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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Als Schmuggler kam der Frühling in die Stadt


 
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 28.02.2009 10:20    Titel: Als Schmuggler kam der Frühling in die Stadt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Als Schmuggler
schlich der Frühling
in diese Stadt;
seine Ware verborgen
unter sturmgrauem Umhang.

Er verschmolz mit dem
ausgekühlten Volk,
und sein Wirken
umtanzte die Wintergesetz,
und seltsame Dinge gechahen.

In dieser Stadt
gleichen alle Häuser Kathedralen,
Almosen gleich
liegt Licht verstreut
auf ihren Stufen,
und wenn wir uns dorthin setzen
gleicht unsere Haut einem Fenster.

Unter unseren Blicken
erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind
und zwischen den Lücken
sehen wir
den Schmuggler vorbeieilen.



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"...und ich bringe dir das Feuer
um die Dunkelheit zu sehen"
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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 01.03.2009 11:28    Titel: Re: Als Schmuggler kam der Frühling in die Stadt Antworten mit Zitat

Hallo Krümel!

Dann will ich mal was zu deinem Frühlingsgedicht sagen.  Smile
Einige Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, die ich hier fett markiere. Diese Details kratzen an der doch recht schönen Oberfläche des Gedichts:

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:
Als Schmuggler
schlich der Frühling
in diese Stadt;
seine Ware verborgen
unter sturmgrauem Umhang.

Er verschmolz mit dem
ausgekühlten Volk,
und sein Wirken
umtanzte die Wintergesetze,
und seltsame Dinge geschahen.

In dieser Stadt
gleichen alle Häuser Kathedralen,
Almosen gleich
liegt Licht verstreut
auf ihren Stufen,
und wenn wir uns dorthin setzen,
gleicht unsere Haut einem Fenster.

Unter unseren Blicken
erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind <= Hier würde ich den Satz beenden. Beim nächsten Satz das "und" streichen und neuen Satz anfangen.
und zwischen den Lücken
sehen wir
den Schmuggler vorbeieilen.


Ich finde das Gedicht wie gesagt gar nicht so schlecht. Du baust eine schöne Atmosphäre des Flüchtigen, Vergänglichen auf. In diesen Tagen haben wir ja eine Art Frühlingseinbruch, aber morgen soll's schon wieder winterlich werden (zumindest in meiner Ecke).
Schreib doch ruhig noch ein paar Frühlingsgedichte  Wink

Liebe Grüße,

Eddie  smile


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iTüpfelchen
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BeitragVerfasst am: 01.03.2009 11:41    Titel: Re: Als Schmuggler kam der Frühling in die Stadt Antworten mit Zitat

hey

zuerst mal finde ich deinen Titel genial, ich glaube das war einer der ersten Threats auf die ich geklickt habe, als ich das Forum hier entdeckt habe.

Die Bilder die du in deinem Gesicht verwendest, zb "Seine Ware verborgen unter sturmgrauem Umhang" lassen sich so wunderbar mit dem Frühling assoziieren und machen Hoffnung hinter dem im Moment noch grauen Winterwetter ein paar Lichtblicke zu erahnen. Ich finds auch toll dass du es ganz ohne Reime deutlich gemacht hast, dass man ein Gedicht vor sich hat. Endlich mal etwas, was mir lust auf Lyrik macht:)


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WhereIsGoth
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BeitragVerfasst am: 01.03.2009 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hi mein Krümelchen!
Da ich gerne beim Musikhören Lyrik lese und schaue wie die Texte dazu passen muss ich dir erstmal sagen, dass dein Text hervorragend zu Melody Gardot - Quiet Fire passt. Das ist chilliger Jazz, der nach coca Cola und Kaugummi schmeckt........ ok, jedenfalls muss er das, als er nach Europa kam und es klingt einfach gut zu deiner Lyrik. Gefällt mir sehr gut. Eine Interpretation werde ich mir sparen, weil ich den Text nur verstümmeln würde.

mfg,
devid


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"Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit nicht."
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 01.03.2009 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Er verschmolz mit dem
ausgekühlten Volk,
und sein Wirken
umtanzte die Wintergesetz,
und seltsame Dinge gechahen.


