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RECHERCHE Polizei und Recht: Fragen und Antworten


 
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Nina C
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 32
Beiträge: 369
Wohnort: Nordrhein-Westfalen


BeitragVerfasst am: 23.04.2019 03:52    Titel: Antworten mit Zitat

Das dürfte sehr von den konkreten Umständen abhängen, beispielsweise:

- Bundessstaat
- Akutfall (hat jemand angerufen) oder nicht (längere Ermittlung)
- wird angenommen, dass der Verdächtige bewaffnet ist?
- was für ein Verbrechen (Gewaltverbrechen ja / nein)
- Verdächtiger vorbestraft?
- Hautfarbe
- Tageszeit, personelle Besetzung der Dienststelle
[...]

Als Beispiel:
Sollte der schwarze Lehrer in Louisiana des Waffenhandels in der Schule verdächtigt werden, vorbestraft sein und jemand hat angerufen, dürfte die Reaktion schnell und unangenehm ausfallen.
Sollte der weiße Lehrer in Kalifornien vorher unbescholten sein und in irgendeinem anderen verhör hat irgendjemand gesagt, in dessen Haus könnten sich zehn Gramm Gras befinden, dürfte er erst einmal Besuch mit nettem Gespräch bekommen.

Dem Verdächtigen müssen immer die Rechte verlesen werden, er hat das Recht auf einen Anruf und einen Anwalt, im Zweifelsfall Pflichtverteidiger. Ausnahmen gibt es nur aufgrund der neuen Gesetzgebung zum „Heimatschutz“.
Alles andere aber hängt imho von der konkreten Situation ab, das kannst du also auch etwas individueller gestalten, solange es realistisch ist und du keine groben Schnitzer reinbaust.

Liebe Grüße,

Nina


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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1112
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 23.04.2019 05:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

für alle Fragen zu den USA kann das hier hilfreich sein:

https://usaerklaert.wordpress.com/

Der Blog ist inzwischen eingestellt, aber die Artikel sind extrem hilfreich, weil sie genau auf die Unterschiede zwischen deutscher Wahrnehmung über amerikanische Filmen und TV-Serien einerseits und der Realität andererseits eingehen.

Zum Thema Miranda Rights:

https://usaerklaert.wordpress.com/2013/05/06/warum-festgenommene-in-den-usa-meist-ihre-rechte-vorgelesen-bekommen/

Grüße
Rainer
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 192



BeitragVerfasst am: 19.06.2019 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

zu Beginn dieses Gesamtthreads sind bereits die einzelnen Dienstgrade erklärt. Das hat mir schon sehr weitergeholfen. Was mich aber außerdem interessiert ist die Hierarchie innerhalb einer Kriminalinspektion und wer wie an welche Posten kommt.

Beispiel:

Eine Kriminalinspektion ist in diverse Kriminalkommissariate aufgeteilt, Leiter des Kommissariats, das u.a. Todesermittlungen zuständig ist, ist Erster Kriminalhauptkommissar Fred Mustermann.

Folgende Fragen habe ich dazu:

1. Gibt es auch einen zweiten Kriminalhauptkommissar und was macht der? Ist sein Rang niedriger oder hat er ebenso viel zu melden wie der erste KHK?
2. Wer leitet die Kriminalinspektion? Könnte Fred Mustermann als Erster KHK zu einer solchen Leitungsfunktion befördert werden oder muss dieser ein spezielles Studium zugrunde liegen? Würde eine solche Leitung somit auch von extern besetzt werden? Gibt es zwischen dem Leiter der Inspektion und dem ersten KHK Fred noch weitere Vorgesetzte?
3. Überhaupt: Kann ich mich deutschlandweit für freie Stellen bewerben? Könnte ich - eine entsprechende Ausbildung vorausgesetzt - als in Bitburg lebender Kommissar eine Bewerbung nach Berlin schicken, sollte ich von einer vakanten Stelle Kenntnis und Bock auf Tapetenwechsel haben?


Ich möchte vor allem Konfliktpotential ausloten, wenn z.B. jemand beim Besetzen einer Stelle übergangen wird, obwohl er sich gute Chancen ausgerechnet hat. Es soll aber realistisch sein. Wenn KHK Fred das Ende seiner Laufbahn erreicht hat und aufgrund "mangelnder Qualifizierung" ohnehin nicht weiter aufsteigen könnte, müsste ich mir etwas anderes überlegen. Oder könnte er dies durch Weiterbildungsmaßnahmen erreichen? Ich glaube, mir ist der Unterschied zwischen gehobener Dienst und höherer Dienst noch nicht ganz klar und wie scharf beide voneinander abgegrenzt sind.

