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Badezimmerstreit


 

 
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Strucki
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 30
Beiträge: 30
Wohnort: Leverkusen


BeitragVerfasst am: 25.06.2009 22:21    Titel: Badezimmerstreit eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der tägliche Streit ums Badezimmer

Es ist immer das gleiche Schema: Morgens um sechs klingelt mein nervtötender Wecker, der mich wirklich tagtäglich aus den schönsten Träumen reißt. Da ich allerdings keine Lust habe, ihn auszumachen, geht das Gepiepe weiter und weiter, bis meine Ohren schließlich anfangen zu summen und ich mich, etwas wacher mittlerweile, hochstemme und einmal gehörig auf das Ungetüm draufhaue. Wenn das nichts bringt, landet er einfach an der nächstliegenden Wand, wo er noch einmal kläglich piepst und dann den Geist aufgibt. Erleichtert lasse ich mich wieder ins Bett fallen und bin gerade wieder beim Einschlafen, als ein spitzer, verzweifelter Schrei durchs gesamte Hause jagt und wahrscheinlich noch Herrn Müller am anderen Ende der Straße geweckt hat. Zwei Sachen sind jetzt jedenfalls klar: Erstens: Ich bin endgültig wach und Zweitens: Meine Schwester Ute ebenfalls, die wie jeden morgen kurz vor mir aufsteht und im Badezimmer eine Dusch- und Styleorgie feiert. Der Klang des Schreies nach lässt darauf schließen, dass Ute einen weiteren klitzekleinen Pickel auf ihrem sonst so makellosem Gesicht entdeckt hat.
Ich stehe also langsam auf und begebe mich schlurfend und gähnend in Richtung Badezimmer, vor dem auch schon meine Mutter mit zusammen gekniffenen Beinen steht, wie man gerade eben noch an den Falten ihres mit pinken Blümchen bestickten, zum Glück bis zum Boden reichenden Nachthemd erkennen kann. Sie musste anscheinend dringend mal wohin.
Natürlich, wie jede normale, in Deutschland lebende Familie besitzen wir noch ein zweites Klo, auf dem allerdings mein Vater jeden Morgen etwa eine Dreiviertelstunde seines Lebens verbringt, da er immer mit einem ziemlichen Druck nicht nur in der Blase aufwacht. Immerhin genug Zeit, die Zeitung zu lesen und sich wieder über die neueste Wettervorhersage zu beschweren, die garantiert so eintreffen wird.
Ich staune immer wieder, wie lange Ute im Badezimmer bleiben kann, ohne auch nur ein einziges Mal heraus zu kommen, umfrische Luft zu schnappen. Man muss hierfür natürlich wissen, dass meine Schwester sehr auf Reinlichkeit bedacht ist. Erst schäumt sie ihren total dünnen, wunderbar weichen und zarten Körper mit Babyseife ein, dessen Geruch sich dann mit dem ihres Rasierschaums, den sie jeden Morgen, wenn nicht sogar zwei Mal täglich, benutzt und mit dem sie sich nicht nur Beine und Achseln, sondern auch bis zu den Fußspitzen und bis zu ganz anderen Spitzen rasiert, vermischt und ein leckeres Zwischending von Apfel-Holunder-Essig und Rhabarber-Erdbeere hergibt.
Nach diesem langen, zeitauftreibendem Procedere werden die Zähne geputzt, die Augenbrauen gezupft, das Gesicht mit einer weißlichen Paste bestrichen und nach ein paar Minuten wider abgewischt, die Haare gebürstet, geföhnt, gestylt und gesteckt und dann noch das Gesicht eingecremt und geschminkt.
Mittlerweile ist es sieben Uhr, meiner Mutter müsste die Blase längst geplatzt sein, mein Vater hat es geschafft, vom Klo herunter zu kommen, beide Bäder sind vorerst Sperrzone: die eine wegen Benutzung, die andere wegen erhöhter Erstickungsgefahr.
Ich hab längst gefrühstückt, Schulsachen gepackt, ein Pausenbrot hergestellt und die restlichen Hausaufgaben erledigt, als meine Schwester endlich top gestylt, perfekt geschminkt und mit hochnäsigem Blick in der Küche erscheint und lautstark nach ihrem probiotischem 0,1% fettarmen Joghurt verlangt, der ihre Mahlzeit für die nächsten acht Stunden beinhaltet.
Nachdem meine Mutter endlich stöhnend auf dem Klo war, ihre Blase geleert hatte, die meiner Meinung nach schon aufs Zweifache ihrer normalen Größe angeschwollen sein müsste und somit mindestens vier Kilogramm Lebendgewicht verloren hat, habe ich nun endlich eine Endscheidungsfreiheit: entweder zerzaust wie ich bin den Bus zur Schule zu bekommen oder ob ich meine fünf Minuten im Bad verbringe und dadurch leider Gottes ohne es verhindern zu können zu spät in der Schule erscheine, was in Anbetracht des Lernstoffes kaum von großen Schaden wäre.
Ich entscheide mich, wie fast jeden Morgen, für die zweite Möglichkeit und begebe mich auf den Weg zum Badezimmer.



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halcyonzocalo
Geschlecht:männlichEinsamer Trancer

Alter: 30
Beiträge: 1251
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 26.06.2009 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, Strucki. smile

Erst noch mal: Schön, dass du den Weg hier ins Forum gefunden hast.