2x und

Das ausgekühlt wirkt auf mich relativ platt, das würde ich ändern!

Insgesamt ist dein Gedicht sehr nett, habe mir schon vorher überlegt, ob ich was dazu schreibe, aber dann kamen mir die andern alle zuvor...

lg Dennis
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Rheinsberg
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Bronzenes Messer


BeitragVerfasst am: 01.03.2009 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Und wieder ein besonders schöner Titel - hältst du eigentlich den Forenrekord an Nominierungen für diesen Bereich?  Wink

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Murmel
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BeitragVerfasst am: 01.03.2009 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich auch mal?

Vers 1 ist gut, finde ich.

Vers 4: erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind

Ich weiss nicht, wieviel Intelligenz man in der Lyrik leblosen Gegenständen zuschreibt, aber mir hätte besser gefallen:

wir erkennen
dass die Zäune nur Lücken sind

Vers 2: umtanzte die Wintergesetz,
Was ist das?

Vers 3 (mit dem hatte ich die meisten Schwierigkeiten)
Almosen gleich liegt Licht verstreut
Hier fehlt der Bezug zum Schmuggler. Das Licht liegt sonst nur so da.

und wenn wir uns dorthin setzen
gleicht unsere Haut einem Fenster

Verstehe ich nicht.


Murmel's early morning comment.

smile


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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 01.03.2009 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

P.S.: Ich habe dein Gedicht in der Kategorie "Bester Titel" für den Kleinen Literaten nominiert!  Smile

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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 01.03.2009 19:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke euch allen für die Kommentare, hat mich sehr gefreut!

@ Edgar: Nachdem mehrere vorgeschlagen haben, das doppelte "und" zu entfernen, werde ich es streichen. Ich hielt es zwar für ein Stilmittel, aber wenn es negativ aufstößt, weg damit. Danke auch für die Nominierung, ich fühle mich geehrt! smile extra

Aber was habt ihr alle, so genial ist der Titel doch gar nicht, nur ein ganz normaler Krümeltitel ... rotwerd

@ iTüpfelchen: Danke für dein Lob und nochmals herzlich willkommen im Forum!

@ WhereIsGoth: Interessante Assoziation, werde da auf jeden Fall reinhören. Aber warum meinst du, dass eine Intepretation dem Gedicht schaden würde? Interpretationen sind nie überflüssig, und ich freue mich immer über die deinen.

@ Eredor: Warum findest du "ausgekühlt" platt? Ich hielt es für passend, lasse mich aber gerne eines anderen belehren. Was würdest du denn statt "ausgekühlt" schreiben?

@ Murmel: Du hast treffsicher die Schnitzer im Gedicht aufgezeigt, die Unklarheiten. Zu meiner Verteidigung: Ich habe das Gedicht in einem Dämmerzustand zwischen Träumen und Wachsein geschrieben, und was mir da klar und logisch erschien ... Embarassed Ich werde auf jeden Fall die aufgezeigten Stellen überarbeiten.


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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 01.03.2009 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Krümel,

also, das "ausgekühlt" erwartet man als Leser eigentlich direkt beim Drübergehen. Okay, jetzt steht da bestimmt ausgekühlt oder sowas, aber ich hoffe auf eine Umschreibung, die spannender ist... verdammt, da steht ja wirklich ausgekühlt.  Rolling Eyes
Einen besseren Vorschlag habe ich allerdings nicht. Reifbeschlagen oder sowas wäre ein Ansatz ^^
Ist aber sicher auch Geschmackssache.

lg Dennis
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Die Sonne
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BeitragVerfasst am: 02.03.2009 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Murmel hat Folgendes geschrieben:

Vers 3 (mit dem hatte ich die meisten Schwierigkeiten)
Almosen gleich liegt Licht verstreut
Hier fehlt der Bezug zum Schmuggler. Das Licht liegt sonst nur so da.