Danke und viele Grüße
Silke
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Jadea
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 42
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 07:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich ziehe Frage 3 mal vor smile
Polizei ist Ländersache, d.h. jedes Bundesland ist anders organisiert, Bewerbungen auf Stellen sind nur innerhalb des eigenen Bundeslandes möglich.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann man im Rahmen eines Tausches das BL wechseln, allerdings ist das nicht sehr einfach und dauert oft ewig. Eine gezielte Stelle kann damit m.W.n. gar nicht angestrebt werden.

Ich kenne mich nur mit den Regelungen in NRW aus. Das dürfte in dem Bereich deiner Fragen mit den anderen Bundesländern recht deckungsgleich sein.

Zu Frage 1:
„Erster Kriminalhauptkommissar“ (kurz: EKHK) ist ein Dienstgrad mit Führungsfunktion im gehobenen Dienst, einhergehend mit der Besoldungsstufe A13.

„Zweiter Kriminalhauptkommissar“ gibt es so nicht. Es gibt allerdings viele Kriminalhauptkommissare, da dies lediglich ein Dienstgrad ist.
Man kann unter normalen Gegebenheiten davon ausgehen, dass jeder Polizist irgendwann Hauptkommissar (A11) wird.
Und dann gibt es noch die Hauptkommissare mit Führungsverantwortung (A12), wofür u.a. das Studium zum gehobenen Dienst Voraussetzung ist.

Jeder Kommissariatsleiter hat einen Vertreter. Wenn der Leiter ein EKHK ist, wird der Stellvertreter ein KHK (A12) sein. Diese Konstellation wird in den meisten Kommissariaten für Todesermittlungen vorliegen.
Wenn beide im Dienst sind, hat der EKHK den Hut auf.


Zu Frage 2:
Nein, EKHK Fred kann nicht zum KI-Leiter befördert werden. KI-Leiter sind im höheren Dienst, haben also alle noch ein weiteres, mehrjähriges Studium absolviert.

Somit ist eine externe Stellenbesetzung des KI-Leiters die Regel.
Zwischen KI-Leiter und Kommissariatsleiter gibt es keine weiteren Vorgesetzten.

Im gehobenen Dienst ist bei A13 Schluss. Demnach kann EKHK Fred nicht weiter befördert werden.
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 67
Beiträge: 4611
Wohnort: 50189 Elsdorf
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BeitragVerfasst am: 22.06.2019 09:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ist hier jemand aus Quakenbrück?
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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

Alter: 64
Beiträge: 7596
Wohnort: USA
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BeitragVerfasst am: 23.06.2019 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Jadea hat Folgendes geschrieben:

Zu Frage 2:
Nein, EKHK Fred kann nicht zum KI-Leiter befördert werden. KI-Leiter sind im höheren Dienst, haben also alle noch ein weiteres, mehrjähriges Studium absolviert.

Somit ist eine externe Stellenbesetzung des KI-Leiters die Regel.
Zwischen KI-Leiter und Kommissariatsleiter gibt es keine weiteren Vorgesetzten.

Im gehobenen Dienst ist bei A13 Schluss. Demnach kann EKHK Fred nicht weiter befördert werden.

Das geht doch, zumindest in Bayern, aber nur mit passenden Nachhollehrgängen, für die der Kandidat vorgeschlagen werden muss. Wird aber nur in Ausnahmefällen stattfinden, denn es gibt genügend Anwärter mit passenden Studienvoraussetzungen.

Und ja, Dienstrang/Dienstgrad/Amtsbezeichnung und Dienststellung sind zwei Paar Stiefel.

smile


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Jadea
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 42
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 23.06.2019 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Murmel hat Folgendes geschrieben:

Das geht doch, zumindest in Bayern, aber nur mit passenden Nachhollehrgängen, für die der Kandidat vorgeschlagen werden muss. Wird aber nur in Ausnahmefällen stattfinden, denn es gibt genügend Anwärter mit passenden Studienvoraussetzungen.

Und ja, Dienstrang/Dienstgrad/Amtsbezeichnung und Dienststellung sind zwei Paar Stiefel.

smile

Das hat jetzt gerade dazu geführt, dass es irgendwo in meinem Hinterkopf geklingelt hat.

