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Leonce&Lena in Darmstadt: Eine Annäherung


 
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

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Beiträge: 2046
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.03.2015 16:35    Titel: Leonce&Lena in Darmstadt: Eine Annäherung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Leonce&Lena in Darmstadt: Eine Annäherung

Obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass auch der mitreißendste Bericht immer in ein »Muss man eben dabeigewesen sein« mündet, möchte ich mir doch für alle, die – warum auch immer – nicht dabeisein konnten, die Mühe machen, etwas aufs Papier zu bringen, nämlich – der von Mogmeier begonnenen Tradition folgend – einen Erlebnisbericht vom Leonce&Lena-Wettbewerb in Darmstadt.

Zunächst könnte man mich natürlich fragen, warum ausgerechnet ich als Lyrikignorant ohne & mit nichts am Hut (im Gegensatz zu David, der nicht nur lyrikt, sondern auch einen hübschen Hut hatte) und auch mit der Wettbewerbstradition nicht Vertrauter (es stimmt, ob Leonce&Lena, Liese&Lotte, Liev&Letliev – was soll's) dafür geeignet sein soll, davon zu berichten. Aber: Ich verteidige mich nicht. Ich hatte keine klare Vorstellung davon, was ich wirklich wollte. Vielleicht war es ein Impuls unbewusster Loyalität oder die Konsequenz eines dieser ironischen Zwänge, die in den Gegebenheiten der menschlichen Existenz lauern. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Aber ich ging hin.
Allein schon, um einmal Mettbrötchen kennenzulernen, der ja eigentlich allen, selbst den Vegetariern, hier im Forum ein Begriff ist, aber selbst denjenigen, die meinen, Mettbrötchen zu kennen oder sogar schon einmal gegessen zu haben oder zumindest schon vom Weiten erkennen zu können, kann ich sagen: Da irrt ihr euch gewaltig.

Die erste Begegnung mit Mettbrötchen:

Wenn ich vorhin schrieb, ich sei hingegangen, stimmt das nicht ganz, denn: ich ging nicht hin, ich fuhr hin. Und zwar mit dem Zug. Und weil das Leben zwar nicht schreiben kann, aber trotzdem die besten Geschichten schreibt, und weil die besten Geschichten immer noch im Zug passieren oder in den Bahnhöfen und Bahnhofshallen, die man mit dem Zug passiert, hatte ich mir auch von dieser Fahrt sehr viel versprochen und mich von meiner Mutter extra früh, nämlich um sechs Uhr morgens, zum Bahnhof bringen lassen, um nicht nur Bahnhofsatmosphäre schnuppern, sondern mir auch in Ruhe eine Fahrkarte kaufen zu können (es gab eine Zeit, nach dem Abitur, da bin ich noch mit meiner Schülerfahrkarte Zug gefahren, die im ganzen regionalen Verkehrsverbund gilt, für mich aber schon nicht mehr gegolten hatte, weil ich ja mein Abitur gemacht hatte und kein Schüler mehr war. Heute mache ich das aber nicht mehr, zum einen, weil mir keiner mehr den Schüler oder die damit verbundene Fahrkarte abnimmt, zum anderen, weil man ja nie wissen kann, wann oder wie oft und auf welchen Strecken kontrolliert wird, auch wenn die S-Bahnen, die auf dieser Strecke meist unterwegs sind, ohne regulären Zugbegleiter unterwegs sind und somit auch regelmäßige Kontrollen entfallen. Ich wusste ja auch schon, dass der Zug, in den ich in Heidelberg umsteigen musste, keine S-Bahn, sondern ein Regionalzug war. Und prompt wurde ich in diesem auch kontrolliert und war froh, eine Fahrkarte gelöst zu haben).
Die restliche Fahrt verlief dann aber ganz ereignislos.

