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Übung Tropik-Trubel Aufhören! Ich bin nicht tot! Eine kleine Halloween-Geschichte

 

 
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Leseloewin
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 51
Beiträge: 104
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BeitragVerfasst am: 31.10.2013 14:35    Titel: Übung Tropik-Trubel Aufhören! Ich bin nicht tot! Eine kleine Halloween-Geschichte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Heute war Halloween und Sarah war wenig begeistert.
"Vollkommen überflüssiger amerikanischer Brauch", grummelte sie vor sich hin.
Zu allem Überfluss hatte sie einen Anruf von ihrer besten Freundin Magdalena bekommen.
"Du, ich habe für heute Abend Karten für das Musical Tanz der Vampire für uns und zwar in der ersten Reihe!"
Magdalena war ein totaler  Fan des Musicals und hatte die Aufführung bestimmt schon ein Dutzend Mal gesehen. Wohl oder übel willigte Sarah ein, um ihrer besten Freundin nicht vor den Kopf zu stoßen. Wahrscheinlich würde sie diesem Musical auch nichts abgewinnen können, obwohl sie den gleichen Namen trug wie die weibliche Hauptrolle in diesem Stück, wie Magdalena betonte. Vielleicht würde es dennoch ein ganzer netter Abend, denn Magdalena schwärmte in den höchsten Tönen nicht nur vom Musical, sondern auch von dem Darsteller des Grafen von Krolock, der mit bürgerlichen Namen Jan Ammann hieß. Er sei einfach perfekt in der Rolle, hatte Magdalena ihr gegenüber behauptet.

Nun muss ich heute Abend dieses Musical über mich ergehen lassen. Beim Schminken gerate ich etwas in Stocken, so bleibt es bei etwas Kajal und Wimperntusche. Pünktlich um 17 Uhr steht Magdalena auf der Matte und wir machen uns auf den Weg zum Theater. Magdalena bombardiert mich unermüdlich mit Fakten über das Musical und die Darsteller, bis ich sie leicht entnervt anschaue.
"Freust du dich schon?", fragt Magdalena und schaut mich mit leuchtenden Augen an.
"Ich bin gespannt", sage ich einfach, da mir nichts anderes einfällt.
Während der Aufführung macht mich Magdalena ständig im richtigen Augenblick auf den düsteren Grafen aufmerksam.
Der tosende Applaus holt mich schließlich zurück. Pause.
Magdalena neben mir seufzt.
"Na, wie hat es dir gefallen?" Ihre Augen leuchten vor Begeisterung..
"Ja, ganz gut!", sage ich aufrichtig.
Im nächsten Moment wird der Saal wieder abgedunkelt und das Musical geht weiter. Ich schaue auf die Bühne und lasse mich von der Musik und der Handlung, die mir nun doch gefällt, einfangen. Aber nun ist das Musical leider vorbei und wir strömen mit den Menschenmassen nach draußen. Erst kurz vor dem Theater bleiben wir stehen.
"Können wir?Es ist spät! Meine Stimme klingt ganz sanft.
"Natürlich!," erwiderte Magdalena.