Ich korrigiere recht überrascht meine Antwort nach dem Blick in die Laufbahnverordnung der Polizei NRW. Da steht nämlich Folgendes:

Zitat:
§ 23
Modulare Qualifizierung für den Laufbahnabschnitt III

(1) Ein Amt der Besoldungsgruppe A 13 der Ämtergruppe des Laufbahnabschnitts III darf Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten, die sich im Amt der Besoldungsgruppe A 13 der Ämtergruppe des Laufbahnabschnitts II befinden und nicht die III. Fachprüfung abgelegt haben, frühestens nach einer Dienstzeit von drei Jahren verliehen werden, wenn sie

1. nach ihrer Eignung, Leistung und Befähigung hierfür in besonderer Weise in Betracht kommen,

2. in einem Auswahlverfahren zu einer modularen Qualifizierung zugelassen worden sind,

3. die Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich absolviert haben und

4. sich anschließend in einer mindestens dreimonatigen Erprobung in den neuen Aufgabenbereichen bewährt haben. Zeiten der Bewährung in den neuen Aufgabenreichen, die nach Zulassung, aber vor Abschluss der modularen Qualifizierung abgeleistet wurden, können auf die Erprobungszeit angerechnet werden.

Beurlaubungszeiten ohne Dienstbezüge, Freistellungszeiten innerhalb einer Teilzeitbeschäftigung und Krankheitszeiten von mehr als drei Monaten gelten nicht als Erprobungszeit. Für die Berechnung der Erprobungszeit bei einer Teilzeitbeschäftigung gilt § 5 Absatz 6 entsprechend.

(2) Eine Beförderung ist bis zur Besoldungsgruppe A 14 möglich.

(3) Die Qualifizierungsmaßnahmen müssen geeignet sein, in Verbindung mit der bisherigen Ausbildung, den sonstigen Qualifizierungen und den bisherigen beruflichen Tätigkeiten zu einer erfolgreichen Wahrnehmung der Aufgaben des höheren Amtes zu befähigen. Das für Inneres zuständige Ministerium oder die von ihm bestimmte Stelle entscheidet über die Anforderungen an die Qualifizierungsinhalte und die Feststellung des Erfolgs sowie über Ausnahmen von der Teilnahme an einzelnen Modulen, sofern an gleichwertigen Fortbildungen bereits vor der Zulassung zur modularen Qualifizierung teilgenommen wurde oder der Inhalt der dort vermittelten Module bereits im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit erlernt wurde.

(4) Das für Inneres zuständige Ministerium oder die von ihm bestimmte Stelle entscheidet, ob sie die Möglichkeit einer modularen Qualifizierung anbietet und führt auf der Grundlage aktueller dienstlicher Beurteilungen ein Auswahlverfahren zur Auswahl der am besten geeigneten Polizeivollzugsbeamtinnen oder Polizeivollzugsbeamten durch. Das Auswahlverfahren dient der Feststellung, inwieweit und in welcher Rangfolge die Beamtinnen und Beamten für den Erwerb der Beförderungsvoraussetzungen auf Grundlage einer modularen Qualifizierung geeignet sind. In dem Auswahlverfahren wird, gemessen an dem Anforderungsprofil, das mit der Wahrnehmung eines Amtes des Laufbahnabschnitts III verbunden ist, die Eignung und Befähigung der Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten überprüft.

(5) Diese Regelung tritt nach Ablauf von fünf Jahren nach Inkrafttreten dieser Verordnung außer Kraft.


Wenn man das für einen Roman nutzen möchte, müsste man schauen, wie das in dem Bundesland geregelt ist.
In NRW dürfte das eher selten praktiziert werden.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 192



BeitragVerfasst am: 25.06.2019 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jadea, hallo Murmel,

vielen Dank für eure Antworten. Ich merke schon, das ist gar nicht so einfach. Allerdings habe ich ehrlich Hemmungen, einfach mal bei der Polizei selbst nachzufragen. Ich fürchte allerdings, drum herum komme ich irgendwie nicht, wenn ich der Geschichte ein möglichst realistisches Gerüst geben möchte. Aber die werden sich doch was grinsen, wenn ich ankomme und den Grund für meine Kontaktaufnahme damit einleite, dass es um einen Krimi geht.

Polizei: Sich kaputt lachen

Ich so: cry

Aber da fallen mir noch zwei Fragen ein:

Es gibt doch auch die Möglichkeit, sich für eine Aufgabe beim LKA zu bewerben. Das ist doch auch nochmal reizvoller, auch von der Besoldung her, oder?

