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Show dont Tell, perfekte Mischung?

 
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Hoody
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2596
Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 01.06.2009 15:04    Titel: Show dont Tell, perfekte Mischung? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Seit letzter Zeit ist mir aufgefallen das jeder Show dont Tell schreibt, also richtig übertrieben. Denkt ihr es gibt eine pefekte Mischung zwischen Show und Tell?
Sollte man nur Show benutzen? Oder nur Tell?
Habe letztens eine Geschichte gelesen die nur aus Tell bestand und die war unglaublich gut.
Das bringt mich gerde zum Verzweifeln.
...
Wie macht ihr das?


lg Hubi


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Nennt mich einfach Hubi oder J-da oder Huvi : D

Ich bin wie eine Runde Tetris. Nichts will passen.

"Ein schlechter Schriftsteller wird manchmal ein guter Kritiker, genauso wie man aus einem schlechten Wein einen guten Essig machen kann."
Henry de Montherlant

"Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen."
Konrad Adenauer
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Brynhilda
Felix Aestheticus

Alter: 42
Beiträge: 9684
Wohnort: Oderint, dum probent.


Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 01.06.2009 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Show-don't-tell wird überbewertet.
Schreib nach deinem Gefühl!
Schreib so, daß du innerlich mit der Geschichte mitgehen kannst. Wenn du mit Herz, Gefühl und Verstand dabei bist und mitfühlst, mitdenkst und miterlebst, während du schreibst, wird das Ergebnis gut.

Thomas Mann, E.T.A. Hoffmann, Thomas Bernhardt, Tschingis Aitmatow, Charles Dickens, Henry Irving Walter Scott, Karl May, Daniel Kehlmann, Steven King oder H.P. Lovecraft haben sich um solche Dinge auch nicht den Kopf zerbrochen.
 Wink
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FictionWriter
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 136



BeitragVerfasst am: 01.06.2009 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich genauso.
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wallenstein
Eselsohr

Alter: 59
Beiträge: 363
Wohnort: Duisburg


BeitragVerfasst am: 02.06.2009 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich anders.

Wenn du Show kannst, kannst du sicher auch Tell. Kein Problem. Andersherum funzt das noch lange nicht -- auch nicht, wenn du noch so viel miterlebst und -fühlst. "Show don't tell" ist oberstes Gebot.

Tell ohne Show wirst du nie lernen. Leider. Aber, wenn du "Show don't tell" kannst, kannst du das, was hierzulande bald alle können und es wird Zeit -- langsam, dass du ...

... ja, in echt, dass du zum Künstler mit eigenem Stil heranreifst  Laughing
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Michael
Geschlecht:männlichAnti-Lyriker


Beiträge: 763



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe es so ähnlich wie Wallenstein. Show, don´t tell ist sehr wichtig, um dem Leser einen gewissen Grundstein zu legen, sich gedanklich einzubringen und selbst zu interpretieren. 08/15- Beschreibungen können den Leser zu schnell überfordern, weil er sich noch mehr in die Szenerie reindenken muss. Genauso verhält es sich mit Personenbeschreibungen. Allerweltsleute gibt es genug. Ich möchte vom Autor wissen, wie der Charakter genau aussieht, und nicht nur, dass er schwarze Haare hat und groß ist.

Andererseits gibt es einfach Situationen, bei denen eine kurze, prägnante Beschreibung völlig ausreicht, weil der Leser sonst ebenfalls überfordert sein kann. Wenn zu wenig Platz für eigene Interpretation gegeben wird, verliert mancher Leser ebenfalls die Lust.

Wie du siehst, Hubi, ist es manchmal eine echte Gradwanderung.

Grundsätzlich aber halte ich die "Regel" Show, don´t tell sehr wichtig.

Brynhilda möchte ich aber nicht widersprechen, denn wer richtig nach Gefühl schreibt, wendet automatisch "Show, don´t tell" an, ohne es zu merken. Die eigene Vorstellungskraft bei Beschreibungen ist dabei sehr wichtig, weil man sie, wenn man mit Herzblut bei der Sache ist, automatisch an den Leser weitergibt.

Meine Meinung...

