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Santas blutige Rache, ein Weihnachtsmärchen Teil 1


 

 
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Chordy
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BeitragVerfasst am: 18.07.2008 10:26    Titel: Santas blutige Rache, ein Weihnachtsmärchen Teil 1 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier mal wieder eien Kurzgeschichte in drei Teilen.

Santas blutige Legende,
ein Weihnachtsmärchen

Hunderte Vampirgeschichten wurden seit Anbeginn der Zeit geschrieben und erdacht. Keine trifft auch nur annähernd den Kern der Sache. Das heißt keine außer der, wenngleich stark verfälschten, Legende von Santa Clause. Sie viel leider dem Phänomen der „stillen Post“ zum Opfer und wurde komplett verdreht. Nach über tausend Jahren ist Santa Clause inzwischen irgendwie zu einem Kinderliebling und guten Weihnachtsgeist verkommen. Ts, …das ich so was noch erleben darf, hätte ich nie gedacht. Das ist fast so absurd, wie die Sache mit den Schlümpfen. Diese fiesen kleinen Kobolde. Gerade eben hatten sie noch einem westindischen Dorf das Fürchten gelehrt und es nach nur knapp einen Monat fast komplett ausgerottet. Und nur ein paar Jahrhunderte später grinsen sie uns auf einmal, fröhlich singend, von den Bildschirmen entgegen. Menschenfressende Dämonen tanzen durch das Kinderfernsehen. Nicht zu glauben. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich Ihnen vielleicht irgendwann einmal erzählen werde. Eine, von unzähligen Verfälschungen übrigens, die die Kinder des Pöbels beruhigt schlafen lassen sollten.

Ich meine, nur schlecht ist das ja nicht, ich will mich da gar nicht beschweren. Hat schließlich alles auch seine guten Seiten. Mit Warnungen durch Überlieferungen und Legenden ist jetzt ja erst mal Essig. Gut für unser eins. Mag gar nicht mehr an die Zeiten denken als die Menschen noch vorgesorgt hatten. Überall hingen Knoblauch, Weihrauch und was weis ich nicht noch alles für Schutzklamauk, in den Fenstern. Damals war es verdammt schwer noch vernünftig auf die Jagd zu gehen. Jeder rechnete mit deinem Angriff und man versuchte unbarmherzig uns auszurotten. Mit Legenden ist eben nicht zu spaßen. Da kommt es uns zumeist ganz recht, dass die Leute von heute nicht mehr an uns glauben. Eh die wissen was ihnen gerade passiert, da haben wir schon unseren Mitternachtsimbiss begonnen.

Doch die Sache mit Santa Clause möchte ich jetzt doch mal klarstellen. Nicht mehr an uns zu glauben ist das eine. Aber Santa Clause guten Namen in den Dreck zu ziehen und allen zu erzählen er wäre ein Heiliger, der Kinder liebt und beschenkt, das geht nun wirklich zu weit. Seiner Zeit haben wir alle zu ihm aufgesehen. Der alte Santa war nämlich ein echter Haudegen. Selbst für unsere Spezies, extrem grausam. Nicht für umsonst ist sein Name eine, obgleich sehr einfallslose, Analogie auf den dunklen Herrscher himself. Den bekam Santa Clause, so zu sagen, als Tribut zu seinen Künsten. Hach, wenn ich mich so an damals zurück erinnere, wird mir ganz warm ums Herz. Santa wusste genau was sich für unseren Stand gehörte. Ich denke da an all die Plünderungen in kleinen Dörfern und das Gemetzel von 1650, wo er zwei befeindete Königreiche aufs Schlachtfeld begleitet und dann den Sieg (und damit rein rechtlich gesehen eigentlich auch zwei Königreiche, die er aber nie übernahm) für sich bestimmte. Und erst die Massenabschlachtung von 1733, im Kaukasus war das glaube ich, da hatten alle was davon. Er konnte nämlich auch großzügig seinen Mitverdammten gegenüber sein. Wenn er es zu sehr übertrieben hatte und die Leichen gerade nutzlos vor sich hin verrotteten, durften die umstehenden sich auch mal den einen oder anderen Kadaver mitnehmen. Ja, so war er. Hatte nur eine Schwäche der Gute. Rentiere. Ja ich weis das klingt jetzt erst mal komisch. Aber er hatte zu seiner Menschenzeit wirklich eine schwere Kindheit. Geboren wurde er tatsächlich am Nordpol. Sein Vater war ein kleiner Fisch im Dorf und hatte nicht viel zu Lachen. Und seine Mutter hat er gar nicht erst richtig gekannt, die ist von einem Wal gefressen worden, als sie für die Familie was zum Abendbrot angeln wollte. Und die fünf Geschwister haben sich größtenteils gegenseitig eliminiert. Der älteste Bruder hat den jüngsten und zwei Schwestern gegrillt. Unbeabsichtigt angeblich. Aber na ja, jemanden aus Versehen anzünden und das mitten im Polar. Nicht sehr wahrscheinlich oder? Ich maß mir da kein Urteil an. Santas anderer Bruder hat es jedenfalls nicht geglaubt und den großen Bruder kurzerhand, in Einzelteilen, an fahrende Händler verkauft.