Was die tatsächlichen Aufgaben des EKHK betrifft: Ich nehme mal an, dass er/sie viel Schreibkram hat, Ermittlungen organisieren muss, Berichte verfassen muss etc. Aber stattet er Zeugen zwecks Befragung auch einen Besuch ab? Oder werden die ausschließlich einbestellt? Kann er bei vermuteter Gefahr für Leib und Leben auch anordnen, dass eine Wohnung aufgebrochen wird, ohne entsprechenden Beschluss?


Falls ich zu viel löchere, sagt mir das bitte. Embarassed

Sonnige Grüße
Silke
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Jadea
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 42
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 25.06.2019 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Allerdings habe ich ehrlich Hemmungen, einfach mal bei der Polizei selbst nachzufragen.

Glaub mir, es rufen Leute wegen wesentlich unwichtigeren Dingen bei der Polizei an. Ich würde Mo-Fr zwischen 9 und 15 Uhr über die Rufnummer der Zentrale gehen und darum bitten, dich mit jemandem zu verbinden, der dir aus Recherchegründen etwas über die Organisation der Polizei sagen kann.
Und dann einfach sagen, worum es sich geht.
Letztendlich ist die Polizei ja immer dankbar über eine möglichst realistische Darstellung des Berufs.

Zitat:
Es gibt doch auch die Möglichkeit, sich für eine Aufgabe beim LKA zu bewerben.

Ja, das LKA schreibt Stellen aus, auf die man sich bewerben kann, wenn man die Voraussetzungen erfüllt.

Zitat:
Das ist doch auch nochmal reizvoller, auch von der Besoldung her, oder?

Reizvoll - je nach Aufgabe sicherlich! Von der Besoldung her? Nein. Ob ich als KHK in einer kleinen Landratsbehörde Dienst versehe oder beim LKA - die Besoldung bleibt gleich.
Manchmal stehen die Chancen auf eine Beförderung besser, aber das ist ein 'Kann', kein 'Muss'.


Zitat:
Aber stattet er Zeugen zwecks Befragung auch einen Besuch ab? Oder werden die ausschließlich einbestellt?

Der Dienststellenleiter selbst wird in der Regel gar nicht selbst vernehmen, weil er mit der Organisation seiner Dienststelle zu tun hat Wink
Aber gut, das kann man ja im Roman etwas freier angehen. Realistischer wäre, wenn der Dienststellenleiter nicht derjenige ist, der auch die Mordkommission leitet oder generell draußen ermittelt.

Zeugensuche und Personenbefragung (also um herauszufinden, wer überhaupt hilfreich sein könnte) findet u.a. draußen statt.
Zeugenvernehmungen in der Regel auf der Dienststelle, weil alles Wort für Wort mitgeschrieben werden und vom Zeugen unterschrieben werden muss.
In Ausnahmefällen (Zeuge liegt im Krankenhaus, sitzt im Gefängnis o.ä.) kann man mit Laptop und Drucker zum Zeugen fahren. Ist aber nicht die Regel.

Zitat:
Kann er bei vermuteter Gefahr für Leib und Leben auch anordnen, dass eine Wohnung aufgebrochen wird, ohne entsprechenden Beschluss?

Ja. Wenn man z.B. davon ausgehen muss, dass sich in der Wohnung eine schwerverletzte Person befindet, kann die Tür ohne Beschluss geöffnet werden.
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 192



BeitragVerfasst am: 27.06.2019 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Jadea hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
Aber stattet er Zeugen zwecks Befragung auch einen Besuch ab? Oder werden die ausschließlich einbestellt?

Der Dienststellenleiter selbst wird in der Regel gar nicht selbst vernehmen, weil er mit der Organisation seiner Dienststelle zu tun hat Wink
Aber gut, das kann man ja im Roman etwas freier angehen. Realistischer wäre, wenn der Dienststellenleiter nicht derjenige ist, der auch die Mordkommission leitet oder generell draußen ermittelt.