Zu Fuß an der Centralstation angekommen, nahm ich die spiralförmigen Treppen zum obersten Stockwerk, in welchem die Lesung stattfinden sollte. Ich war etwas zu früh dran, was ich schon vor der offenen Tür stehend erkannte, denn es waren kaum Leute da, und die, die da waren, waren mit dem Aufbau beschäftigt bzw. damit, die Akustik zu testen. Es waren ja mehrere Mikrofone und ein Mischpult aufeinander abzustimmen, und obwohl ich von diesen technischen Dingen keine Ahnung habe, kann ich sagen, dass die Akustik gerade bei einem Vorlesewettbewerb von entscheidender Bedeutung ist und oft über Wohl und Wehe der Teilnehmer entscheiden kann.
Während ich, Stichwort: Sozialinept, noch etwas zögerlich durch die offenstehende Tür trat, kam mir sofort ein freundliches »Guten Morgen« entgegengesäuselt, das mich gleichsam durch die Tür in den Raum zog und mir das Gefühl vermittelte, willkommen zu sein. Es war, wie ich später erfuhr, Kurt Drawert, der allerdings nicht mich begrüßte, sondern die Frau, die vor mir eingetreten war.

Weil vielen von euch Kurt Drawert ja ein Begriff ist, denke ich, könnte es interessant sein, ihn mal szs aus der Nähe zu erleben. Hier also mein Eindruck von ihm.
Kurt Drawert: »Guten Morgen.«
Frau: »Ja, ach, hallo.«
Kurt: »Ja, haha. Und?«
Frau (sie hatte sich schon halb dem Tisch mit den Büchern bzw. den Ordnern mit den Wettbewerbstexten, die für die Besucher auslagen, zugewandt): »Ach, naja.«

Ich bin dann doch lieber wieder nach unten bzw. draußen gegangen und siehe da: vor dem Eingang traf ich auch schon Lorraine und Rübenach, mit denen ich mich ja eigentlich verabredet hatte, aber ich war ja dann doch noch etwas früher da, weil sie noch einen Parkplatz suchen mussten oder irgendwie so. Lorraine und Rübenach zu beschreiben, überlasse ich mal den Kennern des Forums, und schon nach einer Viertelstunde Zwangsunterhaltung gesellte sich ja ein junger Mann zu uns, der forsch eine Mauer erklomm und über ein dort angebrachtes Gitter stieg, um sich zu uns zu gesellen – die meisten werden es schon ahnen: bei diesem Gesellen handelte es sich um Eredor.

Eredor hatte übrigens an diesem Tag Geburtstag, woraufhin ihm Rübenach nach fünf Minuten weiterer Unterhaltung auch gratulierte. Lorraine und ich haben es ihm dann nachgemacht.

Hm, dachte ich während des folgenden Blablas, wo bleibt denn eigentlich Mettbrötchen?

Was ich nicht wusste: Im Grunde war er schon die ganze Zeit unterwegs zu uns und hätte zumindest mich mindestens doppelt so fragend angeguckt, wie/als ich mich fragend fragte, wo er wohl bleibe, hätten nicht diverse Gebäude die direkte Sichtlinie verdeckt, weshalb er uns ja erst sehen konnte, als er quasi schon neben uns stand.
»Hallo, ich bin der Klemens vom dsfo«, hatte ich mir zuvor zurechtgelegt, während Lorraine und Rübenach und Eredor noch blablat hatten.
»Hallo, ich bin der Klemens vom dsfo«, sagte ich und schüttelte Mettbrötchen die hingestreckte Hand zum Gruß.
Mettbrötchen: »Ah, dsfo. Haha.«
Lorraine so zu Eredor: »…« (weiß ich nicht mehr.)

Irgendwann gingen wir dann nach oben und nahmen unsere Plätze ein, denn die Lesung sollte beginnen. Die Stühle, die die Stuhlreihen bildeten, waren miteinander verschraubt, was zum einen einem Sitzordnungschaos vorbeugen sollte, zum anderen auch ein gewisses Gefühl der Verbundenheit oder zumindest Zusammengebundenheit erzeugte. Ach ja, crim, nebenfluss, Sun Wukong und fao waren irgendwie dann auch noch da.

Die Lesung:

Jetzt begannen die Ersten, ihre Gedichte vorzutragen und von der fachlich versierten Jury kommentieren zu lassen. Da ich, wie gesagt, von Lyrik keine Ahnung habe, blieb mir nur, den Gesichtsausdruck nachzuahmen, den die Autoren machten, während ihre Gedichte zerpflückt wurden, und zu hoffen, dass das irgendwie verständig oder gelehrt oder wenigstens emotional ergriffen wirkte. Zum Glück konnte ich mich beim Applaus immer bei Lorraine oder fao oder crim anschließen, also je nachdem, wer grade neben mir saß; wenn dann einer von denen anfing zu klatschen, klatschte ich mit. Es gab aber nie so viel Applaus, dass mir die Handinnenflächen wehgetan hätten, außer dann, als Mettbrötchen gewonnen hatte. Aber das war ja erst viel später.