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BlackRider
Richter und Henker

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BeitragVerfasst am: 18.07.2008 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hm... ich weiss nicht... die idee ist zum Bruellen gut (vor allem der Schlumpfpart smile ), irgendwie erwartet man aber trotzdem mehr. ich weiss allerdings nicht so recht, was. Es liesst sich alles schoen, hier und da mal doch etwas zu viel der Schnodderigkeit eines Ich-Erzaehlers.
Die Ideen sind klassse, aber man koennte gefuehltermassen noch mehr rausholen.

Aber so wies ist.... is auch KLASSE smile


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Chordy
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BeitragVerfasst am: 18.07.2008 14:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die schnelle Antwort.
Das ist ja erstmal auch nur die Einleitung. In den beiden weiteren Teilen kommt dann auch die Story um die es geht. Glaube aber auch das der Familiengeschichte noch etwas der Pepp fehlt.


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BlackRider
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BeitragVerfasst am: 18.07.2008 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ist halt so ein Thema... wenn man Satan Clauss dran nimmt, dann muss man wirklich und voellig zuschlagen. erwartungen werden da eben hoch.
Ist wie gesagt nicht schlecht, aber da wartet noch was.


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Chordy
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BeitragVerfasst am: 20.07.2008 14:36    Titel: Santas blutige Rache Teil 2 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Santa, sein kleiner Bruder und der Vater waren dann als einzige noch übrig. Und als das Geld immer knapper wurde, haben sie den kleinsten dann gegessen. Viele sagen, mit Santas Vergangenheit konnte gar nichts Gutes aus ihm werden. Wird man wohl nie erfahren, tja. Jedenfalls hat er sich sehr auf seinen Vater fixiert in der Zeit. War ihm wohl sehr dankbar, dass der ihn nicht gegessen hat. Und dann war da eben die Geschichte mit den Rentieren. Das hat ihn übel mitgenommen.

Ein wildes Rentier hat seinen Vater unter sich zerquetscht, als dieser seinem Sohn das reiten zeigen wollte. Eigentlich kannte sich der Vater mit den Tieren aus, aber an dem Tag war er eben einfach unvorsichtig. Der Vater steigt also auf und hält sich, unter dem wachsamen Blick seines Jungen, ganze 15 Minuten im Sattel. Und schließlich hält das Vieh ganz abrupt an und lässt sich zur Seite umfallen. Der Vater versucht noch weg zu kriechen und ruft nach Santa. Doch der ist vor Angst wie gelähmt. Und das Rentier sieht den Jungen an, rappelt sich innerhalb von Sekunden auf die vier Beine, und lässt sich dann von oben, mit voller Wucht, auf den kreischenden, flehenden Mann fallen. Da war er dann partiell gewalzt. Das Rentier steht auf, geht langsam auf den weinenden Santa zu, verharrt einige Sekunden direkt vor dem Gesicht des Jungen, dreht um und verschwindet im Wald. Die Sache hat Santa Claus nie richtig verarbeitet. Und seit dieser Zeit ist er immer sofort erstarrt, wenn er ein Rentier sah. Das war immer ein gut gehütetes Geheimnis gewesen. Bis er eines Abends seine übliche Tour durch die Stadt machte. Zur Weihnachtszeit kam er immer durch den Schornstein in die Häuser. Hatte rein praktische Gründe. Es war eine eisige Kälte und die Scharniere der Türen verzogen sich und knarrten dadurch extrem. Außerdem saßen die Familien damals noch alle zusammen im Wohnzimmer, um Holz zu sparen. Da mussten sie nämlich nur in einem Raum Feuer machen.
Santa wollte also möglichst unbemerkt so nah wie möglich, an so viele Familienmitglieder wie möglich, heran kommen. Und das ging eben am besten auf dem direkten Weg durch den Kamin. Ging auch nur zur Weihnachtszeit, weil die meisten Leute das Feuer dann mehrmals an einem Abend anmachten. Er saß also vor den Häusern oder in der Nähe im Wald, und wartete darauf dass der Rauch schwächer wurde und die Familie ein neues Feuer anzünden musste. In dem Moment da jemand herauskam um neues Holz aus dem Schuppen zu holen, machte er sich auf das Dach und sah herunter, bis auch der letzte wieder im Haus war und dann rutschte er kurzer Hand mitten ins Wohnzimmer der verdutzten Familie. Kaum hatten die verstanden wer da vor ihnen stand, gingen auch schon das Geschrei und die Panik los. Aber da war es schon zu spät.