Michael
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sleepless_lives
Geschlecht:männlichSchall und Wahn

Administrator
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Pokapro VI Weltrettung in Gold


BeitragVerfasst am: 02.06.2009 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich halte "Show, don't tell" nicht nur für überbewertet, sondern sogar für in die Irre führend (es sei denn, man beabsichtigt  Bahnshofs- und Flughafenliteratur zu schreiben). Wenn man sich ein paar Bücher der Weltliteratur greift und ein bisschen querliest, kann man feststellen, dass die meisten Autoren von Rang weder "show" noch "tell" einsetzen (zuminderst nicht in dem Sinn, in dem es normalerweise 'verkauft' wird): die Kategorien machen einfach keinen Sinn im Hinblick auf deren Werke. Im Gegenteil, zwanghafter Einsatz von "show" kennzeichnet inzwischen geradezu die Werke von Möchtegern-Schriftstellern. Wenn ich zwei Seiten brauche, um herüberzubringen, was ich auch mit dem Satz "Jakob war ebenso brutal wie dumm." sagen kann, und diese Seiten keine darüber hinausgehende  Relevanz für die Geschichte haben, dann belasse ich es lieber bei dem einen Satz. Wie so oft in der Kunst gilt: Folge keiner Regel, einschließlich dieser!

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Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)

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Eyeronique
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 35
Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde auch, dass "Show, don't tell" viel zu stark aufgebauscht wird. In jedem Roman gibt's zig Behauptungen und sie stören keineswegs.
Wie sleepless da so schön geschrieben hat: "Jakob war ebenso brutal wie dumm." Solche Sätze muss es auch geben, die kann man erstmal so stehen lassen und später "zeigen".
Spätestens bei Beschreibungen, die sich ums Aussehen drehen, habe ich einen Haufen von Behauptungen. Woher soll ich als Leser denn wissen, ob der Typ wirklich blonde Locken hat? Das ist ne Behauptung, aber ich nehme sie gerne hin.
"Show, don't tell" sollte man sich nicht zum Dogma setzen, aber auch nicht völlig ausblenden.
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Michael
Geschlecht:männlichAnti-Lyriker


Beiträge: 763



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Eyeronique hat Folgendes geschrieben:
Wie sleepless da so schön geschrieben hat: "Jakob war ebenso brutal wie dumm." Solche Sätze muss es auch geben, die kann man erstmal so stehen lassen und später "zeigen".


Genauso ist es auch. Behauptungen sollten in jedem Falle "irgendwann irgendiwe" gezeigt werden.

Wenn ich in einem Buch lese: "Jakob war ebenso brutal wie dumm", dann will ich als Leser auch wissen, wieso der Autor das behauptet. Sollte ein paar Szenen später dann eine Gewaltszene dargestellt werden, in der die Behauptung untermauert wird, ist das doch Sho2, don´t tell.

@sleepless

Generell hast du natürlich recht. Hemingway hat mit seinem "Der alte Mann und das Meer" den Nobelpreis abgeräumt und sich ebenfalls um Show, don´t tell einen Dreck geschert. Allerdings war das vor über 50 Jahren. Gute Literatur geht aber auch mit der Zeit. Wenn es das Buch "der alte Mann..." nie gegeben hätte und heute würde es jemand genauso schreiben, wäre das Manuskript beim Verlag in den Müll gewandert.

Heutzutage ist Zeigen- nicht beschreiben eben ein wichtiger Bestandteil des kreativen Schreibens. Aber überbewerten muss man es wirklich nicht. Es kommt eben auf eine gute Mischung an.

Michael
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FictionWriter
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 136



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Michael hat Folgendes geschrieben:
Wenn es das Buch "der alte Mann..." nie gegeben hätte und heute würde es jemand genauso schreiben, wäre das Manuskript beim Verlag in den Müll gewandert.


Reine Spekulation.

Und wenn dem wirlich so wäre, würde ja etwas im Literaturbetrieb grundlegend falsch laufen.
Immerhin handelt es sich hierbei um zeitlose Literatur ... das Buch war vor 50 Jahren gut, es ist heute gut und es wird wahrscheinlich auch noch in 50 Jahren gelesen.

PS:
weil ich grad "Der Vorleser" beendet hab ... Schlink setzte 1995 auch hauptsächlich auf "tell" bzw. ich bin mir sicher, dass er noch nie von "show don't tell" gehört hat.

Und das Buch ist nicht nur gut, es ist grandios!
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Michael
Geschlecht:männlichAnti-Lyriker


Beiträge: 763



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte jetzt nicht als patriotischer Verfechter des "Show, don´t tell" hingestellt werden. Ich weiß auch genau, was ihr meint.
Auch sind Hemingway, genauso wie Kafka für mich Götter der Litertur. Allerdings ist solche Literatur, wie Kafka oder Hemingway, etc. sie geschrieben haben, nicht mehr zeitgemäß. Ich habe sehr viele Sachen von Kafka und Hemingway gelesen und würde sie auch immer wieder lesen. Nur würden sie mit solchen Sachen heute keine Blumentöpfe mehr gewinnen.
Es ist nunmal so, dass zum Beispiel in der trivialen Literatur heute Koontz, King, M. Heitz, Rowling oder Ketchum gelesen wird. Sie haben mitunter die Literatur der Neuzeit geprägt. Dean Koontz z.B. hat mehr als 300 Millionen (!!) Bücher verkauft. Und deshalb ist in der heutigen Literatur ein solches Stilmittel wie die Show, don´t tell Regel einfach Gang und Gäbe.

