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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Von blauen Eulen auf goldenen Dächern


 

 
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absinthefreund
Gast






BeitragVerfasst am: 13.03.2009 02:19    Titel: Von blauen Eulen auf goldenen Dächern eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das ist eine Geschichte, die sehr lang werden wird, zurzeit umfasst sie rund 50 Seiten.
Das Genre ist Fantasy, eine Prise Epik, eine Prise zeitgenössisch, eine Prise Philosophie und es kommt mehr dazu, je weiter die Geschichte sich aufrollt.
Ich hätte sehr gern Resonanz, denn mein subjektives Ich ist manchmal sehr streng, aber ich möchte ihm nicht immer glauben. Cool


Ein kurzer Einstieg:


Auf den Straßen stürmte der Winter des Jahres 2007, als mein Leben aus den Fugen geriet.
Er hatte sich Zeit gelassen der Tag, war dumpf durch den eisernen Morgen gekrochen, den regnerischen Mittag, um dann am Abend den Auftakt zu einer merkwürdigen Reihe von Ereignissen zu geben.
Ich genoss eine heimliche Zigarette in einen schmalen Fensterspalt hinaus, während die Katze auf der Erkerbank kauerte und fliegende Blätter verfolgte.
Es war nach zehn, als es an der Haustür klingelte.
Ich schnippte den Zigarettenstummel aus dem Fenster und sah zu, wie er sich im Weiß verlor. Wie selbstverständlich kam die Katze hinter mir her marschiert, als ich zur Haustür ging, mich fragend, wer um diese Zeit zu uns wollte. Ich kannte keine Katze, die ihr Heim besser hütete als unsere. Sie scharwenzelte um meine Beine, als ich die Tür aufzog.
Eine triefnasse, stinkende Gestalt stolperte in den Flur, keuchte etwas und stürzte fast zu Boden. Gegen meinen Willen packte ich sie im letzten Moment und sie fiel mir schwer in die Arme.
Die Katze maunzte und freute sich über das Spektakel, ich rief: „Was wollen Sie? Wer sind Sie?“ und wusste weder ein noch aus.
Meine Hände wurden warm und rot. Der Mann blutete, und nicht wenig. Er wand sich und zitterte. Mit Anstrengung hievte ich ihn auf das Sofa. Meine Fragen, wer er war und was er hier wollte, blieben unbeantwortet.
Ich schickte die Katze nach oben, um meine Mutter und meine Schwester zu holen.
Meine Schwester kam heruntergetrampelt, die Haare zerzaust und die Augen klein von Schlaf, aber glitzernd vor Neugier. Meine Mutter kam langsamer und würdevoller nach. Ich glaube aber heute, sie hatte Angst. Sie stand wie vom Donner gerührt und niemand sprach. Nur das leise Stöhnen des Mannes war zu hören. Erst als meine Schwester laut fragte: „Wer sind Sie?“, fand meine Mutter zu sich. Als wären wir nicht da, kniete sie sich vor das Sofa und griff nach der Hand des Fremden. Leicht schüttelte sie den Kopf, immer wieder, und ich glaube, sie weinte.
„Ich habe sie gefunden, die Dächer“, sagte der Fremde. Ich wusste nicht, worum es ging, was für Dächer er meinte. Aber es sprach ein Triumph aus seinen Worten, dass seine Verletzungen es wohl wert gewesen waren. „Die goldenen Dächer, Loreley. Ich habe sie gefunden.“

Ich weiß nicht mehr, wie lange wir saßen und langsam der Geschichte auf die Schliche kamen, die der Mann mit sich brachte. Ich kann nur sagen, dass ich mich auf eine Weise unwohl fühlte, als ahnte ich Schwierigkeiten. Aber der Abend und der Fremde waren zu bizarr und fantastisch, als dass ich mich ihnen hätte entziehen können. Wann wir endlich schlafen gingen oder ob wir saßen und lauschten, bis der Morgen graute, kann ich nicht sagen. Die nächsten Tage verliefen ohne Anfang und Ende, Tag und Nacht verschwammen unter der Präsenz des Fremden und seiner Geschichte.

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absinthefreund
Gast






BeitragVerfasst am: 13.03.2009 02:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ah, hm, bin ich im falschen Thread?
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Michael
Geschlecht:männlichAnti-Lyriker


Beiträge: 764



BeitragVerfasst am: 13.03.2009 03:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo absinthefreund,

Ich mache mich mal ans Werk, deinen Text zu rezensieren.

Deine Geschichte ist vom Sinn her gar nicht mal so unspannend. Du hast sehr einfach geschrieben, ohne hochgeschraubte Sprache. Das gefällt mir eigentlich auch.

Aber ehrlich gesagt, war es das mit positiver Kritik auch schon.
Mir ist dein (für mich) eigenartiger Schreibstil aufgefallen. Es hat den Anschein, dass du dem Leser Informationen geben willst, aber irgendwie alle auf einmal. Ein kleiner Tip: Lass dir Zeit! Eins nach dem anderen.
Mache den zweiten Schritt bitte nicht vor dem ersten.

Am besten, ich halte mich auch daran und fange von vorne an. Wink

Zitat:

Er hatte sich Zeit gelassen der Tag, war dumpf durch den eisernen Morgen gekrochen, den regnerischen Mittag, um dann am Abend den Auftakt zu einer merkwürdigen Reihe von Ereignissen zu geben.


Der Satz ist sehr kompliziert geschrieben. Besser wäre:
Der Tag hatte sich Zeit gelassen. Dumpf kroch er durch den eisernen Morgen, ..... usw.



Zitat:
Ich genoss eine heimliche Zigarette in einen schmalen Fensterspalt hinaus, während die Katze auf der Erkerbank kauerte und fliegende Blätter verfolgte.


Was ist eine heimliche Zigarette? Ich würde "Ich genoss heimlich eine Zigarette" schreiben. Und in einen schmalen Fensterspalt hinaus genießen?
Ich würde "Ich blies den Qualm aus einem schmalen Fensterspalt hinaus" schreiben. Ist stilistisch besser.

Folgender Satz:
...während die Katze auf der Erkerbank kauerte und mit ihren Mandelaugen fliegende Blätter verfolgte.
Passt mMn eher.


Zitat:
Ich schnippte den Zigarettenstummel aus dem Fenster und sah zu, wie er sich im Weiß verlor. Wie selbstverständlich kam die Katze hinter mir her marschiert, als ich zur Haustür ging, mich fragend, wer um diese Zeit zu uns wollte.


1. Den Nebensatz "wie er sich im Weiß verlor", kannst du getrost wegstreichen. Er ist unnötig, finde ich.
2. Die Katze fragt dich, wer um diese Zeit zu euch wollte? Sorry, aber mit deiner Katze solltest du zum Zirkus gehen. Wink


Zitat:
Sie scharwenzelte um meine Beine, als ich die Tür aufzog.


Scharwenzelte? Ein grausames Wort. Würde ich in jedem Fall durch ein anderes ersetzen.

Zitat:
Die Katze maunzte und freute sich über das Spektakel, ich rief: „Was wollen Sie? Wer sind Sie?“ und wusste weder ein noch aus.


Gestatte mir, den Satz umzuschreiben.
Die Katze maunzte und freute sich über das Spektakel.
"Wer sind sie? Was wollen sie?" rief ich erschrocken.

Ich denke, das reicht. "und wusste weder ein noch aus" würde ich wegstreichen.


Zitat:
Der Mann blutete, und nicht wenig.


Warum so kompliziert?
-Der Mann blutete stark- reicht doch vollkommen, findest du nicht?

Zitat:
Ich schickte die Katze nach oben, um meine Mutter und meine Schwester zu holen.

Du solltest mit der Katze wirklich zum Zirkus gehen. Oder nach Las Vegas!
Ich jedenfalls kenne keine Katze, die meine Mutter und meine Schwester holen kann. Shocked



Zitat:
Leicht schüttelte sie den Kopf, immer wieder, und ich glaube, sie weinte.


Warum sollte sie in dieser Situation weinen? Gibt es da einen besonderen Grund? Oder etwas, von dem der Leser (noch) nichts weiß? Kennt sie ihn?
 Diese Fragen müssen beantwortet werden, sonst passt dieser Satz nicht.
Dann wäre sie eher lediglich geschockt.


Zitat:
Ich wusste nicht, worum es ging, was für Dächer er meinte. Aber es sprach ein Triumph aus seinen Worten, dass seine Verletzungen es wohl wert gewesen waren. „Die goldenen Dächer, Loreley. Ich habe sie gefunden.“


1. Ich wusste nicht, worum es ging und welche Dächer er meinte.
2. Meint er mit Loreley die Dächer? Oder heißt die Mutter so? Bitte etwas ausführlicher.