Hallo,

ich glaube, hier ist etwas durcheinandergegangen oder ich habe etwas verwechselt. Ich dachte, der Dienststellenleiter ist der KI-Leiter, der den Hut für die gesamte Kriminalinspektion aufhat, die wiederum in die einzelnen Fachkommissariate aufgeteilt sind. Unser fiktiver EKHK Fred wiederum ist der Leiter des Fachkommissariats für Mordermittlungen, steht also unter dem Dienststellenleiter, würde aber auch aktiv ermitteln, oder?
Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Kanns ja auf die Hitze schieben.
 hmm

VG
Silke
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Jadea
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

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BeitragVerfasst am: 27.06.2019 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

silke-k-weiler hat Folgendes geschrieben:
Ich dachte, der Dienststellenleiter ist der KI-Leiter, der den Hut für die gesamte Kriminalinspektion aufhat, die wiederum in die einzelnen Fachkommissariate aufgeteilt sind. Unser fiktiver EKHK Fred wiederum ist der Leiter des Fachkommissariats für Mordermittlungen, steht also unter dem Dienststellenleiter, würde aber auch aktiv ermitteln, oder?
Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Kanns ja auf die Hitze schieben.


Brauchst du nicht auf die Hitze zu schieben. Das ist halt auch etwas kompliziert.

Die Direktion Kriminalität ist in verschiedene Inspektionen unterteilt, zu denen jeweils verschiedene Kommissariate (Dienststellen) gehören.

Also etwa so:

Direktion Kriminalität

KI 1         KI 2

KK11       KK21
KK12       KK22
KK13...    KK23...

Es gibt einen Leiter der Direktion Kriminalität, dem die KI-Leiter unterstehen, die wiederum die KK-Leiter (Dienststellenleiter) unter sich haben.

Direktionsleiter und KI-Leiter sind im höheren Dienst, die KK-Leiter und deren Vertreter im gehobenen Dienst.

Ist das so verständlicher?

Edit: Wenn dein EKHK Fred z.B. Leiter des KK11 ist, wird er in der Regel nicht selbst ermitteln, sondern sein Kommissariat leiten.
Meistens (wie gesagt, ich kann nur von NRW sprechen), sind die KK-Leiter dann auch nicht aktiv in eine Mordkommission eingebunden, sondern werden von ihren Jungs und Mädels "lediglich" auf dem Laufenden gehalten. Schon alleine deshalb, weil oftmals mehrere MKs parallel laufen. Die MK werden von MK-Leitern geführt, die ansonsten ganz normal dem Tagesgeschehen nachgehen (normale Todesermittlungen etc.).
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 192



BeitragVerfasst am: 27.06.2019 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Vielen Dank für Deine Mühe! Der Groschen ist gefallen. Muss ich meine Protas beruflich noch ein wenig umsortieren!

Danke und viele Grüße
Silke
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Jadea
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

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BeitragVerfasst am: 27.06.2019 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Gerne und prima! smile
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Murmel
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BeitragVerfasst am: 30.06.2019 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Jadea hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Allerdings habe ich ehrlich Hemmungen, einfach mal bei der Polizei selbst nachzufragen.

Glaub mir, es rufen Leute wegen wesentlich unwichtigeren Dingen bei der Polizei an. Ich würde Mo-Fr zwischen 9 und 15 Uhr über die Rufnummer der Zentrale gehen und darum bitten, dich mit jemandem zu verbinden, der dir aus Recherchegründen etwas über die Organisation der Polizei sagen kann.
Und dann einfach sagen, worum es sich geht.
Letztendlich ist die Polizei ja immer dankbar über eine möglichst realistische Darstellung des Berufs.

Es geht noch einfacher, alle Polizeien der Länder haben Webseiten, in denen man stöbern kann. Sie haben auch eine Kontaktadresse, die für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

So nun hier, wie Bayern organisiert ist (und auch anderswo)

Polizeidirektion Oberfranken
darunter Polizeiinspektion Coburg
Darunter die Schutzpolizei und die Kriminalpolizei (organisatorisch gehören die zwei zusammen)
Leiter der Kriminalinspektion Coburg und Leiter der Schutzpolizei Coburg
Unter dem Leiter Kriminalinspektion Coburg die Leiter der Kommissariate, Gewaltverbrechen, Einbruch, Cyberkriminalität usw.

Bei kleineren Inspektionen, sind das Kommissariate, bei großen Dezernate. Dezernate haben mehrere Gruppen für einen Fachbereich. Eine Mordkommission wird übrigens nicht bei einem Mord gegründet, dieses Team wird erst bei einem Verdacht auf eine Serie oder Massenmord erstellt.

Das LKA ist übrigens getrennt vom Polizeiapparat, sie stellen Ressourcen zur Verfügung und ermitteln auf Landesebene, immer in Zusammenarbeit mit den lokalen Polizeidienststellen.