Der junge Gerd Müller würde heutzutage auch nicht mehr bei München spielen, weil der Stil damals, Fußball zu spielen, heute eben auch nicht mehr zeitgemäß ist.

Das ist das, was ich damit sagen will. Mir liegt es fern, Hemingway, Kafka, Mann oder sonstige Schreiber von damals schlecht zu machen. Ihre Literatur ist Kult, aber mit der heutigen einfach nicht mehr zu vergleichen.

Michael
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FictionWriter
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 136



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja, spontan fallen mir auch noch zwei der bekanntesten/bedeutensten US-Autoren der Gegenwart ein, an denen diese "show don't tell"-Religion Gott sei Dank spurlos vorübergegangen ist.

Philip Roth
Richard Ford

 Wink
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Eyeronique
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 35
Beiträge: 31



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wer hat eigentlich "Show don't tell" als Dogma aufgestellt?

Ich finde es wichtig zu wissen, dass es ein handwerklicher Aspekt ist. Aber ich habe oft genug Texte von Personen gelesen, die das dann ein bisschen zu ernst genommen haben. Da gab es dann adjektivgestörte Schachtelsätze mit blumigen Abgang  Confused
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Michael
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Beiträge: 763



BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Also Richard Ford kenne ich. Aber ich wüsste nicht, warum er kein Show, don´t tell anwendet. Ich habe zwei Bücher von ihm gelesen und bin der Meinung, dass er sehr oft "show" anwendet. Ein paar seiner Werke dienen auch als Modellbeispiele in diversen "creative writing" Büchern aus den Staaten.

Den anderen kenne ich leider nicht ...  Embarassed


@Eyeronique

Diese Regel hat niemand aufgestellt. Wenn du eine plastische, unbewegliche Geschichte liest, und dir mehr stärkere Verben wünschst, ist das auch noch lange keine Regel. Es wird bei Show, don´t tell zwar von einer Regel gesprochen, aber in Wirklichkeit ist es lediglich ein Stilmittel, der angewandt wird, um dem Leser ganz einfach eine bessere, intensivere und tiefere Geschichte zu liefern.

Michael
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich lese gerade Grimmelshausens "Simplicissimus", amüsiere mich köstlich (nachdem es am Anfang doch sehr schwer war, da reinzukommen, wegen der altertümlichen Schreibe inklusive reichlicher - aus heutiger Sicht - Rechtschreibfehler) und muss sagen: Der gute Mann hat alles gezeigt und nichts beschrieben. Ein Meister des "Show, Don't Tell", der immerhin wohl nicht mal wusste, was das heißt. Und heute wohl einer der ganz großen Klassiker ist, der seit mehr als 300 Jahren seine Fans hat.

Und es ist Unterhaltungsliteratur, keine Kunst. Liegt da vielleicht der Hase im Pfeffer? Künstler dürfen beschreiben, Trivialisten "müssen" zeigen? Dann her mit ihnen. Mit den Trivialisten. Mit den Schwergewichtlern der Klassik werde ich sowieso mal nie warm, ich möchte mir Geschichten erzählen lassen, nicht Metaphern um die Ohren gehauen kriegen, um auf irgendwelche verborgenen Messages zu stoßen, die der gnädige Herr Autor mir mitteilen wollte.

Amen.


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FictionWriter
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne von Ford "Unabhängigkeitstag" und den "Sportreporter" ... beides keine Meisterwerke des "show don't tell". Very Happy
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Hoody
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 17:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Huhu.
Danke für eure zahlreichen Antworten.  Laughing
Auch wenn ihr alle andere Meinungen vertretet.

Ich sehe es wie Micheal.
Mittlerweile interessiert es doch keinen mehr wenn man nur erzählt.
Zitat:
Heutzutage ist Zeigen- nicht beschreiben eben ein wichtiger Bestandteil des kreativen Schreibens. Aber überbewerten muss man es wirklich nicht. Es kommt eben auf eine gute Mischung an.

So sehe ich das auch.
Ich glaube bei der Show dont Tell Sache kann man es keinem Recht machen. Jeder mag etwas anderes.

Habe aber jetzt eine gute Möglichkeit neben den Show gefunden.

Einmal:
Show  - Zeigen
Klangwörter
Tell     Beschreiben/erzählen

Mal schauen wie ich das umsetzen kann.


Zitat:
langsam, dass du ...