Genrell schreibst du für mich als Leser zu umgangssprachlich. Du schreibst so wie du denkst. Manche Wörter hängst du einfach hinter einem Komma an einen Satz an, was mir persönlich sauer aufstößt. Außerdem gibt es alleine in diesem Abschnitt, den du gepostet hast, schon zu viele Ungereimtheiten.
Lass dir doch Zeit. Sortiere deine Gedanken und bringe sie dann zu Papier.  (Oder eher auf den Monitor)

Und feile bitte an deinem Schreibstil. Wenn du Hilfe in Sachen Schreibstil, Form, oder ähnliches brauchst, bist du hier im Forum bestens aufgehoben.
Ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben.

Gruß
Michael Very Happy
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Fahrender Gaukler
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 06:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo absinthefreund!

Zur Geschichte selbst kann ich nicht viel sagen, dazu ist der von dir eingestllte Text zu kurz, deinen Schreibstil aber finde ich recht ausgereift. Womit ich auch gleich zu Michael kommen möchte.

@Michael: Wir kennen uns nicht, von daher hege ich keinerlei Groll gegen dich und hoffe, dass du es mir nicht übel nimmst, aber ich muss dir in beinahe allen Belangen widersprechen.

Den Schreibstil des Autors empfinde ich persönlich als "niveauvollen Plauderton" und er gefällt mir ziemlich gut. "Nievauvoll" deshalb, weil er nicht so schnurstracks und in einfache Worte gekleidet dem Ziel entgegenfetzt. Ein Beispiel:

Zitat:
Er hatte sich Zeit gelassen, der Tag, war dumpf durch den eisernen Morgen gekrochen, den regnerischen Mittag, um dann am Abend den Auftakt zu einer merkwürdigen Reihe von Ereignissen zu geben.


Dieser Satz ist für mein Empfinden sehr schön konstruiert und hat passend zum Satzanfang eine gewisse Länge, eine Augedehntheit, die die Länge des Tages unterstreicht. Deine Alternative dagegen:

Zitat:
Der Tag hatte sich Zeit gelassen. Dumpf kroch er durch den eisernen Morgen, ..... usw.


vermag durch die Aufteilung in zwei eigenständige Sätze nicht die Tragweite des Tages zu beschreiben. Zudem liest sich das auch - mit Verlaub - sehr simpel. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen in Bezug auf die Satzlänge respektive die Einfachheit eines Stils. Viele Leute finden "einfach" einfach gut. Daneben gibt es aber logischerweise auch die anderen; Leute, die die Schönheit und Komplexität eines Satzes zu schätzen wissen, sofern sie gut gemacht sind. Und so wie ich das sehe, geht absinthefreund stilistisch eher in diese Richtung. Da spricht absolut nichts dagegen, obwohl er - und da muss ich dir wieder Recht geben, Michael -   noch etwas an diesem Stil feilen könnte. Teilweise könnte die Sprache meiner Meinung nach noch opulenter sein, würdevoller. Nicht altertümlich, nein, aber ... hm, ich sag mal epischer.

Noch etwas, worin wir übereinstimmen:

Zitat:
Ich schickte die Katze nach oben, um meine Mutter und meine Schwester zu holen.


Das klingt ein wenig lächerlich, lieber absinthefreund. Lass deinen Protagonisten lieber nach seinen Verwandten rufen. wink

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist der Einstiegssatz:

Zitat:
Auf den Straßen stürmte der Winter des Jahres 2007, als mein Leben aus den Fugen geriet.


Hinter diesen Worten steckt ein Allerweltssatz. Er ist platt, generisch, ausgelutscht. So wie: Es war ein Tag wie jeder andere, als .... Zudem bringst du noch das Wetter ins Spiel, was gemeinhin als Anfängerfehler angesehen wird, obwohl ich persönlich diese Auffassung nicht so ganz teile. Trotzdem; lieber weg damit und gleich mit dem zweiten Satz einsteigen. Den finde ich weitaus interessanter und weniger reißerisch als den ersten. Dass das Leben des Protagonisten aus den Fugen gerät, kann sich der Leser nach den ersten Absätzen oder Seiten höchstwahrscheinlich selbst zusammenreimen.

Ansonsten hat mir dieses Textfragment recht gut gefallen. Solide Schreibe; abwechslungsreich und nicht so geradlinig und schmucklos wie man (ich) es heutzutage gewohnt ist. Verbesserungswürdig, durchaus, aber "würdig" möchte ich hier fett schreiben. Also, sehr schön - weiter so. wink


Gruß,

~~Der Gaukler


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(Mark Twain)
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Gine
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 06:51    Titel: Antworten mit Zitat

Morgen absinthefreund! smile extra

Ich bin ebenfalls etwas unschlüssig.
Ich mag den Stiel, da bin ich ziemlich sicher.
Aber ich finde, wie hier auch schon angemerkt wurde, die Story hat es zu eilig.
Abgesehen von der durchaus ansprechenden Schreibe vermittelt der Text folgenden Eindruck:

1. Der Autor wollte die Idee unbedingt schnellstmöglich zu Papier bringen, um sie nicht zu vergessen.

2. Der Autor hat selbst noch keinen blassen Schimmer, was es mit den Protagonisten und den goldenen Dächern auf sich hat.


Der Eindruck entsteht dadurch, dass die Protas noch keine Persönlichkeit haben, keine Tiefe.


Der Text scheint eher eine wohlformulierte Handlungsskizze zu sein.

Im Grunde ist das ganz in Ordnung.
Auf diese Weise kann man auch schreiben. Man hält fest, was geschieht, und geht alles später, wenn der Plot zementiert ist, in aller Ruhe noch einmal noch einmal durch.

Dann stellt man schon ganz von alleine fest, das sich der Text massiv von den Bildern im Kopf unterscheidet und kann die fehlenden Teile hinzufügen. Zum Beispiel die Beschreibung der Charaktere, ihre Gedanken und Gefühle. Und, ganz konkret, einen Grund dafür, warum niemand einen Art gerufen hat. Wink

In diesem Sinne ist es ein sehr guter Anfang, finde ich.

Viele liebe Grüße
Gine


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Soraya
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo absinthefreund,

auch von mir ein Kommentar: Ich mag Deinen Stil ebenfalls, Deine Schreibe liest sich angenehm und gut verständlich. Auch ich empfinde es nicht als umgangssprachlich, sondern als angenehmen Plauderton. Einzig und allein einige sehr konstruierte Sätze, die aber Michael alle schon aufgezählt hat, also z.B.
Zitat:
Die Katze maunzte und freute sich über das Spektakel, ich rief: „Was wollen Sie? Wer sind Sie?“ und wusste weder ein noch aus.
oder
Zitat:
Ich genoss eine heimliche Zigarette in einen schmalen Fensterspalt hinaus, während die Katze auf der Erkerbank kauerte und fliegende Blätter verfolgte.
würde ich kürzen, in zwei Sätze unterteilen oder inhaltlich direkter formulieren - das liest sich nämlich ein bißchen so, als hättest Du mühsam versucht, poetisch zu sein.

Wenn dieser Text Dein Romaneinstieg ist, wovon ich ausgehe, dann hast Du das meines Erachtens recht geschickt gemacht - ich für meinen Teil will jetzt nämlich wissen, warum die Mutter weint und was es mit den goldenen Dächern auf sich hat.

Im Großen und Ganzen, bis auf ein paar etwas überzogene Satzkonstruktionen, finde ich den Text also durchaus gelungen.

Liebe Grüße

Soraya
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Michael
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Beiträge: 764



BeitragVerfasst am: 13.03.2009 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gaukler,

bin natürlich nicht böse gegen dich, nur weil du anderer Meinung bist. So sollte es doch auch sein, dass man mal verschiedener Meinung ist.

Zum Text:

Zitat:
Den Schreibstil des Autors empfinde ich persönlich als "niveauvollen Plauderton" und er gefällt mir ziemlich gut. "Nievauvoll" deshalb, weil er nicht so schnurstracks und in einfache Worte gekleidet dem Ziel entgegenfetzt.


Okay, deine Meinung. Aber bei einem "angenehmen Plauderton" assoziiere ich halt Umgangssprache.

Edit: Es ist meine Meinung, aber einen angenehmen Plauderton wünsche ich mir, wenn ich mit anderen Leuten chatte, oder anderen Leuten gegenübersitze und rede. Aber in einem Roman, oder in einer längeren Geschichte hat ein angenehmer Plauderton nichts zu suchen.


Zitat:
vermag durch die Aufteilung in zwei eigenständige Sätze nicht die Tragweite des Tages zu beschreiben. Zudem liest sich das auch - mit Verlaub - sehr simpel.


