalshar zerbiss einen Fluch auf seinen Lippen, in dem er den Gott des Wetters verdammte. In Gedanken befand er sich im Sommer auf den Zitririnseln, saß auf einer gemütlichen Bank und ließ die Sonne seinen Körper erwärmen.
Eine Stimme holte ihn aus seinen Tagträumen. Jereod rief nach ihm. Nach einem letzten, tiefen Blick auf den klaren Sternenhimmel drehte er sich auf dem Absatz herum und trat wieder in das Innere der massiven Steinfestung. Der Boden war mit kaminroten Steinplatten gepflastert und die schweren Schuhe verursachten laute Trittgeräusche, als Gelsor den langen Weg zum Empfangsraum Jereods ging.

EIn paar von den Adjektiven solltest du vielleicht rausnehmen, es wirkt sonst zu überladen. 'kaminrot' empfinde ich von diesen noch am passendsten. Aber die Auswahl ist dir überlassen wink

An den Wänden erzählten Malereien von glorreichen Zeiten der Armee und großen Helden, die nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Diese Stelle gefällt mir gut.

Am Ende des Ganges standen zwei leere Ritterrüstungen, die verzierte Schwerter in die Höhe hielten. Dazwischen lag eine schmucklose Holztür, die zu Jereod führte. Sie war ein Stück geöffnet und bedeutete Gelsor, einzutreten.

Und durch diesen *langen* Gang und die spaltbreit geöffnete Tür, hat er den anderen rufen gehört?

Innen wartete der Veteran auf einem Stuhl und musterte den jungen Fhalshar mit durchdringendem Blick. Die blaue Haut Jereods war ziemlich blass, auch die dunklen Flecken, wie sich bei einem Angehörigen dieser Rasse üblich sind, strahlten nicht mehr kräftig. Einzig die Augen verrieten, dass in dem alten Körper noch eine aufgeweckte Seele hauste. Trotz eines Alters von fast einhundertsiebzig Jahren.

Auch hier sind wieder recht viele Adjektive enthalten.

Gelsor verbeugte sich rasch und nahm dann auf dem angebotenen Sessel Platz. Ein Glas Rotwein lehnte er aber ab, was dazu führte, dass auch Jereod, der Kasernenleiter, sein Getränk zur Seite stellte.
Sie tauschten die traditionelle Begrüßung. „Möge dein Schwert niemals stumpf sein“, murmelte der Alte.

Das hört sich irgendwie an, wie aus einem Online-Rollenspiel *grins*.

Gelsor erwiderte das Identische.

'das identische erwidern.' geht das? Es klingt auf jeden Fall sehr merkwürdig. Schreib lieber 'Gelsor erwiderte es' oder 'Gelsor tat es ihm gleich'.


„Diese Fraktion, oder nennen wir sie besser Gruppierung, hat sich aus Menschen gebildet, die den Orcs, den Elfen und auch uns rassistisch gesinnt sind.“

Das Wort rassistisch passt meinem Gefühl nach nicht so richtig in das Gespräch. Und jemandem rassistisch gesinnt sein klingt auch komisch. Formulier das am besten in sowas wie 'Diese Gruppierung hat sich aus Menschen gebildet, die neben sich keine andere Rasse dulden wollen,' Oder so.


Insgesamt: Der Text enthält durchaus gute Stellen und du hast dir viel Mühe gegeben, die Umgebung anschaulich zu machen. Auch deine neue 'Rasse' versuchst du, dem Leser gut nahe zu bringen.

Was mich persönlich stört, ist die allgemeine Situation am Anfang.
Mal wieder steht ein Krieg kurz vor dem Ausbruch, mal wieder wird ein junger aufstrebender Soldat zu seinem Befehlshaber gerufen um eine ehrenvolle Aufgabe zu empfangen. Natürlich kann man auch mit diesem Anfang eine gute Geschichte schreiben. Aber wird halt irgendwie schon ziemlich oft benutzt.

ABER. Da du geschrieben hast, dass das eine Art Spionagegeschichte wird und nicht das übliche Kriegsgeplänkel würde ich als Leser noch ein Auge zudrücken, da sich das doch recht interessant anhört.  Very Happy

Liebe Grüße,
Vidora


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Krokofant
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BeitragVerfasst am: 22.07.2009 19:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
ABER. Da du geschrieben hast, dass das eine Art Spionagegeschichte wird und nicht das übliche Kriegsgeplänkel würde ich als Leser noch ein Auge zudrücken, da sich das doch recht interessant anhört. Very Happy


Stimmt, es soll nicht das übliche Kriegsgeplänkel werden. Uns auch Gelsor wird, zumindest nicht als alleiniger, Retter der Welt fungieren, auch wenn er der Hauptcharakter ist.
Ich hab schon etwas weiter geschrieben und es gibt insgesamt 3 Handlungsstränge. Alle sind erstmal nur lose verbunden, arbeiten aber auf das selbe Ziel hin.[/url]
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Krokofant
Schreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 30.07.2009 12:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Tag,

ich bin mittlerweile im Roman weiter fortgeschritten und während des Schreibens habe ich die handlung anders als vorher geplant durchgezogen. Die Geschichte aus dem Prolog ist nun auch ein eigener Handlungsstrang, der sich durch das Buch zieht. Zudem kommt noch ein weiterer im Orcland vor.

Deswegen würde ich auch gerne noch mehr reinstellen, bloß ich weiß nicht genau was.
Glaubt ihr, ihr findet durch, wenn ich ein Kapitel mitten aus dem Roman reinpacke, oder soll ich lieber chronologisch vorgehen? Das hätte natürlich den Vorteil, dass alle der Geschichte folgen können, allerdings ist es auch nicht so spannend wie der neue Handlungsstrang, da bei Gelsor und Co nicht so viel Action drin ist  Wink

Was würdet ihr mir raten?
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caesar_andy
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Alter: 36
Beiträge: 1129



BeitragVerfasst am: 31.07.2009 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Idealerweise soltest du hier gar nichts veröffentlichen, was irgendwie zu dem Roman gehört, die meisten Verlage sehen das nicht gerne.

Wenn du hier etwas veröffentlichen willst, solltest du etwas aus dem "Papierkorb" nehmen, also etwas, das du im finalen Werk nicht verwenden wirst.
Deinen Stil kann man auch so beurteilen.
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Krokofant
Schreiberassi


Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 31.07.2009 19:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Naja, ich sehe mich selbst bzw. meinen Stil noch nicht so weit, dass es Veröffentlichungswürdig ist, von daher hab ich keine Probleme damit, was zu veröffentlichen, da das Teil ja sonst nur auf der Festplatte vor sich hin vegetiert wink
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