... ja, in echt, dass du zum Künstler mit eigenem Stil heranreifst

Das probiere ich nun schon seit knapp 4 - 5 Monaten  Laughing


lg Hubi


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Eyeronique
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:


Und es ist Unterhaltungsliteratur, keine Kunst. Liegt da vielleicht der Hase im Pfeffer? Künstler dürfen beschreiben, Trivialisten "müssen" zeigen? Dann her mit ihnen. Mit den Trivialisten. Mit den Schwergewichtlern der Klassik werde ich sowieso mal nie warm, ich möchte mir Geschichten erzählen lassen, nicht Metaphern um die Ohren gehauen kriegen, um auf irgendwelche verborgenen Messages zu stoßen, die der gnädige Herr Autor mir mitteilen wollte.

Amen.


Ich bevorzuge auch Unterhaltungsliteratur. Und da interessiert es mich einen Scheiß, ob darauf der Stempel "trivial" prangt. Gibt ja auch genügend Leute, die meinen, dass Kommerz schlecht, schlecht und nochmals schlecht ist.
Gut ist, was gefällt. Dass es nicht jedem gefallen kann, ist das Normalste, das es gibt. Wer Arztromane gerne liest, findet sie gut. Punkt.
Ich hörte vor einigen Jahren im Deutschunterricht mal die Aussage: "Das ist Trivialliteratur. Kann man mit zum Friseur nehmen." Charmant, oder?  Laughing

Ich persönlich würde den Fänger im Roggen oder der alte Mann und das Meer nicht mal beim Friseur lesen wollen. Gilt ja auch als herrlich untrivial  Rolling Eyes
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Hoody
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Beiträge: 2596
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 17:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was ist denn der Unterschied zwischen Unterhaltungsliteratur und Trivitalliteratur?  Embarassed

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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:
Was ist denn der Unterschied zwischen Unterhaltungsliteratur und Trivitalliteratur?  Embarassed


Das ist jetzt nur meine Ansicht:

Trivialliteratur ist eine Form der Unterhaltungsliteratur. Was man ihr in erster Linie vorwürft, ist die fehlende Tiefgründigkeit. Das äußert sich angeblich in Sprache, Spannungsbogen und austauschbaren Charakteren, sowie der schablonenhaften Handlung. Deshalb wird Trivialliteratur auch gern als Schundliteratur bezeichnet. Beispiele: Groschenromane, Frauenromane, allgemein Liebesschnulzen, erotische Literatur usw. usw.
Harry Potter zählt man auch gerne zur Trivialliteratur. Ebenso Feuchtgebiete von Charlotte Roche.
Wobei der Begriff sehr oft missbraucht wird. Sobald ein Werk populär wird, dauert es meist nicht lange, bis jemand "Trivialliteratur" schreit. So nach dem Motto: Was die breite Masse gut findet, kann ja nur trivial sein.
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht vergessen: Alles, was leicht verständlich erzählt wird, ist sowieso immer gleich "Trivialliteratur".

Ich bin Erz-Trivialist und stolz darauf!  Daumen hoch
(War immer schon jemand, der nicht mit der Mode geht, und gibt es in der Schreiberei etwas unmoderneres, als sich leicht verständlich auszudrücken und auf Metaphern zu verzichten?)


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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Das gilt für Drehbücher, nur begrenzt für Romane. Beide sind nur bedingt miteinander verwandt.
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Brynhilda
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Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 02.06.2009 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:
Was ist denn der Unterschied zwischen Unterhaltungsliteratur und Trivitalliteratur?  Embarassed


Der Unterschied liegt nicht zwischen Trivial- und Unterhaltungsliteratur, sondern zwischen Trivialliteratur und Hochliteratur.
Dabei liegt der Unterschied nicht in der Qualität der Bücher, sondern nur in deren Genre.
Alles, was in den Bereich der Phantastik reicht (SF, Fantasy, Weird Fiction, Historie, Krimi etc.) ist Trivialliteratur.
Literatur, die nicht in diese Genre paßt, also beispielsweise Drama, Bildungsroman, literarische Biographien etc., zählen eher zur Hochliteratur.

In beiden Bereichen findet man Bücher von sehr unterschiedlicher Qualität.

Das meiste in diesem Bereich ist Ideologie.
Man sollte sich, und das ist meine Meinung, um solche Dinge nicht allzu viele Gedanken machen.

Ich denke mittlerweile auch, daß diese "Show-don't-Tell"-Kiste eher eine Frage der Ideologie ist.
Der eine macht es eben so, der andere anders.
Wenn eine gute Geschichte dabei herauskommt, ist es doch egal, wie es gemacht ist.
 Wink

EDIT:
Das Gegenteil von Unterhaltungsliteratur ist Fachliteratur.
Jegliche andere Form der Literatur dient ausschließlich der Unterhaltung.  Wink
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