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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 23.11.2008 17:40    Titel: Realität beißt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Realität beißt




Ich blicke zu dir auf,
du nimmst meine Hand
und führst mich am Fluss entlang.

Am gegenüberliegenden Ufer
spielt ein Junge seinem Vater den Ball zu.
Du hältst mir die Hand vors Gesicht.
So wie immer schon,
wenn Gegenwind blies.

Ich möchte der kleine Junge sein -
unbekümmert und das Lachen sorgenfrei.
Du erklärst mir die Welt
und dass in dieser nicht immer alles rund läuft.
Dann nimmst du die Hand vom Gesicht
und ich sehe,
du hast Recht:
dem Mann rutscht der Ball aus den Armen
und er fällt zu Boden.
Er ist alt
und Großvater.

Der Wind wird rauer.
Irgendwann begreife ich,
dass Schutz und Geborgenheit innen entstehen
und erkenne,
dass nicht nur mein Fleisch, sondern noch mehr
aus dir besteht.

Das Wasser rauscht.
Deine Sicherheit weckt meine Neugierde.
Ich lasse deine Hand los
und beginne zu laufen,
blicke links, rechts,
staune und fasse -
soviel liegt am Ufer.
Ich erlebe und lebe.

Es läuft sich gut
und immer besser.
Ich werde schneller,
spurte und
schließlich sprinte ich
und übersehe dabei,
wie das Ufer plötzlich leer und farblos wird:
kein Junge, kein Vater, kein Ballspiel -
und auch du
bist meinem Sichtfeld entwichen.

Vortastend, ausufernd -
ringsum nur Schwarz.
Nichts zu hören,
außer sirenenartige Laute.
Und nichts zu sehen,
außer ein Flusskrebs,
der aus den Wellen steigt.

Ich hebe ihn an
und gleite mit meinen Fingern
durch seine Scheren.

Dann schnappt er zu:
Ein qualvoller Schmerz
dringt vom Kopf
in meine Bauchgegend vor -
beißend, viel zu intensiv
und desillusionierend.

Langsam wische ich
mir die gelbliche Kruste
aus den Augenrändern.
Der Kontrast wird schärfer,
immer greller und presst sich
schmerzlich durch die morgendliche Trübung –
bis ich klar sehe,
was sich schon wieder
hinter meinen Augen abspielte:
der Finger ist heil,
das Nagelbett glänzend
und keine Kauspuren mehr darin.
Der Flusskrebs war nicht rot,
sondern der Magenkrebs blutig ...


Kein Wunder,
dass ich ein Träumer bin.


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BeitragVerfasst am: 25.11.2008 01:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tiefgang,

puh, da weiß ich fast nicht, was ich sagen soll. Ganz schön berührend dein Text!

Irgendwie habe ihr zuerst gar nicht mit so einem Ende gerechnet.

Aber es gefällt mir sehr - so gut einem ein solches Thema eben gefallen kann.

Nur eine Anmerkung:

Zitat:
Und nichts zu sehen,
außer ein Flusskrebs,
der aus den Wellen steigt.


außer einem Flusskrebs oder nur ein Flusskrebs

würde mir besser gefallen. Außer + ein in Kombination klingt nicht gut.

Du kannst toll lesen - ich bin mir noch nicht sicher, ob mir die Musik zu diesem Gedicht 100% gefällt, das höre ich mir morgen nochmals an.

Auf jeden Fall gut gemacht Daumen hoch

Liebe Grüße, Pütchen


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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 25.11.2008 09:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Puetchen,

es freut mich, dass der Text bei Dir ankommt. Sehr sogar.
Und das ist nicht selbstverständlich, dass er ankommt. Denn er ist nahezu 100% autobiographisch.

Danke für Deine Anmerkung. Ich habe diese sofort umgesetzt.
Das Lied steht für mich. Es war überhaupt erst der Auslöser, der mich dazu inspiriert hatte. Wenn man auf den Text hört, merkt man auch, dass dieser stimmig ist.

Das mit dem Lesen ist so eine Sache. Ich selbst finde natürlich, dass es zahlreiche Stellen gibt, die man viel besser - nicht so schleppend - lesen hätte können. Aber, es war mal ein Versuch.

Lieben Gruß,
Gerold


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Marten
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BeitragVerfasst am: 25.11.2008 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tiefgang,


auch ohne die persönliche Zeile am Schluss glaube ich sprichst du für viele, die wohlbehütet aufgewachsen sind und dann ins freie Leben entlassen wurden.

Ein wenig fehlt mir der Traurige blick der behütenden Person wenn das Kind anfängt fortzulaufen, sie/er weiß dass sie/er es gehen lassen muss um eigene andere Erfahrungen zu machen, aber es tut trotzdem weh.

Da du schreibst es ist Autobiographisch, soll es aber kein Vorschlag zur Veränderung sein und ich hoffe, dass dir deine schönen Momente immer erhalten bleiben.




