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On a Plane (Kurzgeschichte)


 
 
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Maph
Geschlecht:männlichGänsefüßchen
M


Beiträge: 16



M
Beitrag30.01.2014 10:06
On a Plane (Kurzgeschichte)
von Maph
eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

dies ist mein zweiter Beitrag im Einstand. Ich hoffe er gefällt Euch und freue mich über konstruktives Feedback Smile.

------------

On a Plane

Das durchdringende Piepen schallte durch Peters Schädel und riss ihn aus dem Schlaf. Er blickte auf die Uhr. Noch weitere sechs Stunden bis zur Landung. Zu Hause war es noch früher Nachmittag und Peter hatte sich vorgenommen, sich bereits während des Fluges auf die Zeitverschiebung einzustellen. Doch nach gerade einmal drei Stunden war er nun wieder hellwach. Der Mann neben ihm schien das Geräusch nicht zu stören, denn sein bärtiges Kinn ruhte friedlich auf seinem enormen Brustkorb. Peter betrachtete interessiert die dunkelblaue Uniform. Vielleicht war es einer dieser Skymarshalls, die seit den Vorfällen vom 11. September auf jedem Flug für mehr Sicherheit sorgen sollten. Andererseits wusste Peter, dass diese Skymarshalls immer als normale Passagiere getarnt und selbst dem Piloten unbekannt waren.
Plötzlich zuckte ein gewaltiger Ruck durch das gesamte Flugzeug und stieß den Mann in der Uniform mit dem Kopf gegen den Vordersitz. Durch seinen Gurt gehalten taumelte er leblos in seine vorherige Position zurück. Als Peter genauer hinsah, bemerkte er, dass das Gesicht des Mannes ganz und gar nicht mehr friedlich aussah. Die bleiche Haut und der offenstehende Mund vermittelten einen weitaus beunruhigenderen Eindruck.
Angst kroch in Peter hoch. Er löste seinen Blick von dem Mann und schaute sich in der Kabine um. Das Bild, das sich ihm bot, ließ ihn erstarren. Ein Meer aus aufgeregt blinkenden Lämpchen, Knöpfen und Schaltern umrahmten ein gewaltiges nach außen gebogenes Fenster. Draußen prasselte senkrecht einstürmender Regen vor einem undurchdringlichen schwarzen Vorhang auf die Front des Flugzeugs.
Peter realisierte nun, dass ER der Pilot und damit in der Verantwortung war, das immer realer werdende Schicksal abzuwenden. Entschlossen zu handeln griff Peter mit beiden Händen nach dem Steuer. Das glatte Leder fühlte sich in seinen Handflächen unerwartet vertraut an. Peter sah auf die Anzeigegeräte vor ihm. Die Rädchen des Höhenmeters drehten sich mit scheinbar übernatürlicher Geschwindigkeit und signalisierten, welche die vorherrschende Flugrichtung war. Nämlich abwärts. Auch die Druckanzeige ließ nichts gutes verheißen. Die kleine Nadel wanderte langsam aber sicher dem Außendruck entgegen, was bei der aktuellen Flughöhe den sicheren Tod durch ersticken bedeuten würde. Intuitiv griff Peter unter seinen Sitz und zog die gelbe  Atemmaske hervor. Das gab ihm ein wenig Sicherheit zurück und er blickte wieder auf die Anzeige. Bei der aktuellen Flughöhe und der Fallbeschleunigung würde es nur noch wenige Minuten dauern bis er mit vernichtender Geschwindigkeit dort ankam, wo er jetzt am liebsten in sicherer Entfernung stehen würde.
Die Regenmassen, welche vorhin noch senkrecht wie Gewehrsalven auf die Frontscheibe trommelten, schienen nun mehr von hinten über Peter hinweg zu fegen. Das Flugzeug hatte sich bedrohlich nach vorne gesenkt und ließ die Lichter der unter ihm liegenden Großstadt wie durch den Zoom einer Kamera auf ihn zurasen. Peter legte seine gesamte Kraft in die Arme und zog am Steuer, in der Hoffnung das monströse Fluggerät irgendwie noch unter Kontrolle zu bekommen. Doch es bewegte sich keinen Zentimeter von seiner Flugbahn. Peter presste Zähne und Augen zusammen und legte noch einmal sein gesamtes Körpergewicht gegen das Steuer.
Das Piepen wurde nun unerträglich laut. Der Aufprall und damit das Ende allen Seins stand unmittelbar bevor. Sich seinem scheinbar unvermeidlichen Schicksal stellend riß Peter ein letztes Mal die Augen auf. Sein Puls vibrierte wie ein Trommelwirbel durch seinen zitternden, schweißnassen Körper. Was er sah, war weitaus verstörender, als er erwartet hatte. Ein kleines Bauernhaus umringt von Feldern und Wiesen, auf denen ein paar Kühe bei herrlichstem Sonnenschein das saftige Gras genossen. Peter löste seinen Blick von dem Bild an der gegenüberliegenden Wand des Hotelzimmers und bemerkte den unaufhörlich piependen Wecker neben seinem Bett.
Erleichtert über das wiedergewonnene Leben schaltete Peter den Wecker aus und erhob sich von der feuchten Matratze. Ein kurzer Druck auf den kleinen runden Schalter neben der großen Fensterfront und die Vorhänge schoben sich langsam wie in einem Theater beiseite und gaben Peter den Blick auf das gigantische Gebäude frei. Hektisch luden dort Menschen Gepäck aus Ihren Fahrzeugen und verschwanden durch einen der vielen Eingänge.
Peter drehte sich um und blickte nachdenklich auf die dunkelblaue Uniform an der Garderobe. Noch drei Stunden trennten ihn von seinem ersten Flug als Co-Pilot.