So sollte es sein. Simpel. Wenn ich Texte in die Finger bekomme, die aufgeplustert sind, nur um künstlerisch zu wirken, lege ich sie gleich wieder weg. Natürlich kann man das machen. In gewisser Weise kann man solche Form auch als Stilmittel verwenden. Aber ich denke, ein Leser merkt, wann es wirklich etwas mit Kunst zu tun hat. Oder ob es gekünstelt ist.



Zitat:
Da spricht absolut nichts dagegen, obwohl er - und da muss ich dir wieder Recht geben, Michael - noch etwas an diesem Stil feilen könnte.


Zitat:
Noch etwas, worin wir übereinstimmen:


Erwischt!  Laughing  Laughing  Laughing
Wir haben doch die gleiche Meinung! Laughing  Laughing  Laughing

Nein, war nur Spaß...
Gruß
Michael
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Locard
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Wink

Tut mir leid. Mit diesem Text erreichst du mich leider gar nicht ... Wie Gine es bereits sagte: der Ausschnitt könnte eine wohlformulierte Handlungsskizze sein.
Es fehlt wirklich einiges, um einen Zugang zu finden. Du ergibst dich nur in Beschreibungen. Wer macht was? Was ist passiert? Es liest sich eben wie einen Bericht. Es folgt alles der Reihe nach - tadam tadam tadam. Und dann passierte das, und dann passierte das und dann das. Tdam tadam tadam.

Versuch ein wenig mehr Leben in deinen Text zu bringen!

Bereits aus diesem Satz lässt sich viel mehr herausholen:
Zitat:
Erst als meine Schwester laut fragte: „Wer sind Sie?“, fand meine Mutter zu sich.

Meine Mutter stand regungslos am Treppenabsatz und hielt sich mit einer Hand am Geländer fest. Ihre aufgerissenen Augen starrten auf das Sofa. Ihre Lippen bewegten sich, doch kein Ton kam heraus. Ich hatte das Gefühl, als zitterte sie am ganzen Leib.

Das ist nur beispielhaft und keinesfalls ausgegoren Wink Es ist nur zur Verdeutlichung, wie man mehr Leben in die Bude bekommen kann ...

Tell, don't show ...

Beste Grüße, Locard


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absinthefreund
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 16:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die zahlreichen Kritiken und Anregungen! So viel auf einmal hatte ich gar nicht erwartet.

Anfänge sind schwer und ich gebe zu, ich wollte auf wenig Platz viel unterbringen. Mich nicht in Erklärungen verlieren, sondern "Tatsachen sprechen lassen". Quasi. Die Schnelligkeit legt sich und auch der Stil wird ein bisschen anders. Ich fing nach langer Zeit wieder mit dem Schreiben an und zwar etwas ungelenk, das merkt man scheinbar.

Die "Zirkuskatze" ist keine normale Katze, das wird später geklärt, allerdings, wenn sie so viel Stirnrunzeln hervorruft... Hm. Dem Leser muss doch nicht sofort alles schlüssig erscheinen. Die eine oder andere Merkwürdigkeit, wenn sie sich später auflöst, macht Texte doch interessant. Vielleicht hab ich es nicht gut umgesetzt.

Plauderton? Nun ja, der Erzähler ist jung, hat die Geschichte selbst erlebt und ich möchte ihn nicht zu "poetisch" daherreden lassen. Das hab ich mir bei dem Plauderton gedacht.

Nochmals Danke für die Mühen, ich nehm mir die Kommentare auf jeden Fall zu Herzen.
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Locard
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht solltest du den Text in die Talentschmiede verschieben lassen?! Dort kannst du dich problemlos ausprobieren und findest sicherlich die Hilfe, die du benötigst Wink

Gib einfach einem Moderator bescheid ...


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absinthefreund
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BeitragVerfasst am: 13.03.2009 19:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, das hatte ich vor. Bin aber im falschen Thread gelandet.
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Fahrender Gaukler
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BeitragVerfasst am: 14.03.2009 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Michael hat Folgendes geschrieben:
Edit: Es ist meine Meinung, aber einen angenehmen Plauderton wünsche ich mir, wenn ich mit anderen Leuten chatte, oder anderen Leuten gegenübersitze und rede. Aber in einem Roman, oder in einer längeren Geschichte hat ein angenehmer Plauderton nichts zu suchen.


Erzähl das mal dem hier Laughing

Aber gut, deine Meinung ist deine Meinung, und die respektiere ich.


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Felix
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BeitragVerfasst am: 14.03.2009 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Moin absinthefreund,

vorweg: Der Titel deiner Geschichte ist wirklich gut, hat mich sofort angezogen. Ich hab auch nicht das Gefühl, dass du zwanghaft versuchst zu viele Infos in die Einleitung zu packen, das Geschehen wird nur sehr hektisch erzählt, was angesichts der Situation ja auch plausibel ist.
Nur das Klingeln an der Tür und das darauf folgende Erscheinen des Mannes geht mir für meinen Geschmack zu schnell. Da könntest du einen Moment der schockierten oder überraschten Verwirrung einbringen:

Eine triefnasse, stinkende Gestalt stolperte in den Flur, keuchte etwas und stürzte fast zu Boden. Ich war so überrascht, dass ich ihren Sturz unweigerlich aufhielt und den Fremden ins Innere des Hauses zerrte. Vorsichtig ließ ich ihn auf den Boden sinken, während mir tausend Gedanken gleichzeitig durch den Kopf schwirrten und ich in meiner Hektik doch kein Wort heraus brachte. Schließlich formten sich aber doch zwei Fragen heraus, die ich stotternd über die Lippen brachte: ...

Naja so oder so ähnlich, ich denke du weißt, was ich meine  
 Wink  Dein Prota überwindet seine Überraschung einfach viel zu schnell.


Das Verhalten der Katze fand ich im übrigen überhaupt nicht merkwürdig, ich war eher gespannt. Da es ja zum Teil Fantasy ist, bin ich mal davon ausgegangen, dass die Mieze etwas besonders ist. Du baust mit ihrem Verhalten Spannung auf, das ist gut wink

mfg

Felix


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absinthefreund
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BeitragVerfasst am: 14.03.2009 20:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

N Abend Felix, danke fürs Lesen!

Der Titel ist schön, nicht wahr? smile Kommt daher, dass ich erst eine "märchenhaftere" Story im Kopf hatte als sie schließlich geworden ist (und noch wird).
Da dies die vorherrschende Meinung ist, werde ich mich dransetzen und den Anfang etwas stopfen.

Ich stell die nächsten Teile rein und würde mich über ebenso rege Kritik freuen. smile
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absinthefreund
Gast






BeitragVerfasst am: 14.03.2009 21:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Teil Numero 2

