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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 27.12.2008 11:49    Titel: Und ich holte zum Schlag aus eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Im Gähnen des Küchenfensters
hatte sich über Nacht
etwas verfangen,
als zerrten bleiche Finger
an den Vorhängen.

Kämpferisch schillernd
wanden sich die Fremdlinge,
und noch im Festkrallen
spähten sie
in unsere Katakomben.

Fäden aus Seuche ziehend,
machten sie sich her
über das Glas und das Bild dahinter...

Und ich holte zum Schlag aus.

Lichtstrahlen waren es,
sagst du?
Ein Morgen?

Verzeih,
es lag an meinen Augen,
den lichtentwöhnten.
Mein Fehler.


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um die Dunkelheit zu sehen"
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Michael Lüttke
Cholyriker

Alter: 56
Beiträge: 647
Wohnort: Duisburg


BeitragVerfasst am: 27.12.2008 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

Du entwickelst immer mehr eigene Bilder.
Tolle Entwicklung.

Ich finde das nicht trashig,
sondern eigentlich ganz brauchbare Lyrik.

Immer wenn du meisnt, du hast was "hingeschmißen" und es in "Trash" gepostet, hast du dich eigentlich ein bisschen entblößt.

Und genau da schreibt man die echte authentische Lyrik.


Michael
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WhereIsGoth
Hobbyautor


Beiträge: 490
Wohnort: Club der toten Dichter


BeitragVerfasst am: 27.12.2008 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Dieses Gedicht ist wunderbar. Wirklich originell, soetwas ist Lyrik, die mehr aussagt als einfach ein paar Worte. Das sind lebendige Worte, die weiterklingen, selbst wenn der Atem, des Mundes der sie sprach, verklungen ist. ;] Ich widme mich mal deinem Gedicht:


Im Gähnen des Küchenfensters
hatte sich über Nacht
etwas verfangen,
als zerrten bleiche Finger
an den Vorhängen.

// Anmerkung vorweg: Das Gähnen kommt bei dir häufig. Für meinen Geschmack zu häufig. Überdenke mal die Wortwahl, die wiederholt sich bei dir in regelmäßigen Abständen.

Inhalt: Warum gerade ein Küchenfenster? Vielleicht käme jediglich Fenster besser? ( Das hat mich soeben auf eine eigene Idee gebracht!!! - gute Lyrik bewegt mich selbst zum schreiben, das ist der Beweis )

Zum Inhalt kann man an dieser Stelle recht wenig sagen, es wird nur eine düstere Stimmung erzeugt, ein bisschen schauerig.



Kämpferisch schillernd
wanden sich die Fremdlinge,
und noch im Festkrallen
spähten sie
in unsere Katakomben.

Im zweiten Vers wirkt die ganze Szenerie wie die Schilderung eines Alptraumes oder einer Vision. Aber warum Kämpferisch? Das Wort wirkt unbrauchbar, bringt nichts voran, ich würde es weglassen. Woran krallten sie sich fest? Das wird vielleicht nicht klar, obwohl mir bewusst ist woran sie sich krallen, aber es könnte alles mögliche sein. Dennoch erzeugt diese Strophe immernoch eine düstere Stimmung und es erinnert mich selbst an Augenblicke der Paranoia, da man dachte, man würde von irgendwelchen Gespenstern verfolgt, Schatten oder soetwas... die Überbleibsel eines Traumes oder das Resultat von zuviel nacheinander geschauten Horrorfilmen.



Fäden aus Seuche ziehend,
machten sie sich her
über das Glas und das Bild dahinter...

Und ich holte zum Schlag aus.

Lichtstrahlen waren es,
sagst du?
Ein Morgen?

// Nun, hier eine genaue Interpretation anzubringen ist schwierig. Die Stimmung wird szenenhaft geschildert, aber so ist das bei Lyrik nunmal. Ein Lyriker braucht nicht erzählen, da wäre Prosa das geeignetere Format.
Im grunde wird hier nur geschildert wie sich das LI von den ( boshaften ) Gedanken der vergangenen Nacht befreit, die ihr noch nachhängen.

Verzeih,
es lag an meinen Augen,
den lichtentwöhnten.
Mein Fehler.

// Eine kleine, nette Pointe. Gefällt mir.

mfg

devid


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"Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit nicht."
Ludwig Börne
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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 27.12.2008 17:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch beiden für die Auseinandersetzung mit diesem Textchen.

@ Michael: Schon verwunderlich, dass mir die interessantesten Sachen gelingen, wenn ich fest im Glauben bin, Mist zu schreiben.  Laughing

@ devid: Dass ich das Gähnen oft verwende, ist mir, ehrlich gesagt, nicht aufgefallen, da habe ich schon andere Verdächtige. Wie viele Gedichte von mir hast du denn schon gelesen, und in wievielen kam das "Gähnen" vor, dass es dir gehäuft erscheint? Vielleicht könntest du da Beispiele liefern, wenn's nicht zuviel Arbeit ist?
Die Interpretation ist eigentlich ganz einfach. Das LI hat sich vom Licht entwöhnt, komplett vergessen, wie Licht aussieht - und als die ersten Morgenstrahlen am Küchenfenster "kleben", ist das LI davon überzeugt, es seien feindliche Wesen, die sich da in den Vorhängen festkrallen. Dementsprechend werden sie als Feind, als Ungeziefer behandelt und erschlagen. Ich denke, der symbolische Wert hier bedarf keines weiteren Kommentars meinerseits. Deine Interpretation ist also durchaus zutreffend.


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Michael Lüttke
Cholyriker

Alter: 56
Beiträge: 647
Wohnort: Duisburg


BeitragVerfasst am: 30.12.2008 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das liegt daran, dass du genau in diesem Moment die Zwänge beiseite lässt, die dich hemmen.
Das sind die Zwänge, dir sagen:

Achtung Metrik
Achtung Stil
Achtung Zeilenumbrüche
Achtung Niveau.

Lyrik kommt aus dem Bauch.
Du bist eine gute Autorin.

Lass dich weiter treiben.
Lass dich fallen.
Öffne das, was eigentlich in dir ist: GUTE LYRIK



Michael
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