Was ich nicht wusste: Der/das Mettbrötchen ist ein wahres Improvisationstalent. Während die meisten ihre Gedichte vom Blatt abgelesen haben, trug er ganz frei vor, was bei mir mächtig Eindruck gemacht hat. Überhaupt hatte er ein sehr sicheres Auftreten, was auch daran lag, dass man hinter dem Lesepult seine zitternden Beine nicht sehen konnte. Das Zittern in seiner Stimme war aber sehr authentisch und verlieh seinem Vortrag noch die nötige emotional-ergriffene Komponente. Es war wohl nicht seine erste Lesung.

Später, als er dann als Wettbewerbssieger verkündet wurde, wurde er ganz bleich im Gesicht und auf dem Podest wankte er auch und musste vom Bürgermeister an die Hand genommen werden, und mir war echt schon angst und bange, denn man weiß ja nie, wann so einer mal umkippt, und dann würde es sich rächen, dass ich nie einen Erstehilfekurs besucht habe. Gut, da waren ja noch Andere, die sich dann hätten um ihn kümmern können, und ich hätte mich darauf beschränken können, daneben zu stehen, aber wenn es dann doch an mir gewesen wäre, Erstehilfe zu leisten… und außerdem hing ja noch Lorraine (oder Rübenach, so genau weiß ich das nicht mehr) an meiner Schulter und war ganz verheult mit Freudentränen.

Naja, das war's dann auch schon. Man könnte sicher noch mehr schreiben, aber das soll's erstmal von mir gewesen sein, und wenn noch jemand der Anwesenden was beitragen möchte, will ich ihnen ja auch nicht alles vorwegnehmen.

Gruß,
Klemens

12Wie es weitergeht »




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100% Fitte

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fancy
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Klemens, ich sehe schon, wir müssen keinen rasenden Reporter mehr suchen.

Wenn du gar noch Bilder gemacht hättest, wäre jetzt der Zeitpunkt ...


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KeTam
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Danke!!! Laughing

Herrlich, jetzt fühl ich mich, als wäre ich dabei gewesen.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Himmel!

Erst die fette Überschrift, die die erste Begegnung mit Mettbrötchen ankündigt und dann ein ganzer Abschnitt über Mutter, Bahnhof, Schülerfahrkarten, Abitur und was sonst noch... ! Twisted Evil

Auf die Folter gespannt - und das auch noch erfolgreich! lol

Klasse gemacht, danke Klemens, jetzt war ich auch dabei!
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Mensch, Klemens! Du bist ja ein total emotionaler Typ!
Aber das mit dem Erstehilfekurs musst du unbedingt nachholen. Man weiß ja nie, ob crim, Eredor, Lorraine etc. notfalls hätten einspringen können.

Ich bin Mettbrötchen übrigens vor langer Zeit auf dem Gipfel eines Berges begegnet, als ich noch dachte, er sei Geistlicher und würde ein Amt innerhalb der vatikanischen Kongregation für Glaubenslehre anstreben. Aber das Leben hat wohl nun anders für ihn entschieden. Mal sehen, was er daraus macht!
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Einar Inperson
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Manche Preise verdienen Texte. Diesen Text hat dieser Preis, dieser Abend, diese Gesellschaft verdient.

Ich bin jetzt noch ganz gerührt.
Mir ist, als hätte ich an deiner Schulter, aber lassen wir das.

Danke schön


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Traurige Grüße und ein Schmunzeln im Knopfloch

Zitat: "Ich habe nichts zu sagen, deshalb schreibe ich, weil ich nicht malen kann"
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Klemens, das war sehr unterhaltsam.