***


Seit ich mich erinnern kann und noch früher, hatten wir in dem verwinkelten Haus mit dem  wuchernden Garten gelebt. Die Katze war auch immer da gewesen. Sie erschien auf meinen Kinderfotos, auf den verblichenen Kinderfotos meiner Mutter, auf denen meiner Großtante. Irgendwann lernte ich, dass Katzen nicht wirklich sieben Leben haben. Aber mit den Jahren hörte ich auf, mich zu fragen, warum unsere Katze eine Ausnahme war.
Wie oft hatten wir Besuch von Leuten, die von weit her kamen! Es war immer eine Freude, denn sie brachten mir Geschenke, und ich sah, dass meine Mutter mit ihnen glücklich war. Sie kamen stets in Scharen. Dann wurde es laut im Haus und es gab reichlich zu essen und zu trinken. Wenn eine solche Gesellschaft bevorstand, machten meine Mutter und ich einen großen Einkaufszettel und sammelten Ideen, wie wir das Haus dekorieren und uns verkleiden wollten. Dann durchwühlten wir ihre Truhe und gingen als Seeräuber die große Einkaufsliste erledigen.
Mit der Nachbarschaft hatte meine Mutter nie zu tun. Inmitten der Würfel und Quader von Hoch- und Mehrfamilienhäusern fiel unser Heim in seiner architektonischen Willkür aus dem Rahmen. Wir waren anders, von außen wie von innen. In meiner Arglosigkeit vermutete ich, dass die Leute schlicht neidisch waren. Denn als Kind hatte ich viele Freunde und Bewunderer in der Schule, die Schlange standen um mich zu besuchen. Es gab keinen besseren Abenteuerspielplatz als unser Haus, in jeder Ecke gab es etwas zu entdecken und in der Küche hatten wir einen unerschöpflichen Süßigkeitenschrank. Ein Mädchen verirrte sich einmal – ich weiß nicht mehr, wo wir sie fanden – und musste tränenüberströmt von ihren Eltern abgeholt werden. Am nächsten Tag lungerten umso mehr Kinder vor dem Gartentor und warteten auf eine Einladung. Meine Mutter trat heraus und bat sie, mit uns Kuchen zu essen. Niemals dachte ich, dass mir das Haus und seine Geheimnisse zu klein werden würden. Ich führte ein Leben wie Peter Pan, ein besseres sogar. Enttäuschungen oder unerfüllte Wünsche waren mir fremd, meine Mutter war geschickt darin, alle Unannehmlichkeiten von mir fernzuhalten.
Doch eines Tages kam sie zu mir in den Garten, setzte mich auf ihren Schoß und erzählte mir ein Märchen. Meine Schwester war damals noch nicht geboren und ich liebte meine Mutter, dass es schmerzte. Ich war überzeugt, dass sie ich war und ich sie. Dass wir eine Seele waren. Ich brauchte keine Miene zu verziehen, sie wusste immer, was mit mir los war. Sie war ein Engel, dachte ich, eine Fee oder eine Prinzessin. Ich wusste keinen Unterschied, denn die Engel und Feen und Prinzessinnen in den Märchen, die meine Mutter mir erzählte, spiegelten sich alle in ihr.
Dieses Märchen war das letzte, das sie mir je erzählte, und entgegen aller anderen Märchen hatte es ein trauriges Ende. Ich war nicht zufrieden damit und sagte es meiner Mutter.
Sie strich mir über den Kopf und meinte, ich solle mich daran gewöhnen. Es war nicht gesagt, ob dies das Ende sei. Auch wenn ihre Märchen ein Ende hätten, die Personen darin lebten doch weiter. Und erlebten weitere Abenteuer, starben vielleicht im nächsten oder übernächsten.
Ich war irritiert, dass sie meine Vorstellung über die Märchenwelt so aus den Fugen riss, und beleidigt. Ich war ein verwöhntes Kind und vermutlich war es der Versuch meiner Mutter gewesen, mich an die Realität heranzuführen. Sie war nicht besonders gut darin, fiel es ihr doch selbst schwer nicht in einer Fantasiewelt zu leben.
Vierzehn Jahre später kam meine Schwester zur Welt und mit ihr ging eine zweite Sonne in unserem Leben auf. Ich merkte, wie es meiner Mutter eine unendliche Erleichterung war, dass ich meine Schwester so sehr liebte. Es war die schönste Zeit, die wir zu dritt hatten.
Und ich lernte endlich, was Verantwortung war.

Mit diesen und Tausend anderen Gedanken im Kopf kroch ich in mein Bett. Der Fremde hatte die Vergangenheit meiner Mutter aufgerissen und somit auch meine. Ich war gerädert und hatte keine Lust zu denken. Nicht jetzt, da ich die ganze Nacht damit verbracht hatte, mein Hirn arbeiten zu lassen, Bruchstücke von Erinnerungen aufblitzen zu sehen, Verbindungen zu erkennen und zu verlieren.
Meine Schwester kam und kroch zu mir ins Bett. Das hatte sie schon lange nicht mehr getan. Irgendwann hatte sie gesagt: „Ich bin zu groß dafür!“ und hatte sich mit ihrem Kuscheltier ins Bett geschmissen. Sie hatte die ganze Zeit, die wir im Salon gesessen hatten, kein Wort gesagt, und ich dachte, sie würde jetzt ihr Schweigen brechen. Aber ihr Lockenkopf kitzelte nur über mein Gesicht, während sie sich drehte, und Sekunden später schlief sie. Angesteckt von ihrer Erschöpfung ließ auch ich mich ins Nichts fallen.

Als ich erwachte, lag ich auf dem Boden und alles schmerzte. Ich schaute auf, sah meine Schwester, alle Viere von sich gestreckt, in meinem zerknüllten Bett liegen. Selig schlafend.
Ich schlich in die Küche, um etwas Sinnvolles zu tun. Meine Mutter war nicht da und auch der Mann auf dem Sofa war verschwunden. Ich schaute im Salon umher, misstrauisch, und ein Wurstbrot balancierend. Die Katze lauerte. Der Fremde hatte seinen Rucksack dagelassen. Wie selbstverständlich wanderte meine Hand hinein und wühlte. Ich zog ein Buch hervor, in Leder geschlagen. Von blauen Eulen auf goldenen Dächern hieß es.
Und nun ist der richtige Zeitpunkt zu erzählen, was ich die vorherige Nacht erfahren hatte.
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Gine
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BeitragVerfasst am: 15.03.2009 04:57    Titel: Antworten mit Zitat

Morgen! smile

Ich will dich gleich als erstes mit meinen Überlegungen zum zweiten Teil überfallen:

Auch hier finde ich: Das sind wichtige Hintergründe, die dem Autoren bekannt sein sollten. Und dem Leser irgendwann auch. Du hast schon recht, ab Besten, so früh wie möglich.
Aber den Prota einfach nur 'daran denken' zu lassen kommt mir einfach zu billig vor. Der Arme dürfte gerade ganz andere Sachen im Kopf haben. Ich meine, wenn bei mir auf dem Sofa ein blutender Mann läge, der kurz davor steht herauszufinden, ob Petrus wirklich vor dem Himmelstor wache hält, dann käme ich kaum dazu, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Ich kann ja schon dann nicht mehr richtig einschlafen, wenn das Kind Husten hat, oder gar niest.
So was bringt einen aus der Fassung.

Daher: Als Handlungsskizze mehr als nur akzeptabel, aber als ausgereifter Text nicht. Aber das braucht dich eigentlich nicht zu kümmern, solange die Story noch nicht zu ende geschrieben ist.


In ähnlicher Form geht es weiter. Der letzte Satz:

Zitat:
Und nun ist der richtige Zeitpunkt zu erzählen, was ich die vorherige Nacht erfahren hatte.


Ist etwas, das der Autor an dieser Stelle denken darf, aber nicht der Protagonist.
Ich schreibe manchmal ähnlich, um mich daran zu erinnern, wo ich mit dem Text eigentlich hin wollte. Aber derartige Sätze sind nur Wegweiser und haben in der fertigen Story später nichts mehr zu suchen.
Und ich bin mir auch sicher, dass erstmal genug erzählt wurde. Zeit für Handlung, und wenn es nur das Frühstück ist. Sie können sich ja während der Mahlzeit darüber unterhalten. Wink

Und zuletzt:
Wir wissen jetzt ungefähr, wie alt dein Prota wenigstens sein muss:

Er ging bereits zur Schule, als seine Schwester geboren wurde. Das heißt, er müsste mindestens 8 - 10 Jahre alt gewesen sein. Sagen wir ruhig 10, denn er hatte sich ja schon ganz gut eingelebt.

Die Schwester wurde '14 Jahre später' (nach dem letzten Märchen)  geboren. Da war er dann bereits 24 Jahre alt. Zum aktuellen Zeitpunkt ist sie alt genug, um selbständig zu handeln. Die Zeit, in der sie nicht mehr bei ihrem Bruder im Bett schlafen will, ist vorbei. Sie dürfte also nicht jünger als 6 Jahre sein.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wäre der Protagonist also ungefähr 30 Jahre alt. So jung ist das gar nicht mehr.
Er sollte mittlerweile einen Job haben, über den er sich Gedanken machen muss. Und warum wohnt er noch bei seiner Mutter?

Und jetzt will ich wissen, was er Sterbende ihnen erzählt hat.

 Cool

Liebe Grüße
Gine


_________________
'Manchmal zweifle ich daran, dass ich überhaupt existiere.'
'Aus gutem Grund.'
'Wie meinst du das?'
'Ich habe dich erfunden.'
'Glaub ich nicht.'
'Ich weiß.'
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absinthefreund
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BeitragVerfasst am: 15.03.2009 19:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh Mann, Gine! Danke, dass du mir die Sache mit dem Alter ausgebreitet hast. Verdammt, der Gute ist natürlich nicht 30, sondern 20, also werden aus den vierzehn Jahren vier Jahre, ist eh besser.

Gine hat Folgendes geschrieben:
absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Und nun ist der richtige Zeitpunkt zu erzählen, was ich die vorherige Nacht erfahren hatte.
Ne, warum, seh ich nicht ein. Confused Der Protagonist ist nunmal gleichzeitig der Erzähler. Was folgt, ist nicht als Rückblende geschrieben, keine Bange, sondern als Dialog.

Und was den Text im Allgemeinen angeht. Hast ja Recht mit der Rückblende, ist wohl etwas aus der Luft gegriffen. Ich weiß nicht, ich könnt versuchen sie wegzuschneiden und die Infos im Text nach und nach einfließen zu lassen.
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Gine
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BeitragVerfasst am: 16.03.2009 05:52    Titel: Antworten mit Zitat

Morgen! smile

absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Oh Mann, Gine! Danke, dass du mir die Sache mit dem Alter ausgebreitet hast. Verdammt, der Gute ist natürlich nicht 30, sondern 20, also werden aus den vierzehn Jahren vier Jahre, ist eh besser.