Diese Geschichte hier konnte mich allerdings nicht so Recht vom Hocker hauen. Den Humor finde ich recht flach und teilweise ist die Geschichte auch etwas langatmig erzählt.

Zitat:
Ich stehe also langsam auf und begebe mich schlurfend und gähnend in Richtung Badezimmer, vor dem auch schon meine Mutter mit zusammen gekniffenen Beinen steht, wie man gerade eben noch an den Falten ihres mit pinken Blümchen bestickten, zum Glück bis zum Boden reichenden Nachthemd erkennen kann.


Diese Stelle empfand ich als besonders langatmig. Detailverliebt schreiben und Adjektive sind schön und gut, aber gerade bei diesem Thema und dem Ziel der Geschichte, den Leser zum Lachen zu bringen, hätte ich mir doch lieber einen knackigeren Schreibstil gewünscht.

Zitat:
Ich hab längst gefrühstückt, Schulsachen gepackt, ein Pausenbrot hergestellt und die restlichen Hausaufgaben erledigt, als meine Schwester endlich top gestylt, perfekt geschminkt und mit hochnäsigem Blick in der Küche erscheint und lautstark nach ihrem probiotischem 0,1% fettarmen Joghurt verlangt, der ihre Mahlzeit für die nächsten acht Stunden beinhaltet.


Ein anderes Beispiel. Der zweite Teil mit dem Joghurt mag noch in Ordnung gehen, aber die Aufzählung, was der Protagonist/ die Protagonistin alles getan hat, ist in meinen Augen überflüssig und zieht die Story unnötig in die Länge.

Die Sache mit der Blase der Mutter wird meiner Meinung nach zu oft aufgegriffen, sodass sich diese Situationskomik sehr schnell abnutzt.

Ein paar wenige Tippfehler sind drin, aber die sind kaum der Rede wert.


Fazit:
Die Idee ist zwar nicht neu, aber dennoch bietet es sich an, daraus eine lustige und farbige Geschichte zu machen, was dir in meinen Augen nur teilweise gelungen ist. Durch den oft vorherrschenden aufzählenden Charakter wird der Erzählung der Biss und Schwung genommen, der in meinen Augen nötig gewesen wäre, um den Lehrer zu packen. Vielleicht setzt du dich noch mal an den Text, straffst ihn etwas und versuchst, noch bissiger zu werden. Da steckt noch viel Potential drin. smile

Gruß
halcyonzocalo/Sebastian


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Gast







BeitragVerfasst am: 26.06.2009 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Strucki,

deiner Geschichte fehlt leider die Ambition. Er liest sich lustlos und ohne Schwung. Schon der erste Satz: „Es ist immer das gleiche Schema“. weckt unheilvolle Erwartungen, die sich im zweiten bestätigt finden. Was ist spannend an jemanden, der morgens nicht aus dem Bett kommt? Nichts, es sei denn, es wird ungewöhnlich erzählt. Dass hab ich ein wenig vermisst. Müde, wie der Held morgens erwacht, schleppt sich leider auch der Text hin.

Noch mal zur Einleitung, „jeden morgen dass gleiche Schema“. Die Aussage ist klar. Daran schließt der Satz, der sich mit dem Wecker beschäftigt, nahtlos an: „Wenn das nichts bringt, landet er einfach an der nächstliegenden Wand, wo er noch einmal kläglich piepst und dann den Geist aufgibt“. Das geschieht nun jeden Morgen? Der Umkehrschluss ist klar, oder?

Schau dir mal folgenden Absatz an.

Zitat:
Ich stehe also langsam auf und begebe mich schlurfend und gähnend in Richtung Badezimmer, vor dem auch schon meine Mutter mit zusammen gekniffenen Beinen steht, wie man gerade eben noch an den Falten ihres mit pinken Blümchen bestickten, zum Glück bis zum Boden reichenden Nachthemd erkennen kann. Sie musste anscheinend dringend mal wohin.


Zum Einstieg beschreibst du gelangweilt einen langweiligen Vorgang. Der Text wirkt träge. Dann folgt die Mutter, wenig originell in intimer Situation. Später schätzt du sogar noch das Gewicht eines Vorganges, der viel Feingefühl braucht, um ihn lustig rüber zu bringen. Obgleich die Situation eindeutig ist, versuchst du sie mit wenig Erfolg zu erklären.

Der Rest zur Schwester sind nichts als wenig originelle Mutmaßungen, es sei denn, der Erzähler hätte sie dabei beobachtet. Gleiches gilt für die Weichheit und Zartheit ihres Körpers. Woher weiß der Bruder das? Normale Familien haben zwei Toiletten? Ergo, wer nur eine hat ist…?

Ich schlage vor, überdenke sie noch mal. Mach dir einen Kopf was witzige Höhepunkte sein könnten und wie man sie inszenieren könnte. Sie könnte schon einiges zulegen, wenn der „spitze Schrei“ den Protagnisten an diesen Morgen weckt und eine turbulente Entwicklung einleitet.

Grüße

Bobbi
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Strucki
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 30
Beiträge: 30
Wohnort: Leverkusen


BeitragVerfasst am: 26.06.2009 13:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ihr zwei

danke für eure Kritik!

Ich weiß ich mag die Geschichte auch nicht unbedingt, es war mal ne Aufgabe in der Schule gewesen.

Ich werde beizeiten mich mal dransetzen und sie ändern.

LG Strucki


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