und wenn wir uns dorthin setzen
gleicht unsere Haut einem Fenster
smile


Witzig, wie unterschiedlich etwas rüberkommen kann. Diese Stelle hat mir besonders gut gefallen. Es drückt für mich die Sehnsucht nach Licht und Wärme nach einem langen Winter aus (der einen ausgekühlt hat Wink. Und über die Haut scheint es wie durch Fenster in die Seele. So kommt es bei mir zumindest an Wink

Gefällt mir sehr gut. Erst wollte ich es gar nicht lesen, weil Frühlingsthemen nicht zu meinen Lieblingsthemen gehören. Aber ich musste es zuende lesen. Ein schönes Werk!!
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Enfant Terrible
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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 03.03.2009 19:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dein Kommentar freut mich sehr, Sonne. Genauso, wie ich die Fenstermetapher gemeint habe, hast du sie aufgefasst.
Wisst ihr, dieses Gedicht basiert auf einem Traum, einer Frühlings-Vorahnung sozusagen.


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 04.03.2009 10:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habe versucht, das Gedicht euren Anmerkungen folgend umzuschreiben. Nicht alles habe ich übernommen, aber die Unklarheiten und Rechtschreibfehler sind auf jeden Fall beseitigt.

Als Schmuggler
schlich der Frühling
in diese Stadt;
seine Ware verborgen
unter sturmgrauem Umhang.

Er verschmolz mit dem
ausgekühlten Volk,
um mit seinem Wirken
das Wintergesetz zu umtänzeln.

Ein Schmuggler,
ein ganzer Ring
von Wundertätern.  

In dieser Stadt
gleichen alle Häuser,
all die geheimen Umschlagplätze
Kathedralen,
und wenn wir uns
auf ihre Stufen setzen
vereist unsere Haut zu einem Fenster.

Unter unseren Blicken
erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind
und zwischen den Lücken
sehen wir
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BeitragVerfasst am: 04.03.2009 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mochte die Stelle mit den Almosen sehr. Dabei dachte ich an Sonnenlichtpunkte, die man unter Bäumen oft sieht. Besonders nach einem grauen Winter ein wunderschönes Bild.
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BeitragVerfasst am: 04.03.2009 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Da kann ich mich nur anschließen. ich finde zwar die umgeschriebene Version fast genauso gelungen, aber gerade der Vergleich von Almosen mit Licht ist sonst so abwägig, dass es an dieser Stelle irgendwie genial klang. Weil es ja trotzdem Sinn gemacht hat und wenn man drüber nachdachte und dann, wie auch ich, auf solche Lichtpunkte unter Bäumen oder vllt auch zwischen Häusern, ect kommt, verleiht das dem Vers eine viel bildhaftere Wirkung:)

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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 12.03.2009 06:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh. So kann man ein Gedicht verschlimmbessern, wenn man zusehr Wert auf Verständlichkeit und Zusammenhang legt. Ich habe in letzter Zeit immer die Befürchtung, meine Metaphern könnten verworren erscheinen, weil das der Hauptkritikpunkt meiner meisten Gedichte ist. Naja, ich werde versuchen, auf mein Gefühl zu hören.
Danke sehr für eure Rückmeldungen! Ich finde es toll, dass die Metaphern verstanden und nachgefühlt wurden.


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 22.03.2009 08:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Da mir dieses Gedicht am Herzen liegt, habe ich versucht, eine Synthese zu schaffen aus der Verschlimmbesserung und dem Original:

Als Schmuggler
schlich der Frühling
in diese Stadt;
seine Ware verborgen
unter sturmgrauem Umhang.

Er verschmolz mit dem
ausgekühlten Volk,
das Wintergesetz umtänzelnd,
und seltsame Dinge geschahen.

In dieser Stadt
gleichen alle Häuser Kathedralen.
Jemand streut Licht
wie Almosen
auf ihre Stufen.
Setzen wir uns dorthin,
öffnet sich unsere Haut zu Fenstern.

Unter unseren Blicken
erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind
und zwischen den Lücken
sehen wir
den Schmuggler vorbeieilen.