Fände ich gut. smile extra

absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Gine hat Folgendes geschrieben:
absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Und nun ist der richtige Zeitpunkt zu erzählen, was ich die vorherige Nacht erfahren hatte.

Ne, warum, seh ich nicht ein. Confused Der Protagonist ist nunmal gleichzeitig der Erzähler.


DAS ist die richtige Einstellung! lol

absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Was folgt, ist nicht als Rückblende geschrieben, keine Bange, sondern als Dialog.


Da bin ich aber wirklich mal gespannt.
Und ich begrüße diese Entscheidung. Aber ich will keine Vorschusslorbeeren verteilen. Warten wir es also ab.


absinthefreund hat Folgendes geschrieben:
Und was den Text im Allgemeinen angeht. Hast ja Recht mit der Rückblende, ist wohl etwas aus der Luft gegriffen. Ich weiß nicht, ich könnt versuchen sie wegzuschneiden und die Infos im Text nach und nach einfließen zu lassen.


Möglicherweise der richtige Weg.
Wenn du am Text weiter schreibst, findes du vielleicht ganz automatisch die richtigen Stellen für die richtigen Infos. Wegschneiden kann man sie dann am Anfang ja immer noch.

Also, lass dich nicht aufhalten. Daumen hoch

Viele liebe Grüße
Gine


_________________
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absinthefreund
Gast






BeitragVerfasst am: 16.03.2009 14:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Teil Numero 3


Die Verletzungen des Fremden waren weniger groß als die unendliche Erschöpfung, mit der er uns begrüßt hatte. Nachdem wir ihn versorgt hatten, schlief er erschöpft auf dem Sofa ein. Meine Mutter kochte Tee und ich Nudeln. Ich bereitete uns instinktiv auf eine lange Nacht vor.
„Mutter“, sagte ich irgendwann, als wir wieder saßen, über unserem Tee brüteten und schwiegen, „erzähl.“
Meine Mutter blickte in ihre Tasse, Dampf stieg ihr ins Gesicht. Sie lächelte, warm und breit.
„Wisst ihr, Kinder, es ist sehr schön, dass er endlich gekommen ist.“ Sie nahm meine Schwester in den Arm, die den Fremden anstarrte und die Worte unserer Mutter gar nicht zu hören schien.
„Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Damals, als du noch nicht geboren warst, mein Sohn, waren wir gute Freunde. Dein Vater gehörte auch dazu und Andere, an die ich mich mit viel Liebe erinnere. Wir waren eine besondere Gruppe und wir haben Abenteuer erlebt.“ Sie lächelte diesmal nur mich an. „Solche Abenteuer, wie ich sie dir erzählte, als du klein warst. Eines Tages fiel Raffael ein Buch in die Hände. Das ist Raffael“, sagte sie und drehte den Kopf zum Sofa. „Es hieß Von roten Katzen auf silbernen Dächern. Er hatte es immer verstanden Kuriositäten aus aller Welt zu erstehen, keiner wusste, wie er es anstellte. Er war immer der seltsamste Vogel unserer Gruppe und wahrscheinlich der Kern, der uns zusammenhielt. Kurz gesagt, er las das Buch und etwas geschah danach mit ihm. Er sprach nur noch von den silbernen Dächern und davon, dass er sie finden müsse, dass er nicht eher ruhen werde, bis er sie gefunden habe, koste es, was es wolle. Anfangs waren wir alle eifrig bei der Sache, wir forschten uns durch die Bücherwelt nach Anhaltspunkten, machten uns auf die Suche nach den verrücktesten Menschen in den verwinkeltesten Gegenden, nur weil wir eine winzige Information dort vermuteten. Oh, wir erlebten eine spannende Zeit. Aber nach einem Jahr der erfolglosen Suche dachte jeder, was keiner auszusprechen wagte: dass die mysteriösen silbernen Dächer nicht existierten. Es kam, wie es kommen musste. Ein Streit brach aus, und Raffael fühlte sich betrogen. Er verließ uns, und unsere Gruppe brach vollständig auseinander, denn nun hatten wir keine Richtung mehr, keine Aufgabe, die uns an ein Ziel führen konnte. Wir konnten nicht zurück in unser Leben, wie es vorher gewesen war. Ich hatte nur deinen Vater, mein Sohn, und unsere Liebe. Wir zogen in dieses Haus, das Haus deiner Großtante. Bald kamst du. Und bald darauf waren nur noch wir zwei hier.“
Den letzten Teil kannte ich schon. Und da meine Mutter näheren Erklärungen, was mit meinem Vater geschehen war, immer wieder kunstvoll auswich, fragte ich nie.
„Es gab eine Zeit, da ich mich sehr einsam fühlte in dem großen Haus. Da begann ich Raffael lange Briefe zu schreiben und sie ins Nirgendwo zu schicken. Ich kannte ja weder eine Adresse, noch wusste ich in welcher Stadt er sich befand. Umso erstaunter war ich, als ich eines Tages Antwort bekam.“
Der Tonfall meiner Mutter hatte sich verändert. „Der Umschlag und das Papier wirkten, als wären sie lange gereist. Der Poststempel und die Briefmarke waren verblichen, ich konnte nicht erkennen, woher er kam. Ein Absender stand natürlich nicht darauf. Aber an der Art, wie mein Name auf dem Umschlag stand, wusste ich sofort: Es war Raffael. Die Nachricht war sehr kurz. Wartet, ich suche sie.“ Meine Mutter schob meine Schwester zur Seite, die mit halb geschlossenen Augen in ihren Armen eingedöst war, und verließ das Wohnzimmer.

„Loreley hat etwas verschwiegen.“
Ich wandte den Kopf, ein Augenpaar glitzerte vom Sofa herüber. Ich hatte nicht gemerkt, dass Raffael aufgewacht war. „Kann ich welche von den Nudeln haben?“
„Was meinst du?“, fragte ich ihn, reichte ihm einen Teller mit dampfenden Nudeln in Soße.
„Unser Streit. Er ging nicht in harmlosen Wortgefechten zuende. Es kam zu Handgreiflichkeiten und einer von uns starb.“ Nudeln wurden geräuschvoll von der Gabel gezogen. Raffael schob sich eine Handvoll nach der anderen hinein, Soße tropfte ihm vom Kinn. Er hatte offensichtlich lange nichts mehr gegessen.
„Was geschah?“, fragte ich.
„Arthur kam um. Der jüngere Bruder deines Vater.“
„Wer war mein Vater?“
„Das reicht.“ Meine Mutter war dunkel im Türrahmen erschienen. „Du bist nicht hergekommen, um unsere Vergangenheit aufzuwühlen.“
Raffael ließ sich erschöpft zurück sinken. Ich fing seinen Teller auf, bevor er zu Boden fiel. So nah dran war ich gewesen. Ich würde meine Chance noch bekommen, dachte ich. Aber ich unterschätzte die Wirkung, die ein Befehl meiner Mutter auf Raffael hatte.
„Hast du den Brief gefunden, Mutter?“
Plötzlich wurde sie scheu. „Hier habe ich ihn. Ich wusste nicht, dass du wach bist, Raffael. Vielleicht erklärst du endlich, unter welchen Umständen du diesen Brief geschrieben hast.“
Ich nahm meiner Mutter den Brief aus der Hand und zog andächtig das Papier heraus. Es war klein und verblichen, wellig, als wäre es einmal nass geworden, und auch die Tinte verschwommen. Meine Schwester kam näher gekrochen und ich las ihr vor:

Loreley, Loreley –

ich trage jeden deiner Briefe an meinem Herzen. Und ich werde in dein Haus kommen, das verspreche ich, irgendwann. Dann hat hoffentlich alles ein Ende, was mich zur Zeit quält. Wisse aber, dass ich auf der richtigen Spur bin, die in eine gänzlich andere Richtung führt, als wir dachten.

R.