Um die Tradition fortzusetzen und die Emotionalität auf die Spitze zu treiben, möchte ich noch ergänzen, dass Mettbrötchen so einen Button am Hut hatte, auf dem "I love Köln" stand. Ich weiß gar nicht, ob der Darmstädter Bürgermeister das lieber verschwiegen, irgendwie ignoriert, vorsätzlich oder unabsichtlich nicht gesehen, eine Reaktion darauf gewaltsam unterdrückt oder sich eine eventuelle Verärgerung darüber rein zufällig nicht anmerken lassen hat, als er M.b. mit der freien Hand den Hut abnahm und ihn (den Hut) vorne auf dem Pult platzierte. Auf jeden Fall hat er sich von der frechen Sympathiebekundung für eine nicht-hessische Stadt, die auch weder mit D anfängt noch in der Nähe der Bergstraße liegt, überhaupt nicht aus der Facon bringen lassen, als täte das gar nichts zur Sache. Was ja auch stimmt, wenn man's genau nimmt.

Das zentrale Opfer von Zwangsunterhaltungsmaßnahmen warst, glaube ich, nicht du, aber es beruhigt mich, nicht daran beteiligt gewesen zu sein, sondern, im Verbund mit crim und fao, nur "dann auch noch da". Aber ansonsten decken sich unsere Beobachtungen und Schlussfolgerungen schon ziemlich. Ich hab halt auch keine Ahnung von Lyrik, und meine Erinnerungen an 1. Hilfe ... reden wir nicht drüber.
Ich habe nur zusätzlich noch überlegt, warum männliche dsfoler eigentlich gelegentlich ihre Partnerinnen mitbringen (dieses Mal Sun Wukong und ich), weibliche aber nie (auch nicht ihre Partner). Ist doch komisch, oder? Was ja aber auch nicht das Thema des Abends war.


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Jenni
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 18:08    Titel: Re: Leonce&Lena in Darmstadt: Eine Annäherung Antworten mit Zitat

Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:
Weil vielen von euch Kurt Drawert ja ein Begriff ist, denke ich, könnte es interessant sein, ihn mal szs aus der Nähe zu erleben. Hier also mein Eindruck von ihm.
Kurt Drawert: »Guten Morgen.«
Frau: »Ja, ach, hallo.«
Kurt: »Ja, haha. Und?«
Frau (sie hatte sich schon halb dem Tisch mit den Büchern bzw. den Ordnern mit den Wettbewerbstexten, die für die Besucher auslagen, zugewandt): »Ach, naja.«

Das zeichnet einen wahren Intellektuellen wie den Kurt Drawert aus: Mal kurz und spontan so früh am Morgen zwischen aufgestapelten Stühlen einen besseren Dialog raushauen, als irgendjemand von uns schreiben könnte. Aber es braucht halt auch das richtige Gegenüber, ich meine, wie gekonnt die sich die Stichwörter zuspielen. Ich bin beeindruckt, jetzt wirklich mal.

Jan, vielen Dank für den tollen Bericht. Jetzt bin ich doch mehr als ein bisschen traurig, nicht dabeigewesen zu sein, bei dem Event und der Gästeliste. Dafür ein bisschen froh, das Wochenende krank im Bett verbracht zu haben, so muss ich mich zumindest nicht ärgern, denn höhere Mächte und so.

Ach Mensch, und der Hut macht mich fertig. David, echt jetzt! Laughing

Fotos, bitte!!!
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 22.03.2015 18:30    Titel: Re: Leonce&Lena in Darmstadt: Eine Annäherung Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:

Ach Mensch, und der Hut macht mich fertig. David, echt jetzt! Laughing

Fotos, bitte!!!




Pö a pö, wie der Franzose sagt.


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Jenni
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 22.03.2015 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Schicker Hut.
Ich denke aber doch, lieber Nebenfluss, du hast verstanden, dass das zwei voneinander gänzlich unabhängige Aussagen waren. 1. Der Hut macht mich fertig (immer noch). Und 2. Ich möchte Fotos sehen, von Menschen und Ereignissen.

Aber ich habe auch verstanden, dass du mir und allen anderen die erbarmungslos vorzuenthalten gedenkst. Dann hoffe ich jetzt einfach mal auf Davids Eitelkeit und werde die dann schon noch im Gesichtsbuch oder auf dem Blog zu sehen bekommen. Schmoll
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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, Klemens love

Es ist, als wäre ich dabei gewesen Wohow

Darauf würde ich jetzt wirklich gerne ein Bier mit dir trinken. Irgendwo nachts um zwei, in einer Stadt, wo nichts mehr offen hat.

