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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Fischer- Prolog


 

 
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Wastedragon
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 31
Beiträge: 18
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.07.2009 21:45    Titel: Fischer- Prolog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moinsen allerseits.

Hier mal der Prolog meines aktuellen Romans.
Für meinen Geschmack hat er noch etwas zu wenig Tiefgang.
Ich würde mich über Kritik sehr freuen.
Viel Spaß.
***************************************************************
Prolog.


Thran holte die Netze ein und ließ den Blick dabei immer wieder prüfend über den Himmel wandern. In den fünf Jahren, die er jetzt als Fischer arbeitete, hatte er gelernt anhand von Wind und Wolken jede Veränderung des Wetters, und somit auch des Seeganges frühzeitig zu erkennen. Er mochte seine Arbeit. Sie war hart und verzieh keinen Fehler, aber es war ehrliche Arbeit. „Hey Thran, schlaf nicht ein !!!“
Thures Ruf riss ihn aus seinen Gedanken. Er nickte dem breitschultrigen Hünen zu und zog gemeinsam mit ihm das breite Schleppnetz weiter ins Boot. „Ich versteh immer noch nicht wie du so früh erkennen willst, dass es Sturm gibt...“ Thure arbeitete lange genug mit ihm zusammen um die Netze einzuholen wenn Thran es sagte, auch wenn er gute zehn Jahre mehr Erfahrung in ihrem Beruf hatte.
Aber er hatte recht. Der Himmel war klar und es gab nicht die geringsten Anzeichen dafür das sich der Wind drehen, oder an Kraft zunehmen würde. „Vertrau mir“ sagte Thran. „Es wird Sturm geben.“ „Das tue ich Thran, ich wüsste nur gerne woher du so etwas immer weist.“ Thran grinste bitter. Dieses Gespräch hatten sie schon oft geführt. Nur einmal hatte Thure seinen Rat ausgeschlagen und hinterher hatte er es bitter bereut. Er verlor in dem Sturm sein Boot, seine Netze und um ein Haar auch fast sein Leben. Hätte Thran ihn damals nicht gerettet, hätten sie dieses Gespräch niemals geführt. Inzwischen war schon fast ein festes Ritual geworden. Jedes mal wenn ein Sturm herauf zog führten sie dieses Gespräch mit fast exakt dem selben Wortlaut. „Ich weiß es einfach“ sagte Thran „nenn es Instinkt wenn du willst.“ „Das kaufe ich dir nicht ab Thran. Ich habe schon zehn Jahre auf dem Wasser verbracht bevor du und Kiassa hier hergekommen seid und selbst mein alter Herr der sein leben lang Fischer war hat NIE einen solchen „Instinkt“ gehabt.“ Bevor Thure weiterreden konnte fiel ihm Thran ins Wort. „Sie heißt Kiathyiar.“ „Lenk nicht ab. Außerdem kann das doch kein Mensch aussprechen.“ Thran grinste, wenn Thure wüsste wie recht er hatte... „Ich kann es dir nicht erklären Thure.“ „Kannst du nicht oder willst du nicht.“ Thran schwieg. Ein stechender Schmerz bohrte sich durch sein Herz und erinnerte ihn an vieles was er zu verdrängen suchte. Thure schnaubte und zog den letzten Schwimmer ins Boot.
„Irgendwann wirst du es mir erklären müssen“ sagte er. „Irgendwann wirst du keine andere Wahl haben.“ Thran wusste das er recht hatte. So war es immer gewesen. Irgendwann würde er keine andere Wahl mehr haben. „Ich weiß nichtmal wo du herkommst!“ Noch eine der Sachen die ihm Thure ständig verhielt. Er hatte ihm nie gesagt wo er herkam. Und dabei würde es auch bleiben wenn es nach Thran ging. Er hatte genug gesehen um zu wissen das der Frieden den er hier genoss zerbrechlich war. Wäre nicht das erste mal das sie fliehen mussten. Eine Welle von Mitleid überrollte ihn. Kiathyiar vertraute ihm, doch er konnte nicht für immer da sein. Niemand ist unsterblich.
Gemeinsam hängten sie die Ruder ein und stemmten sich in die Riemen. Das Ufer war nur ein schmaler grauer Streifen am Horizont , wenn sie vor Einbruch der Nacht dort sein wollten mussten sie sich beeilen. Thran ließ den Blick prüfend über den Himmel wandern. Das Wetter über der See war tückisch, es konnte von einem Augenblick auf den anderen umschlagen. Es brauchte oft nur wenige Minuten bis sich der blaue Himmel zugezogen hatte und aus der leichten Brise ein handfester Sturm geworden war. Für ein kleines Fischerboot wie das ihre tödlich. Während das Ufer nur quälend langsam näher rückte hing jeder seinen eigenen Gedanken nach.
Während sich Thures Gedanken um seine Wyrd drehten, und um das Essen, welches sie ihm wohl aus den bescheidenen Einkünften seiner Fischzüge mit Thran zaubern würde, trieben Thrans Erinnerungen zurück nach Akessa, der Stadt seiner Kindheit. Wehmut erfasste ihn. Er stemmte sich in die Riemen. Der Schmerz in den Händen und die Anstrengung betäubten ihn. Vertrieb die Erinnerungen an eine Zeit an die er nur selten zurück dachte. Nicht ohne Grund schwieg er über seine Herkunft. Es schien ihm so lange her zu sein das er die staubige Wüstenluft geatmet hatte. Der klagende Schrei eines Seeadlers schnitt sich wie ein Messer in seine Seele. Früher war es der Schrei des Wanderfalken der ihn an Freiheit denken ließ wenn ihm das Leben keine ließ.
Das Salzwasser und die kalte Seeluft brannten in seinen Augen. Er wand das Gesicht ab. Er wollte nicht das Thure die Träne auf seiner Wange sah.