Meine Mutter sah Raffael aus dem Augenwinkel an. Er atmete schwer. „Ich war sechs Monate im Himalaya und eigentlich war es viel länger. Dort bin ich endlich, endlich auf eine brauchbare Spur der goldenen Dächer gekommen.“
„Seit wann waren die silbernen Dächer aus dem Buch goldene Dächer?“, fragte ich.
„Das habe ich im Himalaya gelernt. Das erste Buch ist eine Fälschung. Dort fand ich das Original. Ich hatte die ganze Zeit eine falsche Spur verfolgt. Und dort im Himalaya erzählte man mir die Geschichte des Buches, dessen Fälschung fast genauso berühmt geworden war.“
Plötzlich sackte Raffael müde zusammen und stieß einen Seufzer aus. Er verzog das Gesicht und ich erinnerte mich, dass er ernsthaft verletzt war.
„Ich hätte nicht so viel essen sollen“, sagte er. „Ich muss schlafen.“ Er schloss die Augen. „Verzeiht mir, dass ich so reingeplatzt bin.“
Meine Mutter strich sanft über Raffaels Arm. „Du bist willkommen. Ich schlafe hier bei dir. Falls du etwas brauchst.“
Ich nahm meine Schwester, die eingerollt auf dem Teppich lag, huckepack und ging nach oben. Meine Glieder waren bleischwer, aber mein Kopf fand keine Ruhe.
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absinthefreund
Gast






BeitragVerfasst am: 17.03.2009 01:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So! Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass der Anfang eh Mist ist und ich den überarbeiten muss dringendst. Anfänge sind kacke.
Aber nichtsdestotrotz brauch ich n paar Kritiken für meinen aktuellsten Teil um zu wissen, ob das nun besser ist und ich auf diese Art weiterschreiben soll oder doch neue Wege einschlagen muss.
Hier ist auch mal Action im Spiel. Cool
Ist, fürchte ich, ein erheblich längerer Teil, ich hoffe, ein paar Leute finden trotzdem die Zeit ihn sich zur Brust zu nehmen!
Vielleicht kann mir auch jemand sagen, ob mein zusammengebasteltes Französisch und meine Lateinerinnerungen korrekt sind. Very Happy


Teil Numero sonstwas:

Der Duft von Amontillado war mir bekannt. Unter unserem Haus hatten wir einen respektablen Weinkeller gehabt mit womöglich unerschöpflichen Vorräten, in denen selbstverständlich auch diverse Sorten Sherry vertreten waren. Abends nach unseren Feiern pflegte meine Mutter unseren Gästen am liebsten Amontillado zu servieren, dessen schwerer Rosinenduft mich oft in den Schlaf begleitete. Auf dem Sofa, während die Stimmung gemütlicher, die Stimmen bedächtiger wurden, das Feuer knisterte und mein Gesicht wärmte. Meine Augen schwer wurden.
Es klopfte.
Ein vornehmes, gelassenes Klopfen.
Ich schrak hoch. Einen Moment lang war mir schwindelig, ich suchte mich zu erinnern, wie ich ins Bett gekommen war.
Das Klopfen wiederholte sich. Plötzlich war ich hellwach. War Panthira vor der Tür, Lola, Nephtiel, Gaston? Ein Gefühl sagte mir, dass es keiner von ihnen war. Meine Füße fanden den Boden und tasteten sich im Dunkeln langsam vor. Wenn die Person vor der Tür uns Böses wollte, hätte sie sich gewiss nicht die Mühe gemacht zu klopfen, oder? Dennoch öffnete ich erst das Fenster und schüttelte dann Minou, damit sie aufwachte. Falls etwas passieren sollte, konnte sie vielleicht fliehen.
Das Klopfen hörte nicht auf, wurde aber weder kräftiger noch ungeduldiger. Ich legte den Lichtschalter um und öffnete dann mit einem Ruck die Tür.
Zwei honigfarbene Murmeln sahen aus dem Schatten eines riesigen Schlapphuts zu mir auf. „Guten Abend“, raspelte eine leise Stimme. „Verzeihen Sie mir die späte Störung, ich konnte nicht umhin zu hören, dass Sie und Ihre Freunde von Sophie Mirabeau sprachen. Ich kenne Madame Mirabeau und weiß, wo sie zu finden ist.“
Der Mann griff mit einer venendurchzogenen altersbefleckten Knochenhand an die Krempe und zog den Hut herunter. In dem greisen Gesicht waren nur noch die Augen lebendig, die Haut war fahl und papierdünn, ein fusseliger Ziegenbart fiel grau vom Kinn. „Sie erwecken den Anschein anständige Leute zu sein, also möchte ich Ihnen helfen.“
Ich musste sehr lange dagestanden haben, ohne etwas zu sagen, denn der schmale Mann legte seine Stirn in noch tiefere Falten und fragte: „Bist du wieder eingeschlafen, Junge?“
„Ich... bin etwas überrumpelt. Ich denke nach. Sind Sie vielleicht so freundlich sich vorzustellen, bevor ich das Angebot annehme?“
„Verzeihung. Nepomuk mein Name. Ich bin in den Arènes de Nîmes angestellt, wie auch Madame Mirabeau. Ich bezeichne mich durchaus als ihren Freund, immerhin bin ich der Einzige, der ihren richtigen Namen kennt. Allerdings muss ich sichergehen, falls Sie mein Angebot annehmen wollen, dass ich richtig liege in der Annahme zu wissen, wen ich vor mir habe. Sehen Sie, Madame Mirabeau erzählt nicht selten von einer alten Freundin aus Deutschland, die einen Sohn hat.“ Nepomuk schielte zu Minou, die verschlafen im Bett saß. „Und mittlerweile wohl auch eine Tochter. Wenn Sie nun etwas über sich zu erzählen, dann wissen wir beide, wen wir vor uns haben.“
Ich überlegte hin und her, ob ich ihm trauen wollte. Aber was hatte ich zu verlieren? Wenn er zu Sabbatos Leuten gehörte oder uns anders schaden wollte, war es sowieso zu spät. Dann hätte man uns gefunden und unsere Namen wären ohnehin bekannt. Also siegte meine Neugier und die Ungeduld Sophie zu sehen.
„Meine Mutter heißt Loreley und ich bin Georg. Sophie ist eine alte Freundin meiner Mutter. Ich kenne sie allerdings nicht gut, sie hat uns manchmal besucht, als ich jünger war, aber ich erinnere mich bloß vage. Reicht das an Information? Können Sie uns morgen zu Sophie bringen?“
Nepomuks Kopf wackelte auf dem dürren Hals. „Oh nein, nein. Ich kann Sie nicht alle zu ihr bringen. Nur Sie alleine dürfen kommen und es muss heute Nacht sein. Sie hat gerade Nachtdienst. Sie sind der Einzige, den Madame Mirabeau tatsächlich kennt. Sie wird ohnehin zornig auf mich sein, dass ich jemanden zu ihr führe, also soll mein Schaden so klein wie möglich ausfallen. Etwas eigen ist sie...“
„Warum helfen Sie mir dann überhaupt?“
Nepomuk pfiff leise. „Ich bin zum unfreiwilligen Spion geworden, fürchte ich, habe Briefe gefunden, die an diese Loreley gerichtet waren. Viele, viele Briefe, die nie abgeschickt wurden. Und aus dem Wenigen, das Madame Mirabeau erzählte von Loreley, las ich, dass sie sie schmerzlich vermisste und es ihr größter Wunsch sei, sie wieder zu sehen. Sie hätte es natürlich abgestritten, hätte ich sie direkt darauf angesprochen.“ Nepomuk zog den Schlapphut auf, sein Gesicht lag wieder im Dunkeln. „Madame Mirabeau liegt mir sehr am Herzen, verstehen Sie? Sie ist eine besondere Frau und ich leide mit, dass sie einsam ist.“
„Also nur ich. Nicht einmal Minou?“
Nepomuk schüttelte den Kopf.
Mein Gewissen, Lolas Ärger und meine Müdigkeit ließen mich einen Moment zaudern. „Na schön.“ Ich riss mich zusammen. „ Geh wieder schlafen, Kleine, ich bin in ein paar Stunden zurück. Verzeih mir dich, dass ich dich geweckt habe. Falls dir irgendetwas merkwürdig vorkommt, lauf sofort zu Lola, hast du verstanden?“
Minou kroch geschwind wieder unter die Decke und nickte. „Bleib nicht so lang weg und pass auf“, sagte sie.
Ich zerzauste meiner Schwester das Haar, schlüpfte hastig in Straßenkleidung und zog die Tür hinter mir zu. Ich beschloss, nicht abzuschließen, steckte den Schlüssel in die Tasche. Es würde schon nichts passieren, sagte ich mir. Ich hatte an alles gedacht.
Nur nicht daran, das Fenster wieder zu schließen.