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Ezil
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BeitragVerfasst am: 29.03.2009 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Krümel,

Nun ja..von den 320 Aufrufen waren bestimmt 30 von mir und jetzt muss ich einfach einen Kommentar posten.

Zum Titel ist alles schon gesagt. Gefällt mir auch sehr gut.
Und die 3. Version ist klasse. Hat sich meiner Meinung nach sehr gelohnt sich nochmals damit zu beschäftigen.
Ich finde die 3. Variante wirkt eher wie die erste Rolling Eyes (ähh..wenn du verstehst was ich meine).Sie wirkt, als wäre sie an einem Stück geschrieben. Genau das habe ich an der 1.Version und auch an der 2. vermisst.

Sonst alles bereits gesagt.

LG
Daumen hoch
der Ezil


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Aber Hallo!
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irrlicht
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BeitragVerfasst am: 30.03.2009 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:

Als Schmuggler
schlich der Frühling
in diese Stadt;
seine Ware verborgen
unter sturmgrauem Umhang.


Diese Strophe gefällt mir am besten. Tolle Metapher, und schöne Klang der zwei letzten Worte "sturmgrauem Umhang"


Zitat:
das Wintergesetz umtänzelnd,
und seltsame Dinge geschahen.


Ein "Gesetz umtänzeln" kling von mir aus gesehen etwas zu abstrakt, ist aber nur meine Meinung.
Die seltsamen Dinge erzäugen Spannung.

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:


Jemand streut Licht
wie Almosen
auf ihre Stufen.
Setzen wir uns dorthin,
öffnet sich unsere Haut zu Fenstern.

Ich schließe mich der Allgemeinheit an; finde die Haut, die sich zu Fenstern öffnet  toll. Und den Schmuggler, also "jemand" der Almosen verteilt..kann ich mir gut vorstellen.

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:

Unter unseren Blicken
erkennen die Zäune,
dass sie nur Lücken sind
und zwischen den Lücken
sehen wir
den Schmuggler vorbeieilen.

Personifikation der zäune.. ich verstehe was du damit sagen willst... auf mich wirkt das zu gekünstelt.

grüße

igor


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 30.03.2009 19:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hui, es freut mich sehr, dass man sich so dauerhaft mit dem Gedicht beschäftigt, denn es liegt mir am Herzen.

@ Ezil: Vielen lieben Dank für dein Lob und auch für den sehr aufschlussreichen Vergleich der Versionen, der war, bei den vielen Fassungen, dringend nötig!

@ irrlicht: Dein Avatar lädt mich zum Schniefen ein ... ooh...
Auch dir danke für deine Kritik, das meiste kann ich nachvollziehen. Nur würde ich gerne wissen, weshalb dir die Lücken-Metapher so gekünstelt vorkommt. Die Zäune werden ja nicht einmal wirklich personifiziert, sie werden nur so licht, dass man den Schmuggler ... Egal. Ich warte erstmal deine Erklärung ab.  Wink


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BeitragVerfasst am: 01.04.2009 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Terrorkrümel hat Folgendes geschrieben:

 Die Zäune werden ja nicht einmal wirklich personifiziert, sie werden nur so licht, dass man den Schmuggler ... Egal. Ich warte erstmal deine Erklärung ab.  Wink


Das Bild, das du damit erzeugen willst, verblasst bei mir schnell wieder.
Die Wiederholung von Lücken kann ich nachvollziehen, es wirkt auch gut. Aber erkennen ist ein sehr aussagekräftiges Verb, es schreibt hier den "Zäunen" eine höhst komplizierte -menschliche- Fähigkeit zu. Dabei sind es nicht die Zäune, sondern die Lücken, die -wie ich finde- zentral sind. Ich glaube das ist es.

Grüße

irrlicht.


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Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 02.04.2009 13:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Darüber werde ich auf jeden Fall gründlich nachdenken.
Hättest du vielleicht einen Umschreibe-Vorschlag, der den Zusammenhang klarer zeigt?


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