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Pencake
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Beiträge: 2491
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BeitragVerfasst am: 29.11.2008 12:34    Titel: Ballade von der dunklen Erde eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sie stehen da, in Tränen aufgelöst,
in den Händen reinweiße Taschentücher,
ein Seufzer, der sich in die Kälte stößt,   
der Pfarrer liest laut aus dem Buch der Bücher.

Vom Licht, das drüben wärmend warten mag,
vom Schatten, den die Welt auf Menschen legt,
von künftiger Verbindung jeden Tag,
von reiner Liebe, die sich ewig regt.      

Vorbei, der Zwischenteil Orgelmusik,
ein Vater tritt vor mit zitternden Worten,
den Kopf hält er tief, gesenktes Genick,
dann spricht er ganz leise von fernen Orten.

Von einer Insel, wo die Sonne scheint,
von einem Haus, das der Wind durchtastet,
von einem Berg, den er zu sehen meint,     
von dem Meer, dessen Fluss niemals rastet.

Des Toten Frau hält sich mit schierer Kraft
an einem Arm fest, sie atmet in Stößen,
die Hand vor dem Mund, fast wär es geschafft,   
als doch ihre Schreie ihr Fühlen entblößen.

Von Zeiten wie diesen, grausam, sonst nichts,
von Feigheit und einem zu schwachen Mann,     
vom ewigen Mord an Strahlen des Lichts,
vom lieben Gott, den es nicht geben kann.

Nun tritt ans Pult mit Gitarre ein Freund,
spielt von Freiheit, dem Leben und Atemnot,   
sagt: gern hätt er sich was Andres erträumt.
Und das denke ich auch, denn ich bin doch tot.


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Rike
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 40
Beiträge: 260



BeitragVerfasst am: 30.11.2008 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Boah, und das am frühen Morgen!

Wahnsinn, tolles Werk und der Vortrag gefällt mir besonders.
Dein Vortrag ist kräftig und ernsthaft und monoton. Absolut dem Werk entsprechend. Deine Stimme trägt einen sicher und eindrucksvoll durch das Geschehen.
Ich sehe jedes Bild und spüre jede Stimmung. Ich bin anwesend. Als Trauergast in den Reihen sitzend aber auch in jeder Person.
Und die Frage, wie sehr ist man denn selbst noch am Leben, ist die  zwingende Frage, die in solchen Situationen bleibt.
Die Konfrontation mit dem Tod und seiner Willkür, hat doch meistens die Bestandsaufnahme des eigenen Lebens zur Folge.


Tolle Umsetzung
 Very Happy Rike


_________________
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos die Unvergänglichkeit (R. M. Rilke)
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
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BeitragVerfasst am: 01.12.2008 09:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Rike.

Danke für deinen Kommentar.

Deine Interpretation oder deine "zwingende Frage"
finde ich interessant - ich verstehe dich so, dass sich die
von dir ins Spiel gebrachte "Bestandsaufnahme" auf einen
noch lebenden Trauergast bezieht.

Meine Intention bezog sich auf die Perspektive desjenigen,
der tatsächlich gestorben ist. Das LI ist derjenige, der tot
ist, entsprechend sein Fazit.

Dein Gedanke eröffnet eine neue Sicht - spannend.

Herzlich - Niko
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Tiefgang
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1218
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 01.12.2008 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Servas Niko Smile

Hebung - Senkung - Hebung - Senkung,
    A                              B
erst bei der Hälfte ist mir aufgefallen,
dass dies Werk gereimt wurde -
ein Qualitätszeichen (spricht für eine
ungezwungene Reimform bzw. dessen
Umsetzung).

Gerne gelesen, v.a. auch gehört -
ich fühle mich dem Text verbunden,
bzw. verbinde selbst viel mit diesem;
verständlich oder nicht; mich hast
du jedenfalls eingefangen.