Zu Hause angekommen, lege ich mich gleich in mein Bett und schlafe traumlos ein.
"Boah"
Ganz vorsichtig öffne ich ein Auge, mache es jedoch gleich wieder zu, da mir eine blendende Helligkeit entgegen strahlt. Ich stelle fest, dass sich meine Umgebung extrem verändert hat und Magdalena neben mir liegt.
"Was ist das hier?!, stellt mir Magdalena eine Frage.
"Ein Traum!"
"Ein Traum?"
"Was denn sonst!", entgegne ich.
"Aber ich bin doch noch gar nicht schlafen gegangen!, ruft Magdalena. Sie klingt völlig fertig.
"Wird schon wieder aufhören!"
Wir befinden uns wieder im Theater, aber das nun vollkommen menschenleer ist.
"Können wir in deinem Traum nicht wenigstens irgendwen treffen?
"Probiers doch!"
"Aber wer soll schon hier sein?"
"Vielleicht ein paar Vampire!"
"Hallo, ist hier jemand?"
"Es gibt hier keine Vampire und auch keinen Grafen!", brülle ich so laut, dass mir die Ohren klingeln.
Aber ein untersetzter Mann tritt angelockt von meinem Geschrei aus den Kulissen heraus und wirft mir etwas zu. Der Gegenstand bleibt vor meinen Füßen liegen und ich hebe ihn auf.
"Was ist das?, fragt Magdalena mich.
"Knoblauch", erwidere ich entgeistert.
Magdalena sieht aus, als würde sie gleich ohnmächtig werden.
Ich frage mich nur, was das alles hier soll.
"Lass mich aufwachen, bitte lass mich aufwachen!"
In der Dunkelheit hinter uns sehe ich einen Schatten. Schwarz und groß.
"Da ist jemand!"
"Wer?", flüstert Magdalena so leise, dass ich sie kaum verstehe!
"Ich weiß es nicht!"
Noch immer türmt sich, nicht weit von uns, der Schatten vor uns auf.
Ich habe die Angst in ihrer Stimme gehört und wundere mich nur kurz, dass meine vampirfanatische Freundin plötzlich genauso Schiss hat wie ich.
"Guten Abend, kann ich Ihnen behilflich sein?"
Die Stimme kommt so plötzlich, dass wir verwundert unsere Köpfe schütteln.
Wir starren mit großen Augen die Gestalt an, die neben uns getreten ist.
"Wie unhöflich von mir, mich nicht vorzustellen, ich bin der Darsteller des Grafen von Krolock und mein Name  ist Jan Amman.
"Mag..., Magdalena", stammelt Magdalena. In Wirklichkeit würde sie dem Darsteller bestimmt um den Hals fallen, jetzt hat sie die totale Panik.
Nun dreht sich der Mann in dem langen Mantel zu mir und sieht mich an.
"Soll ich etwa auch meinen Namen sagen?"
"Sarah", erwidere ich etwas zu grob.
Der Darsteller lächelt.
Mir wird klar, dass ich nur träume und mein armes Gehirn den Abend im Theater nur in etwas abgewandelter Form fortsetzt.
In seinen Augen, die mich geradewegs anstarren, lodert etwas, das mir Angst macht. Der Graf packt mich in einer schnellen Bewegung am Handgelenk.
"Hätten Sie die Güte, mich loszulassen", zische ich ihn an.
Ich habe wirklich keine Lust, das Musical im echten Leben mitzumachen und sei es auch nur im Traum.
Ich schrecke zusammen, als die Stimme des Grafen plötzlich die bedrückende Stille zerschneidet.
"Ich habe schon zu lange auf mein Abendessen verzichtet!"
Mir wird ganz kalt.
"Was für ein abgedrehter Mist, den ich mir da eingehandelt habe!"
Ich fühle mich so was von tot, dabei hat er mich noch nicht gebissen.
Die Glut in seinen Augen brennt nun voller Vorfreude.
Mit einem Mal kommt Bewegung in den Grafen und berührt mit seinen Zähnen ganz leicht meinen Hals.
Ich glaube, ich verliere den Verstand.
"Was war das?!"
"Dein Blut!", antwortet der Graf.
"Reiß dich zusammen, das ist nur Show!"
"Er ist nicht umsonst Schauspieler geworden!"
Ich bin verärgert und will endlich von diesem Grufti wegkommen, auch wenn er ihn nur spielt und mit mir spielt.
"Ich bin ein Vampir, das liegt in meiner Natur!"
"Hör auf mit diesem Unsinn!, schnauze ich ihn an.
Im nächsten Moment spüre ich zwei spitze Fänge an meinem Hals und einen stechenden Schmerz.

Auf einmal sitze ich kerzengerade und schweißgebadet in meinem Bett.
Mein Zimmer ist immer noch in Dunkelheit getaucht. Nur langsam verblasst mein Traum und ich finde mit Mühe zurück in die Wirklichkeit.
Mir ist klar, dass ich den Grafen erneut sehen muss.
So real wie eben habe ich noch nie geträumt.
Nur eine Sekunde später stehe ich etwas überrascht von mir selbst vor dem Darsteller des Grafen. Auch er sieht mehr oder weniger überrascht aus.
"Geh jetzt lieber wieder ins Bett!"
"Gute Nacht", raunt der Graf mit Nachdruck.

Als ich wieder aufwache, ist mein Zimmer taghell.  Ich öffne verstört die Augen. Magdalena sieht auch nicht viel besser aus als ich, sie trägt auch noch immer ihre Klamotten vom Theaterbesuch. Und eines ist mir klar, ich bin jetzt auch wie Magdalena dem Musical und seinem Hauptdarsteller total  verfallen.


_________________
"Ein Dichter ist eine Welt, eingeschlossen in einen Menschen"
- Victor Hugo -
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