Nepomuk und ich liefen die Treppen hinunter und aus dem Pub hinaus auf die Straße. Ich war beschwingt, von einem Hochgefühl erfüllt, das mich glauben machte, alles sei möglich, alles würde gut ausgehen. Bald würde ich Sophie kennenlernen, ihr versichern, dass ich ihr helfen wollte, die Pflicht erfüllen wollte, die meine Mutter ignoriert hatte.
Die Straßenlaternen spendeten fahles und verschwommenes Licht im aufgezogenen Nebel. Wir waren die Einzigen auf der Straße, um uns war es still. Es war deutlich kälter geworden in der Nacht, mein Atem trieb kleine Wölkchen vor sich her und auch aus dem Schwarz unter Nepomuks Hut kräuselte es sich weiß. Er versicherte mir, das Amphitheater sei kein acht Minuten entfernt, wir mussten nur den Boulevard d'Amiral Courbet hinunter, dann wären wir quasi da. Wie gut, dass Nîmes eine kleine Stadt war.
Ich hatte mir nicht die Ausmaße vorgestellt, die das Amphitheater hatte. Einen Augenblick musste ich stehen und das Bild aufnehmen, das sich mir bot. Es war hell erleuchtet in blauem, rotem, gelbem Licht, eine Reliquie des Altertums in Neonfarben. Ich wurde ein bisschen zornig auf die Menschen, die diesen Pomp für nötig hielten, weil ein römischer Bau ihnen zu unspektakulär war. Gleichwohl war der Anblick für mich auch unter dem Gewand aus Lichtern überwältigend und ich spürte das Verlangen, das Amphitheater in aller Ruhe mit allen Sinnen zu durchstreunen. Doch Nepomuk zerrte an meiner Jacke und bedeutete mir weiterzugehen. Einen konfusen Herzschlag dachte ich, es sei Minou, die auch die Angewohnheit hatte an meiner Kleidung zu ziehen, wenn sie Aufmerksamkeit wollte. Hoffentlich schlief sie bereits wieder. Ich machte mir Vorwürfe, weil sich niemand richtig um sie kümmerte. Nicht einmal ich hatte Zeit für sie.
Nepomuk steuerte nicht den Haupteingang des Amphitheaters an, sondern eine Arkade ein paar Meter entfernt, die wie alle ein rostiges Gitter verriegelte. Er schloss es auf und wir traten auf den steinernen Rundgang. Unser Weg war erleuchtet von Strahlern, die von weit oben an den Wänden die Galerie in gelbes Licht tauchten. Der Alte lief schneller als ich es ihm zugetraut hätte und ich musste mich bemühen mitzuhalten. Vorbei an Automaten, die Pläne für Touristen ausspuckten, liefen wir, vorbei an Plastikschildern, die das ein oder andere Verblüffende über die Arènes wussten, vorbei an Spendenbüchsen für den Erhalt des Baus. Als ich dachte, wir wären fast gänzlich durch die Galerie gejoggt, machte Nepomuk endlich vor einer unscheinbaren Holztür Halt, wählte einen weiteren Schlüssel von seinem überladenen Bund und sperrte sie auf. Sie musste von Nepomuk gewaltsam aufgeschoben werden, schürfte über den Boden und knarrte unangenehm laut in der Stille. Er fluchte unterdrückt und patschte gegen einen Lichtschalter. Surrend ging irgendwo in dem schmalen Schacht eine Glühbirne an. Mit eingezogenen Köpfen traten wir eilig die Stufen hinab, sie waren hoch und schmal und eindeutig aus dem Baujahr des Amphitheaters. In die Wände waren rätselhafte Reihen von Schnörkeln geritzt, die allem anderen als römischer Kunst oder Schrift entsprachen, aber trotzdem genauso alt schienen.
Von irgendwoher rief eine Stimme, hallte über unseren Köpfen wider. Kurze Zeit war es still, dann wurde es jäh hektisch. Flügelgeflatter war zu hören, die Person fluchte auf Französisch, es gab einen schallenden Knall, giftiges Zischen, tierisches Kreischen, noch mehr Geflatter, wilder diesmal und unkontrollierter. Dann war wieder alles still.
Nepomuk ließ einen kleinen Seufzer entweichen. „Das war sie“, murmelte er. „Madame Mirabeau.“
„Sagen Sie, was genau arbeiten Sie eigentlich?“
„Wir reinigen das Amphitheater hier unten“, antwortete Nepomuk. „Von Ghulen.“
Unwillkürlich fröstelte ich. Wir traten auf einen Gang, der nur spärlich beleuchtet war. Von einer hellen Insel zur nächsten gingen wir und ich beeilte mich voranzukommen.
Das war er also, mein erster Eindruck von Sophie. Ich konnte nicht behaupten, dass ich angenehm überrascht oder gar beeindruckt war. Enttäuscht war das bessere Wort. Dies war nicht die schwächliche Frau, die sich abschottete in ihrer Wohnung, den Wintergarten pflegte und Erinnerungen nachhing, wie ich mir Sophie vorgestellt hatte. Ich fühlte mich entlarvt und lächerlich vor mir selbst. Einen frustrierten Moment gab ich Sophie die Schuld, dass sie mich derartig in die Irre getrieben hatte. Ich war wütend, dass sie um Hilfe gefleht hatte in ihrem Brief und mir ein falsches Bild von sich gegeben hatte.
Doch dann war der Moment vorbei und ich fiel unsanft auf die nüchterne Wahrheit. Natürlich war ich nicht von ihr enttäuscht, sondern von mir und meiner Dummheit. Von meiner Vorstellung ich sei der Held, gekommen um Sophie ihr Leben zurückzugeben. Ich ahnungsloser Wicht, der einem Ghul noch nie näher gekommen war, als vor den Wortkäfig einer Geschichte. Nur gut, dass ich meinen heroischen Einfall nicht in die Welt posaunt hatte.
„Kommen Sie, ich werde sie Ihnen vorstellen. Gleich hier um die Ecke.“
Ich schluckte meinen Ärger hinunter, befahl mir mich zusammenzureißen. Schließlich ging es hier nicht um mein verletztes Ego. Meine Mutter und Raffael waren immer noch gefangen und die Dämonen immer noch hinter uns her. Die Katze hatte mir aufgetragen, Buch und Blatt zu Sophie zu bringen und hier war ich. Ich war überzeugt, dass sie wusste, was damit zu tun war.
Der Gang machte eine scharfe Kurve, und wir standen plötzlich vor der Szene, die den Lärm verursacht hatte. Eine Frau, es war wohl Sophie, kniete vor einem schwarzen Tier, dessen lederne Flügel grotesk und in Fetzen abstanden. Ein beißender Gestank ging von ihm aus, es rauchte aus einer klaffenden blasenschlagenden Wunde. Sophie hielt etwas auf das Wesen gerichtet, der Geste nach zu urteilen eine Waffe.
Nepomuk räusperte sich. Sophie fuhr herum. „Nepomuk.“ Sie stand eilig auf, warf mir einen bösen Blick zu. „Qui est-ce, au diable?“
„Ich bin Georg“, schaltete ich mich rasch ein. „Loreleys Sohn.“
„Loreley...“ Sophies Miene hellte sich auf, verfinsterte sich schlagartig und wurde hart. „Du bist groß geworden“, sagte sie zynisch.
Ich ignorierte den Kommentar um endlich darauf sprechen zu kommen, weshalb ich den Weg nach Nîmes und hier in die Katakomben zurückgelegt hatte. „Es sind ein paar unerfreuliche Dinge passiert, Sophie. Ich habe das fehlende Blatt, habe den Brief gelesen, den du meiner Mutter...“ Ich stockte. „Sie hat ihn nie gelesen. Raffael ist aufgetaucht und Uriel, beide haben nach dem Blatt gefragt –“
„Langsam.“ Sophie riss ihre Hand hoch, damit ich aufhörte. Ihre linke Hand, die mit der Waffe, am rechten Arm war nur ein Stumpf. Sie schüttelte den Kopf, ihre kurzes Haar wippte. „Während der Arbeit hier einfach aufzukreuzen und mich zu überrumpeln. Meinst du, das ist der richtige Ort und Zeitpunkt? Ich brauche eine Tasse Tee um das zu verdauen. Und meinen Sessel... Raffael und Uriel, die Tunichtgute, sind tatsächlich meinem Hinweis gefolgt“, murmelte sie für sich. Sie warf mir ihre Waffe zu. „Pack mit an, dann sind wir schneller fertig und können in Ruhe reden.“
Mein Herz sank mir in die Hose. Dieses Treffen lief nicht nur gänzlich gegen meine Vorstellungen, es wurde sogar immer schlimmer. Ich hob die Waffe vor die Augen, ein antiquarischer Revolver. Ich sah auf den Kadaver des Ghuls, in dessen tödlicher Wunde noch immer Bläschen platzten. „Das ist keine normale Munition, mit der ihr auf Ghule schießt, oder?“
„Natürlich nicht. Speichel von Ostdrachen ist das, komprimiert und zu Kugeln gepresst. Äußerst ätzend, es gibt kein effektiveres Mittel. Allerdings“, sie zog einen zweiten Revolver aus ihrem Gürtel, „muss man auch zielen können.“
Sophie marschierte an uns vorbei und verschwand in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Ich warf Nepomuk einen vorwurfsvollen Blick zu, der ihm bedeuten sollte, dass er mich hätte vorwarnen können. Er zuckte nur die Schultern und ließ seine Honigaugen blinzeln, seine Miene blieb wie stets im Schutz der Dunkelheit.
Dann steckte er plötzlich eine Hand in die Innentasche seines überweiten Mantels und gab mir eine Pappschachtel.

