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Ich spring mal ins kalte Wasser


 
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 13.09.2014 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Das Mädchen, das Mädchen, das Mädchen. Oh Mann, ich hab den Text so oft durchgelesen und sehe das erst jetzt!
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Nicki
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Alter: 64
Beiträge: 4769
Wohnort: Mönchengladbach
Ei 10


BeitragVerfasst am: 13.09.2014 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich steige mal hier ein, ohne den vorherigen Text und die Kommentare gelesen zu haben. Sollte das die erste Seite eines Romans sein und ich läse die ersten Zeilen, hätte ich das Buch wahrcheinlich wieder zugeklappt. Warum?
Die ersten Sätze bestehen nur aus würde.
Ich markier das mal, aber man hört es schon beim Lautlesen. Das sollltest du eleganter formulieren. Du kannst mit anderen Worten viel näher an deine Figur heran. Schreibe nicht: Sie stellte sich vor, wie  ... sondern mache ihre Vorstellungen direkter.

 
Wortwind hat Folgendes geschrieben:

Maries Traum war es, nachts in einen Fluss zu springen, in die Seine vielleicht. Sie stellt sich vor, wie die Kälte zuerst kaum zu ertragen sein würde, wie sie in ihre Glieder kriechen würde, wie ihre Lungen brennen würden, wenn sie um Luft rang. Wie sie dann immer weiter und weiter getrieben werden würde und wie es irgendwann beginnen würde, sich warm und weich und wie zu Hause anzufühlen. Wie sie sich dann fallen lassen konnte, einfach fallen lassen und schlafen. Endlich schlafen.

Nur ein Vorschlag:
Immer wieder träumte sie davon, nachts in einen Fluss, in die Seine zu springen. Von der Kälte, die in ihre Glieder kroch, von der brenneneden Lunge, die panisch um Luft rang. Den Fluss hinunter zu treiben, bis es sich irgendwann warm und weich anfühlte. Wie zu Hause. Sie würde sich fallen lassen, einfach fallen lassen und schlafen. Endlich schlafen.

Ist noch nicht ausgereift, aber so in etwa kommst du mit einem würde aus, nicht mit fünf.


_________________
MfG
Nicki

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." Henry Ford
"Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." A.Einstein


*Sommerblues* September 2017 Eisermann Verlag
*Trommelfeuer* November 2017 Eisermann Verlag
*Silvesterliebe* 30. November 2018 Eisermann Verlag
*Gestohlene Jahre* Work in Progress
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 27
Beiträge: 2100
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 14.09.2014 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nur die zweite Version gelesen, aber für mich funktioniert der Text. Ich finde ihn nicht überaus originell, aber du erzählst den Einstieg in eine "Komm klar mit der Vergangenheit"-Geschichte recht souverän - man möchte tatsächlich wissen wie es weitergeht. Ein bisschen schade finde ich, dass viele der Gedanken und Handlungen deiner Protagonistin schon so ausgelutscht sind: dass man über Jahre nicht schlafen kann und Schlaflosigkeit mit Todessehnsucht einhergeht, dass sie einfach überstürzt gegangen ist als vor 15 Jahren irgendwas in der Familie passiert ist ... das ist ein bisschen Klischee alles. Das kann man machen, vielleicht wird die Story, die sich anhängt ja noch spannend.
Was mich irritiert hat: Die Straßennamen. Mirabellenweg?

Gruß, Caro
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Einar Inperson
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1742
Wohnort: Auf dem Narrenschiff


BeitragVerfasst am: 14.09.2014 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wortwind,

ich hatte, wenn auch unkommentiert, deinen ersten Textvorschlag gelesen. Für mich funktionieren beide Varianten. Die traumatischen Gedanken Maries braucht es für mich eigentlich nicht zwingend, um den Konflikt zu verstehen. In meinem Lesen hattest du den bereits im ersten Text eingearbeitet.


_________________
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 16.09.2014 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten! Ich war mir bei diesem "würde" auch nicht ganz sicher, das kann ich aber leicht rausnehmen.

Ich hoffe, dass sich das klischeehafte durch ein tieferes Grundkonzept verflüchtigen wird?  Was meint ihr?

Souverän??? Keiner, der mir den Text auseinanderpflückt?