Danke fürs Teilhaben lassen.

Ich beantrage hiermit, dass mal jemand einen Preis gewinnt, wenn ich zu Hause bin.

Mr. Nebenfluss: Ich will auch richtige Fotos sehen. Mit oder ohne Frauen. Mit oder ohne Bart. Wie's beliebt.

Hach, jetzt bin ich glatt ein kleines bisschen neidisch.


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"Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken."
(Isaac Newton, 1642-1726)

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Maria
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Klemens,

jetzt wär ich auch echt gern dabei gewesen. 1a Report, dankeschön dafür wink
Fotos fänd ich auch noch spitze ...


nebenfluss hat Folgendes geschrieben:

Ich habe nur zusätzlich noch überlegt, warum männliche dsfoler eigentlich gelegentlich ihre Partnerinnen mitbringen (dieses Mal Sun Wukong und ich), weibliche aber nie (auch nicht ihre Partner). Ist doch komisch, oder? Was ja aber auch nicht das Thema des Abends war.



Wenn ich an meine ex- Muse denke, böh, never wöllte ich den dabei haben ... Schöner, witziger, kreativer, intellektueller, belesener. Ich bin die Prinzessin, e basta.

Vll. sind Frauen auch misstrauischer.
Er geht zu Leute ausm Internet? Schriftsteller? Genau, alles klar. Da geh ich dann mal mit, auch wenn Kafka getanzt wird.


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KeTam
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

Maria hat Folgendes geschrieben:

Vll. sind Frauen auch misstrauischer.
Er geht zu Leute ausm Internet? Schriftsteller? Genau, alles klar. Da geh ich dann mal mit, auch wenn Kafka getanzt wird.


 Laughing

Das wirds sein! Ich würd meinen Mann nie mit nehmen, wenn ich Leute aus dem Forum treffe. Die kennt der doch gar nicht, was soll er da blöd rum sitzen?
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

KeTam hat Folgendes geschrieben:
Maria hat Folgendes geschrieben:

Vll. sind Frauen auch misstrauischer.
Er geht zu Leute ausm Internet? Schriftsteller? Genau, alles klar. Da geh ich dann mal mit, auch wenn Kafka getanzt wird.


 Laughing

Das wirds sein! Ich würd meinen Mann nie mit nehmen, wenn ich Leute aus dem Forum treffe. Die kennt der doch gar nicht, was soll er da blöd rum sitzen?


Vielleicht liegt es dann einfach daran, dass die Frauen heute die Hosen anhaben! Mann wartet, ob Frau ihn mitnimmt, Frau kommt einfach von selbst mit (und tut dann so, als wäre blöd Rumsitzen total interessant).
Öhm.
So lief das jedenfalls am Samstag bei uns.

Weibliches Misstrauen schlägt halt jede Logik. Die soziale Kontrolle bei einem Forumstreffen bleibt da unberücksichtigt. Und dann der Aufwand. Ein Autor, der was auf sich hält, lässt sich ja nur durch einen spannenden Pitch antriggern. Eiserne Regel, genreübergreifend: Kein Fummeln vor dem ersten narrativen Haken. Und wo ist der Schauplatz für den Höhepunkt? Gleich hier? Ach, du willst, dass das Ganze morgen im dsfo veröffentlicht wird? Spätestens da kriegt doch jede/r ne Knutschblockade.


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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 20:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, ihr Lieben.

Grade komme ich von einer neunstündigen Fernbusfahrt nach Hause und muss euch sofort für die vielen Rückmeldungen danken – schön, dass ich euch mit meinem kleinen Erlebnisbericht eine Freude bereiten konnte. Danke auch an nebenfluss für die absolut treffenden Anmerkungen und Ergänzungen und die treffsicher geschossenen Fotos von Davids sehr schönem Hut.