LG Marten

EDIT:Sorry, ich habe schon wieder völlig vergessen zu erwähnen, dass mir der Text sehr gut gefällt. Daumen hoch


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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 25.11.2008 10:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Marten,

auch dir Danke fürs Lesen bzw. Hören des elendslangen Textes (sowas schreckt ja gern mal ab Smile ).

Man muss den autobiographischen Bezug nicht überstrapazieren. Es bleibt ein Text. Wie viel davon wirklich wahr ist, weiß eh nur ich. Aber dennoch: ich kann deinen Vorschlag nachvollziehen, allerdings wird die gesamte Geschichte aus den Augen des am Bach laufenden Jungen - es könnte auch ein Mädchen sein - erzählt. Dann auch noch auf die Gefühle der Mutter einzugehen, das würde den Text ev. zu lange werden lassen - denn wenn, dann nur vernünftig und tief drauf eingehen. Und was kann der Protagonist besser erzählen, als die Blicke durch seine Augen?

Marten, was gibts heute zu Mittag? lol

Lieben Gruß auch Dir,

Gerold


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Pencake
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BeitragVerfasst am: 25.11.2008 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Gerold.

Mir gefällt dein Text. Das Bild des am Bach langlaufenden Jungen vor allem,
sowie der Bruch am Ende.

Mir gefällt das mit dem Song darunter nicht. Du sagst, der Text des Songs passt - sorry, kaum möglich, diesen im Zweiklang zu verfolgen. Aber viel entscheidender: er verwässert deinen gelesenen Text. Da wabert ein Brei, der mich von dir ablenkt - und du solltest für mich doch die Hauptsache sein.

Bei deinem Lesen selbst bin ich hin- und hergerissen. Du schleichst dich in den Text wie eine dieser Samtpfoten, dass ich nur sagen kann: wow! Geil, das könnte auf eine Meditationskassette allererster Klasse, ich wäre hin und weg.
Dann allerdings kommen Stellen, wo der Lauf des Jungen am Bach Geschwindigkeit aufnehmen könnte, wo der Wechsel gefragt ist. Hier kannst du verbessern, wie ich meine. Deine Stimme, deine Betonung, dein Lesen hat alles drauf - vertrau den jungen Hunden.

Fazit: gerne gelesen allemal, gerne gehört mit Einschränkung.

Herzlich, Niko
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Marten
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BeitragVerfasst am: 25.11.2008 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry Gerold,

hatte ihn nicht gehört nur gelesen, habe dies aber nachgeholt.
Am Anfang passt es schon, dieses dahinplätschern  in Sprache und Musik, muss Pancake aber zustimmen, gegen Ende kann es eine Steigerung in Emotion und enttäuschter Erkenntnis erfahren, natürlich bei beidem (Sprache und Musik). Ich hatte beim lesen wesentlich mehr Bezug zum Text. Der melancholisch klingende Gesang könnte sich als Nachhall evtl. gut machen, aber nicht während des Vortrags. Wie immer, meine Meinung.

Ja du hast recht es müsste aus den Augen des LI beschrieben sein und hätte wohl nicht die nötige Kraft. Aber ich finde es nicht zu lang. Mit der oben beschriebenen Dynamik ist sogar noch mehr drin.

P.S. Kasselerkotelett, nicht mein Favorit.


LG Marten


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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 25.11.2008 12:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Niko unter meinem Text. Der Manuel schreit heute noch nach dir lol

Zur Aufnahme:
ich denke, bezüglich der Musik lässt sich nicht streiten. Mir gefällts. Anderen nicht. Ich mag diese Kombination aus Lied und Gesprochenem (nein, nein - nicht Gebrochenem).
Zum Lesen selbst:
da schreibst du genau, was mich selbst "stört", bzw. was ich stark verbesserungsfähig halte. Es ist keine, naja, zu wenig Dynamik im Text bzw. in der Leseumsetzung. Diese könnte aber sehr wohl reinkommen. Daran muss ich feilen. Aber Niko, ich mag Hunde nicht sonderlich. Auch junge nicht lol

Mich freuts aber sehr, dass dir der Text ansich zusagt. Dieser ist ja auch der Kern, das Gerüst.

@Marten: Kasseler ist oft etwas trocken. Mein Tipp: viel Sauce dazu. Genial, nicht? Hehe


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BeitragVerfasst am: 25.11.2008 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen smile

Zitat:
Denn er ist nahezu 100% autobiographisch.


Das spürt man zwischen den Zeilen, deshalb geht es wohl auch besonders unter die Haut. Toll gemacht smile

Liebe Grüße und guten Appetit allerseits wink

Pütchen


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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 01.12.2008 17:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Puetchen hat Folgendes geschrieben:

Das spürt man zwischen den Zeilen, deshalb geht es wohl auch besonders unter die Haut. Toll gemacht smile


Ich finde so etwas ein wenig "gefährlich", weil man einen Ausschnitt
von einem selbst preisgibt, der - aufgrund seiner Reduziertheit - häufig
falsch interpretiert wird. Ähnlich einem wissenschaftlichen Modell.