Viele Grüße
WW
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 16.09.2014 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Woher kommen bloß diese ganzen Klischees? Und wie wird man sie los?
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Wortwind
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 17.09.2014 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Frage: wäre es weniger klischeehaft, wenn ich den ersten Absatz etwa so schreiben würde:

Am liebsten ging Marie ganz früh morgens ins Schwimmbad, wenn nur ein paar Rentner ihre Bahnen zogen. Wenn Marie auf dem 10-Meter-Brett stand, schloss sie die Augen, sobald sie sich am Vorderrand aufgestellt hatte. Um die Geräusche des Schwimmbads zu dämpfen, hatte sie sich vorher die Ohren mit Wachs verstopft. Sie stand dann ganz gerade da, in Dunkelheit und Stille. Wenn der Moment gekommen war, sprang sie in ihre Nacht hinein. Unendlich fiel ihr Körper durch das Nichts, in dem es keine Gedanken und keine Bilder gab. Irgendwann trafen ihre Füße dann die Wasseroberfläche, doch sie rührte sich nicht, bis ihr ganzer Körper vom kalten Wasser umspült wurde und noch ein bisschen länger. Weiter und weiter ließ sie sich mit geschlossenen Augen nach unten sinken, bis die Panik sie ergriff. Mit schnellen wilden Bewegungen schwamm sie dann nach oben und rang nach Luft. Wenn sie aus dem Becken geklettert war, stürzte sie meist in Richtung Toiletten, um sich dort zu übergeben.

(im Vergleich zu: Maries Traum war es, nachts in einen Fluss zu springen, in die Seine vielleicht. Sie stellt sich vor, wie die Kälte zuerst kaum zu ertragen sein würde, wie sie in ihre Glieder kriechen würde, wie ihre Lungen brennen würden, wenn sie um Luft rang. Wie sie dann immer weiter und weiter getrieben werden würde und wie es irgendwann beginnen würde, sich warm und weich und wie zu Hause anzufühlen. Wie sie sich dann fallen lassen konnte, einfach fallen lassen und schlafen. Endlich schlafen. Doch da war dieser unbändige Überlebenswille in ihr, der sie jeden Morgen wieder weckte, ob sie wollte oder nicht, ob sie geschlafen hatte oder nicht, der sie dazu trieb, den Tag zu beginnen. Den Tag zu leben, den Tag zu überstehen, um an seinem Ende wieder kraftlos zusammenzubrechen, zu versuchen, in den Schlaf zu finden, nur um mitten in der Nacht wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden, mit klopfendem Herzen, während der Schweiß ihr den Rücken hinunterrann. Um aufzustehen, sich zu übergeben. Sich wieder hinzulegen, auf den Morgen zu warten. Dieser verdammte Überlebenswille zwang sie, Tag für Tag weiter zu machen.)

Äh, das ist doch kein Zufall, dass der Text so zu der Überschrift passt??? Nein, ich will nicht vom 10er springen und auch in keinen Fluss!
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Nicki
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

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Wohnort: Mönchengladbach
Ei 10


BeitragVerfasst am: 21.09.2014 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Wortwind hat Folgendes geschrieben:
Frage: wäre es weniger klischeehaft, wenn ich den ersten Absatz etwa so schreiben würde:

Am liebsten ging Marie ganz früh morgens ins Schwimmbad, wenn nur ein paar Rentner ihre Bahnen zogen. Wenn Marie auf dem 10-Meter-Brett stand, schloss sie die Augen, sobald sie sich am Vorderrand aufgestellt hatte. Um die Geräusche des Schwimmbads zu dämpfen, hatte sie sich vorher die Ohren mit Wachs verstopft. Sie stand dann ganz gerade da, in Dunkelheit und Stille. Wenn der Moment gekommen war, sprang sie in ihre Nacht hinein. Unendlich fiel ihr Körper durch das Nichts, in dem es keine Gedanken und keine Bilder gab. Irgendwann trafen ihre Füße dann die Wasseroberfläche, doch sie rührte sich nicht, bis ihr ganzer Körper vom kalten Wasser umspült wurde und noch ein bisschen länger. Weiter und weiter ließ sie sich mit geschlossenen Augen nach unten sinken, bis die Panik sie ergriff. Mit schnellen wilden Bewegungen schwamm sie dann nach oben und rang nach Luft. Wenn sie aus dem Becken geklettert war, stürzte sie meist in Richtung Toiletten, um sich dort zu übergeben.


Die Szene mit dem Schwimmbad finde ich besser.
Lasse den ersten Satz weg, und beginne mit  Marie stand auf dem 10-Meter-Brett, dann hast du den Leser mittten drin im Geschehen. Die Worte wenn  dann und meist distanzieren dich vom Prota. Versuche den Abschnitt mal ohne diese Worte.


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MfG
Nicki

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