Bis in die Tage,

Gerold

(Ps.: Am 10.12. ist im Golden Pudel
Texperiment Poetry Slam; Manuel
möcht mitmachen. Ist einen Tag vor
unserer Lesung. Hast Zeit?)


_________________
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- schreiben & bleiben -
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Rike
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 40
Beiträge: 260



BeitragVerfasst am: 01.12.2008 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Niko,

ok, jetzt hab ich das Ganze nochmal mit deinen Augen gelesen und gemerkt, das ich den Schluss ganz anders verstanden habe, als du ihn gemeint hast.

Deine Version gefällt mir eigentlich besser, es hat schwarzen Humor und lockert das Ganze auf.

Danke für die Aufklärung

Rike


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jim-knopf
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Goldene Feder Lyrik


BeitragVerfasst am: 01.12.2008 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

hey Pencake

ich bin ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten.
Klar, die Reime sind zu Teil sehr gut,
dass ist schön gemacht usw
und definitiv auch mit einem Haufen arbeit verbunden.

Aber auch du schaffst es in meinen Augen nicht,
dass, was du in einer reimlosen Form kannst,
auch in der gereimten Form aufs Papier zu bringen.
(Ob das nun überhaupt möglich ist, ist eine andere Frage)

Ich glaube, um einem gereimten Werk die selbe Tiefe zu geben,
die man einem Text in freien Versen geben kann,
dass ist unheimlich schwer.

Und das können nur die allerwenigsten.
Aber wenigstens hast dus versucht.
Ich trau mich an sowas schon mal gar nicht ran.

In diesem Sinne
Nichts für Ungut
Roman

 Very Happy


_________________
Ich habe heute leider keine Signatur für dich.
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 01.12.2008 19:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nabend Roman.

Erst mal Dank für deinen Kommentar.

Zitat:
Aber auch du schaffst es in meinen Augen nicht,
dass, was du in einer reimlosen Form kannst,
auch in der gereimten Form aufs Papier zu bringen.
(Ob das nun überhaupt möglich ist, ist eine andere Frage)

Ich glaube, um einem gereimten Werk die selbe Tiefe zu geben,
die man einem Text in freien Versen geben kann,
dass ist unheimlich schwer.


Das lässt mich schwer ratlos zurück.
Ich schaff es nicht, das, was ich in reimloser Form kann, auch in gereimter Form zu Papier zu bringen. Soweit so gut, an dieser Stelle freute ich mich ehrlich auf die Fortsetzung. Also deinen Hinweis, WAS genau ich nicht auf Papier bringen kann. Denn deshalb bin ich hier, für solche Hinweise, die mich auf eine Fährte bringen, die Dinge intensiver zu gestalten.

Doch deine nun folgende Feststellung beschränkt sich leider auf einen Gemeinplatz.
Das ist wirklich nicht böse gemeint, aber ich kann mit deinem Glauben, dass es beim Reimen schwieriger ist, eine Tiefe zu verleihen, als in freien Versen, für meinen Text ganz und gar nichts anfangen. Das ist ungefähr so, als sagte jemand zu dem Werk eines Malers "ich denke, es ist schwieriger, mit der Schraffur einen Ausdruck zu erreichen, als ohne Schraffur". Ja und?
Anders gesagt, bei der "Tiefe" wird es doch erst richtig lustig. Was genau fehlt dir an "Tiefe", sind die Bilder zu blass, ist die Geschichte zu umständlich, fehlt es an Atmosphäre, der grundlegende Gedanke zu platt etc.

Nochmal: ich argumentiere nicht gegen deine Einschätzung. Ich möchte gern Genaueres wissen, um meinen Blick fürs eigene Werk zu erweitern.

Herzlich, Niko
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
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BeitragVerfasst am: 01.12.2008 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Achso, wie unhöflich.

Gerold und Rike, auch euch Dank für euere (weiteren) Kommentare.

Am 10.12. kann ich leider nicht, da bin ich schon einem Tisch mit acht Stangen versprochen.

Herzlich, Niko
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