Und wie schon der alte Sepp Herberger sagte: Jedem Vorspiel folgt ein Nachspiel bzw. nach der Lesung ist vor der Lesung. Ich werde also auch anwesend sein, wenn die Hauptstadt David ihre Reverenz erweist und ihr kaltes Herz enteist – und da ich diesmal Heimspiel habe und mir auch keine 120 Gedichte anhören muss, zudem auch schon etwas gefasster und ohne allzu gespannte Nerven teilnehmen kann … um es kurz zu machen: Ich kündige schon mal in aller gebotenen Bescheidenheit »Leonce&Lena – der Annäherung zweiter Teil« an.

Gruß,
Klemens


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100% Fitte

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hobbes
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:
Ich kündige schon mal in aller gebotenen Bescheidenheit »Leonce&Lena – der Annäherung zweiter Teil« an.

 Wohow


Tja, Jenni. Jetzt kommst du aber auch so langsam in Zugzwang ... Aus München will schließlich auch berichtet werden.
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Jenni
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Beiträge: 3852

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 23.03.2015 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Der Fitte hat Folgendes geschrieben:
Ich kündige schon mal in aller gebotenen Bescheidenheit »Leonce&Lena – der Annäherung zweiter Teil« an.

Und dann, wie das echte Groupies so machen, reist du deinem Idol nach München nach, für Teil drei der "Annäherung"? Wohow
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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 20:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
Der Fitte hat Folgendes geschrieben:
Ich kündige schon mal in aller gebotenen Bescheidenheit »Leonce&Lena – der Annäherung zweiter Teil« an.

Und dann, wie das echte Groupies so machen, reist du deinem Idol nach München nach, für Teil drei der "Annäherung"? Wohow


Oh, ich fürchte, nach circa 1600 Bus- und Autoreisekilometern in fünf Tagen ist es selbst dem fittesten Fitte mal genug, auch wenn er dann sowohl auf Teil drei, als auch auf weitere tolle Bekanntschaften verzichten muss Sad


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Sun Wukong
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BeitragVerfasst am: 23.03.2015 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Um die Eindrücke vom Samstag noch etwas zu ergänzen:

Während der Zugfahrt nach Darmstadt überlegen A. und ich, wie wir sie unauffällig in den Kreis der Autoren schmuggeln können, die wir treffen werden.
Na, sie schreibe eben selbst an etwas, an einer Biographie, schlägt sie vor.
Hm, eventuell wolle man es genauer wissen, meine ich.
"Gut: einer manchmal lustigen, manchmal traurigen Biographie."
"Tragikomisch? Könnte aber auch grotesk sein."
Wir diskutieren den Unterschied zwischen Tragikomödie und Groteske. Ich versuche, ihr die groteske Autobiographie ans Herz zu legen, sie besteht auf Tragikomik. Wir erreichen Darmstadt, bevor der Streit eskalieren kann - aufgewärmt für komplizierte Diskussionen.

Dann schleichen wir in den bereits laufenden Block Lesungen. Mettbrötchen schrieb etwas von 11 Uhr, jetzt ist 12 und die mit interessanten Charakteren besetzte Jury ist gerade am Analysieren des Protas. Leider also doch zu spät. Wenigstens sind die zwei folgenden Lesungen und deren Diskussion auch für A. lehrreich: jetzt kennt sie immerhin den deutschen Evergreen "Wanderers Nachtlied", rezitiert von Kurt Drawert. Auch der Exkurs über den Hund in der modernen Lyrik wusste zu gefallen. Und obwohl ich mich selbst in der Lyrik nicht gut auskenne, kann ich mit der Ironie, die in einigen Texten der dritten Autorin dieses zweiten Blocks aufblitzt, etwas anfangen.

Tja, und dann kommt doch noch das Mettbrötchen auf die Bühne. Also waren wir gar nicht zu spät, freue ich mich. Er beginnt, seine Texte vorzutragen und ich raune A. etwas zu von einer intensiven Stimmung, die da im Raum entsteht und die im interessanten Gegensatz zur (natürlich ebenfalls nicht reizlosen) Ironie der Autorin zuvor steht. Auch in der Jury-Diskussion fällt bald das Wort 'intensiv'.