Die Arbeit auf dem Feld leisten die jungen Gruppenleiter und ihre Mitarbeiter, die höheren Chargen sind für die Administration und den Überblick. Wie in einer Firma halt auch.
Die Schutzpolizei schützt im übrigen nicht nur die Bürger sondern auch die Kripo. Wird es eng, ruft die Kripo die Schutzpolizei oder gar ein SWAT. Aber zu real brauchst du nicht werden, denn die meisten Leser halten den Tatort für authentisch.


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nothingisreal
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BeitragVerfasst am: 07.08.2019 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Welche Werkzeuge haben Polizisten einsatzbereit, die jedoch nicht an ihrem Gürtel befestigt sind, also im Auto etc.? Zum Beispiel batteriebetriebene Sägen?

Auf den Webseiten, auf denen man Polizeiausrüstung kaufen kann, finde ich nichts in diese Richtung.


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Jadea
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BeitragVerfasst am: 08.08.2019 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

nothingisreal hat Folgendes geschrieben:
Zum Beispiel batteriebetriebene Sägen?
Shocked lol
In der Regel Klappspaten und Besen.
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nothingisreal
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Beiträge: 4396
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 08.08.2019 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jadea hat Folgendes geschrieben:
nothingisreal hat Folgendes geschrieben:
Zum Beispiel batteriebetriebene Sägen?
Shocked lol
In der Regel Klappspaten und Besen.


Also nein.

Irgendwas in diese Richtung? Buch

Ich schick dir mal eine PN.


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Dr. Fusselpulli
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BeitragVerfasst am: 12.08.2019 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizei batteriebetriebe Sägen mit sich rum schleppt. Ich glaube Absperrband, Verkehrspylonen, ein erste Hilfe Rucksack, Feuerlöscher, ein viel zu kurzer Besen den man nur gebückt bedienen kann, ein Maßband, vermutlich eine Wolldecke und vielleicht auch der Klappsparten.
Aber für technische Hilfeleisungen ist in der Regel die Feuerwehr zuständig. Für batteriebetriebene Sägen hat die Polizei eher selten Verwendung.
Selbst bei der Feuerwehr sind Säbel- und Stichsägen kein übliches Werkzeug und primär in Fahrzeugen speziell zur technischen Hilfe zu finden.
Ausnahmen bilden Ketten- und Rettungssägen, die häufiger aufzufinden sind.
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Eris Ado
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Beiträge: 168



BeitragVerfasst am: 12.08.2019 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Brecheisen ist im Polizeiauto dabei:
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Westerkappeln/2016/08/2512598-Streifenwagen-sind-fuer-viele-Szenarien-ausgestattet-Mit-Zollstock-und-EC-Kartenleser
Zitat:
Auch für diverse Hilfeleistungen vor Ort sind die Beamten ausgestattet. Mit einem Brecheisen etwa können eingeklemmte Personen gerettet werden. Ein kleiner Feuerlöscher an Bord „reicht aus, um kleine Brände zu löschen. So ein Modell sollte übrigens jeder im Auto haben“, sagt Michael Börger. Auch Löschdecke und Beatmungsmaske sind an Bord. Ebenso ein Auszieh-Besen für die grobe Reinigung eines Unfallortes.


Von Sägen steht da nichts. Da muss dann wohl die Feuerwehr ran.
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nothingisreal
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Beiträge: 4396
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 12.08.2019 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab das Problem schon mit Jadea gelöst. Trotzdem vielen Dank ihr Lieben.

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Murnockerl
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BeitragVerfasst am: 22.08.2019 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe eine Frage zur Befehlskette in der britischen Polizei, bei der ich nicht so recht weiterkomme. Konkret: Wenn ein Anschlag in einer englischen Stadt von Sicherheitskräften vor Ort beobachtet wird, welcher Stelle würden diese ihn melden bzw wer wäre in erster Instanz zuständig, das weitere Vorgehen zu entscheiden und zu koordinieren?
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JanaC
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Beiträge: 35
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BeitragVerfasst am: 07.11.2019 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bitte auch nochmal um Hilfe. Meine Prota hat sich von Bonn nach Bremen versetzen lassen, sie ist eine Kommissarin. Bekommt man eigentlich erst am ersten Arbeitstag den Dienstausweis und die Dienstwaffe, oder schon vorher. Muss man sich überhaupt vorstellen, wenn man sich versetzen lässt? Es ist ja auch ein anderes Bundesland. Geht das eigentlich so einfach?

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