~ academia alcimistica honorabilis ~
~ tela contra ghules ex essentia draconis orientis ~

entzifferte ich auf der reichlich vergilbten Vorderseite. Meine rudimentären Lateinkenntnisse vermochten zu erraten, dass es sich um diese ätzfreudige Drachenmunition handelte. Ein kurzer Blick hinein, den ich nun warf, tat sein Übriges. Zwanzig fein säuberlich aufgereihte, schwarzglänzende Kugeln lagen darin und warteten geduldig auf ihren Einsatz. Jetzt war ich also bestens ausgerüstet.
Ich hatte noch nie einen Revolver in der Hand gehalten, geschweige denn geladen. Doch wohl oder übel musste ich Sophie gehorchen, sonst versagte sie mir gar ihre Aufmerksamkeit. Die Reise und der Aufwand wären umsonst gewesen und Lola würde mich wortwörtlich zum Teufel jagen.
Auch Nepomuk hatte sich gerüstet, je einen Revolver in einer knochigen Hand. Sie waren schön anzusehen, das Metall goldglänzend und der Griff aus poliertem rötlichen Holz. Nichts im Vergleich zu meinem rostigen Modell, das vom letzten Gebrauch noch warm war und stank.
„Auf dem Plan steht heute ein kleiner Clan voller Jungtiere“, raspelte Nepomuks Stimme. „Sie leben erst seit kurzer Zeit in diesem Sektor und sind glücklicherweise bei weitem nicht so gefährlich wie die Ausgewachsenen.“
Wir setzten im Laufschritt Sophie nach. Ich hielt Ohren und Augen offen, so weit es möglich war in dem Wechsel von Licht und Schatten des Ganges und unseren hellen Schritten. Insgeheim hoffte ich, die Ghule hätten sich zurückgezogen, weil sich Sophies Treffsicherheit herumgesprochen hatte oder würden schlafen oder draußen herumlungern oder...
Wohl kaum. Als wir Sophie erreichten, stand sie an die Wand gepresst und hielt einen Finger vor den Mund. Wir waren an einer Kreuzung angelangt, es ging nach links und rechts weiter und vor uns baute sich eine finstere Stahltür auf.
Sophie ruckte mit dem Kopf nach links und flüsterte kaum vernehmlich: „Zwei Weibchen.“ Sie lauschte regungslos, ihre Augen zusammengekniffen, als würde sie gleichzeitig lesen. „Fressen an einer Ratte oder Ähnlichem“, flüsterte sie, wieder kaum hörbar. Sie suchte kurzen Augenkontakt mit mir und Nepomuk, dann formte ihr Mund stumm Eins, zwei,...
Die Drei schrie sie hinaus und warf sich um die Ecke. Nepomuk sprang an ihr vorbei, mitten auf den Gang, ich folgte mit leichtem Zögern, den Revolver mit beiden Händen umklammert. Ich hatte nicht vorgehabt zu feuern, außer im äußersten Notfall. Und selbst dann stand die Flucht noch immer an erster Stelle. Doch dann sah ich mich den zwei Bestien gegenüber und wie sie in vollem Fluge uns entgegen stürzten. Die Flügel gegen die Wände peitschend, die geifernden Mäuler aufreißend, die bösen Augen im Rausch der letzten Mahlzeit. Und meine Hand war schneller als mein Denken. Ich glaube, ich schrie in dem Moment, als ich Nepomuk zur Seite stieß und der Revolver zur Verlängerung meines Arms wurde. Ich schoss, wieder und wieder und wieder. Erst als die Ghulweibchen reglos und hinter einer Wolke aus rauchendem Pulver und dampfendem Drachenspeichel verschwunden waren, hörte ich auf. Mein Mund klappte zu, ich spürte wie mein Herz donnerte, mein Schreien hing mir noch in den Ohren und an den Wänden. Langsam senkte ich den Revolver und merkte, dass beide Hände wie wild zitterten.
Ich war ausgerastet, völlig ausgerastet. Sophie und Nepomuk würden mich für verrückt erklären, mich wieder zurück nach Deutschland schicken und Minou musste sehen, wie sie alleine in der Welt zurecht kam!
„Nicht schlecht für den Anfang“, sagte Nepomuk heiser. „Bisschen viel Munition verbraucht, aber getroffen hast du. Und zwar gleich beim ersten Mal die richtigen Stellen. Du hättest dir also die restlichen sechs Kugeln sparen können. Sehen wir sie uns mal an, dann zeige ich dir, was die richtigen Stellen sind.“
Sophies Mundwinkel umtanzte ein amüsiertes Lächeln und sie zwinkerte mir zu.
Und ich erkannte, dass ihr Einfall nicht lediglich der praktischen Sache hatte dienen sollen, sondern eine Probe gewesen war. Eine Probe, die ich mit bebendem Trommelfell und eimerweise Adrenalin bestanden hatte.
Auf diese Weise gewinnt man also die Sympathie dieser Frau, dachte ich leicht schwindelig. Meine Beine waren weich, als ich hinter Sophie und Nepomuk auf den lichter werdenden Rauch zusteuerte. Ich beschloss, dem Wirbelwind in meinem Kopf erst einmal keine Beachtung zu schenken, der Rückblick auf das soeben Geschehene würde früh genug über mir einstürzen. Dann würde ich mich fragen, ob ich tatsächlich so ein friedvoller Kerl war, wie ich immer gedacht hatte. Und dann würde mir die Folgerung kommen, dass man nie wissen kann, wie man funktioniert, bevor man sich in Extremsituationen ausprobiert hat.
Ich hatte den Ghulen die Köpfe vom Hals geblasen, tadellos. Wenngleich nicht ohne eine gehörige Portion loser Sehnen und Knochensplitter zu hinterlassen. Aber das war auf die Munition zu schieben. Wie ich es schon vorher gesehen hatte, sprudelten auch hier die zischenden Bläschen, die das dunkle Fleisch der Tiere rasch wegätzten.
„Wenn man ihnen den Kopf wegpustet, sind sie mausetot. Ansonsten kann es passieren, dass sie noch mit drei Kugeln im Bauch angriffslustig sind. Allerdings gilt“, Nepomuk war in die Knie gegangen, um die Überreste zu inspizieren, und erhob sich nun mit knackenden Knochen, „es nicht für alle Kreaturen, dass man ihnen den Kopf wegpusten sollte. Bei Hühnerdämonen ist es nämlich so, dass ihnen stattdessen zwei neue nachwachsen. Auch wenn du ihnen die Schwanzspitze abschießt. Nur so am Rande, falls du mal einem begegnen solltest.“
Ich nickte geistesabwesend. „Sind noch mehr Ghule da oder war es das für heute?“
„Elf habe ich erledigt, bevor ihr kamt. Bleiben also sieben. Ein einziges altes Tier gibt es, ein Koloss von einem Männchen, das ich kurz gesehen habe, als es an einem der Kadaver knabberte, die ich erledigt hatte. Ist aber sofort davongeflogen, als es mich gehört hat.“
„Woher wisst ihr, dass es genau zwanzig sind?“, wollte ich wissen.
„Ghule hinterlassen ihre persönliche Duftmarke an jeder Ecke in den Katakomben“, Sophie verzog das Gesicht. „Unser dritter Mann im Bunde, ein Hýrne, der speziell für diese Aufgabe eingestellt wurde, ist in der Lage die Marken voneinander zu unterscheiden. Sie haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn diese Hýrnen. Er kommt jede Woche und erstellt uns eine Liste, auf der nützliche Dinge stehen. Ob es mehrere Clans oder einer sind, ob Männchen oder Weibchen, ob Jung- oder Alttiere und wo sie sich bevorzugt aufhalten.“
Vor meinem Auge tauchte ein Mann mit einem großen Hundekopf auf, der in den Ecken schnupperte.
„Bringen wir es hinter uns“, sagte ich. „Wo befinden sich die restlichen Ghule?“
„Ganz in der Nähe streunen sie wohl herum. Obwohl ich die leise Befürchtung habe, dass deine Kakophonie sie vielleicht gewarnt und in ihre Löcher zurückgetrieben hat.“
„Oder aber sie wittern neues Fleisch“, sagte Nepomuk.
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