Auf die Art machte er viele Städte und Dörfer unsicher. Bis eben der besagte Abend kam. Nach einigen Jahren hatte sich die Legende vom blutdurstigen Dämon Santa Clause, der zu heilig Abend durch den Kamin kam und alle tötete die ihm unter die Fittiche kamen, herumgesprochen. Die Angst war groß und niemand wusste wie er sich schützen sollte. Einige mauerten den Kamin zu und mussten ihn nach einigen Monaten doch wieder öffnen, weil sie sonst Gefahr liefen zu erfrieren. Andere versuchten es mit den üblichen Hausmitteln wie Knoblauch, Kruzifixe und so Zeugs. Aber nichts half. Santa war gegen all das gewaffnet. Doch schließlich kam der verhängnisvolle Tag an dem Santa volltrunken, vom Blut einer Gruppe Männer vom Treffen der Anonymen – Alkoholiker, kam. Da begann er, im Kreise einiger Neugieriger, lauthals von der Rentierstory zu lallen.


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Chordy
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BeitragVerfasst am: 24.07.2008 11:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

In Ermangelung wieterer Antworten hier also der letzte Teil.

Einer der kleineren neidischen Vampire witterte seine Chance den großen Meister von seinem Podest zu stoßen und brachte die Geschichte unters Volk. Der Pöbel griff den Tipp dankbar auf und von da ab hatte jeder im Dorf mindestens ein eigenes Rentier im Garten. Santa bekam das auf seiner üblichen Jagdtour zu spüren. Gleich beim ersten Haus. Ohne eine Ahnung, vollführte er sein übliches Prozedere. Er sitzt also im Wald, wartet auf sein Zeichen, rutscht den Kamin hinunter und steht plötzlich, mit vor Vorfreude gefletschten Zähnen, einem riesigen Rentier gegenüber. Das Tier sieht die Fangzähne und wird panisch. Santa kann sich vor Schock wie immer nicht bewegen und bleibt wie angewurzelt vor dem Schnaubenden Vieh stehen. Der Hausherr, selbst vor Schreck ganz zittrig, kann das ängstliche Rentier nicht mehr halten und lässt sein Halfter los. Das Vieh visiert die Haustür an, rennt Santa um, dreht ab und flüchtet aus dem Haus. Santas Fuß verheddert sich beim fall im losen Halfter und er wird von dem wilden Rentier in den Wald gezerrt.
Was soll ich Ihnen sagen. Das war sein letzter Abend als gefürchteter Weihnachtsblutsauger. Damals entstand dann das Gerücht, er wäre von mehreren Rentieren aus dem Dorf gezogen worden, da man ihm die Schmach ersparen wollte, dass der große Meister Santa Clause von einem einzigen Rentier unschädlich gemacht wurde.
Und was im Laufe der Zeit so alles dazu gedichtet und weggelassen wurde, na ja, das wissen Sie ja sicher selbst. Ich für meinen Teil hielt es für meine Pflicht seine Ehre zumindest teilweise wieder her zu stellen, indem ich die wahre Geschichte ans Mondlicht bringe. Erzählen sie sie ihren Kindern und Verwandten. Freunden und Fremden. Santa Clause mag in einem einzigen Punkt ein Feigling gewesen sein. Aber niemand ist schließlich perfekt. Im innersten und die meiste Zeit seines verdammten Daseins jedoch, war er ein grausamer Vampir der seines Gleichen suchte und, wenn sie mich fragen, wohl bis heute auch niemals fand.


Finite


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