Anschließend ist Pause und ich darf mich an den Forumsfanblock heranpirschen, den ich dank "Wie seht Ihr denn heute wieder aus?"-Thread im Publikum ausmachen konnte. Jetzt also würden aus Textkommentaren nebst Avatarbildchen handfeste, menschliche Begegnungen werden. Gut, dafür war das intensive Element der Lesung eben ja schon ein treffender Auftakt. Wenn da also nicht nur ein Text im Raum herumsteht, sondern dieser Text plötzlich einen Subtext, ach Quatsch, einen Körper und eine Stimme bekommt. Also verteile ich erstmal Komplimente an nebenfluss und erzähle ihm, aufgrund seiner Kommentare eher einen gesetzten Herren im fortgeschrittenen Alter vor dem inneren Auge gesehen zu haben. Während ich noch überlege, wie viele Punkte dieser Eisbrecher auf der Richterskala bekommen würde, geht es auch schon wieder die spiralförmige Treppe hinab.

Zur Verkündung des Gewinners waren wir dann nicht mehr anwesend, das muss auch sehr intensiv gewesen sein. Herzlichen Glückwunsch! Aber die Gespräche mit Euch beim Herumschlendern in der Innenstadt und im IrishPub waren ebenfalls eine sehr schöne Überraschung. Und A. konnte immerhin fest schlafen am Ende dieses Tages.

So weit von mir & Grüße
Christian
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crim
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Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VII & Lezepo V



BeitragVerfasst am: 24.03.2015 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Idee Klemens, ich glaub, ich mach da auch mal mit, und ich will das jetzt nicht überliterarisieren, aber bereits als ich gegen acht Uhr morgens aufwachte, vor zwei Tagen, hatte ich das Gefühl, dieser Tag würde etwas Großartiges bereithalten. Das Licht vibrierte so komisch durch die Fensterscheibenschlieren einer Wohnung aus der ich schon vor Wochen ausgezogen war, und machte mich irgendwie ganz nostalgisch, was sich aber wiederum vermischte mit so einer Art angespannter Erwartung auf Davids Lesung, dass ich fast meinte, ich verspüre eine Nostalgie nicht bezogen auf die Vergangenheit, sondern auf die nahe Zukunft. Kann natürlich auch alles der Alkohol gewesen sein, weil ich vor circa drei Stunden Schlaf das letzte Bier hatte, und noch viel zu restbetrunken war für den Kater. Ich also (sag mal: wie auf Wolken) los Richtung Darmstadt, wofür ich von Wiesbaden aus echt verdammt lang gebraucht hab (mir fehlt da ein Stück, wo ich glaube, in rote Augen gestarrt zu haben, die entweder dem Typ hinter der Trennscheibe am Gleis gehörten, oder mir selbst, und das Stück ist ne gute halbe Stunde lang, mindestens, sonst hätte ich gar keinen Zug verpasst). Jedenfalls bin ich irgendwann da und geh da hoch, die Treppen, und das waren viele Treppen und noch mehr Stufen, und komm in den Saal ganz oben, als grad eine liest, die erkennbar nicht David ist. Und der Dennis kommt schon bevor ich so richtig drin bin im Saal auf mich zu, noch während die liest, als hätte er mich gerochen, und ich muss sagen, das hätte schon sein können. Also geh ich die Treppen mit dem Dennis wieder runter, um erstmal eine zu rauchen, so unfähr die ich weiß nich mehr wievielte, und dann auch wieder die Treppen hoch, und die, die erkennbar nicht David war, und noch immer nicht ist, liest immer noch, aber diesmal kommt mir der David schon im Saal entgegen und wir vergessen irgendwie beim Rausgehen die Tür zum Saal zuzuziehen, während wir uns begrüßen und ich ganz laut David sage, und er, dass es ihn freut, mich zu sehen, und mich freuts auch, aber scheinbar zu laut, und die Saaltür ist ja nicht zu, und die Blicke von den Organisatoren sind jetzt eher so ein bisschen: Gehts noch? Also sind wir nochmal die Treppen runter eine rauchen. Wieder hoch, und die Sache mit dem Atmen war auch schon mal leichter, und drinnen im Saal muss der Westermann aufstehen, damit wir uns hinsetzen können, und ich denk mir, das macht der jetzt ja mindestens zum dritten Mal, wenn der Dennis und der David da auch vorher schon gesessen hatten. Jedenfalls wirkte der David, das hab ich gleich gemerkt, gar nicht so sehr angespannt, bis auf, dass er sich fast auf einen Becher Kaffee draufgesetzt hätte und die Sitzreihe so ein bisschen wackelte, wenn er sich bewegte auf seinem Sitzplatz, und irgendwann fiel noch eine Flasche Cola unter dem Sitz um und rollte herum, aber das  war schon viel später, als der Westermann die Reihe gewechselt hatte, mir aber mit einem Lächeln die Colaflasche gab, nachdem sie ihm wohl zwischen die Füße gerollt war. Unterdessen hatte die Jury da ganz vorne auf der Bühne viel diskutiert, und der Ames hat aus dem Publikum auch immer mal wieder mit diskutiert, aber eher so in bissigen Kurzkommentaren, die auch gar nicht beantwortet wurden, und irgendwann wurde mir dann erzählt, dass seine Texte wohl nicht so gut ankamen und dann hatte ich mir die Situation auch irgendwann zusammengereimt. Lyrik gabs immer mal wieder, und Pausen, und Rauchen, und ich war auch leicht überfordert von der Vielzahl von Leuten, die ich irgendwie kannte, aber noch nie gesehen hatte, wie dem Rübenach und der Lorraine und dem Klemens und der Fao und dem Sun und seiner Freundin und dem Dirk und nebenDirk war immer seine Freundin. Und alle waren echt nett und ich hab mich dauernd irgendwie gefreut. Ich hoffe, ich hab da niemanden vergessen, aber das könnte schon sein, weil auch einiges an meiner Wahrnehmung, oder besser in meiner Wahrnehmung ganz schwammig wurde mit der Zeit, weil jetzt langsam der Kater einsetzte und der Kopf schwer wurde, und ich hatte noch ein paar mehr geraucht und war viel Treppe gelaufen. Aus dem Lyrik und Kritikerdurchzug der da vor mir rumwaberte stach dann der David raus, weil ich hellwach war plötzlich, als er auf die Bühne gerufen wurde, und dann ist er da hoch auf die Bühne und hat erstmal ne gute Minute lang Flaschen vom Rednerpult auf nen Tisch gestellt, immer eine nach der anderen, und zum Schluss hat er noch seinen Hut auf den Flaschentisch gelegt, und das kann man jetzt als Foto auf der Website vom literarischen März sehen, weil, nee, warte, das kommt erst noch. Musste ja erstmal vorlesen, aber der David dachte sich wohl, muss ich gar nicht, und las nicht vor, sondern sprach frei heraus seine zwölf Gedichte und war so unfassbar gut, dass alle im Saal Gänsehaut hatten, glaub ich, weil ich die  halt hatte. Den Rest erzähl ich vielleicht auch noch, aber jetzt ist schon gleich halb zwölf nachts und  zwei Tage später, also geh ich erstmal ins Bett.
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 24.03.2015 01:25    Titel: Antworten mit Zitat

