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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Alles hat ein Ende, nur der Poet hat Zwei


 

 
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Autor Nachricht
Taugenichts
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 33
Beiträge: 1286



BeitragVerfasst am: 28.04.2009 00:23    Titel: Alles hat ein Ende, nur der Poet hat Zwei eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Alles hat ein Ende,
nur der Poet hat Zwei




Meine Tage
sind zu kurz.
Es fühlt sich so an,
als würden sie
immer abbrechen,
bevor ich ankomme.

Jede Nacht
geht mein Leben
zu Ende.

Ich haste
ihnen nach,
baue Leitern
aus verloschenen
Zigaretten
und Wörtern.

Ärgere mich
über das Klischee
vom trinkenden Schriftsteller
und komme trotzdem
nicht davon los.

Jede Nacht
geht mein Leben
zu Ende,
nur, dass
sie am Morgen
nicht wieder anfangen.



_________________
Hellseherei existiert nicht. Die Leute glauben mir mein Geschwätz nur, weil ich einen schwarzen Smoking trage.
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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 28.04.2009 07:28    Titel: Antworten mit Zitat

Da dir dieses Gedicht besonders wichtig zu sein scheint, versuche ich mich an einer Einschätzung, obwohl ich noch recht zwiegespalten bin.
Schlecht kann ich dieses Gedicht natürlich nicht nennen, dennoch vermisse ich hier die Dringlichkeit und Stärke eines echten Taugenichts-Gedichtes. Die inhaltiche Dichte und Gefühlsspannung ergreifen mich bei diesen Zeilen nicht so; eher plätschern die Verse vor sich hin - annehmbar, aber nicht unbedingt einnehmend.
Das Problem, so scheint mir, ist: Das Gedicht hat inhaltlich "zu wenig" zu bieten. Die eine gelungene Metapher mit den abbrechenden Tagen, über die schon in der ersten Strophe alles gesagt ist, nimmst du im Verlauf der Strophen immer wieder her, wiederholst sie in leicht abgewandelter Form, ohne dass ein spürbarer Effekt ausgelöst wird.
Die Gefühle und Situationen, die du sonst so authentisch zu beschreiben weißt, werden hier recht flach angesprochen. Es ist zwar alles gesagt, aber es könnte viel "lauter" gesagt werden, wenn du verstehst, was ich meine.
Bitte fasse meinen Kommentar nicht als herablassend oder demotivierend auf, aber auf mich wirkt dieses Gedicht wie ein Intermezzo, wie ein lauwarmes Resümee ähnlicher, aber stärkerer Werke.


_________________
"...und ich bringe dir das Feuer
um die Dunkelheit zu sehen"
ASP

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"Schreib nie mehr sowas. Ich bitte dich darum." © Eddie
"Deine Sprache ist so saftig, fast möchte man reinbeißen." © Hallogallo
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
Wohnort: Hamburg
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 28.04.2009 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Fred -

ermüdend, mehr fällt mir dazu nicht ein.

Auch eine Selbsbezichtigung verändert die Tat
und deren Auswirkungen nicht. Und so wirkt der
Text tatsächlich klischeehaft - eben wie eine Suppe,
die schon zu oft aufgekocht wurde.

Niko
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Nina
Bestseller-Autor


Beiträge: 4164



BeitragVerfasst am: 28.04.2009 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Fred,

mir gefällt Dein Gedicht sehr. Es berührt mich die indirekt benannte Verzweiflung darin, darüber, dass das Lyrische Ich mit dem-Leben-hinterher-kommen nicht nach kommt. Ein schlimmer Zustand. Sad Und was noch traurig ist, ist, dass das LI sich aufgrund des Alkoholkonsums nicht einmal mehr an alles erinnert. Es kommt einfach nicht hinterher, nicht mit. Sad

Einzig der Schluß ist mir etwas zu schlapp. Und er erscheint mir auch ein wenig widersprüchlich bzw. unlogisch, nicht stimmig. Ich sag Dir mal, was und wie ich es meine.

Zitat:
Jede Nacht
geht mein Leben
zu Ende,
nur, dass
sie am Morgen
nicht wieder anfangen.


Und zwar ist es das Plural: "mein Leben - sie nicht wieder anfangen. Hä? Bist Du eine Katze? Smile

Jede Nacht
geht
mein Leben
zu Ende,
aber es beginnt
nicht
mit dem nächsten Morgen.

Ich weiß, Du kannst es selbst und vielleicht wolltest Du ja auch etwas anderes andeuten, betonen, aussagen. Wollte Dir anhand meines Beispiels verdeutlichen, was ich meine und wie es mir schlüssiger erscheint.

LG
Nina
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 27
Beiträge: 4668
Wohnort: Heidelberg
Das silberne Stundenglas DSFx
Goldene Harfe Pokapro III & Lezepo I


Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 28.04.2009 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Taugenichts,

ich sehe es ähnlich, wie Nina. Irgendwie trifft mich die Stimmung, die du erzeugst.
Kann mich voll und ganz mit dem identifizieren, was du beschreibst.

Zitat:

Meine Tage
sind zu kurz.
Es fühlt sich so an,
als würden sie
immer abbrechen,
bevor ich ankomme.


Vor allem diese Strophe hier gefällt mir sehr, weil sie zum Ausdruck bringt, dass das LI einfach nichts gebacken kriegt und nicht richtig "da" ist.

lg Dennis
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