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Papagena
rara avis


Beiträge: 840
Wohnort: zwischen Kisten und Kartons
Ei 8


Beitrag30.01.2014 10:46

von Papagena
Antworten mit Zitat

Hallo Maph!

Ich möchte nur kurz meinen Eindruck wiedergeben.

Sprachlich gesehen sind mir Redundanzen aufgefallen, auf die du bei der Überarbeitung schauen solltest. Gleich im ersten Satz:
Maph hat Folgendes geschrieben:
Das durchdringende Piepen schallte durch Peters Schädel

Das Wort "durchdringend" gibt mir hier keinen Mehrwert und ist überflüssig. Und vielleicht bin das nur ich, aber Piepen und schallen passen nicht recht zusammen. Aber vielleicht möchtest du auch einfach die Aufmerksamkeit drauf lenken. Weiß nicht.
Achte grundsätzlich auf sprachliche Ungenauigkeiten.

Das eigentliche Problem mit der Geschichte habe ich allerdings damit, dass sehr schnell klar ist, dass alles nur ein Traum ist. An der Stelle, wo ihm inne wird, dass ER der Pilot ist, will ich die Absätze nur noch überspringen, um zum Ende der Traumsequenz zu gelangen.
Träume in Geschichten eingebunden können bestimmt funktionieren, wenn gut gemacht und nützlich. Träume als Geschichte selbst müssten, so vermute ich, als solche nicht erkennbar sein, damit man als Leser dranbleibt. In einem Traum geht es ja um nichts. ... oder sie müssen so gut sein, dass man einfach liest und weiterlesen muss ... smile

Es liest sich ganz okay (ich würde auf jeden Fall Adjektive rausstreichen), ab und an etwas holprig, finde ich, aber die Geschichte an sich überzeugt mich nicht. Was ich aber gut finde, ist dein Versuch, den Traum in einen Kontext zu stellen. Es ist bloß etwas wenig. Für mich.

Nichts für ungut.

Gruß
Papagena smile


_________________
"Die Technik allein macht's nicht."
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Drakenheim
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 42
Beiträge: 304
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Wohnort: Daheim


Beitrag30.01.2014 11:54

von Drakenheim
Antworten mit Zitat

Dito, ich wurde auch Adjektive streichen und Bilder stimmiger gestalten. Piepen schrillt, es schallt nicht.
Das Flugzeug rast abwärts und neigt sich dann noch bedrohlich nach vorne? Reihenfolge noch mal durchdenken bitte.

Die Feststellung, dass er der Pilot ist, hatte auf mich einen ähnlichen Effekt wie auf Papagena. "Oh, das ist ein Traum." Und die folgenden Zeilen habe ich auf der Suche nach der Pointe überflogen.
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