crim hat Folgendes geschrieben:
(...) Den Rest erzähl ich vielleicht auch noch, aber jetzt ist schon gleich halb zwölf nachts und  zwei Tage später, also geh ich erstmal ins Bett.

Och. Schade. Ich hätte den Rest jetzt auch noch gelesen.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 24.03.2015 02:11    Titel: Antworten mit Zitat

Nun weiß ich nich, ob hobbes schon im Bett ist, oder das noch sonst wer liest, aber egal: Nutze ich halt die Ruhe des sehr frühen Morgens, um gerade mal einzuhaken. Bei crim ging's ja zuletzt doch etwas arg subjektiv-spekulativ zu von wegen der Gänsehaut bei allen. Ganz ehrlich, ich hatte keine, aber dafür feuchte Augen gekriegt an dieser Stelle
Mettbrötchen hat Folgendes geschrieben:

alles endet als
wellen; auch dein herzschlag
auf diesem bildschirm
neben diesem bett
ohne bezug
zu uns


, was wohl mindestens gleichwertig wäre, wenn einer nicht weiß, wie wenige Stunden ich die Nacht zuvor nur geschlafen hatte und dass die IGMMV morgens einen Unfall baute, der unsere KFZ-Versicherung teurer werden ließ (das aber schreib ich jetzt nur, weil ich ein Kerl bin und es unmöglich zugebensein kann, dass mich ein Gedicht - ein Gedicht! - zu Tränen gerührt hat haben könnte).
Gute Nacht


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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