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Locard
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 32
Beiträge: 754
Wohnort: Münster


BeitragVerfasst am: 03.07.2009 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Nabend Wastedragon Wink

Mir gefällt deine Art, zu erzählen. Ich mag deine Figuren und die Szenerie, die du beschreibst und auf Leinwand bringst. Es liegt irgendwie eine gewisse Ruhe in deinem Text, die mich direkt eingenommen hat.

Allerdings ist der Prolog ein wenig langatmig. Mich beschlich das Gefühl, dass schnell nichts mehr neues kommt und der Inhalt sich wiederholt. Es dreht sich zu viel um Thrans "Gabe". DIe ersten beiden Abschnitte führen ja schon auf dieses Geheimnis hin, im langen dritten, führst du ihn nur weiter aus. Von da an musste ich mich zwingen, dass ich den Text nicht nur überfliege.

Du solltest ihn auch etwas anders strukturieren. Was besonders auffällt, ist dass die einzelnen Sprechakte hintereinander weg folgen. Hier bietet es sich an, jedem Akt eine eigene Zeile zu geben. Dadurch behält man als Leser eine bessere Übersicht!
Außerdem solltest du deinen Prolog auf Zeichensetzung prüfen. Es fehlen etliche Kommata.

Warum fängst du eigentlich mit einem Prolog an? Ist das eine Art Vorrausschau?

Zum Thema Tiefgang? In welche Richtung willst du ihn denn bringen? Was schwebt dir so vor?

Beste Grüße, Locard  Wohow


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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 60
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 04.07.2009 23:39    Titel: Re: Fischer- Prolog Antworten mit Zitat

Hallo wastedragon,

ein Prolog müsste irgendeine bezeichnende Geschichte als Vorgeschmack auf den Roman erzählen. Du beschreibst hier einfach ein Stück Handlung, dass an irgendeiner Stelle im Roman vorkommen kann.

Habe ein paar Stellen gefunden, die ich ändern würde:


Zitat:
Hätte Thran ihn damals nicht gerettet, hätten sie dieses Gespräch niemals geführt. Inzwischen war schon fast ein festes Ritual geworden. Jedes mal wenn ein Sturm herauf zog führten sie dieses Gespräch mit fast exakt dem selben Wortlaut.


Zweimal "Gespräch" in dem kurzen Abschnitt. Dasselbe im nächsten mit "erklären" und "Wahl".




Zitat:
Das Salzwasser und die kalte Seeluft brannten in seinen Augen. Er wandte das Gesicht ab. Er wollte nicht das Thure die Träne auf seiner Wange sah.


Ich muss zu deinem Text sagen, dass er eine gewisse Neugier nach mehr macht, aber du könntest ihn etwas spannender machen, wenn es ein Anfang sein soll.

Mardii
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Wastedragon
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 31
Beiträge: 18
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 09.07.2009 06:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Locard hat Folgendes geschrieben:
Nabend Wastedragon

Warum fängst du eigentlich mit einem Prolog an? Ist das eine Art Vorrausschau?

Zum Thema Tiefgang? In welche Richtung willst du ihn denn bringen? Was schwebt dir so vor?

Beste Grüße, Locard  Wohow


Moin Locard.
Der Prolog soll einen Vorgeschmack auf die Geschichte liefern.
Die Langatmigkeit wird sich vermutlich über die gesamte erste Hälfte des Buches ziehen, Thran ist auch nicht der eigentliche Hauptcharakter.
Ich versuche der Geschichte durch die Charaktere Leben einzuhauchen und den Hauptteil der Handlung "zwischen den Zeilen" zu erzählen.
Auch Thrans "Gabe" wird keine entscheidende Rolle spielen, allerdings wird man später noch mehr darüber erfahren.
Ich verfolge einen etwas "Unkonventionellen" Ansatz über den ich noch nicht viel verraten möchte.
Danke für die Kritik, ich nehme sie mir zu Herzen.

Zitat:
Hallo wastedragon,

ein Prolog müsste irgendeine bezeichnende Geschichte als Vorgeschmack auf den Roman erzählen. Du beschreibst hier einfach ein Stück Handlung, dass an irgendeiner Stelle im Roman vorkommen kann.

Ich erzähle die unmittelbare Vorgeschichte.
Man könnte es als ein Teil der Handlung sehen, allerdings sind viele der angesprochenen Dinge erst sehr viel später zu verstehen.
Somit ist es auch ein Vorgeschmack. ^^
Auch die danke für die Kritik, ich nehme sie mir zu Herzen.

Güße, Wastedragon


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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 09.07.2009 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt dieser Text. Ist sehr stimmig und bis auf ein paar Kleinigkeiten (hier und da ein Komma fehlend z.B.) sehr angenehm zu lesen. Außerdem fange ich an, Thran zu mögen. wink

Aber:

Wie ein Prolog fühlt es sich nicht an, wurde ja schon erwähnt. Liest sich wie ein genereller Anfang, aber eben nicht wie ein vorgestellter Prolog, der sozusagen Appetit machen soll oder in gewisser Weise die Weichen stellt für das, was kommen mag.

Und:

Zitat:
Die Langatmigkeit wird sich vermutlich über die gesamte erste Hälfte des Buches ziehen, (...)


Langatmigkeit, gewollt also? Verstehe ich nicht.

Andererseits deutest Du einen "neuen" Ansatz an, was mich zu der Frage bringt, wie der wohl aussehen mag?

Danke,
T.


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Aus einem Traum:
Entsetzter Gartenzwerg: Es gibt immer noch ein nullteres Fußballfeld. Wir werden viele Evolutionen verpassen.
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