Wenn es also "rüber- und ankommt" ist es für mich gelungen -
danke!

Gerold


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BeitragVerfasst am: 02.12.2008 00:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hammertext. Näheres kommt noch.

Schönen Abend
andi (bin nu auch hier Smile


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BeitragVerfasst am: 03.12.2008 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Nu hab ich´s auch gehört: Der Anfang gefällt mir ausgesprochen gut, stimmig und rund. Du lässt sanfte Bilder entstehen und füllst sie mit Leben,
der Bach wird sicht- und hör- und spürbar. Auch die Musik passt ganz prima, als Untermalung. Allerdings empfinde ich auch eine zu starke Ablenkung, mit Einsetzen des Gesang´s. Und ich habe den Eindruck, dass du dein Lesen irgendwann eher der Musik anpasst, als deinem Text. Und der steht ja wohl ganz klar im Mittelpunkt, mit all seinen Höhen und Tiefen und Wendungen und Brüchen. Das sollte im Lesen mehr herauskommen. Wenn ich es für mich lese, klappt es ganz hervorragend, eben weil es ein verdammt guter Text ist.

andi


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Michael Lüttke
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BeitragVerfasst am: 22.04.2010 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Na wie Du siehst, habe ich mich heute auch durch "Tiefgang-Texte" gearbeitet und fand ( unter einigen anderen ) diesen hier sehr bemerkenswert.
Im gegensatz zu vielen Deiner anderen Texte, entblöst Du hier ein wenig Deine Seele und das macht Deine Lyrik sofort greifbar und damit sehr gut.
Ich denke, dass solch ein Text auch für die neueren Autoren hier durchaus ein gutes Beispiel für moderne Lyrik ist.

Aus diesem Grund stelle ich ihn auch wieder in die aktuelle Diskussion.


Michael


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phönixe
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BeitragVerfasst am: 22.04.2010 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tiefgang,
ich würde hier bestimmt nicht die Messlatte für Lyrik anlegen,
schon gar nicht als Richtschnur für neue Autoren,
gelesen und konnte nichts damit anfangen,
außer mit dem Schluss, wo sich mir dann die Frage aufdrängt, wieso war hier keine emotionale Wut vertreten,

lg phönixe
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Tausendschön
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BeitragVerfasst am: 23.04.2010 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich dagegen kann viel mit diesem Text anfangen und möchte ihn als sehr gelungen einstufen. Gerold hat nicht nur eine Menge von seiner eigenen Authentizität preisgegeben, sondern das Leben unzähliger Menschen in lyrischen Zeilen wortgewaltig eingefangen. Ist es doch ein sich beständiges Wiederholen des Daseins, zunächst die Geborgenheit des Kindes, das an die Allwissenheit der Eltern glaubt, gefolgt vom Begreifen, dass dem nicht so ist, anschließendes Loslassen und Erwachsenwerden, schließlich der Tod, in welcher Form auch immer.
So war es, so ist es und wird es ewig sein, das sich ständig wiederholende und doch für jeden einmalige Spiel des Lebens.  

Tausendschön


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Nothingface
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BeitragVerfasst am: 06.12.2012 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin vielleicht zwei Jahre zu spät dran, aber ich bin hier per Zufall drauf gestoßen und wollte einfach kurz sagen, wie sehr mir der Text gefallen hat!

Unglaublich traurig, ohne dass man es merkt!
Hat mich sehr berührt!


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Berni
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BeitragVerfasst am: 08.12.2012 00:44    Titel: Antworten mit Zitat

Na, wo der Text schon mal wieder da ist ...  Wink

Mir gefällts auch gut. Du hast den Text natürlich auch per mp3 herrlich umgesetzt. Das hebt ihn sicherlich noch einmal hervor.
Ich mag dieses Direkte, diese fassbaren Bilder, die den Leser packen und mitnehmen. Da ist nicht viel Metapher oder solches Gedöns, da ist Gefühl, da ist Kommunikation und Transfer zum Leser pur.

Einziger Minuspunkt von mir, der ja schon mehrfach geäußert wurde: die Hintergrundmusik, die sich am Anfang recht gut anschmiegt, wird dann mit Einsetzen ihres eigenen Textes doch zu dominant. Die Musik scheint sich hier in deinen Text hineinzudrängen. Und eigentlich braucht der Text gar keinen musikalischen Hintergrund, schließlich hast du selbst reichlich Talent, um deine Texte vorzubringen. Es hört sich gut an ...

LG
Bernd
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Tiefgang
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Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre
BeitragVerfasst am: 10.12.2012 15:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Meine Güte, ist das lange her?!

An alle, die da unten noch unbeantwortet stehen: Danke für's Lesen & danke für's Feedbacken. Das mit der Aufnahme war damals ein erster Versuch, etwas "Professionelles" ist das ohnehin nicht, dann müsste die Gesangsstimme natürlich weg, wenn gesprochen wird bzw. die Instrumentals müssten aus eigener Hand kommen. Nicht, dass mir jetzt noch jemand die GEMA auf den Hals hetzt.


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